Aravind Adiga

 4 Sterne bei 298 Bewertungen
Autor von Der weiße Tiger, The White Tiger und weiteren Büchern.
Aravind Adiga

Lebenslauf von Aravind Adiga

Aravind Adiga wurde 1974 in Chennai, Indien, geboren, wuchs teilweise in Sydney, Australien, auf, und studierte Englische Literatur an der Columbia University und am Magdalen College in Oxford. Er arbeitete als Korrespondent für die Zeitschrift Time und für die Financial Times. Er lebt in Mumbai, Indien. Sein erster Roman "Der weiße Tiger" (2008) gewann den Booker Prize und erschien in fast 40 Ländern.

Alle Bücher von Aravind Adiga

Sortieren:
Buchformat:
Der weiße Tiger

Der weiße Tiger

 (146)
Erschienen am 25.03.2015
Zwischen den Attentaten

Zwischen den Attentaten

 (26)
Erschienen am 01.10.2011
Golden Boy

Golden Boy

 (25)
Erschienen am 19.09.2016
Letzter Mann im Turm

Letzter Mann im Turm

 (19)
Erschienen am 01.10.2013
Golden Boy

Golden Boy

 (1)
Erschienen am 21.12.2018
Zwischen den Attentaten

Zwischen den Attentaten

 (5)
Erschienen am 22.08.2009
Der weiße Tiger (5 CDs)

Der weiße Tiger (5 CDs)

 (4)
Erschienen am 01.03.2009
Letzter Mann im Turm (6 CDs)

Letzter Mann im Turm (6 CDs)

 (4)
Erschienen am 16.09.2011

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Aravind Adiga

Neu

Rezension zu "Golden Boy" von Aravind Adiga

Mutiges Coming of Age of-Buch – wegen Tabubruch
Henk_Bleuvor 2 Monaten

Ich hätte dieses Buch nicht gelesen, wenn es mir nicht geschenkt worden wäre. Indien interessierte mich eigentlich nicht besonders, und Cricket  erst recht nicht. Die Lektüre hat sich trotzdem gelohnt. Denn entgegen dem Eindruck, den das Cover und andere Rezensionen erwecken, ist „Golden Boy“ nur zum Teil ein Buch über Cricket.

 

Cricket ist nur das Gerüst, auf dem der Roman aufbaut. „Golden Boy“ ist vielmehr ein klassisches Coming-of-Age-Buch über zwei Brüder, die beide vielsprechende Cricket-Talente sind. Es handelt von ihrem Aufstieg aus den Slums über den Sport, ihre schwierigen familiären Verhältnisse mit einem autoritären Vater und ohne Mutter, ihrem von Rivalität, Eifersucht und Zuneigung geprägten Verhältnis untereinander und von erwachender Sexualität in der Pubertät. Und es handelt davon, sich über seine Ziele und Wünsche im Leben klar zu werden.

 

Dann gibt es noch einen Punkt, den deutsche Leser vielleicht gar nicht so bewerten können. Es wundert mich, dass niemand sonst ihn erwähnt hat, denn er ist ein wichtiger Konflikt in dem Buch. Der jüngere Bruder steht nämlich auf Jungs, ein muslimischer Mannschaftskamerad erwidert seine Neigung. Daraus entsteht der klassische Mix aus Begehren und Schuldgefühl. In Indien ist Homosexualität verpönt, und unter Muslimen erst recht. Das ist ein Doppeltabubruch und macht „Golden Boy“ zu einem mutigen Buch. Dazu findet der Autor deutliche Worte. Ich zitiere von S. 149:

 

„Die Taliban . . . begruben Männer bei lebendigem Leib . . ., nur weil sie schwul waren. . . . Viele Leute machen sich über derlei Dinge Sorgen, aber keiner wagt es, sie laut auszusprechen. Weil man dann sofort . . . als Rassist tituliert wird.“

 

Nicht nur in Deutschland, sondern auch den aufgeklärteren Teilen Indiens (zu denen ich den Autor zähle) muss offenbar hart um das gerungen werden, was entgegen der PC gesagt werden kann (Gedacht wird es ja sowieso). Insofern ist dieses Buch auch für deutsche Verhältnisse mutig, denn Äußerungen wie die zitierte Stelle gelten auch hierzulande als Grundlage für Ächtung.

 

Obwohl das Buch also inhaltlich vielschichtig ist, hat der „Golden Boy“ mich nicht so sehr angesprochen wie seinerzeit der „Weiße Tiger“. Ich nehme an, es liegt daran, dass ich als erwachsener Leser diese Zeit hinter mir gelassen habe, es also an der Identifikation fehlte, und das Buch nur die Jugend der Hauptpersonen bis zum 30. Lebensjahr schildert. Darüberhinaus war das Buch in seinem Duktus nicht immer klar, man musste einiges aus dem Zusammenhang schließen, und ich befürchte, ich habe nicht alles verstanden, weil die Aufmerksamkeit nachlässt, wenn man nicht alles versteht.

 

Wer den Autor noch nicht kennt, sollte m.E. lieber mit dem „Weißen Tiger“ beginnen, der den Grundstein für Adigas Karriere legte.

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "The White Tiger" von Aravind Adiga

Interessant und fesselnd, aber mir persönlich etwas zu destruktiv
Lilith79vor 6 Monaten

"The White Tiger" von Aravind Adiga ist schon ein paar Jahre alt, ich habe es von einem Bekannten ausgeliehen bekommen. Bei mir hat das Buch einen etwas ambivalenten Eindruck hinterlassen. Ich lese sehr gerne Bücher aus Indien, einem vielschichten, schwierigen und faszinierendem Land. 

Die Hauptperson in The White Tiger ist Balram, ein junger Mann der aus dem indischen Hinterland stammt (von Balram nur als "Darkness" bezeichnet, im Gegensatz zu den städtischen Regionen von Indien, die verhältnismäßig reich sind), wo Korruption und Armut das Leben prägt und ein gesellschaftlicher Aufstieg für Menschen wie Balram und seine Familie völlig unmöglich scheint. 

Das Buch ist in einer sehr außergewöhnlichen Form geschrieben, Balram schreibt darin fiktive Briefe an das chinesische Staatsoberhaupt, der zu einem Staatsbesuch nach Indien gekommen ist, um sich zu informieren, warum in Indien die Start-Up und Unternehmer-Kultur im Gegensatz zu China so erfolgreich ist (das in fast allen anderen Belangen natürlich erfolgreicher ist). Balram erzählt in dieser Briefform seine Lebensgeschichte, wie er sich vomarmen Dorfjungen, der die Schule abbrechen musste, zum Fahrer eines reichen Unternehmers in Delhi hocharbeitete und zuletzt selbst zum Gründer eines erfolgreichen Unternehmens in Bangalore wurde: sozusagen eine indische "vom Tellerwäscher zum Millionär" Geschichte mit dem kleinen Haken, dass Balram für seinen Aufstieg in buchstäblicher Form über Leichen ging: er ermordete nämlich kaltblütig seinen Arbeitgeber (was der Leser gleich am Anfang des Buches erfährt). 

Wie es so weit kommen konnte wird also in Briefform erzählt, der Schreibstil ist hierbei sehr ironisch, bissig und teilweise provokativ, das Buch liest sich schnell und unterhaltsam und es ist auch durchaus gelungen, Balrams Wut über die gesellschaftlichen Zwänge in denen er feststeckt und über die grassierende Korruption in Indien ist nachvollziehbar. Der Blick auf die indische Gesellschaft ist schonungslos und fast keiner, egal ob arm, reich, Opfer oder Täter, Politiker oder Familien-Matriarchin wie Balrams Großmutter kommt dabei gut weg. Balrams Chef ist genauso in den gesellschaftlicher Zwängen seiner gesellschaftlichen Schicht gefangen wie Balram als sein Angestellter und die beiden verbindet fast eine unangenehme Hass-Liebe.

Insgesamt ist das Buch auf jeden Fall lesenswert, ich hatte aber doch so etwas meine Probleme mit dem so einseitigen Blick auf die indische Gesellschaft,  ich habe schon mehrere Bücher über Indien gelesen (z.B. von Arundhati Roy) und ich finde auch gesellschaftskritische Bücher können ein Land durchaus in allen seinen Facetten zeigen, ohne sich komplett aufs Negative zu fokussieren und ohne deswegen gleich oberflächlich zu werden. Mir war das Buch wohl insgesamt einfach einen Ticken ZU zynisch (vergleichbar wäre wohl ein Buch über Trumps USA in dem quasi alles völlig korrupt und hoffnungslos ist) und ich finde es doch etwas schwierig mich mit einem kaltblütigen Mörder zu identifizieren, selbst wenn seine Lebensgeschichte durchaus nachvollziehbar war. Der Autor ist sicherlich sehr talentiert, aber mir schien es als hätte er das Buch allein aus Wut heraus geschrieben (oder alternativ aus einem Gefühl des schlechten Gewissens, denn er selbst stammt aus einer eher privilegierten Mittelklasse Familie). Mich würde durchaus interessieren ob sich das in seinen neueren Romanen etwas verändert hat, vielleicht traue ich mich ja noch mal an einen heran ;-)

Kommentieren0
2
Teilen
C

Rezension zu "Der weiße Tiger" von Aravind Adiga

Eintauchen in eine andere Welt
canadianChocolatevor einem Jahr

Der Erzähler schildert sein Leben von seiner Kindheit in einem kleinen indischen Dorf bishin zu seinem Aufstieg zum Unternehmer in der Millionenstadt Bangalore. Was für ihn selbstverständlich scheint, kann auf den Leser verstörend wirken. Er lebt in einer Realität, die für uns kaum fassbar scheint. Die Kluft zwischen arm und reich, die hygienischen Umstände, die Unterwürfigkeit der Bediensteten und die Korruption - sein Alltag, unser Albtraum. Steigert dennoch meine Faszination für dieses riesige, vielfältige und sehr widersprüchliche Land.

Kommentieren0
1
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

"Bitte, bitte, hilf mir. O Gott des Crickets und der Chemie."

Wusstet ihr, dass Cricket der Nationalsport Indiens ist? Nicht mal in Großbritannien, dem Mutterland dieses Sports, ist die Begeisterung für Cricket so groß wie in Indien.
In seinem neuen Buch "Golden Boy" erzählt uns der indische Schriftsteller und Bestsellerautor Aravind Adiga die Geschichte von zwei Brüdern, die talentierte und leidenschaftliche Cricketspieler sind und die in jungen Jahren erfahren müssen, dass Sport und Wettbewerb auch eine negative Seite haben können.
Schule, Familienalltag, hartes Training, kleine und große Träume, Aravind Adiga schildert das Leben der beiden Jungen und findet dabei die perfekte Mischung aus Wärme, Humor und Temperament, die dieses Buch zu etwas ganz Besonderem macht.
Überzeugt? Dann dürft ihr diese Leserunde nicht verpassen!

Zum Inhalt
Manjunath Kumar ist vierzehn. Er weiß, dass er ein guter Kricketspieler ist, vielleicht sogar so gut wie sein älterer Bruder Radha. Er weiß, warum er seinen dominanten und sportbesessenen Vater fürchtet, seinen brillanten Bruder bewundert und von der Welt amerikanischer Serien sowie interessanter wissenschaftlicher Fakten fasziniert ist. Aber es gibt vieles, das er noch nicht weiß - über sich selbst und die Welt um ihn herum …
Als er Radhas großen Rivalen kennenlernt, einen privilegierten Jungen voller Selbstvertrauen, beginnt sich für Manju alles auf den Kopf zu stellen und er muss Entscheidungen treffen, die seine Welt verändern. Suggestiv und sensibel, bissig und schwungvoll – ein neuer, eindrucksvoller Roman des indischen Bestsellerautors und Booker-Prize-Gewinners.

Lust auf eine Leseprobe?

Zum Autor
Aravind Adiga, geboren 1974 in Madras, wuchs zeitweise in Sydney, Australien, auf, studierte Englische Literatur an der Columbia University und am Magdalen College in Oxford. Er arbeitete als Korrespondent für die Zeitschrift Time und für die Financial Times. Er lebt in Mumbai, Indien. Sein erster Roman "Der weiße Tiger" gewann den Booker Prize und erschien in fast 40 Ländern.

Rechtzeitig zum Erscheinungstermin verlosen wir zusammen mit C.H.Beck 25 Exemplare von "Golden Boy".
Seid ihr neugierig geworden? Möchtet ihr wissen, welche Entscheidungen Manju treffen muss? Wenn ihr Lust auf eine Leserunde zu dieser herzbewegenden Geschichte habt und ihr euch darüber austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchtet, solltet ihr euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 21.09. bewerben und auf folgende Frage antworten:

Manju und Radhas Leben dreht sich um Cricket, sogar ihr Vater denkt nur daran.
Seid ihr auch große Sportfans? Trainiert ihr in jeder freien Minute? Welcher Sportart gilt eure Leidenschaft? Oder seid ihr eher der Meinung: Sport ist Mord?
Erzählt uns darüber!


Ich bin gespannt auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

* Bitte beachtet vor deiner Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Aravind Adiga wurde am 22. Oktober 1974 in Chennai, Indien (Indien) geboren.

Aravind Adiga im Netz:

Community-Statistik

in 428 Bibliotheken

auf 41 Wunschlisten

von 10 Lesern aktuell gelesen

von 2 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks