Tankstellenchips

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Positiv (14):
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Ein Buch voller (unbequemer) Helden.

Kritisch (4):
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Lieber Fritten, da hat man mehr von.

Alle 24 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Tankstellenchips"

Road Novel von Antonia Michaelis über zwei ungleiche Helden und sehr viele Kühe.
In einer Sommernacht lernen sie sich kennen: Sean, Student aus dem Iran, seit zwei Monaten in Deutschland, und Davy, aus dem Heim abgehauen, auf der Suche nach einem Freund. Beide werden Zeugen eines Überfalls. Von nun an verfolgt von Verbrechern und Polizei türmen sie zusammen quer durch Deutschland: über Erdbeerfelder, unter dunklen Gewitterwolken, durch Biergärten, im Heißluftballon, mit der Bahn und auf dem Moped. Immer wieder werden sie dabei von Kühen umzingelt, das scheint ihr Schicksal zu sein. Warum sonst sollte der Wagen mit Sean und dem Abschiebebescheid ausgerechnet auf dem Weg zum Flughafen in einer Kuhherde stecken bleiben?
Klug, skurril und komisch nimmt Antonia Michaelis ihre Leser mit auf eine Deutschlandreise aus Sicht eines Flüchtlings und erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783789109188
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:Oetinger
Erscheinungsdatum:23.07.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    MelEs avatar
    MelEvor 4 Tagen
    Schräger Roadtrip - Definitiv kein Mainstream

    Wer die Bücher der Autorin Antonia Michaelis kennt, weiß auf Anhieb, dass man sich auf das Lesen zwischen den Zeilen einlassen muss, um sich auf eine Zielgerade zu bewegen, denn immer ist es auch ein Wink mit dem Zaunpfahl, der mitunter sehr bewegt, schmerzt oder Erkenntnisse über sein eigenes Tun und Denken beinhaltet. Hier in " Tankstellenchips" begegnet uns ein Held, dessen inneres und äußeres Chaos zunächst darüber hinweg täuscht, wie aufrüttelnd und bewegend Shayans (genannt Sean) Geschichte ist. Die Flüchtlingsproblematik ist in die Story eingewoben und erdrückt zwar nicht, gibt aber ein Bild darüber ab, welche Hindernisse und großer Überlebenskampf einem dieser Menschen ganz bezeichnend begegnet sind. Es kostet viel Mut eine Reise nach Deutschland anzutreten, wobei Shayan eher gestrandet scheint, denn sein Ziel war England. Der Strand ist der Aufhänger, denn dort verliert Shayan seinen Schlüssel im Sand und befindet sich ab da in einem großen Abenteuer, einer Flucht gleich. Abenteuerlich mit Erdbeeren gespickt und jeder Menge Kühen, beginnt dieser faszinierende Roadtrip gemeinsam mit Davy, einem Jungen, der aus dem Heim geflohen ist und ebenfalls nun obdachlos ist. Was mich am meisten faszinierte ist die Tatsache, dass immer wieder neue Weggefährten auftauchen und die Weiterreise gespickt ist durch Fahrzeuge unterschiedlichster Art, sei es nun Pferd, Mofa oder auch Fallschirm. Immer wieder gibt es Möglichkeit zur Weiterreise, denn Shayan hat ein Ziel und dennoch zerschlägt sich dieses mehrfach. Er ist quasi ein Stehaufmännchen, dem es immer wieder gelingt weiterzumachen, um am Ende dann doch zu scheitern, zumindest sieht es so aus. Das Ziel ist ganz nah und dann zerplatzt der Traum vom großen Glück wie eine Seifenblase. Das Ende erschien fast hoffnungslos und auch da hatte die Autorin eine Überraschung parat, die nicht vorhersehbar war. Es hat mir gefallen, dass es eine Wende in der Story gab, die dann doch noch Hoffnung versprach.

    " Tankstellenchips" erfordert ebenfalls wie die vorherigen Bücher der Autorin ein genaues Lesen. Mir gefällt es immer wieder, mich auf den Schreibstil einzulassen und eine Story zu lesen, die einen ganz besonderen Helden kürt. Ein Held, der seinen Glauben an sich und die Welt erst erkennen muss. Am Ende ist er doch ein Sieger, denn seine außergewöhnliche Story musste einfach erzählt werden. Für mich ist " Tankstellenchips" erneut ein  Highlight, wobei es nicht schaden wird, das Buch noch ein weiteres Mal zu lesen, um wirklich alles zu verstehen, was sich hinter den Zeilen versteckt hält. Ein grobes Überfliegen wird dem Sinn nicht gerecht werden. Erneut eine absolute  Leseempfehlung, auch wenn das Buch ein genaues Lesen erfordert und der Zielgruppe junger Leser_innen vielleicht nicht unbedingt das vermitteln kann, was die Autorin aussagen will, da vieles versteckt ist zwischen Wortwitz und amüsantem Abenteuer. Die Sprachbarrieren Shayans sind absolut gelungen und ließen mich mehrfach schmunzeln. Dieser Protagonist hat definitiv einen Heldenstatus verdient und ich genoss es sehr in dieses Abenteuer einzutauchen. 

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    Lilli33s avatar
    Lilli33vor 15 Tagen
    Ein sehr skurriler Roadtrip

    Gebundene Ausgabe: 368 Seiten

    Verlag: Oetinger (23. Juli 2018)

    ISBN-13: 978-3789109188

    empfohlenes Alter: ab 14 Jahren

    Preis: 18,00 €

    auch als E-Book erhältlich


    Ein sehr skurriler Roadtrip 


    Inhalt:

    Zwei Jungs zur falschen Zeit am falschen Platz. Shayan, der 18-jährige Asylbewerber aus dem Iran, und der etwa achtjährige Davy, der aus dem Heim ausgerissen ist, werden Zeugen eines Verbrechens. Fortan werden sie nicht nur von den Verbrechern gejagt, sondern auch von der Polizei. Auf ihrem Weg quer durch Deutschland erleben sie die skurrilsten Dinge …


    Meine Meinung:

    Wie immer hat Antonia Michaelis ein berührendes Thema aufgegriffen. Als Leser hat man direkt Anteil an dieser abenteuerlichen Reise durch Deutschland und erhält die Möglichkeit, durch Shayans Augen quasi von außen auf die Deutschen und alles Deutsche zu schauen. Das kann einem an manchen Stellen schon die Augen öffnen. 


    Man wird beim Lesen Zeuge einer sich immer weiter entwickelnden Freundschaft zwischen den beiden ungleichen Jungs, die einem wirklich zu Herzen gehen kann. Beide Protagonisten fand ich einfach nur absolut liebenswert. Natürlich musste ich immer wieder schmunzeln, wenn sie von einem Schlamassel in den nächsten schlitterten, wenn sie mal wieder von einer Rinderherde umzingelt waren und sich zu ihrer Rettung etwas „ausleihen“ mussten, beide ein wenig naiv in ihrem Verständnis von der Welt bzw. von Deutschland. 


    Auf der anderen Seite war mir die Erzählung aber ein bisschen zu flapsig. Denn die Geschichte ist in jeder Hinsicht eigentlich sehr ernst, wird aber stets mit einem Augenzwinkern erzählt, was mir nicht immer angemessen erschien. Auch fand ich die Dialoge auf Dauer recht anstrengend. Shayan spricht nur gebrochen Deutsch, Davy hat einen „Sprachfehler“. Davon abgesehen, konnte mich die Autorin aber wie gewohnt mit einer faszinierenden Sprache begeistern, mit Wortspielen und Wortneufindungen, die einfach Spaß machen. 


    Fazit:

    „Tankstellenchips“ beschreibt einen rasanten Roadtrip, der auf (etwas zu) humorvolle Art von den Problemen eines Asylbewerbers, den Missständen in einem Kinderheim und der Polizeigewalt im Iran erzählt. Für Jugendliche ab etwa 14 Jahren eine empfehlenswerte Lektüre.


    ★★★★☆




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    M
    marillion27vor einem Monat
    Roadtrip mit fragwürdigen Ereignissen

    Anfangs fand ich es ganz amüsant, es war mir dann insgesamt aber zu unlogisch und platt.
    Sowohl der Sprachfehler von Davy als auch die extreme Naivität von Shayan sind unglaubwürdig. Shayan erscheint oft, als würde er nicht aus einer anderen Kultur, sondern von einem anderen Planeten kommen. Das ist mir zu übertrieben. Es werden oft auf lustige Weise die Kulturen verglichen, dies aber leider auf eine sehr platte und klischeehafte Art und Weise.

    Der Protagonist tut viele illegale Dinge. Diese werden meiner Meinung nach in diesem Buch als heldenhaft dargestellt.

    Trotz allem gibt es enige Stellen die mich gut unterhalten haben.

    Fazit: Meiner Meinung nach kein Jugendbuch und für Erwachsene zu einfach geschrieben.

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    jaylinns avatar
    jaylinnvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein Buch voller (unbequemer) Helden.
    Ein Buch voller (unbequemer) Helden

    Allgemeines:

    Tankstellenchips – Ein Heldenepos ist im Juli 2018 in der Verlagsgruppe Oetinger erschienen. Die Autorin dieses Buches ist eine meiner liebsten deutschen Autorinnen: Antonia Michaelis.

    Tankstellenchips ist kein fantastisches Buch, sondern geht ähnlich wie Die Attentäter in eine realistische Richtung. In meinen Augen ist es für junge Erwachsene und erwachsene Leser geeignet. Das vom Verlag empfohlene Lesealter von 14 Jahren ermöglicht vermutlich kein umfassendes Verständnis der Lektüre.

    Wer Tankstellenchips in der Hand hält, sollte einen Blick hinter den Schutzumschlag werfen. Mit viel Liebe zum Detail hat Kathrin Schüler das Buch gestaltet und dem gebundenen Buch so auch optisch etwas Besonderes verliehen.

    Inhalt:

    „Road Novel von Antonia Michaelis über zwei ungleiche Helden und sehr viele Kühe.
    In einer Sommernacht lernen sie sich kennen: Sean, Student aus dem Iran, seit zwei Monaten in Deutschland, und Davy, aus dem Heim abgehauen, auf der Suche nach einem Freund. Beide werden Zeugen eines Überfalls. Von nun an verfolgt von Verbrechern und Polizei türmen sie zusammen quer durch Deutschland: über Erdbeerfelder, unter dunklen Gewitterwolken, durch Biergärten, im Heißluftballon, mit der Bahn und auf dem Moped. Immer wieder werden sie dabei von Kühen umzingelt, das scheint ihr Schicksal zu sein. Warum sonst sollte der Wagen mit Sean und dem Abschiebebescheid ausgerechnet auf dem Weg zum Flughafen in einer Kuhherde stecken bleiben?

    Klug, skurril und komisch nimmt Antonia Michaelis ihre Leser mit auf eine Deutschlandreise aus Sicht eines Flüchtlings und erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft.“ (Quelle: Verlagsgruppe Oetinger)

    Meine Meinung:

    Antonia Michaelis steht für Bücher, in denen Realität und Fantasie verschwimmen. Bücher, die uns als Leser nicht eindeutig signalisieren, was tatsächlich passiert ist oder was wir uns nur vorstellen, gelesen zu haben. Ich liebe diesen ihr ganz eigenen Schreibstil und habe mich von ihren Worten schon so oft einfangen lassen. Michaelis behandelt stets wichtige Themen und eben auch solche Themen wie das der Flüchtlinge, das für manche Menschen so unangenehm zu sein scheint. Für mich stand außer Frage, ob ich Tankstellenchips lesen wollte. Ich musste es lesen.

    „Fahren Sie nicht weiter bis zu das Dorf da?“, fragte Davy. „Doch, da wohn ich“, sagte der alte Mann. „Aber muss ja nicht gleich jeder wissen, dass ich so’ne wie euch mitgenommen hab. Ihr versteht schon. Ausländer. Denn haut rein.“

    Ich wusste nicht, was wir hauen sollten, es war wohl nur wieder eine Redensart. (S. 36)

    Tankstellenchips wird als Heldenepos beworben. Und genau das ist es auch. Zwei (tragische) Helden machen sich auf den Weg – auf eine gemeinsame, völlig ungeplante und unfreiwillige Reise. Auf dieser Reise erleben sie Dinge, die durchaus im Bereich des Möglichen liegen. Anders als sonst mischt Michaelis keine fantastischen Elemente in die Handlungsstränge ihrer Geschichte. Stattdessen tauchen viele skurrile Dinge auf. Den beiden Helden begegnen zum Beispiel überdurchschnittlich oft Kühe. Man könnte sagen, sie sind von Kühen umgeben. Vielleicht verfolgen die Kühe die beiden ja heimlich auf ihrer Reise durch Deutschland?

    Michaelis kreiert eine tragikomische Geschichte. Eine Geschichte, von der man immer mehr lesen will, die man förmlich in sich aufsaugt. Woran das liegt? Vermutlich zum einen an der Authentizität der Protagonisten und zum anderen an dem von ihr gewählten Realitätsbezug. Sean, der eigentlich gar nicht Sean heißt, ist geflüchtet. Beiläufig werden ab und an Details seiner Flucht erwähnt. Als ob sie gar nicht so schlimm war. Gleiches gilt für den Grund seiner Flucht. Er hat selbst mich während der Lektüre beinahe davon überzeugt, dass er gar keinen Grund hatte, sein Land zu verlassen. Fallt nicht darauf rein, er hat einen.

    Es tat ein bisschen weh an meine Großmutter zu denken. An sie und ihre Küche und den Duft darin: Kerbel, Pfefferminze, Basilikum, Schnittlauch, Zwiebel, all diese Gerüche, die es in Deutschland nicht gibt, oder wenn, dann nur in winzigen Dosen, als wären Kräuter gefährliche Medikamente. (S. 29)

    Tankstellenchips lädt dazu ein, über Sprache nachzudenken. Vor allem über die deutsche Sprache. Sean hinterfragt viele Dinge, neigt zu Übergeneralisierungen und erklärt nicht nur einmal, warum er sich so ausdrückt wie er es eben tut. Der kleine Davy, der ihn auf dem Roadtrip begleitet, hat ebenso Probleme mit der Sprache. Das fällt sogar Sean auf. Seine Probleme haben eine andere Ursache, sind aber nicht minder spannend. Meiner Meinung nach sind viele Beispiele aus Tankstellenchips bestens dafür geeignet, aufzuzeigen, welche Herausforderungen sich für einen Lerner innerhalb der deutschen Sprache verbergen.

    „Und? Willst du wieder zurück, irgendwann?“, fragte der Trucker.

    Komisch, alle stellten ständig diese Frage. Da bist du fünf Minuten irgendwo zu Gast, und schon fragen sie, wann du wieder gehst. „Ich geh zurück zwei Wochen“, sagte ich. „Tourist. Sie verstehen? Ich bin Tourist. Besucherin.“ „Besucher“, sagte der Trucker. „Was?“ „Besucherin ist eine Frau“, sagte der Trucker und steckte sich eine Zigarette an, ohne mir eine anzubieten, was sehr schade war. „Deutsch, in ist für Frau.“ „Ja, aber die Gleichberechterung“, sagte ich, denn das hatte ich mir gemerkt, es war etwas typisch Deutsches. „Deutschland, jede Wort muss in am Ende haben, ist Gleichberechterung, nein? Also ich sage: Bin ich Besucherin. Ist gerecht.“ Der Trucker nickte langsam. (S. 27)

    Während des Lesens begleitete mich durchweg ein gewisses Unbehagen. Ich hatte schon von Beginn an Angst vor dem Ende des Buches. Ob meine Angst berechtigt war? Lest selbst, es lohnt sich.

    Fazit:

    Ein Buch voller (unbequemer) Helden.

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    StMoonlightvor einem Monat
    Kurzmeinung: Lieber Fritten, da hat man mehr von.
    Skurrile und unplausibel

    Iraner Shayan und der Kind Davy werden Zeugen eines Überfalls. Jeder hat seinen eigenen Grund vor der Polizei zu flüchten. Und jeder hat seine eigene deutsche Sprache, die nur ansatzweise an ein „gängiges Hochdeutsch“ heranreicht. Auf ihrer Flucht freundet sich das ungleiche Duo an.

    Das alles klang nach einer wunderbaren Geschichte über Vorurteile und Freundschaft, gemischt mit Abenteuer. War es aber leider nicht. Shayan ist regelrecht naiv dargestellt. Teilweise hatte ich das Gefühl er wäre kein Mensch, sondern ein Alien auf einem völlig fremden Planeten. Auch Davy wirkt nicht wie ein Achtjähriger. Irgendwie passte das alles nicht so recht. Genauso wenig wie die Handlung der Geschichte. Das Grundgerüst ist zwar vorhanden, aber dann gibt es immer wieder komplett skurrile Szenen.

    Das Ende hat mich doch ein wenig -  positiv - überrascht. Im Großen und Ganzen konnte ich mit „Tankstellechips“ jedoch leider nicht warm werden. Dafür waren mir die Protagonisten einfach zu überzogen dargestellt. Klar handelt es sich um ein Jugendbuch und die Texte sind eben „leichter“, aber hier entwickelte sich das leider alles irgendwie zum Slapstick. Witzig ist okay, aber hier war es einfach zu viel an völlig falscher Stelle.


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    Siraeliavor einem Monat
    Kurzmeinung: überzeichnet, dabei witzig mit einem Spiegel für die deutsche Gesellschaft, der allerdings auch die oberflächlichen Vorurteile unterstreicht
    Kein normaler Roadtrip sondern Lesespaß par Excellence mit Anspielungen auf aktuelle Situationen

    „Tankstellenchips: Ein Heldenepos“ von Antonia Michaelis ist das erste Buch, welches ich von dieser bekannten Kinder- und Jugendbuchautorin gelesen habe. Und dieses Buch polarisiert! Es richtet sich an die Leserschaft ab 14 Jahren, fordert dabei ein großes Spektrum an Allgemeinwissen, um all die versteckten Anspielungen zu verstehen (oder man überliest es einfach). Aber nun zum Inhalt:

     

    Das Buch erzählt von der abenteuerlichen Reise des jungen Flüchtlings Sayad, der zusammen mit dem ca. acht Jahre alten Davy von der mecklenburgischen Ostseeküste bis nach München kommt, immer auf der Suche nach Unterstützung bzw. auf der Flucht vor diversen Gruppen. Diese Reise ist einerseits so witzig beschrieben, denn die beiden haben einfach immer Pech und doch gleichzeitig auch Glück im Unglück. Die Autorin beschreibt diese verschiedenen Stationen der Reise so humorvoll und hält der Leserschaft dabei einen Spiegel vor. Allerdings wurde es mir mit der Zeit etwas zu anstrengend, denn diese teilweise schon grotesken Situationen häufen sich und ich kam als Leserin gar nicht mehr zur Ruhe. Aber ich glaube auch, dass das von der Autorin genau so gewollt ist, denn es handelt sich nun nicht um einen Tatsachenbericht, sondern in meinen Augen um eine Persiflage.

     

    Um zu verstehen, was dort alles so aufgegriffen und verwendet wird ist, meiner Meinung nach ein hohes Maß an Allgemeinbildung nötig, die die originäre Zielgruppe noch nicht unbedingt besitzt. Auch wird stark auf die gesellschaftliche Sicht in Bezug auf Flüchtlinge eingegangen. Da hoffe ich sehr, dass die Leserschaft nicht die Lust an diesem Buch verliert, sondern Unterstützung durch zur Verfügung stehende Gesprächspartner hat.

     

    Für dieses einzigartige Leseabenteuer vergebe ich 4 von 5 Sterne aufgrund der von mir oben dargestellten Kritikpunkte. Ich persönlich habe mich von diesem Buch sehr gut unterhalten gefühlt, bin aber auch nicht im Alter der originären Zielgruppe.


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    Paulaas avatar
    Paulaavor einem Monat
    Witziges Abenteuer

    INHALT:

    Road Novel von Antonia Michaelis über zwei ungleiche Helden und sehr viele Kühe.
    In einer Sommernacht lernen sie sich kennen: Sean, Student aus dem Iran, seit zwei Monaten in Deutschland, und Davy, aus dem Heim abgehauen, auf der Suche nach einem Freund. Beide werden Zeugen eines Überfalls. Von nun an verfolgt von Verbrechern und Polizei türmen sie zusammen quer durch Deutschland: über Erdbeerfelder, unter dunklen Gewitterwolken, durch Biergärten, im Heißluftballon, mit der Bahn und auf dem Moped. Immer wieder werden sie dabei von Kühen umzingelt, das scheint ihr Schicksal zu sein. Warum sonst sollte der Wagen mit Sean und dem Abschiebebescheid ausgerechnet auf dem Weg zum Flughafen in einer Kuhherde stecken bleiben?
    Klug, skurril und komisch nimmt Antonia Michaelis ihre Leser mit auf eine Deutschlandreise aus Sicht eines Flüchtlings und erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft.

    COVER:

    Witziges Cover, ist sehr schön gemacht. Aber der Titel und das Cover passen meiner Meinung nach nicht zum Inhalt.

    SCHREIBSTIL:

    Ein leichter Schreibstil, der für ein Kinde-r und Jugendbuch bestens geeignet ist.

    MEINUNG:

    Das Thema des Buches ist ganz klar: Flüchtlinge. Sean ist aus seiner Heimat nach Deutschland geflüchtet und wird in ein Verbrechen mitreingezogen, so dass er vor der Polizei und den wahren Tätern des Verbrechens flüchten muss, dabei wird er von Davy beobachtet, der sich ihm anschließt.

    Die beiden erleben eine rasante Flucht mit allerlei witzigen Abenteuern, die natürlich total übertrieben und unglaubwürdig sind, für ein Jugendbuch aber absolut passend.

    Mir hat die Sichtweise von Sean gefallen, wie er über Deutschland denkt, allerdings bezweifel ich, dass alle Flüchtlinge so denken wie Sean.

    Die Geschichte und die Idee haben mir sehr gut gefallen und für ein Jugendbuch fand ich es wirklich gut. Es ist kein Buch, das man gelesen haben muss, aber es schadet auch nicht es gelesen zu haben.

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    Zwillingsmama2015s avatar
    Zwillingsmama2015vor einem Monat
    Kurzmeinung: Lesehighlight 2018 - skuril, humorvoll, voll Liebe und Freundschaft und einfach etwas anders!
    Eines meiner Highlights in 2018

    Fast hätte ich mich nicht auf das Buch beworben - und warum? Weil mir das Cover nicht gefallen hat, aber dann habe ich gelesen, dass das Buch von Antonia Michaelis ist - eine Größe auf dem deutschen Jugendbuchmarkt und bekannt für besondere Geschichten.


    Und genau das ist Tankstellenchips auch - eine besondere Geschichte, die mir jetzt fehlen würde. Ich habe mich in die Geschichte um Shayan (der Einfachheit halber jetzt nur noch Sean) und den kleinen Schlumpf-Jungen Davy verliebt.

    Eine Geschichte wird hier erzählt, die so unmöglich, skurill und absolut überzogen dargestellt wird, dass mich Frau Michaelis damit einfach nur überzeugen konnte. So was habe ich bisher noch nicht gelesen....

    Der Scheibstil ist wirklich toll, sehr leicht zu lesen, wenn man sich an die Sprache der Freunde gewöhnt hat. Sean spricht ein gebrochenes deutsch und Davy, der kleine kluge Junge mit dem großen Herz, ist der Sprache auch nicht so 100%ig mächtig - aber auch das hat seinen Reiz bzw. macht das Buch aus. 
    Ich weiß nicht, wann ich etwas gelesen habe, dass es so oft auf den Kopf trifft, wie die Sprüche von Davy und auch Deutschland mit seinen Eigenheiten wird super mit den Augen eines Nicht-Deutschen dargestellt. 

    Die Erlebnisse auf ihrem Roadtrip sind so humorvoll und schier unmöglich - sehr schön war der Pferdeurlaub der deutschen Frauen und auch die Erdbeerpfeldszene mit unserer Lotta - oder das Nibelungenold! 
    Das ganze Buch ist einfach toll - also wer Sprachwitz, Humor  und Antonia Michaelis mag sollte sich diese Geschichte über das Einsam sein, Freundschaft, die Liebe und noch so viel mehr näher ansehen.

    Für mich definitv eines des Lesehighlights in 2018!

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    OliverBaiervor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine deutsche Roadnovel über zwei ungleiche Helden mit Sprach- und Kulturbarrieren, war stilistisch leider nicht so wirklich meins- schade
    Unterwegs in Germania

    Klappentext/Inhalt:


    Road Novel von Antonia Michaelis über zwei ungleiche Helden und sehr viele Kühe.
    In einer Sommernacht lernen sie sich kennen: Sean, Student aus dem Iran, seit zwei Monaten in Deutschland, und Davy, aus dem Heim abgehauen, auf der Suche nach einem Freund. Beide werden Zeugen eines Überfalls. Von nun an verfolgt von Verbrechern und Polizei türmen sie zusammen quer durch Deutschland: über Erdbeerfelder, unter dunklen Gewitterwolken, durch Biergärten, im Heißluftballon, mit der Bahn und auf dem Moped. Immer wieder werden sie dabei von Kühen umzingelt, das scheint ihr Schicksal zu sein. Warum sonst sollte der Wagen mit Sean und dem Abschiebebescheid ausgerechnet auf dem Weg zum Flughafen in einer Kuhherde stecken bleiben?
    Klug, skurril und komisch nimmt Antonia Michaelis ihre Leser mit auf eine Deutschlandreise aus Sicht eines Flüchtlings und erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft.

    persönliche Meinung:

    Deutschland aus der Sicht eines Flüchtlings, der gleichzeitig vor der Polizei flüchten muss, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort war.
    Sean und Davy sind wirklich ein ungleiches Paar, der eine Student aus dem Iran, der andere ein geflohenes Heimkind. Sie verbindet die Flucht und es entsteht eine innige Freundschaft, in der jeder jedem irgendwie das Leben rettet. Beide mit massiven Sprach- und Verständigungsproblemen ausgestattet verstehen bzw. missverstehen sie das Handeln der Deutschen und halten uns Lesern immer wieder mal einen Spiegel vor, was deutsche Sprichwörtlichkeit auch bedeutet könnte und wohin Missverständnisse führen. Oft sind diese für mich persönlich etwas plakativ und auch platt. Die Dialoge mit ihren unterschiedlichen Ausrucksproblemen lassen mich regelmäßig in meinem Lesefluss stoppen und machen es etwas mühsam. Als dann auch och in bayrischer Mundart geschrieben wird, bin ich eigentlich raus aus dieser im Resümee dann doch spannenden und besonderen Geschichte. Ob Jugendliche diese Querverweise auch auf deutsche Geschichte, Literatur, etc. nachvollziehen lasse ich mal im Raum stehen und hoffe auf eine gute Allgemeinbildung, da sich sonst der Witz nicht erschliesst. Eignet sich sicher gut als Schullektüre, um immer wieder zu diskutieren, denn dazu regt das Buch auf jeden Fall an.

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    Christine2000s avatar
    Christine2000vor einem Monat
    Kurzmeinung: Der Iraner Shayan und das Heimkind Davy auf ihrer abenteuerlichen Flucht durch Deutschland.
    Witziger Roadtrip mit ernstem Hintergrund

    Antonia Michaelis steht für besondere Bücher. Sie versteht es, Witz und skurrilen Humor mit ernsten Themen zu kombinieren. In diesem Jugenbuch spielt ein aus dem Iran geflüchteter Jugendlicher, der zufällig Zeuge eines Mordes wird, die Heldenrolle. Sein Begleiter, der streetsmarte Davy ist gerade aus dem Kinderheim abgehauen und sucht verzweifelt nach Nestwärme. Das ungleiche, aber doch irgendwie kompatible Pärchen gerät auf seiner abenteuerlichen Flucht in eine Fülle urkomischer, haarsträubender und bisweilen wirlklich unglaublicher Abenteuer, die gespickt sind mit Wortwitz und politischen und gesellschaftskritischen Anspielungen. Für meinen Geschmack ist das manchmal ein bißchen dick aufgeragen. Aber die Protagonisten sind derart liebenswert und naiv, dass Forest Gump dagegen wirkt, wie ein abgecheckter Actionheld. Ich mag den Humor der Autorin sehr. Shayan zum Beispiel wird von Davy „Sean“ genannt. Shayan identifiziert sich mit Sean Connery, alias James Bond, während Davy dabei eher an Shaun, das Schaf gedacht hat, Erst gegen Ende klären sich viele dieser witzigen Mißverständnisse auf und es kommt auch die Tragik und politische Dimension zutage. Das wirkt manchmal auch leider etwas überzogen und gewollt und nimmt den Figuren Überzeugungskraft. Trotzdem habe ich mich teilweise wahrhaft königlich (auch noch ein kleiner Insider) amüsiert. Kaninchen, Kühe, Ganoven und Dialekte spielen ebenfalls eine große Rolle. Mir haben die Tankstellenchips gut gemundet. Was Jugendliche von der wilden Story halten, kann ich nicht beurteilen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    NetzwerkAgenturBookmarks avatar

    Road Novel mit ungleichen Helden

    Skurill, komisch und klug nimmt Antonia Michaelis ihre Leser mit auf Reisen.
    Hast du Lust mit »Tankstellenchips« eine ungewöhnliche Geschichte über Freundschaft kennen zulernen?
    Dann freuen wir uns auf deine Bewerbung zur Leserunde!

    Autoren oder Titel-Cover
    In einer Sommernacht lernen sie sich kennen: Sean, Student aus dem Iran, seit zwei Monaten in Deutschland, und Davy, aus dem Heim abgehauen, auf der Suche nach einem Freund. Beide werden Zeugen eines Überfalls. Von nun an verfolgt von Verbrechern und Polizei türmen sie zusammen quer durch Deutschland: über Erdbeerfelder, unter dunklen Gewitterwolken, durch Biergärten, im Heißluftballon, mit der Bahn und auf dem Moped. Immer wieder werden sie dabei von Kühen umzingelt, das scheint ihr Schicksal zu sein. Warum sonst sollte der Wagen mit Sean und dem Abschiebebescheid ausgerechnet auf dem Weg zum Flughafen in einer Kuhherde stecken bleiben?

    Antonia Michaelis wurde in Kiel geboren und ist in Augsburg aufgewachsen. Sie hat in Greifswald Medizin studiert und unter anderem in Indien, Nepal und Peru gearbeitet. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren Töchtern gegenüber der Insel Usedom im Nichts, wo sie zwischen Seeadlern, Reet und Brennnesseln in einem alten Haus lauter abstruse Geschichten schreibt.

    Website von Antonia Michaelis:
    http://www.antonia-michaelis.de/

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    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

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    Becky_Bloomwoodvor 2 Monaten
    Antonia Michaelis Bücher sind immer besonders! Ich freue mich.
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