Antonio Muñoz Molina Mondwind

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Inhaltsangabe zu „Mondwind“ von Antonio Muñoz Molina

Apollo 11 auf dem Weg zum Mond. Und ein spanischer Junge träumt sich aus der Welt. In der andalusischen Kleinstadt Mágina verfolgt ein dreizehnjähriger Junge im Sommer 1969 die Mission ins All, während er sich weit weg von den Gemüseäckern des Vaters, seiner winzigen Dachstube und dem verstaubten Unterricht der Padres wünscht. Und je näher die Apollo 11 dem Erdtrabanten kommt, desto weniger hält es der Junge in seiner Umgebung aus. Am Ende ist er nicht nur Zeuge des Beginns einer neuen Epoche geworden, sondern hat auch seinem Leben eine neue Richtung gegeben. «Erfüllt von andalusischer Poesie, farbenreich und zupackend.» DIE WELT

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  • Rezension zu "Mondwind" von Antonio Muñoz Molina

    Mondwind
    Leserrezension2010

    Leserrezension2010

    24. August 2010 um 16:27

    A162 Mondwind von Antonio Munoz Molina Kategorie: Allgemein Der Staub des Meeres der Stille Antonio Muñoz Molina, der im deutschsprachigen Raum leider viel zu wenig Beachtung findet, gehört in seinem Heimatland zweifellos zu einem der herausragendsten Autoren. Mit seiner virtuosen Prosa hat er seit den achtziger Jahren immer wieder Publikum wie Kritik gleichermaßen beeindruckt und ist trotzdem hierzulande kaum bekannt. Dabei ist sein literarisches Werk äußerst vielschichtig. Der 54-jährige in Úbeda in Andalusien geborene Schriftsteller, der 1988 den Spanischen Staatspreis für Literatur und 1991 für den Roman „Der polnische Reiter“ den Premio Planeta, den wichtigsten spanischen Literaturpreis erhielt, scheut weder vor einem Krimi („Die Augen eines Mörders“), noch vor so gewichtigen Themen wie Flucht, Exil und Judenverfolgung („Sepharad“) zurück. Nun hat er mit „Mondwind“ einen Entwicklungsroman seiner (?) Jugend geschrieben. Bereits in „Der polnische Reiter“ machte er das Fernweh eines Jungen zum Thema, der davon träumt, der Enge seines kleinen Dorfes Mágina, einem andalusischen Provinznest, zu entkommen, indem er sich die große weite Welt vor dem Radio herbeiträumt. Und ebenso lässt er in seinem neuen Roman den 13-jährigen Ich-Erzähler vom Ausbruch aus der ländlichen Eintönigkeit, „der unmittelbaren Wirklichkeit (...) mit all den Pflichten und ihren erbärmlichen Entschädigungen, den düster strafenden Vorgaben der theologischen Welt“ und der Weite träumen, nur dass sie dieses Mal das Ausmaß von 380 000 km annimmt. Das Jahr 1969 markierte in der Entwicklung der Zivilisation einen Meilenstein. Auch wenn die Eroberung des Mondes zu den nutzlosesten Vorhaben der Menschheit gehörte, so standen die Tage vom 16. bis zum 20. Juli stellvertretend für den enormen technischen Wandel, der auch von der entfernten bäuerlichen Provinz, in der der Junge aufwächst, Besitz ergreift. Obwohl dort immer noch das „Höchste, was sie von der Zukunft verlangen, ist, dass sie dem Besten der Vergangenheit gleicht“. Vom Start in Kap Kennedy bis zum ersten Fußtritt eines Menschen auf unseren Erdtrabanten verfolgt der Junge am neu angeschafften Fernseher gebannt die Reise der drei Männer zum Mond. Er, der lieber Bücher über die Erdgeschichte, Captain Cooks Weltumsegelungen oder Darwins Reise mit der Beagle liest, als in die Fußstapfen seines Vaters, eines Gemüsebauern, zu treten, erkennt, dass Kirche, religiöse Ansichten sowie die fest verankerten Traditionen seiner Familie immer mehr im Widerspruch zu seinem sich entwickelnden Weltbild stehen, das den Sprung aus der ptolemäischen Welt in die des Galileo und Newton bereits vollzogen hat. „Die Geschichte des uns von den fünfhundert Millionen Jahre alten Versteinerungen des Kambriums bezeugten Ausbruchs zahllosen Lebens ist viel verblüffender als die der Erschaffung der Welt in sechs Tagen durch einen Gott, den er sich so unerforschlich und zornig vorstellt wie den Pater Direktor oder Generalissimus Franco.“ Antonio Muñoz Molina hat dem Hauptstrang seines Romans den zeitlichen Rahmen der amerikanischen Apollo 11 Mission gegeben. In kunstvollen Sätzen, die etwas von einer „streichelnden Zärtlichkeit“ haben, fließt seine Erzählung in einem ganz eigenen Rhythmus über die Seiten. Dabei entwickelt er in seinen Beschreibungen eine dichte Atmosphäre der damaligen Zeit. Er erzeugt vor dem Auge des Lesers eine unglaublich hohe Suggestivkraft und intensive optische und akustische Bilder, streckenweise ist das reine Poesie. Allerdings erfordert der Duktus des Spaniers erhöhte Konzentration und Geduld, denn Muñoz Molina springt unvermittelt von Außensicht zu Innensicht und zurück, vom Ich zum Er zum Du. Kapitel, ausschließlich in Dialogform gehalten, wechseln mit melancholischen Betrachtungen des Ich-Erzählers oder gar der Sichtweise von Michael Collins, des im Raumschiff verbliebenen Piloten des Kommandomoduls ab. Aber gerade die Sprache ist das Medium dieses bemerkenswerten Autors. Mit ihr arbeitet er, formuliert, malt, dichtet, beobachtet, analysiert, verfeinert bis zum perfekten Ausdruck, der stellenweise beinahe ein symphonisches Ausmaß annimmt. Hervorzuheben ist gleichfalls die großartige Leistung des Übersetzers Willi Zurbrüggen, der dem deutschsprachigen Leser diese Sprachmelodie ungebrochen zugänglich gemacht hat. Fazit: Kein literarisches Leichtgewicht, aber „Mondwind“ des spanischen Autors Antonio Muñoz Molina gestaltet sich als ein anspruchsvolles, poetisches und farbenreiches Lesevergnügen. Die erste bemannte Raumfahrt zum Mond steht dabei stellvertretend für das Erwachsenwerden des 13-jährigen Ich-Erzählers. Gestern und Heute, Vergangenheit und der offene Blick in die Zukunft, Sehnsucht nach Weite (auch des Geistes), Fortschritt und rückwärts gerichtete religiöse Sichtweisen sowie das Aufeinanderprallen von Weltbildern sind die Themen dieses großartigen Buches. „Um der zu sein, der zu sein ich mir vorstelle, oder der ich sein möchte, muss ich fliehen...“ (aus „Mondwind) Antonio Muñoz Molina Mondwind Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg (Januar 2010) 335 Seiten, Gebunden ISBN-10: 3498045083 ISBN-13: 978-3498045081 Preis: 19,95 EURO

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  • Rezension zu "Mondwind" von Antonio Muñoz Molina

    Mondwind
    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    17. March 2010 um 09:04

    Im Sommer des Jahres 1969 beginnt mit dem Aufbruch in eine fremde unbekannte Welt ein neues Zeitalter: Apollo 11 startet zum ersten bemannten Mondflug. Die ganze Welt verfolgt dieses technische Spektakel vor Radio und Fernseher. So auch ein dreizehnjähriger Junge, der in der Hitze des Sommers in dem spanischen Dorf Mágina von Technik und Fortschritt träumt, von seinen drei Helden, den Astronauten der Apollo 11. Sein Vater ist Gemüsebauer; die ländliche Eintönigkeit und die ärmlichen Verhältnisse, es gibt in dem Haus der Familie noch immer kein fließendes Wasser, lassen den Jungen von einer anderen Welt träumen. Während der vier Tage der Apollomission begibt sich der Junge in seiner Vorstellung gerne in die abgeschottete Raumkapsel der Astronautengruppe. Der Vater aber möchte, seinem Sohn die Liebe zur Landwirtschaft vermitteln und beobachtet die Veränderungen des Jungen mit Argwohn. Das Bestreben des Vaters und die weltanschauliche Enge der Dorfgemeinschaft stehen im krassen Widerspruch zu seinen Ansichten und seinen Bedürfnissen. In der Salesianer-Klosterschule, die der Junge besucht, wird ihm das Bild des strafenden Gottes vermittelt, sein lehrender Padre bezeichnet Galilei noch immer als Ketzer. Die Entfernung zu den Interessen des Jungen, der gerne Bücher über die Erdgeschichte, der Raumfahrt oder über die Reisen des Charles Darwin liest, könnte größer nicht sein. Vom Start der Raumfahrt- Mission auf dem Kennedy Space Center bis zum Landeanflug der Mondlandefähre auf dem Erdtrabanten, fiebert er vor dem neuerworbenen Fernseher mit – und dann sind da noch die durch die Pubertät hervorgerufenen unheimlichen Veränderungen… „Mondwind“ ist eine poetische Reise und eine märchenhafte Allegorie zugleich. Phantasievoll, facettenreich und mit literarischer Eleganz entführt Molina den Leser in verschiedene Welten. Der Autor verzichtet dabei auf eine geradlinige Erzählweise, stattdessen reiht er einzelne Szenen und unterschiedliche Perspektiven aneinander und suggeriert dadurch ausdrucksstarke Bilder. Seine fließende Sprache und seine polyperspektivische Erzählweise lassen ein vielschichtiges Bild von den Gedanken und Gefühlswelten seiner Figuren entstehen, vom Weltinnenraum und dem Weltraum. Der Start der Apollo 11 bezeichnet somit den Beginn der Reise des13-jährigen Jungen aus der ländlichen Enge und markiert zugleich das sexuelle Erwachen aus der Welt der Kindheit. Plastisch und poetisch beschreibt Molina die Leiden und Sehnsüchte eines Heranwachsenden und den Aufbruch in ein neues Zeitalter.

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  • Rezension zu "Mondwind" von Antonio Muñoz Molina

    Mondwind
    HeikeG

    HeikeG

    14. February 2010 um 17:55

    Der Staub des Meeres der Stille . Antonio Muñoz Molina, der im deutschsprachigen Raum leider viel zu wenig Beachtung findet, gehört in seinem Heimatland zweifellos zu einem der herausragendsten Autoren. Mit seiner virtuosen Prosa hat er seit den achtziger Jahren immer wieder Publikum wie Kritik gleichermaßen beeindruckt und ist trotzdem hierzulande kaum bekannt. . Dabei ist sein literarisches Werk äußerst vielschichtig. Der 54-jährige in Úbeda in Andalusien geborene Schriftsteller, der 1988 den Spanischen Staatspreis für Literatur und 1991 für den Roman „Der polnische Reiter“ den Premio Planeta, den wichtigsten spanischen Literaturpreis erhielt, scheut weder vor einem Krimi („Die Augen eines Mörders“), noch vor so gewichtigen Themen wie Flucht, Exil und Judenverfolgung („Sepharad“) zurück. Nun hat er mit „Mondwind“ einen Entwicklungsroman seiner (?) Jugend geschrieben. Bereits in „Der polnische Reiter“ machte er das Fernweh eines Jungen zum Thema, der davon träumt, der Enge seines kleinen Dorfes Mágina, einem andalusischen Provinznest, zu entkommen, indem er sich die große weite Welt vor dem Radio herbeiträumt. Und ebenso lässt er in seinem neuen Roman den 13-jährigen Ich-Erzähler vom Ausbruch aus der ländlichen Eintönigkeit, „der unmittelbaren Wirklichkeit (...) mit all den Pflichten und ihren erbärmlichen Entschädigungen, den düster strafenden Vorgaben der theologischen Welt“ und der Weite träumen, nur dass sie dieses Mal das Ausmaß von 380 000 km annimmt. . Das Jahr 1969 markierte in der Entwicklung der Zivilisation einen Meilenstein. Auch wenn die Eroberung des Mondes zu den nutzlosesten Vorhaben der Menschheit gehörte, so standen die Tage vom 16. bis zum 20. Juli stellvertretend für den enormen technischen Wandel, der auch von der entfernten bäuerlichen Provinz, in der der Junge aufwächst, Besitz ergreift. Obwohl dort immer noch das „Höchste, was sie von der Zukunft verlangen, ist, dass sie dem Besten der Vergangenheit gleicht“. Vom Start in Kap Kennedy bis zum ersten Fußtritt eines Menschen auf unseren Erdtrabanten verfolgt der Junge am neu angeschafften Fernseher gebannt die Reise der drei Männer zum Mond. Er, der lieber Bücher über die Erdgeschichte, Captain Cooks Weltumsegelungen oder Darwins Reise mit der Beagle liest, als in die Fußstapfen seines Vaters, eines Gemüsebauern, zu treten, erkennt, dass Kirche, religiöse Ansichten sowie die fest verankerten Traditionen seiner Familie immer mehr im Widerspruch zu seinem sich entwickelnden Weltbild stehen, das den Sprung aus der ptolemäischen Welt in die des Galileo und Newton bereits vollzogen hat. „Die Geschichte des uns von den fünfhundert Millionen Jahre alten Versteinerungen des Kambriums bezeugten Ausbruchs zahllosen Lebens ist viel verblüffender als die der Erschaffung der Welt in sechs Tagen durch einen Gott, den er sich so unerforschlich und zornig vorstellt wie den Pater Direktor oder Generalissimus Franco.“ . Antonio Muñoz Molina hat dem Hauptstrang seines Romans den zeitlichen Rahmen der amerikanischen Apollo 11 Mission gegeben. In kunstvollen Sätzen, die etwas von einer „streichelnden Zärtlichkeit“ haben, fließt seine Erzählung in einem ganz eigenen Rhythmus über die Seiten. Dabei entwickelt er in seinen Beschreibungen eine dichte Atmosphäre der damaligen Zeit. Er erzeugt vor dem Auge des Lesers eine unglaublich hohe Suggestivkraft und intensive optische und akustische Bilder, streckenweise ist das reine Poesie. Allerdings erfordert der Duktus des Spaniers erhöhte Konzentration und Geduld, denn Muñoz Molina springt unvermittelt von Außensicht zu Innensicht und zurück, vom Ich zum Er zum Du. Kapitel, ausschließlich in Dialogform gehalten, wechseln mit melancholischen Betrachtungen des Ich-Erzählers oder gar der Sichtweise von Michael Collins, des im Raumschiff verbliebenen Piloten des Kommandomoduls ab. Aber gerade die Sprache ist das Medium dieses bemerkenswerten Autors. Mit ihr arbeitet er, formuliert, malt, dichtet, beobachtet, analysiert, verfeinert bis zum perfekten Ausdruck, der stellenweise beinahe ein symphonisches Ausmaß annimmt. Hervorzuheben ist gleichfalls die großartige Leistung des Übersetzers Willi Zurbrüggen, der dem deutschsprachigen Leser diese Sprachmelodie ungebrochen zugänglich gemacht hat. . Fazit: Kein literarisches Leichtgewicht, aber „Mondwind“ des spanischen Autors Antonio Muñoz Molina gestaltet sich als ein anspruchsvolles, poetisches und farbenreiches Lesevergnügen. Die erste bemannte Raumfahrt zum Mond steht dabei stellvertretend für das Erwachsenwerden des 13-jährigen Ich-Erzählers. Gestern und Heute, Vergangenheit und der offene Blick in die Zukunft, Sehnsucht nach Weite (auch des Geistes), Fortschritt und rückwärts gerichtete religiöse Sichtweisen sowie das Aufeinanderprallen von Weltbildern sind die Themen dieses großartigen Buches. . „Um der zu sein, der zu sein ich mir vorstelle, oder der ich sein möchte, muss ich fliehen...“ (aus „Mondwind)

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