Antonin Artaud Schluss mit dem Gottesgericht. Das Theater der Grausamkeit

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Inhaltsangabe zu „Schluss mit dem Gottesgericht. Das Theater der Grausamkeit“ von Antonin Artaud

Mit diesen Texten hat Artaud offenkundig eine Art Re­vision von Das Theater und sein Double angestrebt. Schluß mit dem Gottesgericht, das einzige von Artaud bekannte Hörspiel, 1947 vom Französischen Rundfunk bestellt und produziert, ging zu Lebzeiten seines Autors nicht über den Sender.
»Wenn es möglich wäre, diese Schrift kurz zusammen­ zufassen, so würden wir sagen, daß es sich um einen Angriff der Mac/rtinstanz handelt: der staatlichen, uni­versitären, familialen, religiösen, und daß diese Haltung, hervorgerufen durch die Psychose und diese vereitelnd, die Luzidität besitzt, ausdrücklich dem logischen und archäologischen Fundament dieser Machteinrichtung die Stirn zu bieten: dem Gericht (Urteil) und folglich der Sprache als fundamentalen symbolischen Funktion.«
(Julia Kristeva)
Das Theater der Grausamkeit, ebenfalls für die radiophonische Demonstration bestimmt; ein programma­tischer Text, gefolgt von Artauds letzten Schriften zu einem Theater, das keines mehr ist: ein »vielfältiges, polyszenisches, simultanes, zerstückeltes Theater, wo sich die Szenen nicht kennen und Zeichen zuwerfen und wo Masken, anstatt zu repräsentieren (darzustellen, nachzuahmen), tanzen, wo Körper schreien und Hände und Finger gestikulieren« (Michel Foucault).
»Was Artaud betrifft, so muß man anmerken - wenn es klar ist, daß seine Geste (von welcher das Theater bloß eine >Gelegenheit ist) direkt an der Rechnung der Ge­burt und des Todes, an dem verdrängten genetischen Grund der Art, an die Vermehrung, an das Auftauchen eines neuen Körpers, an die Möglichkeit >anders auf die Welt zu kommen<, rührt - daß seine Erfahrung der Grenzüberschreitung, des Überschreitens der okzidentalen >Vemunft< und des Subjekts, das an sie ge­
knüpft ist, sich nach und nach, in der Folge des praktischen Mißerfolges seiner theatralischen Erfahrung, von der Bühne zur Sprache - als symbolischen > Boden< hin verschoben hat.« (Guy Scarpetta, 1976/77)
Bataille, Nietzsche oder Artaud fragen nicht, um zu wis­sen. Sie fragen, um zu leben. Fragend, um zu leben und mit ihrem Leben, mit ihrem ganzen Leben fragend, kön­nen sie folglich, indem sie sich von einer ganzen Kon­zeption der Literatur und der Philosophie entfernen, aus ihrem Fragen bloß eine >höhere< Frage machen - das heißt eine Frage, die ihrem eigenen Trachten keine Grenze setzt. (Jean Durangon)

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