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SandraFlorean

vor 3 Jahren

(89)

Ich habe mich vor allem für die Leserunde beworben, weil ich Antonias Schreibstil mag und aus ihrem Vampirroman weiß, dass sie tolle Handlungen und Zusammenhänge ersinnen kann. Ich wurde nicht enttäuscht.


Der Schreibstil ist, wie ich ihn kannte: Sehr angenehm und passt perfekt zu einem Krimi. Sie schafft es, auch mit wenigen Worten Atmosphäre zu schaffen. Da der Fall zu Weihnachten stattfindet, hat mir gerade das sehr gut gefallen. Wobei ich wahrscheinlich nächstes Jahr Weihnachten mit einem Schütteln an das Buch zurückdenken werde.


Die Figuren, die Antonia Günder-Freytag dieses Mal agieren lässt, sind einfach nur grandios. Eine Ansammlung menschlicher Abgründe, die mich so manches Mal den Kopf hat schütteln lassen. Eine reiche Familie, die, wie man meint, alles hat – aber sich bis aufs Blut spinnenfeind ist. Alte Gewohnheiten, die jede persönliche Entwicklung und Kreativität im Keim zu ersticken drohen. Menschen, die sich offenbar schlichtweg nicht mögen und keine ehrliche familiäre Bindung empfinden. Alles zusammengehalten von der liebenswerten Haushälterin Helene. Klasse!


Um die Hintergründe der einzelnen Personen und ihren gestörten Beziehungen zueinander besser begreifen zu können, hat Antonia Günder-Freytag Rückblicke eingearbeitet. Das lockerte die Geschichte schön auf und man bekam dadurch „ganz nebenbei“ immer wieder ein neues Indiz geliefert und lernte die Hauptfiguren von anderen Seiten kennen. Dennoch habe ich ziemlich lange im Dunkeln getappt, wer denn nun die Morde begangen haben könnte. Im Grunde kam jeder in Frage. Mein Verdacht wurde dann durch die überraschenden Ereignisse im letzten Drittel nicht bestätigt. Wobei ein Restzweifel bleibt …


Schön fand ich auch, dass Kommissar Konradt von Kamm ebenfalls einen Hintergrund bekommen hat und nicht nur als der allwissende Polizeibeamte dargestellt wurde. Eheprobleme belasten ihn während dieses verzwickten Falles zusätzlich. Seine Frau hat ihn ausgerechnet an Weihnachten verlassen, und man wartet – so wie Konrad - die ganze Zeit unbewusst darauf, dass sie zurückkommt.


Insgesamt ist „Keine halben Sachen“ ein gelungener Krimi mit sympathischen Hauptfiguren und überraschenden Wendungen, bei dem es nichts zu meckern gibt. Einzig das Verhältnis zwischen Konrad und seinem (langjährigen?) Kollegen (Partner?) Utzschneider ist mir nicht ganz klar geworden. Dennoch ganz klare Leseempfehlung – nicht nur für Krimifans.

Autor: Antonia Günder-Freytag
Buch: Keine halben Sachen

AntoniaGuender-Freytag

vor 3 Jahren

@SandraFlorean

Vielen lieben Dank für deine Rezension! Ich freue mich sehr und hoffe, dass du nächstes Weihnachten nicht Gänsehaut bekommst, sondern es genießen kannst, wie friedlich es bei dir ist :)

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