Ariëlla Kornmehl Was Du mir verschweigst

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Inhaltsangabe zu „Was Du mir verschweigst“ von Ariëlla Kornmehl

Lunia könnte eigentlich glücklich sein: Sie hat ein kleine Familie und arbeitet recht erfolgreich als Maklerin. Aber die gebürtige Russin hadert mit ihrem Leben, sie fühlt sich fremd in ihrer neuen Heimat. Und nicht nur sie ist „anders“, sondern auch ihr kleiner, von Geburt an taubstummer Sohn. Manchmal findet Lunia ihren Mann Bas zu streng, und sie hat sich ein wenig in einen weißrussischen Kollegen verliebt, einen schönen Mann, der Leidenschaft ausstrahlt. Da wird Lunias Vater in St. Petersburg so krank, dass sie zurückfährt, um die Eltern zu besuchen. Und endlich kommt ein Geheimnis im Leben der Eltern auf den Tisch, das die distanziert wirkende Mutter verschwiegen, das aber auch Lunias Leben immer überschattet hat und das zurückreicht zu den Ereignissen in Prag 1968. Lunia begibt sich auf eine Spurensuche in Russland, die zu einer Reise in die bewegte Vergangenheit ihrer Mutter wird. Komisch und anrührend, sensibel und spannend erzählt Ariëlla Kornmehl von der Bewährungsprobe für die Liebe, die Liebe zum Partner, zu den Eltern und zum Kind.

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  • Rezension zu "Was Du mir verschweigst" von Ariëlla Kornmehl

    Was Du mir verschweigst
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    15. February 2012 um 11:27

    Dieser nunmehr dritte Roman der Niederländerin Ariella Kornmehl ist die traurige und am Ende doch Mut machende Geschichte der persönlichen Spurensuche einer jungen Frau namens Lunia. Mit 23 Jahren ist die gebürtige Russin aus St. Petersburg nach Amsterdam gekommen, hat einen Mann kennengelernt und ihn bald geheiratet. Der Sohn von Bas und Lunia, der bald zur Welt kommt, ist taubstumm. Weil ihr auch ihr Beruf als Maklerin immer weniger Spaß macht und sie sich, -sie weiß nicht wie- in einen anderen Mann verliebt, ist ihr Leben in einem ziemlichen Durcheinander. In dieser frühen Lebenskrise bekommt sie Nachricht von der schweren Erkrankung ihres Vaters, eines ehemaligen hochrangigen Offiziers der russischen Roten Armee. Sie fliegt nach St. Petersburg, doch so schlecht geht es ihrem Vater gar nicht. Die Eltern haben sie wohl gerufen, weil ihnen irgendetwas auf der Seele liegt. Und langsam kommen in langen Gesprächen in der Küche Bruchstücke einer Vergangenheit heraus, auf die die Mutter von Lunia nie angesprochen werden wollte, und denen sie sich auch jetzt standhaft verweigert. Was Lunia schon lange gespürt hatte: in der Familie gibt es ein Geheimnis. Sie ist nicht die Tochter ihres Vaters. Am Krankenbett sagt er zu ihr: „Es ändert sich nichts, flüsterte er, aber ich will, dass du es weißt. Dass du weißt, dass ich es auch nicht weiß. Und dass du Verständnis für deine Mutter aufbringst.“ Nun erst recht will Lunia von ihrer Mutter mehr erfahren. Aus den wenigen Hinweisen von ihr und krampfhaft in ihren eigene Erinnerungen kramend, geht sie zurück in das tschechoslowakische Brünn des Jahres 1968. Sie befragt frühere Freunde der Familie, und endlich konfrontiert sie ihre Mutter: sie hatte wohl als slowakische Studentin Beziehungen mit verschiedenen Männern und flüchtete sich nach der Verhaftung ihres Geliebten während der russischen Niederschlagung des Prager Frühlings in die sicheren Arme eines russischen Offiziers. Der sei mit ihr nach St. Petersburg gegangen und habe Lunia als seine eigene Tochter angenommen und geliebt. Die Mutter appelliert an ihre Tochter sich damit abzufinden, so wie sie es ihr Leben lang getan hat. Mehr Öffnung ist nicht möglich. Und so kehrt Lunia nach Amsterdam zurück, ohne zu wissen, wer nun ihr Vater ist. Doch was sie gefunden hat, ist eine neue Sicherheit in ihrem Leben, Orientierung und Sinn: „Fakt ist, dass ich auf die Welt gekommen bin. Und die Welt in mich. Ich muss versuchen, etwas daraus zu machen.“

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  • Rezension zu "Was Du mir verschweigst" von Ariëlla Kornmehl

    Was Du mir verschweigst
    Clari

    Clari

    06. March 2011 um 17:49

    Heimatlos? Lunia geht etwas lustlos ihrem Job als Maklerin nach. Sie lebt mit ihrem Mann Bas und dem kleinen Sohn Reuben in Amsterdam. Doch eigentlich ist sie eine gebürtige Russin. Die Tage verrinnen ihr unter den Händen, und schon bald hat man den Eindruck, dass Lunia gehetzt wirkt. Ein Kollege in der Immobilienagentur, der aus Weißrussland stammt, interessiert sich für sie und sie für ihn. Diese Beziehung lebt von Andeutungen, aus denen man die Spannung spürt, die sich zwischen den beiden aufbaut. Sehr unverhofft muss Lunia nach St. Petersburg, denn ihr Vater hat einen Schlaganfall erlitten. Beim Eintreffen kommen Lunia zahlreiche Erinnerungen an ihre nicht sehr fröhliche Kindheit. Ihre Mutter begegnet ihr scheu und doch drängend, denn sie will von Lunia so viel wissen! Was macht sie so dumpf und abstoßend aufdringlich? Die ganze Geschichte durchzieht ein Hauch von Unsicherheit, von Angst und Misstrauen. Was verschweigt Lunias Mutter, als sie sich im Krankenhaus am Bette des Vaters mit einem tschechischen Mitpatienten so angelegentlich in der tschechischen Sprache unterhält? Schließlich ist es Lunias Vater, der seiner Tochter mit letzter Kraft eine Spur weist, sich auf die Suche nach der Vergangenheit zu begeben. Ariella Kornmehl führt uns mit einer sicheren Sprache durch ihren Roman. Es gibt Familiengeheimnisse, und es gibt die Suche nach ihnen. Doch vieles bleibt vage und unausgesprochen. Der Konflikt vom Prager Aufstand von 1968 ist unvergessen. Die Russen haben ihn s.Zt. blutig niedergeschlagen. Damals gingen alle Hoffnungen und Sehnsüchte der Bürger auf Freiheit verloren. Lunias Mutter ist ein Opfer des Aufstands geworden, denn er hat auch sie aus der Bahn geworfen. Suchend, tastend, dumpf und schwer lastet die Vergangenheit auf Mutter und Tochter, und sie fühlen sich fremd mit einander. Eine bemerkenswert traurige und zum Ende hin im Nichts sich verlierende Geschichte ist der Autorin Ariella Kornmehl gelungen. Hoffnungen sterben, und die Gleichgültigkeit des Schicksals nimmt den Menschen die Luft zum Atmen. Unterschwellig bleibt eine vage Ahnung, dass Leben auch anders verlaufen könnten.

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