Die letzten Meter bis zum Friedhof

von Antti Tuomainen 
4,1 Sterne bei22 Bewertungen
Die letzten Meter bis zum Friedhof
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Positiv (18):
tanteruebennases avatar

Fabelhaft! Spannend, emotional, poetische Sprache

Kritisch (1):
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Was für eine Enttäuschung.

Alle 22 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die letzten Meter bis zum Friedhof"

Jaakko ist 37, als sein Arzt ihm eröffnet, dass er sterben wird: Jemand hat ihn vergiftet. Das an sich ist schon genug, um einem Mann den Tag zu verderben. Leider wird Jaakko zu Hause auch noch Zeuge, wie ihn seine Frau mit dem jungen Angestellten der gemeinsamen Firma betrügt. Der Firma, die jüngst gefährliche Konkurrenz bekommen hat. Der Export von Matsutake-Pilzen nach Japan läuft nämlich blendend, und in Finnlands Wäldern wachsen nun mal die besten. Doch die neuen Mitbewerber kämpfen mit harten Bandagen. Ist es da Jaakkos Schuld, wenn jemand zu Tode kommt? Eins ist jedenfalls klar: Mit dem Tod vor Augen geht’s auch irgendwie leichter.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499273889
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:22.01.2019

Rezensionen und Bewertungen

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    tanteruebennases avatar
    tanteruebennasevor einem Monat
    Kurzmeinung: Fabelhaft! Spannend, emotional, poetische Sprache
    Fabelhaft! Spannend, emotional, poetische Sprache

    Eine absolute Leseempfehlung! Die letzten Meter bis zum Friedhof ist einfach fabelhaft: spannend, emotional und fast poetisch geschrieben. Eine skurrile Geschichte aus Finnland über einen Mann, der erst erfahren muss dass er vergiftet wurde und nicht mehr lange zu leben hat und dann noch seine Frau beim Betrug erwischt... da bleibt viel zu tun in wenig Zeit!

    Ein Punkt Abzug für das für mich nicht ganz runde Ende der Geschichte...

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    Fabulantas avatar
    Fabulantavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Was für eine Enttäuschung.
    Das war wohl nichts

    Als ich dieses Buch das erste Mal in der Hand hatte, wusste ich, dass die dies ein Buch für mich sein könnte. Der Titel und der Klappentext haben mich ziemlich neugierig gemacht. Daher musste ich mir das Buch unbedingt in der Bücherei ausleihen. Was soll ich sagen, es war eine herbe Enttäuschung.

    Eigentlich wollte Jaako von seinem Arzt nur ein Antiobiotikum, um seine Grippe zu kurieren. Er fürhlt sich schon eine Weile schlapp. Doch der Arzt stellt fest, dass es sytematisch vergiftet wurde. Als er seiner Frau die Diagnose mitteilen will, muss er feststellen, das diese ihn mit einem Mitarbeiter, aus der gemeinsamen Pilzfirma, betrügt. Jaako und seine Frau haben, nach dem sie aus ihrem alten Job entlassen wurde, eine Pilzfirma gegegründet. Da die Japaner ihre Pilze abnehmen, steht die Firma gut da.

    Auf dem Weg zu ihrer Firma macht Jaako einen kurzen Abstecher zur Konkurrenz. Die Betreiber knöpfen ihn sich vor und die Dinge nehmen ihren Lauf. Taina will, damit sie ihr eigenes Ding durchziehen will, Jaako aus der Firma werfen.

    Ich habe in den letzten Monaten einige Krimis gelesen und dies war in meinen Augen alles andere als ein Krimi. Jaako wird ja mit der Diagnose konfrontiert, dass er in absehbarer Zukunft sterben wird. Daraufhin beschließt er, dass er selber heraus finden möchte, wer ihm nach dem Leben trachtet und auch warum. Für mich war die ganze Handlung zu pilzlastig und auch der einen Dialog, der zeigt, das der Autor in der Lage ist, einen einigermaßen spritzigen Monolog schreiben kann, reicht einfach nicht aus, dass das Buch auch nur ansatzweise spannend sein kann, die Auflösung des Falls kommt erst wenige Seiten vor dem Ende. Schade, dass der Autor das Potential, dass das Buch haben könnte, überhaupt nicht ausnutzen.

    Dieses Buch gehört für mich zu den Flops des Jahres. Da ich mich mehr oder weniger durch das Buch gekämpft habe, kann ich das Buch überhaupt nicht weiterempfehlen. Von mir bekommt es auch nur einen von fünf Sternen.

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    buchstabensammlerins avatar
    buchstabensammlerinvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Vorsicht bei Pilzen!
    Vorsicht bei Pilzen

    Fakten:
    Titel: Die letzten Meter bis zum Friedhof
    Autor: Antti Tuomainen
    Seiten: 317
    Verlag: rowohlt
    Buch: Hardcover
    Erscheinungstag: 24.01.2018
    ISBN: 978-3-498-06552-2
    Preis: 19,95 €

    Cover:
    Sehr gut ansprechendes Cover – das Wort Friedhof sticht heraus, die schwarz-weiße Gestaltung schließt schon auf etwas Düsteres und das Kreuz und die Pilze vervollständigen dieses Bild. Gefällt mir gut!
    Inhalt:
    Jaako , 37 Jahre alt, Pilzfabrikant aus einem kleinen finnischen Dorf, verheiratet, erfährt, dass seine Krankheitssymptome eindeutig auf eine schleichende Vergiftung hindeuten. Wer sollte ihn umbringen wollen?
    Dann erwischt er seine Frau Tania in flagranti mit einem Mitarbeiter aus der gemeinsamen Firma und zu guter Letzt macht sich auch noch ein Wettbewerber in den Wäldern an die Pilze ran.
    Jaako macht sich auf die Suche nach der Person, die ihn vergiftet, versucht, in der Firma alles zum Besten zu regeln und die außergewöhnlichen Matsutake-Pilze den Japanern zu verkaufen, die aber auch schon beim Mitbewerber verhandeln. Jaako kämpft mit allen Mitteln gegen die neuen an der Pilzfront und mit dem Wissen, bald zu sterben.

    Meine Meinung:
    Ich habe mit bei diesem finnischen Krimi zeitweise köstlich amüsiert. Ich musste teilweise wirklich laut lachen, wenn man Jaako begleitet, wie er auf einmal auflebt und merkt, dass er tierisches Übergewicht hat, und mal etwas an seiner Figur tun sollte. „Ich bin ein Mann mittleren Alters, trage ein rosafarbenes Tommy-Hilfiger-Kragenhemd und vor mir wölbt sich ein Schwangerschaftsbauch, den mir nicht mal der Tod nehmen wird“ (Seite 150).
    Jaako schaut die Welt auf einmal mit anderen Augen an, begreift, erlebt: „Es lohnt sich zu sterben, man beginnt, die besondere Schönheit von Sommervormittagen zu schätzen“ (Seite 166).
    Sein unbedingter Wille, seine Firma zu retten, sie nicht an die Konkurrenz zu verlieren ist grandios einfallsreich und ich habe mich bei seinen „Einsätzen“ gegen die Konkurrenz sehr unterhalten gefühlt. Es ist eine Art des Ich-Erzählers, die im wahrsten Sinne des Wortes giftig daherkommt und spannend durch das Buch führt. Allerdings habe ich an zwei Stellen ein wenig an der übertriebenen Darstellung seiner Taten grummeln müssen. Dafür gibt es ein wenig Abzug, aber durchweg ist das Buch klasse humorig, besonders einfallsreich und lässt einen bis zum Schluß abwarten, wie es wohl ausgeht.

    Fazit:
    Ich finde immer mehr Gefallen an finnischen Krimis und dieser gehört mit Sicherheit dazu.

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    Normal-ist-langweiligs avatar
    Normal-ist-langweiligvor 6 Monaten
    Belletristik/ Krimi/ Spannung/ schwarzer Humor

    Meine Meinung:

    Beim Bloggertreffen des Rowohlt Verlags auf der Buchmesse in Leipzig hat eine Bloggerin über das Buch geschwärmt. Es klang nach wirklich etwas Besonderem: ein Kriminalroman mit einem makabren Thema, das trotzdem lustig, ja sogar skurril sein soll! Das Buch wollte ich dann sehr schnell lesen.

    Gesagt – getan!

    Jaako ist eine tolle Figur, die mich von der ersten Seite an begeistert hat. Ein Charakter, der trotz seiner tödlichen Diagnose oder vielleicht auch gerade deswegen auf dem Boden der Tatsachen bleibt und versucht das beste daraus zu machen. Leider ist es nun direkt am Anfang so, dass er zusätzlich zu der Todesnachricht auch noch bemerkt, dass seine Frau ihn mit einem jüngeren Mitarbeiter betrügt. Die Szene war einer meiner Lieblinge. Herrlich daneben, dabei witzig und gleichzeitig so traurig. Jaakos Reaktion hat mich überrascht, aber im Nachhinein war es  intelligent.

    So wird aus einem „Ich habe den Tod vor Augen – also werde ich den Rest meines Lebens genießen“ eine Suche nach dem Mörder, denn irgendjemand muss ihn ja vergiftet haben. Schnell wird Jaako klar, wer das gewesen sein muss. Er nutzt also seine verbliebene Zeit, um seine Firma weiter voran zu bringen, sich gegenüber dem Konkurrenzunternehmen abzugrenzen, denen zu zeigen, „wo der Hammer hängt“ und um den Mörder zu finden.

    Bei diesen ganzen Unternehmungen und Aktionen geht es teilweise hoch her und es wird richtig gefährlich, teilweise wird es aber auch sehr leise und besinnlich, wenn auch irgendwie immer mit einem Zwinkern.

    Das Buch befasst sich mit dem Thema „Tod“, hinterlässt aber letzten Endes nur einen kleinen bittersüßen Nachgeschmack. Ich für meinen Teil habe durch Jaako wieder vor Augen geführt bekommen, dass jeder sterben muss. Da muss jeder durch. Es fragt sich also, wie man die Zeit bis dahin verbringt und mit welchen Menschen man sich bis dahin umgibt!

    Fazit:

    Für mich ein besonderes Buch, da es verschiedene Genres vereint, spannend und lustig ist und dabei auch emotional und tiefsinnig! Es ist aber keine Geschichte für nebenbei. Ich musste mich beim Lesen aufgrund der doch literarischen Schreibweise konzentrieren. Ok, ein Dialog ist sehr modern und frech! Dafür auch unheimlich witzig!


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    Pearssons avatar
    Pearssonvor 6 Monaten
    eine gekonnte Mischung und eine wirklich fesselnde Geschichte

    Zitate:


    "Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, wie ich die letzten Tage verbringe, es gibt keine To-Do-Liste. Der Tod kommt ja nur einmal im Leben." Seite 19

    "Einer nach dem anderen steht auf und geht, entfernt sich. Keiner möchte hören, was ich zu sagen habe. Ich bin dabei, die Hoffnung zu verlieren." Seite 31


    Meinung:

    Stellt euch vor, euer Arzt sagt euch, dass ihr vergiftet wurdet und nur noch wenige Tage zu leben habt. Also ich würde postwendend zu meinem Mann fahren und mich weinend in seine Arme werfen! So, oder so ähnlich denkt Jaakko sich das auch, als er seine Diagnose bekommt. Dumm nur, dass er zuhause seine Frau dabei überrascht, wie sie ihn mit einem Angestellten betrügt! Und als er dann beinahe zeitgleich auch noch erkennt, dass seine geliebte Firma bedroht ist, bleiben ihm eigentlich nur noch zwei Dinge zu tun:
    1. Seine Firma retten und
    2. Seinen Mord aufklären.
    Na das könnte doch spannend werden, oder?

    Ich muss zugeben, dass ich dieses Buch vor der Buchmesse absolut nicht auf dem Schirm hatte. Ich kannte bis dahin weder Titel noch den Autor, was ja für mich und meine Vorliebe für Morbides ja fast schon ein Frevel ist!
    Aber zum Glück wurde ich darauf aufmerksam gemacht, denn diese Geschichte bescherte mir eine gänzlich neue Leseerfahrung.
    Schuld daran sind mehrer Faktoren:

    Zum einen fällt mir die Klassifizierung dieses Romans wirklich schwer. Denn trotz des ernsten Themas, das perfekt zu einem Krimi passt, erzählt Antti Tuomainen mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor. Jaakko begeht den Rest seines Lebens mit viel Zynismus, begegnet einiger Situationskomik und trifft sich mit vielen anderen Personen, die fast alle auf ihre Weise einen guten Anteil am Schmunzelfaktor beitragen. Dazu kommt, dass die meisten sehr sympathisch und menschlich wirken. Das erschafft trotz des drohenden Unheils eine unheimlich unterhaltsame und gelöste Stimmung.

    Zum anderen werden wir Leser häufig mit doch recht poetischen Überlegungen und Aussagen konfrontiert. Jaakko wird sich seiner Sterblichkeit im Verlauf immer bewusster, was uns auf eine charmante Art, regelmäßig mit der Vergänglichkeit des Lebens bzw. der Endlichkeit des Seins konfrontiert. Das holt den Leser gekonnt immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, die da lautet: Jaakko wird sterben und ja - DU AUCH!
    Alleine schon dieser Aspekt lies mich beim Lesen oftmals nachdenklich werden und definitiv kommt man weit davon ab, seine Geschichte als "leichte Kost" zu empfinden. Denn das ist sie nicht. Obwohl, durch den warmerherzigen Stil und Umgang mit dem Thema irgendwie schon... Hmmm, schwierig! Aber ihr versteht bestimmt, warum ich mich damit schwer tue ;)

    Für mich ist "Die letzten Meter bis zum Friedhof" eine wirklich fesselnde Geschichte, die mich von Anfang an gut unterhalten konnte und nachdenklich zurücklässt. Antti Tuomainen vereint Humor mit Drama und Poesie, eine gekonnte Mischung, von der ich gerne mehr hätte!

    Ach ja, falls sich jemand daran stören sollte, dass im Klappentext "Jaako", aber in meiner Rezension "Jaakko" steht, ich bin auch darüber gestolpert. Aber IM Buch steht tatsächlich "Jaakko", also bitte nicht wundern ;)

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    c_awards_ya_sins avatar
    c_awards_ya_sinvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Ende voller Neuanfänge!
    Ein Ende und viele Neuanfänge

    Jaakko ist im besten Alter, als er erfährt, dass es mit seinem Leben zu Ende geht. Doch sein Ende ist keineswegs natürlicher Art, denn Jaakko wurde vergiftet. Langsam und über längere Zeit.

    Doch das ist an jenem schicksalhaften Tag nicht die einzige Neuigkeit für Jaakko. Denn in seinem Haus angekommen findet er seine Frau mit ihrem Liebhaber in Aktion vor.

    Zu allem Überfluss hat seine Firma auch noch einen Konkurrenten im eigenen Ort dazubekommen.

    Ganz schön viel auf einmal. Und erst recht für jemanden dem nicht mehr viel Zeit bleibt. Doch anstatt zu resignieren fängt Jaakko an zu kämpfen. Er will seinen Mörder finden, seine Firma retten und herausfinden was seine Frau im Schilde führt. Er sieht die Dinge klarer als je zuvor und verfolgt seine Ziele.

    Dabei stellt sich ihm so mancher in den Weg. Und die skurrile Geschichte nimmt ihren Lauf. Einfach nur gut.

    Wer den typisch finnischen Humor mag, der wird auch dieses Buch Lieben! 

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    YukBooks avatar
    YukBookvor 6 Monaten
    Temporeich und tragikomisch

    Vom Regen in die Traufe. Dieser Spruch beschreibt nicht einmal annähernd die katastrophale Lage, in die der Protagonist Jaako schlittert. Erst erfährt er, dass er vergiftet wurde und nicht mehr lang zu leben hat, ertappt dann seine untreue Frau Taina in flagranti und wird zu guter Letzt von zwielichtigen Typen einer Konkurrenzfirma bedroht. Ziemlich viel auf einmal zu verarbeiten…

    Das Erstaunliche dabei ist, dass er förmlich auflebt, statt in einem Schockzustand zu verharren oder in eine Depression zu verfallen. Zwei Dinge treiben ihn vor allem an, seine verbleibende Lebenszeit so effektiv wie möglich zu nutzen: herauszufinden, wer ihn vergiftet hat, und seine Firma, die Matsutake-Pilze nach Japan exportiert, zu retten. Die Botschaft vieler Aufmerksamkeitstrainings „Im Hier und Jetzt zu leben“ bekommt hier eine ganz andere Dimension.

    Das ist vermutlich der erste Roman eines finnischen Autors, den ich gelesen habe, und er hat mich begeistert. Antti Tuomainen hat einen besonderen Sinn für schwarzen Humor. So fragt sich Jaako, der vor seinem Tod noch eine gute Figur machen will, wie er das Protein im Shampoo seinem Bizeps zuführen kann. Der Autor hat aus seiner originellen Idee eine rasante, tragikomische Geschichte gestrickt, die durch gut gezeichnete bizarre Figuren und viel Situationskomik nicht nur bestens unterhält, sondern auch dazu anregt, jeden Tag so bewusst zu leben, als wäre er der letzte.

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    Fannies avatar
    Fannievor 7 Monaten
    Finnisches Roadmovie mit Tiefgang und Humor

    Eigentlich steht Jaako mit seinen 37 Jahren in der Blüte seines Lebens: Er führt einen erfolgreichen Pilzhandel, hat eine großartige Köchin zur Ehefrau und bewohnt mit ihr ein hübsches Häuschen in der finnischen Provinz. Doch dann eröffnet ihm sein Arzt, dass er sterben wird – und zwar sehr bald. Die Laborwerte zeigen, dass Jaako über einen längeren Zeitraum hinweg vergiftet wurde. Womit? Das lässt sich nicht genau sagen. Aber Jaako ist wild entschlossen, das herauszufinden – und natürlich auch, wer ihn auf dem Gewissen hat. Plötzlich steht sein Leben Kopf und die Ereignisse überschlagen sich … Das Cover von Antti Toumainens Buch „Die letzten Meter bis zum Friedhof“ hat mich auf magische Weise angezogen. Was sich wohl zwischen den schlichten, aber dennoch liebevoll-skurril gestalteten Buchdeckeln verbergen würde, habe ich mich gefragt. Cozy Crime? Ein Roman mit bitterbösem Humor? Ein abgedrehter Krimi? Jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, kann ich diese Frage eindeutig beantworten: eine gelungene Mischung aus alldem. „Die letzten Meter bis zum Friedhof“ lässt sich schwer in ein Genre pressen. Vielleicht sollte ich mich deshalb darauf beschränken aufzuzählen, was dieses Buch NICHT ist: langweilig, wehklagend, traurig. Jakko kommt schließlich auch nur selten dazu, über seinen nahenden Tod nachzudenken. Erst erwischt er seine vermeintlich treue Gattin im eigenen Garten beim Seitensprung, dann ist ihm die gefährliche Konkurrenz aus dem Pilzbusiness auf den Fersen. Antti Toumainen erzählt ein hinreißendes finnisches Roadmovie mit einem Helden in der Hauptrolle, den ich am liebsten geheiratet hätte. Nein, nicht weil er reich ist und bald sterben wird, sondern weil Jaako über einen beispiellosen Selbsthumor verfügt (er hadert beispielsweise trotz des herannahenden Ablebens noch immer mit seinem Übergewicht), niemals aufgibt und einen äußerst warmherzigen Protagonisten darstellt. Überhaupt sind alle Figuren des Romans einfach unverwechselbar. Aber wer nun meint, Autor Antti Toumainen würde das Thema Tod als lapidar abtun, der irrt. „Die letzten Meter bis zum Friedhof“ ist nämlich ein wirklich lebenskluges Buch. Toumainen führt dem Leser ohne Pathos und erhobenen Zeigefinger, allerdings auch ohne den Tod ins Lächerliche zu ziehen, die eigene Endlichkeit vor Augen. „Ich werde nicht gesunden, natürlich nicht, ich werde sterben. Aber das haben wir alle gemeinsam, sogar mit denjenigen, die denken, sie würden ewig leben.“ (aus „Die letzten Meter bis zum Friedhof“) Bemerkenswert sind auch die geradezu sinnlichen Beschreibungen der Landschaft. Man möchte auf der Stelle in den Flieger steigen und Finnland einen Besuch abstatten. Für die Übersetzung der Originalausgabe mit dem Titel „Mies joka kuoli“ zeichneten übrigens der deutsche Krimiautor Jan Costin Wagner und seine aus Finnland stammende Frau Niina Katariina verantwortlich. Gemeinsam mit Annti Toumainen haben sie „Die letzten Meter bis zum Friedhof“ zu einem meiner absoluten Leselieblinge gemacht.

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    Gulans avatar
    Gulanvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Typisch finnisch. Skurril, aber nicht absurd. Gelungene Mischung aus Ernst und Humor.
    Ableben auf finnisch.

    „Und Thailand? Wollen wir hin?“ Ich senke den Blick auf Hühnchen, Kokosnussmilch und Reis.

    „Wenn du möchtest. Ja, sicher“, sagt Taina. Sie versucht, Begeisterung zu heucheln, das Ergebnis ist eher dürftig. Für sie steht einiges auf dem Spiel. Ich weiß nicht, wie weit sie gehen würde, aber ich bin neugierig, es zu erfahren.

    „Ich habe übrigens schon den ganzen Tag eine Nackenverspannung“, sage ich.

    „Nach dem Essen kann ich deinen Rücken massieren“, sagt sie. Sie lächelt. Ein sanftes, liebes Lächeln.

    Meine Frau hat mich umgebracht, kein Zweifel. (S.155-156)


    Jaakko Kaunismaa ist ein Mann mittleren Alters, der in der finnischen Provinz in Hamina ein kleines, florierendes Unternehmen betreibt, das Matsutake-Pilze nach Japan exportiert. Doch seit kurzem bedroht ein neuer aggressiver Mitbewerber den Erfolg seiner Firma. Eines Tages eröffnet ihm sein Arzt, dass er vergiftet wurde und nicht mehr lange zu leben hat. Als er kurz danach nach Hause kommt, findet er zu allem Überfluss seine Frau beim Sex mit einem ihrer Angestellten vor. Jaakko beschließt, in der ihm noch bleibenden Zeit die Dinge zu ordnen, herauszufinden, wer ihn vergiftet hat und seine Firma zu retten. Doch dabei geschehen eine merkwürdige und unerwartete Dinge.


    Von Autor Antti Tuomainen wurden bereits zwei Romane ins Deutsche übersetzt, die aber mehr düstere Thriller waren. Mit diesem Roman (übrigens übersetzt vom Ehepaar Niina Katariina und Jan Costin Wagner, dessen Krimis ja ebenfalls in Finnland spielen) schlägt Toumainen aber eine leicht andere Richtung ein. Wenn ich an Finnland in Musik, Literatur und Film denke, dann erwarte ich irgendwie eine gewisse Exzentrik, Skurrilität, aber auch Melancholie und Lakonie. Und genau diese Erwartungen kann „Die letzten Meter bis zum Friedhof“ durchaus erfüllen.


    Denn zum einen beginnt bei Jaakko, der als Ich-Erzähler durch die Geschichte führt, angesichts des baldigen Ablebens eine Selbstreflektion, er zieht Bilanz und plant die noch zu erledigenden Dinge. Er hat natürlich sofort seine Frau Taini und ihren Lover Petri im Verdacht, ihn vergiftet zu haben, um sich die Firma unter den Nagel zu reißen, aber er konfrontiert sie damit noch nicht. Er sucht sich vielmehr andere Verbündete unter den Angestellten seiner Firma, um sein Lebenswerk vor seiner Frau und den anderen Konkurrenten zu schützen.


    Diese bringen zum anderen nämlich eine andere Komponente ein. Die drei Firmeneigner sind nämlich keine unbeschriebenen Blätter, vorbestraft, aggressiv. Sie wollen Jaakko einschüchtern, ihm seine Angestellten und Kunden mit lauteren, aber vor allem auch unlauteren Mitteln abwerben. Dadurch wird der Roman spannend und erstaunlich actionreich. Und die Skurrilität kommt nicht zu kurz bei Verfolgungsjagden durch finnische Kreisverkehre, Unfälle mit Samuraischwertern oder unangenehmen Begenungen in der Sauna. Es geht also auch durchaus humorvoll zu, aber ohne in Klamauk oder Satire abzudriften, dass hat mir gut gefallen.


    „Die letzten Tage bis zum Friedhof“ ist ein (Kriminal-)Roman, der mich im Laufe der Lesezeit immer mehr überzeugt hat. Er ist eine angenehme Mischung aus Humor und Ernst mit einer ordentlichen Prise Spannung und einigen ungewöhnlichen Einfällen im Plot. Als äußerst gelungen habe ich die Figuren empfunden, nicht nur Ich-Erzähler Jaakko als Mann, der kurz vor dem Tod neue Vitalität erlangt, sondern auch vor allem die Mitarbeiter in Jaakkos Firma. Insgesamt absolut empfehlenswert.

    Kommentare: 4
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    SharonBakers avatar
    SharonBakervor 8 Monaten
    Scharfsinnig, Humorvoll und richtig gut ...

    Jaako sitzt beim Arzt und hofft nun endlich Klarheit zu erlangen, warum es ihn in letzter Zeit so schlecht geht. In der Hoffnung, dass es sich nur um einen kleinen Infekt handelt, wird er eines besseren belehrt. Er wurde über längere Zeit hinweg vergiftet und es gibt keine Heilung mehr, Jaako wird bald sterben. So hatte sich der Patient das nicht vorgestellt, völlig überrumpelt möchte er, bevor er sich für weitere gesundheitliche Maßnahmen entscheidet, mit seiner Frau sprechen und da wartet die nächste böse Überraschung des Tages auf hin. Er wird Zeuge, wie seine Gattin mit den jungen, knackigen Angestellten ihrer gemeinsamen Firma, Ehebruch begeht. Und da ja alle guten Dinge drei sind, wird an diesem Tag auch noch die Konkurrenzfirma mehr in Erscheinung treten, als Jaako lieb ist. Nun muss er überdenken, wie er die letzte Zeit, seines Lebens verbringen möchte und da gibt es folgende Punkte: Wer will ihn umbringen? Wie kann er die Konkurrenz unschädlich machen? Und was macht er mit seiner untreuen Frau?
    Ich bin kein großer Freund von skandinavischen Autoren, die haben immer so was tief Bedrückendes und alle Romanhelden müssen sich mit irgendwelchen großen Problemen herumschlagen. Da überraschte mich diese Konstellation schon sehr und meine Neugier war entflammt. Wie würde der Finne die Geschichte angehen und hält der Titel, was er verspricht? Ach, ich verrate es sofort, ich bin sehr angetan und wieso, erzähle ich jetzt.

    Jaako ist ein absoluter Durchschnittstyp und hat es sich in seinem Leben richtig bequem gemacht. Er liebt gutes Essen, was man ihm auch ansieht, lässt seine Firma laufen und arbeitet sich nicht tot. Mit seiner Ehefrau hat er eine Firma gegründet, die mit Matsutake-Pilzen handelt und die in Japan heiß begehrt sind. Und dann kommt der große Knall, alles an einem Tag, Tod, Ehebruch und die Firma steht auf der Kippe. So muss sich Jaako aus seiner Komfortzone hinaus begeben und das sorgt für einigen Wirbel in seiner Umgebung. Aus einem bequemen Menschen wird jemand der seine Mitmenschen überrascht und das nicht immer zum Besten.

    Erstaunlich, wie diese doch recht schwere Kost erzählt wird. Jaako lässt sich durch dieses vernichtende Urteil nicht unterkriegen, sein Letzter Wille ist es, den Schuldigen zu finden, seine Firma zu retten und seine Ehefrau, naja, das wird sich ergeben. So sieht er seine Umgebung mit ganz anderen Augen, nimmt Dinge anders war und hat ein neues Ziel. Und der Leser ist bei ihm hautnah dabei, wir hören die Diagnose, wir erleben die Gartenaktivität mit und wir durchsuchen die Büroräume der Konkurrenz. Dass diese, sich das nicht gefallen lässt, kommt post wendend und mit was für einer Ansage, da spürt man sofort, da stimmt was nicht. Aber mehr müsst ihr selber lesen.

    Antti Tuomainen kann hervorragend erzählen, er lässt uns diesen mittelmäßigen Typen direkt ans Herz wachsen, denn sind wir nicht alle irgendwie er. Wir trudeln im ersten Moment durch sein Leben und dabei verwendet der Autor einen Humor, der einfach genial ist und diese Geschichte zum größten Vergnügen macht. Tja, Jakkos Geschichte fängt nämlich erst richtig an, sie läuft sich warm und nimmt an Verwicklungen Fahrt auf und bekommt auch eine bizarre und skurrile Note. Mit jedem weiteren Schritt tappt er in Situationen, die unerwartet und manchmal richtig böse sind. Ich muss gestehen, ich fand diese realistische Sicht und doch diese vielen kleinem Augenzwinkern unglaublich gelungen, man klebt förmlich an den Seiten und möchte wissen, wie trickst er den Tod aus, oder wie bekommt seine Frau ihr Fett weg und was ist mit der Konkurrenz, die sich immer mehr selber außer Gefecht setzt. Unglaubliche Entwicklungen tun sich auf und das Lesevergnügen bricht nicht ab. Neben dem unglaublichen Spaß hatte ich gleichzeitig spannende Lesestunden, aber auch den einen oder anderen nachdenklichen Moment, eine ziemlich gute Mischung.

    Die letzten Meter bis zum Friedhof ist großartig erzählt, zwischen Krimi und Drama hin und herschwankend und keinen einzigen Moment aus den Händen zu legen. Antti Tuomainen ist ein starker Erzähler und ein Finne mit genialem Humor, den man im Auge behalten sollte. Ich muss sagen, ihr müsst es lesen.

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    'Dieser düster-spannende, komische und intelligente Roman erinnert an FARGO und enthält Humor in geradezu tödlicher Dosis.'

    'Antti Tuomainen ist ein wunderbarer Autor. Seine Charaktere, Geschichten und die Atmosphäre sind meisterhaft gezeichnet.'

    'Ein Volltreffer. ‚Die letzten Meter vor dem Friedhof‘ bietet exzellente Einblicke in die Grauzone zwischen Leben und Tod, auch der finnische Charakter ist hier wiederzufinden. Die Haltung des Erzählers gibt Anlass für viel Gelächter.'

    'Tuomainen überrascht mit einem wirklich witzigen Kriminalroman. Faszinierender aber als die Suche nach dem Mörder ist der Protagonist. Der Humor erwächst aus den wahnwitzigen Situationen, in denen er seinen Mörder sucht und sich selbst findet.'

    'Dieses Buch kann man einfach nicht aus der Hand legen!'

    'Im finnischen Krimi ist Antti Tuomainen der phänomenale Star des 21. Jahrhunderts. Roman für Roman konstruiert er intensive Szenarien, die todsichere Spannung versprechen.'

    'Zieht einen sofort in den Bann, extrem gut geschrieben. Tuomainens Stärke über die Geschichte hinaus sind starke Sätze mit perfekt durchdachtem Inhalt.'

    'Erstklassig. Eine Manifestation von Tuomainens Fähigkeiten und Talent.'

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    Nikola10s avatar
    Nikola10vor einem Monat
    Klingt sehr sarkastisch, gefällt mir. :)
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