Paradies für alle

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Inhaltsangabe zu „Paradies für alle“ von Antonia Michaelis

Das Paradies ist machbar, glaubt der 9-jährige David. Man müsste nur das Geld ein wenig umverteilen. Oder die Kühe von nebenan freilassen, die noch nie auf der Weide waren. Dass David begonnen hat, seine oft wilden Pläne in die Tat umzusetzen, erfährt seine Mutter Lovis erst, als er nach einem Unfall im Koma liegt. Sie findet seine Aufzeichnungen und beginnt zu kämpfen: um ihren Sohn, um ihre zerrüttete Ehe und um das Paradies auf Erden, das zu scheitern droht.

Ein Buch voller Hoffnung, Kummer, Liebe und Leben. So hervorragend wie alles von Antonia Michaelis!

— barabook
barabook

Recht Anonia Michaelis untypisch, aber nicht weniger grandios!!

— milkshakee
milkshakee

Ein ganz tolles und sehr wichtiges Buch - das Ende hätte es etwas dramatischer aber auch getan http://irveliest.wordpress.com

— Irve
Irve

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  • Ein Buch, das einen nachdenklich stimmt!

    Paradies für alle
    Gelöschter Benutzer

    Gelöschter Benutzer

    21. August 2016 um 18:36

    Als ich den Buchtitel gelesen habe, bin ich davon ausgegangen, dass mich eine unterhaltsame, aber doch eher "leichte" Geschichte erwarten würde. Dem war nicht so. Die Geschichte des neunjährigen David, der alles Menschenmögliche versucht, um die aus den Fugen geratene Welt zu verbessern, ist zwar unterhaltsam, aber garantiert nicht leicht zu verdauen. Trauer, Freude, lachen, weinen - ein Wechselbad der Gefühle erwartet den Leser beim Miterleben der schönen, aber auch schrecklichen Erlebnisse des großherzigen Jungen und lässt einen auch nach der letzten Buchseite nicht so schnell los. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie danach zum Pfadfinder oder Umweltaktivist werden :)

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  • "Paradies für alle" von Antonia Michaelis

    Paradies für alle
    Jacynthe

    Jacynthe

    06. February 2016 um 11:24

    Inhalt Der 9-jährige David wollte ein Paradies erschaffen. Ein Paradies für alle. Entstehen sollte es durch Umverteilung von Gütern, Zeit oder Arbeitskraft: wer zu viel von etwas hatte, sollte es anderen, denen es fehlte, abgeben. Und so gründet er seine Paradies-Werkstatt. Seine Mutter Lovis ahnt von alldem nichts. Erst nachdem David einen Unfall hat und im Koma liegt, findet sie seine geheimen Aufzeichnungen. Doch diese erklären noch lange nicht, wieso David plötzlich auf der Autobahn auftauchte, wo er angefahren wurde. War er mit seiner Werkstatt jemandem auf die Füße getreten oder war er gar kriminell geworden? Lovis versucht, die Wahrheit herauszufinden, und nebenbei noch ihr Leben und ihre Ehe zu retten. Meine Meinung Der Titel des Romans lässt eine fröhliche und hoffnungsvolle Geschichte vermuten, doch wie es typisch für Michaelis ist, hat der Roman insgesamt eine düstere und bedrückende Note, die die Abgründe des menschlichen Daseins erahnen lässt. Erzählt wird das Geschehene von Davids Mutter Lovis, was das Buch besonders emotional macht. Zunächst ist sie wie gelähmt, als sie ihr einziges Kind im Koma liegen sieht, doch dann wächst die Idee in ihr, dass er wieder aufwachen könnte, sobald sie herausgefunden hat, was geschehen ist. Was hat ihn an jenem Abend auf die Autobahn getrieben? Im selben Maße, wie sie nach und nach Davids Aktivitäten auf die Spur kommt, findet Lovis auch sich selbst und ist in der Lage, ihr eigenes Leben aufzuarbeiten. Das beinhaltet nicht nur ihre aktuelle Beziehung zu ihrem Mann Claas, sondern auch ihre emotionale Haltung, die sie sich seit ihrer Kindheit aufgebaut hat. Ich empfand diese Selbsterkenntnis als ein besonders gelungenes Element des Romans, die "Mauer" ein schönes Sinnbild für ihre Abschottung, über die Davids unbedarfte Freundin Lotta schließlich klettern kann. Davids Berichte, in denen er seine Erkenntnisse und Fortschritte bezüglich seiner Paradies-Werkstatt festhält und die Lovis nach und nach findet, heben sich schon rein optisch vom Rest des Romans ab. Sie sind in einer der Schreibmaschinenschrift nachempfunden Schriftart geschrieben und mit Zeichnungen versehen. Ein sehr schönes Detail, finde ich, denn David hat seine Berichte zum Schutz vor digitalen Schnüfflern tatsächlich auf der Schreibmaschine getippt und, wie er in den Berichten immer wieder erwähnt, Skizzen oder Diagramme beigefügt. Aber obwohl Michaelis immer wieder kleine Fehler bei Fremdwörtern eingebaut hat und David stets als frühreif bezeichnet wird, fand ich seine Texte zu "gut" geschrieben. Das ist natürlich auch der Geschichte geschuldet, denn irgendwie muss sich ja aufklären, was geschehen ist, welche Dialoge stattfanden etc. und mir fällt keine andere Möglichkeit ein, wie man dies anders hätte lösen können. "Paradies für alle" entführt den Leser auch in die Welt der Ethik und der Philosophie. Gemeinsam mit dem alten Rosekast versucht David, einen Sinn hinter dem Leben und der Ungleichverteilung von Gütern, Geld und Kraft zu erkennen. Entsprechend den alten griechischen Philosophen stellt Rosekast dabei die entscheidenden Fragen, die David teilweise zum Umdenken zwingen, ihn aber nicht selten auch auf den richtigen Weg führen. Ich war wirklich überrascht, als sich das Mysterium um den geheimnisvollen alten Mann schließlich auflöst. Wer bzw. was tatsächlich hinter Rosekast steckt hat mich geschockt und tief berührt. Ich fand es rührend, wie David sein Dorf zu einer kleinen Welt  machte, in dieser agierte und der Meinung war, dass, wenn der Stein erst einmal ins Rollen gebracht worden war, das Gute von alleine den Weg in das Leben der Menschheit finden würde. Seine Ideen haben mich nachdenklich gemacht - Helfen kann so leicht sein und dabei viel bewirken. Aber oft ist es nicht einfach, zu helfen oder nach unseren gesellschaftlichen Maßstäben sogar falsch, und oft führt Hilfe nur zu weiteren Problemen. Das kann einen schnell verzweifeln lassen. Diese Erkenntnis trifft auch David irgendwann und ich wollte ihn nur noch in den Arm nehmen, als sein Weltbild zusammenbrach. Wie schlimm muss es für ein Kind sein zu erkennen, dass die Welt kein guter Ort ist? Michaelis führt den Leser und auch Lovis selbst immer wieder auf neue Spuren, lässt spekulieren, fürchten und verwerfen, sodass der Roman detektivische Züge annimmt, fast durchweg spannungsgeladen ist und mehr als nur eine überraschende Erkenntnis bereit hält. Trotz der Michaelis eigenen Düsterkeit habe ich den Roman gern gelesen, denn das Gute, das David trotz allem zu tun vermag, überwog in meinen Augen. Das Ende fand ich sehr gelungen und zum Roman passend. Daher vergebe ich 4 von 5 Wolken für "Paradies für alle".

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  • Paradieswerkstatt

    Paradies für alle
    rallus

    rallus

    29. December 2015 um 11:22

    “Denn wenn meine Theorie von der Murmel und der schiefen Ebene stimmt – und die stimmt -, dann kippt die schiefe Ebene, sobald ich all die Lösungen auf der oberen Liste umgesetzt habe. Dann rollt die Murmel auf der anderen Seite herunter, und das bedeutet, dass sich die Welt ganz von selbst in ein PARADIES AUF ERDEN verwandelt.” David ist 9 und in diesem Alter hat man noch viele Träume. Was er nicht versteht, ist, dass es sich die Menschen unnötig schwer machen. Seine Mutter vergräbt sich in ihre grauen Rechteck-Bilder, sein Vater in die Arbeit in der Klinik und auch sonst herrscht kein Frieden in dem kleinen Dorf zwischen Rostock und Stralsund. Dabei wäre es doch so einfach, man müsste nur das Geld ein wenig umverteilen. Oder die Kühe von nebenan freilassen, die noch nie auf der Weide waren, das wäre ein erster Schritt die Murmel über diese ominöse Schwelle zu bewegen. Er möchte, dass es “das Paradies” auf Erden gibt. Für Jeden. Das sollte doch machbar sein. Da ist die arme alte Nachbarin, die nicht ins Heim möchte, aber von ihrem Sohn dahin gedrängt wird, die humpelnde Spaziergängerin die sich nach Liebe sehnt und seine Freundin Lotta, deren Mutter viel zu viele Kinder und zu wenig Geld hat um sich um jedes einzelne zu kümmern. Doch jetzt liegt David nach einem Autobahnunfall auf der A20 Nähe Rostock Süd im Koma auf der Intensivstation und das Einzige was seine Mutter noch von ihm hat, sind seine Werkstattberichte, Aufzeichnungen der Paradieswerkstatt, geschrieben auf einer Schreibmaschine. Seine Mutter Lovis ist Malerin und hat in den letzten 9 Jahren eine unsichtbare Mauer um sich aufgebaut. “Ich dachte daran, wie ich damals, nach Davids Geburt, um jede Minute des Alleinseins gerungen hatte, jede Minute, die ich zwischen Kindergeschrei und Tischdecken, zwischen Wäschewaschen und Staubsaugen für mich und die Malerei hatte. Jede Minute, in der die Welt mich in Frieden ließ. Am Ende war ich wohl zu gut darin geworden, diese Minuten zu sammeln. Jetzt hatte ich viele Minuten und keine Welt mehr.” Nach und nach wird ihre zuvor aufgebaute Idylle auf dem Land mit dem schönen Haus und den 15 schwarzen Schafen immer brüchiger. Nachdem David im Koma liegt macht sie sich auf zu erkunden, was ihr Sohn eigentlich war, was ihn umtrieb, wovon er träumte. Und wer ist ihr Mann, der vielbeschäftigte Oberarzt, und was hat David mitten in der Nacht auf der Autobahn verloren? Sie bemerkt, dass das Leben der Anderen unter der glatten Oberfläche nicht besser ist. “Ich fuhr über die ultramarinblau lackierte Oberfläche einer Gartenkugel neben dem Tor und war auf einmal nicht länger eifersüchtig auf die Perfektion dieser so familiären Familienmitglieder. Auf einmal taten sie mir leid. Sie waren gar nicht besser als ich, nur glatter. Und irgendwo unter der glatten lackierten Oberfläche genauso verzweifelt.” Es ist eine eigenartige Atmosphäre in die uns Antonia Michaelis hineinwirft. Aus der Sicht der Mutter erleben wir Davids Gefühle und Gedanken in seinen naiven und doch erschütternd wahren, klaren Aufzeichnungen mit. David verändert bei jedem Kapitel seine Geheimschrift und Lovis muss sich zum ersten Mal in ihrem Leben in die Gedankenwelt ihres Kindes einstimmen, damit sie das nächste Kapitel lesen kann. Nach und nach findet sie nicht nur in Gedanken ihr Kind wieder, sondern auch zu sich selbst. “‘Vielleicht sind wir die Generation der Trennung. Wir trennen uns von allem. Von der Kirche, von unseren Eltern, voneinander, von unseren Kindern …’ ‘Aber dann bleibt nichts mehr übrig, woran wir uns festhalten können’, sagte ich leise. ‘Nein’.” Gerade sie ist es eigentlich, die Hilfe braucht, ihr 9-jähriger Sohn wirkt in seiner Paradieswerkstatt unglaublich reif und erwachsen, auch wenn seine Lösungsversuche der ungerechten Welt kindlich bleiben. Ohne in Kitsch abzufallen schafft es Michaelis, die naiven Gedanken des Kindes in die Realität zu übertragen. Klar kann man das Geld nicht umverteilen, aber ein wenig Hilfe und Empathie im täglichen Leben zu anderen Menschen würde schon viel ausmachen. Sorgsam baut sie eine untergründige Spannung auf, im Hintergrund lauert immer etwas Grauenhaftes, die Gedankenwelt von Lovis wird dem Leser sehr plastisch dargestellt, ihre Angst vor Verlust und dem Loslassen, dem Vertrauen in sich und Nähe, Gefühle. Ein wunderschöner, poetischer und betroffen machender Roman, der nicht an der Gegenwart jammernd herumkrittelt, nein, der einem viel Kraft und Hoffnung für diese Welt gibt.

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  • Ergreifend

    Paradies für alle
    kitty_montamer

    kitty_montamer

    07. October 2015 um 23:47

    Meine Meinung: Paradies für alle enthält wahnsinnig viel Hoffnung, aber leider auch ebenso viel Kummer. Dieser setzt sich einem auf die Brust und nimmt einem die Luft zum Atmen. Ich habe wirklich sehr mit der Protagonistin mitgefühlt, die um das Leben ihres Sohnes bangt. Dieser ist aus unerklärlichen Gründen plötzlich auf einer Autobahn aufgetaucht und wurde von einem Auto erfasst. Seit diesem schrecklichen Unfall liegt er im Koma. Lovis, seine Mutter, stellt sich ständig die Frage, was er dort überhaupt getan hat. Diese Unwissenheit überträgt sich natürlich total auf den Leser. Man möchte wissen, was den Jungen dazu gebracht hat, welches sein Ziel war. Was ging wohl in seinem Kopf vor? Bis man dieses erfährt ist es allerdings ein ziemlich langer Weg, der von vielen Emotionen begleitet wird. Es ist außerordentlich spannend, dem Verlauf zu folgen. Die Erzählerin von diesem Roman ist Lovis selbst. Sie schildert in der Ich-Form, was sich zuträgt, was sie denkt und wie es in ihrem Inneren ausschaut. Diese Erzählweise brachte mir die Protagonistin ziemlich nahe. Es war für mich nachvollziehbar, wie sie empfunden hat, welche Gedanken in ihrem Kopf umher spuken und auch ihre Handlungen sind sehr nah an der Realität. Im Grunde genommen könnte dieser Roman eine Biografie sein, so echt erschien er mir. »"Es ist die Verteilung", sagte ich zu den Buchen. "Die Verteilung ist ungerecht. Manche Leute kriegen wohl nur das Schöne und manche nur das Leid. Aber warum?"« Zitat aus: "Paradies für alle" Als besonders gelungen empfand ich die einzelnen Aufzeichnungen von David. Diese sind in einer anderen Schrift hervorgehoben und auch der Schreibstil verändert sich, sobald man an einer solchen Stelle angelangt ist. Ich hatte stets das Gefühl, als hätte der neunjährige Junge diese Aufzeichnungen wirklich verfasst, denn es schleichen sich hier und da ein paar Rechtschreib-, sowie Grammatikfehler ein und es ließt sich auch so, als wäre es von einem Kind geschrieben worden. Hier hat Antonia Michaelis echt ganze Arbeit geleistet. Durch die Aufzeichnungen lernt man David kennen. Man sieht ihn mit seiner Freundin Lotta spielen, rumtoben und schließt ihn in sein Herz. Als Leser wünscht man sich nichts sehnlicher, als dass Lovis Recht behält und er wirklich wieder aufwacht, sobald sie die Aufzeichnungen entschlüsselt hat. Die Idee, die Lovis´ Sohn sich da zurecht gelegt hat, ist mir zu Herzen gegangen. Ich finde es toll, was er auf die Beine stellen wollte und habe sehr lange drüber nachdenken müssen, auch nachdem ich das Buch gelesen hatte. Er möchte die Welt besser machen, ein Paradies für alle erschaffen. Koste es, was es wolle. Was er dabei alles unternimmt, ist für ihn und seine Freundin absolut abenteuerlich und hinterlässt beim Leser des Öfteren mal ein Schmunzeln. Es öffnet einem das Herz zu lesen, wie sorglos, unbedacht und auch naiv die Kinder ihre Ideen in die Tat umsetzen. Was ich hingegen ziemlich schade finde ist, dass Antonia Michaelis in diesem Roman ziemlich oft vom eigentlichen Plot abweicht. Mir wurden zu viele Dinge zu sehr ausgeschmückt, was meinen Lesefluss doch schon sehr gestört hat. Stellenweise empfand ich die Geschichte als langweilig und einige Dinge sogar als überflüssig. Das Ende war für mich sehr gelungen. Ich denke, wenn es wirklich so ausgegangen wäre, wie es "angekündigt" wurde, wäre ich enttäuscht gewesen auch, wenn ich es tief in meinem Inneren gehofft habe. Fazit: Ein Roman, der zum Nachdenken anregt. Besonders die Aufzeichnungen von David empfand ich als äußerst gelungen. Antonia Michaelis zeigt erneut, wie toll sie schreiben kann und verzaubert den Leser mit dieser Geschichte aufs Neue. Einziges Manko: Stellenweise wurde mir die Geschichte zu sehr in die Länge gezogen und ich langweilte mich. © www.mybooksparadise.de

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  • Eine philosophische Reise

    Paradies für alle
    knuddelbacke

    knuddelbacke

    02. January 2015 um 16:24

    Das verspielte Cover täuscht zunächst über den ernsten Hintergrund der Geschichte hinweg.Die Geschichte wird aus Lovis`Sicht erzählt, deren Sohn nach einem rätselhaften Verkehrsunfall im Koma liegt. Gemeinsam mit dem Leser geht Sie dabei auf eine lange und ja, nach und nach immer schmerzvoller werdende Reise, und versucht Antworten auf Ihre Fragen zu finden. Auf Fragen wie:  Was hat David auf der Autobahn zu suchen gehabt, auf der der Unfall stattfand? Wie ist er dort hingekommen? Wer hat ihn angefahren? Was hat es mit seinen Werkstattberichten auf sich? Und schließlich die alles entscheidende Frage: Wird er wieder gesund? Der Einstieg ist mir trotz des Schicksalhaften Themas sehr leicht gefallen. Dies lag zu einen sicher am Schreibstil der Autoren, die es schafft mit Eindrucksstarken Bildern eine Geschichte mit viel Tiefgang und philosophischen und theologischen Ansätzen zu schaffen. Dies macht sie auf eine wunderbare Art und Weise und in genau der richtigen Dosierung, dass die Geschichte um David nicht zu sehr in den Hintergrund rückt. Mit Hilfe der Werkstattberichte Davids, tauchen Lovis` und der Leser immer mehr in Davids Welt ein und erfahren nach und nach zum Teil schockierende Details aus seinem Leben. Ich habe selten eine Autorin erlebt, die so gekonnt mit Wörtern und Bildern umgehen kann, um am Ende beim Leser dann einen Aha-Effekt auszulösen und das Gefühl, dass alles in der Geschichte seine Richtigkeit hat und nun einen Sinn ergibt. Das Buch hat mich wirklich beeindruckt, und ich kann es jeder anspruchsvollen  Leserin nur wärmstens ans Herz legen, die gerne mal wieder ein Buch mit Tiefgang, Emotionen und einen fesselnden & unvergleichlichen Schreibstil lesen möchte. Ihr solltet dieses Buch in dem Bewusstsein lesen,dass Ihr dabei Zeit und Ruhe braucht, denn meiner Meinung nach hat Antonia Michaelis Roman dies im höchsten Maße verdient, und das es Euch weit über die Zeit die Ihr zum lesen benötigt beschäftigen wird.

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  • Alles eine Frage der Verteilung

    Paradies für alle
    Buchgespenst

    Buchgespenst

    05. July 2014 um 15:40

    Mit dem Anruf stürzt Lovis’ Welt zusammen. Ihr Sohn David liegt nach einem Autounfall im Koma. Niemand weiß, ob und wann er wieder aufwacht. Lovis beginnt über ihr bisheriges Leben nachzudenken. War sie eine gute Mutter? Eine gute Frau für ihren Mann? Als sie dann Davids geheimes Projekt entdeckt, ein Paradies für alle zu schaffen, klammert sie sich an den Gedanken, dass alles wieder gut wird, wenn sie das Projekt für David beendet. Langsam beginnt sich ihr Leben zu wandeln. Ein Buch, das berührt und fesselt. Es ist nichts für schwache Nerven. Selbst wenn man keine Kinder hat, trifft die Geschichte einen ins Herz. Es bringt einen zum Nachdenken. Sprachlich ist es wunderschön und der Einfall wirklich atemberaubend. Ich habe gelacht, geweint und mit einem Kloß im Hals weitergelesen. Ein phantastisches Buch, das einem Gänsehaut macht.

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  • Die große LovelyBooks Themen-Challenge 2014

    Daniliesing

    Daniliesing

    17. December 2013 um 01:52

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2014? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 20 vorgegebenen Themen mindestens 15 Bücher aus 15 unterschiedlichen Themen zu lesen. 5 Themen können also ausgelassen werden. Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt hier mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag. Diese Challenge läuft vom 1.1.2014 bis 31.12.2014. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Wer am Ende des Jahres die 15 Bücher zu 15 verschiedenen Themen geschafft hat, nimmt automatisch an einer Verlosung eines schönen Überraschungspakets teil. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2014 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Ich habe jedes Thema auch zu einem extra Beitrag hier auf LovelyBooks verlinkt, in dem ihr euch jeweils über die passenden Bücher austauschen könnt. Für jedes Thema hänge ich ein Beispielbuch in der Reihenfolge der vorgegebenen Themen an, ihr könnt aber gern andere lesen! Bücher, die erstmalig vor 2010 erschienen sind Bücher, die Teil einer Reihe sind (alles ab mindestens 2 Bänden) Bücher, die ein vorranging rotes Cover haben Bücher, deren Buchtitel eine Zahl enthalten Bücher, die ausschließlich als Taschenbuch / Broschur erschienen sind (nicht als Hardcover, E-Book zusätzlich ist ok) Bücher, bei denen der Vor- oder der Nachname des Autors mit dem gleichen Buchstaben beginnt, wie der Buchtitel Bücher, die bisher noch keine Rezension auf LovelyBooks haben (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, in denen es ums Essen geht und das auch durch den Buchtitel, das Cover o.Ä. ausgedrückt wird Bücher von deutschsprachigen Autoren Bücher, die weniger als 250 Seiten haben Bücher, auf denen hauptsächlich Schrift und kein vordergründiges Covermotiv zu sehen ist Bücher von Autoren, die schon mindestens 5 Bücher veröffentlicht haben Bücher, die in der Hardcover-Ausgabe einen Schutzumschlag haben Bücher, deren Buchtitel aus mindestens 5 Wörtern bestehen Bücher, die aus einer anderen Sprache als dem Englischen oder Französischen übersetzt wurden Bücher, die in einer Stadt mit mehr als 1 Mio. Einwohner spielen Bücher, die in einem unabhängigen Verlag erschienen sind (keine Verlagsgruppen / Konzerne) Bücher, auf deren Cover mindestens 3 Lebewesen zu sehen sind (es zählen Menschen & alle Tierarten) Bücher, die auf LovelyBooks mit 4,5 - 5 Sternen bewertet sind (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, deren Hauptfigur mindestens 10 Jahre jünger oder älter als ihr selbst ist (wer dieses Thema erfüllen möchte, müsste hier sein Alter verraten - in meinem Fall müsste die Figur 17 oder jünger bzw. 37 oder älter sein) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Antworten auf häufig gestellte Fragen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Wenn es in der Aufgabenstellung keine spezielle Eingrenzung gibt, zählt wirklich alles, was dazu passt. Zahlen zählen also auch als Zahlen, egal ob ausgeschrieben oder nicht usw. * Ich kann diese Challenge nicht in Unterthemen gliedern, da das nur bei Leserunden geht. * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Unabhängige Verlage sind solche, die nicht zu einer Verlagsgruppe / einem Konzern gehören. Wenn ihr unsicher seid, schreibt mir eine Nachricht mit dem entsprechenden Verlag. * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, als auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2014 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Postet euer jeweiliges Buch bitte erst, wenn ihr es wirklich komplett gelesen & eine Rezension oder Kurzmeinung geschrieben habt. * Ein paar Beispiele für Verlage,  die als unabhängig zählen - es gibt aber wirklich ganz viele, fragt mich im Zweifel einfach per Nachricht: Hanser Verlag (und Unterverlage), Aufbau Verlag (und Unterverlage), dtv, Coppenrath Verlag, Diogenes Verlag, usw. * Falls Bücher, die eine ISBN habe, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com * Bei Themen, für die der Stand bei Lesebeginn entscheidend ist (Bücher, die noch keine Rezension haben / Bücher, mit Bewertung zwischen 4,5 - 5 Sternen) vertraue ich einfach darauf, dass ihr wirklich nur welche angebt, wo das stimmt. * Keine Mangas & Comics, außer für Thema 10 - Graphic Novels zählen überall, sofern sie dem Thema entsprechen Teilnehmer: 19angelika63 4cloverleaf 78sunny aba Aduja Ajana Alchemilla AlinchenBienchen allegra Alondria Amara Anendien Aniston81 AnnaMK Anneblogt Annilane Anniu anushka Arizona Asu AuroraBorealis baans Bambi-Nini Baneful battlemaus88 BethDolores BiancaWoe Bluebell2004 bluebutterfly222 bookgirl Bookmarble books_and_senses bookscout brudervomweber BuchblogDieLeserin Bücherwurm Buchgeborene Buchrättin Buecherfee82 Buecherfreak321 Buecherschmaus Buecherwurm1973 callunaful Carina2302 carooolyne CaryLila Cattie christiane_brokate Clairchendelune Clouud coala_books Code-between-lines Curin czytelniczka73 daneegold DaniB83 Daniliesing danzlmoidl darigla Deengla Deirdre dieFlo Dini98 Donata Donauland DonnaVivi Dreamworx Dunkelblau El. 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    • 2084
  • Große Gefühle und eine Umverteilung der Gerechtigkeit

    Paradies für alle
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    20. November 2013 um 20:05

    Klappentext: Das Paradies ist machbar, glaubt der 9-jährige David. Man müsste nur das Geld ein wenig umverteilen. Oder die Kühe von nebenan freilassen, die noch nie auf der Weide waren. Dass David begonnen hat, seine oft wilden Pläne in die Tat umzusetzen, erfährt seine Mutter Lovis erst, als er nach einem Unfall im Koma liegt. Sie findet seine Aufzeichnungen und beginnt zu kämpfen: um ihren Sohn, um ihre zerrüttete Ehe und um das Paradies auf Erden, das zu scheitern droht. Autorin: (Quelle: Droemer Knaur) Antonia Michaelis, 1979 geboren, begann bereits als Kind zu schreiben. Sie ist eine renommierte Autorin von zahlreichen Büchern und Theaterstücken für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ihr Roman „Der Märchenerzähler“ wurde für den Deutschen Jugendbuchpreis und den Buxtehuder Bullen 2012 nominiert. Antonia Michaelis lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in einem Dorf nahe der Insel Usedom. Eigene Meinung: Als der 9-jährige David bei einem Verkehrsunfall so schwer verletzt wird, dass er ins Koma fällt, ist seine Mutter Lovis zu tiefst erschüttert. Angeblich sei er extra auf die Autobahn gelaufen. Wie aus dem Nichts dort aufgetaucht. Doch wie ist er dort hingekommen? Was wollte er dort? Lovis ganzes Leben ist nun durcheinander gebracht. Dabi hatte sie zuvor schon genug Probleme. Mit ihrem Job als Künstlerin, mit ihrer Ehe, mit der dicken Mauer um sie herum ... Doch dann findet sie Davids "Werkstattberichte" und beginnt die Dinge aus einem anderen Winkel zu sehen. Und mit der neuen Betrachtungsweise beginnt sie nicht nur darüber nachzudenken, sondern aktiv an ihrem Leben und ihrem Umfeld zu arbeiten. Davids Werkstattberichte sind eine Art Experiment. Der Junge entdeckt, dass das Leben nicht gerecht zugeht und positive und negative Lebenseinflüsse häufig schier willkürlich verteilt. Das findet er gemein. Er möchte, dass es allen gut geht. Dass es "das Paradies" auf Erden gibt. Für Jeden. Für die arme alte Nachbarin, die nicht ins Heim möchte, die humpelnde Spaziergängerin und seine Freundin Lotta, deren Mutter viel zu viele Kinder und zu wenig Geld hat. Er beginnt eine ganze Reihe von Versuchen und vielleicht gelingt es ihm die Welt zumindest ein klein wenig zu verbessern. Ich bin ein großer Fan der Autorin Antonia Michaelis und mag an ihr vor allem, dass man nie genau weiß, was einen erwartet. Eins ist mir jedoch schon immer aufgefallen: sie ist sehr poetisch und hat häufig einen besonderen Blick auf manche Dinge. Verschleiert sie gern oder stellt sie so dar, dass jeder seine eigene Betrachtungsweise entwickeln kann. In ihrem Roman für Erwachsene "Paradies für Alle" vereint sie eine Mischung aus Philosophie und Religion. Wer vor allem mit dem Letzteren nichts anfangen kann, ist in dem Buch sicher falsch aufgehoben, wobei es vielleicht auch dazu beiträgt diese Sichtweise ein wenig zu ändern... Einer der Hauptcharaktere des Buches ist der 9-jährige David, der mit seinen Experimenten nicht nur sein unglaublich gutes Herz unter Beweis stellt, sondern auch zum Nachdenken anregt. Mir gefällt es sehr gut, dass der Leser dabei nicht auf sich allein gestellt wird, sondern quasi in Begleitung von Lovis durch diverse Gedankengänge geführt wird. Allerdings finde ich viele Gedanken des Jungen wenig authentisch. Natürlich gibt es Kinder, die in diesem Alter schon besonders schlau sind, und ich denke es geht gerade darum, dass Kinder sich viele Gedanken machen, Ängste und Nöte der Menschen ernster nehmen und auch ihre eigenen Sorgen entwickeln, aber David ist mir manchmal ein wenig zu fern von einem realistischen 9-jährigen, was mich ein bisschen gestört hat. Ebenso die Länge des Buches, denn an manchen Stellen wird es doch etwas langatmig. Eine weitere große Rolle spielt Davids Mutter Lovis. Sie ist diejenige, die Davids Geheimnissen auf den Grund geht. Sie ist diejenige, deren Leben den größten Bedarf an Veränderung hat. Manchmal muss man zuerst in ein tiefes Loch fallen, um selbst wieder bergauf zu finden ... Fazit: “Paradies für Alle” ist, wie der Titel schon ahnen lässt, ein Buch, das sich mit dem Paradies beschäftigt. Ein Paradies, das dazu beiträgt, dass die Ungerechtigkeit auf der Welt ein kleines bisschen besser verteilt wird, und das alle Menschen glücklich machen soll. Dafür sorgen möchte ein 9-jähriger Junge, der dafür ein hohes Risiko eingeht. Ein Roman, der an manchen Stellen etwas langatmig ist und auf mich teilweise gestellt wirkt, mich dann aber mit großen Gefühlen, Gänsehaut und unvorhersehbaren Wendungen wieder versöhnlich stimmen kann.

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  • Paradiesischer Traum und ein Triptychon für David

    Paradies für alle
    Gelöschter Benutzer

    Gelöschter Benutzer

    13. July 2013 um 14:42

    Der hochbegabte, sensible David Berek entwickelt, angeregt durch ein Schulprojekt, eine Vision. Geradezu besessen tüftelt der erst Neunjährige an seiner Initialzündung zur Verbesserung der allgemeinen Gerechtigkeit, zur Erschaffung des Paradieses auf Erden und der Rückkehr Gottes zu den Menschen. Seine ungewöhnlichen, eigenwilligen Vorstellungen und Diagramme teilt er nur mit seiner kleinen Freundin Lotta, die seinen Gedanken zwar nicht wirklich immer zu folgen vermag, aber instinktiv fühlt, wie wichtig David dieses Projekt ist. Davids Eltern erfahren erst nach seinem dubiosen Verkehrsunfall von den Ideen ihres Sohnes, der seither im Koma liegt. Schritt für Schritt und voller Schuldgefühle dechiffriert Mutter Lovis die schriftlichen Aufzeichnungen des Jungen. Sie erfährt von dem geheimnisvollen Sonderling Herrn Rosekast, einem im Wald lebenden Philosophen, und löst das Rätsel der Umstände, die zu dem tragischen Unfall führten. Für mich ist dieser Roman einer der intensivsten der Autorin Antonia Michaelis. Eine in kraftvollen, aber nicht abgehobenen, Bildern erzählte Geschichte mit theologischer und philosophischer Tiefe, die mit viel Herzblut und Humor von der schmalen Gratlinie zum Kitsch und zur Trivialität zu keiner Zeit abrutscht. Der Junge David steht stellvertretend für uns alle, die wir uns in vergleichbarer charmant-kindlicher Naivität über die Ungerechtigkeiten in der Welt oder die "Heilige Dreiunverständlichkeit" echauffieren; er stellt seine Fragen in unserem Namen. Die Autorin findet somit für unsere Gedanken Worte. Wer schon andere Romane von ihr las, weiß um ihr linguistisches Talent und kann sich auch hier wieder an zahlreichen Wortschöpfungen erfreuen. Meine Erwartungshaltung war so gespannt, als ich die "Knopsen" (S. 222) und "... die Tür war verschossen" (S. 282) fand, dass ich sie erst auf den zweiten Blick als Druckfehler (wer weiß?) identifizierte! Ich fühlte mich durch diesen leisen, unaufdringlichen Roman in meinen kindischen Gedanken abgeholt. Zudem wird ein unbändiger Appetit auf die zahlreichen weltanschaulichen Quellen, die David speisten und antrieben, angeregt. Einzig bedauert habe ich die nur broschierte, nicht gebundene Ausgabe mit einem unattraktiven Retro-Grafik-Cover, das auf den Inhalt überhaupt nicht abgestimmt wirkt und Assoziationen an eine seichte Strandlektüre weckt. (T)

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  • Wunderbar

    Paradies für alle
    MacBaylie

    MacBaylie

    11. July 2013 um 01:19

    Kurzbeschreibung (Verlag): Das Paradies ist machbar, glaubt der 9-jährige David. Man müsste nur das Geld ein wenig umverteilen. Oder die Kühe von nebenan freilassen, die noch nie auf der Weide waren. Dass David begonnen hat, seine oft wilden Pläne in die Tat umzusetzen, erfährt seine Mutter Lovis erst, als er nach einem Unfall im Koma liegt. Sie findet seine Aufzeichnungen und beginnt zu kämpfen: um ihren Sohn, um ihre zerrüttete Ehe und um das Paradies auf Erden, das zu scheitern droht. Meine Meinung: Mit „Paradies für alle“ hat Antonia Michaelis wiedermal ein wundervolles Buch veröffentlicht. Diesmal ein Buch für Erwachsene, welches aber unverkennbar die Handschrift der Autorin erkennen lässt. Auch diese Geschichte ist anders, als man es im Vorfeld erwarten würde. Eben typisch Antonia Michaelis. Dezent wir man als Leser auf Unzulänglichkeiten hingewiesen, bekommt Denkanstöße und hinterfragt unwillkürlich das eigene Verhalten. Könnte mir das so auch passieren? Gibt es womöglich Parallelen? Hätte ich an Lovis Stelle etwas anders machen können oder sollen? Diese Denkanstöße bekommt man aber nicht mit erhobenem Zeigefinger und auch nicht in deutlicher Klarheit vor Augen geführt, auch fühlt man sich nicht, als würde man unbedingt belehrt werden müssen. Nein, hier geht es sehr subtil zu. Mit kleinen, feinen Äußerungen, die oft wunderbar poetisch aber auch gleichzeitig unendlich hart sind, oder besser gesagt vollkommen unverfälscht und unvorbereitet auf einen niedergehen. Ein bisschen ist es so, als müsse man sich alles genauso erarbeiten wie z.B. Lovis, Davids Mutter, es musste. „Auf der alten Pflasterstraße, an deren Ende unser Haus steht, lag der Sonnenschein in Frühlingspfützen.“ (Zitat) Antonia Michaelis schafft es wie keine andere, Gefühle von Kindern, Jugendlichen und auch von Erwachsenen zu erkennen, zu hinterfragen und auf zauberhafte aber auch unendlich ehrliche Weise auf den Punkt zu bringen und auf Papier zu bannen. Den Leser selbst mit in diese Welt zu ziehen, die einem Anfangs oft seltsam erscheinen mag, dann aber ganz schnell den Blick auf viele verschiedene Sichtweisen eröffnet. Es geht nicht um Gut oder Böse, Schwarz oder Weiß. Es geht um alles was dazwischen zu finden ist und darum, dass man sich selbst, seine Einstellung und die Farben eigentlich jederzeit ändern könnte.  Fazit: Die Geschichte besticht durch eine fantastische Idee, unglaublich fantasievolle Töne, wunderbar bildliche Beschreibungen und einfühlsam gezeichnete Charaktere, die mit jedem Satz an Tiefe gewinnen. 

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  • sie beweist es immer wieder....

    Paradies für alle
    Floxine

    Floxine

    26. June 2013 um 16:30

    Eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben fällt mir etwas schwerer, denn es ist ein besonderes und anspruchsvolles Buch. Antonia Michelis beweist mit diesem Erwachsenenroman wieder ihr Können und begibt sich in eine leicht philosophische Richtung, ganz anders als beim „Märchenerzähler“ oder bei „Solange die Nachtigall singt“. Das Cover sticht schon mit seiner Eigenwilligkeit heraus und passt dennoch im Nachhinein zur Geschichte, die den Leser fordert und , wie schon in ihren anderen Büchern, erst einmal nur Fragen aufwirft und keine Antworten bietet. Der Klappentext lockt den Leser mit einer vermeintlich lockeren, lustigen Geschichte, aber weit gefehlt. Ich wusste , dass das täuscht und trotzdem war ich beeindruckt, welch Tiefe und Intensität sie wieder einmal geschaffen hat. Schon die ersten 20 Seiten zeigen, was auf den Leser zukommt. Man fühlt mit und wird von den Figuren vereinnahmt. Die Sätze sind gehaltvoll , voller Emotionen und Bedeutungen , mit denen die Autorin es auch in kurzen , knappen Sätzen schafft, beim Leser viel auszulösen. Dicht gewebte Tiefe reist den Leser mit ins Geschehen und wird nicht losgelassen, denn der Kopf wird gefordert. In anderen Büchern stehen nur Sätze hintereinander gereiht , die zwar eine Geschichte ergeben, aber den Leser außen vor lassen und nicht tief ins Hirn und Herz eindringen. Ich vergleiche es mit Musik. Es gibt Musik, die verursacht Gänsehaut und geht durch und durch, erzeugt Emotionen und Gedanken und andere Musik, sie muss nicht schlecht sein, verursacht nichts ,sondern hört sich nur gut an. So ist es zum Bsp. mit „Cassia & Ky -- Die Auswahl„ , nett aber mehr auch nicht. Antonia Michaelis erzeugt beim Lesen so viele Gefühle zwischen den Zeilen, legt Gefühle in einzelne Worte, die den Leser beflügeln. Sie verzaubert ihre Buchstaben, so denke ich manchmal, denn ich weiß nicht wie sie es schafft mich so zu beeindrucken, bisher konnte das noch kein Autor so wie sie. Sie vermag es mit so vielen Beschreibungen, die aber auch kurz und knapp sind, unnütz wirken und doch so vielsagend sind, den Leser in die Geschichte hinein zu ziehen ,ohne dass der Leser sich beim Zuhören langweilt , ja zuhören, denn wenn ich ihre Bücher lese ist es wie ein Film in meinem Kopf , der sich abspielt und ich ihm gebannt folge. Sehr beeindruckend ist die Hauptperson David, ein 9 jähriger Junge , durch den wir der Philosophie näher kommen und gebannt staunen dürfen, was in einem Kinderkopf so für Gedanken schweben. Er ist ein außergewöhnlicher Junge, der anders ist als andere gleichaltrige und der dem Leser gleich ans Herz wächst. Ich frage mich, wie man als Autor auf eine solche Story kommt. Die "normalen" Bücher mit ihren Zukunfts- oder Krimigeschichten finde ich dagegen langweilig. Ich bin der Meinung, dass Frau Michaelis ziemlich viel auf dem Kerbholz hat, dass sie sehr begabt ist, denn so tiefe, bedeutungsschwere Geschichten kann sich nicht jeder ausdenken. Ich mag diese ganzen undurchsichtigen Dinge, die einen mit einem Fragezeichen über den Kopf dastehen lassen, denn man weiß, am Ende hat alles einen Sinn und seine Richtigkeit. Zum Glück stört es mich nicht, dass man während der Geschichte keine Antworten bekommt, ich find es eher spannend, man kann sich selber Gedanken machen, obwohl ich es nicht so richtig tue. Ich lasse mich treiben, nehme die Fragen auf und weiß, dass am Ende alle Antworten kommen die ich brauche. Für dieses Buch finde ich es wichtig, dass man sich Zeit nimmt, es in Ruhe aber in einem Rutsch ohne große Unterbrechungen liest, denn Davids philosophische Gedanken können einen doch ziemlich beschäftigen und wenn man mitphilosophieren und richtig eintauchen möchte, kann man das nicht in der sBahn oder kurz vor dem Schlafen gehen. Jeder Satz ist pure Poesie für mich. Das Ende ist so herzbewegend, so traurig und doch wunderschön geschrieben. Es ist glaubhaft ,aufklärend und alles andere wäre nicht passend gewesen. Frau Michaelis beweist immer wieder, dass sie keine normalen Geschichten schreibt, sondern immer etwas besonderes, das im Herzen und im Kopf bleibt und ich werde alles von ihr verschlingen was ich zwischen die Finger bekomme. Man muss sich auf ihre Geschichten einlassen, eintauchen und abwarten, am Ende wird man belohnt und es werden alle Fragen geklärt. Ein Muss für Fans von Antonia Michaelis, die der leichten Philosophie nicht abgeneigt sind , in Verbindung mit viel Ruhe und Zeit zum lesen und nur für Leser geeignet ,die nicht immer gleich Antworten haben wollen, sondern sich bis zum Ende gedulden können.

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  • Eine rührende Geschichte, die noch lange nach dem Lesen nachklingt

    Paradies für alle
    KleineLeseecke

    KleineLeseecke

    16. June 2013 um 12:49

    Das Paradies ist machbar, glaubt der 9-jährige David. Man müsste nur das Geld ein wenig umverteilen. Oder die Kühe von nebenan freilassen, die noch nie auf der Weide waren. Dass David begonnen hat, seine oft wilden Pläne in die Tat umzusetzen, erfährt seine Mutter Lovis erst, als er nach einem Unfall im Koma liegt. Sie findet seine Aufzeichnungen und beginnt zu kämpfen: um ihren Sohn, um ihre zerrüttete Ehe und um das Paradies auf Erden, das zu scheitern droht. Selten fand ich es so schwierig ein Buch zu rezensieren. Und ich muss zunächst einmal betonen, dass ich wirklich ein großer Fan von Antonia Michaelis bin. „Der Märchenerzähler“ ist eins der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe und das Buch lese ich bis heute immer wieder, ein kleines Meisterwerk. „Solange die Nachtigall singt“ fand ich auch gut, allerdings war mir dieses Werk etwas zu surreal und verwirrend. Nun hat die Autorin mit „Paradies für alle“ einen weiteren Roman geschrieben, allerdings eher für Erwachsene. Dass man einen Roman für die Generation ab ca. 40 Jahren liest merkt man der Geschichte sofort an. Zwar ist der neunjährige David der eigentliche Protagonist, allerdings lernt man diesen nie aktiv, sondern immer nur durch seine hinterlassenen Berichte kennen. Deshalb steht auch eher seine Mutter Lovis im Vordergrund, über deren Gedanken und Gefühle man mehr erfährt. Sie ist eine erfolgreiche moderne Malerin, aber innerlich zutiefst unglücklich. Erst nach Davids Unfall merkt sie, dass einiges schief gelaufen ist im Leben und dass sie des Öfteren zu wenig für ihren Sohn da war. Auch ihre Ehe steht plötzlich auf dem Spiel... Ich denke, dass es an Lovis lag, dass ich mich in diesen Roman nicht so sehr hineinfühlen konnte wie in die anderen Bücher der Autorin, weil mich als junge Frau mit Anfang zwanzig andere Dinge beschäftigen und ich auch noch nicht Mutter bin. Deshalb würde ich „Paradies für alle“ dann doch eher älteren Frauen oder Müttern empfehlen. Dennoch ist der Roman wunderschön geschrieben. Man merkt Frau Michaelis auch hier ihr Talent mit der Sprache an und durch den wunderschönen Sprachstil ist es ein Vergnügen das Buch zu lesen. Auch von der Idee her ist der ganze Roman sehr gelungen, wenn ich ihn auch manchmal etwas seltsam fand. David ist nämlich ein hochbegabter Junge, der sich schon mit neun Jahren an Lektüre gewagt hat, an die sich andere Menschen ein Leben lang nicht trauen. Seine Gedankengänge waren einerseits kindlich-naiv und dann andererseits wieder anrührend und hochintelligent. Auf jeden Fall ein sehr spezieller Charakter für ein Buch! Fazit: „Paradies für alle“ ist ideal für alle Leserinnen, die eine anspruchsvolle Lektüre suchen, die sie auch nach dem Lesen noch länger beschäftigen wird. Es erzählt eine außergewöhnlich-rührende Geschichte gepaart mit einem einzigartigen Schreibstil. 4,5 Sterne von mir!

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  • Konnte das Buch nicht aus der Hand legen!

    Paradies für alle
    _Vanessa_

    _Vanessa_

    27. May 2013 um 14:44

    Warum ich das Buch lesen wollte: Vor diesem Buch habe ich schon vier weitere Bücher der Autorin gelesen und alle sehr gemocht, keins der Bücher hat eine Bewertung von unter 4 Sternen von mir bekommen. Als ich dann dieses Buch entdeckt habe, von dem ich vorher noch nie etwas gehört/gelesen habe, war mir klar, dass ich es lesen muss. Darum geht es: Der 9-jährige David möchte ein Paradies auf Erden erschaffen. Dazu muss man nur gewisse Dinge, wie zum Beispiel Geld oder Kleidung umverteilen und irgendwann ist dann der Punkt erreicht, wo das Ganze von alleine funktioniert. Nach einem Autounfall liegt David im Koma und seine Mutter Lovis erfährt von seiner "Werkstatt zur Verbesserung der allgemeinen Gerechtigkeit" und das er schon angefangen hat, seine Pläne und Ideen in die Tat umzusetzen. Nach und nach entschlüsselt sie seine Aufzeichnungen, er hat für jeden Eintrag einen anderen Verschlüsselungscode verwendet, und fängt an für David an dem Projekt weiter zu arbeiten. Meine Meinung: Der Schreibstil... Ich liebe Antonia Michaelis Art zu schreiben! Das Buch ließ sich wunderbar lesen, es ist sehr flüssig geschrieben und hat einen Sog, dem ich nicht entkommen konnte. Schnell konnte ich in die Geschichte eintauchen und das Buch hat mich sehr gefesselt, sodass es schwer war, es auch nur für eine Sekunde zu unterbrechen. Die Geschichte... Ich weiß gar nicht so recht, wie ich meine Meinung hierzu in Worte fassen soll. Das Buch wird von Lovis, Davids Mutter, erzählt, die kurz nach Davids Unfall, er wurde etwa 50km von seinem zu Hause entfernt auf der Autobahn angefahren und liegt im Koma, seine Werkstatt gefunden hat. Man hat sich direkt im Geschehen wiedergefunden, man ist zu Beginn genau so ratlos wie Lovis. Was hat David auf der Autobahn zu suchen gehabt? Wie ist er dort hingekommen? Was hat es mit dieser Werkstatt auf sich? Und das Allerwichtigste: Wird David wieder gesund? Alles erfährt man im Laufe des Buches und, glaubt mir, mit einigen Dingen, die geschehen sind, hätte ich nicht gerechnet. Ich fand es sehr interessant zusammen mit Lovis die Antworten auf alle Fragen zu suchen bzw zu finden, zusammen mit ihr Davids Werkstattberichte zu lesen, die ich teilweise schon in gewisserweise schockierend fand. Antonia Michaelis hat diese wirklich emotionale Geschichte sehr gefühlvoll erzählt und ich hatte beim Lesen teilweise richtig Tränen in den Augen. Die Charaktere... Lovis ist im Großteil des Buches sehr verschlossen, sie hat eine Mauer um sich herum gebaut, die sie nur ihre kleinen grauen Kästchen, die sie als erfolgreiche Künstlerin malt, überwinden lässt, da sie Angst hat verletzt zu werden. Sie entfernt sich immer mehr von allem und lebt quasi in ihrer eigenen Welt. Allerdings bleibt sie nicht die ganze Zeit so, denn ich finde, dass sie sich im Laufe des Buches geöffnet und verändert hat, im positiven Sinne, was mir sehr gut gefiel. David lernt man quasi nur durch seine Berichte kennen, da er schon ganz am Anfang vom Buch diesen Unfall hat. Ich finde, dass er eine interessante Person ist, sehr intelligent, mutig und vielleicht auch ein kleines bisschen verrückt und komisch, so kam er mir persönlich zumindest teilweise vor. Auch er lebt auf gewisse Art und Weise in seiner eigenen kleinen Welt, in der nur sein Projekt zählt, aber er ist nicht so verschlossen wie Lovis. Und dann gibt es da natürlich auch noch eine ganze Menge anderer Charaktere, Lovis Mann Claas, Lotta, Dr. Samstag,.. über jeden von ihnen könnte ich eine ganze Menge schreiben, aber das würde auf jeden Fall den Rahmen sprengen. Alle Charaktere gefielen mir unglaublich gut, sie kamen mir gar nicht wie Figuren in einem Buch vor, sondern wie richtige Menschen, die einfach so von der Straße in das Buch gesperrt worden sind. Fazit... Lange Rede, kurzer Sinn: Mit "Paradies für alle" konnte mich Antonia Michaelis wieder einmal begeistern. Das Buch ist sehr emotional und unglaublich interessant, ich konnte es kaum aus der Hand legen, da die Fragezeichen in meinem Kopf nach einer Auflösung verlangt haben. Es wird ganz bestimmt nicht mein letztes Buch der Autorin sein.

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  • Trotz der Ernsthaftigkeit hab ich das Buch mit einem Lächeln beendet.

    Paradies für alle
    Gelöschter Benutzer

    Gelöschter Benutzer

    06. May 2013 um 14:04

    Wäre es nicht schön, wenn man ein Paradies für alle Menschen erschaffen könnte? Ein Paradies, wo jeder ein kleines bisschen Glück für sich findet und alle für dieses Paradies dran arbeiten? Antonia Michaelis hat genau diese Vorstellung in ihrem Roman verarbeitet. Hier sind David und Lovis die Protagonisten. David ist mit seinen 9 Jahren überaus intelligent und ist überzeugt davon, dass wenn alles ein wenig gleich verteilt wird, ein Paradies für alle geschaffen werden kann. So begibt er sich mit seiner Freundin Lotta an diesen Plan und lässt zum Beispiel 15 Kühe frei. Doch plötzlich wird er 50 km weg von seinem Zuhause gefunden, mitten auf der Autobahn wurde er angefahren und liegt im Koma. Seine Mutter Lovis stellt sich die Frage, was in Gottes Namen er dort zu suchen hatte und finden seinen Werkstattbericht über jenes Projekt. Sie nimmt sich seiner an und versucht sein Projekt zu beenden und gleichzeitig ihre Ehe sowie auch ihren Sohn zu retten. Diese Geschichte ist gefüllt mit Tiefgang und Poesie. Antonia Michaelis behält auch in dieser Geschichte ihren unverkennbaren Schreibstil und ihre Kunst Charaktere so interessant zu beschreiben, dass sie gleich von den ersten Seiten an fesseln. Die Autorin versteht es ihrer, Geschichte eine gewisse Philosophie zu verleihen und sie mit rhetorischen Fragen zu füllen, ohne sich dabei in eine belanglose Handlung zu verwickeln. Zu keiner Zeit wurde mir die Geschichte zu langweilig, im Gegenteil, Seiten um Seiten, lernte ich die Charaktere zu schätzen und zu lieben. Lovis und David sind in ihren Charaktereigenschaften sehr lebhaft und wahnsinnig intelligent. Sie wirken wie Freigeister und haben ihre eigene Vorstellung vom Leben. Der Ehemann Claas dagegen scheint Grund solide, fest im Leben verankert und voller Verantwortung. Dabei jedoch hilflos in seiner Ehe. Lotta, die Freundin Davids, fand ich echt zum Knutschen. Manchmal naiv und doch so treu in ihrer Freundschaft zu David, an den sie mitsamt seinem Projekt glaubt und mit allen Mitteln unterstützt. Allein diese Konstellation der Personen machte die Handlung für mich schon perfekt. Und so liebevoll diese Geschichte geschrieben ist, so spannend und interessant wird sie in ihrem Verlauf. Mir gingen beim Lesen einige Emotionen durch den Kopf, mal war es Unglaube, mal Wut und Frustration, mal musste ich heftigst lachen. Die Länge der Geschichte ist genau richtig, wobei ich dank diesem wunderbaren Schreibstil immer weiter hätte lesen können. Fazit: Ein Roman voller Tiefgang, wer hier heitere Unterhaltung erwartet, wird nicht fündig. Diese Geschichte ist eine gelungene Mischung aus Dramatik und Unterhaltung. Ein Roman, bei dem man sich gut konzentrieren sollte und vielleicht auch mal zwischen den Zeilen lesen kann. Am Ende stellte ich mir immer wieder die Frage, ob ein solches Paradies für alle, auch in meinem Umkreis möglich wäre und allein diese Vorstellung ließ mich die Geschichte mit einem Lächeln enden. © Michaela Gutowsky

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