Antonia Marker

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Cover des Buches Lesezeit. Unterwegs (ISBN: 9783832164850)

Lesezeit. Unterwegs

 (2)
Erschienen am 17.05.2019
Cover des Buches Lesezeit. Liebe (ISBN: 9783832165246)

Lesezeit. Liebe

 (1)
Erschienen am 10.03.2020

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Rezension zu "Lesezeit. Liebe" von Antonia Marker

Antonia Marker (Hg.): Lesezeit Liebe – Lektüre für jedes Zeitfenster
RenaMvor 3 Monaten

Das Thema Liebe ist unerschöpflich. Wer hat nicht alles darüber geschrieben: Haruki Murakami, Delphine de Vigan, Mariana Leky, Kurt Schwitters und viele andere. Von all diesen wunderbaren Autoren versammelt der Band aus dem DuMont-Verlag Auszüge aus in seinem Haus erschienenen Büchern, die sich mit diesem aufregendsten aller Gefühle beschäftigen.

Dabei, und das finde ich ganz hilfreich und spannend, wird für jeden Text die geschätzte Lesezeit benannt, basierend auf der Annahme, dass ein geübter Leser etwa zweihundertfünfzig Wörter in der Minute lesen kann. Diese im Inhaltsverzeichnis bei den jeweiligen Titeln gegebene Information erweist sich als ausgesprochen nützlich, möchte man beispielsweise zwischen zwei Haltestellen oder beim Warten auf den Anschlusszug einen Text lesen und ihn auch beenden können, ohne unterbrochen zu werden.

Einer der Auszüge, die mir besonders gut gefallen haben, stammt von Delphine de Vigan, aus ihrem Buch „Loyalitäten“: Es geht darin um Théo, den Sohn getrennt lebender Eltern, und die Liebe seiner Mutter. Die drückt sich vor allem dadurch aus, dass sie, solange Théo noch kleiner ist, detaillierte Beschreibungen aller Vorkommnisse verlangt, sobald der Junge vom Vater-Wochenende zurückkehrt. Dabei nutzt die Mutter jede Gelegenheit, zu demonstrieren, wie viel besser es dem Sohn bei ihr geht als beim Vater, beim Feind, den sie nicht nennt (S. 126). Anfangs stellte ihm seine Mutter noch Fragen, wenn er von seinem Vater zurückkam. Sie tat völlig unschuldig, als wäre er nicht imstande, ihre Winkelzüge zu erkennen … (S. 129). Doch nach und nach stellt sie immer weniger Fragen und schließlich hört der Vater auf, für sie zu existieren.

Ein anderes Beispiel für die Vielfalt der Texte: „Im Kern eine Liebesgeschichte“ von Elizabeth McKenzie schildert die Beziehung zwischen Veblen und Paul. Die beiden lernen zu erkennen, dass Liebe nicht heißt, zu sein wie der andere, ein Zwilling des anderen zu werden. Veblen lernt, dass sie nicht erwarten darf, dass Paul die gleichen Gerichte liebt wie sie, dass ein Streit darüber, ob er Putenbällchen gerne isst oder nicht, kaum vergleichbar ist mit einem heftigen Sturm, der die Halbinsel San Franziskos erschüttert. Und sie lernt, dass die Partnerwahl über den Rest des Lebens entscheidet. Und doch wurde ihr immer deutlicher bewusst, dass die Wahl des Lebenspartners den Rest des eigenen Lebens auf eine Art und Weise formte, die sich nicht ansatzweise erahnen ließ.  (S. 43).

Dieses Buch kann ich allen empfehlen, die verliebt sind oder auf der Suche nach Liebe. Oder all denen, die einfach nur während eines Zeitfensters gut unterhalten werden möchten. Dass ganz nebenbei diese Sammlung von Auszügen auch eine ganz nette Werbung für den Verlag ist, stört dabei nur am Rande.

Antonia Marker (Hg.): Lesezeit Liebe – Lektüre für jedes Zeitfenster
DuMont, März 2020
 Taschenbuch, 233 Seiten, 10,00 €

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Rezension zu "Lesezeit. Unterwegs" von Antonia Marker

Lesen auf Zeit
Duffyvor einem Jahr

Bei der Vielzahl von Anthologien, die auf den Markt ggeworfen werden, ist es schon ungewöhnlich, wenn eine neue Idee entwickelt wird. Diogenes hat zum Beispiel die inhaltlichen Anthologien etabliert, die dem Verlag nicht nur in dieser Sparte die Vorreiterrolle beschert haben, sondern auch eine ganze Menge Buchverkäufe, weil der Leser hier wirklich einige gute, neue Autoren kennenlernen konnte.

Der Dumont Verlag hat nun auch eine neue Idee gehabt: Lesen nach Zeit. Das heißt, so ganz neu ist die Idee auch nicht, denn die Edition Büchergilde hat vor zehn Jahren unter dem Titel „5/10/15 Minuten Wartezeit“ ein ähnliches Konzept entwickelt, das Dumont nun weiter ausgebaut und als Taschenbuch herausgebracht hat. So schmal das Konzept auch ist, der Effekt ist ziemlich wirkungsvoll. Man hat einfach neben der Titelangabe der einzelnen Geschichten eine Uhr gesetzt, auf der die voraussichtliche Lesedauer eingezeichnet ist. Der Leser hat also schon im Vorfeld die Möglichkeit zu überlegen, ob er auf der zehnminütigen Busfahrt nun unbedingt eine lange Geschichte anfangen will. Clever.

Bei der Auswahl der Geschichten handelt es sich hauptsächlich um Beiträge, die mit der Zeit zu tun haben, was den Kreis dann schließt. John von Düffel, Helmut Krausser, Richard Russo, Wiglaf Droste und andere sorgen für einen gelungenen Stilmix und die Qualität. Die Aufmachung des Buches ist ansprechend und lässt diesen Band dann doch im Angebot der Anthologien hervorstechen. Das war dann auch der Sinn und Zweck dieses Unternehmens. Da kann man nur sagen: Gelungen.

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