Antonio Fian Das Polykrates-Syndrom

(14)

Lovelybooks Bewertung

  • 8 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 5 Rezensionen
(5)
(5)
(3)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Das Polykrates-Syndrom“ von Antonio Fian

Artur führt eine unspektakuläre, in geordneten Bahnen verlaufende Ehe mit der Mittelschullehrerin Rita, jobbt, obwohl Akademiker, in einem Kopierzentrum und als Nachhilfelehrer und ist ganz allgemein nicht sonderlich ehrgeizig oder anspruchsvoll. Bis eines Tages eine gewisse Alice den Copyshop betritt und eine Notiz hinterlässt … Was nun ins Rollen kommt, ist eine Zeit lang ausgesprochen komisch, aber diese Komik nimmt unversehens immer düsterere, schließlich grauenhafte, wie einem Splattermovie entsprungene Formen an, und die bisher so satten und zufriedenen, vielleicht sogar glücklichen Romanfiguren sehen sich unausweichlich in Handlungen verstrickt, die weder sie sich selbst noch die Leser ihnen jemals zugetraut hätten. »Es geht uns allen viel zu gut. Die Kinder sollen’s einmal besser haben«. Der kurze Text »Die guten Eltern« aus Antonio Fians Gedichtband Fertige Gedichte bringt das Polykrates-Syndrom auf den Punkt: Die Steigerung allzugroßen Glücks ist möglicherweise größtmögliches Unglück. Das sagt zumindest eine tief in uns verwurzelte Angst – und diese Angst und ihre Folgen stehen im Zentrum von Fians zweitem Roman.

Poah ist diese Story giftig!! Antonio Fian hat einen lüsternen, intriganten, teils wirklich brutalen Thriller geschrieben. Einziger Kritikpunkt: Der Titel stiftet ein wenig Verwirrung, den hätte man durchaus nochmal überdenken können. In Summe aber bekommt man eine wirklich erstklassige Story!

— Zwischen.den.Zeilen

Österreichische Literatur in einer ihrer besten Formen. Blutig, grausam teils pornografisch - dennoch oder gerade deshalb ein Lesegenuss.

— lesefreude_book

Unterhaltsam, kurzweilig und humorvoll geschrieben gleicht das letzte Drittel einem Splatterroman. Diese Wendung kam recht unerwartet.

— Kerstin-Scheuer

Stöbern in Romane

Das saphirblaue Zimmer

Ein spanneder Roman über eine Familiengeschichte voller Geheimnisse, der bittersüß und dennoch hoffnungslos romantisch ist.

RaccoonBooks

Kleine Fluchten

Für jeden Fan ein Muss und ein super ''Lückenfüller'' bis zum nächsten Buch :)

Faltine

Die Tänzerin von Paris

Mitreißend - Niederschmetternd- Großartig! (Leider sind Coverdesign & Titel der deutschen Ausgabe ein vollkommener Fehlgriff)

Absentha

Die Schlange von Essex

Außen hui und innen ... ? Der Einband hält im Inhalt leider nicht ganz, was er verspricht ... schade ..

engineerwife

Außer sich

2-5 Sterne, jederzeit. Kein "gefälliges" Buch. Russland, Deutschland, Türkei, Auswanderung, (sexuelle) Identität, ...zu viel???

StefanieFreigericht

Durch alle Zeiten

Starke Schilderung eines Frauenlebens jenseits der Komfortzonen in einer Bilderbuchlandschaft.

jamal_tuschick

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Das Polykrates-Syndrom

    Das Polykrates-Syndrom

    lesefreude_book

    28. September 2015 um 15:33

    Antonio Fian ist vor allem den Österreichern und Österreicherinnen mit seinen Dramoletten, die regelmäßig im „Der Standard“ erscheinen bekannt. Aber Fian kann noch viel mehr als Mikrodramen zu verfassen, wie er mit „Das Polykrates-Syndrom“ eindrucksvoll beweist. In „Das Polykrates-Syndrom“ schildert Antonio Fian das gewöhnliche Leben des verheirateten Copyshop-Mitarbeiters Artur. Gewöhnlich nur bis dieser auf die verrückte Alice trifft und sein Leben eine blutige Wendung nimmt. Gerade wegen dem Ende wird das Buch nicht zu unrecht oft als Splatter-Roman bezeichnet. Bereits das in Rot und Schwarz gehalten Cover gibt einen ersten Hinweis auf das viel Blutvergießen. Ruhig und auf sehr „österreichische“ Weise schreibt Fian über das normale, bürgerliche Leben seiner ganz normalen Charaktere. Überzeugt wird der Leser mit einem genialen Schreibstil und den Überraschungsmomenten an den richtigen Stellen, während dem Leser dazwischen genug Zeit zum Atmen gelassen wird. Ich musste beim Lesen immer wieder an Daniel Glattauer und speziell an „Ewig Dein“ denken. Beide Autoren beherrschen es vorzüglich bürgerliche Charaktere zu erschaffen, die in eine groteske Welt „abrutschen“. Fian’s Ideenreichtum scheint keine Grenzen zu kennen. Auch wenn man als Leser geekelt die Augen abwendet, erscheint doch alles irgendwie als natürliche, realistische Wendung. Dabei scheut der Autor auch nicht dafür gerade in sexueller Hinsicht eine sehr direkte teils sogar derbe, pornografische Sprache zu verwenden. Eine sehr kritische Sicht auf unsere Gesellschaft oder zumindest einige Exemplare davon. „Das Polykrates-Syndrom“ strotzt vor schwarzem Humor, der sicherlich nicht jedermanns Geschmack ist. Ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen und habe es innerhalb weniger Stunden gelesen, um traurig festzustellen, dass ich auf der letzten Seite angelangt bin. Fazit: Antonio Fian zeigt, dass es in Österreich großartige Autoren gibt, die einen ganz eigenen Schreibstil haben. Ein Schreibstil, den ich persönlich absolut großartig finde und bis zum heutigen Tage nur bei Österreichern gefunden habe. Eingepackt in eine sehr blutige und teils fast pornografische Geschichte sollte sich der Leser gut überlegen ob das Buch etwas für ihn ist. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, findet mit „Das Polykrates-Syndrom“ jedoch ein absolutes Meisterwerk.

    Mehr
  • Darfs was von der Longlist sein ? Ein wenig Hachiertes ?

    Das Polykrates-Syndrom

    thursdaynext

    Teamworkproduction by Rallus & thursdaynext Zusammen liest man weniger allein.......     "Mir grauet vor der Götter Neide; Des Lebens ungemischte Freude Ward keinem Irdischen zu Theil." F. Schiller Artur liebt Rita. Artur ist glücklich in seinem bequemen und einfach eingerichteten Mikrokosmos in Wien. Jede Veränderung grauet ihm. Sind die Götter deswegen neidisch? Schicken Sie ihm deswegen Alice? Alice, die einen Zettel 'zufällig' im Fotokopierer liegen lässt; einem Fotokopierer der in einem Copyshop steht, in dem Artur halbtags arbeitet? Aber nur damit er einen Job mit Krankenversicherung hat. Was steht so wichtiges auf diesem Zettel? Und wer ist Polykrates, der grinsend in den schwierigsten Situationen auftaucht? In Schillers Gedicht ein vom Glück Gesegneter. Alles gelingt ihm dank glücklicher Fügung. Seine Freunde verlassen ihn deshalb. Sie trauen dem Frieden nicht. Heutzutage würde man Murphys Law zitieren, auf Holz klopfen, wie auch immer. Der Aberglaube ist noch immer weit verbreitet. Artur selbst huldigt und opfert ihm. Und hat das bitter nötig. Jäh wird er aus seiner gewohnten und hochgeschätzten  Bequemlichkeit gerissen, als Alice, sirenengleich und manipulativ begabt, lockt. Und Artur ist so jemand, der sich locken läßt, nicht unwillig begibt er sich auf verbotene Wege. Seltsame Wege. Irritierende einer fehlgeleiteten Logik folgende an Hybris grenzende und diese überschreitende Wege und nach einiger Zeit auch unausweichliche Wege. Fian lässt seinen Ich- Erzähler in inneren Dialogen und charmantem Plauderton direkt erzählen, welche Wege er geht. Legt Fährten, schürt die Erwartungshaltung des Lesers. Aus einer sich alltäglich x- fach wiederholenden Begebenheit (alternder verheirateter Mann folgt blind seiner Libido unter Ausschaltung der Ratio) macht Fian eine nichtalltägliche Geschichte, die permanent aufs Neue überrascht. Süffisant entblösst er die Seelenqualen seines Protagonisten, dessen Gedanken (und auch die Handlung) zunehmend ins Abstruse, Absonderliche driften. Arturs konsequent verquere Logik und die daraus resultierenden Taten verblüffen. Wie Polykrates Freunde möchte man mahnend aufschreien, sich abwenden doch das geht hier natürlich nicht. Straff der Spannungsbogen, wäre er eine Gitarrensaite, man müsste um ihn bangen. Dem zunehmend moralisch deformierten Hauptcharakter folgt - blutig - die Entwicklung der Geschichte. Bald ist wieder Schiller zu zitieren: „Hier wendet sich der Gast mit Grausen: So kann ich hier nicht ferner hausen,...“ „Das Polykrates Syndrom“ ist ein Roman, der gänzlich ohne sympathische Protagonisten auskommt, faszinierenderweise, trotz der ziellosen aber ungewöhnlichen Handlung, dennoch ein absoluter Pageturner. Eine fesselnde, wenn auch kurze Erzählung, nicht wirklich relevant, auch wenn der Normalitätsverlust beispielhaft vonstatten geht, aber bestens unterhaltend und sprachlich weit über dem Durchschnitt. Antonio Fian ist damit auf der Longlist zum dt. Buchpreis gelandet. Zurecht. Weitab vom Gewöhnlichen überzeugt der Plot. Uns zumindest. Ein erfrischendes Leseerlebnis für Menschen, die einer handfesten Prise Zynismus und Humor nicht abgeneigt sind und auch bei drastischen Schilderungen des Nachts noch gut schlafen können.    

    Mehr
    • 6
  • Darfs was von der Longlist sein ? Ein wenig Hachiertes ?

    Das Polykrates-Syndrom

    rallus

    26. November 2014 um 17:10

    "Mir grauet vor der Götter Neide;  Des Lebens ungemischte Freude  Ward keinem Irdischen zu Theil."  F. Schiller Eine Gemeinschaftsrezi von Thursdaynext und rallus Artur liebt Rita. Artur ist glücklich in seinem bequemen und einfach eingerichteten Mikrokosmos in Wien. Jede Veränderung grauet ihm. Sind die Götter deswegen neidisch? Schicken Sie ihm deswegen Alice? Alice, die einen Zettel 'zufällig' im Fotokopierer liegen lässt; einem Fotokopierer der in einem Copyshop steht, in dem Artur halbtags arbeitet? Aber nur damit er einen Job mit Krankenversicherung hat. Was steht so wichtiges auf diesem Zettel? Und wer ist Polykrates, der grinsend in den schwierigsten Situationen auftaucht? In Schillers Gedicht ein vom Glück Gesegneter. Alles gelingt ihm dank glücklicher Fügung. Seine Freunde verlassen ihn deshalb. Sie trauen dem Frieden nicht. Heutzutage würde man Murphys Law zitieren, auf Holz klopfen, wie auch immer. Der Aberglaube ist noch immer weit verbreitet. Artur selbst huldigt und opfert ihm. Und hat das bitter nötig. Jäh wird er aus seiner gewohnten und hochgeschätzten  Bequemlichkeit gerissen, als Alice, sirenengleich und manipulativ begabt, lockt. Und Artur ist so jemand, der sich locken läßt, nicht unwillig begibt er sich auf verbotene Wege. Seltsame Wege. Irritierende einer fehlgeleiteten Logik folgende an Hybris grenzende und diese überschreitende Wege und nach einiger Zeit auch unausweichliche Wege. Fian lässt seinen Ich- Erzähler in inneren Dialogen und charmantem Plauderton direkt erzählen, welche Wege er geht. Legt Fährten, schürt die Erwartungshaltung des Lesers. Aus einer sich alltäglich x- fach wiederholenden Begebenheit (alternder verheirateter Mann folgt blind seiner Libido unter Ausschaltung der Ratio) macht Fian eine nichtalltägliche Geschichte, die permanent aufs Neue überrascht. Süffisant entblösst er die Seelenqualen seines Protagonisten, dessen Gedanken (und auch die Handlung) zunehmend ins Abstruse, Absonderliche driften. Arturs konsequent verquere Logik und die daraus resultierenden Taten verblüffen. Wie Polykrates Freunde möchte man mahnend aufschreien, sich abwenden doch das geht hier natürlich nicht. Straff der Spannungsbogen, wäre er eine Gitarrensaite, man müsste um ihn bangen. Dem zunehmend moralisch deformierten Hauptcharakter folgt - blutig - die Entwicklung der Geschichte. Bald ist wieder Schiller zu zitieren:  „Hier wendet sich der Gast mit Grausen:  So kann ich hier nicht ferner hausen,...“ „Das Polykrates Syndrom“ ist ein Roman, der gänzlich ohne sympathische Protagonisten auskommt, faszinierenderweise, trotz der ziellosen aber ungewöhnlichen Handlung, dennoch ein absoluter Pageturner. Eine fesselnde, wenn auch kurze Erzählung, nicht wirklich relevant, auch wenn der Normalitätsverlust beispielhaft vonstatten geht, aber bestens unterhaltend und sprachlich weit über dem Durchschnitt. Antonio Fian ist damit auf der Longlist zum dt. Buchpreis gelandet. Zurecht. Weitab vom Gewöhnlichen überzeugt der Plot. Uns zumindest. Ein erfrischendes Leseerlebnis für Menschen, die einer handfesten Prise Zynismus und Humor nicht abgeneigt sind und auch bei drastischen Schilderungen des Nachts noch gut schlafen können.    

    Mehr
  • Longlist-Kandidat mit absurder Eigendynamik!

    Das Polykrates-Syndrom

    SitataTirulala

    01. October 2014 um 20:56

    "Es ist eine Krankheit, denke ich, meine Krankheit. Ich nenne sie das Polykrates-Syndrom. [...] Dem Mann gelang einfach alles, aber er war sich seiner Sache zu sicher, er glaubte, dass das immer so weitergehen würde. Am Ende hat man ihn so grausam umgebracht, dass selbst Herodot das nicht näher beschreiben wollte. Als Polykrates-Kranker hat man dieses Schicksal immer im Kopf, man fürchtet, zu viel Glück zu haben und irgendwann dafür bestraft zu werden, darum bemüht man sich ständig, Opfer zu bringen." Artur hat auf Lehramt studiert, zieht die schlecht bezahlte Arbeit einem Copyshop aber vor. Er ist seit fünfzehn Jahren mit Rita verheiratet. Sie führen keine leidenschaftliche, aber eine solide Ehe. Einmal die Woche besucht er seine paranoide Mutter im Seniorenheim. Sein Leben ist in allen Belangen durch und durch voraussehbar und eigentlich ist Artur damit sehr zufrieden. Doch dann begegnet er der ungewöhnlichen Alice. Ohne recht zu wissen warum verdreht sie ihm gleich vom ersten Augenblick an den Kopf. Alice ist alles, was Rita nicht ist. Spontan, aufregend, unvernünftig. Hals über Kopf stürzt sich Artur wider besseres Wissen ins Abenteuer - und hat dabei nicht nur mit seinem Gewissen zu kämpfen. Die Dinge entwickeln sich schneller als ihm lieb ist und als Alices Ex-Freund tot in ihrer Küche liegt, ringt er sich zu Dingen durch, die er sich nur ein paar Wochen vorher nicht einmal im Traum hätte vorstellen können. Doch einen toten Ex-Freund verschwinden zu lassen ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange... Als allererstes ist mir, wie man vielleicht gut nachvollziehen kann, das schwarz-rote Cover ins Auge gesprungen. Es wirkt ein bisschen verstörend, ist aber auf jeden Fall ein Blickfang. Hat man es also erstmal in die Hand genommen, verspricht der Zusatz zum Klappentext: "Was nun ins Rollen kommt, ist eine Zeit lang ausgesprochen komisch, aber diese Komik nimmt unversehens immer düsterere, schließlich grauenhafte, wie einem Splattermovie entsprungene Formen an, und die bisher so satten und zufriedenen, vielleicht sogar glücklichen Romanfiguren sehen sich unausweichlich in Handlungen verstrickt, die weder sie sich selbst noch die Leser ihnen jemals zugetraut hätten." Und genau so war es. Die ganze Geschichte ist aus Arturs Perspektive erzählt, der sich in seinem mittelmäßigen und unspannenden, dafür aber in sicheren Bahnen verlaufenden Leben eigentlich sehr wohl fühlt. Antonio Fian gelingt es dabei so zu schreiben, dass man dieses Sicherheitsbedürfnis des Protagonisten tatsächlich nachempfinden kann. Keine großen Überraschungen, alles in gewohnten Bahnen. Und man gewöhnt sich sehr schnell daran: Artur ist kein Abenteurer. Was kann ihm schon unerwartetes passieren? Die Begegnung mit Alice gibt einen ersten Anstoß. Er läuft einer wildfremden Frau nach, nur um sie besser kennen zu lernen? Nanu? Mit einer Menge trockenem und schwarzem Humor führt Fian weiter durch die Geschichte, von der ich natürlich nicht zu viel verraten will. Aber ich habe an vielen Stellen grinsen oder sogar lachen und meinem Freund dann vorlesen müssen, was mich so königlich amüsiert hat. Tatsächlich habe ich ihm sogar Passagen über mehrere Seiten hinweg vorgelesen und er fand es wahnsinnig witzig - ganz ohne die Geschichte von Anfang an zu kennen. Diese Momente des Lachens, oftmals auch über überhaupt nicht witzige Situationen, machen das Buch sehr kurzweilig und haben ein sehr positives Gefühl bei mir hinterlassen. Der Klappentext übertreibt übrigens nicht, wenn er von Splattermovie-Dimensionen spricht. Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse und es wird eine im wahrsten Sinne des Wortes eine ganz schön blutige Angelegenheit. "Das Polykrates-Syndrom" ist also nur bedingt was für Leute mit schwachen Nerven, denn es wird nicht nur blutig, sondern auch ganz schön anschaulich. Eigentlich ist es fast schade, dass das Buch es von der Longlist des Deutschen Buchpreises nicht auch auf die Shortlist geschafft hat. Über literarisch wertvoll kann man sich sicher streiten, aber meiner Meinung nach bietet Fians neuester Roman einen packenden Plot und jede Menge trockenen Humor. Wer diese Kombination schätzt, kann mit diesen gut 240 Seiten eigentlich überhaupt nichts falsch machen. Für viele Lacher, Amüsement und eine total absurde, aber unterhaltsame Entwicklung der Geschichte bekommt "Das Polykrates-Syndrom" wirklich gute 4 Sterne von mir. Rezension hier: http://licentiapoeticae.blogspot.de/2014/10/br-antonio-fian-das-polykrates-syndrom.html

    Mehr
  • eigenwillige Mischung aus Wortwitz, Sarkasmus und Splatterroman

    Das Polykrates-Syndrom

    Kerstin-Scheuer

    21. September 2014 um 17:17

    Warum ich es gelesen habe? Das Buch habe ich im Rahmen meines Blog-Projekts “persönliche Shortlist lesen” auf Kerstin-Scheuer.de gelesen. Hierbei habe ich mir vorgenommen, alle 6 Titel einer persönlichen Shortlist zu lesen, die aus den 20 Büchern der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2014 zusammengestellt habe. Nach “Vor dem Fest” von Sasa Stanisic ist dies bereits das zweite Buch, das ich für dieses Projekt lese. Angesprochen hat mich an diesem Buch vor allem die Leseprobe, die in Lesebuch zur Longlist des Deutschen Buchpreises erschien. Ich mochte den Sarkasmus und Wortwitz in diesem Auszug des Buches. Wie war mein erster Eindruck? Meinen ersten Eindruck habe bereits im Beitrag “persönliche Shortlist lesen #1″ geschildert. Er war sehr positiv. Der Erzählstil sprach mich sehr an. Ich mochte es, dass immer wieder im Vorgriff kommende Ereignisse angedeutet wurden, und auch, dass der Leser persönlich angesprochen wurde. Leider hat der Ebook-Satz keinen Rand, was das Lesen auf meinem Pocketbook etwas anstrengender machte. Wie fand ich das Buch allgemein? Die Idee hinter diesem Buch ist es, ein Situation bzw. Episode scheinbar vollkommenen Glücks in das genaue Gegenteil zu verkehren; so wie es auch Polykrates in der griechische Sage geschieht. Das Buch hat einige unerwartete Wendungen. Was als klassische Beziehungsgeschichte über einen ehelichen Seitensprung beginnt, wird schnell zu einem wahren Albtraum, der im weiteren Verlauf ungeahnte Ausmaße annimmt. Das letzte Drittel liest sich dann tatsächlich fast schon wie ein Splatter-Roman. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. Etwas grotesk ist es, dass trotz all des Unglücks, der Gewalt, des Hasses und des Blutes immer wieder humoristische Elemente eingeflochten werden. So sieht der Protagonist Artur beispielsweise von Zeit zu Zeit tote Personen, die ihn aufziehen wollen. Auch der Tonfall des Ich-Erzählers verliert mit zunehmendem Albtraum nicht an (Wort-)Witz, Sarkasmus und Humor. An einigen Stellen konnte ich die Verhaltensweise von Artur leider nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht war er einfach selbst schon etwas in den Wahnsinn abgedriftet, so dass er gar nicht mehr zu logischen Handlungen in der Lage war (?). Das Ende ist eher offen gehalten. Grundsätzlich finde ich das immer gut, weil es beim Leser einen Interpretationsspielraum für die eigene Fantasie offen hält. In diesem Fall jedoch wurden gleich zwei Handlungsstränge nicht zu Ende erzählt, was ich zumindest im Fall von Arturs Mutter als unbefriedigend empfand. Trotz aller der Kritik liest sich das Buch aber wirklich gut. Es ist unterhaltsam und kurzweilig. Ich habe es nur 4 Tagen gelesen, was für mich wirklich schnell ist. (www.Kerstin-Scheuer.de)

    Mehr
  • Die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2014 steht fest

    Poesiesoso

    14. August 2014 um 14:19

    Am 13. August hat die Jury die Longlist für den Deutschen Buchpreis bekannt gegeben. Im nächsten Schritt werden sechs dieser Titel für die Shortlist nominiert, die am 10. September veröffentlicht wird. Der Gewinner wird dann am 6. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verkündet.  Ich habe einige Titel so gar nicht auf der Longlist erwartet, andere wiederum hätte ich gern darauf gesehen. Wie geht es euch? Welches Buch ist euer Favorit? Was glaubt ihr, wer auf der Shortlist stehen wird? Hier nun die Kandidaten: Franz Friedrich: Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr, Sasa Stanisic: Vor dem Fest  , Heinrich Steinfest: Der Allesforscher , Thomas Hettche: Pfaueninsel , Lukas Bärfuss: Koala , Michael Köhlmeier: Zwei Herren am Strand , Feridun Zaimoglu: Isabel , Ulrike Draesner: Sieben Sprünge vom Rand der Welt , Antonio Fian: Das Ploykrates-Syndrom , Esther Kinsky: Am Fluss , Angelika Klüssendorf: April , Martin Lechner: Kleine Kassa , Gertrud Leutenegger: Panischer Frühling , Charles Lewinsky: Kastelau , Thomas Melle: 3000 Euro , Matthias Nawrat: Unternehmer , Christoph Poschenrieder: Das Sandkorn , Lutz Seiler: Kruso , Marlene Streeruwitz: Nachkommen. , Michael Ziegelwagner: Der aufblasbare Kaiser

    Mehr
    • 26
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks