Das Sündenhaus

von Antonia Hodgson 
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Das Sündenhaus
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Ein historischer Roman mit einem gut ausgestalteten Helden, spannend, stimmungsvoll und vor allem; irrsinnig gut recherchiert.

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Anfangs zieht sich dieser historische Thriller, aber das Durchhalten lohnt sich, denn es wird temporeich und spannend.

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Inhaltsangabe zu "Das Sündenhaus"

Mörderische Rache in Fountains Abbey - Antonia Hodgson setzt ihre preisgekrönte historische Thriller-Serie ("Das Teufelsloch", "Der Galgenvogel") fulminant fort.

Frühjahr 1728. Auf eine 'Bitte' von Englands Königin Queen Caroline reist Tom Hawkins, mit allen Wassern gewaschener Gentleman, zum Herrenhaus von John Aislabie in Yorkshire. Doch die ländliche Idylle entpuppt sich für Tom schnell als Hexenkessel: Die Queen wird von Aislabie erpresst, denn der ehemalige Schatzkanzler war mitverantwortlich für die 'Südseeblase', den größten Finanzskandal des 18. Jahrhunderts. Aislabie wiederum erhält seit einiger Zeit zunehmend blutigere Drohbriefe. Ehe Tom es sich versieht, gerät er zwischen alle Fronten und mitten hinein in einen mörderischen Racheplan.

Britischer (Galgen-)Humor, Tempo und authentische Einblicke in die Intrigen des 18. Jahrhunderts - das ist Antonia Hodgson!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426654408
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:Knaur
Erscheinungsdatum:21.08.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Ambermoonvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Anfangs zieht sich dieser historische Thriller, aber das Durchhalten lohnt sich, denn es wird temporeich und spannend.
    Die Feinde des John Aislabie

    Frühjahr 1728. Auf eine »Bitte« von Englands Königin Queen Caroline reist Tom Hawkins, mit allen Wassern gewaschener Gentleman, zum Herrenhaus von John Aislabie in Yorkshire. Doch die ländliche Idylle entpuppt sich für Tom schnell als Hexenkessel: Die Queen wird von Aislabie erpresst, denn der ehemalige Schatzkanzler war mitverantwortlich für die »Südseeblase«, den größten Finanzskandal des 18. Jahrhunderts. Aislabie wiederum erhält seit einiger Zeit zunehmend blutigere Drohbriefe. Ehe Tom es sich versieht, gerät er zwischen alle Fronten und mitten hinein in einen mörderischen Racheplan.

    Britischer (Galgen-)Humor, Tempo und authentische Einblicke in die Intrigen des 18. Jahrhunderts - das ist Antonia Hodgson!...(Klappentext)

    ♘♘♘♘♘♘♘♘♘♘

    "Hier war er.
    Der Tod, den ich aus London mitgebracht hatte. Hier war er und breitete sich wie ein Mantel über das Anwesen aus. Und ich wusste, während ich die Tür aufdrückte. dass er noch nicht mit mir fertig war." (S. 258)

    Aislabie war einst Schatzmeister der Königlichen Hoheit und kaufte Aktien der Südseegesellschaft. Die Aktien stiegen in ungeahnte Höhen, bis die Südseeblase schließlich platzte und viele Investoren ins Verderbnis führte. Aislabie wurde der Korruption für schuldig gesprochen und dafür in den Tower geworfen. Nach einer kurzen Zeit wurde ihm jedoch der Rückzug in sein Landhaus gewährt. Die Ungnade war ihm jedoch gewiss. Trotzdem bittet er die Königin um ihre Hilfe (wobei es sich eher um eine Drohung, bzw. Erpressung handelte), da er seit Wochen beängstigende Drohbriefe erhält. Diese schickt niemand Geringeren als Thomas Hawkins zu ihm. Jedoch nicht um ihm beizustehen, sondern mit einem gänzlich anderen Auftrag.

    Tom Hawkins kommt zwar aus gutem Hause und hatte in jungen Jahren ein Theologiestudium begonnen, aber seine Vorliebe für Glücksspiel, Bordelle und andere Vergnügungen ließen ihn tief fallen. Er war bereits Insasse im berüchtigten Marshalsea-Gefängnis und auch zum Galgentod verurteilt.
    Durch seine Gerissenheit, seinen Scharfsinn, sowie seinen Charme und vor allem durch eine große Portion Glück, konnte er seinen Kopf bisher jedoch immer rechtzeitig aus der Schlinge ziehen - im wahrsten Sinne. Nach seiner Nahtod-Erfahrung versucht Hawkins ein ehrbares und vor allem ruhiges Leben zu führen. Leider ist er jedoch seiner Königlichen Hoheit etwas schuldig und somit ist er derjenige dem das Los zufiel sich um Aislabie zu kümmern.

    "Es war ein untrügliches Zeichen dafür, wie schlecht es um Mr. Aislabies Ansehen am königlichen Hof bereits bestellt war, dass er sich bei besagtem jungen Gentleman ausgerechnet um mich handelte." (S. 21)

    Hawkins reist natürlich nicht alleine. Sam, ein 14-jähriger Junge begleitet ihn. So unschuldig dieser aussieht ist er aber bei weitem nicht. Er ist der Sohn des berüchtigsten Gangsterbosses in London, Neffe eines Auftragsmörders und hat es faustdick hinter den Ohren. Tja, Gleich und Gleich gesellt sich eben gerne.
    Hawkins kann es natürlich nicht lassen trotzdem Detektiv zu spielen und gerät alsbald wieder einmal in die Bredouille. Doch diesmal bringt er dabei nicht nur sich in größte Gefahr...(persönliche Inhaltsangabe)

    ♘♘♘

    Dies ist der 3. Teil der Tom Hawkins-Reihe und schließt fast direkt an den 2. Teil an. Trotzdem kann er durchaus unabhängig und ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Da jedoch oft auf vergangene Ereignisse eingegangen wird und diese auch Einfluß auf die Charakterentwicklung haben, wäre es natürlich von Vorteil diese Serie der Reihe nach zu lesen. So kommt man in den vollständigen Genuß dieser atmosphärischen Thriller-Reihe und auch in den vorliegenden 3. Teil.

    Der Schreibstil ist, wie gewohnt, flüssig und einfach gehalten und daher fliegt man direkt durch das Buch...zumindest ab des ersten Drittels, denn bis dahin kommt es diesmal zu einigen Längen, die etwas an meinen Nerven zerrten. Die Autorin schweift hier ständig in ausführliche (verdammt, und wie ausführlich diese waren) Umgebungsbeschreibungen und Nebensächlichkeiten ab.

    Er sprach weiter in der ihm eigenen ernsten Manier über Zweck und Kraft, gerippte Tonnengewölbe und Lanzettenbögen, dieweil ich ernsthaft erwog, Messenger zu überreden mich doch noch zu erschießen." (S. 169)

    Jap, ich konnte an dieser Stelle Hawkins verstehen, denn ich empfand ähnlich.
    In den vorherigen beiden Teilen war diese Detailverliebtheit in genau dem richtigen Maß, um atmosphärische Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Hier hat die Autorin damit jedoch stark übertrieben und es wurde zunehmend ermüdend der Handlung zu folgen, da die Story dadurch sehr schleppend bis gar nicht in die Gänge kommt.
    Ich war wirklich knapp davor das Buch zuzuklappen. Nur gut, dass ich es nicht getan habe, denn ab dem 1. Drittel nahm der Spannungs- und Tempo-Level stark zu und ich klebte regelrecht mit der Nase im Buch.
    Hier waren wieder diese atmosphärischen Bilder, der packende Erzählstil und der Plot, welcher Wendungen und ein tolles Finale enthält.

    "Drei junge Hirsche lagen zu einem Dreieck angeordnet in der Kutschenauffahrt.
    Jemand hatte ihnen die Köpfe abgeschlagen und die Bäuche aufgeschlitzt.
    Dohlen stolzierten um die Kadaver herum, krächzten laut und zerrten an dem Fleisch. Sie hatten den Hirschen bereits die Augen ausgehackt." (S. 141)

    Ich liebe historische Krimis/Thriller, die sich auf reale historische Ereignisse stützen und/oder Charaktere beinhalten, welche wirklich einst existierten. Das ist auch bei dieser historischen Thriller-Reihe und somit auch in diesem Buch der Fall.
    Am Ende der Story findet man interessante und informative Historische Anmerkungen der Autorin bezüglich des vorliegenden Thrillers und lohnt sich durchaus beachtet zu werden.

    Fazit:
    Obwohl dieser historische Thriller knapp davor war in der Ecke zu landen, hat er nochmal die Kurve gekriegt und zwar sowas von. So gelangweilt ich war und gegen Ende des ersten Drittels war ich sogar regelrecht genervt, so sehr konnte mich der Rest packen und begeistern. Ich konnte und wollte nicht mehr aufhören zu lesen und somit hat die Autorin ein weiteres Mal alles richtig gemacht, um mich ins frühe 18. Jahrhundert zu ziehen und mich für paar Stunden toll zu unterhalten.

    © Pink Anemone (mit Bilder, Leseprobe und Autoren-Info)

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    iamnomorningpersonvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ein historischer Thriller/Krimi, der nicht an seine Vorgänger heranreicht und mit hölzernen Figuren aufwartet.
    Nur für Fans der Reihe (wie mich), die nichts versäumen möchten.

    Nachdem mich die ersten beiden Teile der Reihe um Tom Hawkins sehr begeistert haben, wurde ich hier bitter enttäuscht. Mit einem Klick auf das jeweilige Bild kommt ihr zu meiner Rezension zu den lesenswerten Vorgängern!


    "London ist ein überaus niederträchtiger Ort. Und ich vermisse es ganz furchtbar."
    Vielleicht war es auch das. Vielleicht war es der Umstand, dass wir nicht in Londons Gassen und Gossen wanderten, der mich dieses Mal so unberührt ließ. Wer weiß. Aber fangen wir von vorne an:
    Die Übersetzung war leider nicht gut gelungen, da versucht wurde, einen altertümlichen Touch reinzubringen, was jedoch in zu vielen und nervigen Wortwiederholungen mündete.
    Die Beziehungen zwischen den Charakteren ließen zu wünschen übrig. Es lief alles oberflächlich ab und man konnte kaum Nähe zu den agierenden Personen aufbauen. Besonders fiel mir das zwischen Tom und seiner Angebeteten auf, die in den ungünstigsten Momenten der Fleischeslust frönten und mich immer wieder den Kopf schütteln ließen.
    Einige der anderen Protagonisten agierten wie fleischgewordene (oder ja eben nicht) Klischees, was mit den Seiten langweilig und spröde wurde. Gut gelungen ist hingegen Metcalfe Robinson, der mich an Samuel Fleet erinnerte und mein Herz ein bisschen höher schlagen ließ. Samuel Fleet und die Geschehnisse der Vergangenheit wurden eingeflochten, was an sich ganz schön war, aber irgendwann zu viel des Guten wurde.
    Wie mein Lieblingscharakter Sam - der Neffe meines geliebten Samuel Fleet - hier behandelt wurde, hat mich oft zu Tränen gerührt. Er ist ein ganz besonderer Charakter, den ich fest in mein Herz geschlossen habe und der dort ungehindert herumschleichen darf. Er hat viel erlebt und viel getan, aber er ist trotz allem ein Kind und Tom und Kitty verhielten sich ihm gegenüber die meiste Zeit einfach nur schändlich. Während Tom zwischen Zuneigung und verantwortungsloser Gleichmut schwankt, lehnt Kitty den Jungen schlichtweg ab. Gegen Ende wurde das relativiert, was eine Fortsetzung erahnen lässt, aber es hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Besonders Kitty war mir noch nie recht sympathisch und in der Sache hat sie den Vogel abgeschossen.
    Positiv zu erwähnen ist der humorvolle Stil von Antonia Hodgson, den sie auch hier beibehält und der einen öfter zum Schmunzeln oder gar zum Lachen bringt. (Allerdings zeigt es auch, dass Tom sich in seiner Persönlichkeit kaum weiterentwickelt.) Die Autorin hat wie gewohnt gut recherchiert und erzählt am Ende des Buches ein wenig über die Orte des Geschehens, die historischen Hintergründe, die Personen und deren reale Gegenparts.
    Die Spannung innerhalb der Story konnte allerdings nicht gehalten werden, weil mich die meisten Charaktere zu wenig interessierten, um mit ihnen zu fühlen und mich für ihr Schicksal zu interessieren. Ich hoffe sehr auf eine bessere Fortsetzung, sofern es eine geben wird, denn ich weiß, dass die Autorin mehr draufhat, als sie hier zeigt.

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    Kleine8310s avatar
    Kleine8310vor einem Jahr
    Das Sündenhaus

    Lesegrund: 

    Bei diesem Buch hat der spannende Klappentext meine Neugier geweckt und somit habe ich voller Vorfreude mit dem Lesen begonnen.

     

    Handlung: 

    Die Geschichte beginnt im Frühjahr des Jahres 1728. Aufgrund einer "Bitte" von Queen Caroline reist der Protagonist Tom Hawkins zum Herrenhaus von John Aislabie in Yorkshire. Doch die Idylle, die ihn empfangen hat, entpuppt sich schnell als Hexenkessel, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Queen von Aislabie erpresst wird. Schneller als er es überhaupt für sich ordnen kann, gerät Tom zwischen alle Fronten und in die Mitte eines mörderischen Plans, der nur ein Ziel hat: Rache.

     

    Schreibstil:   

    Der Schreibstil von Antonia Hodgson hat mir gut gefallen. Die Autorin schreibt bildhaft und dennoch lässt sich die Geschichte problemlos und flüssig lesen, was ich toll fand.

     

    Charaktere: 

    Die Ausarbeitung der Charaktere hat mich ebenfalls überzeugen können. Die Autorin hat hier Charaktere geschaffen, die sehr gut in die historische Epoche passen, in der die Geschichte spielt, was ich wichtig fand. Zudem gab es Sympathieträger und auch glaubhafte Antagonisten, was für eine ausgewogene Mischung gesorgt hat.

     

    Spannung: 

    Den Spannungsbogen hätte Antonia Hodgson, meinem Geschmack nach, ruhig direkt zu Beginn ein bisschen höher ansetzen können. Eine Weile brauchte die Handlung um in Gang zu kommen, aber als dann die Spannung angestiegen ist, wurde es wirklich eine fesselnde Geschichte.

     

    Emotionen:   

    Die Emotionen wurden von der Autorin in Ansätzen ganz gut rübergebracht, aber ich muss ehrlich gestehen, dass mir manches ein bisschen zu sehr an der Oberfläche geblieben ist. Hier hätte es mehr Potenzial gegeben, was allerdings so nur bedingt genutzt wurde. 

     

    "Das Sündenhaus" ist ein guter Thriller, in einem interessanten historischen Setting, der mir tolle Lesestunden beschert hat und den ich daher gerne weiterempfehle!

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    Nirenas avatar
    Nirenavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Thriller sei einmal dahin gestellt, aber auf jeden Fall sehr gute britische Unterhaltung im 18. Jahrhundert.
    Tom Hawkins ermittelt - britischer Galgenhumor

    Mir waren bislang sowohl die Autorin, als auch das Buch unbekannt. Aber der Klappentext sprach mich an, klang er doch noch der Mischung meiner beiden Lieblingsgenres.

    Historisch ist das Buch auch in jedem Fall, spielt die Handlung doch im 18. Jahrhundert in England und ist sowohl in Sprache als auch in historischem Kontext der Zeit angepaßt. Antonia Hodgson hat hier eine wunderbare Mischung aus historischen Personen und Fiktion geschaffen, die durchaus interessant ist. Im Anhang lässt sich auch für weniger geschichtsbewanderte Leser nachlesen, was nun wahr und was erdacht war.

    Nun gut, "historischer Thriller" mag eine etwas irreführende Bezeichnung sein, aber da sich vielfach beim Thriller auf die persönliche Bedrohung der ermittelnden Person berufen wird, kann man nicht sagen, dass sie falsch wäre. Ich erwarte bei einem Thriller einiges mehr an Spannung, sonst müsste man auch Miss Marples und Hercule Poirots Abenteuer als "historische Thriller" bezeichnen.

    Davon abgesehen, gelangt man bereits auf den ersten Seiten mitten hinein ins Geschehen. Unser Hauptprotagonist Tom Hawkins verfügt über ein gutes Maß an Galgenhumor - umso mehr, als er selbst bereits Bekanntschaft mit einem Galgen gemacht hat. Noch bevor wir dem Rätsel auch nur annähernd auf die Spur kommen, wird man bereits sehr neugierig auf die vorhergehenden Bücher. Denn auch, dass es sich bei "Das Sündenhaus" um den dritten Teil einer Reihe handelt, wusste ich vorab nicht. Allerdings lässt sich das Buch problemlos ohne Vorkenntnis lesen, hinterher allerdings wird man auch die anderen Bücher lesen wollen.

    Denn der Lesefluss ist sehr gut, die Protagonisten sehr bildhaft gezeichnet, kaum eine menschliche Schwäche, die nicht irgendwo vertreten ist. Insgesamt hat man eine sehr interessante Mischung unterschiedlicher Typen, die sich dort auf dem Landsitz des ehemaligen Schatzkanzlers versammelt.
    Die Handlung selbst ist sehr interessant und mitreißend, man rätselt mit Tom, wartet aber gleichzeitig auf immer neue Katastrophen. So oder so - von Langeweile kann keine Rede sein. Trotz des mit Tom einhergehenden humorvollen Blickwinkels, ist die Handlung bzw. sind die Hinter- und Beweggründe durchaus ernsthaft und keineswegs leicht abzutun.

    "Das Sündenhaus" von Antonia Hodgson ist ein sehr unterhaltsamer Ausflug ins englische Landleben des 18. Jahrhunderts, dessen besonderer Reiz im Gegensatz von Toms Wesen und den ernsthaften Vorkommnissen liegt.
    Auch die ersten beiden Bücher der Reihe "Das Teufelsloch" und "Der Galgenvogel" werde ich mit Sicherheit noch lesen.

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    michael_lehmann-papevor einem Jahr
    Dritter „Fall“ für John Hawkins

    Dritter „Fall“ für John Hawkins

    Die Figur des „Tom Hawkins“ ist ein Mann, bei dem (sicherlich) viele Frauenherzen höherschlagen. Klug. Mutig. Natürlich attraktiv. Eine Art „James Bond“ des 18. Jahrhunderts, wenn auch abenteuerlustig nicht immer ganz auf der Seite von „Recht und Ordnung“ (manchmal auch ganz im Gegenteil. Nicht umsonst ist er im letzten Band dem drohenden Galgen gerade noch entronnen).

    Zudem, in diesem Band, unterwegs „im Auftrag ihrer Majestät“ (nun wirklich nicht ganz freiwillig), im Buch Queen Caroline.

    Mit einem kleinen, aber feinen Unterschied zu anderen „attraktiven Helden“, dass jener Tom Hawkins „nicht mehr zu haben ist“. Was ihn im Übrigen äußerst angreifbar machen wird.

    Seine Ehefrau und ein jugendlicher Freund, eine Art Zögling, Lehrling, Sam, begleiten den perfekten Gentleman und „harten“ Aufklärer dunkler Machenschaften bei seinem neuesten Fall. Wobei die Figur des „Sam“ für lockere Sprüche, respektlose Haltungen und Härte zugleich im Verlauf der Ereignisse sorgt.

    Auf einem Landgut der „besseren Gesellschaft“, deren Oberhaupt in Gefahr schwebt.

    Mit historisch realen Hintergründen versehen, die Hodgson im Nachwort ausführlich erläutert und mit denen sie den Rahmen der Handlung setzt (die weitgehend frei erfunden ist).

    John Aislabie, Herr auf Fountains Abbey, rücksichtsloser Finanzspekulant, dem Geld über alles geht, ist Opfer einer Morddrohung. Was egal sein könnte, hätte nicht die (wenig sympathische) Queen von dessen Machenschaften profitiert. Und niemand von Rang und Namen würde es gerne sehen, wenn die Hintergründe zu öffentlich werden würden.

    Was aber John vor Ort antrifft, erschwert seinen Auftrag überaus. Denn ein heilloses Intrigieren, Hass gegeneinander, nun gegen die „Gäste“ und deren Auftrag der Aufklärung gerichtet, verdeckte und offene Gegnerschaft in der Familie und dem näheren Umfeld, machen so gut wie jeden verdächtig. Je näher John dem eigentlichen Kern des harten und zur Gewalt bereiten „Durcheinanders“ sich nähert, desto mehr wird klar, dass auch er selbst in Gefahr gerät. Und was wäre das beste Druckmittel gegen einen liebenden Ehemann, der Geheimnissen zu nahe rückt?

    Natürlich dessen Frau, die im (durchaus spannenden und temporeichen Finale des Thrillers) in höchste Bedrängung gerät und für den mehr und mehr Leser kaum absehbar wird, wie John den Hals seiner Frau und den eigenen retten könnte.

    Bis dahin allerdings weist der Roman auch Längen auf. Lange Beschreibungen von Personen, Lebensweisen, inneren Haltungen und Landschaft, die straffer hätten geschildert werden können. Dennoch bietet der Thriller insgesamt einen interessanten Kriminalfall, der die ein oder andere Überraschung am Ende für den Leser bereithält.

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    Belladonnavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein schauderhaft guter Thriller der die Atmosphäre des 18. Jahrhunderts herauf beschwört.
    Meine Rezension zu "Das Sündenhaus"

    Beschreibung

    Tom Hawkins ist nur knapp dem Galgen entgangen und nun reist er auf Bitte von Queen Caroline, Königin Englands, zum Herrenhaus des ehemaligen Schatzkanzlers John Aislabie in Yorkshire. Denn dieser erpresst die Königin mit einem Buch in dem die mitverantwortlichen des Finanzskandals um die »Südseeblase« auftauchen.

    John Aislabie hat währendessen ganz andere Probleme, denn er erhält blutige Botschaften in dem seiner Familie gedroht wird. Tom Hawkins möchte so schnell es geht den Auftrag der Königin erfüllen, doch er gerät zwischen die Fronten und steckt schon bald in einem rätselhaften Fall.

    Meine Meinung

    Der historische Thriller „Das Sündenhaus“ von Antonia Hodgson hat mich auf den ersten Blick durch das mystieröse und unheilverkündende Cover in seinen Bann gezogen. Die dunklen Farben, das Herrenhaus im Hindergrund und der Umriss des Gentlemans lassen das Versprechen einer dramatischen und gruseligen Geschichte entstehen.

    Die beiden vorherigen Romane über Tom Hawkins „Das Teufelsloch“ und „Der Galgenvogel“ habe ich nicht gelesen. Die Angst bezüglich möglicher Verständnissprobleme kann ich gleich vorweg ausräumen, denn für den Fall in Antonia Hodgsens neuesten Roman benötigt man keinerlei Vorkenntnisse. Lediglich wenn man die Vergangenheit und die genaueren Umstände um Tom Hawkins in Erfahrung bringen möchte, ist es wohl ratsam auch noch diese Geschichten zu lesen.

    Wirklich gelungen ist das Setting des 18. Jahrhunderts, das Herrenhaus auf dem Landsitz und die dazugehörigen Protagonisten. Das dynamische Trio aus Tom Hawkins, seiner Frau Kitty und dem jungen Sam hat mich einfach in seinen Bann gezogen. Dabei habe ich besonders den jungen Sam durch seine außergewöhnliche Persönlichkeit schnell in mein Herz geschlossen. Auch die weiteren Protagonisten der Geschicht wurden mit einer feinen Feder gezeichnet, so dass man sie sich bildlich vorstellen kann. Im Gegensatz zu den bestechenden Charakteren hat es dem Handlungsverlauf etwas an Tempo und Explosionskraft gefehlt.

    Antonia Hodgson hat mit ihrem historischen Thriller „Das Sündenhaus“ mein Interesse durch ihre tolle Erzählweise und geschickte geknüpfte Intrigen aus dem 18. Jahrhunderts geweckt, so dass ich mir die beiden Vorgängerbände sicherlich auch noch vornehmen werde.

    Ein Nachwort mit Informationen zu den geschichtlichen Hintergründen wie z. B. die Finanzkrise (Südseeblase) und historische Persönlichkeiten runden die Geschichte zusätzlich ab.

    Fazit

    Ein schauderhaft guter Thriller der die Atmosphäre des 18. Jahrhunderts herauf beschwört.

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    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 16.09.2017

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    Emmalilyvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein historischer Roman mit einem gut ausgestalteten Helden, spannend, stimmungsvoll und vor allem; irrsinnig gut recherchiert.
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    Liz847s avatar
    Liz847vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Kommt nicht an die ersten Bände heran...
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    Lancelottavor 3 Monaten
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    Schnaggvor 4 Monaten

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