Ari Folman

 4.6 Sterne bei 57 Bewertungen
Autor von Das Tagebuch der Anne Frank, Waltz with Bashir und weiteren Büchern.
Ari Folman

Lebenslauf von Ari Folman

Beeindruckende, faszinierende und erschreckende Realitätsnähe: Der israelische Drehbuchautor, Filmregisseur- und Produzent Ari Folman, polnisch-jüdischer Herkunft, studierte nach seinem Militärdienst bei der israelischen Armee Filmwissenschaft in Israel. Mit seinem ersten Film „Comfortably Numb“ (1991) über den Zweiten Golfkrieg hatte er bereits Erfolg. Neben vielen weiteren Dokumentarfilmen, brachte er 2008 den Animationsfilm „Waltz with Bashir“ heraus, für den er den Golden Globe erhielt. Folman reflektiert darin seine Erlebnisse als Soldat. Gemeinsam mit David Polonsky erweckt Folman seine Geschichten auch als Graphic Novel zum Leben.

Alle Bücher von Ari Folman

Ari FolmanDas Tagebuch der Anne Frank
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Das Tagebuch der Anne Frank
Das Tagebuch der Anne Frank
 (42)
Erschienen am 05.10.2017
Ari FolmanWaltz with Bashir
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Waltz with Bashir
Waltz with Bashir
 (15)
Erschienen am 12.03.2011
Ari FolmanWaltz with Bashir
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Waltz with Bashir
Waltz with Bashir
 (0)
Erschienen am 17.02.2009

Neue Rezensionen zu Ari Folman

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Flaventuss avatar

Rezension zu "Das Tagebuch der Anne Frank" von Ari Folman

Sehr gute Umsetzung im Sinne des Originals
Flaventusvor 3 Monaten

“Das Tagebuch der Anne Frank” ist eines der wenigen Bücher, bei dem der Leser weiß, wie es endet und dennoch einen Reiz auszuüben vermag. Ein Grund, weshalb ich mir die Graphic-Novel-Umsetzung des Tagebuchs gekauft habe.

 

Graphic Novel vs. Tagebuch

Ich habe “Das Tagebuch der Anne Frank” auch im ungekürzten Original gelesen. Mir liegt die Ausgabe aus dem Jahre 1955 in der Auflage von 1990 vor (ebenfalls aus dem Fischer Verlag). Letzteres dürfte auch das Jahr sein, in dem ich das Buch gekauft und gelesen habe. Entsprechend lückenhaft war mein Erinnerungsvermögen, weswegen ich diverse Passagen direkt miteinander verglichen habe.

Bevor ich auf die inhaltlichen Unterschiede eingehe, muss ich zuerst die Aufmachung der Graphic Novel beschreiben. Dies beinhaltet nämlich wenig überraschend einige Abwandlungen im Vergleich zum Original. Die Autoren der Graphic Novel bezeichnen ihr Buch dann auch als Graphic Diary, das als Adaption zu Anne Franks Originaltext erstellt wurde.

 

Aufmachung

Die fiktiven Dialoge, die mehr oder weniger auf dem Tagebuch basieren, sind als Erzählstreifen graphisch umgesetzt, so wie der Leser es aus vergleichbaren Graphic Novels kennt. Darüber hinaus gibt es allerdings recht umfängliche Textpassagen ohne Illustrationen, die sich am Originaltext orientieren. Und hier gibt es den ersten großen Unterschied.

Diese Textpassagen sind im Original deutlich persönlicher und emotionaler verfasst. In der neueren Übersetzung in der Graphic Novel wurden diese Texte versachlicht und Anne Franks persönliche Note entfernt. Warum die Übersetzer diesen Schritt gewagt haben, ist mir unklar, denn dadurch verlieren die Texte ihre Persönlichkeit.

 

Freiheiten

Ich habe tatsächlich auch ein, zwei Textpassagen entdeckt, die ich so in der mir vorliegenden Originalübersetzung so nicht entdeckt habe. Gut möglich, dass diese Texte erst später veröffentlicht wurden. Dies entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Die Graphic Novel basiert auf einer im Jahre 2001 erschienen Ausgabe.

Die illustrierten Passagen, die in diesem Buch selbstverständlich überwiegen, dürfen sich dann natürlich ihre Freiheiten nehmen und setzen die persönliche Note gekonnt graphisch in Szene. Dies passt recht gut und diese Elemente orientieren sich durchaus recht eng an dem Tagebuch. Hier geht der Geist des Buchs nicht verloren.

Ist es ratsam, zuerst den Originaltext zu lesen?

Ratsam vielleicht, ja, aber in meinen Augen nicht zwingend erforderlich. Das, was “Das Tagebuch der Anne Frank” ausmacht, wurde in der Graphic Novel sehr gut umgesetzt. Nämlich, dass eine dreizehnjährige Jugendliche es vermochte, einfühlsame, ausdrucksstarke, humorvolle und überaus selbstreflektorische Tagebucheinträge zu verfassen. Es ist zwar schade, dass die persönliche Note in den Textpassagen untergegangen ist, dies wirkt sich allerdings nicht derart schwerwiegend aus, als dass ich dafür das Buch abwerten würde.

Vielmehr zeigt die Graphic-Novel-Umsetzung eindrücklich, wie dieses Medium genutzt werden kann, um Literatur in einem anderen Licht zu zeigen und diese eventuell einem erweiterten Leserkreis zugänglich zu machen. Das Nachwort von Ari Folman endet mit dem Satz: “Unser Ziel war stets, den Geist Anne Franks in jedem einzelnen Bild zu bewahren.” Und ich finde, dass es den Machern dieser Graphic Novel durchaus gelungen ist.

Zum Ende bleibt der Hinweis, dass es sich um eine Graphic Novel und nicht um einen Comic für Kinder handelt. Das empfohlene Lesealter würde ich mit 12 Jahren ansetzen.


Diese Rezension findet sich auch auf meinem Blog.

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szebrabookss avatar

Rezension zu "Das Tagebuch der Anne Frank" von Ari Folman

Eine echt schöne Umsetzung
szebrabooksvor 6 Monaten

Nachdem bekannt wurde, dass "Das Tagebuch der Anne Frank" als Graphic Diary rauskommen würde, war ich sofort Ohr und wusste, dass ich lesen würde. Ich habe den Originaltext nicht gelesen, da ich mich unwohl fühle, dass Tagebuch einer fremden Person zu lesen. Denn ich würde auch nicht wollen, dass jemand in 100 Jahren mein Tagebuch liest. Aber jetzt, wo ich die Graphic Diary gelesen habe, bin ich neugierig geworden und ich werde wohl über meinen Schatten springen müssen und zum Originaltext greifen.
Aber nun zu der Graphic Diary. Es ist ja eine Mischung aus Graphic Novel und dem Originaltext und gerade diese Mischung macht dieses Buch besonders. Ich hatte Spaß beim Lesen, weil die Illustrationen einfach genial sind. Am liebsten würde ich ja ein Bild hinzufügen, in dem man diese sieht, aber leider darf ich das nicht. Ich kann euch nur empfehlen in der Buchhandlung mal einen Blick rein zu werfen.
Die Gefühle, die Anne Frank mit ihren Worten ausdrückt werden in meinen Augen perfekt illustriert und auch, wenn man fiktive Dialoge hat: man kann sich sehr gut in die Situation der Familie und vor allem in Franks Gefühlswelt hinein versetzen. Das hat mir besonders gut gefallen.
Was ich auch super fand, war, dass am Ende ein kleiner Text ist, der erklärt was nach dem Ende des Tagebuchs passiert ist und wie es eben zur Veröffentlichung kam. Das Nachwort von Ari Folman hat mir auch sehr gut gefallen.
Ich muss auch sagen, dass mich das Buch traurig gemacht hat. Es hat mir wieder vor Augen geführt wie schrecklich das Dritte Reich und der danach folgende Zweite Weltkrieg einfach war und wie viele Menschen deshalb ihr Leben lassen mussten.

Von mir bekommt das Buch volle 5 von 5 Sternen und ich kann es wirklich jedem einzelnen von euch ans Herz legen.

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monerls avatar

Rezension zu "Das Tagebuch der Anne Frank" von Ari Folman

Sehr eindrucksvoll und zeichnerisch absolut gelungen!
monerlvor 7 Monaten

Über den Inhalt will ich hier gar nicht viele Worte verlieren. Wer Anne Frank und ihr Tagebuch noch nicht kennt und nicht weiß, was ihr zugestoßen ist, den lade ich ein, sich meine REZENSION zum Hörbuch der Tagebücher durchzulesen! 

Hier, in dieser Buchvorstellung, möchte ich einzig auf die Darstellung des Tagebuchs in Form einer Graphic Novel (GN) eingehen.

Dies ist mein erstes comic-ähnliches Buch, das ich gelesen habe. Ich war vorab nicht sicher, ob dieses Graphic Diary (GD) dem echten Tagebuch das Wasser reichen kann. Aber ich wurde eines Besseren belehrt! Natürlich kann dieses Buch nicht das ganze geschriebene Wort transportieren, aber ich habe nicht das Gefühl, dass Wesentliches ausgelassen wurde. Die Bildgewalt ist so intensiv, sodass es mir schon Schmerzen bereitet hat, wenn ich bestimmte Bilder länger betrachtet und dabei die Mimik der einzelnen Figuren wahrgenommen habe. Oftmals kann man sehr genau erkennen wie es Anne dabei ging, als sie dieses oder jenes erlebt hatte und wie sie sich gefühlt hatte, als sie es ihrem Tagebuch anvertraute. Die Bilder sind sehr fein gezeichnet und sehr aussagekräftig! Wo einzelne Bilder nicht ausgereicht haben, hat man sich nicht gescheut, längere Textpassagen aus dem Tagebuch hinzuzufügen. Das gefällt mir sehr! Somit liest man diese GN nicht einfach so herunter und blättert sich durch die Seiten, nein, man verweilt und betrachtet die einzelnen Bilder und liest die längeren Textpassagen bewusst. 

Ich persönlich finde, dass dieses Graphic Diary sowohl zum Einstig als auch als Ergänzung geeignet ist. Für Leser, die sich bereits mit Anne Frank, ihrem Leben, ihrem Schicksal und ihrem Tagebuch auseinandergesetzt haben, rundet das GD das ganze ab. Und für Leser, die erst anfangen sich mit Anne zu beschäftigen, löst es sicherlich den Impuls aus, noch mehr über sie und ihr Leben und Sterben zu erfahren. Beides empfinde ich positiv. Manch einer wagt sich nicht gleich an das Tagebuch heran und kann so einen leichteren Einstieg wählen. Wobei ich nicht sicher bin, ob dies wirklich der einfachere Einstig ist. Manche Bilder bringen vors Auge, was man nicht mehr so schnell aus dem Kopf bekommt...

Für mich ist dieses Buch ein wichtiger Beitrag #GegenDasVergessen und ich wünsche den beiden Illustratoren einen großen Erfolg mit dem Buch! Es hat verdient die Welt zu überschwemmen und immer und immer wieder an das zu erinnern, was nie mehr wieder passieren darf! Nie. Mehr. Wieder.
__________________________
http://bit.ly/2CZBhUa

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Zusätzliche Informationen

Ari Folman wurde am 17. Dezember 1962 in Haifa (Israel) geboren.

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