Arezu Weitholz Wenn die Nacht am stillsten ist

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Inhaltsangabe zu „Wenn die Nacht am stillsten ist“ von Arezu Weitholz

Text(Klappentext o.ä.) Deutsch Es ist dieser Moment, den Anna wahrnimmt, um Ludwig, mit dem sie seit acht Monaten zusammen ist, ohne dass jemand davon weiß, zu sagen, was sie ihm nie gesagt hat. Von den Brüchen in ihrem Leben hat sie nicht gesprochen, nicht von dem Selbstmord des Vaters, nicht von der depressiven Mutter im Altersheim, nicht von Südafrika, wo sie lange gelebt hat, den Drogen, den Partys, der Gewalt, dem Schmerz. Das alles passte nicht in Ludwigs Welt, die sich um Macht und Erfolg, um den richtigen Style und die angesagte Musik drehte und aus der alles ausgeblendet wurde, was den schönen Schein der Oberfläche stört. Aber jetzt ist auch in Ludwigs System etwas aus dem Ruder gelaufen und er, der Überflieger, Redakteur für besondere Aufgaben bei einem Hamburger Gesellschaftsmagazin, der immer eine Antwort hat, der einsam, verschroben, fleißig und elitär ist, hat Schlaftabletten genommen, vielleicht eine Überdosis, Anna weiß es nicht. Sie sitzt wie Scheherazade an seinem Bett und erzählt. Hört er es?

Eine Gesellschaftskritik.

— daydreamin
daydreamin

Entweder fehlt mir der Gleichmut oder der Spiegel an bewustseinserweiternden Drogen - für mich sind das zu viele offene Enden

— Nebu
Nebu

Ich liebe die Melancholie dieses Buches - es hat mich in seinen Bann geschlagen.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Arezu Weitholz hat eine wunderbare Art zu schreiben. Ich liebe die Ausdrucksweise ihrer Charaktere und Dante habe ich direkt ins Herz geschlossen :) Bin unglaublich gespannt, was mich auf den letzten Seiten noch erwartet.

— Nicki81
Nicki81

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  • Wenn die Nacht am stillsten ist

    Wenn die Nacht am stillsten ist
    daydreamin

    daydreamin

    23. April 2016 um 18:35

    Geschrieben im August 2012:Zuerst muss ich sagen, dass mich der Schreibstil absolut beeindruckt und verzaubert hat. Arezu Weitholz beschreibt die eigentlich sehr alltäglichen Situationen unfassbar schön. Naja, nicht direkt schön, eher wahrheitsgemäß und ungeschönt, aber trotzdem liest sich das Buch einfach nur wunderbar. „Warst du jemals auf einem Rave, ich meine nicht in der VIP-Lounge, wo deine Freunde mit den richtigen Turnschuhen stehen. Ich meine ein Fest, bei dem man irgendwann morgens um vier merkt, dass man die ganze Zeit im Matsch getanzt hat. Dass man seit Stunden nicht mehr auf die Uhr geguckt hat. Dass man aussieht wie jemand, der vergessen hat, wie er aussieht.“Aufgebaut ist der Roman relativ einfach: Zuerst sitzt man mit Anna an Ludwigs Bett und hört Anna zu. Man weiß nicht warum Ludwig die Tabletten genommen hat und vor allem nicht wie viele und das hat mich wahnsinnig gemacht, weil ich sofort den Notarzt gerufen hätte. Anne setzt sich einfach hin und erzählt und das war für mich gleichermaßen problematisch wie auch interessant.Nach ca. 50 Seiten bricht die Nacht dann ab und „Der Tag zuvor“ fängt an. Man begleitet Anna durch ihren Tag und erfährt in Rückblenden, wie sie Ludwig kennen gelernt hat und was mit ihren Eltern passiert ist, zumindest so grob. Im Klappentext heißt es ihr Vater beging Selbstmord. Im Buch selbst habe ich trotzdem nicht erfahren warum. Im Klappentext werden Afrika, Drogen und Partys erwähnt, doch eigentlich weiß ich jetzt bloß, dass Anna mal in Afrika gewohnt und Party gemacht und dabei Drogen genommen hat. Die einzige, über die man mehr erfährt, ist Annas Mutter, die im Altenheim sitzt. Ansonsten hab ich durch den Klappentext ein ganz anderes Buch erwartet, als ich letztendlich gelesen habe.Am Anfang habe ich erwartet viel von Annas und Ludwigs Einzelschicksalen zu erfahren, doch im Nachhinein weiß ich nur wenig von den beiden. Das Buch ist für mich persönlich eine Gesellschaftskritik, die von der Oberflächlichkeit und Kaltblütigkeit im Beruf erzählt (wofür Ludwig steht), von den Schattenseiten des Altenheims und was aus dem Gedanken in Würde altern zu wollen geworden ist (dafür steht Annas Mutter) und von etwas verlorenen Seelen mit eigenem Kopf, die sich nicht leicht in die Gesellschaft einordnen wollen (represäntiert durch Anna selbst).Die Charakter sind alle ziemlich schön beschrieben, doch trotzdem habe ich im Nachhinein nicht das Gefühl sie zu kennen. Ludwig zum Beispiel wird nur als Klischee eines arbeitenden und arroganten Journalisten beschrieben, doch da er im Buch gar nicht wirklich zu Worte kommt und es nur selten Momente in Annas Rückblenden gibt, in denen man hinter seine Fassade schauen kann, würde ich nicht sagen dass Ludwig tatsächlich dem Klischee entspricht. Auch Anna hinterlässt so ihre Rätsel. In den ersten Seiten hatte ich auf jeden Fall das Gefühl, dass sie sehr eigen ist und ich konnte ihre Entscheidung nicht den Arzt zu rufen nicht nachvollziehen. Wenn man sie dann durch einen mehr oder weniger normalen Tag begleitet erscheint Anna auch mehr oder weniger normal und handelt wie eine durchschnittliche Frau, die gerade eine kleine Lebenskrise dank Mann, Job und Mutter im Altenheim hat. Auch hier kann ich nicht sagen, ob ich Anna mag oder nicht, denn hinter ihr steckt vermutlich noch so viel mehr als der Leser erfährt.Der einzige Charakter, über den ich mich immer so richtig freuen konnte, war Hannes. Er ist Annas bester Freund und über ihn erfährt man gerade so viel, wie nötig ist. Er reißt immer den ein oder anderen Witz, hat einen guten Rat und ist immer für Anna da. Fazit Das Buch ist definitiv anders, als ich es erwartet hatte. Das ist nichts schlechtes, eigentlich find ich diese ungeschönte Beschreibung der Gesellschaft und der Leute absolut super. Die Texte sind so wahr, dass sie eigentlich jeder lesen und sich zu Herzen nehmen sollte. Nach dem Klappentext hatte ich nur etwas vollkommen anderes erwartet und ich find es schade, dass man über so viele Themen nichts erfährt: Den Selbstmord des Vaters, wie Anna nach Afrika und an ihre Jobs dort kam, ob Ludwig überlebt. Bei den Charaktern wurde ich irgendwie angefüttert, aber die Hauptspeise ist dann ausgeblieben. Die Wahrheit hinter Anna und Ludwig hätte ich irgendwie noch gerne erfahren. Deswegen gibt es von mir 3 Sterne.

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  • Wenn die Nacht am stillsten ist

    Wenn die Nacht am stillsten ist
    Claudia-Marina

    Claudia-Marina

    08. January 2016 um 19:48

    Hörst du mich? Ich sitze an deinem Bett, die ganze Nacht, und rede mit dir, und ich weiß nicht, ob es noch bei dir ankommt. Ludwig, was hast du getan? Acht Monate waren Anna und Ludwig ein Paar, bis beide feststellen, dass sie nicht zusammenpassen, dass ihre beiden Welten nicht kompatibel sind. Anna ist geprägt vom Schmerz ihrer Kindheit, dem Selbstmord des Vaters, die Sorge um die pflegebedürftige Mutter im Altersheim, den Erinnerungen an ihre Zeit in Südafrika. Sie schleppt so viel mit sich rum, dass für eine Beziehung eigentlich kein Platz mehr ist. Sie sucht einen Platz, an dem sie all das abladen kann, doch in Ludwigs heiler Welt, in der sich alles nur um die richtige Karriere und den richtigen Style dreht, die richtigen Freunde und den schönen Schein, ist dafür kein Platz. Bis auch bei Ludwig etwas aus dem Ruder läuft. Er nimmt Schlaftabletten. Und endlich findet Anna Platz für ihren Schmerz. Ludwig liegt verletzlich wie nie neben ihr und sie erzählt. Wo sie ihn im ersten Teil des Romans noch persönlich anspricht, jedes Detail des Zimmers aufsaugt und weitergibt, entfernt sich Anna im zweiten Teil immer mehr von Ludwig, aber auch von sich selbst. Ein neutraler Erzähler spricht über Anna und ihr Leben, ihre Besuche im Altersheim. Wo mir Anna zu Beginn noch so nah ist, entfernt sie sich immer weiter von mir. Ihre Beichte wird zu einem bloßen Lebensbericht, dem die Intensität fehlt. Weiterlesen

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  • Ein Buch, das nachklingt

    Wenn die Nacht am stillsten ist
    MissStrawberry

    MissStrawberry

    21. February 2015 um 17:10

    Dieses Buch ist nicht wirklich leichte Kost. Es fordert, aber es fördert auch. Zentrale Themen sind Liebe und Selbstmord. Anna sitzt am Bett von Ludwig, der nach einer Überdosis Tabletten im Koma liegt. Warum hat er das getan? Sie redet wie Scheherazade auf ihn ein - erzählt ihm all das, was sie in den acht Monaten ihrer Beziehung, die nach Ludwigs Wunsch geheimgehalten werden musste, nicht erzählen durfte. Im zweiten Teil erfahren wir mehr von Anna und auch von Ludwig, es ist eine Zeitreise zurück in die Zeit vor diesem Vorfall. Und wir merken: Anna ist ein wunderbarer Mensch, der so viel zu erzählen hätte, wenn sie doch nur könnte. Ihre Sorgen und Ängste kann sie niemandem anvertrauen. Dabei würde gerade Ludwig so viel gewinnen, würde sie erzählen und er zuhören. Schnell merkt man, Ludwig hat ein total übersteigertes Selbstwertgefühl, wohingegen Anna absolut komplexbeladen ist und stark unter Minderwertigkeitsgefühlen leidet. Schon daher passten die beiden nie wirklich zusammen. Ludwig will Anna "stylen", sie innerlich und äußerlich formen. Dabei ist Anna nahezu perfekt, Ludwig selbst jedoch könnte eine "Überarbeitung" in jeder Hinsicht sehr gut brauchen. Annas bester Freund Hannes wäre ein perfekter Partner für sie, denn er versteht sie, er kennt sie, er weiß, wie er sie aufmuntert und er kennt ihre Reaktionen. Doch Liebe ist nicht logisch. Und Anna bringt es auf den Punkt: Am Ende geht es um den Moment. Arezu Weitholz zeichnet Anna und die anderen Protagonisten so klar, dass man vergisst, dass es Romanfiguren sind. Gerade Anna möchte ich sehr gerne kennenlernen – wäre sie denn eine reale Person. Mich hat das Buch sehr berührt, auch wenn es Stellen gab, die ich nicht nachvollziehen konnte und auch Stellen, die mich lachen ließen. Ich habe es an einem Stück gelesen - weil der Stil sehr flüssig ist (trotz all der Passagen, die schwer zu verdauen sind und den Endloskapiteln) und ich einfach wissen wollte: wieso, weshab, warum, wie, wo, wann .....? Die Story klingt noch nach und ich vermute, das wird sie auch noch eine lange Zeit tun.

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  • Am Ende geht es um den Moment

    Wenn die Nacht am stillsten ist
    dicketilla

    dicketilla

    02. March 2014 um 13:43

    Sie trägt das mittelgraue Anthrazit, was ihm so an ihr gefällt, sie sitzt an seinem Bett und erzählt ihm ihr Leben. Ludwig, der Sohn aus gutem Hause, ein über den Dingen stehender Typ, hatte sich nie groß für ihr Leben interessiert. Er hatte einen Namen, eine Position und arbeitete bei einem Hamburger Gesellschaftsmagazin. Jetzt lag er da, im Koma gefangen, etwas lief aus dem Ruder, dem konnte er sich nicht stellen, Tabletten war sein Ausweg. War es eine Kurzschlussreaktion ? Er lag da wie ein Mann im Schlaflabor, und sie fragt sich ob er sie hörte. Sie, Anna, war wie ein verloren gegangenes Paket das durch die Welt irrte, nach Antworten suchte, die es doch nicht gab, immer süchtig nach Risiken. Hatte jahrelang als DJ in Südafrika Platten aufgelegt, in New York Musiker getroffen, Drogen probiert, Gewalt kennen gelernt. Acht Monate hatte sie eine Beziehung mit Ludwig, keiner in der Redaktion wusste davon. Dann sagte er es sei aus, und sie fühlte sich wie eine fallen gelassene heimliche Geliebte. Ein ungleiches Paar, eigentlich nicht füreinander bestimmt, und doch gab es da diesen Moment, der ihr Herz klopfen ließ. Anna die sich von Ludwig unterdrücken , verändern lässt, sich am Ende dennoch treu bleibt. Sich um die kranke Mutter kümmert ,die in einer Seniorenresidenz lebt, und ihr Leben lang unter Depressionen litt. Der Selbstmord des Vaters immer ihr Leben begleitete. Es nie eine wirkliche Familie, Heimat für sie gab, und sich bei Ludwig angekommen fühlte. “ Mit Ludwig war das Leben wie ein Tape- voll mit großartigen Liedern, aber sanfte Übergänge gab es nicht.” (S.53) Ich mochte Anna, die so viel Wildheit in sich trägt, auf das Leben zugeht, und in Hannes einen tollen Freund hatte, den ich ihr eher an ihrer Seite gewünscht hätte. Ludwig war mir zu selbstgerecht, oberflächlich. Anna hätte ihm soviel voraus, nur schien er es in seiner Welt nicht zu erkennen. Geschrieben in zwei Teilen. Zu Beginn Anna an Ludwigs Bett, und im zweiten Teil des Buches wird der Tag davor beschrieben. Eine Geschichte über die Oberflächlichkeit einer Konsum orientierten Generation, aber auch über die Liebe. Was für eine Geschichte, was für ein Erzählstil, ein wunderbares Buch. Arezu Weitholz in Niedersachsen geboren, lebt in Berlin, und arbeitet als Journalistin, Illustratorin und Textdichterin u.a. Für Herbert Grönemeyer, Die Toten Hosen, Udo Lindenberg, 2raumwohnung und Madsen.

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  • Abrechnung

    Wenn die Nacht am stillsten ist
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    12. November 2013 um 13:31

    Eine junge Frau sitzt am Bett ihre Freundes, welcher eine Menge Schlaftabletten genommen hat. Sie ruft aber keinen Notarzt, sondern erzählt ihm ihre Geschichte, ihre Gedanken. Diese Gedanken sind nicht positiv, nein sie macht ihrem Freund viele Vorwürfe. An diesem Tag hatte sich Ludwig von ihr getrennt, ohne Angabe von Gründen, einfach so. Verhält sich ein Mensch so wie Anna? Was stimmte nicht am Verhältnis der beiden, dass sie ihm dieses nicht erzählen konnte, bevor er die Tabletten eingeworfen hatte? Wenn man dann weiterliest, erfährt man sehr viel mehr über das Verhältnis der beiden. Anna stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Der Vater beging Selbstmord, die Mutter lebt in einem Pflegeheim. Anna war überall in der Welt unterwegs. Um sich selbst zu finden? Um ihrem Umfeld zu entfliehen? Jetzt arbeitet sie bei einer Zeitung. Die Kollegen leben in einer anderen Welt. Es herrscht eine seltsame Atmosphäre unter diesen Kollegen. Alle sind nur von Konsum und Aussehen geprägt und sind absolut oberflächlich. Heraus ragt Ludwig, der sein Anderssein ganz besonders pflegt.  Man hat den Eindruck, dass alle nur bei ihm in einem guten Licht stehen wollen. Ludwig stammt aus besserem Hause, hat dort aber offensichtlich keine Wärme erhalten. Er ist sehr ordentlich, wahnhaft ordentlich. Obwohl er sich sehr gestört verhält, verliebt sich Anna in ihn. Sie versucht es, ihm alles recht zu machen, auch wenn er sie beleidigt. Dabei will er eigentlich keine Beziehung, dafür ist er zu egozentrisch. Ludwig bestimmt die Themen über die gesprochen werden darf, bestimmt die Meinung, die Anna haben darf. Anna nimmt ihm zuliebe ab. Sie verleugnet ihre Persönlichkeit. Es darf auch keiner wissen, dass die beiden sich regelmäßig treffen. Wer ist schuld, dass diese Beziehung, die eigentlich gar keine Beziehung ist, so abläuft? Ludwig, weil er so ist wie er ist? Oder Anna, weil sie sich selbst verleugnet. Das Buch ist gewiss keine leichte Kost, nichts was man mal so zur Unterhaltung runterliest. Und doch konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Es ist spannend mitzuerleben, wie Anna in diese Situation gekommen, dass sie so einfach neben dem sterbenden Ludwig sitzen kann und ihm alles erzählt, was sie acht Monate lang nicht aussprechen durfte. Es geht um Kälte in der Gesellschaft, Konkurrenz im Arbeitsleben, Lebensinhalt und Liebe.

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  • Entlarvend und sprachschön

    Wenn die Nacht am stillsten ist
    Mirka

    Mirka

    01. April 2013 um 22:23

    Ludwig ist eine dieser Personen, die man ikonisiert - dadurch, wie er sich ausdrückt, wie er sich von anderen abzugrenzen versucht, ja, auch dadurch, wie er auf andere herabzusehen scheint. Ludwig will ikonisiert werden. Er will, dass man ihn wahrnimmt, über ihn nachgrübelt, seine Tiefgründigkeit bewundert, seine Intelligenz und seine augenscheinliche Zugehörigkeit zu irgendeiner Elite, die sich niemand so genau zu definieren traut. Ludwig will dabei sein, bestimmen, das Ruder in der Hand haben - ein Gewinner sein. Verlierer widern ihn an. Elend ebenso. Auf 224 erzählt Arezu Weitholz die Geschichte von Ludwig und Anna, ohne die Geschichte von Ludwig und Anna zu erzählen. Das Buch lebt von Auslassungen, von Unerklärlichem und Momentaufnahmen. Im ersten Teil sitzt Anna an Ludwigs Bett, Anna, die sich selbst nicht als Gewinnerin sieht oder sehen kann. Zumindest wird sie in Ludwigs Augen niemals zu den Gewinnern gehören können: In ihrem Leben haben sich zu viele unsaubere Brüche ereignet. Die kranke Mutter, der tote Vater, die vielen großen und kleinen Fluchten vor sich selbst. All das hat sie nie mit Ludwig teilen wollen oder vielleicht besser: Können. Erst als er da vor ihr liegt, irgendwo zwischen Leben und Tod, kann sie das erzählen, was lange ungesagt zwischen ihnen stand. Mir hat "Wenn die Nacht am stillsten ist" sehr gut gefallen. Zum einen, weil ich Geschichten mag, die in der Nacht spielen, in den Stunden, die sich manchmal so anfühlen, als könnte man in ihnen alles sagen und tun, ohne dass es Konsequenzen hätte. Zum anderen, weil der Schreibstil so schön melodisch ist, einen durch die Geschichte trägt, ohne dass man sich an irgendwelchen aufgesetzen Phrasen stößt. Nicht zuletzt möchte ich Weitholz auch dafür loben, dass sie sich traut, entlarvend über den gegenwärtigen Journalismus zu urteilen: Über Arschkriechereien, das Reviergehabe männlicher Journalisten, über das Draufhalten, auch wenn der gute Geschmack eigentlich schon vor Stunden "Schalt die verfluchte Kamera aus!" gebrüllt hätte. Darüber, wie wichtig sich die Schaffenden, aber auch die Rezipierenden in der Popkulturszene nehmen. Mir gefällt es, wie Anna abends kopfschüttelnd zu ihrem Goldfisch zurückkehrt und ihm und sich gesteht, dass sie sich das so irgendwie alles nicht vorgestellt hat. Mir gefällt "Wenn die Nacht am stillsten ist".

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  • Rezension zu "Wenn die Nacht am stillsten ist" von Arezu Weitholz

    Wenn die Nacht am stillsten ist
    Fannie

    Fannie

    12. March 2013 um 06:45

    Anna erzählt Anna steht nicht auf der Sonnenseite des Lebens: Ihr Vater hat sich das Leben genommen, ihre Mutter lebt in einem Pflegeheim. Dann beendet Annas Freund Ludwig eines Tages ihre gemeinsame Beziehung knapp mit den Worten “Es ist aus.” Kurze Zeit später findet sie ihn bewusstlos in seiner Wohnung, vollgepumpt mit Tabletten. Sie setzt sich neben ihn und erzählt. Berichtet aus ihrem Leben, spricht von der Zeit, als sie in Südafrika gelebt hat, redet vom Selbstmord des Vaters und über sich. Damit bricht sie die Sprachlosigkeit, die das ungleiche Paar im Alltag überzogen hat. “Wenn die Nacht am Stillsten ist” von Arezu Weitholz ist ein ungewöhnliches Buch. Der Teil “Die Nacht” ist ein Monolog, den Protagonistin Anna am Bett des bewusstlosen Ludwig hält. Ihr Bericht sprudelt förmlich aus ihr heraus. Die Frage, inwieweit es realistisch ist, sich in einer solchen Situation hinzusetzen, dabei seelenruhig zu erzählen und nicht einfach den Notarzt zu rufen, soll hier einmal außen vor bleiben. Der zweite Teil mit dem Titel “Der Tag zuvor” schildert, wie der Tag vor dem Ende der Beziehung und der Verzweiflungstat Ludwigs verlaufen ist. Anna besucht ihre Mutter im Pflegeheim. Der Leser erhascht dabei einen Blick auf die Insassen von “Sankt Annen”, die Probleme vor Ort und das Leben der Pflegebedürftigen, das so ganz anders verläuft als das der Menschen außerhalb der Mauern der Seniorenresidenz. Ich persönlich hätte mir in diesem Buch mehr Struktur gewünscht und ein wenig mehr Atmosphäre. Teilweise wirkt der Roman bemüht, gekünstelt. Dennoch übt “Wenn die Nacht am Stillsten ist” eine ganz eigene, ja fast magische Faszination auf den Leser aus, die es nicht erlaubt, das Buch aus der Hand zu legen.

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  • Rezension zu "Wenn die Nacht am stillsten ist" von Arezu Weitholz

    Wenn die Nacht am stillsten ist
    sally1383

    sally1383

    23. December 2012 um 14:48

    Von der Leseprobe aus dem ersten Teil des Buches "Nacht" war ich sehr angetan. Es war nicht immer einfach dabei zu bleiben, aber es war interessant in Annas Gedankengänge einzutauchen, an ihrem "Gespräch" mit Ludwig teilzuhaben. Und so freute ich mich auch, als ich das Buch gewann. Doch dann brauchte ich zwei Anläufe, um dieses Buch überhaupt zu Ende zu bringen bei gerade mal 220 Seiten. Lange fragte ich mich, was dieses Buch sein wollte. Was wollte uns die Autorin damit sagen bzw. geben? Ich lese meistens Bücher, um unterhalten zu werden oder Bücher, um mich weiter zu bilden oder Bücher, die einen gewissen Anspruch haben. Doch in welche Kategorie gehört dieses Buch und in welche will es gehören? Das war mir nicht ganz klar. Die ersten Seiten haben mich sicher unterhalten. Und irgendwie glaube ich auch, dass das Buch eigentlich einen gewissen Anspruch haben wollte und die Autorin uns etwas sagen wollte. Doch dieser tiefere Sinn blieb mir verborgen. Im zweiten Teil des Buches erfahren wir ein paar interessante Details aus Annas Leben und der Beziehung zu Ludwig. Dennoch kommt mir die Figur der Anna und auch Ludwig nie wirklich nahe. Nie konnte ich wirklich eine emotionale Verbindung aufbauen. Und so konnte ich diesem zweiten Teil manchmal auch nur mit Mühe folgen und war schnell abgelenkt. Es war sicherlich kein schlechtes Buch, aber auch keines, das mir länger in Erinnerung beiben wird.

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  • Rezension zu "Wenn die Nacht am stillsten ist" von Arezu Weitholz

    Wenn die Nacht am stillsten ist
    19angelika63

    19angelika63

    14. December 2012 um 07:19

    Klappentext Es ist dieser Moment, den Anna wahrnimmt, um Ludwig, mit dem sie seit acht Monaten zusammen ist, ohne dass jemand davon weiß, zu sagen, was sie ihm nie gesagt hat. Von den Brüchen in ihrem Leben hat sie nie gesprochen, nicht von dem Selbstmord des Vaters, nicht vorn der depressiven Mutter im Altenheim, nicht von Südafrika, wo sie lange gelebt hat, den Drogen, den Partys, der Gewalt, dem Schmerz. Das alles passte nicht in Ludwigs Welt, die sich um Macht und Erfolg, um den richtigen Style und die angesagte Musik drehte und aus der alles ausgeblendet wurde, was den schönen Schein der Oberfläche störte. Aber jetzt ist auch in Ludwigs System etwas aus dem Ruder gelaufen und er, der Überflieger, Redakteur für besondere Aufgaben bei einem Hamburger Gesellschaftsmagazin, der immer eine Antwort hat, der einsam, verschroben, fleißig und elitär ist, hat Schlaftabletten genommen, vielleicht eine Überdosis, Anna weiß es nicht. Sie sitzt wie Scheherazade an seinem Bett und erzählt. Hört er es? „Am Ende geht es um den Moment. Wie das Mondlicht durch die Ritze der Jalousie auf den Parkettfußboden fällt. Wie das Auto unten vorbei fährt. Wie es wieder still wird. Du atmest. Ich sitze an deinem Bett.“ Das Buch ist in zwei Kapitel gegliedert. Im ersten Kapitel sitzt Anna am Bett von Ludwig und erzählt ihm aus ihrem Leben. Von dem wilden Leben, das sie in Südafrika geführt hat. Drogen und Partys ohne Ende. Sie erzählt im von ihrem Vater, der sich umbrachte und von depressiven Mutter. Endlich hat sie mal die Gelegenheit Ludwig dies alles aus ihrem Leben zu erzählen. Weil er sie mal nicht zum Schweigen bringen kann. Weil er ihr mal nicht vorhalten kann, dass sie immer nur Opfergeschichten erzählt. Er mag das nicht. Er mag gar nicht an ihrem Leben teilhaben. Nur sein Leben ist lebenswert und erwähnenswert. Nur das was er geschaffen hat ist wichtig. Es zählen für ihn nur Äußerlichkeiten, Macht und Einfluss. Im zweiten Teil des Buches, geht es um die Zeit vorher. Die Zeit in der sich die Beiden kennen lernen. Die Zeit in der es den einen Moment gab, in dem Anna sich in Ludwig verliebte und sich ihm bis zur Selbstaufgabe ihm anpasste. Sie hat all das getan was er wollte nur um ihm zu gefallen. Sich selber und ihr Prinzipien fast aufgegeben hat. Dieses Buch hat mich sehr zwiespältig zurück gelassen. Auf der einen Seite finde ich Ludwig einfach nur kalt. Seine Wohnung ist absolut puristisch eingerichtet. Ich möchte fast sagen so wie sein Herz. Andererseits spüre ich oft diese wahnsinnige Traurigkeit und Einsamkeit in seinen Worten. Er hat um sich herum eine „Scheinwelt“ aufgebaut, nur um im Leben mithalten zu können. Er macht alles, nur um „Oben“ dabei sein zu können. Das verlangt er letztendlich auch von Anna. Mir scheint die Autorin hat hier ganz bewusst ein Thema aufgegriffen, dem wir uns im heutigen Jahrhundert nicht mehr entziehen können. Wir Menschen sind ständig bestrebt das bestmögliche zu erreichen. Egal wie rücksichtlos das ist, oder wie verletzend. Alles muss immer schneller, höher, besser oder gar teurer sein. Dafür nehmen wir es in Kauf ein Lügengebäude um uns rum zu errichten. Eine Scheinwelt, in der es irgendwann kein Entkommen mehr gibt. „Alles kommt raus. Immer“, sagte Anna. „Ich war mal bei einem Kongress, und ein Trendforscher hat gesagt, dass es in diesem Jahrtausend nur einen einzigen Trend geben würde: Alles kommt raus.“ (S.222)

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  • Rezension zu "Wenn die Nacht am stillsten ist" von Arezu Weitholz

    Wenn die Nacht am stillsten ist
    Machi

    Machi

    28. November 2012 um 14:17

    Die Journalistin Anna ist mit dem Redakteur Ludwig, welcher immer In sein möchte und das Äußere am Wichtigsten ist, zusammen, bis er plötzlich Schluss macht. Während Anna mit dem Schmerz kämpft und sich gleichzeitig um Probleme mit ihrer dementen Mutter kümmern muss, versucht sich Ludwig umzubringen, wobei Anna ihn findet. Der Aufbau des Buches ist sehr gut gelungen. Zuerst kommt der Monolog von Anna, als sie bei Ludwig sitzt, welcher gerade mit dem Leben kämpft. Dieser ist sehr bewegend und sie erzählt dem bewusstlosen Ludwig unter anderem von ihrem Vater, der sich erhängt hat und von ihrer Mutter, die den Selbstmord ihres Mannes nie verkraftet hat und im Altenheim ist. Danach wird wiedergegeben, was kurz vor dem Selbstmordversuch von Ludwig passiert ist, wobei immer wieder Begebenheiten aus der Vergangenheit, welche auch schon vorher im Monolog vorkamen, eingestreut werden. Auch wenn der komplizierte Aufbau manchmal etwas verwirrend ist, kommt immer wieder ein Aha-Effekt zu Tage und betont die wichtigsten Aspekte durch Wiederholungen. Inhaltlich stehen neben Liebe und Drogen die Themen Altenheim bzw. alt werden und Selbstmord im Vordergrund. Dabei kritisiert die Autorin die Zustände, wie Personalmangel und fehlende Zuwendung der Pfleger, in Altenheimen, aber auch die mangelnde Akzeptanz des Altwerdens in der Gesellschaft. So hat Anna zuerst Angst Ludwig von ihrer dementen Mutter zu erzählen und macht dies erst, als er sich nicht mehr "wehren" kann. Auch die Problematik Selbstmord zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, zum einen erhängt sich Annas Vater und zum anderen schluckt Ludwig eine Überdosis Schlaftabletten. Auch hier reflektiert die Autorin über die Konsequenzen dieser endgültigen Handlung. So leidet Anna nach dem Tod ihres Vaters stark unter Schuldgefühlen und ihre Mutter zerbricht an dieser schrecklichen Tat. Negativ aufgefallen ist die komplizierte Schreibweise, welche in sehr langen Sätzen resultiert. Dies macht es dem Leser oftmal schwer zu folgen. Auch die depressive und negative Grundstimmung lässt einem doch öfters Pausen einlegen, bis man wieder weiterliest. Ansonsten ist dieses ernste und an manchen Stellen traurige Buch sehr gelungen und gibt dem Leser die Möglichkeit sich über diese zuvor erwähnten Themen Gedanken zu machen und daraus Rückschlüsse zu ziehen.

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  • Rezension zu "Wenn die Nacht am stillsten ist" von Arezu Weitholz

    Wenn die Nacht am stillsten ist
    Eulenmail

    Eulenmail

    27. November 2012 um 10:58

    Der Roman beginnt mit einer Art Prolog unter dem Titel "Die Nacht": Anna findet ihren Exfreund Ludwig bewusstlos auf dem Boden. Er scheint eine Überdosis Tabletten genommen zu haben. Das ist aber vollkommen untypisch für Ludwig, der eigentlich immer sehr kontrolliert und mitleidlos war. Daher ist Anna hilflos und weiß nicht, was sie tun soll. In dieser Situation beginnt sie Ludwig zu erzählen, was er alles von ihr gar nicht weiß. Denn das wollte er nie wissen. Doch nun muss er zuhören. So erzählt Anna von ihrer Mutter, ihrer Zeit in Südafrika, ihrem besten Freund und ihrem Aquarium. Es beginnt ein langer, intensiver Monolog, voller Gedanken über das Leben, den Tod, die Liebe. Anna hat nur diesen einen Moment sich zu öffnen und ihren wahren Charakter zu zeigen. Der Leser erahnt eine kaputte, zerbrechliche und zutiefst unsichere Frau, die den bewusstlosen Ludwig immer noch liebt; aber aus Angst, ihm zu schaden, nicht weiß, wie sie sich in diesem Moment verhalten soll. Nach dem Prolog beginnt die eigentliche Geschichte. Aus den vielen Andeutungen knüpft sich ein Geflecht aus Lügen, Sorgen, Ängsten und Hoffnungen. Nun wird die Geschichte aus der personalen Perspektive Annas erzählt, einen Tag bevor sie Ludwig bewusstlos findet. Er beginnt mit dem Morgen, an dem Ludwig sie ohne Begründung einfach verlässt. Danach begleitet der Leser Anna durch den Tag, der einem Kampf ums Überleben gleicht. Anna wirkte auf mich wie eine ganz normale Frau Ende 20: sie hat die gleichen Sorgen, Wünsche, Hoffnungen und Träume wie jede andere Frau in ihrem Alter. Und wie diese versucht auch Anna ihr Leben irgendwie in den Griff zu bekommen. Doch das wird bestimmt von ihrer Vergangenheit, ihrer Familie und nicht zuletzt von der Liebe. Durch ihre Normalität konnte mich Anna umso mehr beeindrucken. Der Schreibstil der Autorin ist unauffällig und leicht zu lesen, hat dabei aber eine ungeheure Intensität, die den Leser trotz des ungewöhnlichen Handlungsaufbaus an das Buch fesseln. In der Geschichte passiert nicht viel, vielmehr wird man Teil von Annas Gedanken und versucht ebenso wie sie zu verstehen, ob und wie sie Ludwig geliebt hat. Es ist wirklich schwer, den Eindruck, den der Roman bei mir hinterlassen hat, in passende Worte zu fassen. Und ausnahmsweise kann dies vielleicht am besten der Klappentext: Der Roman bekommt von mir nicht die höchste Bewertung, da er einfach zu schwer im Magen liegt. Es ist definitiv kein Buch, das man mal eben schnell liest. Man muss sich ganz bewusst auf die unkonventionelle, wirklich poetische Erzählweise der Autorin einlassen. Dann wird man aber von all den Gefühlen und Eindrücken erfasst, die die Protagonistin selbst erlebt. Es ist ein Buch, das man mit dem letzten Satz ehrfürchtig zuklappt und erstmal die Stille im Raum geplättet genießt und durchatmet. Viele Minuten später erst findet man wieder Worte.

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  • Leserunde zu "Wenn die Nacht am stillsten ist" von Arezu Weitholz

    Wenn die Nacht am stillsten ist
    Daniliesing

    Daniliesing

    Mit "Wenn die Nacht am stillsten ist" ist im September der poetische und radikal erzählte erste Roman der deutschen Autorin Arezu Weitholz im Kunstmann Verlag erschienen. Gekonnt und tiefgründig schreibt sie nicht nur eine Generationsgeschichte, sondern auch über die Liebe und den Sinn des Lebens. Mehr zum Inhalt: Es ist dieser Moment, den Anna wahrnimmt, um Ludwig, mit dem sie seit acht Monaten zusammen ist, ohne dass jemand davon weiß, zu sagen, was sie ihm nie gesagt hat. Von den Brüchen in ihrem Leben hat sie nicht gesprochen, nicht von dem Selbstmord des Vaters, nicht von der depressiven Mutter im Altersheim, nicht von Südafrika, wo sie lange gelebt hat, den Drogen, den Partys, der Gewalt, dem Schmerz. Das alles passte nicht in Ludwigs Welt, die sich um Macht und Erfolg, um den richtigen Style und die angesagte Musik drehte und aus der alles ausgeblendet wurde, was den schönen Schein der Oberfläche stört. Aber jetzt ist auch in Ludwigs System etwas aus dem Ruder gelaufen und er, der Überflieger, Redakteur für besondere Aufgaben bei einem Hamburger Gesellschaftsmagazin, der immer eine Antwort hat, der einsam, verschroben, fleißig und elitär ist, hat Schlaftabletten genommen, vielleicht eine Überdosis, Anna weiß es nicht. Sie sitzt wie Scheherazade an seinem Bett und erzählt. Hört er es? --> Leseprobe zum Buch Wenn ihr diesen außergewöhnlichen Roman gern lesen und entdecken möchtet, habt ihr jetzt hier die Gelegenheit das zusammen mit anderen Lesern zu tun. Wir suchen gemeinsam mit dem Kunstmann Verlag 25 Testleser für den Roman "Wenn die Nacht am stillsten ist" von Arezu Weitholz. Ihr könnt euch für eines der Leseexemplare bewerben, wenn ihr euch später am Austausch hier in den Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezenion schreibt. Beantwortet dazu einfach folgende Frage bis einschließlich 30. September 2012: Wieso möchtet ihr bei dieser Leserunde gern mitmachen und was interessiert euch besonders am Buch? Was erwartet ihr euch?

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  • Rezension zu "Wenn die Nacht am stillsten ist" von Arezu Weitholz

    Wenn die Nacht am stillsten ist
    SharonBaker

    SharonBaker

    15. November 2012 um 20:29

    Eine ganz ruhig Geschichte über zwei ganz unterschiedliche Menschen. Erzählt wird sie aus Annas Sicht und ihr Leben ist recht turbulent und sie hat viele Dinge die schwer auf ihren Schultern lastet. Aber anfangen tut die Geschichte mit den Ende und zwar findet Anna ihren Freund Ludwig bei sich zu Hause bewusstlos vor und daneben leere Tablettenfläschchen. Diese Gelegenheit nutzt Anna und erzählt Ludwig mal alles aus ihren Leben was er sonst nie hören wollte und macht sich mal so richtig Luft. Man ist erstaunt wieso die zwei zusammen waren, es macht einen so neugierig und man liest einfach weiter. Denn man erfährt später was am Tag zuvor passiert ist und schaut auf zwei ganz unterschiedliche Leben und trotzdem ziehen sie sich gegenseitig an. Ich persönlich mochte die Geschichte, denn sie regt total zum nachdenken an und wenn man zwischen die Zeilen liest erkennt man auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft wieder. Toll erzählt mit einen Thema was unter die Haut geht, aber man muss so was mögen. Den eine einfach Liebesgeschichte ist das nicht.

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  • Rezension zu "Wenn die Nacht am stillsten ist" von Arezu Weitholz

    Wenn die Nacht am stillsten ist
    Lissy

    Lissy

    12. November 2012 um 16:58

    Es handelt sich um ein kleinformatiges Hardcoverbuch und es ist sehr wertig gestaltet. Diese Wertigkeit habe ich auch im ersten Kapitel wiedergefunden. Ich habe es sehr genossen, an den Gedanken von Anna teilzuhaben, mitzuerleben, was passiert ist. Dann wird klar, dass Anna mit Ludwig spricht, der Tabletten genommen hat. Und Anna weiß, dass es wohl angeraten wäre, einen Notarzt zu rufen. Trotzdem redet sie weiter mit und über Ludwig. Im zweiten Teil wechselt die Perspektive und es wird normal von Annas Erlebnissen erzählt. Was in der Firma passiert, wie sie zu ihrer Mutter ins Pflegeheim fährt, usw. Hier lässt das Buch meiner Meinung nach etwas nach und verliert den Zauber, den ich im ersten Kapitel so gemocht habe. Mir fiel es ebenfalls schwer, mich im Detail zu erinnern, was passiert ist. Es war angenehm zu lesen, aber es hat mich nicht "darüber hinaus" gefesselt. Dieses Buch hat faszinierende Seiten, aber man muss es mögen.

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  • Rezension zu "Wenn die Nacht am stillsten ist" von Arezu Weitholz

    Wenn die Nacht am stillsten ist
    Buecherbaer

    Buecherbaer

    07. November 2012 um 21:27

    Ein Buch über.. Nun ja, über was eigentlich? Leider kann ich gar nicht genau sagen, über was das Buch handelt. Kurz gesagt geht es um Annas und Ludwigs Beziehung. Zwei Menschen, die verschiedener nicht sein können… Das erste Kapitel fand ich noch ziemlich gut. Wir erfahren hier aus Annas Gedanken einiges über sie selbst und über ihre Beziehung zu Ludwig. Dadurch bekommt der Leser einen sehr guten Eindruck über die beiden. Doch leider wird das Buch dann immer zäher, sodass ich vieles nur überflogen hatte und richtig froh war, als es dann zu Ende war. Ich konnte mit der ganzen Geschichte absolut nichts anfangen und habe auch zu den Personen keinen Zugang gefunden. Die Charaktere blieben mir fremd und irgendwie auch nicht stimmig… Schade, da der Anfang ziemlich vielversprechend begann. Fazit: Ein zähes Buch, mit dem ich nichts anfangen konnte und ich es daher nicht empfehlen kann.

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