Antonio Hill Der Sommer der toten Puppen

(31)

Lovelybooks Bewertung

  • 39 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 10 Rezensionen
(8)
(10)
(10)
(3)
(0)

Inhaltsangabe zu „Der Sommer der toten Puppen“ von Antonio Hill

Hochsommer in Barcelona, ein scheinbar harmloser Unfalltod führt zu einer blutigen Spurensuche quer durch die Stadt. Der umstrittene Inspektor Héctor Salgado ermittelt in einer angesehenen Familie, in der niemand sagt, was er weiß. Hectór Salgado steckt in der Klemme. Als Argentinier fühlt er sich fremd im Land, sein Privatleben ist eine einzige Katastrophe, gegen ihn laufen interne Ermittlungen, weil er einen afrikanischen Mädchenhändler krankenhausreif geprügelt hat. Umso erfreulicher, dass sein neuer Fall so einfach scheint. Er soll den mutmaßlichen Unfalltod eines Jugendlichen aus bestem Hause untersuchen. Doch je tiefer er in der Familiengeschichte des Verstorbenen gräbt, desto verstörender sind seine Entdeckungen, die bis weit in die Vergangenheit reichen. Als dann ein weiterer Unfall geschieht, gerät Salgado selbst unter Mordverdacht …

Macht definitiv Lust auf mehr ... den nächsten Teil habe ich mir schon besorgt :)

— engineerwife
engineerwife

Der Kommissar ein gebürtiger Argentinier ermittelt in den gehobenen Kreisen von Barcelona.

— Arun
Arun

Stöbern in Romane

Dann schlaf auch du

Dieses Buch habe ich verschlungen. Packendes Drama, literarisch erzählt.

ulrikerabe

Die goldene Stadt

Ein echtes Sommerbuch! Ein tolles Abenteuer vor schöner Kulisse und sympathischen Figuren. Bücher machen glücklich.

ELSHA

Töte mich

Opereske Geschichte mit viel Witz und Charme

jewi

Mein Leben als Hoffnungsträger

Muss es immer mehr, immer besser, immer größer sein? Dies und mehr fragt sich Philipp der auf der Suche nach dem richtigen Leben ist. Schön!

Xirxe

Sieben Nächte

Sieben Nächte

Tynes

Kukolka

Harter Tobak, aber unglaublich gewaltig!

StMoonlight

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Barcelona im Hochsommer ...

    Der Sommer der toten Puppen
    engineerwife

    engineerwife

    08. June 2017 um 11:14

    Ich habe dieses Buch in einer Leserunde gelesen und muss sagen, dass sich bei weitem nicht jedes Buch dazu eignet während einer Diskussion „auseinandergepflückt“ zu werden. Dieser Kriminalroman hat die Diskussion schadlos überstanden! Das atmosphärisch sehr dicht geschriebene Buch greift zwar nicht unbedingt ein neues Thema auf, dennoch ist es hier sehr spannend verpackt. Es beginnt mit Inspektor Héctor Salgados Rückkehr aus dem „Exil“. Nach einem heftigen Ausraster mit Folgen, der ihm als Gesetzeshüter niemals hätte passieren dürfen, will er nach der gewählten Auszeit einen Neuanfang wagen. Doch der Fall um die Machenschaften des afrikanischen Mädchenhändlers ist noch lange nicht ausgestanden. Er wird jedoch vorerst abgelenkt durch den Fenstersturz eines Jungen aus sogenanntem gutem Hause. War es nun ein Unfall oder doch Selbstmord? Zwei einflussreiche Familien Barcelonas versuchen eben diesen einzusetzen, was die Aufklärung nicht gerade leichter macht. Nach und nach deckt Salgado immer grausigere Umstände auf. Gerade die Reichen und die Schönen scheinen immer tiefer in der Welt der Verbrechen zu stecken …Die Verbrechen können beide aufgeklärt werden aber persönlich tut sich für Héctor am Ende eine neue Tragödie auf. Der Cliffhanger macht Lust auf mehr und ich freue mich, den zweiten Teil der Trilogie demnächst wieder in vertrauter Runde lesen zu dürfen.

    Mehr
  • Buchverlosung zu "Ab morgen ein Leben lang" von Gregory Sherl

    Ab morgen ein Leben lang
    InaVainohullu

    InaVainohullu

    23. April 2014 um 17:29

    Liebe Leseratten, auch ich verlose auf meinem Blog anlässlich der Aktion "Blogger schenken Lesefreude" einige Bücher. Unter anderem ein Exemplar von "Ab morgen ein Leben lang" Es warten aber auch noch zwei Exemplare von "Der Mann von nebenan", sowie ein Exemplar von "Der Sommer der toten Puppen" und ein signiertes Exemplar von "Das Leben ist (k)ein Brautstrauß" auf euch ! http://www.inas-little-bakery.blogspot.de/2014/04/aktion-blogger-schenken-lesefreude.html Schaut doch mal rein, ich freu mich über Euren Besuch :) 

    Mehr
  • Hector Salgados erster Fall

    Der Sommer der toten Puppen
    walli007

    walli007

    20. December 2013 um 15:43

    Nachdem Kommissar Hector Salgado einen Verdächtigen zusammengeschlagen hatte, wurde er für einen Monat in sein Heimatland Argentinien in Urlaub geschickt. Als er nun wieder nach Barcelona zurückkehrt, darf er zunächst nur inoffiziell ermitteln. Da bietet sich ein Fall an, der augenscheinlich keiner ist. Ein junger Mann ist nach einer Party-Nacht angetrunken aus dem Fenster seines Dachzimmers in den Tod gestürzt. Alles deutet auf einen tragischen Unfall hin, wenn da nicht die Mutter des Opfers wäre, die Salgados Chef inständig bittet, doch noch genauer zu ermitteln. Und so macht sich der schlaflose Kommissar auf die Suche nach Hinweisen, natürlich auch in seinem eigenen Fall, denn sein vorheriges Opfer ist verschwunden.  Nachdem ich den zweiten Band der Reihe vorablesen durfte, war ich auch auf den ersten Band neugierig. Und als sich die Gelegenheit bot, das Buch in der Bibliothek zu leihen, griff ich sofort zu. Ein guter Zugriff wie sich herausstellte, denn auch mit dem ersten Fall um Hector Salgado versteht es der Autor seine Leser zu fesseln. Zum einen ist schon das Leben des Kommissars und der Fall, in den er hineingeraten ist, sehr kompliziert und spannend. Zum anderen hat es auch die Ermittlung in dem angenommenen Unfall alles andere als einfach, denn bei aller Trauer haben doch die Beteiligten einiges zu verbergen und sind nicht geneigt, der Polizei allzu viele Auskünfte zu geben. Vieles ist anders als es zunächst erscheint, Ereignisse greifen ineinander, von denen man es nicht vermuten würde. Scheibchenweise fügen sich die Hinweise, sodass nach und nach ein Rätsel gelöst werden kann, das letztlich für viele Beteiligte recht bitter ist, den Leser jedoch daran hindert, das Buch vor Schluss überhaupt noch einmal aus der Hand zu legen.

    Mehr
  • Die dunklen Seiten des Lebens

    Der Sommer der toten Puppen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    30. August 2013 um 13:45

      Trist ist seine Rückkehr aus Buenos Aires. Hector Salgado, Kommissar mit dienstlichen Problemen, getrennt von seiner Frau (in einer Weise, die ihm wenig Hoffnung auf eine Rückkehr seiner Frau macht) spürt nicht nur den Jetlag früh am Morgen.   Ausgerastet war er. Und das mit Recht, wie der Leser feststellen wird. Gegen einen dubiosen Arzt, der afrikanischen Mädchen die abergläubische Angst auf vielfache Weise einbläute. Damit diese willig bleiben für die schmutzigen Geschäfte. Ein Arzt, der nun einfach verschwunden ist. Spuren eine Gewaltverbrechens, die auf Salgado verweisen werden. Wovon weder er noch seine Kollegen zur Zeit etwas Ahnen.   Ein Fall, der Salgado verfolgt, eine Situation, die ihn niederdrückt, neben der massiven Hitze in Barcelona, neben der Zurückhaltung seines Vorgesetzten, neben der Haltung seiner Frau.   Zunächst aber wird Salgado angesetzt auf ein einen einfach scheinenden Unfall. Ein Sohn aus gutem Haus ist aus seinem Fenster gestürzt und zu Tode gekommen. Alkoholisiert, wie es scheint. Dessen Mutter aber, die schon bei der Geburt ihres Sohnes diesen und ihren Mann verlassen hat, gibt keine Ruhe. Und Salgado wird fündig. Kleine Anzeichen wie ein harmloser Aschenbecher deuten darauf hin, dass auch in diesem Todesfall zu ermitteln sein wird. Beim Freund des Toten, bei einer Freundin des Toten, die sich sehr viel mehr erhofft hätte als eben nur eine Freundschaft.   Und wer überhaupt ist “Immeriris“, dubiose Emails, die sich auf dem Laptop des toten jungen Mannes finden?   Mehr und mehr erkennt Salgado, dass er in lang zurückliegende Verwicklungen sich begeben wird, dass dieser Tod eine lange Vorgeschichte in sich trägt. Ebenso, wie er, nur ganz allmählich, spüren wird, dass er selbst durch ein Spinnenetz aus altem Voodoo und neuer Kriminalität, skrupellosen Machenschaften, eingesponnen werden wird. Mit einem wie lapidar erzählten dramatischen Ereignis ganz zum Ende der Geschichte hin, die zerstörerische Kraft in sich tragen wird.   Ruhig und abgeklärt, fundiert und mit vielen kleinen Erzählfäden nach allen Seiten hin erzählt Hill diese melancholische, dunkle Geschichte, in der wenig ist, wie es zu Anfang scheint und fast alle Personen Geheimnisse, hintergründige Motive in sich tragen.   Personen, die Hill plastisch abzubilden versteht, allen voran natürlich seinen Hector Salgado, der mit spürbarer Melancholie und innerer Orientierungslosigkeit dennoch hartnäckig seinen Weg geht und seinen Fall bearbeitet. Den der Leser aber durchaus kurz vor der Sperrstunde des Öfteren einsam am Tresen antreffen wird und dessen Unheil man fast spürbar und greifbar unaufhaltsam kommen sieht.   Ein Kriminalroman, der nicht von Action oder nackter Gewalt lebt, sondern von den Tiefen der Beteiligten, den verschachtelten Hintergründen der Ereignisse und der Unerbittlichkeit von Feinden, die im Verborgenen rücksichtslos ihr Netz spinnen und dort zuschlagen und treffen werden, wo größtmögliche Hilflosigkeit im Raume verbleiben wird.   Sprachlich und von der Atmosphäre her ein fesselndes Buch.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Sommer der toten Puppen" von Antonio Hill

    Der Sommer der toten Puppen
    Dreamworx

    Dreamworx

    23. August 2012 um 13:05

    Ein gut gemachter Thriller, der im heutigen Barcelona spielt. Die Charaktere sind sympathisch, da menschlich und nicht übertrieben. Für mich war dieser Thriller eine kleine Entdeckung, kannte den Autor noch gar nicht. Auf den Nachfolger bin ich gespannt.

  • Rezension zu "Der Sommer der toten Puppen" von Antonio Hill

    Der Sommer der toten Puppen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. July 2012 um 21:28

    Der Sommer der toten Puppen" spielt in Barcelona. Mitten in der Hitze des Sommers . Mitten im Leben von Hector Salgado, der ein bisschen an den legendären Schimanski aus dem Ruhrpott erinnert. Er steht im Fokus der Geschichte, der Hector Salgado, bestimmt auch zu Beginn das Buch. Man lernt als Leser eine Menge von ihm. Sein Weltbild, seine Prinzipien, seine Schwächen aber auch seine Stärken. Sympathisch wird er einem der Inspektor, wobei man wieder dabei ist das man ihn insgeheim doch irgendwie immer mit Schimanski vergleicht. Der war auch so ein Kumpel Typ, ein harter aber sympathischer Kern. Selbst die Art zu ermitteln ist ihnen eigen. Dabei fällt es einem nicht schwer von der Leinwand auf das Papier umzusteigen. Der Autor, mir bis dato unbekannt, schafft es ohne Probleme dem Leser ein geistiges Bild anzubieten. Alles bleibt realistisch und nachvollziehbar, nicht zuletzt dadurch dass die Geschichte in der Metropole Barcelonas spielt. Barcelona lernt man wie nebenbei auch noch kennen, aber hat man erst mal Zugang zu der Geschichte gefunden erscheint einem das nur als nebensächlich. Was bis dahin als nebensächlich angesehen wurde entpuppt sich im Nachhinein als ein wirklich spannender Kriminalroman. Umso mehr der Kommissar ermittelt desto rätselhafter werden die Umstände, desto gieriger wird der Leser auf des Rätsels Lösung. Die Lösung liegt nahe, so scheint es. Der Autor weiß den Leser aber geschickt zu täuschen. Mehr als einmal war ich sehr verblüfft von den Wendungen die der Autor bereit hielt. Gleichzeitig stachelten sie meine ohnehin schon grenzenlose Neugier noch mehr an. Über die Hauptfigur ist ja schon ausführlich geschrieben worden. Sie steht im Zentrum, um ihn herum drapieren sich die Nebenfiguren wie die Puppen im Wasser. Wirklich gut gemacht hat er das der Autor. Auf verschiedenen Ebenen positionieren sich die Figuren, jede genau da wo sie gebraucht wird. Nicht aufdringlich aber auch nicht blass wirken sie dabei, wie als ob ihnen die Geschichte auf das Profil geschneidert wurde. Die hier durch die Familientragödie oder auch Geschichte angesprochenen verschiedenen Generationen finde ich ebenfalls sehr gut, da so noch mehr Facetten für die Geschichte genutzt werden. So entstehen jede Menge Charaktere die jeder für sich der Geschichte ein individuelles Stück Spannung geben. FAZIT: Ein sympathischer Inspektor im sonnigen Barcelona, der wirklich gut ermittelt und mit Hilfe der anderen Figuren aus der Geschichte einen wirklich guten Krimi macht. Volle Punktzahl für diesen Roman. Ich freue mich schon darauf mehr von dem Schimanski aus Barcelona zu lesen.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Sommer der toten Puppen" von Antonio Hill

    Der Sommer der toten Puppen
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    21. June 2012 um 10:47

    Bei diesem Buch hatte ich wohl aufgrund der vielen guten Rezensionen etwas überzogene Erwartungen, zwar handelt es sich hier durchaus um einen soliden Krimi, der auch ein wenig Spannung aufbaut, aber letztlich sprang für mich der Funke einfach nicht über. Weder gelang es dem Autor die Stimmung des sommerlichen Barcelona einzufangen und an mich weiter zu geben, noch wurden die Figuren realistisch und dicht gestaltet. Dazu kam, daß ich mal wieder so eine Ahnung hatte, worum es letztlich gehen würde und wer da die Finger als Täter im Spiel hatte, was mir dann auch das letzte bißchen Spannung genommen hat. Dazu hatte ich ständig das Gefühl, daß der Autor seine Figuren besonders belesen, intelligent, eloquent und elitär darstellen wollte, was ihm leider durch den Stil irgendwie nicht so richtig gelingt und letztlich recht albern wirkt. Kein Buch für mich.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Sommer der toten Puppen" von Antonio Hill

    Der Sommer der toten Puppen
    sabatayn76

    sabatayn76

    03. May 2012 um 09:09

    Barcelona-Thriller ohne Barcelona-Flair Inhalt: Gegen Inspektor Héctor Salgado laufen Ermittlungen, da er einen afrikanischen Mädchenhändler verprügelt hat. Er ist gerade aus seiner Heimat Argentinien nach Barcelona zurückgekehrt und wird auf einen verhältnismäßig unspektakulär erscheinenden Fall angesetzt: der 19-jährige Marc Castells Vidal ist nachts aus dem Fenster gefallen und wurde dabei tödlich verletzt. Eigentlich geht die Polizei von einem Unfall aus, doch die Mutter des Jungen möchte, dass die Geschichte näher untersucht wird. Salgado dringt immer tiefer in die Familiengeschichte des Toten ein und stößt schließlich auf verstörende Details aus dem näheren Umfeld Marcs. Mein Eindruck: Meiner Meinung nach merkt man beim Lesen des Romans sehr deutlich, dass sich der Autor hauptberuflich mit Sprache beschäftigt (er ist Übersetzer). 'Der Sommer der toten Puppen' lässt sich sehr flüssig lesen und ist sprachlich nicht ohne Anspruch. Allerdings kam bei mir keinerlei Barcelona-Gefühl auf. Ich kenne Barcelona und hatte gehofft, dass man Antonio Hill beim Lesen durch Barcelona begleiten kann. Des weiteren hat mich der Roman nicht wirklich gefesselt, obwohl die Geschichte eigentlich Spannung verspricht. Ich kann mir vorstellen, dass das vor allem daran liegt, dass mir die Protagonisten über 350 Seiten hinweg fremd geblieben sind. Die Figuren wurden meiner Meinung nach unzureichend und nur oberflächlich charakterisiert, und so hatte ich bisweilen Probleme, die Protagonisten auseinander zu halten. Die letzten 100 Seiten haben mir wiederum recht gut gefallen, hier wird man als Leser noch einmal überrascht, ist gefesselt und kann das Buch kaum aus der Hand legen. Mein Resümee: Kann man lesen, muss man aber nicht.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Sommer der toten Puppen" von Antonio Hill

    Der Sommer der toten Puppen
    lokoschade

    lokoschade

    30. March 2012 um 11:37

    Als Inspektor Salgado nach einem Zwangsurlaub von Buenos Aires nach Barcelona zurückkehrt, haben sich die Wogen wegen seines "Vergehens" das Mitglied eines Mädchenhändlerrings brutal zusammengeschlagen zu haben, noch nicht geglättet. Ihm schien sein Vorgehen gerechtfertigt, seine Vorgesetzten sehen das anders. Aber nicht dass er schon genug Ärger am Hals hätte, betraut ihn sein Chef mit einer "halb-offiziellen" Ermittlung. Marc 19 Jahre alt, Sohn einer sehr angesehenen reichen Familie ist in der Johannisnacht aus dem offenen Fenster gestürzt und war sofort tot. Scheinbar gibt sich jeder in seiner näheren Umgebung, sowohl Familie als auch Freunde, damit ab dass es Selbstmord war. "Er war ein seltsamer Junge" lautet das einstimmige Urteil und auch Hector Salgado hat keine Lust sich mit diesen Schnöseln abzugeben und ist geneigt den Fall so schnell wie möglich abzuschließen. Wäre da nicht die Mutter des Jungen, die sich nachdem sie ihren Mann und Sohn verlassen hat, nach 19 Jahren wieder meldet und berechtigte Zweifel anmeldet. Zusammen mit seiner neuen, sehr jungen, sehr schlauen Assistentin Leire geht er der Sache nach und Leire ist es auch der immer wieder Unstimmigkeiten ins Auge fallen....und diese häufen sich zusehends! Zitat: "Gerechtigkeit ist ein dehnbarer Begriff, Lluís, darin sind wir einer Meinung. Deshalb spreche ich lieber von Wahrheit. Wahrheit gibt es nur eine, für die Lebenden und für die Toten. Dafür bin ich hergekommen. Aber ich sehe, ich werde sie hier nicht finden." Fazit: Mir hat dieser Krimi aus mehreren Gründen sehr gut gefallen: - Endlich mal wieder ein neuer spot auf der Krimi-Landkarte, Barcelona hat da sicher einiges zu bieten - Ein tolles Ermittlerteam, Hector und Leire, die ihre menschlichen Schwächen und privaten Probleme nicht zu verstecken versuchen. - und schließlich ein Autor der mich mit dieser überzeugenden Geschichte und seinem gekonnt spannenden Stil sehr überzeugt hat. Antoni Hill hat mit diesem ersten Roman um Hector Salgado einen soliden Krimi abgeliefert, dem hoffentlich bald neue folgen werden. Ich bin bereit für eine neue Krimi-Reihe, dass sie im Süden Europas - besser noch in Barcelona spielt, macht es noch erfreulicher!

    Mehr
  • Rezension zu "Der Sommer der toten Puppen" von Antonio Hill

    Der Sommer der toten Puppen
    Träumerin

    Träumerin

    24. March 2012 um 17:06

    Héctor Salgado, Inspektor der Mordermittlung, kommt nach seinem Zwangsurlaub zurück nach Barcelona. Die internen Ermittlungen laufen gegen ihn, weil er einen vermeindlichen Wunderheiler, der für einen Mädchenhändlerring arbeitete, krankenhausreif geprügelt hat. Er soll nun den Unfalltod eines Jugendlichen aus gutem Hause klären. Und alles sieht auch nach Unfall aus, doch als Héctor immer mehr in das Leben des Jungen vordringt, beginnt er zu ahnen, dass nichts ist wie es scheint. Als dann ein Mord geschieht, gerät er selbst auch noch unter Verdacht. Ein Krimi für alle Barcelonafans, da Héctors Ermittlungen ihn quer durch die Stadt führen. Interessant fand ich die Aufteilung: jedes Kapitel ist aus der Sicht eines anderen Charakters geschrieben und so erfährt man Umfassendes und kennt nicht nur die eingeschränkte Ermittlersicht. Wirkt aber auch verwirrend, da es nicht am Kapitelanfang gekennzeichnet ist und man erst im laufe des Textes mitbekommt, wer jetzt erzählt.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Sommer der toten Puppen" von Antonio Hill

    Der Sommer der toten Puppen
    hundertwasser

    hundertwasser

    09. February 2012 um 12:50

    Es bleibt in der Familie Hochsommer in Barcelona, die ganze Stadt schwitzt unter der drückenden Schwüle, die sogar die Katalanier in den Schatten flüchten lässt. Auch Inspektor Héctor Sagaldo hat die Hitze aufs Gemüt geschlagen - nach langwierigen Ermittlungen hat er in einem schwachen Moment seinem argentinischen Temperament nachgegeben und einen mutmaßlichen Mädchenhändler zusammengeschlagen. Dies gefährdet alle bisherigen Ermittlungsergebnisse und so wird er zunächst aufs Abstellgleis geschoben, um keinen weiteren Schaden anzurichten. Allzu lang kommt man dennoch nicht ohne seine Fähigkeiten aus, denn der Inspektor wird von seinem Chef mit inoffiziellen Ermittlungen betraut. Der Junge Marc Savall ist nach einer Feier aus seinem Fenster gestürzt und hat den Sturz aus elf Metern nicht überlebt. Alle Welt außer seiner Mutter glaubt an einen Unfall, doch diese will nicht lockerlassen und interveniert bei Héctors Chef und so macht sich der argentinische Polizist auf die Suche nach der Wahrheit hinter dem Tod von Marc. "Der Sommer der toten Puppen" ist das Debüt von Antonio Hill und stellt zugleich den Auftakt zu einer Reihe um den Polizeiinspektor Salgado dar. Ins Deutsche übertragen wurde die Erzählung von Thomas Brovot, der auch Größen wie den Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa übersetzt und erscheint in der Reihe Suhrkamp Nova. Obwohl das Buch von Hill in der Reihe Suhrkamp Nova geführt wird, ist es eindeutig der Krimisparte zuzuordnen. Hier scheint die Verlagspolitik von Suhrkamp ziemlich nebulös, denn auch andere Krimiautoren werden immer mal wieder in der Suhrkamp-Krimi und ein andere Mal in der Reihe Suhrkamp Nova geführt. Diese Unübersichtlichkeit ist nicht gerade dazu angetan, dem interessierten Leser Übersichtlichkeit zu gewährleisten! Doch dies sei nur am Rande bemerkt, es soll hier ganz klar das beachtenswerte Debüt des spanischen Autoren im Mittelpunkt stehen. Zunächst muss ich einschränken, dass ich das Buch nicht unbedingt als Thriller bezeichnen würde, da der Roman eher ein Police-Procedural ist. Wer hier eine katalanische Variante von CSI-Miami in hohem Tempo erwartet, sollte seine Finger lieber von dem Buch lassen, denn es gibt zwar Barcelona-Atmosphäre satt, doch das Tempo des Romans spricht nicht gerade für einen Thriller. Die Erzählung schreitet langsam voran, doch ein Großteil der Ereignisse, die für den Todessturz von Marc verantwortlich waren, liegt in der Vergangenheit. Antonio Hill behält immer die Zügel in der Hand und erzählt in Rückblenden, wie der Tod von Iris, einem jungen Mädchen, das vor über einem Jahrzehnt in einem Pool ertrank, mit den heutigen Geschehnissen zusammenhängt. Er schafft es, die Geschichte Iris' und Marcs, die es durchaus in sich haben, konsequent zu erzählen und zugleich zutiefst zerrüttete Familienverhältnisse zu schildern, die ihren Einfluss auf den Fortgang der Geschichte haben. Wie bereits der Klappentext verkündet, haben die Familien in "Der Sommer der toten Puppen" dunkle Geheimnisse und man wünscht sich nach dem Ende des Krimis, das man von diesen besser nicht zu viel erfahren hätte. Ist die Romanhandlung zwar oft an manchen Stellen ziemlich unappetitlich - ich möchte ich dies trotzdem keinesfalls als Negativkriterium verstanden wissen! Auch die Personenzeichnung Hills ist durchaus ansprechend, auch wenn man sich wünschen würde, dass manche Figuren in den folgenden Bänden noch etwas Kontur vertragen könnten. Obwohl Salgado den Mädchenhändler krankenhausreif geprügelt hat, ist er durchaus sympathisch und dazu angetan, die Sympathien der Frauen und der Leser zu erhalten. Genauso wie seine Kollegen im besten Sinne auch nur Menschen mit Stärken und Schwächen sind, ist der Inspektor kein Übermensch, dem alles in den Schoß fliegt, sondern die Lösung des verzwickten Falles muss mit viel Schweiß erarbeitet werden! "Der Sommer der toten Puppen" ist zwar kein Meilenstein der Kriminalliteratur, doch das Buch verbindet jede Menge gute Ansätze und macht Lust auf weitere Bände um den Argentinier Héctor Salgado in Barcelona!

    Mehr