Ariane Bentner

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Rezension zu "Vom Meckern zum Wünschen" von Ariane Bentner

Untersuchung zum „Ich schaffs Programm“
michael_lehmann-papevor 5 Jahren


 

Immer mehr verbreitet sich das ursprünglich in Finnland entwickelte „Ich schaffs“ Programm für die Arbeit mit Kindern, gerade Kindern mit schwierigen Lebensumständen, auch in Deutschland. Basierend auf der systemisch-lösungsorientierten Methode zeigt dieses lösungsfokussierte Programm erstaunliche Erfolge in der pädagogischen Arbeit mit Kindern.

 

Worauf diese Erfolge beruhen, das bildet Ariane Bentner als Herausgeberin in dieser Studie ab.

 

Soziale Kompetenzen, psychische Kompetenzen und akademische Fertigkeiten werden bei „Ich schaffs“ gleichermaßen vermittelt und trainiert, genauso, wie motorische und sensorische Fähigkeiten. Die bisherige Lücke eines „wissenschaftlichen Erweises“ statt „nur“ der pragmatischen Erfahrung, dass es das Programm „tut“ wird durch dieses Buch nachvollziehbar nun geschlossen. Gemeinsam mit Ariane Bentner zeigen Anja Becker und Julia Stephan in ihrer fundierten „Wirksamkeitsuntersuchung“ eben jene Wirksamkeit von „Ich schaffs“ auf.

 

Die Grundlagen des lösungsfokussierten Ansatzes werden dabei ebenso im Buch noch einmal vorgestellt (konkret auf das Programm bezogen), wie die Erlebniswelt von Trainer und Teilnehmenden, die Darstellung was denn genau „wirkt“ durch und mit dem Programm und, in vielfacher Form, werden persönliche Eindrücke gesammelt und systematisch geordnet.

 

Zu Empfehlen, auch als Einstieg in das Buch, ist hier der Erfahrungsbericht einer Mutter aus dem Elternkurs von „Ich schaffs“, der dem Buch auch den Titel gegeben hat. Da diese Mutter ebenfalls Pädagogik studierte, weist dieser Erfahrungsbericht sowohl das eigene Erleben als Mutter wie auch eine Reflektion auf Metaebene der „Pädagogin“ auf. Aus erster Hand erfährt der Leser hier von Struktur und Methode des Programms, vor allem aber von der Wirksamkeit des Lobes und der inneren Abläufe, zwischen „Wunschhand und Meckerhand“ sich mehr und mehr lösungsfokussiert auf die „Wunschhand“ einpendeln zu können.

 

Wobei natürlich gilt: „Natürlich ist die Wunschhand kein Patentrezept zum Durchsetzen eigener Wünsche der Eltern“. Aber Empathie für das Kind, Aufmerksamkeit für das eigene Verhalten und die eigene innere Befindlichkeit und überhaupt erst einmal die Bewusstwerdung des eigenen Verhaltens und dessen Wirkung sind schon starke Elemente für einen konstruktiven gemeinsamen Weg zwischen Eltern und Kinder und für je die Personen in sich.

 

Da auch die Fähigkeit, zu kritisieren und Kritik anzunehmen ein wesentlicher Teil des Programms ist, kommt diese Seite neben all dem „Loben und Wünschen“ bei weitem nicht zu kurz. Alles Elemente, die für das eigentliche Ziel des Programms, Verantwortung für sich und sein Leben aktiv zu übernehmen,  unabdingbar nötig (und wirksam) sind, wie die Autoren im Buch deutlich herausstellen.

 

Eine trotz des eher geringen Umfangs breite und zufriedenstellende Untersuchung des „Ich schaffs“ Programms, dass neben den theoretischen Erwägungen viel Raum für die reflektierte Darstellung der Praxis bereit hält und dem wissenschaftlichem Diskurs des Programms eine solide und gute Grundlage gibt.

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