Ari Rath Ari heißt Löwe

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Inhaltsangabe zu „Ari heißt Löwe“ von Ari Rath

Der legendäre, in Wien als Sohn galizischer Juden geborene Journalist Ari Rath war oft Zeuge einschneidender Ereignisse in Politik und Zeitgeschichte, die er nun in einem sehr persönlichen Buch aufgeschrieben hat. Er berichtet darin vom „Anschluss“ und der Flucht aus Österreich, vom harten Leben im Kibbuz, von seinen Jahren in den USA im Dienst der zionistischen Jugendbewegung und dem mühsamen Aufbau des Staates Israel. Und er erzählt von seiner Zeitung, der „Jerusalem Post“, bis zum Ende seiner Tätigkeit als Chefredakteur das Sprachrohr eines politisch liberalen Israel, und seinen Begegnungen als Journalist mit Adenauer und Ben-Gurion, Brandt, Schmidt und Sadat.

Gewährt einen lebhaften und wohlinformierten Einblick in die israelische Politik der letzten 60 Jahre.

— ekoepping
ekoepping

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    Ari heißt Löwe
    ekoepping

    ekoepping

    04. March 2015 um 20:29

    Ein Buch, das einen lebhaften und wohlinformierten Einblick in die israelische Politik der letzten 60 Jahre gewährt. Für eine politisch moderate Information über den Israel-Konflikt kann ich es sehr empfehlen, da es durchdachte und ausgewogene Einsichten vermittelt. Das alles aus der Perspektive eines Journalisten, der in dieser Zeit stets ganz nah an den politischen Ereignissen dran war.

  • Rezension zu "Ari heißt Löwe" von Ari Rath

    Ari heißt Löwe
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    16. November 2012 um 11:51

    Die hier vorliegenden Erinnerungen von Ari Rath, eines 1925 in Wien geborenen Juden, der nach seiner Emigration 1938 nach Palästina über viele Jahre aktiv in der Kibbuzbewegung tätig war, sind eindrucksvoll und bewegend. Ab 1958 arbeitete er als Redakteur, ab 1975 dann als Chefredakteur und Herausgeber der Jerusalem Post, die unter seiner Leitung zu einer weltweit anerkannten und in ihrer politischen Haltung geschätzten englischsprachigen Zeitung in Israel wurde. Als bald enger Berater von Israels Staatsgründer und erstem Präsidenten David Ben-Gurion und als Journalist lernte Ari Rath, der als Offizier auch den Kriegen teilnahm, die Israel zu führen gezwungen war, viele wichtige Staatmänner der Welt kennen, die bald seinen besonnenen Rat zu schätzen wussten. Dazu gehörten Indira Gandhi, Olof Palme, Henry Kissinger, Konrad Adenauer, Bruno Kreisky und auch der junge Helmut Schmidt. Die freie Journalistin Stefanie Oswalt, die Ari Rath im Jahr 1993 kennen lernte, hat ihm durch unzählige Gespräche, die sie seit dieser Zeit auch aufzeichnete, geholfen, sein aufregendes und aufrechtes Leben zu dokumentieren. Erst als Ari Rath sich im Jahr 2011 entschloss, wieder in Österreich zu leben und die dortige Staatsbürgerschaft wieder anzunehmen, nahm das über lange Zeit geplante Biografieprojekt feste Gestalt an. Schon in seinem Prolog zu seinen Erinnerungen macht Ari Rath deutlich, wie er die schwierige Lage in Israel einschätzt: „Es ist meine tiefe Überzeugung, dass die Zukunft Israels von einem dauerhaften und gerechten Frieden mit den Palästinensern abhängt. Mit großer Euphorie haben wir bei Jerusalem Post im November 1977 den historischen Besuch des ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat in Jerusalem begrüßt. Bis zu meinem Abschied 1989 (es war eher ein Hinauswurf durch die neuen Eigentümer, denen Ari Rath politisch nicht mehr in die Linie passte, d.R.) unterstützte das Blatt soweit wie möglich die verschiedenen Friedensinitiativen. Während dieser Jahre lernte ich führende ägyptische und palästinensische Politiker kennen, mit denen ich zum Teil bis heute in Kontakt stehe. Leider scheint mir aber der Frieden heute so fern wie nie: Der Niedergang der einst mächtigen Arbeiterbewegung, die bei der Staatsgründung eine Schlüsselrolle gespielt hat, erfüllt mich mit Trauer. Der zunehmende Einfluss der religiösen Siedlerbewegung auf das Militär und der Rechtsruck der israelischen Gesellschaft bereiten mir große Sorge, Die Aussichten sind düster, doch möchte ich am Abend meines Lebens die Hoffnung nicht aufgeben, den Aufbruch in eine friedliche Zukunft noch zu erleben.“ Diese aktuelle Situation und mögliche Auswege daraus hat gerade der orthodoxe(!) Historiker Gershom Gorenberg in seinem Buch „Israel schafft sich ab“, Campus 2012, beschrieben und für eine wirksame Veränderung dringend nötige Entscheidungen genannt: • die Beendigung der Besatzung • die Garantie voller Gleichheit • die Trennung von Staat und Synagoge Sie seien nicht nur möglich, sondern für die Zukunft Israels entscheidend. Wenn man verstehen möchte, wie es dazu überhaupt kam, welche Kämpfe und Konflikte, welche Entbehrungen und wie viele Opfer es brauchte, bis der Staat Israel überhaupt gegründet werden konnte, für den sind die Erinnerungen von Ari Rath wie ein persönlich geprägtes Geschichtsbuch. Er war durch seine journalistische Tätigkeit über Jahrzehnte an die genaue und unvoreingenommene Beobachtung seiner Umgebung gewohnt und immer bemüht, sein persönliches Erleben aus seiner Arbeit herauszuhalten. Das spürt man auch bei diesem Buch, in dem er aber von Anfang an mit der Schilderung seiner Kindheit in Wien bis zu seiner nie für möglich gehaltenen Rückkehr dorthin 2011, auch viele persönliche Einschätzungen, vorsichtige Urteile und mancherlei lange vergessenen Gefühle beschreibt. Obwohl ich glaube, mich in der Geschichte Israels von Theodor Herzl über die Staatsgründung 1948, die verschiedenen Kriege bis hin zur aktuellen Situation ganz gut auszukennen, habe ich doch in diesem Buch viel Neues gelernt. Die Geschichte eines Juden aus Wien, der 1938 nach Palästina emigriert und so den Vernichtungslagern der Nazis entgeht, der mit ganzem Herzen sich der Kibbuzbewegung und der Sache der Arbeiter verschreibt, der an vielen der Kriege selbstverständlich teilgenommen hat, die Israel führte seit 1948, eines schließlich als Journalist tätigen und von den Granden Israels gefragten Ratgebers und kritischen Beobachters des Schicksals seines geliebten Landes – sie liest sich wie ein Geschichtsbuch. Wer etwas erfahren will über Israel, seine Geschichte seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts und vor allem darüber, wie es zu der jetzigen beklagenswerten und fast hoffnungslos verfahrenen politischen Situation gekommen ist, dem sei diese Autobiographie eines aufrechten und beeindruckenden Menschen sehr empfohlen. Er schließt es mit großer Skepsis und Trauer: „ Anders als vor zwanzig Jahren ist es heute ungewiss, ob die Mehrheit der israelischen Bevölkerung einer Zweistaatenlösung zustimmen würde. Die Orthodoxen werden immer militanter, und viele Neueinwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, Frankreich und auch den Vereinigten Staaten prägen mit ihren häufig fanatisch nationalistischen Ansichten das Bild der israelischen Gesellschaft (…) So sehr es mich schmerzt, dies niederzuschreiben: In der gegenwärtigen israelischen Gesellschaft fällt es mir zunehmend schwer, mich zu Hause zu fühlen.“

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