Anya Lipska Sündenfall

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Inhaltsangabe zu „Sündenfall“ von Anya Lipska

Schlafende Geister soll man nicht wecken ... Die junge Londoner Polizistin Natalie Kershaw steht vor ihrem ersten Mordfall, als eine Frauenleiche aus der Themse geborgen wird. Und es bleibt nicht bei einem Opfer. Gleichzeitig wird der polnische Privatdetektiv Janusz Kiszka gebeten, eine verschwundene, junge Kellnerin zu suchen. Schnell muss er feststellen, dass dies kein gewöhnlicher Vermisstenfall ist. Zeugen verschwinden und werden grausam ermordet. Als im Mund eines weiteren Mordopfers Janusz’ Visitenkarte gefunden wird, erkennt er, dass er einen mächtigen, zu allem entschlossenen Gegner herausgefordert hat ...

Fazit: Die Autorin behandelt in ihrem Krimi ein sehr interessantes und auch brisantes Thema, allerdings fehlt es der komplexen Handlung etwas an Spannung und die vielen polnischen Begriffe stören mit der Zeit.

— Bellexr
Bellexr

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  • Rezension zu "Sündenfall" von Anya Lipska

    Sündenfall
    Katzenpersonal_Kleeblatt

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    11. March 2013 um 10:56

    Der gebürtige Pole Janusz Kiszka lebt schon seit vielen Jahren in London. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er mit diversen Jobs, die nicht immer legal sind, und als Privatdetektiv. Er ist voll integriert in die polnische Gemeinschaft in London. So besucht er auch regelmäßig die Kirche und die Beichte. Als eines Tages eine junge polnische Kellnerin vermisst wird, bittet ihn der Priester, sich nach ihr auf die Suche zu machen. Die Suche führt ihn über London sogar zurück in seine eigenen Heimatstadt Gdansk, die er nie wieder besuchen wollte und begibt sich selbst in Lebensgefahr. Zur gleichen Zeit wird aus der Themse eine Frauenleiche geborgen. Auf die Ermittlungen wird die Polizistin Natalie Kershaw angesetzt. Es geschehen weitere Morde und als eines Tages eine Tote die Visitenkarte von Janusz Kiszka im Mund hat, glaubt Natalie, auf eine heiße Spur gestoßen zu sein und hält Janusz als ihren Hauptverdächtigen. Wird es Janusz gelingen, die vermisste Kellnerin zu finden und wird es ihm auch gelingen, die Vermutungen der Polizistin zu entkräften? ... Das Erstlingswerk der Autorin Anya Lipska ist in zwei Handlungsstränge unterteilt. Zum einen ist Janusz auf der Suche nach einer Kellnerin, die spurlos verschwunden ist. Seine Suche führt ihn zurück nach Polen und zurück in die Vergangenheit. In eine Zeit, in der Polen sich im Umbruch befand, wo ein Lech Walesa hoch gefeiert wurde und die Solidarnosc in Polen eine wichtige Rolle spielte. Im Rahmen seiner privaten Ermittlungen gerät er in einen Sumpf von Bespitzelungen und Verrätern, die den Leser an die Staatssicherheit (Stasi) und ihre IM (inoffiziellen Mitarbeitern) denken lässt. Hier erfährt man als Leser einen kleinen Einblick in die polnische Geschichte, die mir zum Beispiel so gut wie unbekannt war. Zum anderen versucht die Polizistin Natalie Kershaw, in London den Mörder der Themseleiche und der anderen Mordopfer zu finden. Sie hat es nicht leicht in der Domäne der Männerwelt bei der Polizei, sie muss sich beweisen und geht nicht immer den legalen Weg bei ihren Ermittlungen. Als sie auf Janusz trifft, ist sie fest davon überzeugt, entweder den Mörder zu haben oder zumindest jemanden, der mehr weiß, als er zugeben will. Sie setzt ihn unter Druck, als sie merkt, dass er irgendwas weiß. Sein Verhalten ihr gegenüber ist nur der Tatsache geschuldet, dass er weiß, wer die Tote mit seiner Visitenkarte im Mund ist. Natalie und auch Janusz sind beides Protagonisten mit Ecken und Kanten. Richtig warm werden konnte ich jedoch nicht mit ihnen. Natalie war mir ein wenig zu verschlossen, sie konnte nicht aus sich rausgehen, hatte Angst, etwas von sich preiszugeben, was sie ein wenig zum Einzelgänger machte. Was Janusz anging, so konnte ich ihn anfangs nicht wirklich einschätzen, da das, was er tat, nichts mit seiner Tätigkeit als Privatdetektiv zu tun hatte. Ganz im Gegenteil, erschienen mit seine Tätigkeiten schon ein wenig kriminell. An ihn musste ich mich wirklich lange herantasten, um mit ihm "mitgehen" zu können. Der Roman ließ sich vom Schreibstil der Autorin her sehr gut lesen. Er war flüssig geschrieben und der Plot war gut durchdacht. Was mich jedoch penetrant störte, waren die polnischen Wortfetzen, die immer und überall auftauchten. Viele konnte man aus der Situation heraus übersetzen, andere wurden kurz erklärt, aber es bleiben immer noch Worte, die man einfach gelesen und nicht verstanden hat, weil es ohne polnische Sprachkenntnisse schlichtweg unmöglich ist, sie zu übersetzen. Sie waren an den meisten Stellen einfach deplatziert. Wenn schon soviel Fremdsprache mit in den Roman einbezogen wird, kann man als Leser eigentlich auch eine Fußnote oder ein Glossar erwarten. Ich habe lange überlegt, wieviel Pfötchen ich vergeben soll. Meine Meinung hielt sich bei 3,5 Pfötchen, aber wir vergeben keine halben Punkte. Da es eine gute Story ist und sie auch dementsprechend umgesetzt wurde, habe ich mich für 4 Pfötchen entschieden.

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  • Rezension zu "Sündenfall" von Anya Lipska

    Sündenfall
    horrorbiene

    horrorbiene

    24. January 2013 um 16:30

    Das Buch ist stark geprägt durch die beiden Protagonisten Natalie Kershaw, Polizistin in London und Janusz Kniszka, Privatdetektiv, die sich durch unterschiedliche “Aufträge” denselben Täter suchen. Zwar überschneiden sich die beiden Handlungsstränge gegen Ende, doch die meiste Zeit laufen sie nebeneinander her und der Leser erlebt die Ermittlung aus Sicht der Polizei und des privaten Ermittlers, wobei beide ganz eigene Ausgangslagen haben. So hat es sich ergeben, dass mir die beiden Handlungsstränge nicht gleich gut gefallen haben: Der Handlungsstrang der Polizistin hätte dem anderer Kriminalromane, die ich bisher gelesen habe ähneln können, doch ist ihre polizeiliche Arbeit in London geprägt von einer Männerwirtschaft. Sie hat als Frau dort eigentlich keine Stellung und im Allgemeinen ist es in ihrem Revier so, dass wenn die Kollegen zu viel von einem Erfahren, daraus Spitznamen entstehen und ständig Anspielungen erfolgen. Daher ist sie stets darauf bedacht nichts von ihrem Privatleben mit ihren Kollegen zu teilen. Ohnehin scheint sie ihre Kollegen nicht wirklich zu mögen, wobei es immer Ausnahmen gibt. Da es sich ergeben hat, dass sie von ihrem Chef “Soloaufträge” bekam, war von der kollegialen Ermittlungen so manch anderer Krimi-Serien nicht viel zu spüren. So stellt dieses Buch in dieser Hinsicht einen erfrischenden Gegenpol dar. Doch da ich mich so an die kollegialen Ermittlungen gewöhnt habe und dies im Prinzip dadurch von einem guten Krimi auch erwarte, hat es mir hier nicht gut gefallen. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, als müsse sie einmal ordentlich auf den Putz hauen und ihren Leuten sagen, wo der Hase läuft, und dass manche Verhaltensweisen unter Kollegen, die sich aufeinander verlassen müssen nicht gehen, doch wahrscheinlich wäre sie bei der dort herrschenden Mentalität nicht weit gekommen. Schade eigentlich, dass eine Institution, die das Recht durchsetzten soll, untereinander so unfair ist. Schlicht gesagt: So etwas möchte ich eigentlich nicht lesen. Bei Kiszka ist dies anders, er ist zwar Privatdetektiv, kooperiert mitunter jedoch mit seinem Freund Oskar oder seinem Priester. Auch hat er auf den Fall einen wesentlich persönlicheren Blick, als Kershaw. Er ist gebürtiger Pole, der sich in London ein Leben aufgebaut hat und dort – wenn auch ohne Familie – fest verwurzelt ist. Da im aktuellen Fall auch nur polnische Landsleute involviert zu sein scheinen, ist er eigentlich der passende Mann dafür. Doch auch hier muss ich wieder sagen, dass mir dieser Punkt nicht gefallen hat. Der Roman spielt in London, die Polizistin ist Engländerin, aber der Rest dreht sich um Polen. Dies ist an sich ja nicht schlimm, hat der Klappentext dies auch signalisiert, doch die vielen polnischen Wörter, die der Protaginist verwendet und die zum großen Teil nicht übersetzt wurden, haben mich von Beginn an regelrecht genervt. Das eigentlich nervige für mich war, dass ich mir bei den meisten Wörtern aus dem Geschriebenen nicht ableiten konnte, wie man es wohl ausprechen könnte und so hat das Kopfkino bei diesen Wörtern Lücken gehabt – da hätte ich mir auch gleich ein zensierendes Piep vorstellen können. Dem hätte leicht mit einer kleinen Vokabelliste samt Lautschrift Abhilfe geschafft werden können. Gab es leider nicht. Schade. Außerdem hat mir das Buch vor Augen gehalten, wie wenig ich doch von der Geschichte unseres Nachbarlandes weiß. So viel zu diesen Punkten. Im Laufe des Buches – wenn der Fall Fahrt aufnimmt und es richtig spannend wird – sind diese Kritikpunkte nicht mehr so stark ins Gewicht gefallen, doch ich hatte zu Beginn aufgrund der vielen fremdländischen Eindrücke doch Probleme ins Buch zu finden. Der Schreibstil der Autorin war angenehm und ließ eigentlich nichts zu wünschen übrig, doch die Verwendung des Begriffs “Sexarbeiterin” statt “Prostituierte” hat mich auf Dauer doch gestört – wobei ich nicht weiß, wie viel Einfluss die Übersetzung hatte. Es las sich gegen Ende jedenfalls recht zügig, doch ist vor allem der Charakter der Polizistin recht undurchschaubar geworden. Vor allem das Ende mit ihr hat mir nicht gefallen. Nach ihrer Vorgeschichte kann ich verstehen, wie sie gehandelt hat und die Reaktion ihres Chefs darauf, fand ich nicht angemessen. Alles in Allem hat mir das Buch doch gut gefallen, was daran lag, dass das Buch gegen Ende an Spannung gewann, was den schwierigen Einstieg ausglich. Letztlich würde mich eine Fortsetzung – wenn es denn eine gibt – aufgrund der Hauptpersonen nicht reizen. Es war einfach zu viel Polen und zu viel Unkollegialität für mich. Fazit: Mit diesem Buch bekommt der Leser einen spannenden Krimi, der einfach und schnell zu lesen ist und der einen bestens unterhält, vor allem dann, wenn man eine Affinität zur polnischen Kultur hat, denn diese – vor allem die polnischen Gemeinden in England – stehen hier im Vordergrund. Für mich waren die polnischen Worteinwürfe, die nicht ausreichend übersetzt wurden einfach zu viel.

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  • Rezension zu "Sündenfall" von Anya Lipska

    Sündenfall
    Bissfan

    Bissfan

    14. January 2013 um 18:29

    (rezensiert von Feder) ________________________ Janusz Kiszka verdient seinen Lebensunterhalt mit vielen mehr oder weniger legalen Geschäften. Unter anderem erfreut er sich unter den polnischen Einwanderern als Privatdetektiv einiger Beliebtheit. Doch als sein Priester ihn bittet, eine spurlos verschwundene, junge Frau aufzuspüren, stolpert er bei seinen Ermittlungen in einen dunklen Sumpf aus Intrigen und Mord. Die Ermittlungen bringen Janusz schließlich selbst in Lebensgefahr. Aber nicht nur das, auch die Polizei beginnt unangenehme Fragen zu stellen, seit die ehrgeizige Polizistin Natalie Kershaw eine seiner Visitenkarten aus dem Mund eines der Mordopfer gezogen hat. Janusz aber lässt sich davon nicht abschrecken und folgt den Spuren bis in eine kleine Stadt in Polen, wo er im Keller eines ehemaligen Mitglieds der kommunistischen Staatssicherheit auf Dokumente stößt, die nicht nur einen angesehenen polnischen Politiker in eine sehr unangenehme Lage bringen würden. Darum wird auch alles daran gesetzt, jeden zu vernichten, der um diese dunklen Geheimnisse weiß … Leichtes Bedauern ist wohl das vorwiegende Gefühl, das mich nach der Lektüre ergriffen hat. Denn obwohl es sich beim Debütroman „Sündenfall“ von Anya Lipska um einen wirklich gut durchdachten und grundsoliden Kriminalroman handelt, der eine erfrischende Abwechslung zu den Krimis, die ich sonst für gewöhnlich lese, darstellt. Darum möchte ich mit den doch zahlreichen positiven Aspekten anfangen: Die Figuren, allen voran Janusz und Natalie, sind wirklich eine Klasse für sich. Voll innerer Dämonen versuchen beide auf ihre Weise den Fall zu lösen. Sie sind vielschichtig gestaltet und man merkt ihnen an, dass die Autorin sich einige Mühe damit gegeben hat, sie authentisch zu machen, was ihr auch hervorragend gelungen ist. Janusz ist nicht der typische Held, den man sonst so aus Krimis kennt. Er macht eher sein eigenes Ding und hält sich dabei nicht immer ganz genau an die geltenden Gesetze. In dieser Beziehung ist Natalie ihm gar nicht so unähnlich. Auch sie dehnt und biegt die Vorschriften, wenn sie es für nötig hält. Und dass sich beide dadurch gelegentlich in eine unschöne Situation manövrieren, gibt dem ganzen Roman einen erfrischenden Anstrich, der die Jagd nach den bösen Buben auf unterhaltsame Weise vorantreibt. Aber auch bei den Nebenfiguren gibt es keinen Grund zur Klage. Sie sind sorgsam konzipiert und die Autorin hat einiges an Mühen daran gesetzt, dass die wahren Bösewichte sich durch ihren Charakter nicht zu schnell zu erkennen geben. Dies hat zumindest bei mir im hinteren Drittel für das eine oder andere Aha-Erlebnis gesorgt. Generell war die der gesamte Fortgang der Geschichte präzise durchdacht und an genau den richtigen Stellen akzentuiert, wobei die Autorin den Spannungsbogen der Geschichte auf einem permanent hohen Niveau gehalten hat. Auch hat sie im Bezug auf das Legen falscher Fährten einiges an Raffinesse bewiesen und so die wahren Beweggründe und Drahtzieher lange im Verborgenen halten können. Es war wirklich erfrischend, einen Kriminalroman zu lesen, bei dem der Ausgang beziehungsweise die Täter nicht schon gegen Mitte des Buches ganz offenkundig waren. Am besten hat mir allerdings das Ende gefallen. Es war angenehm anders und hat der Geschichte zu einem würdigen Abschluss verholfen. Leider, leider, leider hat der Roman für meine Begriffe aber ein Manko, das sich fast durch den ganzen Roman zieht, was umso bitterer ist, weil man es leicht hätte beseitigen können. Denn da der Protagonist und auch die Mehrheit der zentralen Figuren polnische Wurzeln haben, ist es natürlich nicht verwunderlich, dass gelegentlich polnische Begriffe oder Wendungen in den Text eingebaut sind. Dagegen ist auch an sich überhaupt nichts einzuwenden, sorgt es doch dafür, die Stimmung des Romans noch zu verstärken und dem Leser ein Gefühl für die Personen zu geben, die sich da in ihrer Muttersprache unterhalten. Es war allerdings wirklich schade, dass es keinerlei Glossar oder ähnliches gab, in dem die ganzen Anreden, Begriffe und Wendungen dann auch für den nicht-polnisch-sprechenden Leser übersetzt gewesen wären. Also musste ich jedes Mal mein Handy zu Rate ziehen, um mir das Wort übersetzen zu lassen. Und das hat dann auf die Dauer nicht nur den Lesefluss extrem gestört und somit dafür gesorgt, dass ich vor allem zu Anfang keinen rechten Zugang zur Geschichte gefunden habe, sondern es hat auch ein wenig genervt. Mit Fortschreiten der Geschichte hatte ich dann zwar die meisten Worte intus, mein Ärger vom Anfang hat mich allerdings noch ziemlich lange beim Lesen begleitet und so den Genuss der ansonsten wirklich gut durchdachten und ausgeklügelten Geschichte etwas gestört. Gelesen hab ich es aber bis zum Schluss und war auch froh darüber, dass ich mich von diesem Manko nicht habe abschrecken lassen, denn hat man diese Widrigkeit erst einmal einigermaßen umschifft, wartet ein temporeicher Roman auf einen, der für den Leser die eine oder andere unvorhergesehene Wendung auf Lager hat und ihn somit für die kleinen Mängel mehr als entschädigt. Mit „Sündenfall“ hat man sicher keine leichte Lektüre für zwischendurch in der Hand, man erfährt dafür aber einiges über die polnische Geschichte und Kultur. Zusammen mit einer ausgeklügelten Geschichte hat man hier einen Roman vor sich, den man, wenn man die Zeit investieren möchte, durchaus genießen kann. Krimifans, die sich von dem fehlenden Glossar nicht abschrecken lassen, dürften den Erstling der Autorin daher durchaus zu schätzen wissen

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  • Rezension zu "Sündenfall" von Anya Lipska

    Sündenfall
    Bellexr

    Bellexr

    18. December 2012 um 10:51

    Schatten der Vergangenheit . Aus der Themse wird eine Frauenleiche geborgen. War es ein Unfall oder Mord? Für DS Natalie Kershaw könnte dies ihr erster Mordfall sein, doch vieles deutet daraufhin, dass die Tote unter Einfluss von Drogen zu Tode kam und es sich somit um einen Unfall handelt. Zu selben Zeit wird der polnische Privatdetektiv Janusz Kiszka von seinem Priester gebeten, eine vermisste junge Polin aufzuspüren, die wahrscheinlich mit ihrem Freund, einem gewaltbereiten Drogendealer, untergetaucht ist. Als in einem Hotel eine weitere junge Polin tot aufgefunden wird, die ebenfalls an einer Überdosis Drogen starb und zudem Janusz‘ Visitenkarte im Mund hat, führen die Ermittlungen Kershaw auf die Spur von Kiszka. Dieser muss feststellen, dass er es hier mit einem ziemlich einflussreichen Gegner zu tun hat. . Anya Lipska beginnt ihren Krimi, indem sie ihren Lesern erst einmal einen kurzen Einblick in das Leben ihres Protagonisten Janusz Kiszka gibt. Der Mittvierziger lebt seit mehr als 20 Jahren in London, neben seiner Arbeit als Privatdetektiv geht er auch gern einmal etwas illegalen Geschäften nach. In der polnischen Gemeinde Londons ist Kiszka fest verankert und so gehört auch die mehr oder weniger regelmäßige Beichte bei seinem Priester und Vertrauten dazu. Dieser ist es auch, der Kiszka mit dem Vermisstenfall der jungen Polin betraut und dieser Auftrag weckt schon bald Erinnerungen an seine Vergangenheit in Polen, die Kiszka am liebsten für immer vergessen würde. . Den zweiten Handlungsstrang hat die junge Polizistin Natalie Kershaw inne. Kershaw ist eine aufgeweckte, sture, selbstbewusste junge Frau, die es gut versteht, sich in der rauen Männerwelt der Londoner Polizei zu behaupten, sich eher auf ihre Intuition verlässt und so auch fest davon überzeugt ist, dass die tote Frau aus der Themse einem Mord zum Opfer gefallen ist. Unermüdlich beginnt sie mit ihren Ermittlungen, die Kershaw schon bald zu dem verschlossenen Privatdetektiv führen. . Man erhält im Verlauf des Krimis nicht nur einen guten Einblick in das Leben der polnischen Gemeinde in London, sondern Anya Lipska geht zudem auch auf die jüngere politische Geschichte des Landes ein und so ist die Solidarnocs-Bewegung, jene Gewerkschaft, die verantwortlich für den Umbruch in Polen war und das Land vom Kommunismus in die Demokratie geführt hatte, ein Hauptthema des Buches. Und auch die Vergangenheit ihres Protagonisten ist eng mit den damaligen Geschehnissen verbunden und so lässt die Autorin immer wieder entsprechende Informationen mit in die Geschichte einfließen, was sich durchaus interessant und informativ gestaltet. . Obwohl die Story vielschichtig angelegt ist, im Verlauf mit einigen wirklich unvorhergesehenen Wendungen aufwarten kann und mit einer schlüssigen Auflösung überzeugt, bleibt die Spannung ein wenig auf der Strecke. Abwechselnd verfolgt man mal Kiszkas, dann wieder Kershaws Ermittlungen bei dem verzwickten Fall, aber erst im letzten Drittel zieht dann auch die Spannung merklich an und beide Erzählstränge verknüpfen sich immer mehr zu einem einzelnen. Während jedoch der Handlungsstrang rund um die Polizistin Natalie Kershaw meist unterhaltsam, fesselnd und flüssig erzählt wird, stockt der Erzählfluss bei Janusz Kiszka oft. Die Autorin lässt hier sehr viele polnische Begriffe mit einfließen. Manchmal werden sie erklärt, manchmal sind sie selbsterklärend, öfter aber auch schwer nachzuvollziehen, was ich irgendwann als ziemlich störend empfand. . Die Charaktere von Kershaw und Kiszka hat die Autorin durchaus detailreich angelegt und gerade bei Janusz täuscht ganz deutlich der erste Eindruck, dennoch konnte ich mir weder von der jungen Polizistin noch vom polnischen Privatdetektiv ein rechtes Bild machen und sie blieben Beide für mich ein wenig blass, obwohl sie durchaus nachvollziehbar agieren, Ecken und Kanten haben und wahrlich nicht unfehlbar sind, aber irgendwie wollte hier einfach der Funke nicht überspringen. . Fazit: Die Autorin behandelt in ihrem Krimi ein sehr interessantes und auch brisantes Thema, allerdings fehlt es der komplexen Handlung etwas an Spannung und die vielen polnischen Begriffe stören mit der Zeit.

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