Antonia Meiners Die Suffragetten

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Inhaltsangabe zu „Die Suffragetten“ von Antonia Meiners

Sie, die bürgerlichen Frauen, hatten es Anfang des vorigen Jahrhunderts satt: Lange genug hatten sie geredet, friedlich gefordert und klug argumentiert, nichts hatte sich geändert. Nun wollten sie Taten sehen, und so forderten sie das uneingeschränkte Wahlrecht, damit ihre Interessen bei parlamentarischen Entscheidungen endlich berücksichtigt würden. Die Suffragetten, wie man sie despektierlich nannte, gingen auf die Straße, sie warfen Scheiben ein, sie traten in den Hungerstreik und sie kämpften für ein Recht, das uns heute viel zu selbstverständlich geworden ist. Die Frauen, die in Deutschland, Österreich, England und den USA für Frauenrechte kämpften, waren ungewöhnlich couragiert, und das, was sie uns überliefert haben, ist nicht nur ein Frauenrecht, sondern ein Menschenrecht. Ein Buch, das von ungewöhnlich couragierten Frauen erzählt, die vor 100 Jahren für das Frauen-Wahlrecht und damit für mehr Selbstbestimmung gekämpft haben. Verspottet, gedemütigt, geschlagen, verhaftet, zwangsernährt und wie Menschen zweiter Klasse behandelt - und doch, ungebrochen, mutig und mit einem Ziel vor Augen. »Es ist unsere Pflicht, die Welt zu einem besseren Platz für Frauen zu machen.« Christabel Pankhurst

Ein wunderbares Buch über streitbare Frauen, denen Wahlrecht und Gleichberechtigung oftmals wichtiger als das eigene Leben war.

— Bellis-Perennis
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    Die Suffragetten
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    Die Suffragetten/Antonia Meiners „Sie wollten wählen – und wurden ausgelacht“ so der Untertitel dieses Sammelbandes von Biographien streitbarer Frauen. Nein, nicht alle wurden ausgelacht. Einige starben für ihre Forderungen. Die Herausgeberin Antonia Meiners spannt einen weiten Bogen von Olympe de Gouges (1748-1793) bis zu den Kämpferinnen der 20. Jh. wie den Mutter und Töchter Pankhurst. Die Autorin gliedert die Frauen, die für die Gleichberechtigung und das Frauenwahlrecht kämpften in verschiedenen Gruppen: • Die Frauen der ersten Stunde • Die Sozialistinnen • Die Radikalen Manchmal sind die Grenzen fließend. Stellvertretend für jede Gruppe möchte ich jeweils zwei Frauen besonders hervorheben: Die Frauen der ersten Stunde Olympe de Gouges (1748-1793) nimmt das Motto der Französischen Revolution „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ ernst und fordert dies auch für Frauen. Damit legt sie sich mit dem Revolutionstribunal an und landet auf dem Schafott. Im Leben hat man ihr die Gleichheit verweigert, im Tod erhält sie sie. Die Guillotine macht zwischen Mann und Frau, arm und reich keinen Unterschied. Marianne Hainisch (1839-1936) ist Ehefrau eines wohlhabenden Spinnereibesitzers nahe Wien. Nach dem wegen des Amerikanischen Bürgerkriegs die Baumwolllieferungen nach Europa ausbleiben, müssen viele weiterverarbeitende Betriebe schließen. Die meisten Männer verlieren ihre Arbeit. Während sich Arbeiterinnen sich und ihre Familien zwar recht und schlecht über die Runden bringen, gilt dies für bürgerliche Frauen und Mädchen nicht. Die haben keinerlei Möglichkeit auch nur irgendeinem Erwerb nachzugehen, da es ihnen an Ausbildung mangelt. Hainisch, selbst eine Bürgerliche, tritt dem „Wiener Frauen-Erwerbverein“ bei und fordert Schulen und Bildungsanstalten für Mädchen. Vom ersten Aufschrei 1870 an sollte es bis 1892 dauern, bis das erste Mädchengymnasium eröffnet werden sollte. Die Sozialistinnen Hier wären vor allem Clara Zetkin und Rosa Luxemburg zu nennen. Diese beiden sind Vollblutpolitikerinnen. Clara Zektin (1857-1933) sieht „die Frauen genauso von Männern unterdrückt wie die Arbeiter von Kapitalisten unterjocht“. Sie ist Lehrerin. Nach einem Aufenthalt mit Ossip Zetkin in Paris kehrt sie wieder nach Deutschland zurück. Sie schreibt politische Artikel und kämpft für das Frauenwahlrecht. Auf ihre Initiative wird am 19.03. 1911 der erste „internationale Frauentag“ abgehalten. Mehr als eine Million Frauen gehen in ganz Europa auf die Straße um ihre Rechte einzufordern. Rosa Luxemburg (1871-1919) aus einem wohlhabenden Elternhaus stammend besucht sie das Mädchengymnasium in Warschau. Dort kommt sie bald mit der sozialistischen Weltanschauung in Kontakt. Sie muss sich gegen ihre Umwelt durchsetzen, ist sie doch als Jüdin und als Gehbehinderte doppelt benachteiligt. Sie gleicht dies durch scharfe Intelligenz aus. Mehrmals wird sie für ihren Einsatz für das Frauenwahlrecht und den Klassenkampf verhaftet. Als sich die SPD beim Ausbruch des 1. Weltkrieges für Kriegsanleihen ausspricht, bricht sie mit der Partei und gründet mit Karl Liebknecht eine eigene, die „Spartakusgruppe“. Wieder wird sie verhaftet und erst 1918 nach der Novemberrevolution freigelassen. Am 1. Jänner 1919 gründet sie mit Liebknecht und anderen Spartakisten die KPD. Dann wird Rosa Luxemburg neuerlich festgenommen und ebenso wie Liebknecht ermordet. Bei der Beisetzung spricht Clara Zetkin Abschiedsworte. Die Radikalen Die wohl bekannteste Suffragette ist wohl Emmeline Pankhurst (1858-1928). Sie ist wirklich radikal. Ihr Credo „ Wenn es für Männer richtig ist, für ihre Freiheit zu kämpfen, ist es auch für Frauen richtig, für ihre Freiheit und die ihrer Kinder zu kämpfen. Dies ist das Glaubensbekenntnis der militanten Frauen Englands“, bringt tausende Frauen auf die Straße. Sie werden verspottet (im besten Fall), verprügelt und verhaftet. Emmeline wird ihren Kampf ihren Töchtern Christabel (1880-1958) und Sylvia (1882-1960) weitervererben. Die radikalen Kämpferinnen scheuten sich nicht, ihr Leben für die Frauenrechte aufs Spiel zu setzen. Viele treten in den Hungerstreik. Einige sterben an Unterernährung oder an den Folgen der barbarischen Zwangsernährung. Fazit: Ein absolut lesenswertes Buch. Optisch gut gestaltet, mit vielen Fotos und Dokumenten und Lesebändchen. Die jeweils am Seitenrand eingefügten Zitate geben dem Buch einen extravaganten Touch. Der einzige Kritikpunkt: die viel zu kleine Schrift. Bitte, bitte bei einer TB-Ausgabe eine größere Schrift wählen, sonst ist das tolle Buch nicht zu lesen. Wenn man sich heute umsieht, sind ein Teil der Forderungen umgesetzt. Wählen dürfen die Frauen in fast allen Ländern der Welt. Bei anderen Themen gibt es nach wie vor einiges zu tun. Zollen wir den Suffragetten Respekt und Tribut, in dem wir ihr Andenken ehren und ihre Errungenschaften nicht für selbstverständlich halten.

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    wandablue

    wandablue

    10. March 2016 um 19:37