Antonio Muñoz Molina

 4 Sterne bei 60 Bewertungen
Autor von Die Augen eines Mörders, Die Nacht der Erinnerungen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Antonio Muñoz Molina

Antonio Muñoz Molina, 1956 im andalusischen Úbeda geboren, zählt zu den wichtigsten Gegenwartsautoren Spaniens und hat mehr als ein Dutzend Romane veröffentlicht, darunter „Der polnische Reiter“ (1991), „Die Augen eines Mörders“ (1997) und „Die Nacht der Erinnerungen“ (2011). Sein belletristisches Werk wurde vielfach ausgezeichnet, so gleich zwei Mal mit dem spanischen Staatspreis für Literatur. 1995 wurde er in die Königlich Spanische Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen. Muñoz Molina lebt in Madrid und New York City.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Gehen allein unter Menschen (ISBN: 9783328600978)

Gehen allein unter Menschen

Neu erschienen am 11.10.2021 als Hardcover bei Penguin.

Alle Bücher von Antonio Muñoz Molina

Cover des Buches Die Augen eines Mörders (ISBN: 9783328104476)

Die Augen eines Mörders

 (19)
Erschienen am 24.05.2018
Cover des Buches Die Nacht der Erinnerungen (ISBN: 9783328104469)

Die Nacht der Erinnerungen

 (7)
Erschienen am 24.05.2018
Cover des Buches Carlotas Liebhaber (ISBN: 9783499230967)

Carlotas Liebhaber

 (5)
Erschienen am 01.01.2002
Cover des Buches Schwindende Schatten (ISBN: 9783328600138)

Schwindende Schatten

 (6)
Erschienen am 25.02.2019
Cover des Buches Siesta mit Blanca (ISBN: 9783499236860)

Siesta mit Blanca

 (3)
Erschienen am 02.08.2004
Cover des Buches Der polnische Reiter (ISBN: 9783328104483)

Der polnische Reiter

 (3)
Erschienen am 24.05.2018
Cover des Buches Sepharad (ISBN: 9783499232312)

Sepharad

 (2)
Erschienen am 01.02.2006

Neue Rezensionen zu Antonio Muñoz Molina

Cover des Buches Schwindende Schatten (ISBN: 9783328600138)milkysilvermoons avatar

Rezension zu "Schwindende Schatten" von Antonio Muñoz Molina

Eine Stadt, zwei Lebenswege
milkysilvermoonvor 8 Monaten

In Lissabon landet James Earl Ray, der Attentäter von Martin Luther King, im Frühsommer 1968 auf der Flucht vor der Polizei. Unzählige Male hat er seine Identität gewechselt, nun jedoch scheint sein Spiel sich dem Ende zu nähern. In der portugiesischen Stadt verweilt auch der Autor Antonio Muñoz Molina eine Weile. Er schreibt dort im Jahr 1987 den Roman, der für ihn den literarischen Durchbruch bedeuten wird. Dreißig Jahre später kehrt er zurück nach Lissabon und wandelt auf den Spuren von James Earl Ray. 

„Schwindende Schatten“ von Antonio Muñoz Molina ist ein Roman mit (auto-)biografischen Zügen.

Meine Meinung:
Der Roman besteht aus 26 Kapiteln, die wiederum aus mehreren Abschnitten bestehen. Es gibt zwei Erzählstränge: Einerseits wird aus der Sicht des Attentäters Ende der 1960er-Jahre erzählt, andererseits in der Ich-Perspektive aus der Sicht des Schriftstellers in der jüngeren Vergangenheit. Die beiden Stränge wechseln sich von Kapitel zu Kapitel ab. Diese Struktur ist reizvoll und wirkt gut durchdacht.

Dass der Autor hervorragend mit Sprache umgehen kann, ist dem Roman mehrfach anzumerken. Gelungene Bilder und kluge Sätze, die immer wieder eingestreut sind, belegen das schriftstellerische Können. Der Autor schafft es, eine intensive Atmosphäre und Szenerie zu erzeugen. Gleichzeitig ist der Schreibstil, der von vielen Details geprägt ist, aber ziemlich ermüdend. Lange, verschachtelte Sätze mit vielen Aneinanderreihungen machen das Lesen zu einer Herausforderung und sind eine der Hauptgründe, weshalb es mir zunehmend schwerfiel, die Geschichte weiterzuverfolgen.

Auch inhaltlich hatte ich mit dem Roman Schwierigkeiten. Dabei stehen mit James Earl Grey und dem Schriftsteller zwei interessante Persönlichkeiten im Vordergrund, die recht wenig gemeinsam haben außer dem Ort Lissabon, an dem sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten verweilen. Am meisten fesseln konnten mich die Kapitel, die sich mit der Flucht des Attentäters beschäftigen. Interessant fand ich es auch, mehr über das künstlerische Schaffen und den Arbeitsprozess eines Schriftstellers sowie die autobiografische Komponente von Antonio Muñoz Molina zu erfahren. Insofern hat mich die Grundidee des Romans sehr neugierig gemacht. Beide Charaktere werden authentisch dargestellt und bieten viel Potenzial, das in diesem Fall leider jedoch nicht ausgeschöpft wurde.

Schon allein aufgrund der Zahl von rund 500 Seiten wird dem Leser schnell deutlich, dass der Roman etwas Durchhaltevermögen erfordert. Dies wäre auch kein Problem, wenn sich der Inhalt einfacher erschließen würde. Für mich blieb allerdings bis zum Schluss unklar, was die Verbindung beider Erzählstränge bewirken sollte, da sie nicht ausreichend miteinander verknüpft wurden. Immer wieder verliert die Geschichte den roten Faden aus dem Blick, beschäftigt sich mit Nebensächlichkeiten und lässt einige interessante Fragen offen. Vieles bleibt somit unkonkret und oberflächlich. Bis zum Ende konnte ich daher keinen Zugang zum Gelesenen finden. Stattdessen machten sich bei mir zunehmend Langeweile und die Frage breit, was der Autor mit seinem Werk überhaupt bezwecken will. Auch das Nachwort gibt leider keinen Aufschluss über Letzteres. Das ist auch deshalb schade, weil durchaus spürbar ist, wie viel Recherche und sonstiger Aufwand in dem Roman steckt.

Das zurückhaltende, etwas geheimnisvolle Cover passt gut zum Inhalt. Mir gefällt auch, dass sich der deutsche Titel am spanischen Original („Como la sombra que se va“) orientiert.

Mein Fazit:
Meinen hohen Erwartungen wurde „Schwindende Schatten“ von Antonio Muñoz Molina leider insgesamt nicht gerecht. Selbst geübten Lesern anspruchsvoller Literatur verlangt der Roman aufgrund seiner Langatmigkeit einiges ab. Wer jedoch Durchhaltevermögen beweist, wird hier und da mit einigen beeindruckenden Sätzen und Passagen überrascht.

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Cover des Buches Die Geheimnisse von Madrid (ISBN: 9783499134364)Josseles avatar

Rezension zu "Die Geheimnisse von Madrid" von Antonio Muñoz Molina

Humoristischer Kurzroman über einen Reliquiendiebstahl
Josselevor einem Jahr

Dieser kurze Roman von Antonio Muñoz Molina, der als einer der bedeutendsten Autoren Spaniens gilt, erschien 1992. Der Roman kommt im Kleid eines Krimi daher, ist aber in Wirklichkeit keiner, sondern eher Humoreske über einen Provinz-Journalisten in Madrid, der auch deutliche sozial- und kirchenkritische Elemente enthält.

Es geht um den Lokaljournalisten Lorencito Quesada aus Mágina, einer fiktiven Provinzstadt, deren Beschreibung jedoch stark an Úbeda am Rande der Sierra Mágina erinnert. Er wird von einem der Honoratioren der Stadt, Sebastián Guadalimar, beauftragt, eine in der Erlöserkirche gestohlene Reliquie wieder zu beschaffen, und zwar in Madrid, wo der von Guadalimar Verdächtigte als Sänger auftritt.

Molina beschreibt voll Ironie, wie sich der Provinzbewohner Quesada in der Hauptstadt verloren vorkommt und sich entsprechend tölpelhaft benimmt und von einem Unglück ins nächste stürzt. Teilweise erinnern die Beschreibungen von Quesadas Erlebnissen an Slapstick. Aber Quesada verfolgt trotz aller Pannen mit Hilfe des Zufalls und des Glücks unbeirrt sein Ziel. Am Ende wird das Ziel erreicht, aber nicht durch Quesada und ganz anders als vorgesehen.

Ausführlich beschreibt der Autor die Gegenden, durch die Autor kommt, den Rastro (einen regelmäßigen Flohmarkt)  und was es da alles so gibt. Der Sinn erschließt sich mir nicht.  Die humoristische Schreibweise, die der Autor durchzieht, auch wenn gerade jemand stirbt, hat mir jedoch gut gefallen, da es in sich schlüssig. Der Pfad des feinen Humors wird nie verlassen.

Das Ende hat mich hingegen in keiner Weise überzeugt. Vielleicht habe ich den Sinn auch nicht verstanden.

Ein schönes Zitat des Pfarrers von Mágina, an das sich Lorencito in Madrid erinnert und das mich an die gegenwärtige Diskussion um die „alten weißen Männer“ erinnert hat: „Der weiße Mann ist am Aussterben – wegen der Pille, der Homosexualität und der Abtreibung.“ (S. 35, rororo Taschenbuch, 1995) 

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Cover des Buches Schwindende Schatten (ISBN: 9783328600138)ulrikerabes avatar

Rezension zu "Schwindende Schatten" von Antonio Muñoz Molina

Schwindende Schatten - steigende Faszination
ulrikerabevor 2 Jahren

Ein Autor kehrt nach Lissabon, in die Stadt zurück, in der vor Jahren seinen ersten Roman geschrieben hat. Doch noch einmal davor hat der Mörder von Marin Luther King, James Earl Ray, in Lissabon Zuflucht gefunden.

In schwindende Schatten verfolgt der spanische Autor Antonio Munoz Molina ein interessantes Konzept. Einerseits setzt sich der Autor mit seinem eigenen schriftstellerischen Werdegang auseinander, anderseits rekonstruiert er eines der berühmtesten Attentate der jüngeren Zeitgeschichte. Dabei ist Lissabon Dreh- und Angelpunkt dieses Romans. Erzählt Molina zunächst in strikt getrennten Kapiteln seine Geschichte und die des Attentäters, so vermischt sich später immer wieder Zeit und Ort. Mit James Earl Ray portraitiert Molina einen ungemein schwierigen Charakter. Dabei dringt der Autor immer tiefer in Rays Lebensgeschichte ein, begibt sich an dessen Wurzeln, folgt dessen Wegen, liest die Bücher, die der Mörder gelesen hat.

Das Buch ist nicht immer einfach zu lesen, die Erzählweise ist sehr eigenwillig, Das Narrative und Dokumentarische wechselt oft sprunghaft und doch hat mich dieses Buch ganz tief in seinen Bann gezogen. Vor allem im letzten Teil des Buches wird der Roman zu einem dringenden Appell gegen Rassismus und Ausgrenzung. Obwohl das Buch über einige Längen verfügt, vor allem was den biografischen Teil Molinas betrifft, war ich von der Geschichte eines im Grunde einsamen und fehlgeleiteten, sehr widersprüchlichen Charakters fasziniert.

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