Antonia Fehrenbach Klärschlamm

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Inhaltsangabe zu „Klärschlamm“ von Antonia Fehrenbach

Nach 60 Jahren Verbannung kehrt Ernst-August Buck in sein Heimatdorf in Holstein zurück. Wenig später treibt er tot im Schlammturm des Klärwerks. Zurück bleiben nur seine Notizen, die als Erinnerungssplitter die Suche der Schutzpolizistin Franziska Wilde nach dem Mörder vorantreiben. Die Liebe zu einer alten Frau, verbindet sie und den Toten miteinander und verstrickt sie mit den Geschicken der Dorfgemeinschaft, in der es so viele Wahrheiten wie Menschen gibt und ... einen geheimnisvollen Mörder.

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    Klärschlamm
    gaby2707

    gaby2707

    10. November 2014 um 21:44

    Die junge Streifenpolizistin Franziska Wilde ist gerade mal zwei Wochen in ihrer holsteinischen Heimat im Dienst, als sie zu einem grotesken Todesfall gerufen wird. Ernst-August Buck, der vor ca. 60 Jahren seine Heimat verlassen und seitdem in München gelebt hat, schwimmt mit dem Kopf nach unten im Becken des Klärwerks. Da die Mordkommission in Kiel für diesen Fall zuständig ist, hätte Franziska normalerweise nichts mehr damit zutun. Sie beginnt aber auf eigene Faust zu recherchieren, da der Tote vor allem zu ihrer Ziehmutter Leanthe und ihrer Schwester Sara ein ganz besonderes Verhältnis hatte. Nicht alle Bewohner des Dorfes scheinen Buck gewogen gewesen zu sein. Doch bei diesen Ermittlungen stößt Franziska an ihre ganz persönlichen Grenzen... Privates, in kleinen Dosen immer wieder in die Geschehnisse der Geschichte eingestreut, lassen Franziska mit der Zeit immer plastischer erscheinen. Am Ende kommt es mir so vor, als wenn ich sie schon sehr lange kenne. Auch die anderen Agierenden werden so plastisch beschrieben, dass ich sie vor meinem inneren Auge habe handeln sehen. Ein Kraftakt an manchen Stellen für mein Kopfkino. Von ihrem langjährigen Freund Jochen Stude hat sie sich getrennt. Doch der lässt sie nicht in Frieden. Hat er Aufzeichnungen, die Buck gehört haben? Ihr neuer Bekannter Kaon liegt seit einem Unfall schwer verletzt im Kranken-haus. Von den Dorfbewohnern erfährt Franziska immer mehr Kleinigkeiten, die sich zu einem Großen Ganzen auswachsen. Sie (und damit auch ich) weiß im Grunde mehr als die Polizei aus Kiel. Ich erhalte Einblicke in die Ereignisse des Kriegsgeschehens in der Region, lerne von Franziska die verschiedensten Begriffe aus dem Karate kennen und wandle zusammen mit ihr und Werner Wröge, der für E.A. Buck seine Biografie schreiben sollte, auf den Spuren der Vergangenheit. Und ich bin dabei, als sich Franziska in große Gefahr begibt. Ich habe es sehr genossen, die feine, poetische Sprache zu lesen. Ein nicht alltäglicher Kriminalroman, der immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit wechselt. Antonia Fehrenbach hat es geschafft, mich an diese Geschichte zu fesseln.  

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    Klärschlamm
    IlonGerMon

    IlonGerMon

    27. February 2014 um 21:51

    Franziska Wilde ist gerade mal zwei Wochen in ihrer Heimat im Holsteinischen als  junge Streifenpolizistin im Amt, als sie mit einem merkwürdigen Todesfall konfrontiert wird. Im Klärwerk am Rande des Dorfes wird ein männlicher Toter entdeckt. Zwar muss Franziska die Leitstelle informieren, aber sie ist die erste am Fundort. Von einer Plattform, die den Blick in das Klärbecken erlaubt, bietet sich ihr ein grotesker Anblick: in der Mitte des Beckens schwimmt eine männliche Leiche und der Geruch, der Franziska entgegenschlägt, ist alles andere als angenehm. Die Leitstelle wird ein zweites Mal angerufen und von dort wird die Einschaltung der Mordkommission in Kiel in die Wege geleitet. Ab diesem Moment hat Franziska eigentlich nichts mehr mit den Ermittlungen zu tun, aber sie kann inoffiziell auch nicht die Finger davon lassen. Denn die Person des Ermordeten, eines erfolgreichen Münchner Bauunternehmers, weist viele Verbindungen in das Heimatdorf von Franziska auf. Es ergeben sich Verbindungen zu einer ganzen Reihe von Personen im Dorf, auch zu den beiden Schwester Lara und Leanthe, die sich früher einmal Lily und Dora nannten, um unnötigen Spekulationen zu ihren Namen zu entgehen. Von Jochen, ihrem langjährigen Freund, hat sich Franziska vor nicht allzu langer Zeit getrennt, doch er sucht weiterhin den Kontakt und er ist es auch, der ihr Schriftstücke zeigt, die möglicherweise Tagebuchaufzeichnungen des Ermordeten sein können. Es gibt eine Menge „alter Geheimnisse“ im Dorf, die in die Jahre des zweiten Weltkriegs zurückreichen. Und alles sind Menschen, mit denen Franziska auch ungewollt immer wieder in Berührungen kommt. So bleibt es nicht aus, dass sie zum Einen viel mehr zu diesem Fall erfährt als die Beamten in Kiel, andererseits aber auch so viele Fragen entstehen, dass ihre Nachforschungen beinahe einer zweiten Ermittlung nahe kommen. Dabei droht ihr Gefahr aus zwei Richtungen. Wenn ihr Verhalten und ihre stetigen Nachfragen innerhalb der Polizei bekannt werden, handelt sie sich mit Sicherheit großen Ärger ein. Aber es gibt auch Interessen, die von Personen vertreten werden, die nicht gerade zimperlich sind, wenn es darum geht, unbequeme Zeitgenossen in ihre Schranken zu weisen. Das muss Franziska schmerzhaft erfahren, als sie in einem furiosen Finale in München in die Fänge dieser Gruppierung gerät. Nach ihrer Rückkehr bestätigt sie ihrem Vater, dass all das Geld, das er für Franziskas Karate-Ausbildung aufgewendet hat, doch wohl gut angelegtes Geld war. Mir hat an diesem Roman gut gefallen, wie es der Autorin gelingt, die Mechanismen einer vermeintlich noch intakten Dorfgemeinschaft aufzuzeigen, die aber alles andere als intakt ist und die verschiedenen Charaktere in ihren sehr unterschiedlichen Gefühlswelten sehr glaubwürdig zu schildern. Ein Regionalkrimi, der sich aus der Masse dieses Genre durchaus abhebt und der es deshalb verdient hat, auch außerhalb der Region Leser zu finden. 

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