Ariel Magnus

 3,3 Sterne bei 52 Bewertungen
Autorenbild von Ariel Magnus (© Maximiliano Luna / Telam)

Lebenslauf von Ariel Magnus

Große deutsch-argentinische Literatur: Ariel Magnus wird 1975 in Buenos Aires geboren und besucht in Argentinien eine deutsche Schule. Er bekommt ein Stipendium, das es ihm ermöglicht, in Heidelberg und Berlin Romanistik und Philosophie zu studieren. Nach seinem Studienabschluss arbeitet er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen, darunter die kolumbianische „SoHo“ oder die „taz“. Heute lebt Magnus in seiner Geburtsstadt und ist als Schriftsteller und literarischer Übersetzer tätig. Größere Bekanntheit erlangt der Autor 2007, als sein Roman »Ein Chinese auf dem Fahrrad« mit dem internationalen Literaturpreis Premio La otra Orilla ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt wird. Zu seinen bekanntesten Werken zählt außerdem »Zwei lange Unterhosen der Marke Hering«, in dem Magnus über die Erlebnisse seiner deutsch-jüdischen Großmutter Ella schreibt, die den Holocaust überlebte.

Neue Bücher

Cover des Buches Das zweite Leben des Adolf Eichmann (ISBN: 9783462000917)

Das zweite Leben des Adolf Eichmann

 (1)
Erscheint am 19.08.2021 als Hardcover bei Kiepenheuer & Witsch.

Alle Bücher von Ariel Magnus

Cover des Buches Zwei lange Unterhosen der Marke Hering (ISBN: 9783462044607)

Zwei lange Unterhosen der Marke Hering

 (35)
Erschienen am 10.09.2012
Cover des Buches Ein Chinese auf dem Fahrrad (ISBN: 9783462401585)

Ein Chinese auf dem Fahrrad

 (11)
Erschienen am 20.12.2017
Cover des Buches Die Schachspieler von Buenos Aires (ISBN: 9783462050059)

Die Schachspieler von Buenos Aires

 (3)
Erschienen am 09.05.2018
Cover des Buches Das zweite Leben des Adolf Eichmann (ISBN: 9783462000917)

Das zweite Leben des Adolf Eichmann

 (1)
Erscheint am 19.08.2021
Cover des Buches Ein Chinese auf dem Fahrrad (ISBN: 9783899032765)

Ein Chinese auf dem Fahrrad

 (2)
Erschienen am 11.06.2010

Neue Rezensionen zu Ariel Magnus

Cover des Buches Das zweite Leben des Adolf Eichmann (ISBN: 9783462000917)Anteks avatar

Rezension zu "Das zweite Leben des Adolf Eichmann" von Ariel Magnus

Ein neuer Blick auf Adolf Eichmann
Antekvor 6 Tagen

„In dieser Bibel des Zionismus schlug der politische Vater der Bewegung Argentinien als Alternative für den Fall vor, dass eine Rückkehr nach Eretz Israel nicht durchführbar wäre,“ und „Wenn er darüber nachdachte, war es amüsant, dass dieses Gelobte Ersatzland letzten Endes nicht die Lösung für das Judenproblem wurde, sondern für das Problem, das er sich selbst bei dem Versuch eingebrockt hatte, Ersteres zu lösen.“ Genau das gilt für Adolf Eichmann, der über die Rattenlinie eben dorthin geflohen ist, sich damit bisher erfolgreich den Nürnberger Prozessen und der Strafverfolgung entzogen hat und dort unter dem Namen Ricardo Klement lebt. 

 

Als Leser bekommt man Adolf Eichmanns Leben in Argentinien von 1952, dem Jahr der Ankunft seiner Frau und seiner drei Söhne, bis zu seiner Verhaftung im Jahr 1960 in Romanform erzählt und darf dabei immer wieder auf seine Vergangenheit blicken, besonders intensiv natürlich auf seine Naziverbrechen. Der jüdische Autor geht mit seinem Roman, der Eichmann nicht als bloßes Monster oder einen völligen Idioten darstellt, wie das bisher geschah, einen neuen Weg. Er verwebt gekonnt ein Stück Fiktion mit gründlich recherchierten Fakten und portraitiert damit mit spitzer Feder einen Eichmann, derart, wie es seine eigene Aussage, wen er darstellen möchte, perfekt trifft. »Ein mittelmäßiger Typ, der es weit gebracht hat. Ein ziemlich gerissener Trottel. Ein Rachsüchtiger mit Komplexen. Ein Antisemit, wie er im Buche steht, aber ohne Bedienungsanleitung. Ein Kackhaufen, der es gelernt hat, seinen Geruch zu verschleiern. Ein vom Egoismus überwältigter Fanatiker. Ein zynischer Sentimentalist. Ein Mutiger im Feigesein. Ein armer Typ, reich an Bosheit. Ein zurückhaltender Mörder. Ein Pechvogel, dem das Glück zu lange hold war.«

 

Man verfolgt Adolf Eichmanns Leben in Argentinien, das der Autor Klement stets kommentieren lässt, bei seinen Jobs und Geschäftsideen, die er entwickelt, angefangen, bis hin zu alltäglichen Dingen wie z.B. das überall dazugehörende, lästige Grillen, dessen Geruch er nicht mag, vielleicht weil es ihn zu sehr an den Geruch der Krematorien erinnert oder seinen Eindrücken beim Schlendern durch die Straßen. Dabei erfährt man auch vom Verhältnis zu seiner Frau und seinen Söhnen, davon, wie er sich zunächst als deren Onkel ausgibt, um unentdeckt zu bleiben, später diese Vorsicht aber über Bord wirft und welche „Fehler“ er macht, die zu seiner Ergreifung führen. Ebenfalls wird man Zeuge davon, wie Klement von seinen Erlebnissen, seit seiner Flucht zu Kriegsende, natürlich schöngefärbt für seine Familie, erzählt, von der Geburt seines vierten Sohnes oder auch vom gemeinsamen Haus- bzw. Bunkerbau. Man ist zudem dabei, wenn er sich mit anderen untergetauchten Nazigrößen zum Plausch trifft, hi und da einigen imponieren will, wie z.B. einem Josef Mengele, „Gregor kennenzulernen? Eigentlich wollte er, wenn er ehrlich mit sich war, dass Gregor ihn kennenlernte. Und nicht nur das: Er wollte einen guten Eindruck auf ihn machen, ihm gefallen.“ oder wie er genau abwägt, was der Journalist Sassen im Interview erzählt. Der Roman endet mit der Gefangennahme durch den Mossad und dem Abflug nach Israel. 

 

Der Autor vermag sich gekonnt auszudrücken, brilliert mit seinen Formulierungen, die man sich teilweise auf der Zunge zergehen lassen kann, und hat mir damit nicht nur eine neue Sicht auf Adolf Eichmann eröffnet, sondern auch ganz wunderbar unterhalten. Er schreibt mit spitzer Feder, pointiert und mit einer gehörigen Portion Ironie und Sarkasmus. Äußerst gelungen empfand ich so z.B., wie er Eichmann stets über seinen gesellschaftlichen Abstieg reflektieren lässt, „Jetzt, als arbeitsloser Deportologe, hätte er nirgendwo als im Mittleren Osten echte Arbeit finden können, sofern die Araber sich endlich entschließen würden, die Region zu entjuden, und dafür seine Expertise benötigten. Bis es so weit wäre, musste er sich den Umständen anpassen. Und dasselbe galt für fast alle seine Kollegen.“, oder dessen selbstverliebten Versuche, seine wahre Größe, gegenüber denen herauszustellen, die er trifft, und die nun besser gestellt sind als er selbst, obwohl sie doch in der Nazihierarchie deutlich unter ihnen standen. Nicht verkehrt empfinde ich auch, dass er ihm hin und wieder auch fast menschliche Gefühle zusteht, „Der Alkohol betäubte die Erinnerungen, die ihm von seinem Vorgesetzten im Reichssicherheitshauptamt aufgezwungen worden waren. Dieser hatte ihm befohlen, vor Ort in Augenschein zu nehmen, wie die Vernichtungsarbeiten vorangingen, obwohl Klement ihn gebeten hatte, ihn von dieser Aufgabe freizustellen. Dem Pech, einen sadistischen Chef wie Heinrich »Gestapo« Müller abbekommen zu haben, verdankte er nun diese Grube voller Leichen in seinem Kopf, die er in Minsk gesehen hatte. Immer noch so nah, dass sein Hirn mit den Hirnstückchen befleckt zu sein schien, die seinen mit Bärenfell gefütterten Ledermantel verdreckt hatten, nachdem ein Soldat einer Sterbenden mitsamt ihrem Säugling den Gnadenschuss gegeben hatte.“ Manche Beschreibungen stecken so voller Zynismus, dass ich beim Lesen fast schockiert innehalten musste, so lässt er Eichmann z.B. ganz nüchtern Berechnungen anstellen, wie sich die »fünf oder sechs Millionen«, die jetzt in aller Munde waren und derentwegen nach seinem Kopf geschrien wurde.“ schönrechnen lassen, „wenn er beschloss, die Ziffer auf eine halbe Million zu senken, mal sehen, ob das auch diesmal irgendeinem Richter zu Ohren kam und sie letztlich einen Durchschnitt errechneten.“. Stellenweise brachte mich der Autor trotz der Schwere der Sache an sich zum Schmunzeln, wenn er sich z.B. so beißendem Spott bedient. „Er schämte sich nur, als ihm einfiel, dass er eine zerschlissene Unterhose trug, eine von denen, die man sich jedes Mal wegzuwerfen vornimmt, wenn man sie heute aber wirklich zum letzten Mal anzieht. Sofort wurde dieses Unbehagen von einem noch größeren übertroffen, als ihm jemand die Hand in den Mund steckte und ihm die falschen Zähne herausnahm.“, ist dafür nur ein Beispiel, bei dem er mein Kopfkino ganz wunderbar zum Laufen gebracht hat. 

 

Erwähnen möchte ich auch noch das letzte Kapitel after office am Ende, das die Beweggründe ausführt und einiges über seine Quellen und den Wahrheitsgehalt seines Romans verrät und sehr aufschlussreich ist. 

 

Alles in allem für mich ein äußerst lesenswertes Portrait, das mit Sicherheit einen neuen Blickwinkel auf den Mann öffnet, der als Obersturmbannführer in Berlin das „Eichmannreferat“ leitete und damit maßgeblich mitverantwortlich für die Deportation und Ermordung von schätzungsweise sechs Millionen Menschen war, und der so unfassbar es sein mag, tatsächlich noch von der Richtigkeit seines Tuns überzeugt war, »Erstens muss ich Ihnen sagen, mich reut gar nichts«, sagte er, auch wenn er vorgehabt hatte, das am Ende zu sagen. »Es wäre sehr leicht für mich, mich reuig zu zeigen, so zu tun, als wäre aus einem Saulus ein Paulus geworden.« Er bereue nur, fuhr er fort, seine Arbeit nicht abgeschlossen zu haben.“. Ein Roman, der von mit aufgrund des Stils, der neuen Gedankenansätze und dem Beitrag gegen das Vergessen auf jeden Fall fünf Sterne bekommt. 

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Ein Chinese auf dem Fahrrad (ISBN: 9783899032765)-

Rezension zu "Ein Chinese auf dem Fahrrad" von Ariel Magnus

Abgebrochen
-BuchLiebe-vor 2 Jahren

Ich habe es abgebrochen. Trifft überhaupt nicht meine Erwartungen und leider auch überhaupt nicht mein Geschmack.

Von typischer Geiselnahme keine Spur, daher auch überhaupt nicht spannend. Für mich nur Geschwafel ohne, dass es etwas passiert. Für mich persönlich zu langatmig, zu philosophisch und einfach zu langweilig.

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Die Schachspieler von Buenos Aires (ISBN: 9783462050059)lesefreude_books avatar

Rezension zu "Die Schachspieler von Buenos Aires" von Ariel Magnus

Mischung aus Fiktion & Realität
lesefreude_bookvor 3 Jahren

In den ersten beiden Kapiteln war es für mich sehr schwer in die Geschichte zukommen. Ariel Magnus verwendet eine schwere Sprache. Lange Sätze und viele Zitate fordern die volle Aufmerksamkeit des Lesers.

Ariel Magnus hat mit „Die Schachspieler von Buenos Aires“ eine spannende Mischung aus Fiktion und Realität geschaffen. Tatsächliche Begebenheiten, rund um die Schachweltmeisterschaft 1939 in Argentinien, werden mit Fiktion ausgeschmückt und nicht überlieferte Lücken einfach mit künstlerischer Freiheit ausgefüllt.

Dabei zieht sich als roter Faden das Tagebuch von Heinz Magnus, der Großvater von Ariel Magnus, durch das gesamte Buch.

Oftmals hatte ich das Gefühl nicht alles richtig verstanden zu haben und musste manche Absätze mehrfach lesen. Die Sätze klingen wunderbar und sind vielfältig verschachtelte Meisterwerke. Dennoch erschließt sich mir ihr Sinn nicht immer. Hinzu kommen die vielen Hintergrund Infos, die ich im Hinblick auf Schach nicht habe. Da wird von Zügen gesprochen, die in meinem Kopf mit keinen Synapsen verbunden sind und sich wirkungslos im Kreis drehen. So sagt mir weder eine französische noch eine indische Eröffnung etwas.

Die Vergleiche von Schach mit Boxen  fand ich faszinierend. Es schwebt die Frage im Raum ob Schach denn überhaupt als Sport klassifiziert werden kann. Diesen dann mit einem derartigen brutalen, kraftvollen Sport wie dem Boxen zu verbinden und die vielen Parallelen zu entdecken, ist sehr aufschlussreich und spannend.

Immer wieder schwenkt der Autor zur Politik und ergötzt sich in politischen Zusammenhängen. Bei den Versuchen den Zweiten Weltkrieg mit Schach gleichzusetzen, gibt es viele dezente Hinweise. Um diese alle umfassend verstehen zu könnte, müsste man allerdings den Zweiten Weltkrieg inhaliert haben. Obwohl ich für meine #WiderDasVergessen Aktion bereits viele Bücher rund um den Zweiten Weltkrieg gelesen habe, konnte ich viele Hinweise nicht nachvollziehen. Bis jetzt habe ich auch noch kein Buch aus der Sichtweise eines Landes, das nicht derart aktiv an den Geschehnissen beteiligt war, gelesen. Dies machte für mich den besonderen Reiz an „Die Schachspieler von Buenos Aires“ aus.

Eine Vielzahl an mehr oder weniger bekannten Personen aus der realen Welt und der Literatur sind in dem Roman anzutreffen. Während manche wie beispielsweise die deutsche Schachmeisterin Sonja Graf oder Mirko Czentovic (aus der „Schachnovelle“ von Stefan Zweig) aktiv ins Geschehen eingebunden sind und eine wichtige Rolle übernehmen, schweben andere einfach nur durch die Geschichte. So unverhofft wie diese auftauchen, verschwinden sie auch wieder, ohne einen wirklichen Input gebracht zu haben.

Die Rolle der Frau in „Die Schachspieler von Buenos Aires“ ist sehr herablassend. Die Frauen werden als niedere Wesen beschrieben, vor allem aus Sichtweise der Männer. Diese Ansichtsweise stößt mir sauer auf. Dann rufe ich mir jedoch wieder in Erinnerung, das wir uns im Jahr 1939 befinden und vermutlich die Sichtweise der Männer auf die Frauen wirklich so war. Und leider noch in vielen Situationen heute noch immer nicht so ist, wie sie sein sollte.

Und dann gibt es da Sonja, die deutsche Schachmeisterin, die eigentlich gerne ein Mann sein möchte. Ein im ersten Moment irritierender Charakter in dieser Welt. Eine Frau, die verzweifelt auf der Suche nach ihrem Platz ist. Für mich war nicht wirklich greifbar was Sonjas Beweggründe sind ein Mann sein zu wollen. Vielleicht liegt es darin begründet, dass sie sich als Mensch zweiter Klasse fühlt und in ihrem Schachspiel ebenso ernst genommen werden möchte wie die Männer. Denn sobald es um die Schachspielerinnen geht, werden diese von den Medien und den Zusehern trotzdem wieder auf ihre optischen Reize, ihre Kleidung und ihre Accessoires herabgewürdigt. Die eigentliche Leistung wird in den Hintergrund gedrängt. Ich stelle mir die Frage wie viel von Sonja und ihren Gefühlen, gerne ein Mann zu sein, überliefert ist und was Fiktion.

Der Autor verwendet vielfach Zitate, Textausschnitte aus Büchern und Zeitungen sowie die erwähnten Auszüge aus den Tagebüchern des Großvaters. Vor allem von Fußnoten scheint Ariel Magnus ein echter Liebhaber zu sein. Die Verwendung von Fußnoten wird derart exzessiv betrieben, dass es sogar ein eigenes Kapitel zu der Verwendung der Fußnoten und der Sinnhaftigkeit dieser beziehungsweise dem literarischen Wert von der Aneinanderreihung von Zitaten und Textauszügen gibt.

Oftmals hatte ich das Gefühl, der Autor macht sich einen Spaß mit dem Leser und versucht ihn mit den unterschiedlichen Erzählsträngen, die sich durch diese teilweise sehr ausführlichen Fußnoten ergeben, zu verwirren. Oder ihm auch eine kleine Pause zu geben und so die Geschichte wirken zu lassen. Ariel Magnus verwendet diese Klaviatur der Fußnoten außergewöhnlich gekonnt.



Kommentieren0
4
Teilen

Gespräche aus der Community

»Ich hab doch meine Freiheit, und Freiheit ist so viel wert. Das Wort ist klein, aber der Inhalt ist riesig.«

Emma ließ sich mit 22 Jahren auf der Suche nach ihrer blinden Mutter freiwillig ins Konzentrationslager Theresienstadt und später nach Auschwitz deportieren und wäre ihrer Mutter auch auf dem Weg in die Gaskammer nicht von der Seite gewichen, hätten nicht die Nazis selbst sie aufgehalten.
Der argentinische Autor Ariel Magnus will diese Frau, seine Oma, näher kennenlernen und beginnt, ihr Fragen zu ihrer Vergangenheit zu stellen. Entstanden ist ein überaus humorvolles und unkonventionelles Porträt einer Holocaust-Überlebenden, die seit 50 Jahren in Brasilien lebt und die in ihrer Authentizität mit allen Klischees bricht, die ohne Bitterkeit oder Selbstmitleid zeigt, wie vielschichtig das Leben ist, auch in den dunkelsten Zeiten. Ariel Magnus und seine temperamentvolle Großmutter reisen dabei zwischen Deutschland, Brasilien und Argentinien hin und her, sie streiten, provozieren, überraschen, und so entfaltet sich vor dem Leser ein Kaleidoskop von unpathetischer Menschlichkeit, familiärer Wärme und pragmatischen Lebensentscheidungen.
(Leseprobe zum Download)

Mir wurde der Roman "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus bereits vor einigen Monaten vom Verlag Kiepenheuer & Witsch zum Probelesen gegeben und ich war von der ersten Seite an begeistert. Selten habe ich so einen unterhaltsamen und leichten Bericht über die damalige Zeit gelesen, der trotzdem unheimlich berührend ist. Es gibt so wahnsinnig viel Lektüre und Filme über das Thema, weswegen wir oft leider schon abgestumpft sind und uns kaum mehr ein Bericht von damals die tatsächlichen Eindrücke zu vermitteln mag. Aber Ariel Magnus berichtet so normal vom Zusammensein und den Berichten seiner intelligenten und lustigen Großmutter, dass man sogleich Seite an Seite reiht und kaum mehr aufzuhören vermag diese Frau zu bewundern und ihren Lebensweg weiterzuverfolgen. Ich würde mich freuen, wenn ich Euch mit meiner Begeisterung über diesen kleinen Literaturschatz anstecken kann!
Weitere Informationen zu Buch und Autor gibt es auf der Verlagswebsite

Zusammen mit Kiepenheuer & Witsch suchen wir 25 Testleser für "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering". Hast Du Lust mit uns das Buch zu lesen, darüber zu diskutieren und im Anschluss eine Rezension dazu zu schreiben? Hinterlasst einfach bis zum 12. September 2012 einen Kommentar, warum Euch gerade dieser Roman interessieren würde. Ich freue mich auf Eure Beiträge und die darauffolgende Diskussion! Selbstverständlich ist auch jeder, der das Buch in der kommenden Woche nicht gewinnt, herzlich einzuladen mit dabei zu sein und uns beim Lesen und dem Austausch zu begleiten!

Ariel Magnus, geboren 1975 in Buenos Aires. Studium in Deutschland, schrieb für verschiedene Medien in Lateinamerika, die taz in Berlin und Spiegel Online und lebt heute als Autor und literarischer Übersetzer in Buenos Aires. Er hat bislang neun Bücher veröffentlicht. 2007 wurde er für seinen Roman »Ein Chinese auf dem Fahrrad« mit dem internationalen Literaturpreis Premio La otra Orilla ausgezeichnet. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und wurde ein internationaler Bestseller. "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" ist sein zweiter Roman, der auf Deutsch erscheint.
396 Beiträge
Für alle, die gern ein etwas anderes Buch zum Thema Holocaust lesen wollen, starte ich hier eine Wanderbuchrunde zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering".

Zum Inhalt:

Emma ließ sich mit 22 Jahren auf der Suche nach ihrer blinden Mutter freiwillig ins Konzentrationslager Theresienstadt und später nach Auschwitz deportieren und wäre ihrer Mutter auch auf dem Weg in die Gaskammer nicht von der Seite gewichen, hätten nicht die Nazis selbst sie aufgehalten.

Der argentinische Autor Ariel Magnus will diese Frau, seine Oma, näher kennenlernen und beginnt, ihr Fragen zu ihrer Vergangenheit zu stellen. Entstanden ist ein überaus humorvolles und unkonventionelles Porträt einer Holocaust-Überlebenden, die seit 50 Jahren in Brasilien lebt und die in ihrer Authentizität mit allen Klischees bricht, die ohne Bitterkeit oder Selbstmitleid zeigt, wie vielschichtig das Leben ist, auch in den dunkelsten Zeiten. Ariel Magnus und seine temperamentvolle Großmutter reisen dabei zwischen Deutschland, Brasilien und Argentinien hin und her, sie streiten, provozieren, überraschen, und so entfaltet sich vor dem Leser ein Kaleidoskop von unpathetischer Menschlichkeit, familiärer Wärme und pragmatischen Lebensentscheidungen.

Die üblichen Regeln:

- jeder hat 2 Wochen Zeit das Buch zu lesen

- bittet meldet euch hier im Thema, wenn ihr das Buch bekommen habt und wenn ihr es weiter schickt

- sobald ihr das Buch bekommen habt, erkundigt ihr euch bitte bei eurem Nachfolger nach seiner Adresse

- sollte das Buch verloren gehen, teilen sich Absender und Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar

Außerdem habe ich noch eine kleine Bitte an euch: Ich bin etwas neugierig, wo man Buch überall hinwandert, deswegen werde ich dem Buch eine Postkarte beilegen, auf der ihr eure Heimatstadt (oder die nächstgrößere Stadt) eintragen könnt. Aber das ist natürlich freiwillig!

Teilnehmer:

1) Linny --------- erhalten am 17.10.

2) mecedora -------------- erhalten am 27.10.

3) conneling ------------- erhalten am 21.11.

4) Sophie333 ------------- erhalten am 06.12.

5) Babscha ------------- erhalten am 22.12.

6) Nefertari35 ----------- erhalten am 18.01.

7) Dunkelblau ---------- erhalten am 13.02.

8) Nicole_L --------- erhalten am 06.03.

9) michelauslönneberga ----- erhalten am 25.03.

10) Mohnbluemchen ---- erhalten am 24.04.

--- zurück an mich

Warteliste:


84 Beiträge
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Ariel Magnus wurde am 16. Oktober 1975 in Buenos Aires (Argentinien) geboren.

Community-Statistik

in 84 Bibliotheken

auf 13 Wunschzettel

von 9 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks