Aravind Adiga Golden Boy

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Inhaltsangabe zu „Golden Boy“ von Aravind Adiga

Aravind Adigas dritter Roman erzählt von zwei jungen Brüdern auf der Suche nach sich selbst, vom Sport als Aufstiegschance und gnadenlosem Wettbewerb, von jungen Talenten und alten Talentsuchern, von Liebe und Ausbeutung, von Leidenschaft und Gewalt. Manjunath Kumar ist vierzehn. Er weiß, dass er ein guter Kricketspieler ist, vielleicht sogar so gut wie sein älterer Bruder Radha. Er weiß, warum er seinen dominanten und sportbesessenen Vater fürchtet, seinen brillanten Bruder bewundert und von der Welt amerikanischer Serien sowie interessanter wissenschaftlicher Fakten fasziniert ist. Aber es gibt vieles, das er noch nicht weiß - über sich selbst und die Welt um ihn herum …
Als er Radhas großen Rivalen kennenlernt, einen privilegierten Jungen voller Selbstvertrauen, beginnt sich für Manju alles auf den Kopf zu stellen und er muss Entscheidungen treffen, die seine Welt verändern. Suggestiv und sensibel, bissig und schwungvoll – ein neuer, eindrucksvoller Roman des indischen Bestsellerautors und Booker-Prize-Gewinners.

Für mich der bisher schwächste Adiga. Aus der Story hätte man mehr machen können...

— smayrhofer

Ein literisch gutes Werk, für alle die sich intensiver mit Indien und/oder Cricket.

— Nil

Schwierig zu lesen und recht langatmig, trotzdem lesenswert wegen der gesellschaftskritischen Untertöne!

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Identitätssuche, Leidenschaft und Zwang, Cricket und ein Blick hinter die Kulissen Indiens erlaubt dieses anspruchsvolle und grandiose Buch

— krimielse

Über fremde und eigene Träume, Manipulation, die indische Gesellschaft und/oder Familienkonflikte – vielleicht ZU viele Themen

— StefanieFreigericht

kurz vor Ende konnte es mich noch gerade so überzeugen, aber für mehr Sterne hat es dennoch nicht gereicht.

— Gwenliest

Leidenschaft, Hass und Zerrissenheit

— marpije

Indien von innen betrachtet. Ein Vater will seine Söhne über Cricket in ein besseres Leben führen.

— Waschbaerin

Ein Buch das mir sehr gut gefallen hat und einen kleinen Einblick in das Indien hinter der Glitzerwelt zeigt.

— Suhani

Ein unberechenbarer Roman über das Schicksal und die Entwicklung zweier Brüder inmitten der süßen Verlockung des schnellen Ruhms im Sport.

— louella2209

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  • Leserunde zu "Golden Boy" von Aravind Adiga

    Golden Boy

    aba

    "Bitte, bitte, hilf mir. O Gott des Crickets und der Chemie." Wusstet ihr, dass Cricket der Nationalsport Indiens ist? Nicht mal in Großbritannien, dem Mutterland dieses Sports, ist die Begeisterung für Cricket so groß wie in Indien.In seinem neuen Buch "Golden Boy" erzählt uns der indische Schriftsteller und Bestsellerautor Aravind Adiga die Geschichte von zwei Brüdern, die talentierte und leidenschaftliche Cricketspieler sind und die in jungen Jahren erfahren müssen, dass Sport und Wettbewerb auch eine negative Seite haben können.Schule, Familienalltag, hartes Training, kleine und große Träume, Aravind Adiga schildert das Leben der beiden Jungen und findet dabei die perfekte Mischung aus Wärme, Humor und Temperament, die dieses Buch zu etwas ganz Besonderem macht.Überzeugt? Dann dürft ihr diese Leserunde nicht verpassen!Zum InhaltManjunath Kumar ist vierzehn. Er weiß, dass er ein guter Kricketspieler ist, vielleicht sogar so gut wie sein älterer Bruder Radha. Er weiß, warum er seinen dominanten und sportbesessenen Vater fürchtet, seinen brillanten Bruder bewundert und von der Welt amerikanischer Serien sowie interessanter wissenschaftlicher Fakten fasziniert ist. Aber es gibt vieles, das er noch nicht weiß - über sich selbst und die Welt um ihn herum …Als er Radhas großen Rivalen kennenlernt, einen privilegierten Jungen voller Selbstvertrauen, beginnt sich für Manju alles auf den Kopf zu stellen und er muss Entscheidungen treffen, die seine Welt verändern. Suggestiv und sensibel, bissig und schwungvoll – ein neuer, eindrucksvoller Roman des indischen Bestsellerautors und Booker-Prize-Gewinners.Lust auf eine Leseprobe?Zum AutorAravind Adiga, geboren 1974 in Madras, wuchs zeitweise in Sydney, Australien, auf, studierte Englische Literatur an der Columbia University und am Magdalen College in Oxford. Er arbeitete als Korrespondent für die Zeitschrift Time und für die Financial Times. Er lebt in Mumbai, Indien. Sein erster Roman "Der weiße Tiger" gewann den Booker Prize und erschien in fast 40 Ländern.Rechtzeitig zum Erscheinungstermin verlosen wir zusammen mit C.H.Beck 25 Exemplare von "Golden Boy".Seid ihr neugierig geworden? Möchtet ihr wissen, welche Entscheidungen Manju treffen muss? Wenn ihr Lust auf eine Leserunde zu dieser herzbewegenden Geschichte habt und ihr euch darüber austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchtet, solltet ihr euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 21.09. bewerben und auf folgende Frage antworten:Manju und Radhas Leben dreht sich um Cricket, sogar ihr Vater denkt nur daran.Seid ihr auch große Sportfans? Trainiert ihr in jeder freien Minute? Welcher Sportart gilt eure Leidenschaft? Oder seid ihr eher der Meinung: Sport ist Mord?Erzählt uns darüber!Ich bin gespannt auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!* Bitte beachtet vor deiner Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

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    • 634
  • Bilder eines zerrissenen Landes

    Golden Boy

    Orisha

    13. November 2016 um 21:19

    Zwei Brüder aus den Slums von Mumbai und eine Leidenschaft: Cricket. Als beide Brüder von einem Scout entdeckt werden, finden sie einen Weg aus der Armut und beginnen ihrem Sport nachzueifern. Doch was als Bruderliebe und Liebe zum Sport begann, wird zur Rivalität zwischen den Brüdern, nicht nur um Cricket, um die besten Ergebnisse, um die Aufstellung für das Team, sondern auch um Anerkennung. Nebenher werden die Jungs zu Männern und Manju, der Jüngere, hat mit seinen eigenen inneren Dämonen zu kämpfen.Aravind Adiga entwirft in seinem Roman ein Bild des modernen Indien, welches seinen Platz in der großen weiten Welt sucht. Radha und Manju, die Brüder aus dem Slum, die scheinbar das große Los gezogen haben, dem Slum und der Armut entrinnen können, sind dabei nur Stellvertreter für das "moderne" Indien. Und obwohl sie das erreicht zu haben scheinen, wovon so viele träumen, ersticken sie an gesellschaftlichen und familiären Erwartungen. Das Manju, dabei noch mit seiner Bisexualität zu kämpfen hat, ist dabei nur ein weiterer Kieselstein, im Meer der Hindernisse mit denen sich beiden konfrontiert sehen. Gekonnt verbindet Adiga, Cricket und die gesellschaftlichen Probleme Indiens: vor allem den Zwiespalt zwischen Tradition und Moderne, den Geschlechterrollen sowie dem Umgang mit Homo- oder auch Bisexualität. Das liest sich nicht nur spannend, es lässt das Bild eines zerrissenen Landes auferstehen - wie es so viele gibt. Die vielfach kritisierte schwierige Lesbarkeit, konnte ich nicht sehen. Das Buch liest sich wunderbar und leicht. Und Radha und Manju sind großartig gezeichnete Charaktere, die ein spannendes und im Umbruch befindliches Indien zeigen.Fazit: Mein erster Adiga und sicher nicht mein letzter. Lesenswert!

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    • 2
  • Ein sehr indisches Buch

    Golden Boy

    Nil

    10. November 2016 um 20:38

    Das was mich an dem Buch abstößt, macht auch seine Anziehungskraft aus. Der Roman ist durch und durch Indisch ohne sich in Erklärungen, sei es über Cricket oder Kasten oder Mumbai, zu verlieren. Einerseits ist das sehr anziehend, weil es einem so deutlich vor Augen führt, dass die Welt trotz Globalisierung so mannigfaltig ist und das Leben in Indien sich nun mal extrem von unserem in Mitteleuropa unterscheidet. Andererseits, wenn man es selbst nicht erlebt hat oder sich zumindest nicht eingehend mit Indien befasst hat, dann sind viele Stellen und Passagen teilweise unverständlich.Der Roman ist eine Symbiose von verschieden Themenkomplexen, die Indien als recht rückschrittlich zeigen. Der Umgang mit verschiedenen sexuellen Gesinnungen, Religion und Bildung. Und all das verpackt in einer eigentlich simplen Geschichte um zwei Jungs, die die größten Schlagmänner in Indiens Cricket werden sollen laut ihrem Vater und damit Ruhm und Reichtum versprechen. Dann kommt ein dritter wohlhabender muslimischer Junge mit ins Bild.Das Werk ist gut geschrieben und ich habe auch einige Stellen sehr schön, fast philosophisch empfunden.Auch der Titel der deutschen Ausgabe mit Golden Boy ist gut gewählt, fast besser als das Original mit Selection Day (= Auswahltag).Der Roman war gut, aber es ist für mich nicht unter den Top 15 des Jahres 2016. Wer sich näher mit Indien und/oder Cricket beschäftigen will, hat hier das passende gefunden!

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  • Der Gott des Cricket

    Golden Boy

    Mrs. Dalloway

    07. November 2016 um 16:36

    In diesem Roman geht es um die Brüder Manju und Radha Kumar, beides leidenschaftliche und talentierte Cricketspieler. Doch Sport und Wettbewerbe können auch negative Seiten haben. Das müssen die beiden Jungen auch lernen... Mir hat das Buch sehr gut gefallen, wenngleich ich betonen möchte, dass es sicherlich Geschmackssache ist. Ich habe ein Faible für England, Indien und fremde Kulturen. Für Cricket eher weniger, dennoch konnte mich das Buch gut unterhalten. Ich habe schon öfter Bücher gelesen und Filme gesehen, die sich mit Menschen aus Südasien beschäftigen, ja habe mich damit sogar zum Teil wissenschaftlich auseinandergesetzt, als Teil meines Studiums. Vielleicht liegt es daran, dass ich so gut in die Geschichte finden konnte und die Geschichte von Manju und Radha so lesenswert empfand. Besonders gut gefallen haben mir die Stellen mit ihrem Vater, einem Chutney-Verkäufer. Es ist eine unglaubliche Mischung aus Skurrilität, bitterem Humor und etwas Drama, welche dieses Buch zu so etwas Besonderem macht. Und natürlich Sport! Man sollte ganz viel Zeit und Muße mitbringen, sich auf das Thema einlassen zu wollen, doch dann kann es zu einem schönen Leseerlebnis werden. Man sollte bloß keine Trivialliteratur erwarten. Ganz zum Schluss gibt es sogar ein Cricket-Glossar, das nicht nur informativ, sondern auch humorvoll ist. Aus diesem und vielen anderen Gründen gebe ich dem Buch 5 von 5 möglichen Sternen.

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  • Blick hinter die Kulissen

    Golden Boy

    krimielse

    Der Indische Journalist und Autor Aravind Adiga, der mit seinem Roman "Der weiße Tiger" den renommierten Man Booker Price 2008 gewann, hat in seinem neuesten Buch den Nationalsport Indiens - Cricket - thematisiert. Er verknüpft die Heilige Kuh Indiens mit dem gesellschaftskritischen Bild der Gegenwart dieses Landes, das keinesfalls zum schillernden Bollywood passen will. Mit satirischer, fast schelmenhafter Erzählart bowlt der Kosmopolit Adiga in schneller Abfolge literarische Bälle auf den Leser, die mich getroffen und betroffen gemacht haben, lachen ließen und mir großes Vergnügen bereiteten. Der Zugang zum Roman ist nicht leicht. Als Kontinentaleuropäer hatte ich vor der Lektüre keine Ahnung von Cricket. Und auch in Bezug auf die Gesellschaft im heutigen Indien, insbesondere über den Rummel um den Nationalsport - über die Talentscouts, Wettbetrüger, windigen Geschäftemacher, ehrgeizigen Familien, die ihren Jungen durch Cricket gesellschaftlichen Aufstieg verschaffen wollen, Cricket-Gottheiten und Cricket-Clubs und deren Gepflogenheiten, bin ich nicht gut informiert. Doch die Mühe beim Einstieg hat sich sehr gelohnt und ich konnte einen grandiosen Entwicklungsroman über die Jugend der beiden Brüder Manju und Radha verfolgen. Indien, so der Autor im Anhang, kennt eigentlich nur zwei Religionen: Kino und Cricket. Nach der Lektüre bin ich geneigt, das zu glauben. Es gibt geheime Verträge mit Göttern, Hindu-Gottheiten und deren Tempel, in denen für den Erfolg im Cricket gebetet und geopfert wird, fast an Gebete erinnernde Rituale zu Beginn des Auftritts eines Schlagmannes auf der Pitch (der rechteckige innere Bereich eines Cricket-Spielfeldes), Gelübte für die Keuschheit zur Unterdrückung niederer Instinkte als Garant für den Aufstieg als Cricket-Star. Der Mythos lockt Jungen zum Aufstieg aus indischen Slums in ein besseres Leben, aus Schulmannschaften werden Spieler für die Indische Nationalmannschaft dieses einstmaligen Sportes der Oberschicht gewählt. Young Lions werden zu Cricketlegenden, Jungen aus der Provinz und aus armen Stadtteilen von Mumbai sind die hungrigsten und ehrgeizigsten, werden von Familie und Nachbarn gefördert, gefeiert und verehrt. Aravind Adiga erzählt die Geschichte zweier Brüder aus Dahisar, einem Slum in Mumbai, die von ihrem ehrgeizigen und verrücktem Vater Mohan Kumar ohne Einhaltung irgendwelcher Schamgrenzen zu Cricket-Schlagmännern herangezüchtet werden und auf dem Weg nach oben sind. Auf dem älteren Radha liegen alle Hoffnungen und Wünsche des Vaters und er wird bevorzugt gefördert, der jüngere und talentiertere Manju lernt und trainiert gemeinsam mit seinem Bruder widerspruchslos, eisern und diszipliniert, so dass er selbst mit gebrochenem Daumen auf der Pitch bleibt und Bälle weiterschlägt, als sei nichts gewesen. Manju stellt alle Bedürfnisse und Wünsche hintenan und verleugnet seine Persönlichkeit für den Erfolg, als dieser in Form eines windigen Förderers und Ivestors an die Tür klopft. Die Verhandlungen über die Finanzierung und Unterstützung von Radha und Manju zwischen Vater, Talentscout und Investor erinnern an einen Viehmarkt. Manju bekommt seine Cricket-Laufbahn, aber zu einem hohen Preis. Er gibt seinen Traum vom Studium der Naturwissenschaften auf genau wie er seine homosexuelle Neigung komplett unterdrückt, um Erfolg im Cricket haben zu können. Und der ältere Bruder Radha bleibt auf der Strecke, weil er es nicht schafft, die an ihn gestellten Erwartungen zu erfüllen, auf die schiefe Bahn gerät und nicht wieder zurück finden kann. Die beiden Brüder Manju und Radha sind sehr aufmerksam gezeichnete und komplexe Charaktere, die eindrücklich durch die Nebenfiguren unterstrichen werden. Die wichtigste dabei ist Manjus Freund Javed. Er ist fast ein ins Gegenteil gekehrte Bild des jüngeren Bruders. Javed stammt aus reicher Familie, muss nichts beweisen, steht zu seiner Homosexualität und will auch Manju dazu bringen, sich seinen Neigungen und Wünschen zu stellen. Er setzt Manju in einer Gesellschaft, in der Homosexualität unter Strafe steht, damit gehörig unter Druck, dem dieser nicht standhält und in den Schoß des Cricket zurück kehrt. "Ich kenne eigentlich niemanden, der Cricket schätzt. Ich meine, Lunchpause! Spiele, bei denen Lunchpausen üblich sind, sollte man nicht als Sport bezeichnen." Cricket ist zwar das Feld, auf dem der Roman angesiedelt ist, doch es geht um weit mehr als um den Sport. Cricket selbst ist der Schauplatz der Doppelmoral der indischen Gesellschaft, gibt Platz für den Zwist zwischen Tradition und Moderne, für soziale und gesellschaftliche Verbandelungen und Brüche. Aravind Adiga räumt mit Bezug auf das beliebte Spiel auf und hat den Daumen der Kritik tief in der Wunde, zum Beispiel auf Seite 116: "...Wissen sie, wir sitzen auf einer Zeitbombe: Weil Mädchen im Mutterleib getötet werden, fehlen unserer Bevölkerung ungefähr zehn Millionen Frauen....... Ich prophezeie ihnen, dass junge indische Männer zunehmend geistesgestört werden, weil sie keine Frauen zum Heiraten finden, und nicht einmal welche, mit denen sie sich paaren können. ...Nur eines kann uns vor diesem geballten bösartigen Hindu-Testosteron schützen: Cricket......". Das Buch strotzt von teils sehr zynischen oder schelmischen Lebensweisheiten, die nebenbei und lapidar dargeboten werden, wie auf Seite 54: "Rache ist der Kapitalismus der Armen: die Art und Weise, wie sie die ursprüngliche Wunde bewahren, unmittelbare Genugtuung aufschieben, die erste Beleidigung mit neuen Beleidigungen mästen, Bosheit investieren und reinvestieren und auf den perfekten Augenblick warten, um zurückzuschlagen." Ich empfehle das Buch allen, die keine Angst vor anspruchsvollen Romanen haben und für konzentriertes Lesen belohnt werden möchten. Auch für Nicht-Sportbegeisterte entpuppt sich das Buch als ein genialer Schmöker, der eine verrückt-tragische Familiengeschichte ohne klassisches happy end gespickt mit viel Kritik an der Indischen Gesellschaft erzählt, ich vergebe fünf Sterne.

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    • 4
  • Kein einfacher Roman

    Golden Boy

    Larischen

    05. November 2016 um 16:34

    Radha und Manju sind Brüder und leben gemeinsam mit ihrem Vater in einem Slum von Mumbai. Um dem Slum zu entkommen hat der Vater große Pläne für seine Söhne: Sie sollen der beste und zweitbeste Schlagmann im Cricket werden. Cricket ist DER Nationalsport Indiens und würde der kleinen Familie zu einem vollkommen neuen Leben verhelfen. Daher richtet der Vater das gesamte Leben seiner beiden Söhne auf den Sport aus. Er überlässt nichts dem Zufall und hat klare Vorstellungen davon, wie Radha und Manju sich auf den großen Auswahltag jahrelang vorbereiten sollen. Doch meistens kommt es anders als man denkt. Die beiden Jungs halten sich natürlich nicht an die Pläne ihres Vaters und das Konkurrenzverhältnis zwischen den beiden tritt im Lauf der Zeit in den Vordergrund. Aravind Agida macht es dem Leser mit seinem Roman "Golden Boy" alles andere als leicht. Man wird direkt am Anfang mit vielen verschiedenen Personen konfrontiert und hat nicht die Möglichkeit erst mal in der Geschichte anzukommen. Auch Agidas Schreibstil habe ich als sehr gewöhnungsbedürftig und sperrig empfunden. Der bessert sich zwar im Laufe des Buches, aber einen Zugang zur Geschichte habe ich dennoch nicht gefunden. Die Personen blieben mir fremd und die Handlung könnte mich leider gar nicht mitnehmen. Ich könnte mir vorstellen, dass jemand der einen Bezug zu Indien und/oder Cricket hat, sich im Laufe der Erzählung besser hineinfindet. Ansonsten spielt Cricket keine besondere Rolle. Ich hatte vor dem Buch keine Ahnung von dem Spiel und nach der Lektüre habe ich das Spiel immer noch nicht verstanden. Es könnte also auch jede andere Sportart sein, die den Rettungsanker aus der Armut darstellt. Nach all dem, was ich bisher geschrieben habe, stellt sich natürlich die Frage, warum "Golden Boy" dennoch immerhin drei Sterne von mir bekommen hat. Obwohl der Schreibstil echt nicht der eingängigste war, hat er mich doch irgendwie beeindruckt. Agida schreibt sehr außergewöhnlich und manche Stellen waren auch wirklich beeindruckend. Zudem wurden im Verlauf der Geschichte auch immer wieder kurz gesellschaftskritische Themen angesprochen. Diese Passagen fand ich immer sehr interessant und bereichernd. Insgesamt muss ich sagen, dass ich mich schon etwas durch das Buch quälen musste, aber durchaus froh bin, es gelesen zu haben. Für Indien- und Cricketkenner ist die Geschichte bestimmt auch greifbarer und macht mehr Spaß.

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • ‚Weil mangelnde Disziplin alles zerstört, sogar einen geheimen Vertrag mit Gott.‘

    Golden Boy

    sabatayn76

    01. November 2016 um 22:14

    Inhalt: Radha Krishna und Manju wachsen bei ihrem Vater in einem Slum Mumbais auf. Beide zeigen ein großes Talent als Cricket-Spieler, so dass ihr Vater, der Chutney-Verkäufer Mohan Kumar, hoffen kann, dass er durch ihren Erfolg den Slum verlassen und zu Geld kommen kann. Aravind Adiga erzählt in seinem Roman ‚Golden Boy‘ von Erfolg und Misserfolg, von Konkurrenz und Leistungsdruck, vom Traum des Vaters und den unerfüllten Träumen der beiden Brüder. Mein Eindruck: Ich habe bereits drei Bücher von Aravind Adiga gelesen und war bislang begeistert von diesem Autor. Thematisch hat mich ‚Golden Boy‘ zwar kaum interessiert, aber da der Autor zu meinen Lieblingsschriftstellern gehört, war ich dennoch auf den Roman gespannt. Ich bin alles andere als eine Liebhaberin von Cricket, aber das muss man für die Lektüre des Buches auch nicht sein. Mich haben die Beschreibungen von Cricket-Spielen etc. nicht gestört, da sie meines Erachtens problemlos überflogen werden können, falls man sich für solche Details nicht interessiert. Der Einstieg ins Buch hat mir sehr gut gefallen, da man tiefe Einblicke in das Leben in Mumbai und die indische Gesellschaft erhält. Im weiteren Verlauf konnte mich der Roman jedoch kaum fesseln, und der Autor hat es einfach nicht mehr geschafft, mich neugierig zu machen - es hat mich schlichtweg nicht interessiert, wie die Geschichte ausgeht. Dennoch ist der Roman zu weiten Teilen überzeugend geschrieben: Man spürt den Druck, den der Vater auf seine beiden Söhne ausübt, den Konkurrenzkampf zwischen den beiden Brüdern, die verzweifelten Versuche, der Armut und dem Slum zu entfliehen.Mein Resümee: Nach drei großartigen Büchern von Aravind Adiga hat mich ‚Golden Boy‘ leider eher enttäuscht.

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  • Schwierig zu lesen und recht langatmig, trotzdem lesenswert wegen der Gesellschaftskritik

    Golden Boy

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. November 2016 um 16:40

    Dieser Roman erzählt die Geschichte der Brüder Radha und Manjunath Kumar, die in den Slums von Mumbai leben und ein Talent fürs Cricketspielen besitzen, welches der Vater der beiden zu Geld machen will. Dabei geht er nicht gerade zimperlich vor, er drillt, führt zweifelhafte Untersuchungen durch, bequatscht Mäzene, macht sich am Spielfeldrand zum Affen, spendet Unsummen für eine indische Gottheit, um deren Segen zu bekommen und hat immer eine ziemlich idiotische Lebensweisheit auf Lager. Währenddessen vermissen die Jungen ihre Mutter, die aus ihrem Leben verbannt wurde und ebenso ihre Kindheit, denn fürs Kindsein bleibt kaum noch Zeit. Der Traum vom großen Geld und der Karriere treibt auch die Brüder auseinander und lässt sie zu Rivalen werden... Der Erzählstil ist nicht einfach zu lesen. Es werden viele Begriffe eingeführt, die für Nichtkenner Indiens wie mich schwer zu verstehen waren. Dazu kommen eine Vielzahl von Figuren, die teilweise noch Spitznamen erhalten, die nicht erklärt werden. Es war vor allem am Anfang ein einziges Gewusel an Begriffen und Namen, was ich schwierig finde für einen Roman, den man im Laden ja vorne aufschlägt und maximal 10 Seiten liest. Dieser hier wäre bei mir dort schon durchgefallen, was schade gewesen wäre, weil der Stil sich im Laufe des Romans bessert, abrundet, griffiger wird. Für die Geschichte gilt dasselbe wie für den Erzählstil. Am Anfang habe ich wirklich nichts verstanden, was da genau erzählt wird, wer diese Leute sind, was das Ganze soll. Erst sehr spät, im Verlaufe des Buches, wird das deutlicher, zu spät für meinen Geschmack. Man hätte meiner Meinung nach locker Einiges zusammenkürzen können, ohne das etwas von der Geschichte verloren gegangen wäre, da sich viele Szenen doch sehr ähneln (besonders, wenn es ums Cricket geht) und das Ganze dadurch sehr langatmig zu lesen war. Was für mich ein großes Plus ist und zu den drei Sternen geführt hat: Neben der Lebensgeschichte der Jungen werden gesellschaftliche Themen angesprochen, wie z. B. die Rolle der indischen Frau, der Homosexuellen im indischen Strafrecht, die Diskrepanz von Aberglauben zu Fortschritts- und Kapitalismusgläubigkeit, die Ungleichheit der Bevölkerung, Geld und Macht, auch im Profisport. Das fand ich super gelungen. Leider waren diese Themen oftmals recht versteckt und teilweise von Nebenfiguren eingeführt oder in Untertönen zu erkennen, außer bei der Homosexualität, die war wirklich sehr gut thematisiert! Mein Fazit fällt daher sehr zwiegespalten aus: Dieser Roman ist auf jeden Fall eine Nummer für sich, durch seine Kantigkeit und dem schwierigen Erzählstil nicht leicht, aber trotzdem insgesamt interessant zu lesen.

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  • Golden Boy

    Golden Boy

    TeleTabi1

    01. November 2016 um 11:28

    Aravind Adigas neuer Roman „Golden Boy“ spielt in Mumbai, wo die beiden indischen Jungs Manju und Radha zusammen mit ihrem Vater Mohan in einem Slum leben. Doch Mohan hat große Pläne für ein besseres Leben, die seine beiden talentierten Söhne mit der Hilfe von Cricket verwirklichen sollen. Ehrgeizig angetrieben trainieren sie hart für den Erfolg und sind bald die größten Konkurrenten. Doch ist der Traum vom besten Cricketspieler auch ihr eigener? Und was, wenn plötzlich alles ganz anders kommt? Als Leser begleitet man in diesem Roman die Entwicklung der beiden heranwachsenden Jungen und erhält Einblicke in die Gesellschaft Indiens und die Hintergründe des alles beherrschenden Sports Cricket, der vor Talentsuchern, Trainern und Investoren nur so wimmelt, die alle ein Stück vom großen Glück abhaben wollen und deshalb wie besessen davon sind große Talente hervorzubringen. Für viele Menschen aus den indischen Slums scheint der Sport der einzige Ausweg aus der Armut zu sein, doch dieser Weg, von dem der Roman berichtet, ist sehr hart. Leider habe ich keinen richtigen Zugang zu der Geschichte, den Charakteren und der ganzen Kultur von „Golden Boy“ gefunden. Das lag unter anderem vor allem an den viel zu vielen und sehr komplizierten Namen von Personen, Orten, Religionen und so weiter. Und auch andere unbekannte Worte aus der indischen Kultur und dem Sport haben leider nicht gerade zu einem besseren Verständnis der Geschichte beigetragen und haben den Lesefluss erheblich gestört, da sie aller einer mühsamen Recherche bedurften. Ein angehängtes Glossar wäre zur Erklärung dieser Begriffe vielleicht nicht schlecht gewesen! Zudem enthält der Roman schnelle und unberechenbare Szenenwechsel, die oft unverständlich waren und nur zu großer Verwirrung geführt haben. Auch hatte ich häufig das Gefühl, dass quasi viel zwischen den Zeilen gelesen werden musste, dessen Bedeutung ich jedoch nicht verstanden habe. Das alles führte dazu, dass ich ständig das Gefühl hatte etwas übersehen zu haben und wichtige Informationen oder die Pointe nicht kapiert zu haben, die für den weiteren Verlauf der Geschichte jedoch von großer Bedeutung gewesen wären. Ich glaube, dass dieser Roman eigentlich sehr viel Gesellschaftskritik übt und durchaus gut sein könnte - doch, wenn man die indische Gesellschaft und alles was damit zu tun hat nicht kennt, versteht man eben leider auch deren Kritik nicht, was sehr schade ist! Insgesamt muss ich daher leider sagen, dass „Golden Boy“ ohne die nötigen Vorkenntnisse sehr schwer zu lesen ist, die Story unverständlich und das Vorankommen extrem mühsam. Oft musste ich mich regelrecht dazu zwingen das Buch weiterzulesen und dem Impuls widerstehen es einfach zur Seite zu legen. Daher ist das Buch absolut nichts für mich, was wirklich schade ist, denn ich hatte mich sehr auf den Roman gefreut und große Erwartungen an ihn geknüpft!

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  • ich bin zwiegespalten

    Golden Boy

    Gwenliest

    30. October 2016 um 23:37

    Der Roman dreht sich rund um die zwei jungen Manju und Radha, zwei Teenager die mit ihrem Vater in einem Slum von Mumbai aufwachsen. Der Vater hat große Pläne mit seinen Söhnen, sie sollen als bester und zweitbester Schlagmann berühmte Cricket Spieler werden und die Familie aus dem Elend rausholen. Dafür verlangt er ihnen viel ab! Cricket muss man wissen ist in Indien so etwas wie bei uns in Deutschland der Fußball und im selben Moment noch so viel mehr. Über drei Jahre begleitet der Leser die zwei Jungen auf ihren Weg bis zu ihrem großen Tag, dem Auswahltag, der darüber entscheidet ob sie für die Nationalmannschaft spielen dürfen. Es ist ein beschwerlicher Weg der Selbstfindung und Emanzipation, auf dem wir die zwei Protagonisten begleiten. Manju der Jüngere, dessen Aufgabe es ist hinter seinem großen Bruder in den Startlöchern zu stehen, interessiert sich für die Wissenschaft und möchte gerne in die Forensik gehen, zumindest wenn sie so ist wie seine Lieblingsserie CSI (in allen Variationen) es darstellt. Er ist gefangen zwischen den Grenzen, die ihm sein Vater auferlegt und seinen eigenen Zielen und Wünschen. Erst als er den Konkurrenten seines Bruders, einen Jungen aus einem wohlhabenden Elternhaus, kennenlernt erfährt sein Leben eine Wendung die nicht aufzuhalten ist, oder doch? Puh, es ist schwer… ich kann nicht sagen, dass ich das Buch gern gelesen habe, aber ich kann auch nicht sagen, dass ich es nicht mochte… es bewegt sich irgendwo dazwischen. Der Anfang des Romans Golden Boy war zäh und es hat einige Zeit gedauert, bis ich mit den Protagonisten und der Geschichte warmgeworden bin. Es mag an dem Schreibstil, an dem Schwerpunkt Sport, oder generell an den Protagonisten liegen, ich weiß es nicht. Sport… Cricket, der Autor entscheidet sich dafür obwohl sich alles um das Spiel zu drehen scheint wenig zu erklären, was mir zugute kam, denn mir war es schon zu viel des Sports, ich denke auch die Botschaft die der Autor dem Leser wirklich mitgeben möchte, funktioniert auch ohne große Kenntnisse der Spielregeln. Der Schreibstil ist etwas umfangreich, ausschweifend und nicht wirklich harmonisch, ich weiß nicht wie ich es anders erklären soll. Der Leser ist ständigen Perspektivenwechseln ausgesetzt und dennoch ist der Fluss nicht abwechselungsreich sondern zäh und schwer. Ich habe ziemlich gebraucht, aber als ich drin war hat es mir Spaß gemacht , leider erst im letzten viertel des Buches. Die Charaktere, es sind ja nicht viele, wurden sehr detailliert skizziert und empfand ich als konsequent, auch wenn ich mit keinem von ihnen wirklich warmgeworden bin. Mir haben Frauenfiguren gefehlt, ich denke die hätten auch noch eine andere Perspektive reingebracht! Was mich positiv überzeugt hat, war der Mut des Autors, der nicht in Indien aufgewachsen ist aber nun in Mumbai lebt, Themen anzusprechen, die in Indien sicherlich kritisch beäugt werden, wie zum Beispiel Homosexualität. Er lässt den Leser einen Blick auf die Gesellschaft werfen ohne zu werten oder anzuprangern. Der Anfang um die Jungens und den Drill des Vaters hat sich für mich streckenweise sehr gezogen und leider hat mich das Buch erst kurz vor dem Ende erreicht, davor war es um ehrlich zu sein harte Arbeit. Der weiße Tiger mit dem der Autor Aravind Adiga sehr erfolgreich war liegt noch hier auf dem Stapel aber ich muss ehrlich sagen die Lektüre des Golden Boy hat mich nicht dazu motiviert das Buch schneller zu lesen. Schade. Ich hatte hohe Erwartungen, die leider nur bedingt erfüllt wurden.

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  • Im Leben gibt es nichts umsonst - alles hat seinen Preis.

    Golden Boy

    Waschbaerin

    29. October 2016 um 12:15

    Falls ich dieses Buch in einer bestimmten Schublade ablegen müsste, würde ich es in der Kategorie Entwicklungsroman einordnen. Die Brüder Manjunath und Radha leben in Mumbai (Indien) in äußerst ärmlichen Verhältnissen. Schon sehr früh erkannte deren Vater, dass beide großes Talent für den Nationalsport Cricket haben. Das macht ihn auf der einen Seite stolz und zeigt ihm auf der anderen Seite eine Möglichkeit, wie sie den Slums entkommen können Anfangs ist es nicht einfach, in diesem Roman anzukommen. Das liegt einerseits an den vielen fremden Namen, die man mitunter nur schwer zuordnen kann, auf der anderen Seite an den Eigenarten dieser fremden Kultur. Doch das Lesen lohnt sich! Ich glaube, für jemanden der bereits einen Bezug zu Indien hat, geht das Eintauchen in das Leben, den Alltag der Protagonisten problemloser und schneller. Aber ist es nicht gerade das, was ein Buch soll - den Leser auf eine andere Kultur neugierig machen, das Interesse am Unbekannten wecken und den Wunsch befeuern, sich mit dieser anderen Kultur, dieser unbekannten Lebensform zu beschäftigen, damit man die Welt etwas besser versteht? Nach dem Lesen von "Golden Boy" ist man um viele Gedanken und Erkenntnisse reicher. Doch zurück zu dem Roman. Die Mutter verließ die Familie, als die Kinder noch klein waren und so ist der Vater Mohan Kumar, sowohl für die Erziehung der beiden Jungen, als auch für den Unterhalt seiner kleinen Familie alleine verantwortlich. Der einzige Weg den Slums von Mumbai zu entkommen, sieht er in der Förderung des Talentes seiner Söhne für den Nationalsport Cricket. Seine Methoden sind eigenartig, um nicht zu sagen, dass diese den Leser zum Teil abstoßen. Aber letztlich führt dieser Drill beide Jungen zum Erfolg im Sport. Sie werden von Tommy Sir, einem Talentsucher, für Cricket entdeckt. Der Autor schreibt in einer sehr schönen, an einigen Stellen fast blumigen Sprache. Doch es finden sich auch Passagen voller Lebensweisheiten. Z. B. Seite 54: "Rache ist der Kapitalismus der Armen: die Art und Weise, wie sie die ursprüngliche Wunde bewahren, unmittelbare Genugtuung aufschieben, die erste Beleidigung mit neuen Beleidigungen mästen, Bosheit investieren und reinvestieren und auf den perfekten Augenblick warten, um zurückzuschlagen." Allein schon über diesen Satz lohnt es sich, intensiv nachzudenken. Mohan Kumar, präsentiert seinen Söhnen voller Stolz einen Vertrag auf einer Serviette des MIG-Club geschrieben und sagt, (S. 54/55) "Worte haben Zauberkraft, merkt euch dies: Worte haben Zauberkraft". Doch im Leben gibt es nichts umsonst. Das Training bestimmt den Tagesablauf von Manjuhta und Radha. Javed, Manjus Freund prophezeit ihm, er werde zum Sklaven des Cricket und der Geldgeber, die seine Ausbildung bezahlen. Aber es ist nicht nur der Sport, von dem Manju verwirrt ist, sondern auch seine sexuelle Orientierung. Wer ist er? Schwulsein gehört in Indien zu dem Schlimmsten, was einem jungen Mann widerfahren kann und er ist sich nicht sicher, findet sich sein Platz in dieser ausgegrenzten Gruppe oder vielleicht doch nicht? Der Autor, Aravind Adiga, lässt auf S. 116 Mehta (dieser finanziert die Cricket-Ausbildung der Brüder, erhofft dabei für sich selbst das große Geld, sobald sich die sportlichen Erfolge einstellen) eine bemerkenswerte Aussage über Indien machen: "...Ach, Cricket. Ich sage immer, wir mussten die Engländer erst loswerden, um die Vorteile der englischen Zivilisation genießen zu können". Einige Zeilen weiter, ebenfalls auf S. 116 wird es richtig provokant, als Metha einem Amerikaner seine recht persönliche und sonderbare Version, weshalb Cricket von der Regierung Indiens per Gesetz vorgeschrieben wurde mitteilt: "...Wissen sie, wir sitzen auf einer Zeitbombe: Weil Mädchen im Mutterleib getötet werden, fehlen unserer Bevölkerung ungefähr zehn Millionen Frauen....... Ich prophezeie ihnen, dass junge indische Männer zunehmend geistesgestört werden, weil sie keine Frauen zum Heiraten finden, und nicht einmal welche, mit denen sie sich paaren können. ...Nur eines kann uns vor diesem geballten bösartigen Hindu-Testosteron schützen: Cricket......". Dies ist wohl eine der eigenwilligsten Interpretationen in Bezug auf die Beliebtheit dieses Sports, die man sich vorstellen kann. Wer sich erhoffte, einen Roman mit einem platten Happy end zu lesen, der wird enttäuscht sein. Liebe und Ausbeutung, Leidenschaft und Gewalt gehen Hand in Hand. Auch am Ende sind da sowohl Licht und Schatten zugleich. Mit dem Vater Mohan Kumar brechen beide Söhne. Doch dieser hat sein Ziel erreicht, seine beiden Jungen sind den Slums von Mumbai entronnen.

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  • Ein unberechenbarer Roman über das Schicksal zweier Brüder und der Verlockung des schnellen Ruhms

    Golden Boy

    louella2209

    27. October 2016 um 15:47

    In seinem dritten Roman „Golden Boy“ erzählt der indische Autor Aravind Adiga die Geschichte zweier Brüder ihre Erfüllung in einem Sport zu finden, dessen Macher und Talentsucher sie gnadenlos ausbeuten. Der Vater von Manju und Radha Kumar ist ein Despot und treibt seine Söhne durch fragwürdige Erziehungsmethoden, Drill und Spott zu Höchstleistungen an.In den Augen des Vaters ist sein ältester Sohn Radhu auf den Weg zum besten Schlagmann in der Geschichte des indischen Crickets zu werden. Doch seine Träume zerplatzen jäh und das Leben übernimmt seine eigene Regie und entzieht dem Vater den Einfluß in die Karriere seiner Söhne, die ihre Jugend für die Mittelmäßigkeit opfern. Cricket bedeutet für die Familie, dem bereits verbotenen, aber immer noch gängigen Kastensystem Indiens und der allgegenwärtigen Armut Mumbais zu entgehen. Das Talent wird gefördert ohne die Begeisterung zum Sport zu hinterfragen. Cricket steht hier als Beispiel für die Maschinerie des Profisports und die Ausbeutung junger Menschen. Man muss die Regeln dieses Sports nicht unbedingt verstehen, um der Handlung folgen zu können. Der geschichtliche Hintergrund und die lange Tradition des Crickets ist informativ und gut in die Handlung verwoben. Die Darstellung von Mumbai und der indischen Lebensart ist visuell prägnant umschrieben. Es beschleicht einen das Gefühl, Indien mit allen Sinnen wahrnehmen zu können. Dennoch wird der Leser nicht von der gängigen Armutsromantik weichgespült. Der Autor zeigt Indien`s wahres Gesicht, fernab vom Bild das Tourismus und Medien suggerieren. Anfangs empfindet man die sperrige Komposition von Aravind Adiga noch mühsam. Diesen Roman muss man sich zunächst erarbeiten. Die Emotionen lassen sich schwer aufnehmen und eine pessimistische Grundstimmung durchläuft die gesamte Handlung, die sicherlich der Zwanghaftig – und Perspektivlosigkeit des Vaters geschuldet ist. Die Mutter verließ früh die Familie, die Hintergründe hierzu werden angeschnitten, aber nicht vollends geklärt. Man spürt deutlich die fehlende Liebe und Wärme für die beiden Jungs. Bis zuletzt gelingt es Manju und Radha nicht, sich aus den Fesseln, die der Vater ihnen anlegt, zu befreien und ihrer auferlegten Bürde zu entkommen. Die Brüder stehen für die rechtlose Mehrheit Indiens, die sich nur mit Müh und Not über Wasser halten können. Die zwischenmenschlichen Konflikte und die unterschiedliche Entwicklung von Manju und Radha bilden das Kernstück dieses Romans. Die beiden Charaktere werden vom Autor mit viel Intensität bedacht und mit Fortlauf der Geschichte wächst auch das Verständnis für die jungen Männer. Sie entdecken ihren Körper, das andere Geschlecht, ihre eigene Sexualität und kämpfen ständig mit den abstrusen Regeln des Vaters, der diese Entwicklung ständig unterdrückt. Man begleitet sie auf der Suche nach sich selbst und hofft bis zuletzt, das sich ihre Träume erfüllen. 4 Sterne für diesen zwar schwermütigen, aber dennoch unterhaltsamen Roman. Eine Empfehlung für alle, die sich das „wahre“ Gesicht Indiens vor Augen führen möchten.

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  • „… der Sieg der Zivilisation über den Instinkt“ (S. 92)

    Golden Boy

    StefanieFreigericht

    25. October 2016 um 12:19

    Aravind Adiga hat in seinem dritten Roman „Golden Boy“ viel zu erzählen darüber, wie Menschen einander manipulieren und betrügen und damit letztlich auch sich selbst. Er schreibt über enttäuschte Träume und Hoffnungen. „Manju kannte den Blick: Erschöpfung, die daher rührt, dass man tagein, tagaus Leute treffen muss, die mehr von einem wollen, als man ihnen geben will.“ S. 202 Mohan Kumar hat große Träume und Hoffnungen: sein älterer Sohn Radha soll der beste Schlagmann beim Cricket werden, der jüngere Manju der zweitbeste. Alles wird diesen Plänen und dem Trainingsregime untergeordnet, keine Kohlenhydrate, kein Junkfood, eiserne Disziplin – und Kontrolle über jegliche pubertären Begehrlichkeiten. Manju ist wissenschaftlich interessiert – der Vater wirft selbst Experimente für die Schule weg. „Mit seinen vierzehneinhalb Jahren war Radha klar, dass die Regeln seines Vaters, die ihm die Welt ringsum gerahmt hatten, Gefängnisgitterstäbe waren.“ S. 38 Reine Ablehnung ist hier eine zu einfache Lösung: gerade für Jungen aus den Slums, gerade innerhalb der Zersplitterung des Vielvölkerstaats Indien mit seinen Religionen und Ethnien ist der sportliche Erfolg DIE Chance auf sozialen Aufstieg – und (über-)ehrgeizige Eltern gibt es leider überall. „Cricket ist der Sieg der Zivilisation über den Instinkt“ S. 92 Der indische Autor schreibt darüber – denn in diesem Umfeld leben seine Protagonisten, hieran machen sie diese Träume und Hoffnungen fest. Das „funktioniert“ auch für einen Leser außerhalb des Commonwealth, des „Einzugsgebietes“ für Cricket, wenngleich man natürlich wenig von den Regeln und Ritualen versteht – man kann einfach stattdessen an Fußball denken oder an American Football. In Deutschland kann man sagen, man sei beispielsweise von jemandem beruflich ins Abseits gestellt worden, einfach, weil die Fußball-Begrifflichkeit so omnipräsent ist – auch ohne die Regeln komplett nachvollziehen zu können. Die Betrügereien mit Fußballwetten finden ihr indisches Pendant. „Wir sind von uns selbst besessen, ohne an uns zu glauben – das ist genau die Definition der indischen Mittelschicht, die diesen Betrugssport eben deshalb so sehr liebt.“ S. 283 Für die begabten Brüder bietet der sportliche Erfolg eine Chance – dabei liegt die tragische Ironie durchaus auch darin, dass sie mit diesem Erfolg ihrem kontrollsüchtigen Vater entgehen können gerade INDEM sie dessen Erwartungen erfüllen. Und durch den Sport öffnen sich ihnen auch immer wieder Türen zu anderen Welten, anderen Möglichkeiten. So lernt Manju den moslemischen Cricketspieler Jarved kennen. Dieser widersetzt sich der wenn auch sanfteren Manipulation seines reichen Vaters und beendet dessen Cricketträume. „Aber was willst du denn machen, wenn du kein Cricket mehr spielst?“ fragt ihn Manju. Jarved: „Alles“ S. 198 Das sexuelle Erwachen von Manju verkompliziert die Situation, da er nicht den gesellschaftlichen Vorgaben entspricht. Nach einem etwas schwierigeren Start in die Handlung wegen der vielen Sportbeschreibungen (einfach weiterlesen) und fremden Begriffe aus Indien (meist Regionen, Sprachen, Gerichte – einfach gelegentlich nachschlagen) konnte ich mich einlesen, mir blieb aber ein Problem: Immer, wenn einer der Charaktere mich zu berühren anfing, wechselte der Autor die Perspektive. Ich hatte ein wenig das Gefühl, als wisse er selbst nicht so sehr, ob er nun die Geschichte von einem seiner Charaktere erzählen wollte – am ehesten die von Manju – oder über die indische Gegenwart oder über das Dilemma des Erfüllens von Träumen anderer, und als trete er deshalb immer wieder in eine gewisse Distanz zu seinen Figuren. Außerdem schildert der Autor eindrucksvoll bestimmte Sachverhalte oder Ereignisse, die er später auch auflöst oder zumindest Ansätze bietet (wie Manjus „Gedankenlesen“), während er bei anderen für mich völlig diffus bleibt, ohne dass es sich um ein stilistisches Mittel zu handeln scheint (Manju und die Taube). Insgesamt also für mich kein ungetrübter Genuss wegen zu vieler offener Fäden, wobei ich sprachlich durchaus angetan war. 3,6 Punkte....

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  • Golden Boy

    Golden Boy

    TheRavenking

    20. October 2016 um 22:34

    Da ich bereits Adigas mit dem Booker-Prize ausgezeichnetes Debüt „Der Weiße Tiger“ mit großem Vergnügen gelesen hatte, war ich gespannt auf Golden Boy. Vordergründig handelt es vom Sport Cricket, heutzutage bei uns als kauzige britische Spinnerei belächelt, aber in Indien mit großer Ernsthaftigkeit betrieben. Ich bin mir nicht sicher, dass ich alle Regeln des Sports verstanden habe. Es ist ein wenig wie Baseball, glaube ich, das heißt so etwas wie eine ursprüngliche Variante von Baseball. Da ich für diesen amerikanischen Nationalsport nie viel übrig hatte, fiel es mir auch recht schwer, Begeisterung für Cricket aufzubringen. Es gibt einen Schläger und einen Werfer. Alles dauert sehr lange, die Spiele ziehen sich Stunden oder gar Tage dahin. Früher wurde zwischendurch auch immer wieder Tee getrunken. Die Spieler stehen Ewigkeiten herum, kaum etwas passiert. Auf einen Außenstehenden wirkt das alles sehr statisch und unattraktiv. Aber, wie sagt man so schön: Andere Länder, andere Sitten. Es ist die Geschichte zweier Jungen, Manju und Radha, deren Schicksal vorgezeichnet scheint. Um der Armut zu entfliehen, will ihr Vater sie zu Stars des Cricket-Sports drillen. Dieser Vater ist ein weinerlicher Egozentriker und gleichzeitig rücksichtsloser Tyrann, der eine fast schon pathologische Besessenheit für den Sport hegt. Seine Söhne müssen unbedingt Cricket-Profis werden. Und nicht nur das, er legt sogar fest, wer von ihnen der Beste und wer der Zweitbeste zu sein hat. Skrupellos sabotiert er ihre Schulprojekte, um sie davon abzuhalten, andere Interessen zu verfolgen. All dies wäre natürlich sinnlos, wenn die Jugendlichen keine Affinität für Cricket hätten, aber tatsächlich werden sie schon bald mit den größten und berühmtesten Stars der Branche verglichen und ein kometenhafter Aufstieg scheint auf sie zu warten. Es geht aber auch um die sozialen Verhältnisse in Indien, einem Land, wo der Kontrast zwischen arm und reich so groß ist, wie kaum irgendwo auf der Welt. Es ist ein ständiger Kampf, aus den niedrigen Verhältnissen in den Slums auszubrechen, sich nach oben zu kämpfen und auch dort zu bleiben. Die Menschen dort haben auch heute längst nicht die Freiheiten, an die wir in der westlichen Welt gewohnt sind. Aravind Adiga erzählt seine Geschichte auf ungewöhnliche Weise. Immer wieder springt er zwischen den verschiedenen Figuren hin und her. Schauplätze und Blickwinkel wechseln ständig, dabei ist es nicht immer einfach, dem zentralen Handlungsstrang zu folgen, zumal man als Leser Manju und Radha doch irgendwie aus der Ferne beobachtet, als Teile eines gigantischen Kaleidoskops, eines lauten, chaotischen Gewusels, in dem zahlreiche Individuen ihre eigenen Absichten und Ziele verfolgen. Golden Boy ist zwar längst nicht so boshaft satirisch wie „Der Weiße Tiger“, doch unter der scheinbar versöhnlichen Oberfläche zeichnet sich ab, dass in diesem Land doch einiges im Argen ist: „Was einen an Anand Mehta wirklich total fertig machte, war nicht, dass er in Amerika mit einer Negerin liiert gewesen war oder dass er seine Verachtung für die Gesellschaftsschicht, aus der er kam, so lautstark kundtat und im Yacht-Club zu viel trank und dann erklärte, er könne sämtliche Probleme Mumbais „mit einer Guillotine“ innerhalb von fünf Minuten lösen – nichts von alledem beunruhigte Angehörige seiner Gesellschaftsschicht so sehr wie das schreckliche, aber wahre Gerücht, Mehta habe einer Schule für Slumkinder in Cuff Parade zehn oder fünfzehn Lakh Rupien gespendet. Eine Spende! Für eine Schule im Slum! Hätte er Anstand besessen, hätte er dem Malabar Hill Lions Club fünfhundert Rupien gegeben, aber nein – eine Spende! Für Slumkinder!“ Ein interessantes Buch, aber für mich wollte der Funke nie so recht hinüberspringen. Ich hätte mir mehr Nähe zu den Protagonisten gewünscht, und eine traditionellere Erzählweise hätte mir besser zugesagt. Trotzdem bin ich froh, den Roman gelesen zu haben.

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