Arezu Weitholz

 3.7 Sterne bei 73 Bewertungen
Autor von Wenn die Nacht am stillsten ist, Mein lieber Fisch und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Arezu Weitholz

Wenn die Nacht am stillsten ist

Wenn die Nacht am stillsten ist

 (64)
Erschienen am 05.09.2012
Mein lieber Fisch

Mein lieber Fisch

 (5)
Erschienen am 01.06.2012
Ein Fisch wird kommen

Ein Fisch wird kommen

 (1)
Erschienen am 19.06.2013
Der Fisch ist ein Gedicht

Der Fisch ist ein Gedicht

 (1)
Erschienen am 12.07.2017
Merry Fishmas

Merry Fishmas

 (1)
Erschienen am 01.11.2012
Mein lieber Fisch

Mein lieber Fisch

 (0)
Erschienen am 13.08.2012

Neue Rezensionen zu Arezu Weitholz

Neu

Rezension zu "Der Fisch ist ein Gedicht" von Arezu Weitholz

Heiter-nachdenkliches Gesamtkunstwerk
Thomas_Lawallvor 2 Tagen

Fischgedichte? Niemals! Genauer gesagt, der Rezensent wäre wohl nie auf die Idee gekommen, sich um ein Buch mit genannter Thematik zu bemühen. Da das Leben aber voller Überraschungen ist, kommt es oft anders, als man denkt. Dem "Packfehler" eines Praktikanten (ja klar, dass die wieder herhalten müssen!) hat er nun ein völlig unerwartetes Vergnügen zu verdanken. Ein Buch mit einer farblich ähnlichen Covergestaltung erreichte ihn deshalb erst in der nächsten Sendung, weshalb er etwas Zeit hatte, sich dem vermeintlich seltsamen Titel mit vorsichtigem Respekt anzunähern.

Schon auf der ersten Seite war klar, dass es sich bei dem vorliegenden Werk um einen Volltreffer handelt. Ein Fingerzeig des Herrn ebnete umgehend den Weg, wobei nebenbei klar wurde, dass auch zeichnerisch einiges geboten sein würde. Gleich auf der nächsten Seite führt uns Arezu Weitholz vor, wie sie sich die textliche Ausrichtung vorstellt. Höchst lyrisch zu Beginn, glänzt "An den Bodensee" mit einer recht bodenständigen Pointe. Aha, das kann ja heiter werden ...

Es ist nahezu unglaublich, was die Autorin, die u.a. auch mit den Herren Grönemeyer und Lindenberg zusammenarbeitet, aus dem gegebenen Thema herausziehen kann. So ganz nebenbei wird die Allgemeinbildung aufgestockt, indem man etwas von diversen Fischsorten erfährt, die einem bis dato völlig unbekannt waren, denn nicht jeder hat schon einmal etwas von einer Groppe, Elritze, von einem Degenfisch, Schnäpel, Gurami oder gar einem gestreiften Schnepfenmesserfisch gehört. 

In der Hauptsache geht es aber um Verse über jene Bewohner in Flüssen, Seen und Meeren, die einem nach Lektüre dieses vergnüglichen Werkes um eine ganze Ecke sympathischer geworden sind. Herrlich auch die Wortspielereien, die in Verbindung mit den kongenialen Zeichnungen der Autorin entweder zu ganz neuen Ansichten führen können oder schlicht zu einem herzlichen Lachen anregen.

Man denkt unweigerlich an den großen Heinz Erhardt, der in gewisser Weise vielleicht eine Art Vorbild oder Anregung gewesen sein könnte. So glaubt jedenfalls der Rezensent und vermutet gar eine gut getarnte Hommage in "Der Tod des Kabeljaus". Kenner denken sofort an Erhardts "Der Kabeljau", was mit dem genannten Gedicht aber nichts zu tun hat. Vielmehr lässt Arezu Weitholz ihr Gedicht mit dem gleichen Wort enden, wie es Erhardt in seinem legendären "Die Made" im vorletzten Vers tat.

Doch auch nachdenklich-philosophisches gibt es zu finden und zwar nicht nur, was den "Philosofisch im Winter" betrifft. Nein, auch die Flunder kann Geschichten erzählen. Niemand weiß besser als sie, was passiert, wenn man zu viele Fragen stellt:

"Wer lässt mich vom Sande träumen?
Wieso bin ich nur so matt?"

Ein Rochen führt aus, dass in Wahrheit Wasser wie der Himmel ist. Dumm sind sie ja sowieso nicht, die Fische. Sogar die Musik von Pink Floyd kennen sie! Arezu Weitholz sei bedankt für dieses heiter-nachdenkliche Gesamtkunstwerk, und der Verlag für die liebenswerte Panne, ohne welche ich nie in den Genuss gekommen wäre!

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Rezension zu "Ein Fisch wird kommen" von Arezu Weitholz

Abwechslungsreiche Sammlung kleiner Fisch-Lyrik
4Mephistophelesvor einem Jahr

Dieses schmale in Leinen eingebundene Bändchen liegt schon schön in der Hand und überzeugt durch die hochwertigen etwas dickeren Seiten. Ich hatte mich schon darin verliebt, als ich es nur in der Hand hielt.

Innen drin finden sich viele schöne fantasievolle Gedichte, vermeintliche Sachtexte und detailverliebte Zeichnungen rund um abstruse fiktive Begebenheiten unter dem Meer. Hierbei regt besonders der Wortwitz der Verfasserin immer wieder zum Lachen an.

Ich kann das Buch besonders als Geschenk empfehlen, auch für Menschen die schon alles haben :).


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Rezension zu "Wenn die Nacht am stillsten ist" von Arezu Weitholz

Wenn die Nacht am stillsten ist
daydreaminvor 3 Jahren


Geschrieben im August 2012:
Zuerst muss ich sagen, dass mich der Schreibstil absolut beeindruckt und verzaubert hat. Arezu Weitholz beschreibt die eigentlich sehr alltäglichen Situationen unfassbar schön. Naja, nicht direkt schön, eher wahrheitsgemäß und ungeschönt, aber trotzdem liest sich das Buch einfach nur wunderbar.

„Warst du jemals auf einem Rave, ich meine nicht in der VIP-Lounge, wo deine Freunde mit den richtigen Turnschuhen stehen. Ich meine ein Fest, bei dem man irgendwann morgens um vier merkt, dass man die ganze Zeit im Matsch getanzt hat. Dass man seit Stunden nicht mehr auf die Uhr geguckt hat. Dass man aussieht wie jemand, der vergessen hat, wie er aussieht.“

Aufgebaut ist der Roman relativ einfach: Zuerst sitzt man mit Anna an Ludwigs Bett und hört Anna zu. Man weiß nicht warum Ludwig die Tabletten genommen hat und vor allem nicht wie viele und das hat mich wahnsinnig gemacht, weil ich sofort den Notarzt gerufen hätte. Anne setzt sich einfach hin und erzählt und das war für mich gleichermaßen problematisch wie auch interessant.

Nach ca. 50 Seiten bricht die Nacht dann ab und „Der Tag zuvor“ fängt an. Man begleitet Anna durch ihren Tag und erfährt in Rückblenden, wie sie Ludwig kennen gelernt hat und was mit ihren Eltern passiert ist, zumindest so grob. Im Klappentext heißt es ihr Vater beging Selbstmord. Im Buch selbst habe ich trotzdem nicht erfahren warum. Im Klappentext werden Afrika, Drogen und Partys erwähnt, doch eigentlich weiß ich jetzt bloß, dass Anna mal in Afrika gewohnt und Party gemacht und dabei Drogen genommen hat. Die einzige, über die man mehr erfährt, ist Annas Mutter, die im Altenheim sitzt. Ansonsten hab ich durch den Klappentext ein ganz anderes Buch erwartet, als ich letztendlich gelesen habe.

Am Anfang habe ich erwartet viel von Annas und Ludwigs Einzelschicksalen zu erfahren, doch im Nachhinein weiß ich nur wenig von den beiden. Das Buch ist für mich persönlich eine Gesellschaftskritik, die von der Oberflächlichkeit und Kaltblütigkeit im Beruf erzählt (wofür Ludwig steht), von den Schattenseiten des Altenheims und was aus dem Gedanken in Würde altern zu wollen geworden ist (dafür steht Annas Mutter) und von etwas verlorenen Seelen mit eigenem Kopf, die sich nicht leicht in die Gesellschaft einordnen wollen (represäntiert durch Anna selbst).

Die Charakter sind alle ziemlich schön beschrieben, doch trotzdem habe ich im Nachhinein nicht das Gefühl sie zu kennen. Ludwig zum Beispiel wird nur als Klischee eines arbeitenden und arroganten Journalisten beschrieben, doch da er im Buch gar nicht wirklich zu Worte kommt und es nur selten Momente in Annas Rückblenden gibt, in denen man hinter seine Fassade schauen kann, würde ich nicht sagen dass Ludwig tatsächlich dem Klischee entspricht. Auch Anna hinterlässt so ihre Rätsel. In den ersten Seiten hatte ich auf jeden Fall das Gefühl, dass sie sehr eigen ist und ich konnte ihre Entscheidung nicht den Arzt zu rufen nicht nachvollziehen. Wenn man sie dann durch einen mehr oder weniger normalen Tag begleitet erscheint Anna auch mehr oder weniger normal und handelt wie eine durchschnittliche Frau, die gerade eine kleine Lebenskrise dank Mann, Job und Mutter im Altenheim hat. Auch hier kann ich nicht sagen, ob ich Anna mag oder nicht, denn hinter ihr steckt vermutlich noch so viel mehr als der Leser erfährt.

Der einzige Charakter, über den ich mich immer so richtig freuen konnte, war Hannes. Er ist Annas bester Freund und über ihn erfährt man gerade so viel, wie nötig ist. Er reißt immer den ein oder anderen Witz, hat einen guten Rat und ist immer für Anna da.

Fazit

Das Buch ist definitiv anders, als ich es erwartet hatte. Das ist nichts schlechtes, eigentlich find ich diese ungeschönte Beschreibung der Gesellschaft und der Leute absolut super. Die Texte sind so wahr, dass sie eigentlich jeder lesen und sich zu Herzen nehmen sollte. Nach dem Klappentext hatte ich nur etwas vollkommen anderes erwartet und ich find es schade, dass man über so viele Themen nichts erfährt: Den Selbstmord des Vaters, wie Anna nach Afrika und an ihre Jobs dort kam, ob Ludwig überlebt. Bei den Charaktern wurde ich irgendwie angefüttert, aber die Hauptspeise ist dann ausgeblieben. Die Wahrheit hinter Anna und Ludwig hätte ich irgendwie noch gerne erfahren. Deswegen gibt es von mir 3 Sterne.

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Gespräche aus der Community

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Mit "Wenn die Nacht am stillsten ist" ist im September der poetische und radikal erzählte erste Roman der deutschen Autorin Arezu Weitholz im Kunstmann Verlag erschienen. Gekonnt und tiefgründig schreibt sie nicht nur eine Generationsgeschichte, sondern auch über die Liebe und den Sinn des Lebens.

Mehr zum Inhalt:
Es ist dieser Moment, den Anna wahrnimmt, um Ludwig, mit dem sie seit acht Monaten zusammen ist, ohne dass jemand davon weiß, zu sagen, was sie ihm nie gesagt hat. Von den Brüchen in ihrem Leben hat sie nicht gesprochen, nicht von dem Selbstmord des Vaters, nicht von der depressiven Mutter im Altersheim, nicht von Südafrika, wo sie lange gelebt hat, den Drogen, den Partys, der Gewalt, dem Schmerz. Das alles passte nicht in Ludwigs Welt, die sich um Macht und Erfolg, um den richtigen Style und die angesagte Musik drehte und aus der alles ausgeblendet wurde, was den schönen Schein der Oberfläche stört. Aber jetzt ist auch in Ludwigs System etwas aus dem Ruder gelaufen und er, der Überflieger, Redakteur für besondere Aufgaben bei einem Hamburger Gesellschaftsmagazin, der immer eine Antwort hat, der einsam, verschroben, fleißig und elitär ist, hat Schlaftabletten genommen, vielleicht eine Überdosis, Anna weiß es nicht. Sie sitzt wie Scheherazade an seinem Bett und erzählt. Hört er es?

--> Leseprobe zum Buch

Wenn ihr diesen außergewöhnlichen Roman gern lesen und entdecken möchtet, habt ihr jetzt hier die Gelegenheit das zusammen mit anderen Lesern zu tun. Wir suchen gemeinsam mit dem Kunstmann Verlag 25 Testleser für den Roman "Wenn die Nacht am stillsten ist" von Arezu Weitholz. Ihr könnt euch für eines der Leseexemplare bewerben, wenn ihr euch später am Austausch hier in den Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezenion schreibt.

Beantwortet dazu einfach folgende Frage bis einschließlich 30. September 2012:

Wieso möchtet ihr bei dieser Leserunde gern mitmachen und was interessiert euch besonders am Buch? Was erwartet ihr euch?

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