Antonia Michaelis Nashville oder Das Wolfsspiel

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Inhaltsangabe zu „Nashville oder Das Wolfsspiel“ von Antonia Michaelis

Die achtzehnjährige Svenja findet in einer Abseite ihrer neuen Tübinger Studentenwohnung einen verwahrlosten, stummen elfjährigen Jungen. Fürsorglich nimmt sie ihn bei sich auf. Nach seinem T-Shirt-Aufdruck nennt sie ihn Nashville. Als eine Serie von Morden an Obdachlosen die Stadt in Aufruhr versetzt, wird Svenja unruhig. Hat Nashville, der immer wieder heimlich verschwindet, etwas damit zu tun? Bald schon merkt sie, dass auch ihr Leben bedroht ist

Auf eigene Weise außergewöhnlich gewöhnlich

— buchliebhaberin26
buchliebhaberin26

Die Charaktere sind total dämlich und es ist sehr anstrengend zu lesen. Aber die Geschichte an sich war gut.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Super! Ich liebe dieses Buch.

— ElodieW
ElodieW

Spannend und atmosphärisch dicht erzählt: Top!

— Janareads
Janareads

Sehr poetisch geschrieben mit krassem Ende. Dieses Buch regt echt zum Nachdenken an.

— AlenasTops
AlenasTops

Unter dem Titel hatte ich mir etwas Anderes vorgestellt,trotzdem war es ein gutes Buch nicht durchgehend spannend,jedoch mitreißend.

— Luzie-Polli
Luzie-Polli

Sehr mitreißend, obwohl das Buch nicht durch ständige Spannung punkten kann

— Summer-Sarah
Summer-Sarah

Wunderbarer, aber verstörender Jugendthriller über das Leben "zwischen den Zeilen" und Freundschaft.

— ChiwicaDreamworld
ChiwicaDreamworld

Eine eigenwillige, verstörende Geschichte, mit wunderschöner Stimme erzählt, gespickt mit Poesie.

— Momone
Momone

So seltsame Charaktere habe ich noch nie erlebt! Und die Story war langweilig und vorhersehbar.

— Sarah_Lin
Sarah_Lin

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    Nashville oder Das Wolfsspiel
    buchliebhaberin26

    buchliebhaberin26

    10. March 2017 um 15:02

    Im Thriller „Nashville – oder das Wolfsspiel“ von Antonia Michaelis, 2013 erschienen, geht es um eine Reihe von grausamen Morden an Obdachlosen und einem elfjährigen Jungen, der miterleben musste, wie seine Mutter umgebracht wurde. Er ist stark traumatisiert und ähnelt anfangs mehr einem verschreckten Tier als einem unbeschwerten Kind. Tübingen. In der Stadt ist ein Irrer unterwegs – er tötet Obdachlose, es hat den Anschein, als wolle er alle heimatlosen Menschen beseitigen. Svenja zieht in diese Stadt, um dort Medizin zu studieren. Zweites Semester. Als sie in ihrer neuen Wohnung die Küchenschranktür öffnet, sieht ihr ein Junge, höchstens elf Jahre alt, entgegen. Und zwar kopfüber. Er spricht nicht; es ist, als würde sie gegen eine Wand reden. Da er scheinbar keinen Namen hat, nennt sie ihn „Nashville“, nach dem Aufdruck auf seinem T-Shirt. Nach und nach gewöhnen sich die beiden aneinander, sie werden zu einem eingespielten Team. Doch da gibt es auch noch die andere, unberechenbare Seite an Nashville: er versteckt Messer unter dem Bett, ist öfter nachts in der Stadt unterwegs und verliert die Kontrolle über sich, sobald er an die Nacht erinnert wird, in der er stiller Beobachtersein musste, wie seine Mutter Sirja ermordet wurde. Ein Junge voller Rätsel. Kann man ihm trauen? Ist er am Ende der Mörder, den alle fürchten? Er ist zwar noch ein Kind, ja, aber ein unglaublich erwachsenes. Manchmal ängstigt Svenja diese Tatsache. Aber sie möchte einfach nicht glauben, dass sich hinter diesem seltsamen Findelkind ein herzloses Monster verbirgt. Und als Nashville spurlos verschwindet, ist Svenja sofort klar: Sie muss ihn suchen, ihn retten. Er ist ihr in den letzten Wochen unglaublich ans Herz gewachsen. Er ist besonders, auf seine eigene Art. Und er kann unmöglich ein Mörder sein! Oder etwa doch? Antonia Michaelis ist eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Wie auch „Der Märchenerzähler“ und „Die Worte der weißen Königin“ konnte mich „Nashville – oder das Wolfsspiel“ regelrecht umhauen. Begeistern ist da noch zu milde ausgedrückt. Michaelis spricht Tabu-Themen an, die einfach nicht unter den Teppich gekehrt werden dürfen, sie müssen an die Öffentlichkeit gelangen, die Menschen darauf aufmerksam machen. Die Charaktere sind unheimlich liebevoll ausgearbeitet, man kann sich prima in die Protagonisten hineinversetzen. Und der Schreibstil! Wow! Wirklich, Antonia Michaelis verwendet solch eine bildhafte Sprache, wie ich sie sonst nur aus Gedichten kenne – und das mit riesigem Talent. Da kann man direkt neidisch werden! :)

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  • Nashville

    Nashville oder Das Wolfsspiel
    ElodieW

    ElodieW

    06. January 2017 um 16:16

    Danke für diese Wundervolle Werk!

  • Gewinnt die 15 Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams aus dem Jahr 2015!

    Lua und die Zaubermurmel
    Daniliesing

    Daniliesing

    Die Vorweihnachtszeit ist doch die schönste Zeit im Jahr für tolle Buchempfehlungen, oder? Da es ja schon eine kleine Tradition geworden ist, möchten wir vom LovelyBooks Team euch auch 2015 wieder unsere Lieblingsbücher des Jahres empfehlen und einen von euch sogar mit einem Buchpaket, das alle 15 Bücher enthält, glücklich machen! Bevor es mit den einzelnen Lieblingsbüchern losgeht, möchten wir euch aber ein wunderbares Kinderbuch ans Herz legen, das uns alle bezaubert hat und das Klein und Groß mit seiner berührenden Geschichte in seinen Bann zieht! "Lua und die Zaubermurmel" ist unser gemeinsamer Buchtipp für das Jahr 2015. Unsere Buchempfehlungen: 1. kultfigur empfiehlt: "Unterwerfung" von Michel Houellebecq Ein hochinteressantes Gedankenspiel zum schlummernden Konfliktpotential in unserer Gesellschaft und der Anpassungsfähigkeit des Einzelnen. Zeitlos und aktuell zugleich. Für mich ein geniales Buch, gerade weil es stellenweise auch banale und langweilige Seiten hat - denn so sind wir Menschen nunmal. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel" von Bradley Somer Ein Goldfisch fällt aus dem 27. Stock - vorbei an den vielen Fenstern des Hochhauses und den Geschichten der Menschen dahinter. Gekonnt verknüpft Bradley Somer die einzelnen Schicksale dieser Menschen - mal ganz gewöhnlich, mal total abstrus und verbindet sie zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk, das man in dieser Form bestimmt noch nicht gelesen hat! Genial! 3. TinaLiest empfiehlt: "Im Frühling sterben" von Ralf Rothmann Ralf Rothmann hat mich mit seinem sprachlich sehr beeindruckenden Roman "Im Frühling sterben" aus einer Leseflaute geholt: Ich habe ebenso gebannt wie erschüttert von den Erlebnissen des Protagonisten Walter während der letzen Monate im zweiten Weltkrieg gelesen & auch nach dem Lesen hat mich der Roman nicht so schnell losgelassen. Ein beeindruckendes, leises und sehr starkes Buch! 4. doceten empfiehlt: "Chaos" von David Mitchell In "Chaos" erzählt David Mitchell in neun Geschichten über den freien Willen des Einzelnen in einer deterministisch-chaotischen Welt - nicht das kleinste Thema für einen Debütroman. Nahezu mikroskopisch klein sind jedoch oft die verbindenden Elemente zwischen den Geschichten, bis sie sich in ein großes Ganzes fügen, das wir wohl Leben nennen. Wer die Erzählweise aus dem bekannteren "Cloud Atlas" mag, wird auch von "Chaos" begeistert sein - ich bins! 5. Malista empfiehlt: "Die schönste Art, sein Herz zu verlieren" von Mamen Sánchez Es gibt Bücher, die liest man und am Ende waren sie gut. Und es gibt Bücher wie Mamen Sanchez' "Die schönste Art sein Herz zu verlieren", erschienen im Thiele Verlag, welches einen auf eine Reise mitnimmt, die niemals enden soll! Die Faszination des Buches liegt in den pointierten Beschreibungen der Protagonisten, ihrer Herkunft und ihrer Lebensstile, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unbedingt lesen! 6. ValerieLiebtLesen empfiehlt: "Das achte Leben (Für Brilka)" von Nino Haratischwili Ich habe das Familienepos dieses Jahr im Sommerurlaub in Portugal gelesen und war vom ersten Moment an gefesselt von dieser spannenden Geschichte rund um acht beeindruckende Frauenfiguren. Die 1200 Seiten habe ich verschlungen und danach war ich fast ein wenig wehmütig, dass die Geschichte "schon" rum war. Grandios! 7. Sophia29 empfiehlt: "Das Geheimnis des weißen Bandes" von Anthony Horowitz In diesem Jahr bin ich auf den Sherlock Holmes-Geschmack gekommen. Deswegen zählt „Das  Geheimnis des weißen Bandes“ von Anthony Horowitz zu meinen absoluten Lesehighlights 2015. Die ersten Seiten dieses Buches haben ausgereicht, um mich voll und ganz in seinen Bann zu ziehen:   London im November 1890 – der unvergleichliche Detektiv Sherlock Holmes und sein alter Freund Dr. Watson setzen alles daran, das Geheimnis um „Das weiße Band“ schnellstmöglich zu lüften, um   weitere Morde zu verhindern. Ich habe die beiden wirklich gerne auf ihrer Verfolgungsjagd begleitet und von Seite zu Seite mehr der Auflösung dieses dubiosen Falls entgegengefiebert. Dieses Buch bietet nicht nur durch und durch sympathische Protagonisten und einen einzigartigen Stil des Autors, sondern garantiert vor allem auch Spannung bis zum Schluss. 8. HannaBuecherwurm empfiehlt: "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss Lasst euch nicht vom schleppenden Anfang des Buches trügen! Sobald ihr diesen einmal hinter euch habt, wird euch das Buch vollkommen fesseln und bis zur letzten Seite nicht mehr loslassen. Vor allem der originelle Schreibstil macht dieses Buch aus, macht euch darauf gefasst, wiederholt in Lachen ausbrechen zu müssen. Das Buch ist der Auftakt zu einem fantastischen Fantasy-Epos, auf dessen Fortsetzung ich nun richtig gespannt bin! 9. aba empfiehlt: "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie Gegen Ende des Jahres nur ein Lieblingsbuch zu nennen, fällt einem oft schwer, wenn fast jedes gelesene Buch diese Auszeichnung verdienen könnte. Dieses Mal ist es bei mir nicht so, ich musste keine Sekunde lang überlegen, die Entscheidung stand schon im Frühjahr fest. "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie ist mein absolutes Lieblingsbuch aus 2015. Für so viel Leidenschaft, so konsequente und menschliche Charaktere, und eine glaubhafte und spannende Entwicklung habe ich dieses Buch sehr geliebt. 10. Kathycaughtfire empfiehlt: "Wer die Nachtigall stört ..." von Harper Lee Eines der Bücher, das man in seinem Leben unbedingt gelesen haben sollte. Es ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, aber einer, den man schlichtweg lieben muss. Die Geschichte ist wunderschön, die Botschaft nach wie vor eine unglaublich wichtige und Harper Lee eine grandiose Autorin. 11. markusros empfiehlt: "Vom Inder, der auf dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden" von Per J. Andersson Das Buch und speziell der so mutige Pikay haben mir die eigene Lust am Abenteuer und an fernen Ländern nicht nur in den Lesestunden zurückgebracht. Ich bewundere den Mut, sich aus Überzeugung für eine Sache in Situationen zu begeben, ohne vorher alle Eventualitäten intellektuell durchdacht und durchdrungen zu haben. 12. Tree_Trunks empfiehlt: "Altes Land" von Dörte Hansen Für mich ist "Altes Land" von Dörte Hansen eines der besten Bücher 2015 gewesen. Die Geschichte beschreibt die kleinen Wunden, die sich die Generationen einer Familie gegenseitig zufügen können und erzählt von der Bürde der Vergangenheit. Gleichzeitig hat Dörte Hansen einen tollen Humor, der mich wirklich laut zum Lachen gebracht hat und der von einer ungetrübten Menschenkenntnis zeugt. Ein großartiges Buch über menschliche Stärken und Schwächen! 13. Tasmetu empfiehlt: "Ich bin Malala" von Malala Yousafzai Dieses Buch war so viel mehr als das, was ich erwartet habe und ließ mich tief berührt und nachdenklich zurück. Es ist die Geschichte des Swat Lands, es ist die Geschichte der Taliban, des Islams, es ist die Geschichte ihres Dorfes, ihrer Eltern, ihrer Freunde, ihrer Heimat, ihrer Flucht. Sympathisch, aufrüttelnd, aktuell. 14. nordbreze empfiehlt: "Bora" von Ruth Cerha Die Frankfurter Verlagsanstalt sollte dieses Buch nur zusammen mit einem Flugticket nach Kroatien verkaufen. Obwohl ich schon immer eine Wasser-Sehnsucht hatte, war diese noch nie so stark wie beim Lesen von "Bora". Ich möchte auch eine Insel erkunden, klettern, schwimmen, Wein trinken (ich mag gar keinen Wein ..) und Fisch essen. Ruth Cerha beschreibt das Inselleben einfach, alltäglich, aber trotzdem prägnant, so dass man das Gefühl hat, schon einmal dort gewesen zu sein (was ich für mich ausschließen kann. Ich war noch nie in Kroatien). Hinzu kommen mit Mara und Andrej zwei unaufdringliche Protagonisten, deren Liebesgeschichte so dezent aufgestellt ist, eigentlich will ich das gar nicht Liebesgeschichte nennen. Zwischen den beiden herrscht einfach eine große Vertrautheit, die ohne große Worte auskommt. Seid ihr neugierig auf unsere 15 Lieblingsbücher 2015 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 6. Januar Zeit, bei der Verlosung eines tollen Buchpakets mit allen 15 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns über den "Jetzt bewerben"-Button ganz oben nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir selbst immer so gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Welche sind eure Buchgeschenktipps des Jahres? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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    • 990
  • Verstörend und Spannend

    Nashville oder Das Wolfsspiel
    Janjiata

    Janjiata

    30. July 2015 um 12:16

    „Nashville oder das Wolfsspiel“ ist ein Jugendthriller von Antonia Michaelis. Das Buch umfasst 480 Seiten und erscheint im Oettinger Verlag im Juli 2014. „Nashville“ handelt von Svenja, einem 18 jährigem Mädchen, welches nach Tübingen zieht, um dort Medizin zu studieren. In ihrer möblierten Wohnung findet sie einen verwahrlosten, stummen Jungen vor. Svenja nimmt ihn bei sich auf und benennt ihn nach dem Aufdruck von seinem T-shirt: „Nashville“. Doch schon bald werden in Tübingen scheinbar wahllos Obdachlose umgebracht, und Svenja merkt schnell, dass Nashville darin verwickelt ist. Um ihr eigenes und Nashvill's Leben zu schützen, muss sie bald lernen, Freund von Feind zu unterscheiden. Das Buch ist aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben. Jedoch beschreibt dieser nur Svenjas Sicht, bis auf einige Ausnahmen am Ende. Dadurch weiß der Leser immer nur genauso viel, wie die Protagonistin selber. Dies hat den Effekt, dass der Leser mehr in die Handlung involviert wird, und man selber mitfiebert. „Nashville“ steigt gleich spannend ein, mit einem Prolog, der viele Fragen aufwirft. Danach beginnt der Thriller sofort mit der Handlung. Fast alle Details über die Protagonistin oder ihr vorheriges Leben werden erst im Laufe des Buches geklärt. Dies sorgt für viel Spannung und wirft Fragen auf, die zum Weiterlesen anregen. Außerdem wird das Buch durch keine unnötigen Details in die Länge gezogen. Der Spannungsbogen des Romans wird durch die ständig ändernde Richtung der Handlung gehalten. Permanent geschieht etwas neues, abwechslungsreiches, was den Ausgang des Buches verändert. So wurde ich vom Buch „gefesselt“ und konnte es nicht eher weglegen, bis ich wusste, wer der Mörder ist. „Nashville“ hat neben der Haupthandlung noch weitere Nebenhandlungen. Die Haupthandlung, die sich ausschließlich mit den Morden an Obdachlosen und dessen Aufklärung befasst, wird durch die Nebenhandlung abgelöst. So beschäftigen sich kurze Teile des Buches mit dem Medizinstudium oder Svenjas Freunden. Dies hat den Effekt, dass das Buch ein Stück weit „Normalität“ beinhaltet, und sich so jeder Leser, trotz der Haupthandlung mit dem Buch identifizieren kann. Am Anfang ist der Schreibstil des Buches gewöhnungsbedürftig. Die Autorin verwendet bewusst zahlreiche Metaphern und andere Stilmittel um Wirkungen zu verdeutlichen und eindrucksvoller zu gestalten. Außerdem gibt es viele Schachtelsätze. Die Schachtelsätze haben zur Folge, dass ich manche Sätze wiederholt lesen musste, um sie zu verstehen. Ein negativer Aspekt ist, dass die Handlung sich oft überschlägt. Durch die schnelle Änderung der Handlung in eine komplett andere Richtung verliert man an manchen Stellen schnell den Überblick. Diese beiden oben genannten Aspekte bewirken, dass der Leser praktisch dazu „gezwungen“ wird, das Buch sehr gründlich und aufmerksam zu lesen, um der Handlung folgen zu können. Dadurch ist das Buch nichts für schnelle Leser oder für zwischendurch. Für „Nashville“ muss man sich Zeit nehmen. Ganz am Ende des Romans überschlagen sich die Ereignisse. Erst dann erfährt man, wer der Mörder ist und erst dann ergeben alle winzigen Details des Buches Sinn. Der Epilog ist noch einmal der Prolog vom Anfang, nur dass dieser am Ende Sinn ergibt und ein klein wenig weitergeführt wird. Somit werden dem Leser noch einmal Fragen aufgeworfen, welche nicht beantwortet werden. Trotz meiner Abneigung gegenüber dem Protagonisten des Buches, regt „Nashville“ zum Nachdenken besonders über die „Täter-Opfer-Rolle“ und die schlechten Lebensbedingungen von Obdachlosen an. „Nashville“ ist auf jeden Fall lesenswert. Doch da das Buch sehr tiefsinnig und zum Teil auch schonungslos ist, empfehle ich es für Jugendliche erst ab 14 Jahren.

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  • Mörderisches Tübingen

    Nashville oder Das Wolfsspiel
    Legeia

    Legeia

    29. June 2015 um 09:38

    Klappentext: Atemlos spannend! Ein mörderischer Thriller über Liebe und Verrat. Die achtzehnjährige Svenja findet in einer Abseite ihrer neuen Tübinger Studentenwohnung einen verwahrlosten, stummen 11-jährigen Jungen und nimmt ihn bei sich auf. Nach seinem T-Shirt-Aufdruck nennt sie ihn Nashville. Als eine Serie von Morden an Obdachlosen die Stadt in Aufruhr versetzt, wird Svenja unruhig. Hat Nashville, der immer wieder heimlich verschwindet, etwas damit zu tun? Bald schon merkt sie, dass nicht nur Nashvilles, sondern auch ihr Leben bedroht ist. Ein grandioser Thriller der mehrfach ausgezeichneten Autorin Antonia Michaelis, eine packende und fesselnde Geschichte von Liebe, Sehnsucht, Ängsten und Freunden, denen man nicht trauen kann. Die Autorin: Antonia Michaelis wurde in Kiel geboren und ist in Augsburg aufgewachsen. Sie hat in Greifswald Medizin studiert und unter anderem in Indien, Nepal und Peru gearbeitet. Heute lebt sie mit Mann und zwei Töchtern gegenüber der Insel Usedom im Nichts, wo sie zwischen Seeadlern, Reet und Brennnesseln in einem alten Haus lauter abstruse Geschichten schreibt. Meine Meinung: Svenja zieht nach Tübingen, um Medizin zu studieren. In der Wohnung, die sie angemietet hat, findet sie einen verwahrlosten Jungen, der nicht spricht. Er sieht mitgenommen aus und hat große, dunkle Augen. Auf seinem T-Shirt steht Nashville, und so nennt sie ihn fortan. Svenja entscheidet sich, den Jungen bei sich wohnen zu lassen, sie kann es nicht übers Herz bringen, ihn bei der Polizei zu melden. Aufopfernd kümmert sie sich um Nashville, der langsam Vertrauen zu ihr fasst. Trotzdem braucht er seinen Freiraum und verschwindet in den Nächten. Wohin, das weiß zunächst nur er. Sie lernt Friedel kennen, der mit ihr studiert, seine Freunde Thierry und Kater Karlo, und Katleen, die vor der Stiftskirche gern ihr Gemüse schneidet. Und da ist noch Gunnar, der an seiner Doktorarbeit schreibt und in den sich Svenja verliebt. Ihr wächst bald alles über den Kopf, denn ein Mörder geht in Tübingen um, der es auf Obdachlose abgesehen hat. Sie hat Angst um Nashville, der mehr über die Morde zu wissen scheint. Kann Svenja ihn schützen? "Nashville oder Das Wolfsspiel" wartet mit einer mal mehr, mal weniger spannenden Handlung auf, die auch den Leser bis zuletzt im Dunkeln lässt, wer der Mörder ist. Die Auflösung war überraschend, gelungen und auch traurig. Bücher von Antonia Michaelis nehmen mich immer auf eine Reise in die Stadt, in die Gegend mit, in der sie spielen. Mich fasziniert, mit welcher Intensität die Geschichte erzählt wird. Und am Ende ist man schockiert und melancholisch, weil es eben nicht immer ein Happy End gibt. Aber auch das passt, denn im wahren Leben ist es leider auch so. Was mir dieses Mal nicht so gut gefallen hat, war, dass die Handlung sich hinzog. Das nahm dem Nervenkitzel die vollständige Entfaltung. Auch dass Svenja einfach so Nashville "behalten" konnte und wollte - das war doch zu einfach und auch blauäugig von ihr. Wobei das ihren 18 Lebensjahren geschuldet ist, da hat man eine andere Sichtweise. Die Figuren um sie herum, die neu gewonnenen Freunde, fand ich alle gut charakterisiert. Man wusste oft nicht, wem man trauen kann und ob sie ihr eigenes Spiel spielten. Was mir wieder besonders gefiel, war die Poesie, mit der die Seiten angefüllt waren. Das ist ein Talent, das nicht alltäglich ist und sich in den Büchern von Antonia Michaelis ständig wiederfindet. Dabei gibt es aber keine Wiederholungen, sondern immer neue Beschreibungen und bildhafte Darstellungen der Figuren, der Umgebung, der Gefühle, des Wetters etc. Das macht es zu einem Vergnügen, nachzudenken, manche Phrasen noch einmal zu lesen und diese zu verinnerlichen. "Nashville oder Das Wolfsspiel" ist ein eher ruhig erzählter Thriller, dem es ab und an an Dramatik gefehlt hat, der aber originell mit vielen Botschaften über das Leben und das eigene Dasein verpackt wurde. 4 Sterne.

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  • Wie ein Lied, das man nicht ganz versteht

    Nashville oder Das Wolfsspiel
    Momone

    Momone

    23. April 2015 um 21:37

    Es ist so: ich kann mich den Sog von Antonia Michaelis' Büchern einfach nicht entziehen. Selbst, wenn die Themen (Vergewaltigung, Vernachlässigung, Mord, Traumata usw.) oft abstoßen, zieht mich ihre Art zu erzählen doch magisch an. So geht es mir auch mit Nashville. Ich mag die Hauptfigur und Ich-Erzählerin Svenja eigentlich nicht. Sie ist auf unangenehme Art emotional verschlossen, was sie aber mit einer unheimlichen sexuellen Freizügigkeit wieder wettzumachen versucht. Sie masturbiert im Stehen im Haus eines Bekannten, mit dem sie dann auch gleich darauf Sex hat, schläft mit Männern und Frauen, mit Freunden und unbekannten Obdachlosen im Park. Und doch ist ihre Geschichte so schön erzählt, so gekonnt poetisch und wild-geheimnisvoll, dass ich dabei bleibe und der nächsten Seite entgegen fiebere und immer weiter umblättere und am Ende - da bin ich ratlos und unzufrieden und verständnislos bei diesem Schluss, den ich nicht kommen sah und der nicht hätte kommen müssen und der doch eigentümlich passend ist für die ganze Geschichte.   Mir ist durchaus bewusst, dass diese Rezension wenig Sinn macht. Aber so ging es mir beim Lesen. Ein bisschen, als würde man in einer warmen Sommernacht bei offenem  Fenster ein Lied hören, das irgendein Nachbar zu laut spielt, bei dem man hin und wieder ein Wort versteht,  das irgendwie abstoßend ist, aber insgesamt klingt es einfach so schön, dass man das Fenster nicht zu macht.  Ist das jetzt eine Leseempfehlung? Ich weiß es nicht. Aber macht das Fenster nicht zu.

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  • Ausgezeichnet durch Michaelis' tollen Schreibstil

    Nashville oder Das Wolfsspiel
    Rockyrockt

    Rockyrockt

    27. January 2015 um 20:52

    Svenja ist achtzehn und wagt es ihr Medizinstudium in einer fremden Stadt zu beginnen. Doch direkt am ersten Tag macht sie eine außergewöhnliche Entdeckung in ihrem Küchenschrank: ein kleiner, verwahrloster Junge guckt sie mit großen Augen an. Sie tauft in Nashville, nach dem Aufdruck auf seinem T-Shirt. Doch in der Zeit während der stumme Junge bei Svenja lebt geschehen in der kleinen Stadt Morde an Obdachlosen und Svenja kommt der Verdacht, dass Nashville etwas mit den Ereignissen zu tun hat.. Ich vergebe dem Buch 4 von 5 Sternen.  Das Buch zeichnet sich vorallem durch seinen tollen Schreibstil aus, den wir auch schon bei Antonia Michaelis‘ anderem Buch „Der Märchenerzähler“ bewundern konnten. Es entsteht eine tolle Atmosphäre und das Buch lässt sich relativ leicht lesen. Einen Stern muss ich allerdings abziehen, da sich der Thriller an einigen Stellen durch Ereignislosigkeit in die Länge zieht. Insgesamt jedoch ein gutes Buch, das ich allerdings nicht nochmals lesen werde.

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  • Außergewöhnliche Geschichte in toller Sprache

    Nashville oder Das Wolfsspiel
    Christin87

    Christin87

    31. October 2014 um 12:46

    Dies war mein erstes Buch, dass ich von Antonia Michaelis gelesen habe. Und was mir auf jeden Fall in Erinnerung bleiben wird, ist die tolle Sprache die sie verwendet. Blumig, phantasievoll, außergewöhnlich. Eine Sprache, die mich an den Film "Die fabelhafte Welt der Amelie" erinnert hat. Eine Sprache die einen in eine andere Welt versetzt und die einen selbige mit anderen Augen sehen lässt. Auch die Story selbst fand ich außergewöhnlich. Svenja zieht nach Tübingen um Medizin zu studieren, in ihre erste eigene Wohnung, in der sie in einem Schrank ein auf dem Kopf stehendes Kind findet und dieses, auf Grund seines T-Shirt-Aufdrucks, Nashville nennt. Durch Nashville wird ihr Leben ein anderes. Chaotischer, interessanter, vielschichtiger. Sie findet sich wieder in "einer Welt zwischen den Zeilen" - heißt Obdachlosen. Obdachlosen, die um ihr Leben fürchten, weil ein Mörder ihnen der Reihe nach die Kehlen aufschlitzt. Aber wer ist der mysteriöse Fremde? Ein absolut "anderes", empfehlenswertes Buch!

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  • Nashville oder das Wolfsspiel – Antonia Michaelis

    Nashville oder Das Wolfsspiel
    Lesen_ist

    Lesen_ist

    24. October 2014 um 18:45

    Inhalt Die achtzehnjährige Svenja findet in einer Abseite ihrer neuen Tübinger Studentenwohnung einen verwahrlosten, stummen 11-jährigen Jungen und nimmt ihn bei sich auf. Nach seinem T-Shirt-Aufdruck nennt sie ihn Nashville. Als eine Serie von Morden an Obdachlosen die Stadt in Aufruhr versetzt, wird Svenja unruhig. Hat Nashville, der immer wieder heimlich verschwindet, etwas damit zu tun? Bald schon merkt sie, dass nicht nur Nashvilles, sondern auch ihr Leben bedroht ist. Meine Meinung Die Geschichte fängt ziemlich mysteriös und spannend mit einem Prolog an. Jemand mit einem scharfen Messer verschafft sich in der Nacht Zugang zu einer Wohnung. Hier schläft jemand und die Person mit dem Messer denkt, der Schlafende hat noch eine Minute, bevor er stirbt. Eine letzte Minute. Svenja Wiedekind, 18 Jahre alt, kommt in Tübingen an und betritt ihre erste eigene Wohnung. Eigentlich ist die Wohnung renovierungsbedürftig, aber sie freut sich auf ihre neu gewonnene Freiheit. Es gibt nicht immer warmes Wasser und das Mobiliar ist ziemlich alt, aber es ist nun IHRE Wohnung. Sie hängt ihre Sachen in den alten Bauernschrank und kocht sich Nudeln in der Küche. Doch als sie einen Küchenschrank aufmacht, auf der Suche nach Salz, steht da ein Junge auf dem Kopf, reglos. Sie spricht ihn an, aber er schweigt. Svenja stellt sich auch auf den Kopf, doch das Kind will immer noch nicht mir ihr reden. Auf seinem schmutzig weißen T-Shirt steht NASHVILLE. Er ist höchstens 11 Jahre alt. Er kommt aus dem Schrank, isst zwei Portionen Nudeln und legt sich ins Bett, wo er sofort einschläft. Svenja überlegt zur Polizei zu gehen. Als sie allerdings davor steht, bringt sie es nicht übers Herz und lässt es sein. Sie nennt ihn Nashville. Svenja studiert Medizin, geht in ihre Vorlesungen, genießt ihr Leben ohne elterliche Aufsicht. Sie lernt Katleen kennen, die ihr Gemüse im Freien schneidet und ganz in der Nähe wohnt. Friedel Häberle studiert zusammen mit ihr Medizin. Er wohnt mit seinen Freuden, Kater Carlo aus Spanien und Thierry aus Frankreich, in einem verlassenen, abbruchreifen Haus. Sie lernt den HNO-Arzt Gunnar Holzen und Nils den Tutor aus dem fünften Semester kennen. Und dann gibt es eine kleine Gruppe Obdachlosen, die auch eine wichtige Rolle spielen. Svenja ist eine sympathische, wenn auch etwas schusselige, flatterhafte Protagonistin. Sie ist in manchen Sachen recht unselbstständig und dann zeigt sie wieder Seiten, die viel Mut erfordern. Obwohl diese Geschichte fast ausschließlich Svenja folgt, ist Nashville für mich die Hauptperson. Er braucht eine Weile, bis er endlich anfängt zu reden. Nach und nach erfahren wir wie sein bisheriges Leben gewesen ist. Oft verschwindet er einfach, mitten in der Nacht. Der Erzählstil von Antonia Michaelis ist sehr ausdrucksvoll, dichterisch und voll Farbe. Ihre Charaktere sind jeder für sich unverkennbar. Nashville ist mir sehr ans Herz gewachsen. Große Sympathie empfand ich auch für einen Obdachlosen ohne Namen, der nur »Der Jungen zwischen den Zeilen« genannt wird, weil er zwischen den Zeilen der Gesellschaft lebt. Vor allem die Obdachlosigkeit wird hier thematisiert. Ich frage mich oft, wenn ich einen Obdachlosen sehe, welche Tragödie dahintersteckt. Die meisten Menschen meiden sie, sehen sie nicht oder machen einen Bogen um sie, haben Angst vor ihnen. Doch oft braucht es nicht viel um dort zu landen. Es braucht aber viel um wieder auf die Beine zu kommen. Und dann gibt es welche, wie der »Junge zwischen den Zeilen« der freiwillig auf der Straße lebt, einfach um wirklich zu leben. Menschen sterben, obdachlose Menschen, und Nashville ist mittendrin. Wer tötet diese Menschen, systematisch und ohne Gnade? Nashville und Svenja versuchen das herauszufinden mit Hilfe von ihren Freunden. Nur von einer Person weiß man, dass sie sicher nichts damit zu tun hat und das ist Svenja selbst. Immer mehr Menschen wissen, dass ein obdachloser, traumatisierter Junge bei Svenja wohnt, auch verantwortungsvolle Erwachsene, aber niemand greift ein oder meldet es bei der Polizei. Das erscheint mir etwas unglaubwürdig. Es gibt aber auch anderes Verhalten, das unglaubwürdig erscheint in der Geschichte. Ohne dies könnte die Geschichte aber gar nicht so bestehen und als Leser habe ich es einfach gelten lassen. Ein Jugendthriller, der nicht übermäßig spannend ist, trotzdem will man einfach wissen, was hier vor sich geht. Das Ende war überraschend, traurig und auch etwas unbefriedigend. Das Motiv hinter den Morden ist sehr schwach und unverständlich. Der gefühlvolle, poetische Schreibstil entschädigt für die Schwächen in der Geschichte, drückt allerdings die Spannung. Empfohlen ab 12 finde ich etwas gewagt wegen der Brutalität und die nicht Jugendfreien Szenen.

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  • Einfallsreichtum muss auch bis zu dem Figuren und dem Ende reichen.

    Nashville oder Das Wolfsspiel
    Merely

    Merely

    02. July 2014 um 19:57

    Antonia Michaelis fesselte mich bereits mit "Der Märchenerzähler" und so stand es für mich ausser Frage, auch "Nashville oder Das Wolfsspiel" lesen zu müssen. Doch als ich begann, das Buch zu inhalieren, stellte sich schnell heraus, dass diese Geschichte in keinsterweise mit Anna und Abel's Story mithalten kann. Von vorn herein war mir Svenja, die Protagonistin nicht sehr sympathisch, wenngleich ich doch auch sagen muss, dass sich meine Abneigung gegenüber der Studentin mit der Zeit legte. Zu Beginn konnte ich weder ihre Handlungen noch ihre Gedanken nachvollziehen, ihr Verhalten war mir in gewisser Weise fremd. Ab etwa der Mitte bekam ich dann auch endlich etwas von ihrer Herzlichkeit, ihres Mutes und ihrer Sturheit mit und unser Verhältnis besserte sich, teilweise erheblich. Aus der überforderten, permanent müden Svenja wurde eine authentische 18-Jährige, die mich letztlich mit ihrem Schicksal vollends in ihren Bann ziehen konnte. Dennoch dauerte mir das allgemein zu lange. Nashville, der kleine Junge, bei dem keiner so richtig weiß, wie alt er wirklich ist, hingegen hatte von Anfang an mein Herz erobert. Die Mischung zwischen Kind und erwachsener Reife überraschte mich und wurde sehr eingehend von Antonia Michaelis beschrieben. Sein Schicksal berührte mich und seine Panik-Attacken waren anfangs zwar in gewisser Weise angsteinflössend, später aber vollkommen nachvollziehbar. Alle anderen Figuren empfand ich als ausreichend tiefgründig beschrieben, bildhaft dargestellt und an sich sehr lebensnah und realistisch. Nun zu dem ersten Kritikpunkt: Der Schreibstil ! Es tut mir im Herzen weh, hier schreiben zu müssen, dass ich den Stil und die gewählte Sprache an so manch einer Stelle einfach katastrophal fand. Ich habe auf meinem Blog einige Beispiele aufgelistet, möchte dies hier aber aufgrund des Platzmangels nicht tun. Manchmal hatte ich einfach das Gefühl, die Beschreibungen waren zu willkürlich gewählt - Sätze, die im Grunde keinerlei Sinn ergaben, unterbrachen den Lesefluss und machten es teilweise schwer, überhaupt glaubwürdig rüber zu kommen. Ich meine, seit wann wachsen Ledersofas aus dem Erdboden? Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Andererseits gab es auch Momente, oder besser gesagt Stellen, bei denen mir das Herz aufging. Genauso wie die schwachsinnigen Zeilen, gab es auch Schöne und dort sind mir einige Zitate ins Auge gestochen, die ich mir direkt notieren musste. An und für sich empfand ich die Sprache deutlich zu märchenhaft an manchen Stellen, zu sinnbildlich, zu metaphorisch, vor allem für ein Buch das ab 14 Jahren empfohlen ist. Die Idee, die die Autorin in diesem Buch zu Papier gebracht hat, war allerdings sehr vielversprechend und spannend ausgedrückt. Viele neue Elemente sorgten dafür, dass es mir schwer fiel, das Buch wegzulegen. Außerdem hat Frau Michaelis sehr eingehend und ausführlich recherchiert: denn jede Straße, jede Gasse, jede Unterführung in Tübingen war genau dort, wo sie in Wirklichkeit ebenfalls ist. Dafür also Daumen hoch. Leider nun der große Kritikpunkt: der Schluss. 450 Seiten lang fieberte ich der Aufklärung entgegen und wurde dann so enttäuscht? Wo blieb der Ideenreichtum, der sich in den Elementen widerspiegelte? Wo ist das Talent und die Spannung hin? Versteckt? Ich denke, für ein Jugendbuch, bzw einen Jugendthriller hätte man sich definitiv einen besseren Schluss ausdenken können, denn noch kann ich überhaupt nicht richtig verarbeiten, all die Seiten im Grunde für nichts und wieder nichts hinter mich gebracht zu haben. Mein Fazit also zum Buch: es gab gute und weniger gute Stellen, es gab teilweise unmögliche Sätze, ebenso wie es auch herzerwärmende Zitate gab. Die Spannung ist permanent vorhanden, mit kurzen Ruhepausen zum Verschnaufen. Die Idee wurde aber trotz der Schwächen gut umgesetzt und war für mich persönlich sehr erfrischend und neu! Leider ist der Schluss in meinen Augen ziemlich misslungen, denn selbst für ein Jugendthriller hätte man sich da deutlich mehr einfallen lassen können. Ich vergebe glatte drei Sterne für dieses Durchschnittswerk.

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  • Leserunde zu "Nashville oder Das Wolfsspiel" von Antonia Michaelis

    Nashville oder Das Wolfsspiel
    maristicated

    maristicated

    Vorerst: DIES IST EINE PRIVAT-LESERUNDE! ES GIBT KEINE BÜCHER ZU GEWINNEN!

    Das ist eine Privatleserunde, die wir gerne über Lovelybooks führen würden, damit wir uns besser austauschen können.

    Teilnehmer:

    Kücki (www.kueckibooks.blogspot.de)
    und Mara (www.wonderful-ne-books.blogspot.ch)

    Wann starten wir die LR? Gegen Ende Monat, oder?

     

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  • Kindle-Buffet: Kostenlose E-Books bei Amazon

    Kindle Buffet
    sursulapitschi

    sursulapitschi

    Nein, dies ist keine Leserunde, sondern der Thread für:   Kostenlose e-books   Viele fleißige Menschen posten für uns täglich jede Menge Links für kostenlose e-books. Da es sehr viel bequemer wäre, wenn die einzelnen Links nach Genres sortiert aufrufbar wären (und Lovelybooks uns da technische Grenzen setzt), ist dies hier der Versuch, das Thema praktischer zu gestalten. Hier könnt ihr Links einstellen, wenn ihr kostenlose e-books entdeckt habt, oder einfach stöbern. Viel Spaß!  

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    • 11989
  • Packend

    Nashville oder Das Wolfsspiel
    Pumpkin

    Pumpkin

    18. May 2014 um 11:43

    Ein tolles Buch, es war auch nichts anderes zu erwarten. Wenn auch ich leider ein paar Abstriche machen muss. Die Charaktere sind toll, doch konnte ich mich mit Svenja beim besten Willen nicht recht anfreunden....Dafür habe ich so gut wie alle anderen wirklich in mein Herz geschlossen. Unzufrieden bin ich mit dem Ende, sowie der Auflösung....ich hätte mir einen anderen Mörder gewünscht....und auch die letzten Seiten empfand ich als etwas unpassend. Aber das ist sicherlich Ansichtssache. Alles in allem ein gelungenes Werk das ich gern weiter empfehle. Bin mir nur nicht ganz im klaren über die Zielgruppe...

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  • Von Antonia Michaelis ist nichts anderes zu erwarten: SPITZENMÄßIG!

    Nashville oder Das Wolfsspiel
    Seelen

    Seelen

    17. March 2014 um 16:35

    Im Thriller „Nashville – oder das Wolfsspiel“ von Antonia Michaelis, 2013 erschienen, geht es um eine Reihe von grausamen Morden an Obdachlosen und einem elfjährigen Jungen, der miterleben musste, wie seine Mutter umgebracht wurde. Er ist stark traumatisiert und ähnelt anfangs mehr einem verschreckten Tier als einem unbeschwerten Kind. Tübingen. In der Stadt ist ein Irrer unterwegs – er tötet Obdachlose, es hat den Anschein, als wolle er alle heimatlosen Menschen beseitigen. Svenja zieht in diese Stadt, um dort Medizin zu studieren. Zweites Semester. Als sie in ihrer neuen Wohnung die Küchenschranktür öffnet, sieht ihr ein Junge, höchstens elf Jahre alt, entgegen. Und zwar kopfüber. Er spricht nicht; es ist, als würde sie gegen eine Wand reden. Da er scheinbar keinen Namen hat, nennt sie ihn „Nashville“, nach dem Aufdruck auf seinem T-Shirt. Nach und nach gewöhnen sich die beiden aneinander, sie werden zu einem eingespielten Team. Doch da gibt es auch noch die andere, unberechenbare Seite an Nashville: er versteckt Messer unter dem Bett, ist öfter nachts in der Stadt unterwegs und verliert die Kontrolle über sich, sobald er an die Nacht erinnert wird, in der er stiller Beobachtersein musste, wie seine Mutter Sirja ermordet wurde. Ein Junge voller Rätsel. Kann man ihm trauen? Ist er am Ende der Mörder, den alle fürchten? Er ist zwar noch ein Kind, ja, aber ein unglaublich erwachsenes. Manchmal ängstigt Svenja diese Tatsache. Aber sie möchte einfach nicht glauben, dass sich hinter diesem seltsamen Findelkind ein herzloses Monster verbirgt. Und als Nashville spurlos verschwindet, ist Svenja sofort klar: Sie muss ihn suchen, ihn retten. Er ist ihr in den letzten Wochen unglaublich ans Herz gewachsen. Er ist besonders, auf seine eigene Art. Und er kann unmöglich ein Mörder sein! Oder etwa doch? Antonia Michaelis ist eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Wie auch „Der Märchenerzähler“ und „Die Worte der weißen Königin“ konnte mich „Nashville – oder das Wolfsspiel“ regelrecht umhauen. Begeistern ist da noch zu milde ausgedrückt. Michaelis spricht Tabu-Themen an, die einfach nicht unter den Teppich gekehrt werden dürfen, sie müssen an die Öffentlichkeit gelangen, die Menschen darauf aufmerksam machen. Die Charaktere sind unheimlich liebevoll ausgearbeitet, man kann sich prima in die Protagonisten hineinversetzen. Und der Schreibstil! Wow! Wirklich, Antonia Michaelis verwendet solch eine bildhafte Sprache, wie ich sie sonst nur aus Gedichten kenne – und das mit riesigem Talent. Da kann man direkt neidisch werden! :)

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  • Wie erwartet...

    Nashville oder Das Wolfsspiel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. January 2014 um 19:51

    Da mir das Buch empfohlen wurde und ich fand, dass es sehr spannent klingt, hab ich mir das Buch gleich gekauft. Nachdem es dann ein paar Wochen auf dem SuB lag, konnte ich nicht wiederstehen und hab es angefangen zu lesen und konnte kaum wieder aufhören. Da ich es zum Glück in den Weihnachtsferien gelesen hab musste ich das auch selten. Es geht im allgemeinen darum, dass Svenja im zweiten Semester ihres Medizinstudiums im Küchenschrank ihrer neuen Wohnung einen auf dem Kopf stehenden, verwahllosten Jungen findet. Sie nennt ihn "Nashville" und nimmt ihn bei sich auf. Er bekommt immer mal wieder Panikanfälle und verschwindet Nachts manchmal. Außerdem ist er mit den Obdachloser der Stadt befreundet. Nach einiger Zeit passieren Morde an eben diesen Obdachlosen und Svenja muss begreifen, dass Nashville irgendwas mit den Morden zu tun hat... Wie bereits angedeutet hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es war der erste richtige Thriller den ich gelesen hab und durch dieses Buch bin ich jetzt richtig im Thriller - Fieber. Mir hat der Schreib - Stil sehr gut gefunden und ich fand das auch die Spannung gut aufgebaut wurde. Es gab eine kurze Stelle wo es ein bisschen schleppend ging aber das war bald vorbei. Das Ende war dann doch ein bisschen überraschend. Das einzige was mir nicht gefallen hat war der Epilog. Mein Fazit: absolut lesenswert, nicht nur für Thriller - Fans !

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