Flug der Träume

von Ariel Lawhon 
4,4 Sterne bei10 Bewertungen
Flug der Träume
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Dieser Roman hat mich mit Charme, Liebe und dem letzten Flug der Hindenburg überzeugt.

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Toll recherchiert und sehr informativ, spannend und ein kleiner Hauch Romantik lassen die 500 Seiten fast zu schnell vorbeigehen...

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Inhaltsangabe zu "Flug der Träume"

Eine Gruppe von Passagieren wird im Mai 1937 zur Schickalsgemeinschaft. Der letzte Flug der Hindenburg und sein tragisches Ende markieren das Ende einer Ära. Ariel Lawhon entfaltet eins der größten Rätsel des 20. Jahrhunderts und erzählt von dieser Reise mit einer emotionalen Intensität, die noch lange nachwirkt.

Am Abend des 3. Mai 1937 gehen in Frankfurt 97 Menschen an Bord des Zeppelins Hindenburg, für den letzten, schicksalhaften Flug nach Lakehurst, New Jersey. Unter ihnen eine ängstliche Stewardess, die etwas zu verbergen hat, der zuverlässige Navigator, der ihre Zuneigung gewinnen will, ein naiver Kabinenjunge, der eine dauerhafte Position im größten Luftschiff der Welt anstrebt, eine vorlaute Journalistin, die in Deutschland auf einer schwarzen Liste steht, und ein geheimnisvoller amerikanischer Geschäftsmann, der eine offene Rechnung begleichen möchte. Im Laufe der drei champagnerseligen Tage ihrer Reise lichtet sich allmählich der Dunst um ihre Lügen, Ängste, Pläne und Hoffnungen für die Zukunft.

›Flug der Träume‹ zeichnet ein intimes Porträt der tatsächlichen Personen an Bord des letzten Flugs der Hindenburg. Hinter ihnen braut sich der Sturm in Europa zusammen, vor ihnen lauert die Katastrophe. Aber zunächst schweben sie über dem Atlantik und ahnen nichts von dem unerbittlichen, tragischen Los, das sie erwartet.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596296743
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:512 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:23.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    NiWas avatar
    NiWavor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Dieser Roman hat mich mit Charme, Liebe und dem letzten Flug der Hindenburg überzeugt.
    Historischer Absturz

    Im Mai 1937 hebt das Luftschiff ‚Hindenburg` in Frankfurt ab. Niemand der 97 Personen an Bord ahnt, dass es die letzte Reise des beeindruckenden Zeppelins ist.

    "Flug der Träume" bedient sich einer realen Katastrophe, die Ende der 1930er-Jahre über die Leinwände flimmerte. Denn am 6. Mai 1937 ist das Luftschiff ‚Hindenburg‘ beim Landeanflug auf Lakehurst vor laufenden Kameras explodiert. Nach wie vor wirft dieses Desaster der Luftfahrt Fragen auf, auf die es bis heute keine Antworten gibt.

    Ariel Lawhon geht diesen Fragen in Form ihres historischen Romans auf den Grund und widmet sich der dreitägigen Luftreise von Deutschland in die USA. Zwar kann die Autorin das Geheimnis nicht lüften, dennoch entwirft sie ein Szenario, das gleichzeitig spannend und gefühlvoll zu lesen ist.

    Dabei stellt sie reale Passagiere und Crew-Mitglieder vor, und man denkt, es könnte genauso gewesen sein.

    Meine Lieblings-Charaktere sind eindeutig Max und Emilie:

    Max ist Navigator des Zeppelins und weiß das Luftschiff durch Nebel und schlechte Wetterlagen zu manövrieren. Er ist unsterblich in Emilie verliebt, und hofft sehr, dass sie diese Gefühle erwidert. Außerdem ist er ein stolzer Mann, der sein Offiziersgehabe schon gerne mal seiner angebeteten Emilie zuliebe vergisst.

    Emilie ist Stewardess an Bord der Hindenburg. Sie ist eine Frau, die mitten im Leben steht, und als Pionierin der Luftfahrt eingeht. Denn sie ist nicht nur das einzige weibliche Besatzungsmitglied, sondern sogar die Erste ihres Geschlechts, die eine solche Position ergattert hat. Nebenher hat sie ein geheimes Päckchen zu tragen, ist Hals über Kopf in Max verliebt, will es sich aber nicht eingestehen, und hat zudem alle Hände voll mit den Passagieren zutun.

    Emilie und Max zeichnen sich durch spritzige, kesse und witzige Dialoge aus, die einem schon die Schamesröte ins Gesicht treiben - wenn man an das Jahr 1937 denkt. Ich liebe das Geplänkel der beiden, und ihren schneidigen Ton ohne Rücksicht darauf, wer in Hörweite steht.

    Werner ist das kleinste Mitglied der Crew und wird als Kabinenjunge eingesetzt. Obwohl er in
    seiner jungenhaften Gestalt unscheinbar wirkt, ist er laufend mitten im Geschehen, weil er von allen Besatzungsmitgliedern über die Maße beansprucht wird.

    Die Journalistin Gertrud ist mit ihrem Ehemann als Passagier unterwegs. Diese Frau ist ein heißer Feger, an dem man sich schon einmal die Finger verbrennt. Mit ihrem losen Mundwerk hat sie sich schon um ihren Journalisten-Ausweis gebracht, trotzdem denkt sie nicht dran, ihre Neugier zurück zu halten. Meiner Meinung nach handelt es sich bei Gertrud um eine bemerkenswerte Person, die in ihrem durchtriebenen Wesen immer die Nase in die Belange anderer steckt. Sie ist äußerst berechnend und liefert sich mit ihrem Mann so manches liebevolle Wortgefecht, von denen ich kaum genug kriegen konnte.

    Der Amerikaner ist die geheimnisvollste Figur an Bord. Er ist ein Mann, der sich ungeniert auf dem Zeppelin bewegt, Passagiere und Besatzung beobachtet, und sein ganz eigenes intrigantes Süppchen kocht.

    Mit dem Amerikaner konnte ich weniger anfangen und seine Rolle ist für mich der Kritikpunkt am Roman. Manches Mal konnte ich seinen Absichten nicht folgen, und war mir unsicher, warum er so handelt, wie er eben gehandelt hat. Zwar bringt sein Part Spionage-Touch in die Story rein, dennoch hat er mich nicht ganz von sich überzeugt.

    Die Handlung ist grandios und fesselnd erzählt. Natürlich geht es in erster Linie um die Reise auf der Hindenburg, denn dazu lädt der Roman ja ein. Außerdem bekommt man eine vortreffliche Liebesgeschichte erzählt, die ganz ohne Kitsch, dafür mit Charme und keckem Grinsen, die Reise in die USA verkürzt. Dazu kommen Spionage-Elemente, für die der Amerikaner steht, das Treiben und Arbeiten auf dem Zeppelin, worüber die Crew aufklärt, und die Annehmlichkeiten an Bord, die tatsächlich beeindruckend sind.

    Ariel Lawhon schafft es mit ihrem Erzählstil ein Bild der Hindenburg heraufzubeschwören, ohne sich in unnötige Details zu verlieren. Gleich zu Beginn stellt sie die Figuren vor, lädt den Leser zu einem spannenden Rundgang am Schiff ein, und zeigt aus zahlreichen Perspektiven, wie das Luftschiff zu guter Letzt explodiert.

    Mir hat "Flug der Träume" ausgesprochen gut gefallen und ganz viel Lesevergnügen beschert. Ich mochte die Geschichte von Emilie und Max, die kecke Journalistin Gertrud hat mich zum Schmunzeln gebracht, und den historischen Rahmen um den Zeppelin und die aufflammende Naziherrschaft finde ich exzellent umgesetzt.

    Dieser Roman hat mich mit Charme, Liebe und dem letzten Flug der Hindenburg überzeugt, und ich hoffe, dass er noch viele Leser mit auf die Reise nehmen wird. 

    Kommentare: 6
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    tinstamps avatar
    tinstampvor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Toll recherchiert und sehr informativ, spannend und ein kleiner Hauch Romantik lassen die 500 Seiten fast zu schnell vorbeigehen...
    Countdown bis zum Absturz

    Bewertung: 4 1/2 Sterne

    Was wisst ihr eigentlich über Zeppeline? Im Besonderen über die Hindenburg, das größte gebaute Luftsschiff, welches den Nazis als Propagandamittel diente? Wahrscheinlich genauso viel, wie ich wusste, bevor ich dieses Buch gelesen habe....nicht sehr viel....

    Ariel Lawhon hat sich in diesem wirklich sehr interessanten Roman dem Schicksal der Hindenburg gewidmet. Das Buch basiert auf der wahren Begebenheit des Unglücks am 6. mai 1937. Die Autorin hat jedoch ihre ganz eigene Idee betreffend der Explosion des Luftschiffes hier eingebracht, denn die Ursache des Unglücks ist bis heute nicht geklärt. Beim Lesen denkt man jedoch, dass es sich genauso abgespielt haben könnte...
    Am 3. Mai 1937 trat der Zeppelin LZ 129 Hindenburg mit 97 Menschen an Bordseine Fahrt von Frankfurt nach Lakehurst (USA) an. Die Personen sind (bis auf eine) alles reale Figuren, die tatsächlich an Bord waren. Einige davon lernen wir näher kennen und begleiten sie die ganzen 500 Seiten über. Das sind der Navigator, die Stewardess, der Kabinenjunge, der Amerikaner, die Journalistin und ihr Ehemann.

    Die Geschichte wird in Tage ab dem Start von Frankfurt in einem Art Countdown bis zum Absturz erzählt.
    Ariel Lawhon nimmt den Leser mit auf einen spannenden Rundgang durch die Hindenburg. Dabei bindet sie auch technische Daten und den Aufbau des Luftschiffes mit ein. Für mich war es anfangs unvorstellbar, dass es wie auf einem Ozeandampfer Speisesäle, viele einzelne Kabinen, ein Raucher- oder Familienzimmer gab. Diese Größe war für mich kaum vorstellbar.
    Die Autorin verbindet diese technischen Details perfekt mit der Handlung. Dadurch hat man das Gefühl selbst mit an Bord zu sein, das Flugschiff zu erkunden und die anderen Passagiere kennenzulernen.

    Auch die Charaktere sind sehr liebevoll und detailliert beschrieben. Sie wuchsen mir sehr schnell ans Herz und ich hoffte im Stillen, dass alle davon überleben werden.
    Vorallem Kabinenjunge Werner, der von den Besatzungsmitgliedern auch zu Arbeiten eingeteilt wurde, die ihm eigentlich nicht zustanden und daraus gewieft seine eigenen Vorzüge zog, mochte ich sehr. Er ist ein kluges Kerlchen und wird durch das Unglück viel zu schnell erwachsen. Aber auch Max, der Navigator, der unsterblich in die Stewardess Emilie verliebt ist und sie von seinen Vorzügen überzeugen will, war mir sehr sympathisch. Emilie, die erste weibliche Flugbegleiterin der Geschichte, und somit eine echte Pionierin der Luftfahrt, imponierte mir ebefalls sehr. Aber auch die aufgeweckte Journalistin, die sich nicht den Mund verbieten lässt und ihr zwanzig Jahre älterer Ehemann, sind ausgesprochen interessante Figuren. Einzig der Amerikaner hat seine dubiose Rolle und wirkt alles andere als sympathisch.

    Durch den dreitägigen Aufenthalt und die damit zunehmend explosivere Spannung unter den Passagieren an Bord, erfahren wir Leser immer mehr Einzelheiten und entdecken, dass so einige Personen ein kleines Geheimnis hüten. Die Geschichte wird dadurch spannend, aber auch kleine Anekdoten und das Liebesgeplänkel zwischen Max und Emilie bringen Schwung in den Roman. Man nimmt Anteil an den Figuren und ihren Schicksalen.
    Unaufhaltsam steuert man der Katastrophe entgegen und mit den immer weniger werdenden Stunden und Minuten werden auch gleichzeitig die Kapitel immer kürzer. So bringt die Autorin noch mehr Spannung in den Roman und lässt die letzten Stunden Revue passieren.
    Der Roman lebt von der Atmosphäre an Bord des Schiffes, den Schicksalen einzelner Figuren, den historischen Tatsachen, sowie der tollen Mischung aus Unterhaltung, Spannung, Tragik und Romantik.
    ________________________________

    Und wer noch immer nicht genug hat, kann sich dieses You Tube Video https://www.youtube.com/watch?v=CgWHbpMVQ1U ansehen, das mich erschüttert zurückgelassen hat und es eigentlich einem Wunder gleichkommt, dass "nur" 36 Menschen durch die Explosion gestorben sind. Anschauen!

    Schreibstil:
    Die Autorin schreibt sehr atmosphärisch und detailliert. Dadurch bekommt man ein wahnsinnig gutes Bild der Hindenburg und der Passagiere. Die teilweise sehr humorvollen Dialoge ließen trotz des drohenden Unglücks ein Lächeln auf meinem Gesicht zurück.
    Hinweisen möchte ich auch noch auf das Nachwort der Autorin. In diesem geht sie näher darauf ein, was Fakt ist und welche eigenen Freiheiten sie sich für den Roman genommen hat. Ariel Lawhon hat wirklich sehr gut recherchiert und einen tollen Roman daraus entstehen lassen.

    Fazit:
    Ein sehr interessanter historischer Roman, der durch seine großartige Atmosphäre, den Schicksalen einzelner Passagiere, sowie dem Mix aus Realität und Fiktion punktet. Toll recherchiert und sehr informativ, spannend und ein kleiner Hauch Romantik lassen die 500 Seiten fast zu schnell vorbeigehen...
    Ich finde es schade, dass dieser wundervolle Roman so wenig Beachtung findet. Ich empfehle ihn auf jeden Fall gerne weiter.

    Kommentare: 1
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    LeseBlicks avatar
    LeseBlickvor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Ich mag die Thematik der fast vergessenen Zeppelin- Ära einfach sehr gerne
    Deutsche Geschichte grandios verpackt

    Inhaltsangabe
    Eine Gruppe von Passagieren wird im Mai 1937 zur Schickalsgemeinschaft. Der letzte Flug der Hindenburg und sein tragisches Ende markieren das Ende einer Ära. Ariel Lawhon entfaltet eins der größten Rätsel des 20. Jahrhunderts und erzählt von dieser Reise mit einer emotionalen Intensität, die noch lange nachwirkt.

    Am Abend des 3. Mai 1937 gehen in Frankfurt 97 Menschen an Bord des Zeppelins Hindenburg, für den letzten, schicksalhaften Flug nach Lakehurst, New Jersey. Unter ihnen eine ängstliche Stewardess, die etwas zu verbergen hat, der zuverlässige Navigator, der ihre Zuneigung gewinnen will, ein naiver Kabinenjunge, der eine dauerhafte Position im größten Luftschiff der Welt anstrebt, eine vorlaute Journalistin, die in Deutschland auf einer schwarzen Liste steht, und ein geheimnisvoller amerikanischer Geschäftsmann, der eine offene Rechnung begleichen möchte. Im Laufe der drei champagnerseligen Tage ihrer Reise lichtet sich allmählich der Dunst um ihre Lügen, Ängste, Pläne und Hoffnungen für die Zukunft.

    Meine Meinung
    Wer meinen Blog ab und zu verfolgt, der hat mit der Zeit mitbekommen, dass ich mich unheimlich für geschichtliche Aspekte interessiere. Gerne auch im Sachbuchformat, aber vor allem mittels historischen Romanen.

    Da musste ich nicht lang überlegen, als dieses Buch in unserer Leserundengruppe vorgeschlagen wurde. Das größte Luftfahrzeug der Geschichte, welches nach dem deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg benannt wurde, war mir bis dato natürlich ein Begriff, aber als Bescheid wissen, konnte ich es nicht bezeichnen.
    Dieser Punkt sieht nun nach dem Lesen ganz anders aus.

    Als >>Titanic der Lüfte<< ging sie in die Geschichte ein und Kenner bringen das Datum des 6. Mai 1937 mit der Hindenburg in schreckliche Verbindung.
    Ein tragischer Tag für die Luftfahrt, aber auch für viele Menschen auf der ganzen Welt.

    Der Roman von Ariel Lawhon, eine Autor, deren Name man sich auf jeden Fall merken sollte und von der ich mir noch viele weitere Bücher erhoffe, startet drei Tage vor dem großen Unglück.
    Am 3. Mai 1937 gehen 97 Menschen (36 Passagiere, 61 Crewmitglieder) an Bord und erhoffen sich eine 3-tägige, reibungslose und entspannte Überfahrt nach Lakehurst, New Jersey, USA.
    Im Fokus der Geschichte stehen zwei Flugpassagiere und drei Besatzungsmitglieder der Hindenburg, welche bereits kurz, aber prägnant im oben eingefügten Klappentext vorgestellt werden.
    Um jedem Leser von der Geschichte rein gar nichts vorweg zu nehmen, möchte ich an dieser Stelle nur verraten, dass alle fünf Perspektiven über das gesamte Buch hinweg fesseln. Jede Sichtweise mal mehr und mal weniger, aber im Großen und Ganzen erzählt jede Figur eine geheimnisvolle oder spannende Geschichte.
    Konnten mich anfänglich vor allem die junge Stewardess Emilie und der Navigator Max überzeugen, rückten zur Mitte des Romans vor allem der Kabinenjunge Werner und die Journalistin Gertrud in meinen Fokus.

    Der Aufbau des Buches gefiel mit super. In sehr regelmäßigen Abständen wechseln die Kapitelüberschriften, welche gleichzeitig die Perspektive der Stewardess oder zum Beispiel des ominösen Amerikaners ankündigen. Die einzelnen Abschnitte haben anfänglich eine sehr gute Länge, um die Charaktere besser kennen zu lernen und einzuschätzen. Gegen Ende nutzt Ariel Lawhon einen so rasanten Wechsel der Erzählperspektive, dass mir förmlich schwindelig wurde, aber eine spürbare Spannung produziert wird, die den großen Showdown ankündigt.

    Neben den Ereignissen um die Personen schafft es die Autorin dem Leser das Luftschiff näherzubringen. Egal ob Details zu technischen Daten oder zur Einrichtung und Aufteilung des Zeppelins, hier werden sämtliche Fakten erklärt und fließend in die Geschichte eingebracht.
    Über die Beantwortung folgender Fragen bin ich im Nachhinein unheimlich dankbar:
    Warum flog dieser Zeppelin mit 200.000m3 entflammbarem Wasserstoff durch die Luft?
    Wie fanden 97 Passagiere und die Besatzung darin Platz?
    Wie war der Alltag auf diesem Luftriesen?
    Was bedeutet die Nummer 091091-K-455(-)6(-)8 auf einer militärischen Erkennungsmarke?
    Und wie viel Zeit benötigte es, dass die Hindenburg ausbrannte?

    Ob die Autorin mit ihrer Geschichte den wahren Grund für die Zerstörung der >Hindenburg< gefunden hat, werden wir wohl nie erfahren. Dies bleibt eine unbeantwortete Frage.

    In dieser Rezension möchte ich mal wieder erwähnen, wie wichtig es ist, auch das Nachwort bzw. die Anmerkungen von Autoren zu lesen. Ariel Lawhon berichtet, dass sie in ihrem Buch einzelne reale Begebenheiten eingearbeitet hat. Zum Beispiel sind einzelne Personengeschichten nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern in Wirklichkeit so geschehen. Einige der fünf Figuren lebten wirklich und gingen an dem Tag im Mai 1937 tatsächlich an Bord des Luftschiffes.
    Lediglich die Verflechtungen der Geschichte selbst bezeichnet die Autorin als ihren Versuch einer Theorie zum Absturz des Zeppelins.

    Mein Fazit
    Für mich ein Buch, dessen Geschichte ich für lange Zeit verinnerlichen werde.
    Der Unglückstag des größten Luftschiffes aller Zeiten ging in die Geschichte ein und für die heutige Generation ist es kaum vorstellbar, dass solche Gewalten vor 80 Jahren durch die Lüfte flogen. Auch für mich ein besonderer Teil in der Geschichte der Luftfahrt und ein Denkmal gegenüber den 36 Toten, welches nicht in Vergessenheit geraten sollte.
    Für dieses Buch würde ich wohl fast jedem Leser unter euch eine Leseempfehlung aussprechen. Und ich kann in keinerlei Hinsicht verstehen, dass diesem Buch in der großen Leserschaft bisher so wenig Beachtung zugekommen ist. Unbedingt lesen!

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    Betsys avatar
    Betsyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein fesselnder Roman über die letzte Fahrt der Hindenburg mit einer tollen Mischung aus Fiktion&Realität. Romantisch, spannend u. tragisch!
    Das Ende einer Ära

    „Vierunddreißig katastrophale Sekunden lang fraßen sich die Flammen durch das Luftschiff, dann war alles zerstört. Binnen einer halben Minute verwandelte sich das fliegende Luxushotel in rauchende Asche – ein verbranntes Skelett, das schwarz und verkrümmt auf diesem Flugfeld in New Jersey liegt. Nein, diese Bilder wird er nie vergessen.“

    Am 3.5.1937 tritt der Zeppelin LZ 129 Hindenburg seine Fahrt mit 97 Menschen an Bord an, ohne zu wissen, dass es die allerletzte sein wird. Wir sind bei den letzten Vorbereitungen für den Start dabei und erleben durch eine Journalistin und deren Ehemann, einem Navigator, einem Kabinenjungen, einer Stewardess und einem Amerikaner diese letzte Fahrt, auf der es nicht nur emotional wird, sondern auch etliche Geheimnisse gibt. Doch was passierte tatsächlich bei dem tragischen Unglück? War es eine Bombe oder doch ein trauriger Unglücksfall? Während sich der Leser dem Ende dieser großen Frage langsam nähert und mit den Figuren mitfiebert, vergisst man beinahe, dass dieser Roman auf wahren Geschehnissen und Personen beruht, so spannend ist es mitunter und lässt die Herzen von etwaigen Verschwörungstheoretikern höher schlagen.

    Wer hat nicht schon von der Hindenburg gehört, eines der beiden größten jemals gebauten Luftschiffe, das noch dazu den Nazis als Propagandamittel diente? Natürlich wissen die meisten noch vom spektakulären und tragischen Ende dieses Zeppelins, der dann auch quasi das Ende der Ära von Luftschiffen bildete, doch was brachte diese schwebende Bombe, die mit Wasserstoff gefüllt war, wirklich zum explodieren? Die Autorin spinnt um diese Frage eine spannende Geschichte mit den realen Personen, echten Tatsachen, aber auch einer Prise Fiktion, indem sie hier diese vermeintlich so normale Fahrt, in ein wahres Ränkespiel verwandelt, zugleich gekonnt unterhält, für informative, historische Einblicke sorgt, die zwischenmenschliche Ebene nicht zu kurz kommen lässt, mitsamt romantischen, aber auch spannungsgeladenen Momenten, sowie den Ängsten der Personen und zu guter letzt den Leser gefesselt auf das tragische Ende hinlesen lässt.

    Die Geschichte ist in die Dauer der Fahrt gegliedert (3 Tage) und zeigt somit den Countdown zur Explosion an, auch wenn das Buch in der Gegenwart, nach den tragischen Ereignissen und während die Untersuchungen noch laufen, startet. Fast nebenbei erfährt man mehr über den Aufbau der Hindenburg und wie dieses einem wahren Pulverfass gleicht, bei dem nur ein einziger Funke ausreicht um es explodieren zu lassen. Ansonsten erleben wir hier anhand der Personen, die ihre Sicht der Geschehnisse darstellen und zugleich Einblicke in ihr Leben geben, mit, was an Bord des Luftschiffes passiert. Neben den Menschen, der Reise, dem Arbeiten auf einem Luftschiff und den Besonderheiten der Hindenburg selbst, bekommt man auch so einiges über die damalige politische Lage mit und wie sich dies äußert.

    Die Mischung in diesem Buch stimmt einfach. Neben den historischen Fakten nimmt man Anteil an den Figuren und wird dabei gut unterhalten, es wird geflirtet und geneckt, es gibt Streit und Spannungen, etliche Geheimnisse, aber auch sehr viel Romantik und nach und nach erhält man ein gutes Bild über die Charaktere, die hier alle ihre eigene Geschichte haben. Trotz des sicheren Untergangs des Zeppelins ist die Geschichte sehr spannend, besonders weil so einige nicht mit offenen Karten spielen und man es kaum erwarten kann zu erfahren, wer denn hier etwas mit dem Unglück zu tun hat bzw. wer überhaupt überleben wird und weil man, dank der Zeitangabe bis zur Explosion, einfach immer mehr den Druck spürt von der bevorstehenden Katastrophe, während die Menschen in dem Buch keine Ahnung davon haben, was ihnen bevorsteht. Zusätzlich ist es dann, aber auch sehr romantisch, wenn hier der Navigator versucht die Stewardess für sich zu gewinnen, oder man miterlebt wie glücklich und auf einer Wellenlänge die Journalistin und ihr Mann sind, trotz der über 20 Jahre Altersunterschied. Dazu der Kabinenjunge, der sich gerade im Prozess des Mannwerdens befindet und sich das erste Mal verliebt zu haben scheint. Zugleich sind aber alle auf ihren eigenen Vorteil bedacht und versuchen gekonnt, an Informationen zu kommen oder die Situation auszunutzen und andere dank überzeugender Argumente (sprich, Erpressung) zu Gefälligkeiten zu bringen, was dann mitunter fast schon witzig ist, weil der Erpresser kurz darauf dann selbst der Erpresste ist und jeder immer nur Teile des Ganzen zu wissen scheint.

    Das Cover ist sehr stimmungsvoll und passt, genau wie der Titel, der auch ident mit dem Originaltitel ist, perfekt zur Geschichte. Zwar wäre es noch toll gewesen als Anhang ein paar Bilder über die echten Personen oder das Innenleben der Hindenburg zu sehen, aber da es kein Sachbuch ist, sondern ein Roman, wäre das wirklich nur ein toller Bonus gewesen. Wer sich wirklich dafür interessiert braucht nur einmal kurz im Internet googeln und bekommt so noch einen bessere Vorstellung davon und mich persönlich hat dieser Roman sehr neugierig auf die echte Hindenburg gemacht. Es gibt aber ein Nachwort der Autorin über die Recherche, den echten Personen und den schriftstellerischen Freiheiten, um hier eine Geschichte zu erzählen, was damals genausogut passiert sein könnte.

    Fazit: Ein wirklich unglaublich toller historischer Roman über den letzten Flug der Hindenburg, in der Fiktion und Realität so fließend ineinander greifen, dass man sich sehr gut vorstellen kann, dass es tatsächlich so abgelaufen sein könnte, besonders da auch Heute nicht mit völliger Sicherheit geklärt ist, was genau die Explosion verursacht hat. Tolle Figuren, bei denen man mitfiebert und sich am Ende natürlich darauf gefasst machen muss, dass es nicht für alle ein Happy End geben wird. Romantisch, unterhaltsam, spannend, dramatisch und unglaublich informativ über die Ära der Luftschiffe und den Bedingungen an Bord dieses Luxusschiffes. Allen, die gerne über historische Geschehnisse lesen, sich mitreißen lassen wollen in jene Zeit und trotz fiktionaler Elemente, gut recherchierte Bücher lieben, kann ich das Buch nur ans Herz legen. Dieses Buch lebt von der geschilderten Atmosphäre an Bord des Schiffes, den Einzelschicksalen, den historischen Tatsachen, aber auch dem Drumherum, sowie der tollen Mischung aus Unterhaltung, Spannung, Tragik und Romantik.

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    Anis avatar
    Anivor einem Jahr
    Beeindruckende Erzählung

    Im Mai 1937 gehen 97 Menschen an Bord des luxuriösen Luftschiffs "Hindenburg" und ahnen nicht, dass dieser Flug in einer Katastrophe enden wird. Doch zunächst verbringen sie drei Tage in der komfortablen Umgebung und können den einmaligen Ausblick, den der Flug von Frankfurt nach Lakehurst bietet, genießen. Das Schicksal ganz unterschiedlicher Menschen verknüpft sich miteinander...


    In diesem Roman vermischt die Autorin geschickt Fakten und Fiktion miteinander. Denn bei den Protagonisten handelt es sich um Passagiere und Crewmitglieder, die diesen Flug damals tatsächlich angetreten und die Katastrophe miterlebt haben. Ariel Lawhon erzählt eine Geschichte, wie sie sich damals tatsächlich zugetragen haben könnte. Man merkt, dass sie sich vorm Schreiben genau über das Luftschiff, seine Passagiere und die Besatzung informiert hat.


    Vom ersten Moment an, hat man das Gefühl, selbst mit an Bord zu sein. Die Protagonisten wirken so lebendig, dass man sie spontan vor Augen hat. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Man beobachtet Passagiere und Crewmitglieder und bekommt so einen guten Eindruck vom Leben der Passagiere, als auch von der Arbeit hinter den Kulissen. Die Autorin lässt viele Details in die Handlung einfließen, sodass man ganz nebenbei auch noch etwas über die Luftschifffahrt lernt.


    Die verschiedenen Handlungsstränge sind durchweg interessant, sodass man sich zurücklehnen und die Geschichte genießen kann. Man taucht in die damalige Zeit ein und beobachtet gespannt, wie die unterschiedlichen Schicksale sich miteinander verknüpfen und unaufhaltsam auf die Katastrophe zusteuern. Die Charaktere wirken dabei so lebendig, dass man mühelos mit ihnen mitfiebert.


    Ich habe mich beim Lesen dieses Romans sehr, sehr gut unterhalten, denn ich konnte vom ersten Moment an in die Vergangenheit eintauchen und die Geschichte auf mich wirken lassen. Ich habe gestaunt, gebangt und gehofft, obwohl ich ja wusste, wie der Flug enden wird. Ariel Lawhons Geschichte hat mich von der ersten Seite an beeindruckt und in ihren Bann gezogen. Sie wird mir deshalb lange im Gedächtnis bleiben. Deshalb vergebe ich auch begeisterte fünf Bewertungssterne und eine klare Leseempfehlung. 

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    Dions avatar
    Dionvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Leicht lesbarer Roman über ein tragisches Ereignis
    Flug in den Tod

    In diesem Roman geht es um die letzte Fahrt der Hindenburg. 97 Menschen gehen am 3. Mai 1937 an Bord des Luftschiffs. Nicht alle werden die Fahrt überleben. Drei Tage später gerät die Hindenburg kurz vor der Landung in Brand.

    Die Autorin Ariel Lawhon baut geschickt aus Fakten und Fiktion eine Geschichte über die Hindenburg, über ihre Passagiere, das Personal und den möglichen Grund des Unglücks wie auch ein Blick auf die damalige Zeit.

    Ein wunderschöner und sehr spannender Roman, der mitnimmt in eine andere Zeit. Wofür ich dankbar bin, dass sich die Autorin nicht in der damaligen politischen Lage verliert, sie streift sie zwar immer wieder, drückt aber nicht permanent mit dem Finger drauf. Vielmehr erzählt sie Geschichten über die Passagiere und die Angestellten, die teilweise sogar historisch belegt sind.

    Fünf Sterne!!!

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    Jule83s avatar
    Jule83vor 2 Monaten
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    Katjuschkavor einem Jahr
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    Ancareenvor einem Jahr

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