Der weiße Tiger

von Aravind Adiga 
4,1 Sterne bei146 Bewertungen
Der weiße Tiger
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

franzzis avatar

Ungewöhnliche Variante von "Du hast keine Chance,nutze sie", eine brutale&doch wie beiläufig erzählte Einsicht in die indische Gesellschaft.

Buchgespensts avatar

Nicht ganz mein Geschmack, aber gut geschrieben.

Alle 146 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Der weiße Tiger"

Booker Prize 2008

"Klug, provozierend, atemberaubend: ein grandioses Romandebüt über globalisierte Menschen in Indien, der größten Demokratie der Welt." >BR<
Fiona Ehlers, Kultur Spiegel

Balram Halwai ist ein ungewöhnlicher Ich-Erzähler: Diener, Philosoph, Unternehmer, Mörder. Im Verlauf von sieben Nächten und in der Form eines Briefes an den chinesischen Ministerpräsidenten erzählt er uns die schreckliche und zugleich faszinierende Geschichte seines Erfolges - der ihm keineswegs in die Wiege gelegt war. Balram - der "weiße Tiger" - kommt aus einem Dorf im Herzen Indiens. Seine düsteren Zukunftsaussichten hellen sich auf, als er, der klügste Junge im Dorf, als Fahrer für den reichsten Mann am Ort engagiert wird und mit ihm nach Delhi kommt. Hinter dem Steuer eines Honda City entdeckt Balram - und wir mit ihm - eine neue Welt. Balram sieht, wie seinesgleichen, die Diener, aber auch ihre reichen Herren mit ihrer Jagd nach Alkohol, Geld, Mädchen und Macht den Großen Hühnerkäfig der indischen Gesellschaft in Gang halten. Durch Balrams Augen sehen wir das Indien der Kakerlaken und Call Center, der Prostituierten und Gläubigen, der alten Traditionen und der Internetcafés, der Wasserbüffel und des mysteriösen "weißen Tigers".
Mit seinem ebenso unwiderstehlichen wie unerwarteten Charisma erzählt uns Balram von seiner Flucht aus dem Hühnerkäfig, dem Sklavendasein - eine Flucht, die ohne Blutvergießen nicht möglich ist.

Eine Geschichte voller sprühendem Witz, Spannung und fragwürdiger Moral, erzählt in einem unnachahmlichen und fesselnden Ton. Keine Saris, keine exotischen Düfte und Gewürze, keine Tabla-Musik und Maharadschas - dies ist das Indien von heute. Und mehr als das. In seiner Kritik am Sklavendasein ist es ein Angriff der dritten auf die erste Welt. Amoralisch und respektlos, anrührend und absolut zeitnah.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783406576911
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:319 Seiten
Verlag:C.H.Beck
Erscheinungsdatum:25.03.2015

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,1 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne58
  • 4 Sterne54
  • 3 Sterne27
  • 2 Sterne5
  • 1 Stern2
  • Sortieren:
    C
    canadianChocolatevor 4 Monaten
    Eintauchen in eine andere Welt

    Der Erzähler schildert sein Leben von seiner Kindheit in einem kleinen indischen Dorf bishin zu seinem Aufstieg zum Unternehmer in der Millionenstadt Bangalore. Was für ihn selbstverständlich scheint, kann auf den Leser verstörend wirken. Er lebt in einer Realität, die für uns kaum fassbar scheint. Die Kluft zwischen arm und reich, die hygienischen Umstände, die Unterwürfigkeit der Bediensteten und die Korruption - sein Alltag, unser Albtraum. Steigert dennoch meine Faszination für dieses riesige, vielfältige und sehr widersprüchliche Land.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Aravind Adiga | DER WEISSE TIGER

    INHALT: Balram Halwai, erfolgreicher Taxiunternehmer in Bangalore, sitzt in seinem Büro und schreibt in sieben Nächten seine Lebensgeschichte (unaufgefordert) per Mail an Wen Jiabao, den chinesischen Ministerpräsidenten, der sich für einen Staatsbesuch in Indien angekündigt hat. In diesen E-Mails steht, dass Halwai keineswegs schon immer seiner Kaste angehörte, sondern aus ärmlichen Verhältnissen stammte. Sein Vater, ein Rikschafahrer (der so ziemlich unehrenhafteste Beruf), und seine kranke Mutter waren so arm, dass sie sich gerade noch die fünfjährige Grundschulausbildung für ihren Sohn leisten konnten, nicht mal einen richtigen Namen hatte Balram zunächst. Als sich die weitverzweigte Familie erneut tief verschuldet, weil eine Cousine heiratet und eine Mitgift bezahlt werden muss, zieht Balram mit seinem Bruder nach Dhanbad und arbeitet in einem Teeladen.

    Mit ein bisschen Geld und Glück ergibt sich die Chance als Fahrer in Neudelhi zu arbeiten und es beginnt der Aufstieg für Balram. Er chauffiert den schnöseligen Dandy Mr. Ashok (aus einer Geldgeberfamilie mit engen Beziehungen zu Wirtschaft und Staatspolitik) und seine divenhafte Frau Pinky durch die brodelnde Stadt von Termin zu Termin, hält immer seine Ohren offen und lernt dabei, wie Indien im Kern funktioniert. Das bringt ihn auf einen Gedanken, der ihm etwas ungeheuerliches in Aussicht stellt, etwas, das in Indien eigentlich nicht möglich ist: Ein Wechsel von einer niederen in eine höhere Kaste.

    FORM: Aravind Adiga (*1974) legte 2008 mit DER WEISSE TIGER einen fulminantes Debüt hin, dem ein weltweiter Erfolg beschieden war und der jede Menge Preise einheimste, darunter auch den renommierten und hochdotierten Man Booker Prize – völlig zurecht. Mit großartigem Humor lässt er seinen Helden Balram durch dessen Leben schwafeln, verleiht ihm mit der Kindheit in der Finsternis Gewicht, ergänzt ihn mit bauernschlauer Selbstsicherheit und erschafft auf diese Weise eine schillernde Figur voller Fehler und Gegensätze, die mir persönlich noch lange in Erinnerung bleiben wird. Adiga hat auch ein gutes Händchen für Vergleiche und kann mit einfachen Bildern ganze Staatsapparate erklären. Hierzu sei besonders die E-Mail der fünften Nacht (ab Seite 173) zu nennen, in der Balram dem chinesischen Premier das indische Kastensystem am Modell eines Hühnerkäfigs auf einem Marktplatz erklärt. Allein dieses Kapitel lohnt schon die Lektüre.

    FAZIT: Wer Indien mal abseits der tanzenden Bollywood-Schönheiten in ihren bunten Saris, abseits der Holi-Feste und Goa-Parties kennenlernen möchte, dem sei dieser Roman wärmstens ans Herz gelegt. 5 Sterne!

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    Buchgespensts avatar
    Buchgespenstvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Nicht ganz mein Geschmack, aber gut geschrieben.
    Gesellschaftlicher Aufstieg

    Der „Weiße Tiger“ hat es geschafft: als armer Junge in einer typischen, indischen Großfamilie in den Slums geboren, nicht mal mit einem eigenen Namen versehen, schafft den unfassbaren Aufstieg zu einem Unternehmer. Doch wie konnte er das? In einem ungeschönten und unsentimentalen Bericht an den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao erzählt er. Mal schockierend, mal witzig und immer realistisch zeichnet er ein Bild von Indien, das zwischen schmutziger Wahrheit und magischem Flair schwankt.

    Ohne Frage großartig geschrieben und auf eine verstörende Art fesselnd. Meinen Geschmack hat es allerdings nicht ganz getroffen. Ich habe mir etwas Humorvolleres vorgestellt. Das Buch zeichnet ein erschütterndes Bild der indischen Gesellschaft: korrupt, von archaischen Traditionen am Boden gehalten und nur die Skrupellosen finden ihren Weg. Desillusionierend und einschüchternd. Trotzdem 4 Sterne, da es phantastisch geschrieben ist und eine tolle Geschichte erzählt!

    Kommentieren0
    7
    Teilen
    Semjon22s avatar
    Semjon22vor 2 Jahren
    Candide in Indien

    Das Buch war so gar nicht nach meinem Geschmack. Ich musste es nach der Hälfte abbrechen, da die Naivität des Protagonisten mich fast schon aggressiv machte. Ich wollte mich mal auf etwas Neues und habe mich durch die Preise, die das Buch erhalten hatte, zum Kauf verleiten lassen. Aber ich hätte es kommen sehen müssen. Ich bin schon bei den Antihelden wie Candide, der Taugenichts, Hans im Glück, dem Hundertjährigen oder Forrest Gump total abgeschreckt. Für manche Leser mag das Verhalten der Hautfigur nach Gerissenheit oder Bauernschlaue ausschauen. Ich kann das Verhalten und die Entwicklung nicht nachvollziehen. Aber das ist wie immer sicher Geschmacksache.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Alexfischers avatar
    Alexfischervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eine wunderbar wahre Geschichte über das Leben in Indien.
    Eine faszinierend realistische geschichte über das moderne Indien

    Balram – weißer Tiger, der Held dieser Geschichte, die in Indien spielt, gehört der Kaste der Zuckerbäcker an. Als er aufgrund der Mitgiftanforderungen für seine Cousine die Schule verlassen muss, scheinen seine Zukunftschancen wenig viel versprechend. Durch heimliches Belauschen der Gäste während seiner Arbeit in einem Teehaus, beginnt er trotzdem so einiges über das Leben zu erfahren. Und so schafft er es nach einiger Zeit als gehorsamer Chauffeur und Diener für Mr. Ashock und Mrs. Pinky eingestellt zu werden. Balram beginnt nun den Reichen und Mächtigen Indiens zu dienen und erduldet etliche Demütigung und Beschuldigungen. Bis er sich eines Tages dazu entschließt aus seiner Fremdbestimmtenwelt, auszubrechen und sich ein eigenes unabhängiges Leben aufzubauen.
    Dieser Ausbruch ist so brutal und extrem wie Indien selbst und beweist noch einmal wie wunderbar Adiga es schafft den Leser in diese Welt zu schleusen und ihm voller Zynismus die Wahrheit Indiens vor Augen zu führen.
    Wie der Held seiner Geschichte, die in Form eines Briefes an den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao geschrieben wird, bricht auch der Autor aus und erzählt eine faszinierend, wahre Geschichte, die alles andere als gewöhnlich ist. Über Indien, das Land zwischen Korruption und Klassenunterschieden, Herren und Dienern, Armut und Reichtum, der Verirrung zwischen Tradition und Moderne und dem kleinen Fünkchen Hoffnung, dass der Traum einer besseren Zukunft Wirklichkeit werden kann.
    Aravind Adiga gewann 2008 mit diesem Debütroman nicht nur als einer der ersten Indischen Autoren den Booker Prize, sondern fasziniert mit seiner realistischen Darstellung des modernen Indiens den Leser und jeden der schon einmal das wahre Indien erlebt hat.

    Kommentieren0
    10
    Teilen
    Tintenelfes avatar
    Tintenelfevor 5 Jahren
    Schonungslos, faszinierend und spannend.

    Als sich der chinesische Premierminister ankündigt, um die Erfolgsgeschichten indischer Unternehmer zu hören, beschließt Balram ihm einen Brief zu schreiben und von seinem Aufstieg vom Sohn eines Rikschafahrers in einem kleinen Dorf zu einem erfolgreichen Transportunternehmer zu berichten. In sieben Nächten verfasst er einen Brief, in dem er unsentimental und ungeschönt seine Lebensgeschichte erzählt.

    Beeindruckend schildert Aravind Adiga den krassen Gegensatz von Armut, Glaube und Tradition in den Dörfern und der modernen, verwestlichten Welt der   großen Städte. Dem demütigen, schicksalergebenen Leben der einfachen Bevölkerung und dem Konsumrausch und der Willkür der Reichen. Der allerorten vorhandenen Korruption und den in ihren Traditionen verhafteten einfachen Leuten. Balram findet seinen Weg, auch wenn er dabei über Leichen gehen muss. Seine Lehrherren sind dabei eben jene, deren Joch er entkommen will. Er setzt sich damit auseinander, warum die Dienenden Dienende bleiben und sich nicht zur Wehr setzen, um sich dann für einen eigenen, anderen Weg zu entscheiden.

    Dabei gelingt es dem Autor, dass man Balrams Handlungsweisen immer nachvollziehen kann, man ihn wegen seiner Bauernschläue geradezu bewundert und trotz allem noch immer Sympathie für den kleinen Verbrecher empfinden kann.

    Ein ehrliches Buch über das heutige Indien, verpackt in einen unterhaltsamen, humorvollen und intelligenten Roman.

    © Tintenelfe
    www.tintenhain.de

    Kommentieren0
    7
    Teilen
    Jetztkochtsies avatar
    Jetztkochtsievor 6 Jahren
    Rezension zu "Der weiße Tiger" von Aravind Adiga

    Ich glaube, hier war ich mal wieder das Opfer meiner großen Erwartungen. Dieses Buch wurde mir von all jenen angepriesen, denen ich in ihrem Lesegeschmack sonst blind vertraue. Somit habe ich ein Buch erwartet, daß so gut ist, daß es mich aus den Latschen haut, ein Knaller ein Kracher, ein Wahnsinnsbuch.
    Bekommen hab ich eine mäßig interessante Geschichte eines Taxifahrers, der zwar sicherlich die indische Gesellschaft kritisch beleuchtet, der mich aber mit seinen Ideen, Gedanken und Standpunkten einfach nicht abholen konnte. Klar, hier und da trifft der Autor schon meinen Humor und seine bissig witzigen Kommentare, die so viele Spielräume für Erschrecken, Entsetzen und Trauer bieten, sind sicherlich sprachlich gut und es ist vermutlich ein wirklich gesellschaftskritisches Buch, aber leider lese ich hauptsächlich zur Unterhaltung und wirklich unterhalten konnte Adiga mich nun mal weder mit den Wasserbüffelstorys noch mit dem Leben des "Munna"... leider.
    Bleibt ein Gefühl des Durchschnitts zurück, ganz ehrlich, hätte ich das Buch nicht gelesen, hätte mir jetzt auch nichts gefehlt...

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    ralluss avatar
    rallusvor 7 Jahren
    Rezension zu "Der weiße Tiger" von Aravind Adiga

    Ein Inder schreibt dem chinesischen Premier die Geschichte seines Lebens, wie er aus der Dunkelheit in das vermeintliche Licht wuchs und von einem Namenslosen zu einem Unternehmer.
    Er fühlt sich wie ein weißer Tiger, einzigartig, jemand der es geschafft hat und aus dem Käfig ausgebrochen ist.
    Aravind Adiga hat eine sehr lakonische Art zu schreiben, die Beschreibung des heutigen Indiens ist direkt und für europäische Verhältnisse schockierend.
    Die "Wandlung" seines Helden ist mir nicht immer nachvollziehbar, doch auch die indische Mentalität erschliesst sich meinem europäischen Geist nicht ganz, wie ich zugeben muss.
    Sicher ein wichtiges Buch, was mich aber nicht richtig mitgenommen hat, was mich ambivalent zurücklässt.

    Kommentieren0
    23
    Teilen
    lao0olas avatar
    lao0olavor 7 Jahren
    Kurzmeinung: Ein erfrischender Erzählstil, hat mich sehr beeindruckt. Eines meiner Lieblingsbücher
    Rezension zu "Der weiße Tiger" von Aravind Adiga

    Der weiße Tiger ist ein kleiner Junge aus Indien, der sich vom kleinen Jungen im Teehaus zum reichen Unternehmer mordet. Er beginnt seine Karriere als Fahrer eines zu Anfang menschlichen Herren, erkennt aber nach und nach das auch dieser sich nicht von den anderen Reichen und Rücksichtslosen in Indien unterscheidet.
    Der Junge, inzwischen erwachsen, beschreibt sein Leben und seinen Aufstieg in einem Brief an den Ministerpräsidenten und führt dem Leser das wahre Indien vor Augen.

    Kommentieren0
    9
    Teilen
    L
    lauranavor 8 Jahren
    Rezension zu "Der weiße Tiger" von Aravind Adiga

    das war echt fesselnd! in form eines briefes an das chinesische staatsoberhaupt gehaltene lebens/entwicklungsgeschichte eines mannes, der in indien aus ärmsten verhältnissen zum fahrer eines reichen mannes in neu delhi wird und sich schliesslich aus dem "hühnerkäfig" des dienenden befreit, um selber zum unternehmer aufzusteigen.
    war schon auf meiner wunschliste, als indien gastland der messer war- jetzt hab ichs endlich dank meiner lieblingsfreundin! :-)

    Kommentieren0
    8
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    Anna_Schmitzs avatar
    Anna_Schmitzvor 4 Monaten
    Einblicke in eine völlig fremde Kulturen - den "culture shock" im Buch erleben begeistert mich immer wieder
    Kommentieren

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks