Das Tagebuch der Anne Frank

von Ari Folman und Anne Frank
4,7 Sterne bei42 Bewertungen
Das Tagebuch der Anne Frank
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“Unser Ziel war stets, den Geist Anne Franks in jedem einzelnen Bild zu bewahren.” Zitat aus dem Nachwort.

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Bewegend, emotional, sagenhaft lebendig illustriert, grandios, einfach ein ganz großes MUSS für alle Leser.

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Inhaltsangabe zu "Das Tagebuch der Anne Frank"

Anne Franks Tagebuch, weltbekannt und geliebt, liegt jetzt in einer völlig neuen Fassung vor: »Das Tagebuch der Anne Frank: Graphic Diary. Umgesetzt von Ari Folman und David Polonsky« ist eine einzigartige Kombination aus dem Originaltext und lebendigen, fiktiven Dialogen, eindrücklich und einfühlsam illustriert von den mehrfach ausgezeichneten Trickfilmzeichnern Ari Folman und David Polonsky. Beide bekannt für ihr Meisterwerk »Waltz with Bashir«, das u.a. für den Oscar nominiert war. So lebendig Anne Frank über das Leben im Hinterhaus, die Angst entdeckt zu werden, aber auch über ihre Gefühle als Heranwachsende schreibt, so unmittelbar, fast filmisch sind die Illustrationen. Das publizistische Ereignis zum 70. Jahrestag der Erstveröffentlichung, autorisiert vom Anne Frank Fonds Basel.

Ari Folman ist Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. Er wurde 1962 als Sohn polnischer Holocaust-Überlebender in Haifa geboren. Als junger israelischer Soldat erlebte er 1982 den Ersten Libanonkrieg mit. Über die teils autobiografischen traumatischen Erlebnisse drehte er 2008 den animierten Dokumentarfilm Waltz with Bashir, der als bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert wurde, den Europäischen Filmpreis und den César erhielt. David Polonsky, geboren 1973 in Kiew, ist ein preisgekrönter Illustrator und Comiczeichner. Weltbekannt wurde er durch seine Zeichnungen für den Animationsfilm “Waltz with Bashir” und die gleichnamige Graphic Novel. Er unterrichtet an Israels angesehener Kunstakademie Bezalel in Jerusalem.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783103972535
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:160 Seiten
Verlag:S. FISCHER
Erscheinungsdatum:05.10.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Flaventuss avatar
    Flaventusvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: “Unser Ziel war stets, den Geist Anne Franks in jedem einzelnen Bild zu bewahren.” Zitat aus dem Nachwort.
    Sehr gute Umsetzung im Sinne des Originals

    “Das Tagebuch der Anne Frank” ist eines der wenigen Bücher, bei dem der Leser weiß, wie es endet und dennoch einen Reiz auszuüben vermag. Ein Grund, weshalb ich mir die Graphic-Novel-Umsetzung des Tagebuchs gekauft habe.

     

    Graphic Novel vs. Tagebuch

    Ich habe “Das Tagebuch der Anne Frank” auch im ungekürzten Original gelesen. Mir liegt die Ausgabe aus dem Jahre 1955 in der Auflage von 1990 vor (ebenfalls aus dem Fischer Verlag). Letzteres dürfte auch das Jahr sein, in dem ich das Buch gekauft und gelesen habe. Entsprechend lückenhaft war mein Erinnerungsvermögen, weswegen ich diverse Passagen direkt miteinander verglichen habe.

    Bevor ich auf die inhaltlichen Unterschiede eingehe, muss ich zuerst die Aufmachung der Graphic Novel beschreiben. Dies beinhaltet nämlich wenig überraschend einige Abwandlungen im Vergleich zum Original. Die Autoren der Graphic Novel bezeichnen ihr Buch dann auch als Graphic Diary, das als Adaption zu Anne Franks Originaltext erstellt wurde.

     

    Aufmachung

    Die fiktiven Dialoge, die mehr oder weniger auf dem Tagebuch basieren, sind als Erzählstreifen graphisch umgesetzt, so wie der Leser es aus vergleichbaren Graphic Novels kennt. Darüber hinaus gibt es allerdings recht umfängliche Textpassagen ohne Illustrationen, die sich am Originaltext orientieren. Und hier gibt es den ersten großen Unterschied.

    Diese Textpassagen sind im Original deutlich persönlicher und emotionaler verfasst. In der neueren Übersetzung in der Graphic Novel wurden diese Texte versachlicht und Anne Franks persönliche Note entfernt. Warum die Übersetzer diesen Schritt gewagt haben, ist mir unklar, denn dadurch verlieren die Texte ihre Persönlichkeit.

     

    Freiheiten

    Ich habe tatsächlich auch ein, zwei Textpassagen entdeckt, die ich so in der mir vorliegenden Originalübersetzung so nicht entdeckt habe. Gut möglich, dass diese Texte erst später veröffentlicht wurden. Dies entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Die Graphic Novel basiert auf einer im Jahre 2001 erschienen Ausgabe.

    Die illustrierten Passagen, die in diesem Buch selbstverständlich überwiegen, dürfen sich dann natürlich ihre Freiheiten nehmen und setzen die persönliche Note gekonnt graphisch in Szene. Dies passt recht gut und diese Elemente orientieren sich durchaus recht eng an dem Tagebuch. Hier geht der Geist des Buchs nicht verloren.

    Ist es ratsam, zuerst den Originaltext zu lesen?

    Ratsam vielleicht, ja, aber in meinen Augen nicht zwingend erforderlich. Das, was “Das Tagebuch der Anne Frank” ausmacht, wurde in der Graphic Novel sehr gut umgesetzt. Nämlich, dass eine dreizehnjährige Jugendliche es vermochte, einfühlsame, ausdrucksstarke, humorvolle und überaus selbstreflektorische Tagebucheinträge zu verfassen. Es ist zwar schade, dass die persönliche Note in den Textpassagen untergegangen ist, dies wirkt sich allerdings nicht derart schwerwiegend aus, als dass ich dafür das Buch abwerten würde.

    Vielmehr zeigt die Graphic-Novel-Umsetzung eindrücklich, wie dieses Medium genutzt werden kann, um Literatur in einem anderen Licht zu zeigen und diese eventuell einem erweiterten Leserkreis zugänglich zu machen. Das Nachwort von Ari Folman endet mit dem Satz: “Unser Ziel war stets, den Geist Anne Franks in jedem einzelnen Bild zu bewahren.” Und ich finde, dass es den Machern dieser Graphic Novel durchaus gelungen ist.

    Zum Ende bleibt der Hinweis, dass es sich um eine Graphic Novel und nicht um einen Comic für Kinder handelt. Das empfohlene Lesealter würde ich mit 12 Jahren ansetzen.


    Diese Rezension findet sich auch auf meinem Blog.

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    szebrabookss avatar
    szebrabooksvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Einfach wunderschön!
    Eine echt schöne Umsetzung

    Nachdem bekannt wurde, dass "Das Tagebuch der Anne Frank" als Graphic Diary rauskommen würde, war ich sofort Ohr und wusste, dass ich lesen würde. Ich habe den Originaltext nicht gelesen, da ich mich unwohl fühle, dass Tagebuch einer fremden Person zu lesen. Denn ich würde auch nicht wollen, dass jemand in 100 Jahren mein Tagebuch liest. Aber jetzt, wo ich die Graphic Diary gelesen habe, bin ich neugierig geworden und ich werde wohl über meinen Schatten springen müssen und zum Originaltext greifen.
    Aber nun zu der Graphic Diary. Es ist ja eine Mischung aus Graphic Novel und dem Originaltext und gerade diese Mischung macht dieses Buch besonders. Ich hatte Spaß beim Lesen, weil die Illustrationen einfach genial sind. Am liebsten würde ich ja ein Bild hinzufügen, in dem man diese sieht, aber leider darf ich das nicht. Ich kann euch nur empfehlen in der Buchhandlung mal einen Blick rein zu werfen.
    Die Gefühle, die Anne Frank mit ihren Worten ausdrückt werden in meinen Augen perfekt illustriert und auch, wenn man fiktive Dialoge hat: man kann sich sehr gut in die Situation der Familie und vor allem in Franks Gefühlswelt hinein versetzen. Das hat mir besonders gut gefallen.
    Was ich auch super fand, war, dass am Ende ein kleiner Text ist, der erklärt was nach dem Ende des Tagebuchs passiert ist und wie es eben zur Veröffentlichung kam. Das Nachwort von Ari Folman hat mir auch sehr gut gefallen.
    Ich muss auch sagen, dass mich das Buch traurig gemacht hat. Es hat mir wieder vor Augen geführt wie schrecklich das Dritte Reich und der danach folgende Zweite Weltkrieg einfach war und wie viele Menschen deshalb ihr Leben lassen mussten.

    Von mir bekommt das Buch volle 5 von 5 Sternen und ich kann es wirklich jedem einzelnen von euch ans Herz legen.

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    monerls avatar
    monerlvor 8 Monaten
    Sehr eindrucksvoll und zeichnerisch absolut gelungen!

    Über den Inhalt will ich hier gar nicht viele Worte verlieren. Wer Anne Frank und ihr Tagebuch noch nicht kennt und nicht weiß, was ihr zugestoßen ist, den lade ich ein, sich meine REZENSION zum Hörbuch der Tagebücher durchzulesen! 

    Hier, in dieser Buchvorstellung, möchte ich einzig auf die Darstellung des Tagebuchs in Form einer Graphic Novel (GN) eingehen.

    Dies ist mein erstes comic-ähnliches Buch, das ich gelesen habe. Ich war vorab nicht sicher, ob dieses Graphic Diary (GD) dem echten Tagebuch das Wasser reichen kann. Aber ich wurde eines Besseren belehrt! Natürlich kann dieses Buch nicht das ganze geschriebene Wort transportieren, aber ich habe nicht das Gefühl, dass Wesentliches ausgelassen wurde. Die Bildgewalt ist so intensiv, sodass es mir schon Schmerzen bereitet hat, wenn ich bestimmte Bilder länger betrachtet und dabei die Mimik der einzelnen Figuren wahrgenommen habe. Oftmals kann man sehr genau erkennen wie es Anne dabei ging, als sie dieses oder jenes erlebt hatte und wie sie sich gefühlt hatte, als sie es ihrem Tagebuch anvertraute. Die Bilder sind sehr fein gezeichnet und sehr aussagekräftig! Wo einzelne Bilder nicht ausgereicht haben, hat man sich nicht gescheut, längere Textpassagen aus dem Tagebuch hinzuzufügen. Das gefällt mir sehr! Somit liest man diese GN nicht einfach so herunter und blättert sich durch die Seiten, nein, man verweilt und betrachtet die einzelnen Bilder und liest die längeren Textpassagen bewusst. 

    Ich persönlich finde, dass dieses Graphic Diary sowohl zum Einstig als auch als Ergänzung geeignet ist. Für Leser, die sich bereits mit Anne Frank, ihrem Leben, ihrem Schicksal und ihrem Tagebuch auseinandergesetzt haben, rundet das GD das ganze ab. Und für Leser, die erst anfangen sich mit Anne zu beschäftigen, löst es sicherlich den Impuls aus, noch mehr über sie und ihr Leben und Sterben zu erfahren. Beides empfinde ich positiv. Manch einer wagt sich nicht gleich an das Tagebuch heran und kann so einen leichteren Einstieg wählen. Wobei ich nicht sicher bin, ob dies wirklich der einfachere Einstig ist. Manche Bilder bringen vors Auge, was man nicht mehr so schnell aus dem Kopf bekommt...

    Für mich ist dieses Buch ein wichtiger Beitrag #GegenDasVergessen und ich wünsche den beiden Illustratoren einen großen Erfolg mit dem Buch! Es hat verdient die Welt zu überschwemmen und immer und immer wieder an das zu erinnern, was nie mehr wieder passieren darf! Nie. Mehr. Wieder.
    __________________________
    http://bit.ly/2CZBhUa

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    Sabine_Krubers avatar
    Sabine_Krubervor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr sensible und durchaus freche Interpretation.
    Lies doch einfach - Lesetipps für kleine und große Erstleser und Menschen mit Leseschwäche

    Das Tagebuch der Anne Frank als Graphic Diary. Geht das überhaupt? Wird man Anne Frank auf diese Weise gerecht oder zieht man ihr Schicksal damit ins Lächerliche? Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich das erste Mal von dieser Buchversion gehört habe.
    Beim Lesen wird sehr schnell klar, dass diese Interpretation des berühmten Tagebuchs eine sehr intensive Sichtweise auf Anne Frank erlaubt. Ich empfand dies als sehr authentisch. Den Autoren ist eine durchaus freche, aber auch sensible Interpretation des Tagebuchs gelungen.
    Ari Folman (Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent) und David Polonsky (preisgekrönter Illustrator und Comiczeichner) sind zwei junge Israelis, die vor allem auch durch ihren Oscar-nominierten Animationsfilm Waltz with Bashir bekannt geworden sind.
    Das Graphic Diary umfasst genau wie der Originaltext den Zeitraum zwischen dem 12. Juni 1942 und dem 1. August 1944 und endet wie auch das Original abrupt, aufgrund der Deportation Annes und der anderen Bewohner des Hinterhauses. Im Anschluss gibt es dann noch (genau wie beim Textoriginal) ein kurzes Nachwort, aus dem das Schicksal der acht Bewohner und ihren Helfern hervorgeht.
    Inhaltlich wurden für das Graphic Diary Kürzungen vorgenommen, dafür wurden jedoch sehr intensive Schwerpunkte vor allem auf Annes Innenleben gesetzt. Andeutungen aus dem Originaltext, werden von Folman und Polonsky bildlich ausgeführt und sehr sensibel aber auch humorvoll interpretiert. Dies kommt vor allem unerfahrenen Lesern und Menschen mit Leseschwäche entgegen, die Schwierigkeiten haben, zwischen den Zeilen zu lesen und zu interpretieren. Annes Intentionen lassen sich aus den Illustrationen wunderbar ablesen.
    Wie auch im Textoriginal handelt es sich in dieser Fassung um Tagebucheinträge, die mit dem jeweiligen Datum versehen sind. Anne vertraut ihrem Tagebuch, das für sie ihre imaginäre Freundin Kitty darstellt, all ihre Gedanken, Wünsche, Ängste, aber auch Wut, Ärger und Frust an.
    Anne bekommt das Tagebuch zu ihrem 13. Geburtstag. Zu diesem Zeitpunkt versteckt sie sich mit ihrer Familie noch nicht in dem Amsterdamer Hinterhaus. Da sie eine sehr fleißige Tagebuchschreiberin ist, ist es beklemmend zu lesen, wie die Situation für die Familie, die schon aus Deutschland vor den Nazis in die Niederlande geflohen ist, immer gefährlicher wird. Schließlich wird die Gefahr so groß, dass sie sich im Hinterhaus der Firma, in der Annes Vater Direktor war, zusammen mit anderen verfolgten Juden verstecken müssen.
    Nur Dank der Angestellten dieser Firma ist es Anne und ihrer Familie, der Familie van Daan und Herrn Dussel überhaupt möglich, so lange unentdeckt zu bleiben und mit dem Notwendigsten versorgt zu werden.
    Anne schreibt über ihre Wünsche, Träume und Ängste, aber vor allem beschreibt sie den Alltag im Hinterhaus: Die extremen Vorsichtsmaßnahmen, an die sie sich alle halten müssen, um nicht entdeckt zu werden, die Streitereien und Reibereien, die sich zwangsläufig entladen, wenn so viele Menschen auf so engem Raum miteinander klarkommen müssen und dabei immer die Angst im Nacken sitzt, doch noch von den Nazis entdeckt zu werden.
    Das Graphic Diary zeigt außerdem sehr deutlich das Verhalten eines Teenagers unter den besonderen Umständen des Eingesperrtseins auf engem Raum. Frust und Wut, der sich durch Konflikte innerhalb der Familie oder mit den andern Mitbewohnern aufbaut, können nicht einfach durch Schreien, Füße stampfen und Türen knallen abgebaut werden.
    Anne leidet unter dieser Situation und die einzige Möglichkeit, diese Emotionen zu verarbeiten ist ihr Tagebuch. Das Graphic Diary zeigt ihr aufgeladenes, emotionales Innenleben sehr gut.
    Auch wenn Anne unter der Situation leidet und durchaus verzweifelt ist und das Tagebuch die Entwicklung eines Kindes zu einer Erwachsenen ohne richtige Jugend wie unter einem Brennglas zeigt, verliert sie nie den Mut und macht sich Gedanken darüber, was nach dem Krieg sein wird. Sie schafft es immer wieder ihr Gleichgewicht wiederzufinden, wobei ihr sicher auch ihr Humor hilft. Auch wenn Anne diesen Humor häufig nur in ihrem Tagebuch zeigen konnte, so gehen Folman und Polonsky einen Schritt weiter und lassen genau diese inneren Vorstellungen und Annes Humor lebendig werden. Ganz klar steht Anne Frank als eigenwilliger Charakter und durchaus renitenter und selbstbewusster Teenager im Fokus.
    Das Graphic Diary ist eine Mischung aus Comic, Bilderbuch und originalen Textpassagen, die schon mal über zwei Seiten gehen können. Die Lesbarkeit ist daher stark schwankend. Während die Comic- und Bilderbuchanteile eine einfache Lesbarkeit haben, weist der Fließtext eine normale bis anspruchsvolle Lesbarkeit auf.
    Die serifenlose comichafte Druckschrift ist eher klein und die Zeilenabstände normal, was Lesern, die Probleme mit der visuellen Wahrnehmung und Verarbeitung haben, Probleme bereiten könnte. Ich empfehle in solchen Fällen einen Lesestein o.ä.
    Des Weiteren empfehle ich einen Lesepartner, nicht nur für schwächere Leser, sondern auch für jüngere Leser, da es bei der Lektüre des Buchs, bestimmt erhöhten Redebedarf gibt.

    Fazit: Ari Folman und David Polonsky sind eine sehr sensible und durchaus humorvolle Interpretation gelungen, die auch für Leser interessant ist, die den Originaltext bereits gelesen haben.

    Kommentare: 1
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    Irves avatar
    Irvevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ansprechende Adaption zum Graphic Diary, durch die starke Zusammenstreichung der Vorlage entstehen aber leider manchmal Lücken und Holperer.
    *+* "Das Tagebuch der Anne Frank" - Graphic Novel *+*

    Anne Frank war ein jüdisches Mädchen, das einige Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg mit seiner Familie von Deutschland in die Niederlande auswanderte, um dem Holocaust zu entkommen. Aber der Wahnsinn griff auch dort um sich. Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte sie versteckt in einem Hinterhaus. Ihre Jugend konnte sie nie genießen. Jeder Tag war damit angefüllt, die Launen ihrer „Mitgefangenen“ zu ertragen und die Hoffnung niemals sterben zu lassen. Anne ließ sich nicht unterkriegen. Das kluge, eigentlich lebensfrohe Mädchen hatte aber auch dunkle Flecken in ihrem Herzen – gezeichnet von ihrem verständlichen Unmut über die Situation und der Angst, trotz aller Bemühungen und Entbehrungen sterben zu müssen.
    Ihr Innerstes vertraute Anne ihrem Tagebuch Kitty an – und dieses „Tagebuch der Anne Frank“ kennen viele. Selbst wer es nicht selbst gelesen hat, weiß, welches Schicksal das tapfere Mädchen ertragen musste.

    Wer bisher vor diesem Werk zurückgeschreckt ist, weil es als zu umfangreich, ausführlich…. befürchtet wird, hat nun eine gute Alternative, Anne Franks Geschichte zu erleben. Denn diese Adaption als Graphic Diary setzt Annes Erzählung sehr anschaulich, einfühlsam und gefühlsstark um. Da, wo das Tagebuch berührt, geht diese Graphic Novel teilweise weiter, sie ging mir stellenweise tief unter die Haut. Ari Folman und David Polonskys Ziel war es, „den Geist Anne Franks in jedem einzelnen Bild zu bewahren.“ Sie haben ihr Ziel erreicht. Die Zeichungen sind gut gelungen in ihrer Art, die vielfältigen Stimmungen einzufangen. Aber auch die Inhalte des Tagebuchs des Mädchens sind gut umgesetzt. Der reifeprozess von Anne, die durch die menschenunwürdigen Entwicklungen direkt von der Kindheit ins Erwachensein springen musste, ist spürbar. (Diese Rezension ist meinem Bücherblog "Irve liest" entnommen.) Die Themen, die im Tagebuch immer wieder auftauchen, werden leicht verständlich umgesetzt. Hier muss man nicht denken, hier fühlt man – die Bilder treffen direkt ins Herz – zumindest bei mir – und lösen eine Vielzahl an Gefühlen aus.

    Natürlich musste die Vorlage bei der Umsetzung stark gekürzt werden, und es kann nicht jedes kleinste Detail bedacht werden. Im Großen und Ganzen ist die Adaption sehr gut gelungen, lediglich an einigen Stellen hätte ich mir mehr Ausführlichkeit oder Tiefe gewünscht. Durch die Verknappung und leicht zugängliche Form des Themas durch die ansprechenden Zeichnungen, wird jedoch die Zielgruppe sicher deutlich stärker angesprochen als von der Printvorlage. Auch wenn nicht alles bis ins Kleinste in dieser Variante des Tagebuchs auftaucht, die Botschaft bleibt erhalten. Und sie erscheint für mein Empfinden in dieser Ausgabeform durch die gelungene Visualisierung gar noch effektiver.

    Auch, oder gerade weil die Geschehnisse schon lange zurückliegen und wir aktuell ganz andere, ganz große Probleme haben, darf das Schicksal der Anne Frank, das stellvertretend für die schwarze Zeit unserer Geschichte steht, nie vergessen werden.

    Inhalt
    Anne Franks Tagebuch, weltbekannt und geliebt, liegt jetzt in einer völlig neuen Fassung vor: »Das Tagebuch der Anne Frank: Graphic Diary. Umgesetzt von Ari Folman und David Polonsky« ist eine einzigartige Kombination aus dem Originaltext und lebendigen, fiktiven Dialogen, eindrücklich und einfühlsam illustriert von Ari Folman und David Polonsky. Beide bekannt für ihr Meisterwerk »Waltz with Bashir«, das u.a. für den Oscar nominiert war. So lebendig Anne Frank über das Leben im Hinterhaus, die Angst entdeckt zu werden, aber auch über ihre Gefühle als Heranwachsende schreibt, so unmittelbar, fast filmisch sind die Illustrationen. Das publizistische Ereignis zum 70. Jahrestag der Erstveröffentlichung, autorisiert vom Anne Frank Fonds Basel.

    Autoren
    Ari Folman ist Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. Er wurde 1962 als Sohn polnischer Holocaust-Überlebender in Haifa geboren. Als junger israelischer Soldat erlebte er 1982 den Ersten Libanonkrieg mit. Über die teils autobiographischen traumatischen Erlebnisse drehte er 2008 den animierten Dokumentarfilm »Waltz with Bashir«, der als bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert wurde, den Europäischen Filmpreis und den César erhielt.

    Anne Frank, am 12. Juni 1929 als Kind jüdischer Eltern in Frankfurt am Main geboren, flüchtete 1933 mit ihren Eltern nach Amsterdam. Nachdem die deutsche Wehrmacht 1940 die Niederlande überfiel und besetzte, 1942 außerdem Maßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung in Kraft traten, versteckte sich die Familie Frank in einem Hinterhaus an der Prinsengracht. Die Familie und ihre Mitbewohner wurden im August 1944 verraten und nach Auschwitz verschleppt. Anne Frank und ihre Schwester Margot starben infolge von Entkräftung und Typhus im März 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Ihr genauer Todestag ist nicht bekannt.

    David Polonsky, geboren 1973 in Kiew, ist ein preisgekrönter Illustrator und Comiczeichner. Weltbekannt wurde er durch seine Zeichnungen für den Animationsfilm »Waltz with Bashir« und die gleichnamige Graphic Novel. Er unterrichtet an Israels angesehener Kunstakademie Bezalel in Jerusalem.
    Quelle: Fischer Verlage 

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    Leseeule96s avatar
    Leseeule96vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Toll umgesetzt, an manchen Stellen hat mir aber was gefehlt - jemand der das Buch nicht kennt, wird den Zusammenhang nicht verstehen
    Toll umgesetzt!

    Herzlichen Dank an den Fischer Verlag, für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!
    Ich habe "Das Tagebuch der Anne Frank" in der fünften Klasse in der Schule gelesen. Das war also ca. 2006/2007 und trotzdem war der Inhalt der Geschichte noch ziemlich präsent bei mir. Als ich dann die Vorschau vom Verlag gesehen habe, wusste ich sofort, dass ich diesen Graphic Novel gerne lesen möchte, denn die Geschichte ist einfach etwas ganz besonderes und sollte niemals vergessen werden.
    In Form eines Comics erleben wir hier also nochmals die Geschichte von Anne Frank und den weiteren Bewohnern des Hinterhauses, in welchem sie sich während des zweiten Weltkrieges für über anderthalb Jahre versteckt halten mussten.
    Ich glaube - bzw. hoffe, dass ich nichts zu Anne Frank sagen muss. Jeder sollte wissen, worum es in ihrem Tagebuch geht und meiner Meinung nach, sollte dieses Buch auch jeder gelesen haben. Egal ob man nun ein Bücherwurm ist oder nicht, aber ich finde, dieses Buch ist eine Pflichtlektüre! Wer zu faul für das richtige Buch ist, der hat nun die Chance, den Comic zu lesen, welcher in verkürzter Form die Geschichte wiederspiegelt.


    Die Zeichnungen haben mir gut gefallen und jeder Charakter hatte seine persönliche Note und ist dadurch zum Leben erweckt worden. Annes Verzweiflung in vielerlei Hinsicht ist gut rüber gekommen, aber ich persönlich hätte mir noch ein paar mehr Infos zum Krieg gewünscht. Ich kenne das Buch zwar nun, aber jemand, der es noch nicht gelesen hat, könnte eventuell ein paar Zusammenhänge nicht ganz verstehen.



    Annes Tagebuch endet ja ziemlich abrupt, als sie und ihre Familie entdeckt werden, sodass es logischerweise kein richtiges Ende gibt. Umso besser gefällt mir, dass es auch in diesem Graphic Novel hinten noch eine kurze Aufklärung und Beschreibung gibt, was noch passierte, nachdem das Tagebuch endet.



    Was damals geschehen ist, ist einfach unfassbar und schrecklich und darf sich niemals wiederholen. Unter anderem deshalb sollte jeder dieses Buch (ich meine jetzt tatsächlich das Buch und nicht den Graphic Novel) gelesen haben.
    Die Umsetzung dieses Comics empfinde ich als ziemlich gelungen und hätte mir tatsächlich noch etwas  mehr und umfassenderes gewünscht. Ansonsten kann ich es gut und gerne weiter empfehlen.

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    Svenjas_BookChallengess avatar
    Svenjas_BookChallengesvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Geschichte bringt mich einmal mehr zum Weinen - gerade, weil Folman und Polonsky sie so unglaublich gut untermalt haben. Ein Muss!
    Emotional, aufwühlend und auch in dieser Version ein großes Stück Weltliteratur

    Das hier wird ganz sicher eine der emotionalsten Rezensionen, die ich je verfasst habe. Das merke ich allein daran, dass ich jetzt ungefähr eine halbe Stunde lang auf den Bildschirm gestarrt habe, bevor ich überhaupt zu schreiben beginnen konnte. Anne Frank begleitet mich bereits seit meiner Kindheit - als junges Mädchen habe ich ihr Tagebuch zum ersten Mal gelesen und anschließend die meiner Meinung nach überragende Verfilmung mit Ben Kingsley und Hannah Taylor Gordon sowie sämtliche Dokumentationen, die ich in die Finger bekam, in mich aufgesogen. Ich muss zugeben, dass ich das Tagebuch selbst damals noch sehr langatmig fand. Ich hatte es mir spannender vorgestellt und es gab viele Dinge, die ich - jung wie ich war - einfach noch nicht verstand. Heute ist das natürlich anders und mir bleibt die Luft weg, wenn ich daran denke, was für ein unglaubliches und vor allem unglaublich begabtes Mädchen Anne Frank war. Und mir bleibt das Herz stehen, wenn ich an ihr Schicksal denke und an das der anderen Bewohner des Hinterhauses in der Prinsengracht.

    Ich bin mir sicher, dass alle, die auf den Link zu meiner Rezension geklickt haben, wissen, wer Anne Frank war. Die meisten haben vermutlich auch ihr Tagebuch gelesen und kennen ihre Geschichte. Ich kann euch sagen: Umso schwerer und emotionaler ist es, dieses Stück Weltliteratur (nichts anderes ist Das Tagebuch der Anne Frank mehr als 70 Jahre nach seiner Niederschrift) noch einmal zu erleben. Und "erleben" ist definitiv das richtige Wort, denn diese Neuauflage, grandios umgesetzt von Ari Folman und David Polonsky, hebt all das, was Anne vor so vielen Jahren niederschrieb, noch einmal auf eine völlig neue Stufe. Aber was genau ist dieses Graphic Diary eigentlich?

    Das Tagebuch der Anne Frank. Graphic Diary enthält viele Passagen aus dem Original-Text, ist aber in erster Linie eine Neu-Interpretation von Anne Franks Tagebuch. Wie muss man sich das vorstellen? Ari Folman und David Polonsky haben den Original-Text als Vorlage genommen und auf dessen Basis Annes Geschichte nach konstruiert und mit aussagekräftigen und unglaublich gewaltigen Illustrationen untermalt. Annes Gefühle werden unter anderem durch Träume und Gespräche dargestellt, abstrakte Gedanken nachvollziehbar und eindrucksvoll verbildlicht. Ein Stück weit ist diese Neuauflage also keine Comic-Version des Tagebuchs (Ari Folman sagt im Nachwort selbst, dass das unmöglich gewesen wäre, weil man alleine für die Illustrationen wohl locker 10 Jahre gebraucht hätte), sondern vielmehr eine Hommage an Anne und ihre Geschichte.

    Die Graphic Novel ist dabei nah genug am Original, um wahnsinnig authentisch und bewegend zu wirken, geht aber eben auch neue Wege, um das Tagebuch noch intensiver und nachvollziehbarer für den Leser zu machen. Folman und Polonsky gelingt es, Leser und Autorin/Protagonistin noch näher zusammenzubringen, was vermutlich besonders für junge Leser ein großer Pluspunkt ist. Diese Version des Tagebuchs ist nicht nur kompakter, sondern vor allem greifbarer und unmittelbarer. Für mein Empfinden haben die Autoren Annes Gefühlsleben und ihre Gedanken perfekt transferiert und transportiert. Sowohl die Illustrationen als auch die Gespräche und die Auszüge aus dem Original-Tagebuch spiegeln Annes Persönlichkeit als impulsives, charakterstarkes und sehr empfindsames Mädchen mit einer außerordentlichen Begabung überragend gut wieder. Annes Worte werden spektakulär untermalt und verlieren absolut nichts von ihrer Tiefsinnigkeit und Wahrheit.

    Denn bei diesem zweiten Lesen des Tagebuchs (wenn auch in anderer Form) ist mir erst einmal klar geworden, was für ein unglaubliches Mädchen Anne Frank war. Wie sie schon in jungen Jahren zu schreiben vermocht hat - Wahnsinn! Wie sie ihren Gefühlen Ausdruck verleiht und auch in den bedrückendsten Situationen nie die Hoffnung verliert - einfach bewundernswert. Das macht ihre Geschichte umso tragischer, denn man liest auch diese Version des Tagebuchs durchgängig in dem Bewusstsein, dass Anne und sechs ihrer sieben Mitbewohner im Hinterhaus das Ende des Krieges nie erleben, dass sie nie das machen und das werden können, was sie sich erträumten. Trotzdem hat mich diese Erkenntnis am Ende aufs Neue umgehauen. Annes Aufzeichnungen enden abrupt und es ist so schmerzhaft, diese letzte Tagebuchseite zu lesen und im Kopf genau zu wissen, wie es für die Franks, van Pels' und für Herrn Pfeffer weitergegangen ist...

    Nachtrag:

    Am 8. August 1944 werden Anne, ihre Familie und die anderen Untergetauchten von Amsterdam in das niederländische Durchgangslager Westerbork transportiert und von dort aus etwa einen Monat später nach Auschwitz deportiert. Hermann van Pels überlebt dort nicht lange und wird ungefähr einen Monat nach der Ankunft in Auschwitz in den Gaskammern ermordet. Fritz Pfeffer wird von Auschwitz aus in das Konzentrationslager Neuengamme verlegt und stirbt im Dezember infolge der katastrophalen Zustände in der dortigen Krankenbaracke. Edith Frank bleibt in Auschwitz zurück und stirbt im Januar 1944 an Entkräftung. Margot und Anne werden nach Bergen Belsen in Deutschland transportiert und erkranken im Frühjahr 1945 wie Tausende andere Häftlinge an Typhus. Sie sterben kurz hintereinander. Auch Auguste van Pels, die zwischenzeitlich ebenfalls in Bergen Belsen untergebracht war und dort Anne und Margot wieder traf, wird im Frühling 1945 ermordet. Ihr Sohn Peter wird auf einen der Todesmärsche von Auschwitz nach Mauthausen geschickt und stirbt dort am 5. Mai 1945 - 3 Tage vor der Befreiung. Von den 8 Untergetauchten im Hinterhaus ist Otto Frank der einzige Überlebende - er kehrt nach der Befreiung von Auschwitz durch die rote Armee im Januar 1945 etwa fünf Monate später nach Amsterdam zurück und erhält von Miep Gies Annes Tagebücher...

    Mein Fazit:

    Das Tagebuch der Anne Frank ist ein wichtiges Stück Welt- und Literaturgeschichte - und es ist ein Muss. Die Graphic Novel nähert sich diesem einzigartigen Mädchen jedoch noch einmal auf eine ganz neue Art und Weise und erweckt Annes Worte einmal mehr zum Leben. Ich liebe die Illustrationen und bewundere das Feingefühl, mit dem Folman und Polonsky an diesen einzigartigen und so traurigen Stoff herangegangen sind. Diese Version lohnt sich definitiv nicht nur für Kinder, sondern für alle, die Anne Franks Leben schätzen und sich an sie erinnern wollen. Ein Buch für alle! Wirklich alle!

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    LillianMcCarthys avatar
    LillianMcCarthyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine sehr wichtige Comicadaption mit viel Mehrwert. Absolute Empfehlung!
    Wichtige Comicadaption

    Ich war sehr begeistert über die Information, dass es eine Graphic Novel Version von Anne Franks Tagebuch geben wird. Ich bin schon seit meiner Kindheit ein großer Fan von Anne Franks Erzählungen aus dem Leben im Hinterhaus. Kein Buch hat mich so nachhaltig prägen können und kein Mädchen war mir ein so großes Vorbild, wie Anne es war. Es mag überzogen klingen aber Anne Frank konnte mich in meinem Denken, meiner Empathie und meinem Blick auf den Wert eines Menschen sehr nachhaltig prägen und ich wünsche mir, dass viele andere Kinder diesen Mehrwert auch erfahren.

    An den Zeichenstil des Buches musste ich mich erst einmal gewöhnen, nachdem mir dies gelungen war, mochte ich ihn allerdings sehr. Er ist sehr klar und sehr detailreich und Erwachsene sowie Kinder können sich sicher an ihm begeistern. Die Tagebucheinträge Anne Franks wurden teilweise mit dazu passenden Dialogen in die Geschichte übernommen, teils jedoch mit passenden Illustrationen abgedruckt, was den Eindruck des Tagebuchs nicht ganz nahm und sehr schön passte. Man bekommt gerade durch die Comicausgabe noch einmal ein schönes Bild von Anne Franks Leben im Hinterhaus und ihren Sorgen und Ängsten. Mich beeindruckte es sehr, wie detailverliebt und detailgetreu hier gearbeitet wurde. Die Einrichtung, das Aussehen der Charaktere, das gesamte Hinterhaus… Alles stimmte mit dem Original überein und ich bin begeistert davon, wie genau hier gearbeitet wurde.

    Für Fans von Anne Franks Tagebuch, für Klassiker-Liebhaber und Graphic Novel Fans ist dieses Buch ein absolutes Muss und eine schöne Ergänzung, zum Buch im Original. Ich sehe allerdings noch viel mehr Wert in der Geschichte. Sie bietet durch die doch recht knappe Form als Comic auch Jugendlichen und Lesemuffeln die Möglichkeit, sich mit Annes Geschichte auseinanderzusetzen und wichtige Werte aus dieser vermittelt zu bekommen. Somit kann ich nicht anders, als eine klare Empfehlung für dieses Buch auszusprechen.

    Fazit: Anne Franks Tagebuch in Graphic Novel Ausgabe bietet nicht nur einen anderen und detailgetreuen Blick auf Annes Leben im Hinterhaus, auch einige Tagebucheinträge wurden in Originalform abgedruckt und nehmen den Eindruck, ein Tagebuch zu lesen, nicht gänzlich. Mit dem tollen Zeichenstil begeistert es nicht nur Anne Frank- und Comic-Fans sondern bietet auch Weniglesern die perfekte Möglichkeit, sich mit Anne Franks Geschichte auf emotionale Art auseinanderzusetzen. 

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    EifelBuecherwurms avatar
    EifelBuecherwurmvor einem Jahr
    Eine absolute Leseempfehlung!

    Preis: € 20,00 [D]
    Verlag: S. FISCHER Verlag
    Seiten: 160
    Format: Hardcover
    Altersempfehlung: keine Angabe
    Reihe: -
    Erscheinungsdatum: 05.10.2017

    Inhalt:

    Anne Franks Tagebuch, weltbekannt und geliebt, liegt jetzt in einer völlig neuen Fassung vor: »Das Tagebuch der Anne Frank: Graphic Diary. Umgesetzt von Ari Folman und David Polonsky« ist eine einzigartige Kombination aus dem Originaltext und lebendigen, fiktiven Dialogen, eindrücklich und einfühlsam illustriert von Ari Folman und David Polonsky. Beide bekannt für ihr Meisterwerk »Waltz with Bashir«, das u.a. für den Oscar nominiert war. So lebendig Anne Frank über das Leben im Hinterhaus, die Angst entdeckt zu werden, aber auch über ihre Gefühle als Heranwachsende schreibt, so unmittelbar, fast filmisch sind die Illustrationen. Das publizistische Ereignis zum 70. Jahrestag der Erstveröffentlichung, autorisiert vom Anne Frank Fonds Basel.

    Design:

    Das Cover und die Aufmachung des Buches gefallen mir sehr gut. Schon von Weitem kann man zweifelsfrei erkennen, dass dies ein Buch über Anne Frank ist, da sie sofort zu identifizieren ist und auf dem Cover wirklich hervorsticht.

    Besonders gut gefällt mir auch, dass das Rot von Annes Oberteil sich auch in der Schriftfarbe der Namen der Zeichner, als Farbe des Buchrückens, im Text auf der Rückseite und auf dem Vorsatz (Innenseiten des Einbandes) wiederfindet.

    Der Rest ist edel und einfach gehalten, ein schwarzer Hintergrund auf dem die Zeichnungen und Informationen des Einbandes in den Vordergrund rücken und gleichzeitig eine gewisse Ernsthaftigkeit und schon fast Trauer vermittelt.

    Meine Meinung:


    Ich habe das Buch bereits im Vorfeld auf der Frankfurter Buchmesse in der Hand gehabt und war sofort begeistert. Umso mehr habe ich mich gefreut, als mir der Verlag ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat, ansonsten hätte ich es mir aber auch auf jeden Fall selber gekauft.

    Die Geschichte beginnt am Freitag, den 12. Juni 1942. Anne Frank bekommt zu ihrem Geburtstag ein Tagebuch geschenkt, in das sie ab diesem Zeitpunkt regelmäßig schreibt. Die Einträge umfassen oft mehrere Tage, die am Anfang der Abschnitte auch genau angegeben werden. Wir erleben die Geschichte, genau wie im Originalwerk, als Tagebucheinträge. Anne tauft das Tagebuch auf den Namen Kitty und es ersetzt ihr die beste Freundin. Sie vertraut ihr ihre tiefsten Gefühle an.

    Die Einträge beginnen noch in einer Zeit vor dem Leben im Hinterhaus. Es ist erschreckend, wie schnell die Geschehnisse eskalieren und bereits auf Seite 23 ziehen sie in ihr Versteck ein, denn sie und ihre Familie sind Juden und wurden in Holland von den Nazis verfolgt. Die Seiten zuvor reichen absolut aus um die Vorgeschichte zu schildern und einen Eindruck von der Zeit zu geben.


    Nach und nach kommen die anderen Bewohner des Hauses dazu und mit ihnen verkompliziert sich die sowieso schon schwierige Situation immer mehr. Wir erfahren von den Ängsten und Nöten, vom Krieg und der Verfolgung der Juden.
    Die Autoren haben es wunderbar geschafft die Essenz aus den Texten zu extrahieren und die wichtigsten Punkte darzustellen. Auch wenn ein Graphic Diary nicht alle Inhalte wiedergeben kann, habe ich doch nichts vermisst und empfinde das Buch von vorne bis hinten als stimmige Interpretation.


    Die graphische Umsetzung und die Zeichnungen gefielen mir sehr gut. Bisher habe ich noch keinen Comic gelesen, der diesen Zeichenstil beinhaltet. Einen winzigen Kritikpunkt habe ich allerdings: die Bilder und Zeichnungen sind etwas verschwommen. Im Vergleich dazu ist der Text in den Sprechblasen sehr klar. Das fand ich etwas schade und hätte etwas präzisere Zeichnungen bevorzugt. Die Personenübersicht am Anfang des Buches ist auch deutlicher gezeichnet.

    Bei der Lektüre hat es mich übrigens auch erstaunt, dass auf mehreren Bildern das Hakenkreuz abgebildet wurde. Ich schwanke hierbei ein wenig zwischen den beiden Punkten, dass dieses Symbol nicht gezeigt werden sollte und der Meinung, dass es ein Teil der Geschichte ist und daher nicht weggelassen werden kann. Auf jeden Fall kann ich mir vorstellen, dass es manchen Personen nicht gefallen könnte. Mich hat es nicht gestört und ich finde es wichtig der Jugend zu zeigen, dass dies ein Symbol ist, mit dem man sich nicht schmücken sollte.

    Ab und an gab es auch ganze Seiten mit viel Text. Ab der zweiten Hälfte kam dies immer öfter vor, teilweise ganze Seiten sogar. Die Schrift war so klein wie in den Sprechblasen, so dass der lange Fließtext ein wenig schwierig zu lesen war. Der Lesefluss wurde durch die vielen Textpassagen auch deutlich verlangsamt im Vergleich zu der ersten Hälfte des Buches.
    Mir hat der Abdruck der unveränderten Texte des Tagebuches sehr gut gefallen. Manche Dinge kann man in einem Bild oder auf einer Seite nicht so abbilden, wie es ein Text vermitteln kann. Daher finde ich es gut, dass die Autoren eine stimmige Mischung aus Bildern und Texten ausgearbeitet haben.


    Wie immer, wenn mich ein Buch total begeistert, finde ich es schwer darüber zu berichten und dem Ganzen mit meinen Worten gerecht zu werden. Dieses Werk ist ein eindrückliches und bewegendes Graphic Diary. Die Zeichner haben es auf unglaubliche Weise geschafft die Stimmung im Hinterhaus und von Anne einzufangen. Einfühlsam und dennoch schockierend. Ein hoch poetisches Buch zwischen Politik, Krieg, dem Erwachsenwerden und all seinen Problemen. 


    Nach dem letzten Tagebucheintrag gibt es noch drei weitere Seiten mit den Geschehnissen die auf den letzten Eintrag folgten. Die Schrift und Gestaltung dieser Seiten hebt sich klar vom Rest des Buches ab, so dass man zweifelsfrei erkennen kann, dass es sich hierbei nicht mehr um das Tagebuch handelt.


    Wie immer, wenn ich Anne Franks Tagebuch beende, stehen mir danach die Tränen in den Augen. Das passierte mir bereits bei den Originaltexten, und auch bei diesem Graphic Diary hatte ich einen unglaublichen Kloß im Hals. 


    Im Nachwort der Zeichner wird erwähnt, dass sie den Erinnerungen an Anne Frank und ihrem Vermächtnis treu bleiben wollten und ihr Ziel war den Geist von Anne Frank in jedem einzelnen Bild zu bewahren. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können, denn genau dieser Eindruck ist bei mir als Leser entstanden.


    Ich habe das originale Tagebuch bereits in meiner Schulzeit gelesen, und empfinde es immer noch als eines der wichtigsten Zeugnisse aus dieser Zeit. Daher freut es mich umso mehr, dass nun eine neue Form gefunden wurde, in der hoffentlich viele neue Leser die Geschichte von Anne Frank erleben werden.

    Fazit:

    Dieses Buch hat es ohne viel Federlesen direkt in die Liste meiner Jahreshighlights geschafft! Auch wenn ich einen kleinen, halben Stern abziehen muss wegen der leicht unscharfen Bilder und der winzigen Schrift in den Fließtexten, kann ich ansonsten nichts finden, das ich an diesem Werk auszusetzen hätte. Inhaltlich überragend! Ich kann nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen und dieses Buch jedem ans Herz legen. Lest es, es ist so wichtig!

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    Caydences avatar
    Caydencevor einem Jahr
    Ausdrucksstark und unterhaltsam aufbereitet

    Das Tagebuch der Anne Frank gehört als eines der am meisten bewegenden Dokumente der NS-Zeit zur Pflichtlektüre an vielen Schulen. Auch ich habe es damals gelesen und fand es als Jugendliche manchmal schwierig zu verstehen. Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass es modernisiert wurde und begrüße diese neue Ausgabe in Form eines "Graphic Diary", was besser zum visuellen Geschmack der heutigen Jugend und zu unserer Zeit passt. Es wurde anschaulich, mit hervorragend gezeichneten Bildern und fiktiven, aber glaubwürdigen Dialogen ausgestattet.

    Das jüdische Mädchen, Anne Frank, hat keine richtige Freundin und als sie zum Geburtstag ein Tagebuch geschenkt bekommt, nennt sie es "Kitty". Von da an ist Kitty ihre beste Freundin, der sie alles anvertrauen kann. Ihre Erlebnisse, wie sie und ihre Familie durch den Judenhass immer mehr in ihrem normalen Leben eingeschränkt werden und sich schließlich sogar über einen sehr langen Zeitraum in einem Versteck verkriechen müssen, werden eindrucksvoll in Wort und Bild dargestellt. Auch die Schicksale von anderen Familienmitgliedern und Freunden werden bewegend geschildert.

    Die bedrückende, bedrohliche Atmosphäre in der sich die Familie befand und ihre Entbehrungen kann man sich durch die ausdrucksvollen Zeichnungen sehr gut vorstellen und besonders ein Querschnitt durch das Haus, in dem sie sich verstecken mussten, macht die beengende Situation deutlich spürbar. Mir haben besonders die Darstellungen der Gedanken, Träume und Wünsche von Anne gefallen. Die detailreichen Zeichnungen sind wunderbare Ergänzungen zum besseren Verständnis ihres Charakters. Die immer vorhandene Furcht vor der Entdeckung, der ewige Vergleich mit ihrer wohlgeratenen Schwester, der ständige Streit mit ihrer Mutter und die nervigen Eigenheiten der Mitbewohner verdeutlichen, wie sehr das Zusammenleben auf engstem Raum, ihre Wut und ihre Ängste schüren. Dabei habe ich oft an den hier so sehr passenden Spruch gedacht: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!

    Einige Textpassagen aus dem Original wurden aber auch ungekürzt in dieses Werk übernommen, um die sprachliche Reife der dreizehnjährigen Anne aufzuzeigen. Dies erläutert der Autor nochmals gesondert in einem interessanten Nachwort über die Entstehung der modernisierten Form des Tagebuchs. Über die Schicksale und Lebenswege der beschriebenen Personen nach Beendigung von Annes Aufzeichnungen wird ebenfalls in einem Nachtrag informiert.

    Das Tagebuch der Anne Frank ist durch die grafische Darstellung bemerkenswert ausdrucksstark und unterhaltsam aufbereitet. Das macht es auch für medial "verwöhnte" Jugendliche interessant und ist somit eine wertvolle und lesenswerte Alternative bzw. Ergänzung zum Original!

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    Funktioniert das? Ja - und zwar grandios!

    Die Vielzahl der graphischen Einfälle von Folman und Polonsky ist mitreißend: Aufrisszeichnungen, Bildallegorien [.] – was die Form des Erzählens im Comic hergibt, wird hier auch benutzt.

    Ari Folman und David Polonsky finden auf jeder Seite eine bewundernswerte, immer wieder neu anrührende Balance. Ein Lese- und Schauerlebnis.

    Anders als in den verschiedenen Verfilmungen erzeugen die Bilder und Texte einen ganz eigenen Raum, mal still, mal voller überbordender Phantasie.

    ein virtuoser und zugleich ungeheuerlicher Brückenschlag aus der Vergangenheit hin zu der Generation, die die Shoa nur aus dem Geschichtsunterricht kennt. […] ein Ereignis

    Das Graphic Diary spiegelt die riesige Vielfalt, welche die Comic-Kunst bietet.

    eine brillante, einfühlsame Adaption

    Die Bilder sind toll gezeichnet, der Leser kann der Geschichte leicht folgen.

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