Antonia Michaelis Der Märchenerzähler

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Inhaltsangabe zu „Der Märchenerzähler“ von Antonia Michaelis

Geliebter Mörder? Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit? Was, wenn Annas schlimmste Befürchtungen wahr werden? Ein temporeicher Thriller und ein zu Herzen gehende Liebesgeschichte, die nicht mehr los lassen!

Gekürzte Hörbuchfassung nach dem gleichnamigen Buch, erschienen beim Verlag Friedrich Oetinger.

Originelle Idee, schöner Schreibstil, aber fragwürdige Message, die vermittelt wird. Ich kann verstehen, warum das Buch umstritten ist.

— zazzles

Wahrheit oder Lüge? Märchen oder Realität? Gut oder böse? DIe Autorin lässt diese Attribute gekonnt und interessant miteinander verschwimmen

— Roni88

Wahnsinnig tolle Arbeit, die Autorin und Leserin geleistet haben.

— wonderlandavenue

Die Geschichte selbst war eigentlich dauerhaft richtig spannend, wenn auch manchmal zu''krass''. Die Leserin hat auch gute Arbeit geleistet.

— LittleTuf

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  • Originelle Idee, mit umstrittener Message

    Der Märchenerzähler

    zazzles

    21. August 2017 um 18:13

    Achtung, Spoiler! Leider kann ich die nachfolgende Rezension nicht ohne einen wichtigen Spoiler schreiben, da gerade dieses Ereignis Grund dafür war, das ich überhaupt eine Rezi schreiben wollte und meine Meinung nicht einfach in einer Kurzmeinung kundtun konnte. Wer das Buch noch lesen möchte, sollte deshalb an dieser Stelle nicht weiterlesen. Das Buch wurde mir im Rahmen einer SuB-Abbau Challenge ausgewählt und ich wurde bereits vorgewarnt, dass es sehr umstritten sein soll. Lange wusste ich nicht, weshalb dem so war, erst als es zu diesem einen, bestimmten und vor allem erschreckenden Schlüsselszene kam, konnte ich nachvollziehen, wieso die Geschichte den Unmut einiger Leser auf sich gezogen hat. Mich selbst hatte es auch etwas zwiegespalten zurückgelassen. Würde es nur nach dem Schreibstil oder der sehr originellen Idee gehen, ein scheinbares Märchen mit der Realität zu verknüpfen, hätte ich gut und gerne 4 bis 4.5 Sterne vergeben können. Aber so musste ich meine Bewertung leider nach unten korrigieren. Aber um was geht es überhaupt? Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden Teenager Anna und Abel. Obwohl Abel ein zwielichtiger Typ zu sein scheint, verliebt sich Anna relativ schnell in diesen Jungen, nichtsahnend, dass diese Liebe eine grosse Gefahr für sie bedeutet. Die Geschichte wird von einem wunderschönen, tragischen Märchen begleitet, das Abel seiner kleinen Schwester erzählt. Schon bald merkt Anna allerdings, dass das Märchen nicht bloss reine Fiktion ist, sondern dass die Erzählung mit eine Reihe von realen Ereignissen in Zusammenhang steht, bei dem immer wieder Leute, die verdächtigerweise mit Abel in Kontakt getreten sind, tot aufgefunden oder vermisst werden. Ob Abel etwas damit zu tun hat? Ich muss zugeben, dass ich die Zusammenhänge zwischen dem Märchen und der Realität nicht immer ganz verstanden habe und ich bis zuletzt Mühe hatte, zu unterscheiden, welche Märchenfigur nun welcher realen Person aus Abels Umfeld entspricht. Dennoch fand ich die Idee sehr innovativ und einer der grossen Pluspunkte, die ich der Geschichte zugute halten möchte. Die Story ist zudem durchgängig spannend, nicht zuletzt durch den Umstand, dass man nie genau weiss, ob man Abel vertrauen kann oder ob er doch hinter der ominösen Morden steckt. Ich habe noch nie so oft in einem Buch meine Meinung zwischen: "Doch er war es ganz bestimmt!" und "Nein, er kann es nicht gewesen sein", gewechselt. Erst ganz zum Schluss wird dieses Rätsel aufgeklärt, wie es sich für einen richtigen Thriller gehört. Auch das ist ein weiterer Pluspunkt. Was mir leider überhaupt nicht gefallen hat, ist die Message, die die Autorin mit der Geschichte vermittelt. Im Mittelteil der Geschichte kommt es nämlich überraschenderweise zu einer Vergewaltigung, bei der Abel seine Freundin Anna gegen ihren Willen missbraucht. Und als wäre dieses Ereignis nicht erschreckend genug, verzeiht Anna ihrem Vergewaltiger sehr schnell, ohne dass die Autorin weiter auf die Thematik eingeht. Wenn man bedenkt, an welche Zielgruppe dieses Buch gerichtet ist, finde ich dieses Vorgehen sehr fragwürdig. Ich bin zwar absolut kein Fan davon, wenn ein Autor total offensichtlich mit der Moralkeule schwingt und versucht, den Leser mit einem erhobenen Zeigefinger zu belehren, aber ein wenig mehr Sensibilität hätte ich im Umgang mit dem Thema Vergewaltigung dennoch erwartet. Die Autorin versucht im Anschluss zwar aus Abels Sicht zu erläutern, wieso es soweit gekommen ist, aber das kam für mich wiederum so rüber, als wollte sie einem weiss machen, dass die Vergewaltigung in diesem Fall entschuldbar oder sogar berechtigt gewesen ist. Man könnte zwar argumentieren, dass Anna einfach naiv und/oder blind vor Liebe war, aber für mich war es nicht so, als hätte sie unter dieser traumatischen Erfahrung sonderlich gelitten. Und das fand ich schlichtweg unglaubwürdig. Fazit: Insgesamt war die Idee und der Schreibstil sehr gut, aber die Message fand ich äusserst fragwürdig und erweckte auf mich den Eindruck, dass es der Autorin an Sensibilität für die Thematik gefehlt hat.

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  • Das Märchen der kleinen Klippenkönigin

    Der Märchenerzähler

    DieTina2012

    20. November 2015 um 23:48

    Anna lebt in Greifswald und steht kurz vorm Abitur. Ihr Leben verlief bisher behütet und normal, sie selbst sagt, dass sie in einer Art Luftblase lebt. Eines Tages fällt ihr Abel auf, der in ihrem Deutschkurs ist und von den meisten "polnischer Kurzwarenhändler" genannt wird. Nie hat sie sich darüber Gedanken gemacht, was das heißen soll und was Abel für ein Mensch ist. Ihre Neugier treibt sie raus aus ihrer Blase und näher an die Realität. Welche Geheimnisse hat Abel Tannatek, der morgens im Unterricht schläft oder gar nicht zur Schule erscheint, der keine Freunde unter den Schülern hat, der so unnahbar ist? Eine ganz andere Seite lernt Anna kennen, als sie Abel zuhört, wie er in der Unimensa seiner kleinen Schwester Micha ein Märchen erzählt, so kraftvoll und poetisch, dass sie sich dem Sog nicht entziehen kann. Schon bald steckt sie mitten drin und weiß nicht mehr, was echt und was Märchen ist - vor allem als Menschen sterben, die auch im Märchen auftauchten. Hat Abel etwas mit ihrem Tod zu tun? Der Märchenerzähler ist eins der tollsten Bücher, die ich je gelesen habe. Einen Stern Abzug gibt es für das Hörbuch, weil die Musik mich persönlich gestört hat. Sie wird immer zwischen den Kapiteln eingespielt und ist lauter als das eigentliche Hörbuch, sodass man leiser stellen muss, wenn man mit Kopfhörern hört. Außerdem brauche ich keine Musik zu diesem Buch. Dem Buch habe ich volle 5 Sterne gegeben. Die Sprache ist einfach unvergleichlich, man taucht ein in die Welt des Buches und möchte nicht mehr auftauchen. Man wünscht sich so sehr ein Happy End für die Figuren und jeder Rückschlag schmerzt, als wäre man selbst betroffen. Die Geschichte bringt einem zum Nachdenken über so Vieles, man möchte gern helfen und Wiedergutmachen und muss doch tatenlos daneben stehen, weil man nur der Leser ist. Und egal wie viele schreckliche Dinge geschehen, man muss es einfach mehrmals lesen und sich erneut in die Geschichte saugen lassen.

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  • Märchen oder Wahrheit? Rezension zu "Der Märchenerzähler"

    Der Märchenerzähler

    Daphne1962

    Der Märchenerzähler von Antonia Michaelis gelesen von Ulrike C. Tscharre "Alle wußten jetzt alles, oder alle wußten nichts, niemand wußte irgendwas, niemand wußte alles" Anna lebt ein gutbürgerliches Leben auf am Greifswalder Bodden. Tolerantes Elternhaus und sie steht kurz vor dem Abitur, für das sie fleißig büffelt. Gitta ist ihre beste Freundin und Ratgeberin, denn Anna ist oft verträumt und gutgläubig. Sie hört am Liebsten Leonard Cohen. Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Sind die Märchen Realität oder wirkliche Märchen? Die Mutter von Abel und seiner kleines Schwester ist verschwunden. Was ist passiert? Die Realität und Märchen vermischen mit der Zeit ineinander, da es auf einmal eine aufgefunde Leiche gibt. Ein Mord! Ein Mitschüler spioniert Anna hinterher und taucht immer dann auf, wenn sie gar nicht damit rechnet. Weiß er was hier gespielt wird? Anna bekommt Warnungen, die sie nicht sehen will, sie will mit eigenen Augen sich ein Bild machen und an das gute im Menschen glauben. Ein tolles und zugleich trauriges Hörbuch, so wunderbar gelesen von Ulrike C. Tscharre, das man einfach darin gefangen ist und es gar nicht mehr enden soll. Aber enden wird es, mit einem großen Knall.

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    • 2
  • das Hörbuch lässt mich sehr zwiespaltig zurück

    Der Märchenerzähler

    Letanna

    11. December 2013 um 17:56

    Anna verliebt sich in Abel Tannatek, den Außerseiter in ihrer Schule, der Drogen verkauft und ständig die Schule schwänzt. Schnell merkt sie, dass hinter seinem Verhalten viel mehr steckt. Er kümmert sich rührend um seine 6-jährige Schwester, weil seine Mutter einfach verschwunden ist und hält sich mit wunderbaren Märchen bei Laune, in denen Realität und Fantasy verschwimmen. Als der Vater seiner kleinen Schwester auftaucht und die Kleine mitnehmen will, weigert er sich. Kurze Zeit später ist der Vater des kleinen Mädchens tot. Das ist aber nur der erste Mord, der um Umfeld von Abel und seiner Schwester passiert. Anna fragt sich natürlich wer dahintersteckt und ob Abel vielleicht etwas damit zu tun hat. Das Hörbuch lässt mich ziemlich aufgewühlt zurück. Ich werde in meiner Rezension auf jeden Fall etwas spoilern, da ich einiges los werden muss. Die Handlung fing ganz vielversprechend an, der Außenseiter und das Mädchen aus gutem Hause. Untermalt wird das Hörbuch mit sehr emotionaler Musik nach jedem Abschnitt und auch währen der Handlung. Wenn ich ehrlich bin, hat die Musik mich überwiegend gestört. Außerdem werden die Märchen, die Abel seiner kleinen Schwester erzählt, geschickt in die Handlung mit einbezogen, was ich sehr interessant fand. Abel wird sehr mysteriös dargestellt und bleibt bis zum Schluss sehr undurchsichtig. Dann passiert etwas, was ich ganz schrecklich fand. Achtung Spoiler: Abel vergewaltigt Anna. Von da an hatte ich ehrlich gesagt gar keine Lust mehr, das Hörbuch weiter zu hören. Nach ein paar Kapiteln verzeiht Anna ihm einfach, das Thema wird sozusagen unter den Tisch gekehrt. Auch als am Ende Abels Vergangenheit ans Licht kommt und hiermit sein Verhalten erklärt werden soll, kann ich das einfach nicht gut heißen. Das Ende ist dann noch einmal sehr dramatisch und es gibt auch kein Happy End. Ich war emotional ziemlich fertig und habe sogar fast geweint. Normalerweise höre ich solche Geschichten nicht. Wenn ich vorher gewusst hätte, das es so endet, hätte ich es nie gehört. Die Altersempfehlung kann ich auch nicht wirklich unterstützen. Ich würde aufgrund des Themas mindestens ab 16 Jahre empfehlen.

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  • Der Märchenerzähler / Antonia Michaelis

    Der Märchenerzähler

    Lenny

    16. August 2013 um 18:20

    Dieses Hörbuch hat mir bis zur Hälfte eigentlich ganz gut gefallen, doch dann wurden die Straftaten so abgetan....das fand ich jetzt nicht so klasse, deshalb kann ich hier kaum Sterne vergeben.
    Gelesen wird das Hörbuch von Ulrike C. Tscharre, das hat mir richtig gut gefallen und auch das die Geschichte mit Musik untermalt wird.

  • Der Märchenerzähler

    Der Märchenerzähler

    thursdaynext

    Musikalisch zartfühlend und  einfühlsam begleitetes Hörbuch. Die Musik verstärkt und intensiviert das Hörerlebnis. Großes Lob an die Musiker und für das Arrangement. Der Märchenerzähler verdient die Bezeichnung Erlebnis wirklich. Wunderbar intoniert von Ulrike Tscharres Stimme die mit ihrer akzentuierten Stimme die schlichte schwingend schöne Sprache herausarbeitet und die Poesie des Märchens zum Klingen bringt, sogar wenn sie Songtexte zitiert. Eine großartige Lesung die  Augenblicke zum Verweilen lässt, obwohl die Geschichte , der Thriller, die Geschichte einer Liebe und  die Einblicke in das soziale Milieu rasant, erschreckend und greifbar schmerzhaft sind. Laut Klappentext ein Jugendbuch auch für Erwachsene. Unbedingt meiner Ansicht nach. Fängt diese Geschichte doch dieses Gefühl des Lebens , des unmittelbaren Lebens im Jetzt und hier, wie es nur mit 17 ( cirka Angabe)  , ohne die abgeklärte Lebenserfahrung und den mühsam erworbenen Zynismus erlebbbar ist. Der Märchenerzähler ging mir unter die Haut, Gänsehaut. Vielleicht auch wegen Ähnlichkeiten in der eigenen Biographie und der Erinnerung an meine Geschichte mit einem Underdog wie Abel der mir bewusst gemacht hat wie tief der Spalt zwischen den angeblich nichtexistenten Kasten in unserer Gesellschaft ist. Und wegen seinem Lebensgefühl dieser  "Unbedingtheit", dieser hoffnungs- erwartungsfrohen Aufbruchstimmung,  dem festen Glauben dass nur Liebe zählt. Ein Buchglücksgriff, den ich etlichen LB Rezensentinnen zu verdanken habe , weil mich der Kitschsensor (Liebesgeschichte) sonst doch einen Bogen um diesen Roman hätte machen lassen. Der Kitschdetektor sprang bei keiner Zeile an und Leonard Cohen höre ich ab jetzt aufmerksamer ;)

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    • 5
  • Rezension zu "Der Märchenerzähler" von Antonia Michaelis

    Der Märchenerzähler

    Bellami

     „Ich habe mich gesorgt, wollte helfen, habe nach Entschuldigungen gesucht und vor allem wollte ich es nicht wahrhaben... „ *************  Anna ist jung, schön, reich, klug, hat verständnisvolle liebe Eltern, Abel ist schön, klug aber sehr arm und hat eine Mutter, die vor ihren eigenen Problemen davongelaufen ist, einen Vater, den er nicht kennt, und einen Stiefvater von der übelsten Sorte. Anna ist eine Träumerin, für ihre beste Freundin Gitta ist sie das liebe kleine Kind. Abel, ist ein Überlebenskämpfer, hart gegen sich und Andere. Es gibt viele Gerüchte, aber keiner kennt Abel wirklich. Die naive Anna weiß er wird der polnische Kurzwarenhändler genannt, aber was genau das bedeutet ist ihr am Anfang unklar. Anna verliebt sich in Abel, will ihn kennen lernen und ihm helfen. Aber da ist in erster Linie Mischa, Abels kleine Schwester, um die er sich kümmern und die er beschützen muss. Mischa soll keine Angst haben und so erzählt er ihr ein Märchen, in dem Mischa eine kleine Königin ist. Jeden Tag erzählt er das Märchen weiter und Realität und Märchen vermischen sich, steuern auf das unvermeidliche Böse zu ….. ************ Es ist ein Thriller, ein Märchen, eine Liebesgeschichte, ein Sozialdrama; es ist schockierend, grauenvoll und doch so berührend und herzerwärmend. Dazu ist das Buch voller wunderschöner Zitate, und jedes noch so schreckliche Detail verliert etwas von seiner Härte, ohne die Sache zu verharmlosen. „Er kniet im Blut. Er hat nicht gewusst, dass es so rot ist, so hellrot: große herabgefallene, zerborstene Blutstropfen gleich Mohnblumen. Sie sind schön, schön wie ein Frühlingstag auf einer sonnigen Wiese, draußen beim Wald....“ Die Charaktere sind authentisch und mit sehr viel liebe zum Detail beschrieben, keine einzige Person in dem Buch fand ich überflüssig. Jedoch bin ich persönlich der Meinung, dass dieses Buch nicht für Leser unter 16 Jahre zu empfehlen ist. Er ist, auch wenn der Titel des Buches sich harmlos anhört, schwer verdauliche Kost. Am Ende des Buches hatte ich einen riesengroßen Kloß im Hals. Ich kann das Buch wärmsten empfehlen. Besonders auch als Hörbuch. Es wird einfühlsam gelesen und ist mit schöner Musik untermalt.

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    • 2

    thursdaynext

    19. April 2013 um 21:25
  • Rezension zu "Der Märchenerzähler" von Antonia Michaelis

    Der Märchenerzähler

    PiMi

    15. December 2012 um 13:15

    „Und wenn es wahr ist, dachte sie, wenn das Märchen wahr ist?“ Darum geht´s: Anna ist 17 Jahre und das was man wohl „gut behütet“ nennt. Sie hat weder Ärger in der Schule, noch treibt sie sich in den falschen Kreisen herum. Sie ist eine Träumerin und wird von ihrer Freundin Gitta oft „mein liebes Kind genannt“, weil sie eben sehr unerfahren ist. Bis sie sich eines Tages in Abel Tannatek verliebt. Abel, „der polnische Kurzwarenhändler“, bei dem man Drogen aller Art kaufen kann. Er lebt in ärmlichen Verhältnissen, schwänzt des öfteren die Schule und ist ein Außenseiter. Jeder weiß, ihre Liebe hat von Beginn an keinen Bestand. Doch Anna will an Abel glauben. An den Abel, der seiner kleinen Schwester Mischa so wundervolle Märchen erzählt. Meine Meinung: Lange Zeit habe ich mich geweigert dieses Buch zu lesen. Zu viel habe ich bereits im Vorfeld gehört und gelesen dass mich abgehalten, ja regelrecht verschreckt hat. Doch irgendwann war meine Neugier einfach größer als meine Bedenken. Dieses Buch liebt man oder man hasst es, dachte ich. Aber ich wurde eines Besseren belehrt, denn ich stehe irgendwo zwischen den Stühlen. Ich liebe den Schreibstil von Antonia Michaelis. Ihre kurzen poetischen Sätze, wie sie es schafft Realität mit Märchen zu verflechten. Ich wurde in die Geschichte gezogen, wie es selten Autoren schaffen. Aber ich mochte nicht was passiert und ich mochte nicht wie blind und blauäugig hier gehandelt wird. Die Figuren wirken real und ihr Handeln war für mich, auch wenn ich es nicht immer gutheißen konnte, absolut nachvollziehbar. Da ist zunächst Anne. Das Mädchen ohne Erfahrung was Jungs betrifft. Anna ist sehr naiv und mehr als einmal fand ich ihr Handeln wirklich sehr dumm. Aber es passt zu ihr. Anna ist einfach so. Man möchte sie anschreien: „Mädchen, kapierst du denn gar nichts?“ „Lauf weg!“ Und es ist nicht so als hätte Abel ihr das nicht oft genug gesagt. Ja und dann ist da Abel. Ach Abel, wie gerne würde man ihm glauben. Wie gerne wäre ich an manchen Stellen des Buches so wie Anna gewesen. Wie gerne hätte ich in dem Märchenerzähler nur die guten Seiten gesehen. Aber genau da liegt das Problem, dass was mir und vielen anderen Lesern, das Buch madig macht. Denn Abels Taten sind meiner Meinung nach, absolut nicht entschuldbar. Und genau das tut Anna, sie verzeiht Abel und ich frage mich, muss das sein? Muss man wahre Liebe so ausdrücken. Ist das überhaupt noch Liebe? Alles zu verzeihen? Zumindest ansatzweise kann man auch Abel verstehen und auch hier kann man der Autorin nicht vorwerfen, dass die Figuren nicht realistisch gezeichnet wären, denn Abel handelt eben so, weil er so ist. Und auch ich muss gestehen, dass ich mich genau wie Anna in den sensiblen Märchenerzähler verliebt habe. In Abel, der Worte benutzt wie kein anderer und der so geheimnisvoll und unnahbar ist. In den Abel, der von seiner Mutter Michelle im Stich gelassen wurde und der sich nun um seine kleine Schwester Mischa kümmert. Um Abel, der alles dafür tun würde um Mischa zu schützen. Um Abel, den Seehund, der die kleine Königin und das Rosenmädchen sicher ans Ufer bringen möchte. Doch spätestens nach dem Vorfall im Bootshaus, war dieser Abel für mich nicht mehr nur noch der, den Anna unbedingt in ihm sehen wollte. Ich kann, und will diesem Buch keine 5 Sterne geben, aber ich kann es auch unmöglich schlecht bewerten, denn das ist es nicht. Es ist wundervoll und grauenvoll zugleich. Ob es nun in die Jugendbuchabteilung gehört oder nicht, darüber kann man streiten. Für mich sind Anna und Abel einfach keine guten Vorbilder für junge Leser und auch die Story und die Taten, sind eher etwas für die Erwachsenenabteilung. Das empfohlene Alter von 14 Jahren ist für mein Empfinden zu niedrig angesetzt. Die Sprecherin Ulrika C. Tscharre liest für mein Empfinden etwas langsam, aber ihre Stimme passt zum Roman und sie bringt die fantastische und unheilvolle Atmosphäre sehr gut herüber. Fazit: Nichts für zarte Gemüter. Dieses Märchen ist starker Tobak und wer hier eine wundervolle Liebesgeschichte erwartet, der wird vielleicht enttäuscht. Wenn man Märchen mag, dann wird man Antonia Michaelis Stil lieben. Es ist wundervoll geschrieben und durchaus mal etwas anderes als das, was man sonst zu lesen bekommt, aber sein Inhalt ist leider auch sehr kritisch zu sehen.

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  • Rezension zu "Der Märchenerzähler" von Antonia Michaelis

    Der Märchenerzähler

    The iron butterfly

    08. June 2012 um 00:02

    Wer ist Abel Tannatek oder wieviel kann ein Mensch, der liebt verzeihen und ertragen? Ulrike C. Tscharre liest die gekürzte Lesefassung des Jugendromans "Der Märchenerzähler". Ein intensives und absolut trauriges Hörerlebnis, jedoch auf seine Art und Weise sehr fesselnd. Interessant fand ich vorallem die Aufteilung der Geschichte in die Abschnitte der Handlung an sich und das Märchen, welches Abel seiner kleinen Schwester Micha und ebenfalls Anna erzählt. Verwoben mit der Realität unterstreicht das Märchen um die kleine Königin und ihr diamantenes Herz viele unausgesprochene Gefühle der Protagonisten. Die Dramatik steigert sich in diesen Parallelwelten bis zum schmerzlichen Hallelujah. Kein Happyend für die Realität. Gefehlt haben mir ein klein wenig Annas Hintergründe, von ihr hätte ich gerne mehr erfahren. Als nicht immer ganz stimmig fand ich desweiteren die musikalische Begleitung, schade, dass die angesprochenen Songs von Leonard Cohen nicht verwendet werden durften. Ein aufreibendes Hörbuch für Jugendliche ab 16!

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