Arezu Weitholz

 3,8 Sterne bei 82 Bewertungen
Autor von Wenn die Nacht am stillsten ist, Beinahe Alaska und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Arezu Weitholz

Arezu Weitholz wurde 1968 in Niedersachsen geboren und lebt heute in Berlin. Sie arbeitet als Journalistin, Illustratorin und als Textdichterin u.a. für Herbert Grönemeyer, Die Toten Hosen, Udo Lindenberg, 2raumwohnung und Madsen. Zuletzt erschien von ihr Ein Fisch wird kommen (Kunstmann 2013).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Arezu Weitholz

Cover des Buches Wenn die Nacht am stillsten ist (ISBN: 9783888977756)

Wenn die Nacht am stillsten ist

 (64)
Erschienen am 05.09.2012
Cover des Buches Beinahe Alaska (ISBN: 9783866486409)

Beinahe Alaska

 (9)
Erschienen am 15.09.2020
Cover des Buches Mein lieber Fisch (ISBN: 9783423141109)

Mein lieber Fisch

 (5)
Erschienen am 01.06.2012
Cover des Buches Ein Fisch wird kommen (ISBN: 9783888978661)

Ein Fisch wird kommen

 (2)
Erschienen am 19.06.2013
Cover des Buches Der Fisch ist ein Gedicht (ISBN: 9783956141997)

Der Fisch ist ein Gedicht

 (1)
Erschienen am 12.07.2017
Cover des Buches Merry Fishmas (ISBN: 9783423141697)

Merry Fishmas

 (1)
Erschienen am 01.11.2012
Cover des Buches Mein lieber Fisch (ISBN: 9783837114102)

Mein lieber Fisch

 (0)
Erschienen am 13.08.2012

Neue Rezensionen zu Arezu Weitholz

Cover des Buches Beinahe Alaska (ISBN: 9783866486409)Lese_Liesels avatar

Rezension zu "Beinahe Alaska" von Arezu Weitholz

„Ich fühlte mich wie Alfred Wegener Urkontinent – als wäre ich zerbrochen und meine Teile drifteten nun langsam , aber unwiderruflich auseinander“
Lese_Lieselvor 20 Tagen


Auf einer Expeditionskreuzfahrt auf der MS Svalbard durch die arktischen Gewässer zwischen Grönland und Neufundland macht sich die 45-jährige Protagonistin Gedanken über das Reisen, den Klimawandel, das Leben in all seinen Abgründen und die Macken und Schicksale ihrer Mitreisenden.

Weitholzs Schreibstil ist glasklar und pointiert, voll poetischer Naturbeschreibungen und mitunter recht bissigen Kommentare über nervige Influencerinnen und Möchtegernnaturliebhaber. Mit kritischem Blick schildert sie die Auswirkungen des Klimawandels in dieser nördlichen Wildnis und traurige Zustände in Siedlungen der indigenen Bevölkerung. 

„Diese Felsen waren schon uralt gewesen, als die Evolution begann, sich zu überlegen, überhaupt Evolution zu sein. Und jede Woche sahen diese Steine nun ein neues Kreuzfahrtschiff, so wie unseres, das mit wohlhabenden Rentnern und schuftenden Filipinos im Bauch hier entlangtuckerte.“

Bruchstückhaft gewährt sie auch Einblick in die Gedanken und Gefühle ihrer Protagonistin, ohne jedoch näher auf deren Vergangenheit einzugehen. Nüchtern, offen und berührend erzählt sie vom Alleinsein, von Kinderlosigkeit und dem Abschiednehmen von den alten Eltern. 

„Wenn man jemanden pflegte, sass man im Zug des Lebens mit dem Rücken zur Fahrtrichtung. Man sah nicht nach vorn, man schaute in die Welt des Abschieds, der Krankheit. Man sah Windelsorten. Dekubitus-Matratzen. Wundverbände. Rollatoren. Krankenhausparkplätze. Wartezimmerstühle.“

Ein melancholisch-schöner Reisebericht über eine fragile, leider bereits aus dem Gleichgewicht geratene Welt. Über anmassenden Konsum-Tourismus und auch über die menschlichen Abgründe, die sich in der arktischen Weite auftun können, wenn man es zulässt.


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Cover des Buches Beinahe Alaska (ISBN: 9783866486409)Lia48s avatar

Rezension zu "Beinahe Alaska" von Arezu Weitholz

Einzigartigen Naturbeschreibungen & tiefgründige Zeilen - ein tolles Leseerlebnis!
Lia48vor 4 Monaten

„Er sagte, wenn das Gletschereis schmolz, entstanden Rinnen, in die das Regenwasser lief. Wenn das fror, war es hohem Druck ausgesetzt. Je älter das Eis wurde, umso höher der Druck, und deswegen reflektierte es türkis. Wir Menschen waren auch so. Wenn wir weich wurden, ließen wir Erinnerungen in uns rein. Je älter wir wurden, umso länger waren sie hohem Druck ausgesetzt.“

INHALT:
Für ihre Verlegerin soll sie Bilder aus der Arktis mitbringen, die die Stimmung einfangen.
Sie hatte sich vorbereitet, sich belesen, warme Kleidung und ein neues Objektiv für ihre Kamera gekauft.
Während Bekannte von ihr in Berlin gegen den Klimawandel protestieren, begibt sie sich auf die 15.000€- teure Reise. Nach dem Flug nach Grönland soll es von dort mit dem Schiff bis nach Alaska gehen. Zweieinhalb Wochen wird sie mit einem kleinen Passagierschiff die Gegend erkunden.

„In letzter Zeit fühlte ich mich immer öfter wie Wegeners Urkontinent - als wäre ich zerbrochen und meine Teile drifteten nun langsam, aber unwiderruflich voneinander weg.“
Sie ist Fotografin, Mitte vierzig. Die Eltern, ihre große Liebe sowie Verwandte sind ihr „abhandengekommen.“ „Mein Kind ist mir nie geschehen.“ „Da unten war keiner mehr.“

An Bord lernt sie andere Mitreisende kennen. Rentner, Schriftsteller, Influencer.
An Land auch manche Einheimische.

Auf ihrer Reise hat sie stets die Natur um sich, das Meer, den Wind, die Kälte und sich selbst.
„Es war ein gänzlich blindes Weiß. Einsamkeit, dachte ich, vielleicht sah so die Einsamkeit aus.“

MEINUNG:
Durch die wenigen Seiten, auf denen gar nicht all zu viel geschieht, ist dies ein Buch, über das man nicht viel erzählen kann. Denn man muss es lesen!
Die Zeilen im Buch strahlen so viel Einsamkeit, Melancholie und Ruhe aus. Die Landschaften, das weite Meer, das Eis und auch die Kälte werden wunderbar transportiert. Die Autorin hat dies alles so atmosphärisch beschrieben, dass man dies bildlich vor Augen hat. Wie gerne hätte ich dabei die Naturschauspiele selbst vor Ort gesehen! Die Schilderungen darüber wirkten auf mich äußerst authentisch, sodass ich vermute, dass sich die Autorin zuvor auch selbst auf eine Schiffsreise in in diese Gegend begeben hat. Eine schöne Vorstellung.
Für mich war dies ein Buch, das ich nicht auf einmal verschlingen konnte und auch nicht wollte. Immer wieder habe ich darin ein Stück weitergelesen. Mich ein weiteres Stück mit dem Schiff auf der Reise fortbewegt. Denn dazu lädt es ein. Es ist ein ruhiges Buch, das einen beim Lesen ein Stück weit erdet.

Über die Protagonistin erfährt man nicht viel, immer wieder nur Bruchstücke. So auch über die Mitreisenden. Aber ich habe es gar nicht als nachteilig empfunden. Schließlich lässt dies Raum für Fantasie und eigene Gedanken.
Besonders beeindruckt hat mich die sprachliche Gestaltung im Buch. Es waren so viele wunderschöne und zum Teil tiefgründige Sätze dabei, dass ich kaum hinterhergekommen bin, mir sie herauszuschreiben. Dadurch erfährt man auch ein bisschen von den Gedanken und dem Innenleben der Protagonistin.
Großartig fand ich zudem den leicht sarkastischen Unterton, welcher immer wieder an die Oberfläche schwappt und die Ich-Erzählerin sehr sympathisch wirken lässt. Obwohl sie wenig von sich preisgibt, habe ich so leicht einen Zugang zu ihr finden können.

Nebenbei wurden immer wieder auch interessante Sachinformationen eingestreut, z. B. dass Bäume 10 Grad benötigen, um einen Wald auszubilden. Oder dass sterbende Inuit sich früher auf einer Eisscholle aussetzen ließen, um die Gemeinschaft nicht zu belasten. „Ihre Seele trieb ins Land des Glücklichseins.“ Eine für mich unglaubliche interessante aber auch traurige Vorstellung...

Auch wenn mir gegen Ende leider etwas die Puste beim Lesen ausging, würde ich das Buch jederzeit wieder zur Hand nehmen. So atmosphärisch, mit einzigartigen Naturbeschreibungen und mit so vielen wunderschönen, tiefgründigen Zeilen – für mich ein tolles Leseerlebnis! Daher möchte ich euch das Buch gerne ans Herz legen, wenn ihr euch auf eine ruhige, nachdenkliche und melancholische Reise begeben wollt. 4,5/5 Sterne!

Kommentare: 1
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Cover des Buches Beinahe Alaska (ISBN: 9783866486409)Ritjas avatar

Rezension zu "Beinahe Alaska" von Arezu Weitholz

Klare Leseempfehlung!
Ritjavor 6 Monaten

Es gibt Bücher, die ziehen mich direkt an und in sich rein. Dieses Buch gehört dazu. Die Autorin hat einen unheimlich schönen Schreibstil, der mich ganz schnell eingehüllt hat. In dieser Hülle bin ich dann mit ihr beinahe nach Alaska gereist. Zu Beginn der Geschichte überwog noch die humorvolle-ironische Beschreibung der Situation und der Charaktere. Je weiter jedoch die Geschichte voranschritt, desto melancholischer wurde die Autorin. 

Die Beschreibungen der Mitreisenden, deren Ansichten und Anspruchshaltung waren so realistisch, dass man sich schon fast ein wenig über sie (innerlich) aufregen konnte. Ich bin kein Freund von Schiffsfahrten und großen Kreuzern noch viel weniger. Die Autorin hat meine Bedenken, meine Vorurteile gegenüber diesen Reisen unbewusst bestätigt. Aber auch die Augen für die Natur im hohen Norden geöffnet und Lust gemacht mehr darüber zu lesen.

Die Autorin hat das Buch mit ein paar wenigen sehr schönen Bildern illustriert. Davon hätte ich mir etwas mehr gewünscht, da sie die Arbeit an den Illustrationen auch immer wieder im Buch erwähnt hatte. Vielleicht beim nächsten Buch?

Ganz klar eine Leseempfehlung (auch für Fans von Kreuzfahrtreisen).

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Gespräche aus der Community

Mit "Wenn die Nacht am stillsten ist" ist im September der poetische und radikal erzählte erste Roman der deutschen Autorin Arezu Weitholz im Kunstmann Verlag erschienen. Gekonnt und tiefgründig schreibt sie nicht nur eine Generationsgeschichte, sondern auch über die Liebe und den Sinn des Lebens.

Mehr zum Inhalt:
Es ist dieser Moment, den Anna wahrnimmt, um Ludwig, mit dem sie seit acht Monaten zusammen ist, ohne dass jemand davon weiß, zu sagen, was sie ihm nie gesagt hat. Von den Brüchen in ihrem Leben hat sie nicht gesprochen, nicht von dem Selbstmord des Vaters, nicht von der depressiven Mutter im Altersheim, nicht von Südafrika, wo sie lange gelebt hat, den Drogen, den Partys, der Gewalt, dem Schmerz. Das alles passte nicht in Ludwigs Welt, die sich um Macht und Erfolg, um den richtigen Style und die angesagte Musik drehte und aus der alles ausgeblendet wurde, was den schönen Schein der Oberfläche stört. Aber jetzt ist auch in Ludwigs System etwas aus dem Ruder gelaufen und er, der Überflieger, Redakteur für besondere Aufgaben bei einem Hamburger Gesellschaftsmagazin, der immer eine Antwort hat, der einsam, verschroben, fleißig und elitär ist, hat Schlaftabletten genommen, vielleicht eine Überdosis, Anna weiß es nicht. Sie sitzt wie Scheherazade an seinem Bett und erzählt. Hört er es?

--> Leseprobe zum Buch

Wenn ihr diesen außergewöhnlichen Roman gern lesen und entdecken möchtet, habt ihr jetzt hier die Gelegenheit das zusammen mit anderen Lesern zu tun. Wir suchen gemeinsam mit dem Kunstmann Verlag 25 Testleser für den Roman "Wenn die Nacht am stillsten ist" von Arezu Weitholz. Ihr könnt euch für eines der Leseexemplare bewerben, wenn ihr euch später am Austausch hier in den Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezenion schreibt.

Beantwortet dazu einfach folgende Frage bis einschließlich 30. September 2012:

Wieso möchtet ihr bei dieser Leserunde gern mitmachen und was interessiert euch besonders am Buch? Was erwartet ihr euch?

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