Antonia Baum Tony Soprano stirbt nicht

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Inhaltsangabe zu „Tony Soprano stirbt nicht“ von Antonia Baum

In Antonia Baums jüngstem Roman drehte sich alles um drei Kinder, die ständig um das Leben ihres risikoverliebten Vaters fürchten. Nur wenige Wochen vor Erscheinen des Buchs verunglückte Antonia Baums Vater schwer. Wie es sich anfühlt, wenn aus Fiktion Realität wird, und was in einem vorgeht, wenn plötzlich alles stillsteht, die Welt aber weitermacht, davon erzählt sie hier. »Intensivstation, er lag auf der Intensivstation. Tony Soprano, der Gangsterboss aus meiner Lieblingsserie, lag auch schon auf der Intensivstation und wurde wieder gesund. Sein dummer seniler Onkel hatte ihn in den Bauch geschossen. Seine Familie, Meadow, Anthony Junior, Carmella, sie alle waren sofort gekommen. Wie wir.« Als Antonia Baum erfährt, dass ihr Vater lebensgefährlich verunglückt im Krankenhaus liegt, ist sie wie gelähmt. Wie kann es sein, dass es den Menschen, mit dem sie noch zwei Tage zuvor im Restaurant gesessen hat, so nicht mehr gibt? Zumindest bringt sie den ohnmächtigen Mann im Krankenbett partout nicht mit ihrem Vater in Verbindung. Hat sie mit ihrem Roman über einen verantwortungslosen, abenteuerlustigen Vater das Schicksal herausgefordert? In welchem Verhältnis stehen Fiktion und Realität? Ist sie eine Diebin, die ihre wichtigsten Menschen beklaut und aus der Beute Bücher macht? Die Autorin erzählt von Angst, Schuldgefühlen und Tod und davon, warum in ausweglosen Situationen nur Geschichten helfen.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter - selten hat dieser Spruch so gut gepasst. Traurig-schönes Buch über eine Vater-Tochter-Beziehung.

— Marina_Nordbreze

Ein überraschend einfühlsames und intelligent Buch.

— TheoR

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  • Sehr, sehr persönlich

    Tony Soprano stirbt nicht

    michael_lehmann-pape

    01. June 2016 um 11:35

    Sehr, sehr persönlichDa gibt es diese Ereignisse in der Serie „Die Sopranos“. Tony wird angeschossen und schwebt zwischen Leben und Tod. Die Familie um das Bett versammelt, die Gang bewacht ihn, er selbst schwebt in anderen Welten.In der Serie überlebt Tony. Im wahren Leben erwies sich der Darsteller der Figur, James Gandolfini, als überaus sterblich.Da steht die Veröffentlichung eines Romans an. Ein sehr, sehr autobiographisch geprägter Roman über einen Vater, der seine Kinder und sich selbst hohen Risiken aussetzte. Der darüber nicht sprach, sondern immer nur tat. Der ein Aufwachsen gerade für seine Tochter in den Raum setzte, der wie eine „Schrottplatz-Umgebung“ gestaltet war. Abenteuerlich, klar, aber voller Gefahren und Unwägbarkeiten mit einem Vater, der immer nur schnell machte, der im Liegen mit einem Finger am Lenkrad über die linke Spur raste (samt Kindern an Bord), der mit dem Motorrad nie anders als waghalsig nach vorne preschte.Der die Liebe seiner Kinder besaß und doch diese Kinder ziemlich verlor im Leben, fast weggebissen hat.Ein Roman, der hohe Bedeutung hat, jetzt, kurz vor der Veröffentlichung, denn im wahren Leben liegt der wahre Vater nach einem wahren Motorradunfall im Koma, zwischen Leben und Tod und die Kinder, auch Antonia Baum, versammeln sich. Wie um das Soprano-Bett.Zeit, das Leben Revue passieren zu lassen, Zeit, tief ins ich zu gehen und nicht nur alte Geschichten noch einmal zu betrachten, sondern auch das eigene Gefühlsleben zu fassen, zu klären, Trauer, Angst, Wut, Ärger zu erleben.Was Antonia Baum in einer solchen klaren Sprache, in solcher Intimität und solcher Schnörkellosigkeit in diesem schmalen Band vollzieht, das es den Leser nicht mehr loslässt.Wobei es nicht um einen roten Faden, nicht um Spannung, eigentlich gar nicht um irgendetwas geht, was den Leser angehen würde. Außer, dass hier Grundfragen der Existenz und des eigenen „Kind-Seins“ in den Raum treten, die in jedem Leser ganz eigene Assoziationen freisetzen.Eigentlich wäre zu empfehlen, dieses schmale Werk, das sprachlich exakt dem Duktus des „Schrottplatzes“ entspricht, zunächst zu lesen, um dann mit diesem Hintergrund sich dem während des Komas des Vaters erschienen, überzeugenden Romans von Antonia Baum noch einmal mit ganz anderem Wissen und breitem Hintergrund nähern zu können.Eine intensive Lektüre. 

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  • Selbst erfüllende Prophezeiungen

    Tony Soprano stirbt nicht

    Bri

    18. April 2016 um 12:12

    Antonia Baum steht kurz vor der Veröffentlichung ihres zweiten Romans, in dem es um die Geschichte einer eher außergewöhnlichen Familie geht. Der von seinen drei Kindern gleichzeitig geliebte und gehasste, weil sehr unkonventionell und gefährlich lebende Vater hat plötzlich einen Unfall. Einen lebensbedrohlichen.Als Antonia Baum sich nach einem Treffen mit dem eigenen Vater nicht in gewohnter Weise von ihm verabschieden kann und dieser am nächsten Morgen einen Motorradunfall hat, hadert sie nicht nur mit ihrer vermeintlichen selbst erfüllenden Prophezeiung. Hat sie diesen Unfall heraufbeschworen, weil sie das schützende Ritual nicht durchführen konnte oder / und ihr Roman eben eine solche Situation zum Thema hat?Aberglaube oder nicht? Sie quält sich mit einem Gefühl der Schuld und lässt die Außenwelt nun in einem Text mit dem Titel Tony Soprano stirbt nicht teilhaben.Weshalb sie das tut, wird nicht ganz deutlich. Sie selbst versucht sich mit allem möglichen über Wasser zu halten. Nicht den Mut zu verlieren, wenn sie und ihre Geschwister den Vater im Krankenhaus besuchen. Lange Zeit ist weder klar, ob er überleben, noch ob und welche Schädigungen er zurückbehalten wird.Sie klammert sich fest an Situationen, die sie kennt. Ihr Lieblingscharakter aus ihrer Lieblingsserie lag auch schon einmal, lebensbedrohlich verletzt, im Krankenhaus. Er hat es geschafft. Ein Soprano stirbt eben nicht einfach. Doch den großartigen Schauspieler James Gandolfini, der den Clanchef Tony Soprano verkörperte, ereilte genau dieses Schicksal. Plötzlich. Unerwartet. Herzinfarkt.Antonia Baum beschreibt in ihrem Buch ihre Verzweiflung und auch ihre Schuldgefühle, die prinzipiell völlig unsinnig sind - denn ein Unfall ist ein Unfall, weil man ihn weder verhindern noch heraufbeschwören kann - aber menschlich. Sprachlich bleibt sie nüchtern. Hält sich eher am Verlauf der Krankengeschichte fest und blickt vor allem auf ihre Problemlösungsstrategien. Dabei entdeckt sie, dass es ihr schon immer half, Geschichten zu erzählen.Und so kommt es, dass der Leser nicht nur die Geschichte ihres Vaters präsentiert bekommt, sondern auch drei ungewöhnliche fiktive Erzählungen, die Baum zur eigenen Ablenkung verfasst. Ob hierin die tatsächliche Motivation für die Entstehung von Tony Soprano stirbt nicht zu finden ist? Mag sein, mag auch nicht sein.Was aber deutlich wird ist, dass die drei Geschichten nicht gerade heiter zu nennen sind und von menschlichen Tragödien und auch von Verrücktheit nur so strotzen. Fiktives-sich-in-tiefes-Leid-begeben als Ausweg aus einer traumatischen Situation? Nicht mein Ding. Ich kann nicht wegsehen, ich muss mich mit einem Problem ernsthaft befassen - wahrscheinlich um das Gefühl des Kontrollverlustes zu vermeiden. Oder um mich unausweichlichen Tatsachen nähern und schließlich stellen zu können. Ablenkung dabei zu finden ist auch mir wichtig. Aber nicht durch vermehrtes Leid, sondern durch Lachen. Lachen schafft zuweilen eine angenehme Distanz zu unangenehmen Dingen ...Tatsächlich hat mich vielleicht aus diesem Grund das sprachlich und stilistisch ansprechende Buch nicht voll mitnehmen können. Die drei Geschichten jedoch sind mir noch sehr klar und deutlich im Gedächtnis. So kann Fiktion das Leben zuweilen deutlicher spiegeln als das Leben selbst ...

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  • Ein überraschend einfühlsames und intelligent Buch.

    Tony Soprano stirbt nicht

    TheoR

    12. April 2016 um 13:50

    Dies Buch basiert auf den, zumindest teilweisen, wahren Erlebnissen der Autorin Antonia Baum. Muss man nicht wissen, wurde aber seitens des Verlages ziemlich in die Öffentlichkeit getragen, wodurch dieses Buch dem Leser noch einmal, zumindest emotional, näher rückt.Die Ich-Erzählerin ist somit auch die Schriftstellerin und einer schwerer Motorradunfall ihres Vaters, wirft sie, verständlicherweise, aus der Bahn. Dieser liegt nun im Koma und wie so häufig im Leben erkennt sie erst jetzt, was sie an diesem Vater, der alles anderes als perfekt ist, hat oder vielleicht auch vermisst. Die inneren Monologe der Autorin, ihre scharfe Beobachtungsgabe, macht dieses kleine Büchlein so besonders. Es geht um Angst, Hoffnung und wie einsam man in bestimmten Lebenslagen mit seinem eignen Schicksal hadert oder gar bewältigt.Und weil im Leben nicht alles determiniert, vorherbestimmt und planbar ist und weil diese Schicksalsschläge einen eben aus der Bahn werfen, versucht die Autorin sich durch dieses Buch selbst zu therapieren, zu besänftigen. Dabei schreibt sie im mittleren Teil, in bewegender kindlicher Faszination, drei kleine Geschichten, die ihr Gefühlsleben ordnet, sie beruhigt und, zumindest zum Teil, sich dadurch eine kindliche heile Welt erschafft. Aber entgegen der kindlichen Phantasien, sind diese drei Blasen nicht rosa gefärbt, sondern der Schatten der verloren kindlichen Unschuld, schwebt drohend über ihnen.Während große Teile des Buch klar autobiographische Züge aufweisen, sind die kleineren literarischen Abstecher zwar rein fiktional, aber man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie dennoch vielleicht eine  Allegorien für den nicht ganz perfekten Vater oder das nicht immer sonnige Leben der Autorin darstellen. Doch durch diese Unschärfe zwischen Realität und Fiktion, gewinnt dieses Buch ungemein an Substanz.Dabei hilft auch das Bild des Tony Soprano, aus der HBO TV-Serie "The Sopranos", das  immer wieder beschworen wird. Dieses Bild des Mafiabosses hilft der  Autorin die surreale Situation zu erfassen und zu begreifen. Denn während der Vater der Autorin im Krankenhaus liegt, erscheint ein weiteres Buch  von ihr "Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren", dass in diesem Fall das Leben die Kunst imitiert. Nur am Rande sollte man sich diese Serie anschauen und auch die angesprochene Autorin Joan Didion, beides lohnt sich.Es ist ein kleiner Roman, der aber gerade in seiner  Prägnanz und dem Stil in dem er geschrieben ist, den  Leser oft innehalten lässt, um über das eigene Leben nachzudenken. Die  Materie ist alles andere als leicht und luftig, dennoch  ist diese Buch nicht schwer und trübselig. Es beschreibt das Leben und zeigt, das in jedem Ende auch einer Anfang liegt.

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  • Selbst erfüllende Prophezeiungen

    Tony Soprano stirbt nicht

    Bri

    27. March 2016 um 14:35

    Antonia Baum steht kurz vor der Veröffentlichung ihres zweiten Romans, in dem es um die Geschichte einer eher außergewöhnlichen Familie geht. Der von seinen drei Kindern gleichzeitig geliebte und gehasste, weil sehr unkonventionell und gefährlich lebende Vater hat plötzlich einen Unfall. Einen lebensbedrohlichen.Als Antonia Baum sich nach einem Treffen mit dem eigenen Vater nicht in gewohnter Weise von ihm verabschieden kann und dieser am nächsten Morgen einen Motorradunfall hat, hadert sie nicht nur mit ihrer vermeintlichen selbst erfüllenden Prophezeiung. Hat sie diesen Unfall heraufbeschworen, weil sie das schützende Ritual nicht durchführen konnte oder / und ihr Roman eben eine solche Situation zum Thema hat?Aberglaube oder nicht? Sie quält sich mit einem Gefühl der Schuld und lässt die Außenwelt nun in einem Text mit dem Titel Tony Soprano stirbt nicht teilhaben.Weshalb sie das tut, wird nicht ganz deutlich. Sie selbst versucht sich mit allem möglichen über Wasser zu halten. Nicht den Mut zu verlieren, wenn sie und ihre Geschwister den Vater im Krankenhaus besuchen. Lange Zeit ist weder klar, ob er überleben, noch ob und welche Schädigungen er zurückbehalten wird.Sie klammert sich fest an Situationen, die sie kennt. Ihr Lieblingscharakter aus ihrer Lieblingsserie lag auch schon einmal, lebensbedrohlich verletzt, im Krankenhaus. Er hat es geschafft. Ein Soprano stirbt eben nicht einfach. Doch den großartigen Schauspieler James Gandolfini, der den Clanchef Tony Soprano verkörperte, ereilte genau dieses Schicksal. Plötzlich. Unerwartet. Herzinfarkt.Antonia Baum beschreibt in ihrem Buch ihre Verzweiflung und auch ihre Schuldgefühle, die prinzipiell völlig unsinnig sind - denn ein Unfall ist ein Unfall, weil man ihn weder verhindern noch heraufbeschwören kann - aber menschlich. Sprachlich bleibt sie nüchtern. Hält sich eher am Verlauf der Krankengeschichte fest und blickt vor allem auf ihre Problemlösungsstrategien. Dabei entdeckt sie, dass es ihr schon immer half, Geschichten zu erzählen.Und so kommt es, dass der Leser nicht nur die Geschichte ihres Vaters präsentiert bekommt, sondern auch drei ungewöhnliche fiktive Erzählungen, die Baum zur eigenen Ablenkung verfasst. Ob hierin die tatsächliche Motivation für die Entstehung von Tony Soprano stirbt nicht zu finden ist? Mag sein, mag auch nicht sein.Was aber deutlich wird ist, dass die drei Geschichten nicht gerade heiter zu nennen sind und von menschlichen Tragödien und auch von Verrücktheit nur so strotzen. Fiktives-sich-in-tiefes-Leid-begeben als Ausweg aus einer traumatischen Situation? Nicht mein Ding. Ich kann nicht wegsehen, ich muss mich mit einem Problem ernsthaft befassen - wahrscheinlich um das Gefühl des Kontrollverlustes zu vermeiden. Oder um mich unausweichlichen Tatsachen nähern und schließlich stellen zu können. Ablenkung dabei zu finden ist auch mir wichtig. Aber nicht durch vermehrtes Leid, sondern durch Lachen. Lachen schafft zuweilen eine angenehme Distanz zu unangenehmen Dingen ...Tatsächlich hat mich vielleicht aus diesem Grund das sprachlich und stilistisch ansprechende Buch nicht voll mitnehmen können. Die drei Geschichten jedoch sind mir noch sehr klar und deutlich im Gedächtnis. So kann Fiktion das Leben zuweilen deutlicher spiegeln als das Leben selbst ...

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