Antonia Michaelis Friedhofskind

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Inhaltsangabe zu „Friedhofskind“ von Antonia Michaelis

Siri verbringt einen Sommer in einem kleinen Küstendorf, in dem vor dreißig Jahren unter mysteriösen Umständen ein Kind ertrank. Die Bewohner des Dorfes reden nicht gern darüber - genauso wenig wie über den Totengräber, der angeblich mit den Seelen der Verstorbenen spricht. Oder darüber, dass man sich gut mir ihm stellen sollte, wenn man die Toten nicht gegen sich aufhetzen will. Siri drängt tief in die dunklen Geheimnisse des Dorfes ein. Und stößt dabei auf das Unfassbare...

stellenweise Spannung, meistens aber doch eher schleppend...

— AnnMey
AnnMey

Viel zu langatmig und ohne Spannung.

— cn8sc
cn8sc

Tolles Debüt

— VeroG
VeroG

Michaelis in ihrer ganz eigenen poetischen Sprache, seelische Abgründe einer Dorfgemeinschaft und Zugewanderter +überall Kaninchen!

— November
November

Phantastische Geschichte, wunderbar erzählt!

— KatalinMaerz
KatalinMaerz

Phantastische, gruselige Geschichte. Sehr schön erzählt und spannend.

— makaay343
makaay343

Anfang etwas schleppend, dann umso spannender. Gute Unterhaltung :-)!

— Ambronsius
Ambronsius

Bei dieser Autorin kann man sich seiner Vermutungen nie sicher sein. Am Ende kann wieder alles ganz anders sein. Wunderbar!

— MacBaylie
MacBaylie

Ein Krimi mit sagenhafter Sprachmelodie, und Beklemmungen, die den Leser nicht mehr los lassen. Das ist Krimi!

— Floh
Floh

Ein ganz besonderer, feinfühlig-hintergründiger Krimi, spannend, hoch-poetisch, etwas surreal und von großer Sprachschönheit

— Elwe
Elwe

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  • Nunja

    Friedhofskind
    AnnMey

    AnnMey

    14. July 2017 um 20:44

    ich fing gut gelaunt und gespannt an, dieses Buch zu lesen. Ich fand es stellenweise zu langatmig, die Charaktere zu undurchsichtig, vor allem das Ende überzeugte dann nicht, schade

  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 18.08.2017: _Jassi                                           ---  73 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   208,5 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   81 Punkte Bellis-Perennis                          ---  564 Punkte Beust                                          ---   260 Punkte Bibliomania                               ---   184 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  350 Punkte ChattysBuecherblog                --- 210 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   103,5 Punkte Code-between-lines                ---  127 Punkte eilatan123                                 ---   46 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   109 Punkte Frenx51                                     ---  72,5 Punkte glanzente                                  ---   75 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   135 Punkte Hortensia13                             ---   113 Punkte Igelchen                                    ---   21 Punkte Igelmanu66                              ---  151 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    79 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   105 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   77 Punkte Katykate                                  ---   94 Punkte Kerdie                                      ---   190 Punkte Kleine1984                              ---   130 Punkte Kuhni77                                   ---   105 Punkte KymLuca                                  ---   100 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   211 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   190 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   82 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  52 Punkte mistellor                                   ---   149 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  115 Punkte Nelebooks                               ---  183 Punkte niknak                                       ----  268 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   180 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   93 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   48 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 57 PunkteSandkuchen                              ---   172 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   153 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   245 Punkte SomeBody                                ---   157,5 Punkte Sommerleser                           ---   168 Punkte StefanieFreigericht                  ---   190,5 Punkte tlow                                            ---   135 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   34 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   64 Punkte Wolly                                          ---   163 Punkte Yolande                                       --   150 Punkte

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    • 2173
  • Ein starker Roman über Schuld und Unschuld

    Friedhofskind
    VeroG

    VeroG

    02. August 2016 um 21:35

    Ist es ein Krimi oder der Roman über ein abgeschiedenes Dorf? Beziehungsgeschichte mit unerklärlichen Todesfällen? Friedhofskind ist all das und noch viel mehr.Siri Pechton hat vom Kirchenverein den Auftrag, in einem kleinen namenlosen Ort an der Küste, nur ein paar Autostunden von Berlin entfernt, die Fenster der kleinen Kirche zu erneuern, die vor vielen Jahren in einer Sturmnacht alle zerbrochen sind. Doch als Siri die sehr zurückhaltenden Einwohner schön langsam kennen lernt, will sich keiner daran erinnern, wie die alten Fenster ausgesehen haben. Und auch sonst ist vieles in diesem abgelegenen Kaff anders als sonst in der Welt.Antonia Michaelis bringt uns die Verklemmtheit und eng begrenzten Interessen einer abgeschiedenen Dorfgemeinschaft ganz nahe. Die vorgefassten Meinungen, der Aberglaube, der kollektive Hass auf alles Neue von außen. Die Abneigung der Einheimischen gegenüber den Urlaubern und Sommerhausbesitzern, die miteinander nichts gemein haben.Und dann sind da die Todesfälle. Anscheinend sind die Katalysatoren immer junge Mädchen und Frauen, die als Gäste ins Dorf kommen. Unfälle sind es zumeist, zumindest wird das behauptet. Doch das Dorf hat schon längst einen Täter gefunden. Das Friedhofskind. Wer sich mit dem auch nur irgendwie einlässt, wird das nächste Opfer. Die meisten schweigen – aus Angst. Doch eine Gruppe nicht mehr ganz junger Halbstarker will den Mörder endlich erledigen. Aber es gibt keine Beweise. Und solange es die nicht gibt, könnte sie von der Polizei selbst wegen Mordes belangt werden.Als nun Siri auftaucht und sich sogar noch mit dem Friedhofskind anzufreunden scheint, geht das Morden wieder los. Und ausgerechnet alle, die einen Hinweis darauf liefern wollen, wer der Mörder ist, leben nicht mehr lange genug, ihr Wissen weiterzugeben.Eine beklemmende Studie über die ländliche Befindlichkeit der Einzelnen und als Kollektiv. Heute so aktuell wie vor hundert Jahren.Hervorragend geschrieben. Dringende Leseempfehlung!

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  • Friedhofskind

    Friedhofskind
    Angel10

    Angel10

    04. April 2016 um 08:58

    - Sprache: wie gewohnt sehr gut, treffende Neologismen - Cover: passt gut zum Inhalt - Einblicke in die Seelen des Friedhofskindes sind gelungen - Siri ist auch glaubhaft geschildert und in ihrer Unperfektheit war sie mir sympathisch - Liebe ich einen Mörder? Diese Frage hält die Spannung bis zum Schluss. - Thematik Aussenseiter - Kritik: Dorf ist als homgene, dumpfe, dumme Masse dargestellt, das personifizierte Böse, hier hätte sich mehr Recherche gelohnt und den Kriminalroman deutlich aufgewertet, z. Bsp. Einzelschicksale, Rückblenden etc.

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  • Wo ist die Spiegelbestsellerliste, wenn man sie mal braucht?!

    Friedhofskind
    KatalinMaerz

    KatalinMaerz

    09. June 2015 um 11:39

    Siri fährt auf eine Ostseeinsel in ein kleines Dorf, um dort Kirchenfenster zu renovieren. Bald merkt sie, dass dort allein die Sonnenuntergänge idyllisch sind. Vor 32 Jahren ertrank das kleine Mädchen Iris im Meer und das ‚Friedhofskind‘ soll daran schuld sein. Dieses ‚Friedhofskind‘ heißt Lenz Fuhrmann und ist jetzt Totengräber. Ein Außenseiter, der mit Toten spricht und den man besser nicht gegen sich aufbringt, sonst geschehen seltsame Unfälle. Gegen ihren Willen gerät Siri mitten hinein in die Verstrickungen des Dorfes. ‚Friedhofskind‘ ist mehr Thriller als Kriminalroman. Ermittelnde Polizeibeamten sucht man vergebens. Stattdessen ist das tote Mädchen Iris auch heute noch die geisterhafte Spielkameradin des nach Jahren erwachsenen, aber weiterhin Kind gebliebenen Lenz Fuhrmann.  „Dieleute“ meiden ihn. Und sie schweigen. Als Siri hinter das Geheimnis der damals gleichzeitig zersprungenen Kirchenfenster kommen will,  redet zuerst keiner mit ihr. Nur Einzelne deuten etwas an und wollen sich mit ihr treffen. Dazu kommt es aber nie, denn vorher sind sie tot. Als Leser kann man bis zum Schluss miträtseln, was eigentlich hinter all den Todesfällen steckt. Neben dem Thrill oder der Mystik gibt es auch Märchenhaftes, wie die sich explosionsartig vermehrenden, auf dem Friedhof tummelnden Kaninchen. Oder, wenn man so will, ist es eigentlich ein Buch übers Erwachsen und Mutig werden. Oder eine Liebesgeschichte. Es kommt ganz „auf den Blick des Betrachters“ an. Antonia Michaelis erfindet interessante Figuren und beschreibt sie mit wenigen Worten so treffend, dass man ein genaues Bild im Kopf hat. Ein Beispiel: Freunde, „die so bedauernswert wenig Haare auf dem Kopf haben“ – und schon ist klar, dass  auch Menschen mit rechter Gesinnung im Dorf leben. Am meisten war ich von ihrer Sprache beeindruckt. Bei ihr wird schon eine profane Wetterbeschreibung zu Poesie und wenige Worte sagen viel über die Stimmung aus. „Dicke Schwarzwolken bedeckten den Frühlingshimmel.“ Auf diese Weise vermittelt sie nicht nur ein Bild, sondern kommentiert es gleichzeitig auch: „An den letzten Tagen vor Pfingsten wurde der Friedhof zu einer hektischen Arena für Grabpflegeartisten und Harkenjongleure, Schleifenbinder und Kuchenlistenmacher.“  Oder „Die Dunkelheit vor dem niedrigen Küchenfenster war dicker als Blut und schmeckte nach Erde.“ Bewundernswert sind auch ihre neuerfundenen Begriffe wie „Fensterfrau“ oder „Dieleute“ – man weiß sofort, was damit gemeint ist. Fazit: Es ist ein wunderbares Buch – geheimnisvoll, spannend, vielschichtig, ans Herz gehend. Und ich frage mich: Wo ist die Spiegelbestsellerliste, wenn man sie mal braucht?    

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  • Friedhofskind

    Friedhofskind
    fynna

    fynna

    Eine Geschichte von Siri, einer jungen Frau Anfang 30, welche in ein kleines Dorf kommt, um dessen Kirche neue Fenster zu schenken. Sie ist bekannt für ihre "Seelenspiegelfenster", für die die Leute ihr viel zahlen. Dass nicht der Auftrag an sich der Grund war, warum Siri im Dorf gelandet ist und vieles mehr kommt nach und nach ans Licht, während Siri versucht, die Wahrheit hinter Saatkartoffeltipps und Kuchenrezepten zu finden. Die Wahrheit über Lenz, über "das Friedhofskind" und das kleine Mädchen, welches vor 32 Jahren im Dorf ertrank ... Ich weiß nicht, warum ich zwei Anläufe gebraucht habe, um dieses Buch zu lesen. Denn beim zweiten Mal hatte ich es in wenigen Tagen durchgelesen. Wie alle Bücher von Antonia Michaelis, die ich vorher gelesen habe, hat mir auch dieses richtig gut gefallen! Die Geschichte lässt sich wunderschön lesen, sehr flüssig und für mich wurde es nie langweilig, und gleichzeitig hat sie so einen ganz besonderen Schreibstil, mit dem man sich alles nach wenigen Worten ganz genau vorstellen kann. Deshalb mag ich ihre Bücher so, weil die Charaktere ganz besonders sind, es gibt oft wenige Eigenschaften, die sie ausmachen und man hat das Gefühl, sie zu kennen und dann kommt es doch ganz anders und hinter jedem verbirgt sich eine ganz eigene Geschichte. Besonders Lenz mochte ich in der Geschichte sehr, ein Mann oder ein Junge, mal acht und mal einundvierzig Jahre alt und scheinbar mit der Unfähigkeit geboren, jemandem etwas anzutun. Die Welten, die sie beschreibt sind einerseits ganz nah an der Realität, weil es die Orte in Wirklichkeit auch gibt (das Dorf zum Beispiel liegt in der Nähe von Berlin, ob des das Dorf gibt, weiß ich nicht), und andererseits haben sie immer etwas surreales. So zum Beispiel Die vielen weißen Kaninchen, die sich im Dorf tummeln, oder das strahlend blaue Seidenkleid eines kleinen Mädchens, das immer wieder auftaucht und genauso schnell wieder verschwindet. Auch diese Geschichte etwas sehr Ernstes an sich, finde ich, und zwar auf die Art, wie sie die verschiedenen Dorfbewohner so scharf beschreibt und am Ende zeigt, wozu ein vermeindlicher gemeinsamer Gerechtigkeitswille so fähig ist ... aber lest selbst :) Mir hat auch dieses Buch wieder seeehr gut gefallen, weil es bei Antonia Michaelis jedesmal eine ganz neue, gleichzeitig ein wenig unwirkliche und sehr ehrliche Welt zu entdecken gibt und dazu noch eine sauspannende Geschichte, wo man wirklich jeden verdächtigen kann. Ich mag ihre Bücher sehr und bin schon so gespannt auf "Niemand liebt November"! :) Aber erstmal viel Spaß mit diesem hier!

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    • 3
  • Dieses Buch liest sich wie ein Film.

    Friedhofskind
    MacBaylie

    MacBaylie

    07. November 2014 um 13:10

    Meine Meinung: „Friedhofskind“ ist inzwischen das 7. Buch, das ich von Antonia Michaelis gelesen habe und jedes einzelne dieser Bücher ist etwas ganz Besonderes.  Auf dem Cover von „Friedhofskind“ steht zwar Kriminalroman, jedoch sollte man hier nicht den typischen Krimi erwarten. Polizeibeamte oder die üblichen Ermittler finden in dieser Geschichte nicht statt. Hier funktioniert alles etwas anders. Wir befinden uns in einem kleinen, einem sehr kleinen Dorf an der Ostsee. Man ist am liebsten unter sich, und alles, was in diesem Dorf geschieht, bleibt auch dort. Wird dort begraben - vom Friedhofskind. Oder von den Dorfbewohnern. Probleme werden in Kuchen verbacken und mit Schweigen verziert. ---Um halb fünf Uhr morgens hatte das Sonnenlicht eine Aschenputtelfarbe, ein blasses Goldgelb. Das Schleierkraut auf den nebligen Wiesen war wie Rüschen.--- (S.155)  Antonia Michaelis schafft es immer wieder mich mit ihren Worten zu fesseln und zu bezaubern. Jeder ihrer Charaktere erhält eine unglaublich Tiefe, sodass man deren Handlungen immer bestens nachvollziehen kann, ganz egal, ob man selber damit einverstanden ist oder nicht. Als Nichtbetroffener ist es immer einfach zu sagen: „Ach du lieber Himmel, so würde ich im Leben nicht handeln ... wie kann sie/er nur ...“ aber hier bekommen die Figuren grundsätzlich das passende Gerüst, die passende Vorgeschichte, passende Gedankengänge. Es kommen Dinge zur Sprache, die der „Otto Normalbürger“ am liebsten tief im Verborgenen hält. Verdrängter und aufwallender Seelenschmerz, Verletzbarkeit, intensivste Empfindungen, Einbildungen, die so manchem Gehirn Streiche spielen. Die Geschichte saugt einen förmlich in ihren Bann, auch wenn sie nicht reißerisch oder brutal erzählt wird. Die Autorin versteht es einfach mit kleinen Feinheiten zu überzeugen. ---“Manchmal“, sagte Siri, „sind die kleinen und unwichtigen Dinge wichtig.“--- (S.300) Dieses Buch liest sich wie ein Film. Man sieht die grauen Häuser des Dorfes, die erblühenden Blumen und Felder, riecht das Meer. Erlebt den Sturm, schmeckt die salzige Luft und spürt Freude und Verzweiflung der Hauptfiguren. Bei dieser Autorin kann man sich seiner Vermutungen nie sicher sein. Am Ende kann wieder alles ganz anders sein. Fazit: Ein wunderbares Buch. Wortgewaltig, psychologisch, bildhaft und spannend. Unbedingt empfehlenswert für Leser, die gerne die psychologische Seite der Hauptfiguren ausgeleuchtet haben möchten.

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  • Antonia Michaelis Poesie in einem packenden Krimi hat mich schwer beeindruckt. Seltenheitsfaktor!

    Friedhofskind
    Floh

    Floh

    Jugendbuchautorin Antonia Michaelis startet nun mit ihrem ersten Krimi durch. In "Friedhofskind" zeigt die Autorin genau ihre Sprachmelodie und bildhafte Poesie, wofür sie sich schon einen guten und bekannten Namen gemacht hat. Diesen Wiedererkennungswert hat sie jetzt in einem fesselnden und schockierenden Krimi umgesetzt, was mich wirklich sprachlos hat werden lassen. Die Atorin jongliert nicht nur mit einer feinen und einzigartigen Sprachmelodie, nein, sie kann auch fesseln, schockieren und für Beklemmungen mit unerträglicher Spannung sorgen. Dieser Krimi ist ausgezeihnet durch einen Seltenheitsfaktor a la Antonia Michaelis. Erschienen im emons Verlag (http://www.emons-verlag.de/start) Zum Inhalt: "Siri soll neue Fenster für die Kirche eines kleinen Küstendorfes fertigen. Als sie die Bewohner nach den ursprünglichen Fenstern fragt, stößt sie auf eine Mauer des Schweigens. Denn die Leute hier reden nicht gerne. Vor allem nicht über das Kind, das vor dreißig Jahren hier ertrunken ist. Oder über den Totengräber, der angeblich mit den Seelen der Verstorbenen spricht. Und darüber, dass man sich mit ihm gut stellen sollte, wenn man die Toten nicht gegen sich aufhetzen will ..." Handlung: Die Handlung klingt zunächst sehr profan und wenig spektakulär, macht zwar neugierig, aber dass was sich wirklich hinter dem Klapptext verbirgt, dass etblättert sich dem Leser nur häppchenweise und lässt ihn mehr und mehr fassunglos werden. Dieser Krimi von Antonia Michaelis dringt tief in die Furchen der menschlichen Urangst und des Nervenkostüms vor. Es beginnt mit einem speziellen Auftrag für Protagonistin Siri, die in einem eigentümlichen Dorf für die Renovierung der Kirche beauftragt wird. Als sich Siri unter die Dorfbewohner mischt, bekommt sie es neben unerträglichen Schweigen auch mit sagenhaften Ammenmärchen zu tun. Was sind das für Leute? Was ist dran an all den Warnungen und Verteufelungen? Haben die Bewohner wirklich schlimmstes zu verschweigen oder böses zu befürchten? Wer bricht das Schweigen? Was wird Siri wiederfahren, wenn sie den Dingen weiter auf den Grund geht. Der Schrecken einst vergangener Jahre nimmt seinen Lauf und es gibt vor der Wahrheit scheinbar kein Entrinnen mehr. Eine Verkettung aus unglaublichen Geschehnissen und unerträglicher Spannung und Angst.... Schreibstil: Die Autorin Antonia Michaelis besitzt einen so eindringlichen und tiefgehenden Schreibstil, dass sie gleich zu Beginn all meine Sympathiepunkte erhaschte. Sie besitzt eine ganz besondere Note, die Geschehnisse und Schauplätze zu umschreiben und diese an den Leser zu bringen. Zunächst jedoch gibt ein unglaublicher Prolog "Kapitel 0" erste Rätsel und viele Fragen auf. So fesselt die Autorin den Leser an die Ereignisse und lässt diesen nicht mehr los, bis wirklich alle Fragen beantwortet und verknüpft sind. Sie nutzt unter anderem den typischen Schreibstil für einen gelungenen Krimi, denn sie zeigt sich geheimnisvoll, verschworen, eigentümlich und ängstlich, dass alles übermittelt sie durch ausgefeilte Psychogramme der einzelnen Haupt- und Nebenrollen. Ein Krimi mit Thrill. Antonia Michaelis legt falsche Fährten, baut ein Labyrinth aus Schweigen und Warnung, aus Angst und Hoffnung, aus Vergangenheit und Gegenwart, Michaelis sorgt für Irrungen und Wirrungen, streut Handlungsstränge und lässt den Leser an den Recherchen und Entdeckungen aktiv teilhaben. Sie bringt die Verzweiflung, die Schuldgefühle und Ängste der Dörfler sehr nahe, kriecht somit unter die Haut und sorgt für fast mörderische Beklemmungen beim Lesen. Zudem schafft sie es immer wieder mit authentischen dorftypischen Anekdoten für Ironie, Sarkasmus und tollen erfrischenden Humor in den Dialogen zu sorgen. Ein Emotionsmix aus Spannung, Angst, Gefühl, Sorge, Tatendrang, Hass, Entsetzen und bloßem Schock, gespickt mit verschrobenen Persönlichkeiten, Humor, Witz und Sackgassen. Antonia Michaelis formt eindringliche Dialoge mit authentischen Dialekt, der mich ganz besonders erfreut. Im Dorf ticken die Uhren anders. Sehr gut gemacht und toll präsentiert. Nichts überladen oder übertrieben, fein abgestimmt und wunderbar gewürzt. 5 Sterne gibt es allein für den einzigartigen Schreibstil der Autorin. Krimi-Autorin Michaelis wartet mit einem Krimi auf, der auch ohne maßlos übertriebene Morderei und Blut gut unterhält und für Lesevergnügen, unheimlich viel Spannung und ganz viel Irrung und Wirrung und Geheimniskrämerei und Mystik sorgt, all das hebt sie besonders durch ihre Poesie hervor. Das Buch liest sich flüssig und unterhält, sorgt für Kribbeln und strapazierten Nerven. Sie schreibt flott, flüssig, teils auch humorig und trifft den Nerv der Zeit und lässt trotz aller Tragig und Betroffenheit an manchen Stellen die Bauchmuskeln zucken. Charaktere: Viel Geschick und Können beweist die Autorin bei der Auswahl der Charaktere. Denn hier treffen wir viele Persönlichkeiten und gerade das Leben der Dörfler bringt den Leser an den Rand der Verzweiflung, auch Hauptcharakter Siri hat keinen leichten Stand. Hier gibt es Klatsch und Tratsch und steinerndes Schweigen. Geheimnisse und grausamme Märchen. Siri hätte Anfangs nicht gedacht, in was für ein abscheuliches Wespennest sie hier tritt. Dieser Auftrag zur Renovierung der Kirchenfester wird ihr Leben verändern und die Urängste der Menschen heraufbeschwören. Der Leser ist stets mittendrin und fühlt mit jeder Faser die Angst der Protagonisten. Ausgefeilte Psychogramme bieten Abwechslung und Entsetzen. Hier ist Schubladendenken sicherlich nicht die beste Wahl, denn das Blatt wendet sich und einige Charaktere nehmen urplötzlich eine ganz andere Stellung im Buch ein. Besonders der "Totengräber" Lenz Fuhrmann hat bei mir für Nervenkitzel und Hochspannung gesorgt. Brrrrrr.....Eine Buddelei in der eigenen Vergangenheit, eine Sucherrei nach möglichen Spuren. Auf dem Weg bis zu den Antworten, die Siri finden will, begegnen wir noch viele Charaktere aus Familie, Umfeld, Mitwissern und Nebenrollen. Jeder könnte etwas sagen oder wissen. Wer hat was zu vertuschen? Wer hat eine alte Schuld offen? Wer fühlt sich verletzt, wer hätte ein Eindeutiges Motiv? Wer ist hier eigendlich Opfer und wer ist Täter? Knifflige Konflikte entstehen hier. Wir treffen auf sympathische und unsympathische Figuren und dürfen so manchen Überraschungsmoment erleben. Autorin Antonia Michaelis beweist großes Geschick, denn sie bringt die vielen Rollen und Nebenrollen in Einklang und lässt den Leser somit mitfühlen und ganz wichtig: Sie lässt den Leser an den bewegenden Schicksal teil haben! Meinung: Das Treiben rund um die Dorfgeheimnisse, um den Mythos Totengräber und all die Verschwörungstheorien und das Schweigen im Dorf , um die Vergangenheit, die Gegenwart und der ehrlichen Gefahr, den Urängsten und Beklemmungen, um die Abgründe, die sich offenbaren...., um den oder die Täter/in, um die Opfer, um die Mutmaßungen, um die Wendungen und Kuriositäten sind äußerst irr und wirr aber mehr als unterhaltsam und spannend dargestellt. Da mich dieser Krimi absolut durch seine Eindringlichkeit, Schärfe , die Charaktere, die Story, die Umstände, die ganzen Ideen, die Dialoge und vor allem die verschrobenen Konstellationen absolut überzeugt und unterhalten hat, gibt es von mir ohne Wenn und Aber wohl verdiente 5 Sterne. Pluspunkt ist hier der idyllische Landcharakter, sehr reizende Schauplätze und Menschen, die mehr verbergen, als dass sie offenbaren wollen. Die Autorin reizt den Leser zum Schubladendenken und lässt diesen gekonnt damit auflaufen. Gerade die schöne heile Welt bröckelt langsam vor sich hin und immer neue Abgründe tun sich auf. Psychische Störungen, Lug und Betrug, Neid und Missgunst...Schließlich bringt es viel Potential für eine Kriminalhandlung gepaart mit verschrobenen Persönlichkeiten, das Wahren der Idylle und des eigenen Ansehens....all das vereint zaubert einen Krimigenuss wie er sein soll! Pluspunkt ist die Sprachmelodie der Auorin, der Seltenheitsfaktor und Suchtpotential besitzt. Cover: Ein gelungenes Motiv, es passt zum Schauplatz, zum Ereignis, zu den Geheimnissen und den vernebelten Geschehnissen. Mystisch, interessant und geheimnisvoll. Die Kapiteleinteilung gefällt mir gut, das Schriftbild ist sehr angenehm und das Buch liegt bequem in der Hand. Hochwertige Verarbeitung und viel zu lascher Klapptext. Hier ist der Inhalt schärfer, als das man es annehmen könnte.... Die Autorin: "Antonia Michaelis wurde in Kiel geboren und ist in Augsburg aufgewachsen. Sie hat in Greifswald Medizin studiert und unter anderem in Indien, Nepal und Peru gearbeitet. Heute lebt sie mit Mann und zwei Töchtern gegenüber der Insel Usedom im Nichts, wo sie zwischen Seeadlern, Reet und Brennnesseln in einem alten Haus lauter abstruse Geschichten schreibt." Fazit: Ein komplexer und ausgefeilter sehr packender und bewegender Krimi, der durch Sprache und Mystik sich von anderen Krimis deutlich abhebt. Hier geht das Lesen an die Substanz und man ist so nah dabei wie selten.

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    • 8
  • Ein feinfühlig-hintergründiger, hoch poetischer, wunderbar geschriebener Krimi

    Friedhofskind
    Elwe

    Elwe

    Wer Antonia Michaelis kennt, weiß, dass sie keine alltäglichen Bücher schreibt, dass ihre Geschichten hochspannend, aber auch einen Tick surreal sind, von großer Sprachschönheit getragen und einfach anders als der Mainstream. FRIEDHOFSKIND macht da keine Ausnahme. Es ist ein Krimi, der in einem kleinen nordostdeutschen Dorf spielt, aber es ist auch ein Sprachkunstwerk, ein großartiges Kammerspiel dörflicher Schrulligkeit (mit hohem Wiedererkennungswert), ein surreales Gemälde und ein sehr psychologischer, sehr spannender Thriller - der zwar seine Leichen hat, aber fast ganz ohne Blut auskommt und nebenbei ganz ohne Kitsch schon schmerzlich-schön romantisch sein kann. Das Dorf, in dem die Geschichte spielt, ist ein Hundert-Seelen-Nest, mit ein paar Alteingesessenen, mit kuchenbesessenen Dorffrauen, einem pragmatischen Handwerker, einem Fischer, einem übermotivierten Jung-Nazi, die als Wiederhersteller von Recht und Ordnung bewundert werden möchte, ein paar Wochenend-Datschen-Besuchern ... und einem Totengräber.  Der Totengräber heißt Lenz Fuhrmann, ein erwachsener Mann mit kindlichem Gemüt und einer geisterhaften, achtjährigen Freundin, der den Friedhof rund um die kleine Kirche pflegt und der allen Leuten unheimlich ist. Mit den Toten soll er sprechen können. Und Menschen, die böse zu ihm sind, passieren merkwürdige Unfälle. Dann schneit Siri ins Dorf, eine bunte Blüte Frohsinn in einem geblümten Regenmantel, die sich über den Sommer in der Kellerferienwohnung einer neugierigen Dörflerin einmietet und den Auftrag bekommen hat, die Glasfenster der Kirche zu restaurieren. Vor 30 Jahren sind sie unter merkwürdigen Umständen nämlich alle gleichzeitig gesprungen. Während sie versucht herauszufinden, wie die Fenster aussahen und warum sie kaputt gegangen sind, kommt sie dunklen Geheimnissen so nahe, dass sie die Aufmerksamkeit eines Mörders auf sich zieht. Jemand will nicht, dass sie ausgräbt, was damals geschah. Und jeder, der mit Siri darüber reden will, erleidet merkwürdige Unfälle. Plötzlich gibt es eine Menge Tote, die Lenz Fuhrmann beisetzen muss. Und Siri gerät in eine Dunkelheit, die dreißig Jahre in diesem Dorf geschlafen hat.  FRIEDHOFSKIND ist ganz große Erzählkunst. Der Roman beginnt langsam, fast heiter, und dann zieht er den Leser in einen unbändigen Sog, aus dem er sich nicht mehr befreien kann. In einer wundervoll-farbigen, greifbar dichten Atmosphäre verfolgt man atemlos die Schicksale von Siri und Lenz, wie sie sich kreuzen, ineinander verschlingen, verknoten und miteinander kollidieren. Ihre Skurilität macht sie umso lebensechter, sie sind keine Pappfiguren, keine gestaltgewordenen Klischees, sondern wunderbar atmende und lebende Menschen, mit denen man aus ganzem Herzen mitfiebern kann, in guten wie in schlechten Zeiten. Das Buch ist prallvoll von phantastischen Details, und die surrealen Geistergeschichten, die unter der Oberfläche mitschwingen, sind so gut eingewoben, dass man lange nicht weiß, wie die Auflösung aussehen könnte.  Das ist auch eine weitere Qualität dieses Krimis - dass das Miträtseln ganz besonderen Spaß macht, weil man sich nie über irgendetwas sicher sein kann, weil immer, wenn man eine Ahnung hat, sich wieder alles ändert. Psychologisch wunderbar komplex, sprachlich von großer Schönheit und mit einem unglaublich feinen Gespür für die kleinen Zwischentöne geschrieben - das ist ein ganz besonderer, herausragend guter Kriminalroman, ein echtes Juwel, das man auf keinen Fall verpassen sollte!

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    • 2
  • Ein Roman mit einer großen "Gefühlswelt"

    Friedhofskind
    Adlerauge

    Adlerauge

    " Was ,wenn Du nicht weisst, ob Du ein Mörder bist ? " Ein meisterhafter Thriller und eine berührende Liebesgeschichte von der Autorin des "Märchenerzählers": stimmungsvoll, intensiv, hochspannend. Meine Meinung: Wow !  - Was für ein tolles Buch ! Habe dieses Buch in kürzester Zeit (3 Tage) durchgelesen und bin absolut begeistert ! Es handelt sich hier weder um einem Krimi oder Thriller , sondern mehr um eine sehr düstere und mysteriöse Geschichte ,eingeschlossen von einer zarten "Liebesgeschichte". Einfach eine einmalige, teils poetische und sehr feinfühlige Geschichte zweier Pesonen ( Siri und den jungen Lenz ) Allein die Schreibweise und der Erzählstil der Autorin (Antonia Michaelis ) machen dieses Buch zu einem wahren Lesegenuss .

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    • 2
  • Eine ganz außergewöhnliche Erzählung (im positiven Sinn), die man gelesen haben sollte

    Friedhofskind
    KleineLeseecke

    KleineLeseecke

    Siri verbringt einen Sommer in einem kleinen Küstendorf, in dem vor dreißig Jahren unter mysteriösen Umständen ein Kind ertrank. Die Bewohner des Dorfes reden nicht gern darüber - genauso wenig wie über den Totengräber, der angeblich mit den Seelen der Verstorbenen spricht. Oder darüber, dass man sich gut mit ihm stellen sollte, wenn man die Toten nicht gegen sich aufhetzen will. Siri drängt tief in die dunklen Geheimnisse des Dorfes ein. Und stößt dabei auf das Unfassbare... Wer bereits Bücher von Antonia Michaelis gelesen hat, weiß, was ihn auch bei "Friedhofskind" erwartet. Eine Kriminalgeschichte für Erwachsene, diesmal aber mit erstaunlich wenigen surrealen Momenten, dafür jeder Menge Spannung pur. Was ich an Michaelis' Büchern so liebe ist ihr unvergleichlicher poetisch-bildhafter Schreibstil, der seinesgleichen sucht. So auch in "Friedhofskind". Der besondere Schreibstil ist meiner Meinung nach auch dafür verantwortlich, dass man unheimlich schnell in die Geschichte eintauchen kann und sie einen nicht mehr loslässt, selbst wenn man sie schon zu Ende gelesen hat. Beim Lesen entsteht vor dem inneren Auge haarscharf ein kleines, abgelegenes Dorf auf einer kleinen Insel in der Ost- oder Nordsee, dessen düstere und beklemmende Stimmung auch schnell auf den Leser umschlägt. Während des Lesens konnte ich so richtig in die Handlung und in die gesamte Dorf eintauchen, sodass ich meine komplette Umwelt vollkommen vergessen habe und das passiert selbst mir als Vielleserin sehr, sehr selten. Die Idee hinter der Geschichte hat mir sehr gut gefallen, denn letztlich ist Siri natürlich nicht zufällig in dem Dorf gelandet. Man erfährt und entdeckt aber erst nach und nach mehr, weil der Spannungsbogen sehr geschickt konstruiert ist. Das Ganze endet ganz am Schluss in einer Katastrophe, die sehr anschaulich zeigt, wozu Menschen mit ihrer beschränkten Sichtweise, ihren Vorurteilen und ihrer Angst fähig sind. Hierzu werde ich aber nicht mehr verraten, schließlich möchte ich niemandem etwas vornewegnehmen. Fazit: Eine Pflichtlektüre für alle Antonia Michaelis-Fans, aber in erster Linie für die erwachsenen, denn für Jugendliche ist das Buch zu heftig. Man darf keinen reinen Krimi oder Thriller erwarten, sondern muss sich auf einen speziellen Schreibstil und eine außergewöhnliche Erzählweise einlassen können, dann wird man nämlich mit einer Geschichte jenseits des Einheitsbreis belohnt. Volle 5 Sterne, wenn möglich, würde ich sogar die doppelte Anzahl vergeben.

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    • 2
  • gute Grundidee - fehlende Spannung

    Friedhofskind
    Taluzi

    Taluzi

    Siri Pechton soll die Kirchenfenster in einem kleinen Küstenort erneuern. Es ist ein kleines Dorf, in das sich nicht oft Fremde verirren. Seit Jahren sind die Kirchenfenster zugenagelt, nachdem sie damals alle gleichzeitig zersprangen als die kleine Iris ertrank. Das Friedhofskind soll Schuld am Tod des kleinen Mädchen sein. Siri will mehr über die Kirchenfenster, das Dorf und das Friedhofskind Lenz Fuhrmann erfahren. Aber niemand im Dorf redet gerne. Alles hat seine festen Strukturen. Diese Strukturen bringt Siri durcheinander, weil sie genau wie Lenz: das Mädchen im blauen Kleid sehen kann, Fragen stellt und sich nicht von Lenz fernhält. Plötzlich gibt es Todesfälle in dem kleinen Küstendorf. Soll Siri abgeschreckt werden? Soll sie keine weiteren Informationen über das Dorf und seine Bewohner erhalten? Wer weiß was? Was hat das Friedhofskind damit zu tun? Das hört sich nach einem spannenden Kriminalroman an. Leider wurde ich enttäuscht. Schon auf Seite 26 war klar, dass Siri und Iris eine Verbindung haben. Aber statt, dass der Krimi nun Fahrt auf nahm, trieb er im Seichten dahin. Es kam keine Spannung auf und die Handlung zog sich träge dahin. Ich als Leser fragte mich, was ist das Geheimnis des Dorfes und fand auch die Familiengeschichte von Lenz Fuhrmann sehr interessant. Lenz -das Friedhofskind- ist der Totengräber der Insel und als 42 jähriger Mann aber emotional bei 8 Jahren stehen geblieben. Er scheint an der Zeit vor Iris Tot festzuhalten. Die Kaninchen, die Lenz anzog und die bei ihm in der Datsche schliefen, machten die Handlung nicht unheimlicher, sondern eher niedlicher. Auch als Kaminski sich um die Kaninchen kümmert, war das so sachlich erzählt, dass ich als Leser nur kurz dachte „Schade!“ Da und auch an einigen anderen Stellen hätte die Autorin mehr Spannung erzeugen können. Es war manches einfach zu sehr in die Länge gezogen und vieles vorhersehbar für den Leser. Gut gelungen ist der Autorin das engstirnige Dorfleben und die schrulligen Leute darzustellen, die seit Jahren in ihrem gleichen Trott leben. Erschreckend, weil genau so kleine, alteingesessene Dörfer so ticken. Die beiden Hauptfiguren Siri und Lenz waren charakteristisch gut ausgedacht. Besonders Lenz gefiel mir gut mit seiner kindlichen und erwachsenen Seite. Er wirkte wie die Ruhe selber und kümmerte sich liebevoll um den Friedhof. Seine Liebe zu Iris und seine Liebe zu Siri dominierten den Kriminalroman. Ich würde ihn daher – auch wegen der fehlenden Spannung – eher als Roman betiteln.

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    • 2
  • Friedhofskind

    Friedhofskind
    safido

    safido

    11. February 2014 um 16:23

    Zum Inhalt: Vor vielen Jahren sind die Fenster der Kirche in einem kleinen Küstendorf auf unerklärliche Weise zu Bruch gegangen. Nun soll Siri neue Fenster herstellen. Sie reist in das Dorf, mietet sich in einer kleinen Pension ein und will etwas über die ursprünglichen Fenster und das Dorf erfahren. Doch die Dorfbewohner reden nicht gerne. Und schon gar nicht mit Fremden. Das einzige, was sie Siri erzählen ist, dass sie sich vom Friedhofskind fernhalten soll. Denn der Totengräber des Ortes, da sind sich alle sicher, kann mit den Seelen der Verstorbenen sprechen und ist Schuld am Tod eines kleinen Mädchens, das vor über dreißig Jahren hier ertrunken ist. Doch keiner kann ihm etwas beweisen und Lenz Fuhrmann – das Friedhofskind – kann sich nicht erinnern… Meine Meinung: Nach “Der Märchenerzähler” und “Die Worte der weißen Königin” war “Friedhofskind” mein drittes Buch von Antonia Michaelis. Die Jugendbücher der Autorin haben mir sehr gut gefallen. Daher war ich sehr auf den ersten Krimi aus ihrer Feder gespannt. Und ich kann schon mal verraten, dass ich nicht enttäuscht wurde. “Und dann sah sie etwas auf der Friedhofsmauer – etwas Blaues. Ein kleines Mädchen in einem blauen Kleid. Aber als sie noch einmal genauer hinsah, war kein kleines Mädchen dort. Auf der Mauer stand ein Mann.” (Seite 12) Die Geschichte vom Friedhofskind beginnt ein wenig mysteriös, macht Lust auf mehr. In Genuss dieses Mehr kommt man bereits wenige Seiten später: Wenn Siri in dem kleinen Küstenort ankommt und sie zum ersten Mal Lenz Fuhrmann – dem Totengräber, dem Friedhofskind – begegnet, nachdem er von der Friedhofsmauer herunter gesprungen ist, auf der Siri kurz zuvor noch ein Mädchen in einem blauen Kleid gesehen hat. Denkt sie… Man kann gar nicht anders, als sich sofort zu fragen, was das wohl zu bedeuten hat. Und so geht es auch das ganze Buch über weiter. Seite für Seite. Denn die Geschichte öffnet sich einem nur langsam, gibt nur nach und nach mehr von sich preis. Zu Beginn hatte ich keine Ahnung, wie das alles zusammenhängen könnte und befand mich vom ersten Moment an in seinem Sog – wollte wissen, was ich noch nicht wusste. “Sie konnte sie nie erreichen, egal, wie schnell sie rannte. Der Schimmer blauer Seide am Rande ihres Gesichtsfelds war uneinholbar; sie war zweiunddreißig Jahre von dem Schimmer entfernt, zweiunddreißig mal dreihundertfünfundsechzig mal vierundzwanzig Stunden. Eine unüberbrückbare Zeit.” (Seite 71) Siri und Lenz sind zwei tolle Charaktere, die die Autorin wunderbar gezeichnet hat: Die unscheinbare “Fensterfrau”, deren Markenzeichen ihre “Seelenspiegelfenster” sind, die immer tiefer in die Geheimnisse des Dorfes vordringt und auch selbst welche hat. Der etwas unheimlich und plump wirkende Totengräber, der für die Leute im Dorf immer noch das Kind – Friedhofskind – ist, das schon früher immer zwischen den Grabsteinen gesessen hat und von dem alle denken, dass er zu Bösem fähig ist. Zusammen tragen die beiden die Geschichte, die von den anderen Dorfbewohnern perfekt abgerundet wird. Das triste Einheitsgrau des Ortes, von Lenz’ stets grauer Kleidung, seiner grabsteingrauen Augen und des Friedhofs durchbricht die Autorin mit wundervoll farbigen Worten - wenn sie über Siris Regenmantel mit den bunten Blumen, die von Lenz liebevoll bepflanzten Gräber, die Felder, die das kleine Dorf an der Küste – dessen Name man nie erfährt – umgeben, das blaue Kleid von Iris und den ebenso blauen Augen von Siri schreibt. Dank dieser und anderer Beschreibungen befand ich mich während des Lesens mittendrin in dem kleinen Dorf mit seinem Friedhof, der Kirche, der kleinen Bucht und den Datschen. »Wenn ich irgendwann sterbe«, wisperte sie, »möchte ich hier begraben werden.« Und dann erschrak sie. Es gab zwei Personen, die das gesagt hatten, so oder ähnlich, und die hier begraben worden waren – lange vor ihrer Zeit. (Seite 136) Von den einzelnen Elementen in “Friedhofskind” wirkt keines unpassend. Der Krimi, die Liebesgeschichte, das Mysteriöse – all das gehört zu diesem Buch, macht es komplett. Würde ein Teil davon fehlen, würde man es dem Buch anmerken. So, und nur so, wirkte die Geschichte rund und richtig. Ein großes Ganzes zusammengesetzt aus kleinen Teilen. “Friedhofskind” war für mich ein echter Lesegenuss. Antonia Michaelis’ Art und Weise zu schreiben konnte mich in ihrem ersten Kriminalroman für Erwachsene ebenso überzeugen, wie schon in ihren Jugendbüchern. “Hier wanderte es, das Kind, das sie alle verlassen hatten, hier wanderte es ganz alleine durch die Nebel, zwei Meter groß und einundvierzig Jahre alt.” (Seite 203) BOOKWIVES

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