Antonie Magen

 3.7 Sterne bei 23 Bewertungen
Antonie Magen

Lebenslauf von Antonie Magen

Antonie Magen wurde in München geboren. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte an den Universitäten München und Augsburg, wo sie mit einer Arbeit zum historischen Roman des 19. Jahrhunderts zum Dr. phil. promovierte. Seitdem arbeitete sie an verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen: von 2004 bis 2007 an der Universität Augsburg, seit 2008 an der Bayerischen Staatsbibliothek in München, wo sie bis heute in der Abteilung für Handschriften und Alte Drucke tätig ist.

Alle Bücher von Antonie Magen

Die Pfarrerstochter

Die Pfarrerstochter

 (23)
Erschienen am 05.03.2014

Neue Rezensionen zu Antonie Magen

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Rezension zu "Die Pfarrerstochter" von Antonie Magen

Atmosphärisch dichter Kriminalroman zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges
Kriminevor 4 Jahren

Als im Jahr 1632 auf Usedom Frieden einkehrt, haben die Bewohner von Koserow noch lange mit den verheerenden Folgen der Plünderung durch die schwedischen Truppen zu kämpfen. Höfe sind verwüstet, Felder abgebrannt und Menschen ermordet. Eine schlimme Zeit, in der auch der Dorfpfarrer Adam Schweiger vor dem Ruin seines Lebenswerkes steht. Grund genug für seine Tochter Irene sich in Wolgast umzusehen und eine Anstellung zu suchen, von der sie in Zukunft leben kann. Doch anstatt wie geplant in einem Druckverlag unterzukommen, landet die gebildete Pfarrerstochter in einem Verlies und wird des Mordes an einem fahrenden Buchhändler angeklagt. Nur der Rechtsgelehrte Friedrich von Trostberg ist überzeugt, dass Irene einer heimtückischen Verschwörung zum Opfer gefallen ist, und versucht mit allen Mitteln, nach Beweisen für ihr Unschuld zu suchen.

Eine Mühle, die zum Spukhaus verkommen ist, ein suspekter Buchhändler, der ermordet wird und zwei Menschen, die gegen Dummheit und Verrat ankämpfen. Antonie Magens historisches Krimi-Debüt geht mit einer spannenden Mischung an den Start und versteht es, seine Leser in eine Zeit zu entführen, in der Hunger und Leid an der Tagesordnung sind. Mit einem gut zu lesenden Stil und geschickt verpacktem Hintergrundwissen sorgt sie dafür, die vorherrschenden Ereignisse der damaligen Epoche mit Leben zu füllen und erzählt eine Geschichte, die von Aberglaube und Missgunst getragen ist. Dabei bestimmen vor allem das Schicksal von Irene und der Kampf Friedrichs um den Beweis ihrer Unschuld den Hauptteil der Geschichte. Und obwohl Friedrich als körperlich unscheinbarer und besserwisserisch auftretender Gelehrter zunächst nicht der Figur eines typischen Helden entspricht, nimmt er es schon bald einen gebührenden Platz im Herzen des Lesers und dem der eingekerkerten Pfarrerstochter ein.

Fazit:
Atmosphärisch dicht, gut recherchiert und wunderbar erzählt tritt der historische Kriminalroman „Die Pfarrerstochter“ in Erscheinung und versteht es den Leser auch ohne atemberaubende Spannung in seinen Bann zu ziehen.

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Rezension zu "Die Pfarrerstochter" von Antonie Magen

Recht interessanter Roman in "moderner historischer" Sprache
Sonnenwindvor 4 Jahren

Kurz nach 1630. Irene ist die Tochter eines Dorfpfarrers auf Usedom. In gewisser Weise ist sie der Ersatz für den Sohn, den ihr Vater nie hatte. Weil auch die Mutter früh gestorben ist, lehrt der Vater das Mädchen die Dinge, die er selbst kann: Griechisch und Latein - und die klassische Bildung. Im Haushalt kennt Irene sich nicht aus, aber die beiden haben eine alte Magd, die sie vorbildlich versorgt.

Das geht solange gut, bis sie nach den Verwüstungen, die die Dänen und die Schweden anrichten, Besuch von einem fahrenden Buchhändler haben: Er bietet dem bibliophilen Pfarrer ein altes, kostbar eingebundenes Buch zum Kauf an, kommt dann aber nicht wieder, um es abzuholen.

Irene versucht nun, gleichzeitig das Buch - eine alte englische Bibel - seinem Besitzer zurückzugeben und für sich eine auskömmliche Stellung zu finden, was sie mit einer Reise nach Wolgast zu erreichen hofft. Doch sie kommt niemals dort an. Stattdessen wird sie gefangengenommen und des Mordes angeklagt.

Die Handlung ist recht interessant, man könnte die Geschichte für historisch halten. Leider ist die Sprache dem nicht ebenbürtig. Man spürt zwischendurch, daß die Autorin wohl in der Lage wäre, einen farbigen Text zu formulieren, aber offensichtlich fühlt sie sich an die aktuelle Mode im Sprachgebrauch historischer Romane gebunden, und das tut dem Text leider gar nicht gut. Wie im Bereich der historischen Romane leider häufig, wird die Ausdrucksweise der gehobenen Schicht des 19. Jahrhunderts projiziert, was das Lesen ungemein erschwert und trocken macht. Die ganze erste Hälfte des Buches habe ich mit dem Text gekämpft. Sowas ist eigentlich Aufgabe des Lektors, die Korrektur unterbleibt aber leider häufig.

Ein erfahrener Lektor formulierte mal: "... Daher sei nur erwähnet, dass er die ganz und gar unnütze Neigung zeigte, die altmodische Sprache nicht nur in den Dialogen, sondern gleich noch für das gesamte Werk zu gebrauchen. Gar mancher Zehennagel hat sich mir darob aufgerollt." Es ist schade, daß nicht alle so aufmerksam arbeiten. Eine "Übersetzung" soll nicht die sprachlichen Formen der Vergangenheit abbilden, sondern sie in eine zeitgemäße Sprache übertragen, die der heutige Leser richtig versteht. Gute Formulierung in moderner Sprache hätte das Buch zu einem Genuß werden lassen können.

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Rezension zu "Die Pfarrerstochter" von Antonie Magen

Die Pfarrerstochter
Blausternvor 5 Jahren

Usedom im Jahre 1632: Endlich herrscht Frieden im Land, nachdem die Schweden abgezogen sind. Doch momentan regiert der Stellvertreter des Herzogs das Land, und das verheißt nichts Gutes. Seltsame Vorgänge häufen sich. Um die Mühle, die ein jeder meidet, scheint es zu spuken. Der Müller wird als Hexer verbrannt. Ein Buchhändler lässt dort sein Leben, wobei die junge intelligente Pfarrerstochter Irene verdächtigt und angeklagt wird, da sie die Leiche entdeckt und vor ihr in Ohnmacht gefallen ist. Allein der Rechtsgelehrte Friedrich glaubt an ihre Unschuld und beginnt zu ermitteln.
Anfangs ist es etwas schwierig, ganz ins Geschehen einzutauchen. Auch ist das Buch vom Schreibstil her nicht so einfach zu lesen. Man muss schon gut konzentriert herangehen. Es lohnt sich aber dennoch, denn der historische Krimi ist außerordentlich gut recherchiert, und man erfährt sehr viel über das Leben in diesem Jahrhundert. Oftmals ist es sehr schaurig, wie es halt um diese Zeit auch war, so ist die Atmosphäre auch überwiegend düster gehalten. Die Hungersnot der Leute kann man richtig nachfühlen, so gut und detailliert wurde alles beschrieben. Irene bleibt als Charakter leider etwas blass, da kaum Dialoge mit ihr geführt werden. Deshalb findet man nicht die rechte Nähe zu ihr. Ganz anders Friedrich. Ihn lernen wir viel besser kennen, und für mich war er die Hauptfigur in diesem Roman.

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Gespräche aus der Community

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

herzlich Willkommen in der Leserunde zu „Die Pfarrerstochter“, meinem ersten Roman.

Wenn Ihr gemeinsam mit mir und den Romanhelden das 17. Jahrhundert erkunden wollt, seid Ihr hier genau richtig, denn es wird so einiges geboten. 1632 – Während im Rest des Reiches der Dreißigjährige Krieg tobt, ist auf der Insel Usedom schon wieder Frieden eingekehrt, die Schweden sind abgezogen, aber die Ruhe trügt. Es geschehen mysteriöse Dinge: Eine Mühle steht im Ruf, ein Spukhaus zu sein, der Müller wird als Hexer verbrannt und ein fahrender Buchhändler kommt gewaltsam zu Tode. Irene, die Heldin des Romans, wird zu Unrecht als seine Mörderin angeklagt. Begleitet sie bei ihrem Kampf für Gerechtigkeit. Erlebt mit, wie sie sich gegen Verleumdung wehrt und erfahrt ganz nebenbei noch einiges über das Buchwesen der Frühen Neuzeit.

Ich freue mich auf Eure Bewerbungen und bin gespannt auf Eure Meinung!

Eure Antonie Magen

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