Ariel Magnus

 3,5 Sterne bei 71 Bewertungen
Autorenbild von Ariel Magnus (© Maximiliano Luna / Telam)

Lebenslauf

Große deutsch-argentinische Literatur: Ariel Magnus wird 1975 in Buenos Aires geboren und besucht in Argentinien eine deutsche Schule. Er bekommt ein Stipendium, das es ihm ermöglicht, in Heidelberg und Berlin Romanistik und Philosophie zu studieren. Nach seinem Studienabschluss arbeitet er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen, darunter die kolumbianische „SoHo“ oder die „taz“. Heute lebt Magnus in seiner Geburtsstadt und ist als Schriftsteller und literarischer Übersetzer tätig. Größere Bekanntheit erlangt der Autor 2007, als sein Roman »Ein Chinese auf dem Fahrrad« mit dem internationalen Literaturpreis Premio La otra Orilla ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt wird. Zu seinen bekanntesten Werken zählt außerdem »Zwei lange Unterhosen der Marke Hering«, in dem Magnus über die Erlebnisse seiner deutsch-jüdischen Großmutter Ella schreibt, die den Holocaust überlebte.

Alle Bücher von Ariel Magnus

Cover des Buches Zwei lange Unterhosen der Marke Hering (ISBN: 9783462044607)

Zwei lange Unterhosen der Marke Hering

 (35)
Erschienen am 10.09.2012
Cover des Buches Das zweite Leben des Adolf Eichmann (ISBN: 9783462000917)

Das zweite Leben des Adolf Eichmann

 (17)
Erschienen am 18.08.2021
Cover des Buches Ein Chinese auf dem Fahrrad (ISBN: 9783462401585)

Ein Chinese auf dem Fahrrad

 (11)
Erschienen am 20.12.2017
Cover des Buches Tür an Tür (ISBN: 9783462054347)

Tür an Tür

 (3)
Erschienen am 04.05.2023
Cover des Buches Die Schachspieler von Buenos Aires (ISBN: 9783462050059)

Die Schachspieler von Buenos Aires

 (3)
Erschienen am 08.05.2018
Cover des Buches Ein Chinese auf dem Fahrrad (ISBN: 9783899032765)

Ein Chinese auf dem Fahrrad

 (2)
Erschienen am 11.06.2010

Neue Rezensionen zu Ariel Magnus

Cover des Buches Tür an Tür (ISBN: 9783462054347)
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Rezension zu "Tür an Tür" von Ariel Magnus

Bewegend & Erhellend
wasisteindachsvor 10 Monaten

Es ist berührend wie die deutsche Kultur trotz des Schreckens der Shoah im fernen Ausland weiterbestehen konnte. Und erschreckend wie es auch der Antisemitismus  über den Atlantik geschafft hat. Argentinien hat bis zuletzt Deutschland im Weltkrieg unterstützt. Und unter Anderem Adolf Eichmann, einem ranghohen Nazi, der am Tod von 6 Millionen Juden beteiligt war, über Jahrzehnte Asyl und Sicherheit gewährt. Man kann nur erahnen wie es den Jeckes (deutsch-jüdischen Emmigranten) ergangen sein muss, Tür an Tür mit ihren Peinigern in einer Parallelgesellschaft zu leben. 

Cover des Buches Tür an Tür (ISBN: 9783462054347)
SimoneFs avatar

Rezension zu "Tür an Tür" von Ariel Magnus

Lesenswert!
SimoneFvor 10 Monaten

Argentinien hat als Einwanderungsland eine wechselvolle Geschichte und wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts durch den zunehmenden Antisemitismus in Europa ein Emigrationsziel für Juden aus Russland und Osteuropa. Nach der Machtergreifung Hitlers und während des zweiten Weltkrieges emigrierten vielen deutsche Juden nach Argentinien und trafen dort in der Nachkriegszeit auf Kriegsverbrecher und Nazis, die dorthin geflohen waren, um der Strafverfolgung zu entgehen. In "Tür an Tür. Nazis und Juden im argentinischen Exil" beleuchtet Ariel Magnus, Enkel nach Argentinien eingewanderter Juden, dieses mitunter skurrile Zusammenleben in direkter Nachbarschaft. Bekennende Nazis und Kriegsverbrecher konnten über viele Jahrzehnte relativ unbehelligt in Argentinien leben und erschreckend offen ihre Nazi-Ideologie vertreten.


Ariel Magnus begibt sich auf die Suche nach der Identität der Jeckes, der im Ausland lebenden Deutschen jüdischer Abstammung, und zeigt die Vielfalt und Inhomogenität jüdischen Lebens und Selbstverständnisses in Argentinien. Zudem lässt er den Leser teilhaben an seinen inneren Konflikten als deutschjüdischer Auswanderer der dritten Generation, der seit einigen Jahren wieder in Deutschland lebt.


Ein sehr empfehlenswertes und interessantes Buch, das sehr zum Nachdenken anregt. 

Cover des Buches Tür an Tür (ISBN: 9783462054347)
RenaMs avatar

Rezension zu "Tür an Tür" von Ariel Magnus

Ariel Magnus - Tür an Tür: Nazis und Juden im argentinischen Exil
RenaMvor einem Jahr

Ariel Magnus, der heute in Deutschland lebt, ist in Argentinien geboren und aufgewachsen, als Sohn jüdischer Eltern, die von jenen abstammen, die vor den Nazis flohen. Dort aber lebten sie „Tür an Tür“ mit genau jenen, vor denen sie flüchten mussten.

In einzelnen Kapiteln beleuchtet der Autor die Schwierigkeiten und vor allem die Gefühle, die diese Lebenssituation für ihn und seine Familie, aber auch für alle anderen Juden in Argentinien bedeutet.

Dass Argentinien beliebtes Auswandererland ist, gilt schon viel länger als erst seit den Jahren der Nazi-Herrschaft in Deutschland. Wie es oft so kommt, blieben auch hier die Auswanderer unter sich, gründeten gar eigene Orte, ganz nach deutschem Vorbild. Und brachten ihre politischen Ansichten, ihre Überzeugungen und ihre Vorurteile mit in ihre neue Heimat.

Was wiederum dazu führt, dass auch die Feindschaften bestehen bleiben. So gab es beispielsweise deutsche Schulen, die aber nur von nicht-jüdischen Kindern besucht werden durften. Diese gingen daher auf eine eigens für sie gegründete Schule. Beim Aufeinandertreffen der Schüler solcher Schulen, beispielsweise bei Fußballturnieren, kam es dann immer wieder zu antisemitischen Anfeindungen der Kinder untereinander.

Die neuen und alten Nazis wurden in Argentinien mit wesentlich offeneren Armen aufgenommen als die jüdischen Flüchtlinge. Sie erhielten mehr Unterstützung, mehr Förderung. Es gab Orte, Clubs, Universitäten und vieles mehr, was auch in Argentinien für die Juden unzugänglich war. Es gab Zeitungen und Bücher, die die Naziideologie weiterverbreiteten und in den südamerikanischen Land auf durchaus fruchtbaren Boden fielen, sogar in Regierungskreisen.

All dies erzählt der Autor in keineswegs larmoyanter Weise, sondern mit Lakonie und leiser Ironie, dabei nimmt er auch die eigenen Leute immer mal wieder auf den Arm, stets liebevoll und mit Verständnis. Doch immer legt er den Finger tief in die Wunde, er berichtet ohne zu richten, überlässt der Leserin die Interpretation.

Das Buch ist dabei trotz des sehr leichtfüßigen, flüssigen Stils nicht immer leicht zu lesen. Das liegt an den ellenlangen, mehrfach verschachtelten Sätzen, die mit Einschüben, Klammern, Verweisen und Zitaten gespickt sind. So dass man manchmal am Satzende vergessen hat, wie es begann und worum es eigentlich ging.

Die wenigen Seiten dieses Buch sind hochinteressant, denn über dieses Thema wir mir bislang nicht vieles bekannt. Vor allem auch unter dem Aspekt, über wie viele Generationen die Nazivergangenheit auf beiden Seiten nachwirkt: „Die Rachegedanken sitzen auch noch in der dritten Generation tief, selbst wenn man als Jude, vor allem in Deutschland, manchmal positiven Vorurteilen begegnet, da man automatisch von jedem Vorwurf des Nazihintergrunds befreit ist. … Wie auch immer, die Spannungen bleiben bestehen, wie übrigens in allen Dörfern, durch deren Mitte ein Fluss fließt.“ (S. 160).

Ein ernstes Thema gut lesbar und fesselnd beschrieben. Empfehlenswert

Ariel Magnus - Tür an Tür: Nazis und Juden im argentinischen Exil
Kiepenheuer & Witsch, Mai 2023
 Gebundene Ausgabe, 172 Seiten,  20,00 €

Gespräche aus der Community

Für alle, die gern ein etwas anderes Buch zum Thema Holocaust lesen wollen, starte ich hier eine Wanderbuchrunde zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering".

Zum Inhalt:

Emma ließ sich mit 22 Jahren auf der Suche nach ihrer blinden Mutter freiwillig ins Konzentrationslager Theresienstadt und später nach Auschwitz deportieren und wäre ihrer Mutter auch auf dem Weg in die Gaskammer nicht von der Seite gewichen, hätten nicht die Nazis selbst sie aufgehalten.

Der argentinische Autor Ariel Magnus will diese Frau, seine Oma, näher kennenlernen und beginnt, ihr Fragen zu ihrer Vergangenheit zu stellen. Entstanden ist ein überaus humorvolles und unkonventionelles Porträt einer Holocaust-Überlebenden, die seit 50 Jahren in Brasilien lebt und die in ihrer Authentizität mit allen Klischees bricht, die ohne Bitterkeit oder Selbstmitleid zeigt, wie vielschichtig das Leben ist, auch in den dunkelsten Zeiten. Ariel Magnus und seine temperamentvolle Großmutter reisen dabei zwischen Deutschland, Brasilien und Argentinien hin und her, sie streiten, provozieren, überraschen, und so entfaltet sich vor dem Leser ein Kaleidoskop von unpathetischer Menschlichkeit, familiärer Wärme und pragmatischen Lebensentscheidungen.

Die üblichen Regeln:

- jeder hat 2 Wochen Zeit das Buch zu lesen

- bittet meldet euch hier im Thema, wenn ihr das Buch bekommen habt und wenn ihr es weiter schickt

- sobald ihr das Buch bekommen habt, erkundigt ihr euch bitte bei eurem Nachfolger nach seiner Adresse

- sollte das Buch verloren gehen, teilen sich Absender und Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar

Außerdem habe ich noch eine kleine Bitte an euch: Ich bin etwas neugierig, wo man Buch überall hinwandert, deswegen werde ich dem Buch eine Postkarte beilegen, auf der ihr eure Heimatstadt (oder die nächstgrößere Stadt) eintragen könnt. Aber das ist natürlich freiwillig!

Teilnehmer:

1) Linny --------- erhalten am 17.10.

2) mecedora -------------- erhalten am 27.10.

3) conneling ------------- erhalten am 21.11.

4) Sophie333 ------------- erhalten am 06.12.

5) Babscha ------------- erhalten am 22.12.

6) Nefertari35 ----------- erhalten am 18.01.

7) Dunkelblau ---------- erhalten am 13.02.

8) Nicole_L --------- erhalten am 06.03.

9) michelauslönneberga ----- erhalten am 25.03.

10) Mohnbluemchen ---- erhalten am 24.04.

--- zurück an mich

Warteliste:


Zum Thema
84 Beiträge
sofies avatar
Letzter Beitrag von  sofievor 11 Jahren
Ja, das war auch gar keine Beschwerde. Völlig normale Gebrauchsspuren für zehn Leser :-)

Zusätzliche Informationen

Ariel Magnus wurde am 16. Oktober 1975 in Buenos Aires (Argentinien) geboren.

Community-Statistik

in 117 Bibliotheken

auf 23 Merkzettel

von 2 Leser*innen aktuell gelesen

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