Antonio Tabucchi Der Rand des Horizonts

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Inhaltsangabe zu „Der Rand des Horizonts“ von Antonio Tabucchi

Die Suche nach IdentitätIst denn die Entfernung zwischen Lebenden und Toten wirklich so groß?In der Leichenhalle wird ein junger Mann eingeliefert, der bei einer Hausdurchsuchung erschossen wurde. Spino, der gescheiterte Medizinstudent und Amateurdetektiv, macht sich auf die Suche nach seiner Identität.

Rätselhafte Spurensuche, die gekonnt mir der Erwartungshaltung von Krimi-Lesern spielt

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  • Eine Spurensuche

    Der Rand des Horizonts
    Duffy

    Duffy

    16. March 2016 um 07:04

    Spino arbeitet im Leichenschauhaus und als eines Tages die Leiche eines jungen Mannes eingeliefert wird, der bei einer Hausdurchsuchung wahrscheinlich von seinen eigenen Kumpanen erschossen wurde, versucht er, die Identität des unbekannt bleibenden Toten herauszufinden. Er geht dabei nach Art der Detektive Hinweisen nach, indem er von Station zu Station mögliche Leute befragt, die den Toten gekannt haben könnten. Zuletzt ist er wahrscheinlich in einem leeren Raum, in dem jemand auf ihn zu warten scheint.Tabucchi versucht in diesem Roman Verhältnisse und Zusammenhänge zu finden, die die Nähe von Tod und Leben erklären, oder zumindest versuchen, die Distanz zu beschreiben. Mit der gewohnt bildhaften und stilistisch so eindrucksvollen Sprache rettet er aber nicht die teilweise als Abweichungen vom eigentlichen Thema enpfundenen Räume, die vom Leser eher als langatmig (nicht langweilig) empfunden werden könnten. Dass sich das Ende dann in einer intensiven Stimmung verdichtet, überrascht. Und gerade dieses Ende, in dem die gesamte Auflösung des Romans auf zwei, drei Seiten stattfindet, macht das Buch dann doch wieder zu etwas Besonderem. In seiner Kürze sicher dem Ablauf gerecht, hinterlässt es einen zwiespältigen Eindruck, wobei es im Gesamten positiv, aber nicht als unwiderstehlich betrachtet werden muss.

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    Der Rand des Horizonts
    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    23. June 2015 um 18:49

    Der Rand des Horizonts ist ein Roman von Antonio Tabucchi und ist 1997 im dtv erschienen. Die Handlung spielt in der Gegenwart im historischen Zentrum von Genua. Spino arbeitet im Leichenschauhaus der Altstadt. Hier katalogisiert er Leichen und schiebt sie anschließend ins Kühlhaus, ist ihnen ein letzter, wenn auch  gleichmütiger Begleiter. Das Medizinstudium hat er abgebrochen, statt Leben zu retten, verwaltet er nun den Tod. Er scheint in seiner Alltagsroutine gefangen, kann dieser nur im Kino entfliehen. Eines Nachts wird eine Leiche eingeliefert, deren Schicksal ihn berührt. Ein junger Mann ohne Identität, der unter dem falschen Namen Carlo Nobodi lebte, wurde bei einer Hausdurchsuchung offenbar von der Polizei erschossen. Spino versucht die Identität des Toten zu ermitteln und begibt sich auf Spurensuche. Bruchstückhaft gelingt es ihm, die Vergangenheit des Toten zu rekonstruieren. Zentral ist hierbei die Suche als Gelegenheit zur Selbstfindung. Spino identifiziert sich mit dem Toten, die Suche nach dessen Identität bietet ihm die Möglichkeit, sich selbst zu erkennen. Leser klassischer Kriminalromane werden von dem Roman wahrscheinlich nicht angetan sein, handelt es sich eher um einen Pseudokriminalroman.  Die Detektivgeschichte dient nur als Mittel, die Neugierde des Lesers zu wecken, die Hintergründe des Todes werden nicht aufgedeckt. Vielmehr wird der Roman diejenigen ansprechen, die Gefallen an rätselhaften Geschichten finden. Tabucchi liebt das Spiel mit Versatzstücken aus Literatur und Film. Mir haben der kontrollierte Schreibstil und die sorgfältige Auswahl an Details und Anspielungen gut gefallen. Das Erzählen wird hier zur Spurensuche, einzelne Kapitel wirken wie Momentaufnahmen, manches wird aufgedeckt, vieles wird verschwiegen - bis hin zum offenen Ende, das eine Vielzahl an Deutungsmöglichkeiten zulässt.

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