Antonia Michaelis Die Allee der verbotenen Fragen

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Inhaltsangabe zu „Die Allee der verbotenen Fragen“ von Antonia Michaelis

Ihr Spiegelbild in einer Schaufensterscheibe öffnet Akelei die Augen: Sie ist nicht mehr das junge Mädchen, dem die ganze Welt offen steht, sondern eine pummelige, mittelalte Frau im pastellgrünen Mantel. Als Finn, ihre Sandkastenliebe, als Spiegelung in der Scheibe hinter ihr auftaucht, kann sie es nicht glauben. Denn auf mysteriöse Weise verschwand er vor 18 Jahren aus Akeleis Leben. Sie erkennt ihre letzte Chance – auf Abenteuer, auf Glück, auf Liebe – und folgt Finn, ohne nachzudenken. Ohne zu wissen, wohin. So geht sie auch einen Weg zurück: in ihre Kindheit, in die Erinnerung und in die Allee der verbotenen Fragen.

Berührende, melancholische, mysteriöse und zugleich humorvolle Geschichte in Antonia Michaelis ganz eigenem Stil inkl. schrägen Charakteren

— kugelblitz85

Ich habe mir etwas schwer dabei getan, in das Buch reinzufinden, aber dann hat es mich positiv überrascht.

— Becci0108

Für mich das bisher schwächste Buch einer von mir sehr bewunderten Autorin, das dieses Mal leider nicht zu fesseln versteht

— Elwe

Vergangenheit und Gegenwart, zwei Menschen, eine verhinderte Chance, viele Erinnerungen, ein Huhn. Ergreifend, humorvoll, wunderschön!

— soahC

Traurig, komisch, wunderbar!

— SentaRichter

Zauber, Musik, versteckte Tragik erwarten einen in diesem großartigen Roman - Und ein Huhn obendrauf!

— fynna

Mit leichter Feder und Huhn versteht es die Autorin zu faszinieren und zu begeistern. Einfach grandios!

— schlumeline

Ein wunderbares Buch über eine Reise in die Vergangenheit und die Suche nach Erinnerungen... wunderschön + mit besonderer Atmosphäre erzählt

— Aleshanee

Für Leser, die das Besondere mögen...

— nicigirl85

Der Roman hat mich ständig überrascht, überwäligt, erstaunt, entsetzt, mitgerissen - kurz: verzaubert!

— katha_dbno

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  • Berührende, melancholische und zugleich humorvolle Geschichte in Antonia Michaelis ganz eigenem Stil

    Die Allee der verbotenen Fragen

    kugelblitz85

    09. January 2017 um 06:20

    Inhalt:Akelei traut ihren Augen kaum, als sie in einer Schaufensterscheibe das genaue Abbild ihres Jugendfreundes Finn sieht, der damals einfach spurlos aus der Kastanienallee, in der sie behütet aufgewachsen ist, verschwand. Doch im Gegensatz zu Finn, der auf mysteriöse Weise nicht gealtert zu sein scheint, ist aus Akelei seither eine etwas pummelige Hausfrau mittleren Alters geworden. Ohne zu überlegen folgt sie Finn und erlebt nicht nur eine abenteuerliche Reise quer durch Deutschland, sondern auch eine Reise zurück in ihre Vergangenheit, in die Allee der verbotenen Fragen, aus der sie soviel verdrängt hat und in der nichts so perfekt war wie ihre äußerliche Fassade vermuten ließ.Cover und Gestaltung:Das Cover zeigt eine Allee im Sonnenlicht und passt optisch im Regal auch sehr gut zum Vorgänger "Das Institut der letzten Wünsche". Die Allee ist natürlich passend zum Titel und Inhalt gewählt, dennoch finde ich das Cover etwas zu hell und freundlich, so dass es für mich nicht so richtig zu der eher melancholischen Grundstimmung im Buch passen will. Der Titel "Die Allee der verbotenen Fragen" ist hingegen perfekt gewählt.Meine Meinung:Das Buch beginnt typisch für Antonia Michaelis wieder mit einer ziemlich mysteriös anmutenden Geschichte. Johann ein junger Engländer will nach der Schule eine Europareise unternehmen. Doch als er auf den Spuren seiner Wurzeln in ein Dorf nahe Greifswald reist, in dem er mit seinen Eltern seine ersten Lebensjahre verbracht hat, entdeckt er dort einen Grabstein mit seinem eigenen Namen Johann Fin Paul und seinem Geburtsdatum. Doch das Kind, dass dort begraben liegt ist nur einen Tag alt geworden. Noch seltsamer wird das Ganze als Johann von dem Pfarrer einen Koffer ausgehändigt bekommt mit allerlei mysteriösem Inhalt, der Johann aber überhaupt nichts sagt. Neugierig geworden, wie das sein kann beginnt er eine rätselhafte Reise durch Deutschland auf der Suche nach seinem Doppelgänger.Auf der anderen Seite haben wir Akelei: eine Frau mittleren Alters, die sich eines Tages im Schaufenster betrachtet und über ihr Leben sinniert. Sie sieht viel älter aus, als sie eigentlich ist, kleidet sich spießig und hat eigentlich immer nur die Dinge gemacht, die andere von ihr erwartet haben. Sie hat einen Mann, der finanziell gut für sie sorgt, aber den sie nicht liebt und eigentlich total langweilig findet, einen geregelten Tagesablauf, aber fristet doch ein mehr als durchschnittliches, tristes und leidenschaftsloses Leben als Hausfrau. Als sie in dem Schaufenster plötzlich ihre Jugendliebe Fin sieht, löst dies etwas in ihr aus, dass sie dazu bewegt von jetzt auf gleich alles hinter sich zu lassen und ihm mit samt Huhn in der Tasche, welches eigentlich gerade noch für einen Braten in Rotweinsauce vorgesehen war, auf eine Reise quer durch Deutschland zu verfolgen.Aus diesen beiden Sichtweisen wird der Roman abwechselnd erzählt. Außerdem spielt er auf verschiedenen Zeitebenen, denn immer wenn die Geschichte aus Akeleis Sicht erzählt wird, schwenkt die Handlung irgendwann zurück in die Vergangenheit, in der sie in der damaligen DDR in der Kastanienallee scheinbar behütet aufgewachsen ist. Doch vieles scheint sie verdrängt oder vergessen zu haben, doch nun auf ihrer Reise mit Fin findet sie immer mehr Puzzleteile, die ihr Bild von der Vergangenheit vervollständigen und mehr und mehr Geheimnisse ans Tageslicht bringen, die zeigen was hinter dieser heilen Fassade für die Außenwelt passiert ist und die nichts mehr so sein lassen wie es war.Es ist anfangs eine so einer mysteriöse und zunächst absurd anmutenden Geschichte, bei der man als Leser so viele Fragen im Kopf hat, wie das eigentlich alles sein kann. Lange Zeit fragt man sich, was Wirklichkeit und was surreal ist und in wie weit Antonia Michaelis hier wieder mit den verschiedenen Realitäten spielt, was sie ja so gut versteht. Unglaublich und faszinierend ist es aber wie sie in diesem Buch schließlich am Ende doch alles wieder beide Erzählperspektiven sowie Gegenwart und Vergangenheit logisch zu einer zusammenhängenden Geschichte führt.Und auch in diesem Buch verwebt sie so viele Sachen miteinander, dass es einfach alles gleichzeitig ist: spannend durch die mysteriöse Ausgangssituation, emotional, bewegend und traurig durch das Schicksal der Personen und ihrer Vergangenheit die mehr und mehr ans Tageslicht kommt, aber auch teilweise sehr amüsant und unterhaltsam durch die ganze Reise durch Deutschland inklusive vor allem dem Huhn und auch anderer skuriller Personen, auf die beide treffen. Dazu kommt dann noch der unvergleichliche Schreibstil der Autorin, der wie immer unglaublich bildgewaltig, poetisch und einfach außergewöhnlich ist. Wer schon einmal ein Buch von Antonia Michaelis gelesen hat, wird genau wissen, was ich meine.Keine andere Autorin schafft es mich mit den Themen in ihren Büchern und ihrem Schreibstil so zu berühren wie Antonia Michaelis es tut.Fazit:"Die Allee der verbotenen Fragen" ist wieder ein grandioser Roman in Antonia Michaelis unvergleichbar eigenen Stil. Sie verwebt eine mysteriöse Ausgangssituation, die den Leser vor viele Fragen stellt, mit ihren einzigartigen, teilweise recht schrägen Charakteren, humorvollen Passagen und einer vor allem berührenden, melancholischen und emotional sehr tiefgehenden Geschichte, für die man sich Zeit lassen sollte, um sich komplett in sie fallen zu lassen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für dieses und auch die anderen Bücher der Autorin.Insgesamt vergebe ich 5 Sterne.Originalität       5 SterneUmsetzung       5 SterneSchreibstil         5 SterneCharaktere        5 SterneTempo               3 SterneTiefe                   5 SterneLesespaß           5 SterneRezension auch auf scriptoflife-buecherblog.blogspot.de

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  • Die Allee der verbotenen Fragen

    Die Allee der verbotenen Fragen

    Kleine8310

    27. June 2016 um 01:45

    "Die Allee der verbotenen Fragen" ist ein Roman der Autorin Antonia Michaelis. Ich hatte mich schon sehr auf das neueste Buch von Frau Michaelis gefreut, da mir ihr letztes Buch "Das Institut der letzten Wünsche" sehr gut gefallen hatte. Umso gespannter war ich auf diese neue Geschichte.    In diesem Buch geht es um die Protagonistin Akelei. Akelei lebt ein sehr eintöniges Leben, in dem sie nicht komplett zufrieden ist. Sie ist Hausfrau und hat einen Ehemann, den sie zwar nicht leidenschaftlich liebt, der sich aber trotz fehlender Leidenschaft, in ihrem Leben platziert hat. Ebendieser Mann hat die Angewohnheit einmal die Woche selbst ein Huhn zu schlachten und daher ist Akelei in der Stadt, um eines abzuholen.    Als sie mit dem Huhn vor einer Schaufensterscheibe steht und die Auslage bewundert fällt ihr eine Spiegelung in der Scheibe auf und sie blickt auf den Jungen, den sie vor achtzehn Jahren sehr geliebt hat - Fin. Komplett davon überzeugt, dass es wirklich Fin ist verfolgt sie den jungen Mann durch die ganze Stadt. Lediglich eine Tatsache irritiert Akelei, sie ist deutlich gealtert, während Fin immer noch so aussieht wie damals ... Der Einstieg in die Geschichte ist mir gut gelungen. Der wunderbare Schreibstil von Antonia Michaelis hat mich auch in diesem Buch wieder komplett überzeugt. Die Autorin schreibt sehr bildhaft und schafft tolle und wirklich besondere Charaktere. In dieser Geschichte konnte sie mich leider nicht zu hundertprozent überzeugen und das lag vorallem daran, dass ich vieles ziemlich unglaubwürdig und teilweise als zu skurill empfunden habe. Das fand ich unglaublich schade, denn der Plot ansich hat durchaus großes Potenzial.    Das Buch beinhaltet quasi zwei verschiedene Geschichten. Zum einen begleitet man als Leser/Leserin die Protagonistin Akelei in der Gegenwart und zum anderen Johann. Als drittes gibt es dann auch noch Rückblicke in Akelei's Kindheit, bei denen man nach und nach erfährt was es mit Fin auf sich hat. Die Zusammenführung der Erzählstränge hat mir gut gefallen und es wirkte auch alles stimmig auf mich. Leider war es aber so, dass sich die teilweise wenig authentischen Passagen, häuften und am Ende dafür sorgten, dass mich die Geschichte nicht komplett überzeugen konnte!   "Die Allee der verbotenen Fragen" ist ein Roman, der mir persönlich zu skurill und teilweise unglaubwürdig war, dem gegenüber aber tolle Charaktere und einen interessanten Plot stehen!  

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  • Ich bin sehr begeistert und kann es nur empfehlen

    Die Allee der verbotenen Fragen

    _Vanessa_

    07. June 2016 um 17:33

    Johann möchte vor seinem Studiumsbeginn eigentlich nur ein wenig durch Deutschland reisen, doch schon an seiner ersten Station stößt er auf etwas, mit dem er nicht gerechnet hätte: sein eigenes Grab! Als ihm dann auch noch ein geheimnisvoller Koffer überreicht wird, ist seine Neugier geweckt und er macht sich auf die Spuren seines Namensvetters. Dabei fühlt er sich immer wieder verfolgt, verfolgt von einer Frau in einem pastellgrünen Mantel mit einem weißen Haushuhn..Meine Meinung:Wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß vielleicht, dass Antonia Michaelis zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört, auch wenn ich noch lange nicht alles von ihr gelesen habe. Egal ob Kinderbuch, Jugendbuch oder Erwachsenenroman, mit keinem einzigen ihrer Werke die ich bisher gelesen habe, hat sie mich enttäuscht. Als ich dann entdeckt habe, dass ein neues Buch von ihr erschienen ist, musste ich es natürlich so schnell wie möglich haben und lesen!Aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt sie hier etwas, was erst einmal wirkt wie zwei Geschichten.Da wäre zum einen der 18-jährige Johann aus England, die Schule gerade abgeschlossen möchte er nun eine Reise durch Deutschland machen, bevor er mit seinem Studium beginnt. Dabei stößt er direkt an seiner ersten Station auf sein eigenes Grab und sein Urlaub nimmt ganz andere Formen an als zunächst erwartet.Zum anderen hätten wir da Akelei, die eines Tages erkennt, dass sie nicht mehr das junge Mädchen ist, dem die ganze Welt offen steht, sondern eine pummelige, mittelalte Dame, die ein langweiliges Leben mit einem langweiligen Mann führt. Als sie ihre verloren geglaubte Sandkastenliebe dann in der Spiegelung einer Scheibe sieht, folgt sie dem jungen Mann sofort ohne nachzudenken.Schnell merkt man als Leser, dass diese beiden Geschichten irgendwie miteinander verbunden sein müssen, ohne jedoch zu erkennen, wie. Antonia Michaelis konnte mich schnell in der Geschichte gefangen nehmen. Diese wird mit der Zeit immer interessanter, gleichzeitig aber auch verwirrender, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte und unbedingt wissen musste, was es nun mit allem auf sich hat und wie es zu Ende gehen wird. Es bildeten sich immer mehr Fragen in meinem Kopf, die nach einer Antwort verlangten, die Autorin konnte mich mit dem Handlungsverlauf von Anfang bis Ende immer wieder überraschen: von Vorhersehbarkeit keine Spur, ich wusste nie, was sie als Nächstes passieren lassen wird, hatte absolut keine Ahnung, auf was es hinauslaufen wird.Gepaart mit ihrem wunderschönen poetischen und fesselnden Schreibstil, in den ich mich immer und immer wieder aufs Neue verliebe, wurde das Buch zu einem wahren Genuss für mich.Jeden wird der Schreibstil aber bestimmt nicht zusagen, für mich gehört er aber mit zu den schönsten, die ich je lesen durfte.Die von ihr erschaffenen Charaktere kann ich ebenfalls nur loben. Egal um wen es sich handelte, sie alle konnten mich sofort in ihren Bann ziehen, haben mich nicht losgelassen, konnten mich berühren, mitreißen und absolut von sich begeistern.Auch anders kommt es an Gefühlen im Buch nicht zu kurz. Die Story ist sehr emotional und kann einen in ein Strudel aus verschiedenen Gefühlen werfen, Freude, Glück, Trauer, Fassungslosigkeit und noch viel mehr, der einen genau wie die Charaktere nicht mehr loslässt.Als es dann zum Ende des Buchs kam - für mich persönlich viel zu schnell, aber auch nur weil ich am liebsten noch viel, viel mehr Seiten gelesen hätte, nicht weil es für die Geschichte zu abrupt kam, es war nämlich genau richtig - hatte ich schon eine leise Ahnung, wie es wohl enden könnte, wollte am liebsten weiterlesen, aber irgendwie auch nicht. Natürlich hat das Gefühl weiterlesen zu wollen gewonnen und die Autorin konnte mich noch ein weiteres Mal vollkommen überraschen. Ich bin wirklich begeistert!Fazit:"Die Allee der verbotenen Fragen" ist ein weiteres grandioses Buch von Antonia Michaelis, welches ich lesen durfte. Sie konnte mich von Anfang bis Ende in den Bann der Geschichte ziehen und immer wieder überraschen. Ich bin sehr begeistert und kann es allen nur wärmstens empfehlen!

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    • 3
  • Ein wunderschönes, berührendes und spannendes Buch über die Suche nach Erinnerungen

    Die Allee der verbotenen Fragen

    Aleshanee

    22. May 2016 um 08:37

    Meine MeinungIch bin wieder Mal erstaunt wie die Autorin es schafft, eine scheinbar so verworrene und auf den ersten Blick unglaublich abstruse Geschichte mit so viel Raffinesse am Ende zu einem großen Gesamtbild zusammenzufügen. Alleine schon die im Klappentext erwähnte Akelei - was für ein Charakter! Zuerst konnte ich mich ja nicht so recht mit ihr "anfreunden", denn sie ist so ein Mensch, mit dem ich mich selber eigentlich überhaupt nicht identifizieren kann. Akelei ist Ende 30, seit 17 Jahren verheiratet und hat keine Kinder. Ihren Mann liebt sie nicht, ja eigentlich mag sie ihn gar nicht; aber sie möchte sich auch nicht beschweren, denn ihr fehlt es finanziell an nichts. Beschweren tut sie sich eh nie, weil sie ja sowieso immer macht, was man von ihr erwartet - denn das hat sie so gelernt. Alles muss korrekt sein, perfekt und vor allem den Schein wahren: vor den anderen. Und dann ist da noch der junge Mann aus England: Johann. Gerade 18 geworden hat er erstmal eine große Rundreise geplant, die ihn zu seinen Wurzeln führen soll. In seinen ersten 5 Lebensjahren ist er nämlich an der Ostsee aufgewachsen und so führt ihn seine erste Etappe nach Greifswald, wo die schicksalhafte Begegnung stattfindet - mit Akelei, die ihn in einer Spiegelung eines Schaufensters wiedererkennt.Erzählt wird aus beiden Perspektiven.Zuerst weiß man wirklich nicht, was man von der Geschichte halten soll. Johann sieht nämlich Fin ähnlich, einem Freund von Akelei aus Kindertagen, doch dieser ist vor 18 Jahren spurlos verschwunden. Der Anblick von Johann rührt jedoch in der einsamen Frau etwas wach, das lange verschüttet war, weshalb sie alles andere hinter sich lässt, um ihre Erinnerungen wieder zu finden. Mit nichts als dem, was sie bei sich trägt (u. a. ein lebendiges Huhn, das als Abendessen herhalten sollte), folgt Akelei dem Jungen wie ein Schatten - und scheint dabei nicht die einzige zu sein.Johann selber bemerkt zunächst nichts von der seltsamen Frau, die sich an seine Fersen heftet, denn auch er macht eine bizarre Entdeckung: ein Grab und ein alter Koffer schicken ihn auf einen Streifzug in die Vergangenheit, auf der Spur seines mysteriösen Doppelgängers, der ihn nicht mehr loslässt.Der Schreibstil von Antonia Michaelis ist hier wieder wunderschön zu lesen - klar aber auch verspielt, mit einer leichten Traurigkeit, die immer mitschwingt und die eine einzigartige Atmosphäre zaubert.Erinnerungen, Träume, Wunschdenken ... welche Wahrheiten zeigt uns unser Gedächtnis und was davon wurde verdrängt, vergraben, so tief, dass man kaum eine Chance hat, daran zu kommen. Wir alle tragen eine Vergangenheit in uns, aber manches davon verändert sich oder geht im Laufe der Zeit verloren ...Die Erzählung wechselt sich ab und hält auf diese Weise eine unterschwellige, aber dennoch konstante Spannung aufrecht mit Johanns Suche, Akeleis Verfolgung und den Erinnerungen an die Allee, in der noch so viele Antworten auf die beiden warten. Ich wusste lange nicht, wohin das ganze führt und welche Erklärung am Ende die beiden verbindet. Man rätselt unwillkürlich mit und sammelt die vielen Hinweise, die nach und nach Licht ins Dunkel bringen. Das Tempo nimmt gegen Ende immer mehr zu und der Schluss lässt schließlich keine Fragen mehr offen. FazitSo verwoben und scheinbar verworren diese Geschichte am Anfang wirkt, so faszinierend und berührend entwickelt sie sich zu einer verhängnisvollen Reise in die Vergangenheit, deren Erinnerungen endlich die Wahrheit ans Licht bringt. Wunderschön geschrieben hat sie mich von der ersten Seite an gefesselt und bis zum Ende auch nicht mehr losgelassen.© AleshaneeWeltenwanderer

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  • Eine Allee voller Geheimnisse

    Die Allee der verbotenen Fragen

    fynna

    20. May 2016 um 17:44

    Dieses Buch erzählt die Geschichte zweier Menschen, die eigentlich nur eine ist. Es ist die Geschichte von Akelei, einer mitte-dreißig jährigen Hausfrau und ihrer Jugendliebe Fin. Denn damals, in der DDR, in einer kleinen Straße namens 'Kastantienallee', geschah so einiges, was Akelei heute nicht mehr weiß. Es gab Geheimnisse, ausgesprochene Verbote und nicht Ausgesprochenes, eine "Allee der verbotenen Fragen" eben. Erst jetzt, viele Jahre später, stellt Akelei diese Fragen und findet heraus, erinnert sich ... Warum war es ihr als Kind verboten, mit den wilden Paul-Geschwistern zu spielen, und was geschah mit Fin Paul, in den sie sich trotz des Verbots unsterblich verliebt hatte, und der eines Tages plötzlich verschwand? Akelei lebt ein tristes, leidenschaftsloses Leben als Hausfrau mit einem langweiligen Mann. Einmal in der Woche aber möchte dieser Mann gern ein Huhn zum Essen schlachten, welches Akelei in der Stadt abholt. Es ist wieder einer dieser Tage, Akelei hat das Huhn dabei und denkt über ihr Leben nach, ihr leidenschaftsloses, kinderloses, überhaupt irgendwie lebensloses Leben, betrachtet sich im Spiegelbilders eines Schaufensters - und da sieht sie ihn. Er muss es sein, Fin, der ihrer ganze Welt ausmachte, als sie achtzehn war, und den sie seitdem nie wieder gesehen hat, Fin, der damals in der Kastanienallee im Haus Nummer zwei wohnte. Seltsamerweise sieht er noch immer aus wie achtzehn, im Gegensatzt zu ihr, die aussieht wie vierzig. Und vollkommen irrational beschließt Akelei, ihm zu folgen, sie muss es einfach tun, ohne zu wissen, dass diese Reise ein kurioses Abenteuer wird - und der Schlüssel zu ihrer Geschichte. Das Huhn ... das nimmt sie einfach mit. So sehr habe ich mich auf dieses neue Buch von Antonia Michaelis gefreut - Und ich wurde nicht enttäuscht (das war mir aber vorher schon irgendwie klar ... ich mag alle ihre Geschichten sehr). Ich habe es an einem einzigen Tag verschlugen, denn es ist einfach furchtbar spannend. Die Geschichte rund um Akeleis große Liebe Fin ist ein einziges, verworrenes Geheimnis. Und die Art und Weise, auf die Akelei es auflöst, ist ganz wunderbar verrückt und eigensinnig, genau so, wie man es von der Autorin erwartet. Sowohl die Verfolgung des jungen Mannes, den Akelei für Fin hält durch ganz Deutschland, und die verschiedensten, skurrilsten Figuren, die den beiden auf dieser Reise begegnen, als auch die Rückblenden in Akeleis Vergangenheit sind sehr schön geschrieben. Wer den Schreibstil der Autorin kennt, weiß was ich meine: Ein außergewöhnlicher, wortspielender Stil, der auf der Stelle verzaubert. Ich kann dieses Buch einfach jedem ans Herz legen, egal ob er ein Fan von Antonia Michaelis ist oder noch nie etwas von ihr gelesen hat, es ist einfach wunderbar. Die Bilder vom bunten Leben in der Kastantienallee verzaubern mich noch immer. Ich habe die magischen, zirkushaften Momente geliebt, die Beschreibung der Musik, die skurrilen Personen. Es hat mich vom Thema einfach rundherum begeistert. Am ehesten ist dieses Buch wohl mit dem "Institut der letzten Wünsche" vergleichbar, vielleicht eine fröhlichere Version davon (und trotzdem ganz anders natürlich, mir sind nur ein paar kleine Ähnlichkeiten aufgefallen). Anspielungen auf ein anderes Buch der Autorin gibt es aber auch, bezogen auf das Huhn ;) Insgesamt war das Buch für mich weniger düster, weniger brutal oder kritisch und auch weniger Krimi als ein paar andere Geschichten von Antonia Michaelis. Obwohl diese Elemente natürlich da sind. Dafür war es magisch, lustig und verzaubernd. Und das hat mir einfach super gefallen!

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  • Ein durch und durch besonderes Buch

    Die Allee der verbotenen Fragen

    dubh

    19. May 2016 um 05:48

    Akelei, eine biedere Hausfrau aus Mecklenburg-Vorpommern, führt ein eintöniges Leben, als sie plötzlich ihre Jugendliebe entdeckt. Fin, der Junge, mit dem sie eigentlich nicht sprechen durfte, aber eine tiefe innere Bindung hatte, ist vor 18 Jahren von heute auf morgen verschwunden und nun sieht sie ihn völlig unerwartet als Spiegelbild in einem Schaufenster... Akelei denkt nicht die Bohne nach und folgt ihm. Mit einem lebenden Huhn in der Tasche und ohne wirklich wahrzunehmen, dass Fin nicht annähernd älter geworden ist - im Gegensatz zu ihr. Johann ist als Kind deutscher Eltern in England aufgewachsen und nach dem Schulabschluss auf der Suche nach sich und seinen Wurzeln. Doch gleich zu Beginn seiner Reise durch Europa, die er vor dem Studium absolvieren möchte, haut es ihn fast aus den Socken: auf einem Greifswalder Friedhof entdeckt er einen Grabstein mit seinem Namen, Johann Fin Paul. Das alleine ist schon befremdlich genug, doch was ihn noch mehr verwirrt, ist die Tatsache, dass der hier Begrabene nicht einmal seinen Geburtstag überlebt hat - und zwar exakt den Geburtstag von Johann. Wie groß kann dieser Zufall sein? Doch als wäre das kein ausreichendes Rätsel, drückt der Pfarrer Johann auch noch einen Koffer in die Hand... Nun geht es auf eine Reise durch die halbe Republik: Johann kann mit dem Inhalt des Koffers nichts anfangen, aber das entmutigt ihn nicht, sich auf die Suche zu machen - unwissend immer die unscheinbare Akelei mit Huhn im Schlepptau. Ehrlicherweise kann ich das Buch nicht in ein Genre einordnen. Aber warum sollte ich überhaupt? Das Buch ist ein Faszinosum, das mich abwechselnd zum Lachen, Grinsen, aber auch zum Nachdenken gebracht hat. Antonia Michaelis erzeugt dabei eine ganz eigene Spannung, die es mir wirklich schwer gemacht hat, das Buch aus der Hand zu legen. Die Autorin hat nicht nur ein Händchen für ihre Figuren, die auf einen fremden Betrachter vermutlich langweilig wirken würden, hier aber außergewöhnlich und ganz und gar nicht öde sind, sondern auch für einen Sog, der durch enorme Fantasie und einen leichtfüssigen Stil erzeugt wird. Dazu kommt eine beinahe unordentliche Erzählweise, die es nicht immer einfach macht, zu überblicken, wie alles zusammenhängt: einmal erfahren wir aus Akeleis Kindertagen und dem Alltag in der DDR, dann wiederum müssen wir erfassen, wer hier eigentlich wen beobachtet und wie es überhaupt angehen kann, dass an Fin quasi 18 Jahre spurlos vorbeigegangen sind... Und zu guter Letzt: was wird Akelei mit dem auf der Reise Beobachteten und Gelernten machen? Wirklich ein besonderes Buch, das mich gefangen genommen hat und mir ungewöhnliche, luftig-lockere Lesestunden beschert hat! Für alle Leserinnen, die Lust auf einen etwas anderen Roman haben und dabei ihre Fantasie spielen lassen wollen.

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  • Die Allee der verbotenen Fragen

    Die Allee der verbotenen Fragen

    schlumeline

    18. May 2016 um 14:23

    Johann ist in England aufgewachsen. Nun möchte er vor dem Beginn seines Studiums Europa bereisen. Sein erstes Ziel ist Deutschland und zwar das kleine Dorf Wieck, in dem seine Eltern bei seiner Geburt gelebt hatten. Dort aber nimmt seine Reiseplanung eine überraschende Wendung als er auf dem Friedhof des Dorfes das Grab eines Kindes findet: Johann Fin Paul 1990-1990. Johann Fin Paul, das ist sein Name und 1990 ist auch er geboren, aber er lebt und dieses Kind ist gestorben. Als der Pastor des Dorfes Johann dann noch einen Koffer übergibt und einen leeren aber beschrifteten Umschlag, beginnt für Johann eine Reise quer durch Deutschland, eine Reise auf den Spuren einer ihm unbekannten Vergangenheit. Akelei ist in der Kastanienallee aufgewachsen. In jungen Jahren hat sie ihre große Liebe Fin aus den Augen verloren. Mittlerweile ist sie verheiratet, aber kinderlos. Eigentlich hat sie ein Huhn gekauft um es zu Hause schlachten zu lassen und für ihren Mann in Rotweinsauce zuzubereiten. Doch dann entdeckt sie in einem Schaufenster die Spiegelung eines jungen Mannes. Es ist Fin, ihre Jugendliebe, und er ist um keinen Tag gealtert. Akelei glaubt an eine Sinnestäuschung aber sie ist so fasziniert, dass sie dem jungen Mann folgt, einfach so. Sie folgt ihm quer durch Deutschland ebenfalls auf den Spuren einer ihr unbekannten Vergangenheit. Johann reist und fühlt sich unterwegs verfolgt. Immer wieder findet er Federn, glaubt ein Huhn oder eine Frau mit Huhn zu sehen und auch einen Mann mit Wollpullover. Und immer wieder gerät er in Gefahr. Doch warum ist das so? Antonia Michaelis entführt ihre Leser in „Die Allee der verbotenen Fragen“ in eine außergewöhnlich zauberhafte und sehr emotionale Geschichte. Eine abenteuerliche Reise bringt zwei Menschen sich selbst und einander näher und öffnet den Blick auf längst vergessene oder verdrängte Dinge. Dabei spielt auch das Leben in der ehemaligen DDR eine große Rolle. Menschen können viel ertragen und viel bewegen. Sie müssen es nur schaffen bzw. wollen. Dass das möglich ist beweisen die Protagonisten dieses Buches, die zunächst wie aus einem Märchen entsprungen wirken und von Seite zu Seite greifbarer und realer werden. Mit leichter Feder und Huhn versteht es die Autorin zu faszinieren und zu begeistern. Einfach grandios!

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  • Wenn das Leben mit dir spielt...

    Die Allee der verbotenen Fragen

    nicigirl85

    13. May 2016 um 16:29

    Die Romane der Autorin sind stets sehr speziell und genau deshalb lese ich sie so gerne, weil sie einen aus dem Alltag ausbrechen lassen. Gespannt begann ich mit der Lektüre und erhielt so viel mehr als einen Roman.In der Geschichte geht es um Akelei, deren Leben alles andere als toll ist. Mit Mitte 30 hat sie einen ungeliebten Ehemann, ist kinderlos und optisch ist sie ebenfalls kein Highlight mehr. Als sie plötzlich glaubt in einer Schaufensterscheibe das Spiegelbild ihrer Jugendliebe Finn gesehen zu haben, begibt sie sich auf eine Reise, die alles Bisherige in Frage stellt. Was hat das Schicksal mit ihr vor?Die Handlung wird uns über zwei Perspektiven nahe gebracht, denn mal begleiten wir Akelei und mal Johann, der gerade durch Europa tourt.Bei den Parts mit Akelei ist am witzigsten die Sache mit dem Huhn. Ich glaube ich habe noch nie einen Roman gelesen, in dem ein Huhn eine tragende Rolle spielt. Akelei wuchs mir sehr schnell ans Herz, weil man direkt nachvollziehen konnte, warum sie mit ihrem Leben nicht so wirklich zufrieden ist und neuen Schwung braucht. Die Rückblenden auf ihre Vergangenheit fand ich hoch spannend, gaben sie doch auch Einblicke in das Leben von DDR- Bürgern. Aufgrund ihrer Erfahrungen verwundert es kaum, dass sie teilweise etwas unbeholfen und naiv wirkt.Im Gegensatz dazu steht der junge Johann, der mit seinen 18 Lenzen schon außerordentlich reif wirkt. Er zieht das durch was er sich vorgenommen hat und lässt sich auch von Rückschlägen nicht aufhalten.Die Schreibe der Autorin hat etwas enorm Poetisches. Die sprachlichen Bilder gefielen mir gut. Ich muss mich da zwar immer erst einlesen, da vieles schon sehr speziell wirkt, aber ist man erst einmal drin, möchte man es nicht mehr missen. Nach meinem Gefühl muss man zwischen den Zeilen lesen können, um alles aus der Geschichte richtig aufzunehmen.Im Buch wird vor allem klar wie wichtig es ist die eigenen Wurzeln zu kennen.Das Ende des Romans lässt keine Fragen offen, jedoch hat es mich geschockt zurückgelassen. Die Auflösung ist wirklich enorm sonderbar, was vielleicht nicht jeder mag.Fazit: Ein Buch, das zum Lachen und zum Weinen einlädt und durch seine Sprache unverwechselbar ist. Für Fans der Autorin ein Muss. Allen anderen sei gesagt: Lasst euch auf die Geschichte ein, ihr werdet sie mögen. Prädikat gut!

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  • Bombastisch gut!

    Die Allee der verbotenen Fragen

    katha_dbno

    13. May 2016 um 15:51

    Rezension auf Buntes Tintenfässchen So leid es mir tut: macht euch wieder auf eine ellenlange Rezension meinerseits gefasst! Am Anfang war ich ziemlich befangen und ein wenig habe ich befürchtet, dass mir der Roman überhaupt nicht zusagen würde. Das erste Kapitel las sich mühselig, da die Protagonistin Akelei wie eine gelangweilte Hausfrau daherkam und sich selbst auch so empfand. Entsprechend trist wirken ihre Gedanken und ihr Alltag. Sie war eher ein Schatten ihrer Selbst. Diese Lethargie ist nicht unbedingt das, was mich als Leser fesseln könnte. Außerdem haben mich die Szenen am Anfang extrem verwirrt. Ich war mir nicht ganz sicher, ob Johann nun real oder eine Ausgeburt von Akeleis Fantasie war. Ich wollte das Buch schon enttäuscht aus der Hand legen, aber als ich mich erstmal an Akelei gewöhnt hatte und langsam das Knäuel entwirren konnte, ist das Lesen für mich tatsächlich zum Genuss geworden. Besonders als die Rückblenden einsetzten, kam die Geschichte langsam ins Rollen. Ab da hat sie mich ständig überrascht, überwäligt, erstaunt, entsetzt, mitgerissen - kurz: verzaubert! Im weiteren Verlauf stellt sich nämlich heraus, dass Akelei eine richtige Powerfrau ist, wodurch sie mir immer besser gefallen hat. Sie steckt voller Energie und weigert sich, weiterhin ein langweiliges und gelangweiltes Dasein an der Seite des Mannes zu verbringen, den sie nicht liebt. Sie will nun aktiv ihre Umwelt mitgestalten und selbst in Gefahrensituationen erstarrt sie nicht, sondern handelt geistesgegenwärtig. Sie ist außerdem etwas skurril (besonders weil sie ein Huhn mit sich spazieren führt), aber sie ist sich dessen bewusst und schämt sich nicht dafür. Das zeugt von einem Selbstbewusstsein, um das ich sie einfach nur beneidet habe und sehr liebenswert ist. Insgesamt ist sie zu einer Romanfigur geworden, die eine komplette Handlung alleine tragen kann. Neben Akeleis Gedanken- und Gefühlswelt bekommt man auch Einblicke in die von Johann. Er ist typisch für sein Alter noch etwas plan- und orientierungslos. Er lässt sich treiben wie ein Blatt im Wind und beginnt mehr und mehr an sich zu zweifeln, weil alles, was er zu kennen und zu wissen glaubte, scheinbar eine Lüge ist. Antonia Michaelis ist es hier gelungen, den Kontrast zwischen einer erwachsenen und einer jugendlichen Perspektive und einem entsprechenden Lebensgefühl herauszuarbeiten. Das große Mysterium ist der dritte Protagonist, der den halben Roman über eigentlich nicht präsent ist: Fin, Akeleis erste und einzige Liebe. Er ist das Bindeglied zwischen Akelei und Johann, denn sie beide haben das Ziel, ihn zu finden. Man merkt deutlich, dass Michaelis den Plot sehr gut durchdacht hat und entsprechend das gegenwärtige und vergangene Geschehen angeordnet und strukturiert hat. Stück für Stück nähern sich Erinnerungen und aktuelle Ereignisse einander an. Nicht nur arbeitet Akelei ihre Kindheit und Jugend auf, indem sie ihre Erinnerungen zurückgewinnt, sondern sie schließt auch die Lücken in dem Leben, das Fin nach seiner Abreise nach Berlin geführt hat. Die Art und Weise, wie Johann und Akelei Fins Spur folgen, verleihen dem Roman einen Hauch von Detektivgeschichte, die mich immer mehr in den Bann gezogen hat. Dabei kommen immer mehr Verknüpfungen und Geheimnisse ans Licht, die zu Mutmaßungen anregen und schließlich in einem recht unerwarteten Showdown enden. Ich war davon wirklich begeistert! Der Stil, in dem Antonia Michaelis die Geschichte erzählt, ist eine Mischung aus "Das Institut der letzten Wünsche" und "Der Märchenerzähler": sie schreibt immer noch detailverliebt und malerisch, mit einem - wie ich finde - ernsthaften, schweren Unterton und einem Hauch Mystik, verlässt aber nie ganz den Pfad des Realistischen, Echten. Zudem hat sie es geschafft, dass sie irgendwie auf jeder Seite als Erzählerin spürbar ist. So abstrus und makaber es klingen mag, aber ich empfand es so, als hätte sie sich mit dem Huhn selbst in die Geschichte hineingeschrieben: sie zieht den Leser durch die Geschichte - mal subtil, mal energisch. Sie ist allgegenwärtig, aber agiert still im Hintergrund. Wie das Huhn über sein "Book-Book" mit Akelei kommuniziert, man es aber aufgrund der Sprachdifferenzen nicht versteht, so streut Michaelis Details und Andeutungen ein, die der Interpretation bedürfen, denn wie gewöhnlich lebt auch dieser Roman von der Metaphorik und Symbolik. Meine anfänglichen Bedenken waren also völlig unbegründet. Fazit Es ist eine außergewöhnliche Geschichte, die hier erzählt wird. Sie handelt zwar von der Suche nach einer verlorenen Liebe, aber bei der Spurensuche kommen viele weitere Geheimnisse ans Licht, die damit in Zusammenhang stehen und unglaublich verworren sind. Zwar hatte ich gewisse Startschwierigkeiten, aber es hat sich wirklich für mich gelohnt, dieses Buch zu lesen. Die Figuren und die Handlung haben mich letztlich fasziniert und ich wollte immer weiter lesen.

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  • Spannungspoesie

    Die Allee der verbotenen Fragen

    TochterAlice

    13. May 2016 um 10:06

    Da ist Johann, ein junger Deutscher, der in England gelebt hat, seit er denken kann. Er landet im Dorf – einem kleinen Kaff in Mecklenburg-Vorpommern nahe Rostock, in dem seine Eltern zum Zeitpunkt seiner Geburt lebten und was muss er finden? Einen Grabstein mit seinem Namen und seinem Geburts-und auch Todesdatum drauf. Gottseidank ist er sehr, sehr lebendig.Aber was hat es damit auf sich? Johann will den Dingen auf den Grund gehen und somit beginnt für ihn eine Odyssee durch Deutschland. Aber nicht nur für ihn, denn an seine Fersen heften sich andere Menschen. Da ist einmal Akelei, eine Hausfrau mittleren Alters, die sich durch seinen Anblick fatal an ihre erste Liebe erinnert fühlt. Und dann ein Mann in einem grauen Pullover...Bald zeigen sich neue Wege wie auch Überraschungen für alle, die an diesen Entwicklungen Anteil haben. Die Reise führt nach Berlin, nach München, nach Hamburg, in weitere Orte sowie in gewisse Gegenden des Herzens. Und ein Huhn ist überall mit dabei. Ein sehr schöne und ungewöhnliche Geschichte ist hier erschaffen worden: Antonia Michaelis begeistert mich wieder einmal mit ihrer ebenso zauberhaften wie frechen Sprache und dem mehr als originellen Stil.Vor allem aber war ich nach der Lektüre - und bin es noch - eigentümlich beschwingt, auf eine besondere, ausgelassene Art und Weise. Antonia Michaelis hat mir gezeigt, dass man seinem Leben eine neue Richtung geben kann, auch wenn man glaubt, es geht nicht mehr weiter. Ein Buch, das mir viel Kraft gegeben hat, Kraft, Lebensmut und auch gute Laune. Das ist wahre Dichtkunst: Spannungspoesie vom Allerfeinsten, aber mit einem gehörigen Schuss Humor darin!

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  • Eine schmerzhafte Reise in die Vergangenheit

    Die Allee der verbotenen Fragen

    CarenL

    10. May 2016 um 06:36

    Inhalt: Elena Akelei Schulze führt ein langweiliges, spießiges, kinderloses Leben an der Seite ihres ungeliebten Mannes Hermann. Sie ist Mitte 30 und ohne Perspektiven. An einem ganz normalen Tag sieht sie in einer Schaufensterscheibe das Spiegelbild ihrer Jugendliebe. Komischerweise ist er nicht gealtert, er ist immer noch jungendlich, sowie damals, als er auf einmal verschwand. Spontan macht sie sich auf und folgt ihm, begleitet wird sie von einem Huhn, das sie eigentlich abends in Rotweinsoße zubereiten sollte und das im Laufe der Geschichte zu einer "Freundin" wird und eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Johann Fin Paul Smith hat gerade die Schule abgeschlossen und besucht auf einer Europareise sein Heimatdorf. Er entdeckt einen Grabstein mit seinem Namen und seinem Geburtsdatum. Ein Pfarrer überreicht ihm eine mysteriösen Koffer. Das ist erst der Anfang einer abenteuerlichen Reise zu seinen Wurzeln. Er macht sich auf, seine Vergangenheit zu enträtseln, Akelei und das Huhn folgen ihm. Meine Meinung: Für mich war es das erste Buch dieser Autorin. Anfangs kam mir die Geschichte sehr surreal und mysteriös vor, im Laufe des Geschehens haben sich dann aber sämtliche Knoten entwirrt und alles war auf einmal logisch. Akelei hat eine sehr behütete Jugend erlebt. Nach außen hin war alles perfekt. Was allerdings hinter der sehr heilen Fassade passiert ist, war teilweise so schrecklich, dass es aus ihrer Erinnerung verschwunden ist. Auf dem Weg, den sie mit Johann geht, findet sie immer mehr Puzzlestücke,die das Bild ihrer Vergangenheit wieder vervollständigen. Durch die Dinge, die Johann aus dem Koffer holt, kommen nach und nach die Erinnerungen zurück. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse, die Lücke zwischen der Vergangenheit und de Gegenwart wird geschlossen. Johann wirkt mit seinen 18 Jahren fast gefestigter und erwachsener als Akelei. Er hat ein Ziel und verfolgt es ohne wenn und aber. Obwohl ihm Steine in den Weg gelegt werden, bleibt er dabei. Die Erzählung wechselt ständig zwischen zwei Perspektiven: einmal erleben wir die Geschichte aus Johanns Sicht, dann wieder erzählt Akelei. Sie arbeitet ihre Vergangenheit in Träumen auf. Dadurch lernt man die junge Akelei kennen und es kristalliert sich heraus, wie sich durch das nochmalige Erleben der Vergangenheit ihre Persönlichkeit verändert und sie vom "grauen Mäuschen" zu einer Frau wird, die weiß, was sie will. Der Schreibstil von Antonia Michaelis gefällt mir sehr gut. Sie schreibt sehr poetisch mit herrlichen Metaphern! Manchmal habe ich Tränen gelacht, manchmal auch welche geweint. Die Protagonisten sind sehr authentisch dargestellt! Gerade in Akelei konnte ich. Ich gut hineinversetzen und habe mit ihr gehofft und gelitten. Auch die "Nebenrollen" sind toll besetzt, jeder Charakter hat mich überzeugt. Selbst das Huhn wird zu einer authentischen Persönlichkeit. Fazit:In diesem Buch ist Krimi, Liebe, Humor und Psychologie enthalten, von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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  • ... und der verqueren Antworten

    Die Allee der verbotenen Fragen

    Ninasan86

    09. May 2016 um 20:15

    Zum Inhalt: Ihr Spiegelbild in einer Schaufensterscheibe öffnet Akelei die Augen: Sie ist nicht mehr das junge Mädchen, dem die ganze Welt offen steht, sondern eine pummelige, mittelalte Frau im pastellgrünen Mantel. Als Finn, ihre Sandkastenliebe, als Spiegelung in der Scheibe hinter ihr auftaucht, kann sie es nicht glauben. Denn auf mysteriöse Weise verschwand er vor 18 Jahren aus Akeleis Leben. Sie erkennt ihre letzte Chance – auf Abenteuer, auf Glück, auf Liebe – und folgt Finn, ohne nachzudenken. Ohne zu wissen, wohin. So geht sie auch einen Weg zurück: in ihre Kindheit, in die Erinnerung und in die Allee der verbotenen Fragen.Über die Autorin:Antonia Michaelis, 1979 geboren, begann bereits als Kind zu schreiben. Sie ist eine renommierte Autorin von zahlreichen Büchern und Theaterstücken für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ihr Roman „Der Märchenerzähler“ wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis und den Buxtehuder Bullen 2012 nominiert. Antonia Michaelis lebt mit ihrer Familie in einem Dorf nahe der Insel Usedom.Mein Fazit und meine Rezension:Johann Fin Paul tritt eine Reise in die Vergangenheit an. Quer durch Europa führt sie ihn zurück zu seinen Wurzeln, in das Dorf, in dem alles begann. Doch vor Ort geschehen seltsame Dinge: auf einem Friedhof entdeckt er einen Grabstein, der seinen Namen und sein Geburtsdatum trägt. Ein Pastor erscheint und überreicht ihm dazu einen alten Lederkoffer, der einen mysteriösen Inhalt trägt, den nur der wahre Eigentümer zu deuten weiß. Bepackt mit dem Koffer und jeder Menge Fragen im Gepäck begibt sich Johann auf eine Reise, die ihn in verschiedene Städte Deutschlands bringt. Auf dieser lernt er nicht nur interessante Persönlichkeiten kennen, die bei seinem Anblick einem Geist aus der Vergangenheit entgegenblicken, nein, er entkommt auch nur knapp einigen Gefahren. Begleitet wird er von seinem "Schatten" Akelei, die in dem jungen Mann ihre vergangene Liebe von vor 18 Jahren wiederentdeckt. Doch wie kann es sein, dass der schwarzhaarige Junge mit den auffallend türkisfarbenen Augen nicht gealtert ist, wohingegen sie sich so verändert hat? Akelei - mit Huhn bewaffnet - ist spontan und beschließt, ihm zu folgen. Und so begegnet nicht nur Johann seiner Vergangenheit, auch Akelei erfährt ungeahnte Tatsachen und erfährt letzten Endes tief in ihren Erinnerungen vergrabene Geheimnisse. Wenn man den Klappentext liest und sich dann auch noch meine kleine Einleitung auf der Zunge zergehen lässt, dann merkt man, dass dieses Buch kein Buch wie jedes andere ist. Im Gegenteil, als Leser reist man mit Akelei in die Vergangenheit und erblickt Dinge, die ihr in ihrem jetzigen Leben verborgen geblieben wären. Wäre Akelei - die brave und stets zuverlässige Hausfrau - zu Beginn der Geschichte einfach weiter gegangen, hätte ihr Huhn gepackt, es ihrem Mann zum Schlachten und Essen vorgesetzt und weiterhin ihre Tischdecken und Kissen gestärkt, dann wären wir wohl als Leser nicht in den Genuss gekommen, ihre herrlichen Gespräche mit dem Huhn zu verfolgen und darüber zu schmunzeln und hätten auch niemals erfahren, was hinter all dem steckt und welche dunklen Geheimnisse die Kastanienallee verbirgt. Die Protagonisten des Buches sind sorgfältig ausgewählt und von der Autorin auch tiefgründig erdacht. Akelei ist für mich eine Frau aus Fleisch und Blut, die ich regelrecht vor mir sehe und deren Gedankengänge ich von Anfang an nachvollziehe kann. Mir war bereits zu Beginn der Geschichte klar, dass hinter diesem Charakter mehr stecken muss. Und ich behielt recht! Johann reist in dieser Geschichte auf den Spuren des anderen Johann Fin Paul und muss so (leider) auch einige Geheimnisse aus seiner sonst so intakten Familie erfahren. Im Laufe der Geschichte lernen beide Charaktere dazu, entwickeln sich und scheinen an ihren Aufgaben und Geheimnissen zu wachsen. War einst Akelei eine biedere Hausfrau, die stets auf das Wohl ihres Mannes bedacht war und es immer allen anderen Recht machen wollte, so hat sie sich gegen Ende doch zu einer reifen, selbstbewussten Frau in den Dreißigern entwickelt, die sich absolut nicht verstecken muss! Was besonders auffallend ist und auch dem Leser in seiner Fantasie bestärkt, ist der flüssige Schreib- und Erzählstil der Autorin, gespickt mit poetischen Elementen und einer bildhaften Erzählweise. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass mich diese Geschichte von Anfang bis zum Schluss gefesselt hat und der Spannungsbogen genau richtig in die Geschichte eingepflegt war! Dieses Buch kann ich mit ruhigem Gewissen weiterempfehlen!

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  • Auf den ersten Blick eine abstruse Geschichte mit Huhn - zwischen den Zeilen so viel mehr

    Die Allee der verbotenen Fragen

    Lilli33

    08. May 2016 um 20:30

    Gebundene Ausgabe: 384 Seiten Verlag: Knaur HC (1. April 2016) Sprache: Deutsch ISBN-13: 978-3426653869 Preis: 19,99 € auch als E-Book erhältlich Auf den ersten Blick eine abstruse Geschichte mit Huhn – zwischen den Zeilen so viel mehr Inhalt: Johann Fin Paul Smith hat gerade die Schule abgeschlossen. Nun will er eine Europareise machen. Sein erstes Ziel ist das Dörfchen Wieck in der Nähe von Greifswald, wo er die ersten Lebensjahre mit seiner Familie verbracht hat, bevor sie nach England zogen. Er staunt nicht schlecht, als er auf dem örtlichen Friedhof ein Grab mit seinem Namen und seinem Geburtsdatum findet. Dann drückt ihm auch noch der Pfarrer einen Koffer mit Erinnerungsstücken in die Hand. Johann macht sich auf eine gefährliche Schnitzeljagd quer durch Deutschland. Die Mittdreißigerin Akelei Elena Schulze führt ein langweiliges Leben. Ihr Dasein dreht sich im Großen und Ganzen um Tischdecken, die Auswahl von Übertöpfen und das wöchentliche Zubereiten eines Huhns in Rotweinsauce. Ihr ganzes Leben wird auf den Kopf gestellt, als sich im Schaufenster, das sie gerade betrachtet, ihre Jugendliebe spiegelt. Doch das kann nicht sein! Der Mann sieht noch genau so aus wie vor achtzehn Jahren, kein bisschen älter. Ein Trugbild? Akelei beschließt, ihm zu folgen und mehr über ihn herauszubekommen. Meine Meinung: Wer die Bücher von Antonia Michaelis kennt, weiß, dass sie gerne mit den Realitäten spielt. Sie liebt es, den Leser an der Nase herumzuführen, ihn lange Zeit im Unklaren zu lassen, was Wirklichkeit und was Einbildung ist, was Gegenwart und was Erinnerung, was ist und was sein könnte. Auch in „Die Allee der verbotenen Fragen“ treibt sie dieses Spiel wieder meisterhaft. Lange Zeit tappt man im Dunkeln darüber, was hier los ist, wie das alles sein kann, ob das überhaupt sein kann. Ich liebe das ja, aber ich kann auch verstehen, wenn es vielleicht manchem Leser zu viel ist, zu surreal. Es schien mir, als gäbe es tausend Knoten in dieser verworrenen Geschichte. Unglaublich, aber am Ende sind sie alle gelöst. Wie immer erfreut Antonia Michaelis auch in ihrem neuesten Werk mit einem wunderbar poetischen Schreibstil, der angefüllt ist mit treffenden Metaphern. Er sah aus, als hätte jemand ihn hergebracht und dann vergessen. Sein Rücken war tief gebeugt, vor ihm stand eine leere Kaffeetasse, und daneben hatte er seine mageren, sehnigen Finger abgelegt wie fremde Gegenstände. (S. 191) Die Erzählung wechselt ständig zwischen zwei Perspektiven. Einmal begleiten wir Johann, dann wieder Akelei. So kann man sich in beide Protagonisten sehr gut einfühlen. Dabei werden von beiden Seiten immer mehr kleine Puzzlestückchen offengelegt, die sich schließlich zu einem ganzen, runden Bild zusammenfügen. Johann wirkt, obwohl nur halb so alt wie Akelei, wesentlich gefestigter. Zwar ist er noch auf der Suche nach seiner Zukunft, aber er hat eine Basis, auf der aufbauen kann: seine Eltern und seine zwei jüngeren Geschwister. Akelei dagegen wirkt seltsam verloren. Sie lebt vor sich hin, versieht ihren Haushalt sorgfältig, aber ohne Leidenschaft. Mit Akelei erinnern wir uns an die Zeit in der DDR vor der Wende. In dieser Zeit wuchs sie wohlbehütet in der Kastanienallee auf. Punktgenau werden die Geheimnisse hinter der Fassade auseinandergenommen, die ihr damaliges Leben bestimmten. Beginnt der Roman einfach nur mysteriös und seltsam, wird es schon bald richtig spannend. Nicht nur, weil man unbedingt herausfinden möchte, was hinter den ganzen Ungereimtheiten steckt, sondern auch weil es für die Protagonisten gefährlich wird. Dies erinnert schon fast an einen Kriminalroman. Aber auch die Liebe kommt nicht zu kurz, mit großen Gefühlen, mit Höhen und Tiefen. Auch an Humor hat die Autorin nicht gespart. Manche Szenen sind so witzig, wozu vor allem das Huhn beiträgt, das mit Akelei reist. Seine „Kommentare“ sind einfach herrlich: „Boook?“ Fazit: Wer Antonia Michaelis mag, wird auch dieses Buch lieben. Selbstfindung, Liebe, Krimi, Humor – alles ist darin enthalten und verspricht unterhaltsame, aber auch spannende und zum Nachdenken anregende Lesestunden. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen besonderen Roman mit Huhn. ★★★★★ Mein Dank gilt dem Knaur Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars für eine Leserunde auf Literaturschock.de.

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  • Eine originelle Geschichte die auf verschiedenste Arten berührt

    Die Allee der verbotenen Fragen

    Minoo

    07. May 2016 um 09:28

    Ich liebe Antonias Bücher! Dementsprechend gespannt war ich auf ihr neustes Werk "Die Allee der verbotenen Fragen". Der Titel könnte nicht passender sein und auch das Cover passt perfekt zu dem Inhalt des Buches. Der Klappentext verrät nicht mehr, als es die ersten Seiten des Buches. Er gibt einen guten Eindruck von dem, auf das sich der Leser in diesem Buch freuen darf. Ein gelungenes Rundum-Paket also ;) Schon auf den ersten Seiten konnte die Autorin mich mit ihrer wunderschönen Sprache, ihrer leicht schrägen und zugleich witzigen, traurigen, schönen und nachdenklich stimmenden Geschichte packen. Akelei als Protagonistin mochte ich auf Anhieb. Alles an ihr ist durchschnittlich, mal abgesehen von ihrem Namen. Sie führt ein gutes Leben mit einem Mann, der gut zu ihr ist, den sie aber nicht liebt. Ein Leben, in dem sie alles hat und das doch nicht ihren tiefsten Wünschen und ihrem Wesen entspricht. Als sie auf einmal Finn in der Stadt bemerkt, der Nachbarsjunge der vor 18 Jahren verschwand und seitdem scheinbar keinen Tag gealtert ist, folgt sie diesem quer durch Deutschland...ein Huhn mit einem ganz bemerkenswerten Charakter immer in der Handtasche. An Antonia Michaelis Büchern schätze ich besonders, dass sie ihren ganz eigenen Stil haben. Sie sind weit vom Mainstream entfernt und dennoch erreicht die Autorin eine Vielzahl von Lesern, die sich einfach nach "etwas anderem" sehnen. Kaum eine Autorin schafft es, mich so zu berühren, wie Antonia Michaelis es tut. Und das ist ihr auch hier wieder gelungen. Während Akelei Finn durch Deutschland nachreisst, beginnt der Leser über sein eigenes Leben nachzudenken. Bin ich heute da, wo ich ich mich vor fünf, vor zehn oder sogar mehr Jahren gesehen habe? Bin ich "angekommen"? Außerdem bleibt dem Leser gar nichts anderes übrig als durchgehend mitzufiebern, wie Akeleis und Johanns Geschichten miteinander zusammenhängen. Das Buch ist aus Akeleis, aber auch aus Johanns Sicht geschrieben. Dies gefiel mir besonders gut, denn auch Johann ist ein sehr sympathischer Charakter, dessen Gedanken und Gefühle ich sehr gerne gelesen habe. Das Highlight war jedoch das Huhn, bzw. Akeleis Gespräche mit dem Huhn. Eben sollte es noch mit Rotweinsauce auf den Tisch, im nächsten Moment findet es sich gemeinsam mit Akelei in verschiedenen Städten und den dazugehörenden Hostels und Bahnen wieder. Die meiste Zeit über tappt der Leser im Dunkeln. So ging es zumindest mir. War Johann wirklich Finn? Und wie konnte es sein, dass er nicht gealtert ist? Was sind die "verbotenen Fragen"? Gerade im Mittelteil hatte ich wirklich keine Ahnung, wohin mich das Buch führen würde. Ein Junge der nicht alterte? Das Ende klärt jedoch alle Fragen (bis auf eine vielleicht?). Mir hat das Ende sehr, sehr gut gefallen auch wenn ich weiß, dass es nicht Jedermanns Sache sein wird. Fazit: Eine berührende, witzige und vor allem originelle, leicht schräge Geschichte :)

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  • Unterwegs mit Huhn

    Die Allee der verbotenen Fragen

    Legeia

    Klappentext: Ihr Spiegelbild in einer Schaufensterscheibe öffnet Akelei die Augen: Sie ist nicht mehr das junge Mädchen, dem die ganze Welt offen steht, sondern eine pummelige, mittelalte Frau im pastellgrünen Mantel. Als Fin, ihre Sandkastenliebe, als Spiegelung in der Scheibe hinter ihr auftaucht, kann sie es nicht glauben. Denn auf mysteriöse Weise verschwand er vor 18 Jahren aus Akeleis Leben. Sie erkennt ihre letzte Chance – auf Abenteuer, auf Glück, auf Liebe – und folgt Finn, ohne nachzudenken. Ohne zu wissen, wohin. So geht sie auch einen Weg zurück: in ihre Kindheit, in die Erinnerung und in die Allee der verbotenen Fragen. Die Autorin: Antonia Michaelis wurde in Kiel geboren und ist in Augsburg aufgewachsen. Sie hat in Greifswald Medizin studiert und unter anderem in Indien, Nepal und Peru gearbeitet. Heute lebt sie mit Mann und zwei Töchtern gegenüber der Insel Usedom im Nichts, wo sie zwischen Seeadlern, Reet und Brennnesseln in einem alten Haus lauter abstruse Geschichten schreibt. Meine Meinung: Johann ist 18, lebt mit seinen Eltern in England und möchte Europa bereisen. Da er in Deutschland geboren wurde, fängt seine Reise auch dort an. In Wieck, einem kleinen Dorf, in dem er aufgewachsen ist, entdeckt er ein Grab. Merkwürdigerweise trägt dieses Grab seinen Namen: Johann Fin Paul. Und zudem stimmt der Geburtstag des Toten auch mit seinem überein: der 3. April. Und wäre dies nicht schon seltsam genug, überreicht ihm der Pfarrer des Dörfchens auch noch einen geheimnisvollen Koffer, den er beim Umgraben gefunden hat. In dem Koffer sind Gegenstände, die Johann unbekannt sind. Oder vielleicht doch nicht? Er macht sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit, nichtsahnend, dass am Ende nichts mehr so sein wird wie vorher. Was er nicht weiß, ist, dass sich Akelei, eine 36-jährige Hausfrau, an seine Fersen geheftet hat, die in ihm den Jungen Fin erkennt, in den sie als Teenager verliebt war. Doch kann das sein? Eigentlich müsste Fin so alt wie Akelei sein. Alles andere ergibt doch keinen Sinn, oder? Als Fan von Antonia Michaelis war ich wieder einmal sehr gespannt auf das neue Buch, Und was soll ich sagen? Ich wurde wieder nicht enttäuscht. Mit viel Feingefühl, einem hohen Krimianteil (man rätselt das ganze Buch über, wie die Handlung weitergeht und inwieweit alles zusammenhängt) und so mancher Überraschung erzählt die Autorin aus dem Leben einer Frau, die auf der Suche nach sich selbst ist. Akelei ist unglücklich und kinderlos verheiratet, hat keine perfekte Figur, macht nichts aus sich und stellt ihr Leben plötzlich in Frage. Was bleibt noch, wenn man nur für Mann und Haushalt lebt? Nicht mehr viel. Und deswegen ist es nicht verwunderlich, dass sie ihrem alten Traum nachläuft, getrieben von den Schatten der Vergangenheit. Und darum dreht sich auch die Geschichte. Um das, was geschehen ist, was man sucht, verdrängt und vielleicht sogar wiederfindet. Hier wird auch die Kindheit in der DDR beleuchtet; in all den Rückblenden taucht der Leser in die Zeit ein, in der es die Stasi gab, Republikflüchtlinge und Bilder von Lenin an den Wänden. Der Star des Buches ist wohl zweifellos das weiße Huhn, das Akelei in ihrer geblümten Tasche dabei hat. Ich musste oft schmunzeln, denn die Situationen, in denen es auftritt, sind recht witzig geschildert. "Die Allee der verbotenen Fragen" ist ein Buch, das sich von der Masse absetzt, das am Ende Erstaunen hervorruft und schön undurchsichtig bleibt. Der Schreibstil ist äußerst gelungen, er hält stetig die Spannung. 5 Sterne.

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