Ariel Magnus Zwei lange Unterhosen der Marke Hering

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Inhaltsangabe zu „Zwei lange Unterhosen der Marke Hering“ von Ariel Magnus

Die bewegende Geschichte einer außergewöhnlichen Großmutter Emma ließ sich mit 22 Jahren auf der Suche nach ihrer blinden Mutter freiwillig ins Konzentrationslager Theresienstadt und später nach Auschwitz deportieren und wäre ihrer Mutter auch auf dem Weg in die Gaskammer nicht von der Seite gewichen, hätten nicht die Nazis selbst sie aufgehalten.Der argentinische Autor Ariel Magnus will diese Frau, seine Oma, näher kennenlernen und beginnt, ihr Fragen zu ihrer Vergangenheit zu stellen. Entstanden ist ein überaus humorvolles und unkonventionelles Porträt einer Holocaust-Überlebenden, die seit 50 Jahren in Brasilien lebt und die in ihrer Authentizität mit allen Klischees bricht, die ohne Bitterkeit oder Selbstmitleid zeigt, wie vielschichtig das Leben ist, auch in den dunkelsten Zeiten. Ariel Magnus und seine temperamentvolle Großmutter reisen dabei zwischen Deutschland, Brasilien und Argentinien hin und her, sie streiten, provozieren, überraschen, und so entfaltet sich vor dem Leser ein Kaleidoskop von unpathetischer Menschlichkeit, familiärer Wärme und pragmatischen Lebensentscheidungen.Ein Buch, das trotz seines ernsten Themas voller Komik und Lebensfreude ist. 'Ich hab doch meine Freiheit, und Freiheit ist so viel wert. Das Wort ist klein, aber der Inhalt ist riesig.'

Der erste Teil war verwirrend und zäh,aber dann lernt man Emma sehr schätzen

— hannelore259
hannelore259

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  • Die Chinesische Kalenderchallenge 2015/2016

    Die Chinesische Astrologie. So erstellen Sie Ihr chinesisches Horoskop selbst.
    stebec

    stebec

    Willkommen zu unserer Challenge des Chinesischen Kalenders. Wir kattii und stebec haben uns ein paar nette Aufgaben überlegt, an deren Erfüllung ihr hoffentlich genauso viel Spaß haben werdet, wie wir bei der Erstellung. Natürlich dreht sich hier alles um den Chinesischen Kalender. Wir stellen euch Aufgaben für dessen Erfüllung ihr Punkte sammeln könnt, wenn ihr fleißig lest, aber alles der Reihe nach. Die Regel: Die Challenge findet vom 01.Mai 2015 bis zum 30.April 2016 statt. Einsteigen könnt ihr jederzeit und die verpassten Aufgaben auch nachholen.  Wir stellen euch jeden Monat zwei Aufgaben, die einem Tier des chinesischen Tierkreiszeichens passen. Die Aufgaben werden immer frühzeitig veröffentlicht, damit ihr genug Zeit habt, um euch eure Bücher herauszusuchen. Zusätzlich könnt ihr jeden Monat Elementaufgaben erfüllen, die Zusatzpunkte einbringen. Hier solltest ihr allerdings auf ein Gleichgewicht zwischen den Elementen sorgen. d.h. das jedes Element nur 6 mal verwendet werden darf. Die Elementaufgaben sind immer gleich. Natürlich müsst ihr auch darauf achten Yin&Yang im Gleichgewicht zu halten. D.h. das jedes Yin oder Yang nur 16 mal verwendet werden darf. Auch die Yin&Yang Aufgaben bleiben gleich. Erstellt bitte einen Sammelbeitrag, den wir verlinken können und in dem ihr eure Punkte aktuell haltet. Das hilft uns die Übersicht nicht zu verlieren.  Haltet euch hierbei bitte an das Beispiel, was wir unten erstellt haben. Die Aufgaben: Jeden Monat gibt es zwei Hauptaufgaben für euch, die von kattii im Monat vorher veröffentlicht werden. Eine zu einer schlechten und eine zu einer guten Eigenschaft des Tieres. Es geht sich also also darum für jeden Monat zwei Bücher zu lesen.  Die Elementzusätze können mit den Hautpaufgaben vereinbart werden. Die Elementzusätze sind keine Pflicht. als Beispiel: Ich lese ein Buch zu einer Hauptaufgabe, das über 450 Seiten hat und kann mir Wasserpunkte auf mein Konto schreiben. Feuer, heiß, leidenschaftlich und zerstörerisch. Um die Feuerpunkte zu bekommen, müsst ein Buch aus dem Genre Liebesroman, Thriller oder Dystopie lesen Wasser, 71% der Erde sind mit Wasser bedeckt. Das ist ganz schön viel. Deswegen müsst ihr für die Wasserpunkte ein Buch lesen, dass über 450 Seiten hat.  Luft, bedeutet Leichtigkeit. Man ist losgelöst von allem, deswegen lest ein Buch aus dem Genre: Fantasy, historischer Roman oder etwas humorvolles . Erde, ist ein sehr festes Element. Für die Erdenpunkte müsst ihr ein Hardcover lesen. Metall, steht für Fortschritt und deswegen müsst ihr für die Metalpunkte ein Buch lesen, dass nicht vor 2015 erschienen ist. Die Yin&Yang-Aufgaben sind simpel. Auch hier gilt, dass diese mit den Hauptaufgaben vereinbart werden können.  Yin => Ein helles Cover Yang => Ein dunkles Cover Ihr könnt euch hier entscheiden, ob ihr nur die Hauptaufgaben erfüllt oder die Zusätze auch abarbeiten möchtet.  Pro Buch könnt ihr eine Hauptaufgabe, einen Elementzusatz und einmal Yin oder Yang anrechnen. als Beispiel: Wenn ich ein Buch für eine Hauptaufgabe lesen, das über 450 Seiten hat und ein helles Cover besitzt, dann habe ich alle möglichen Aufgaben erfüllt. Sollte ich die Hauptaufgabe im Monat des Aufgabenstellung erfüllen, habe ich die höchstmögliche Punktzahl erreicht.  Die Punkte: Pro erfüllte Tieraufgabe gibt es 1 Punkt Pro erfülltes Element gibt es 1 Punkt Pro erfülltem Yin/Yang gibt es 1 Punkt Wenn ihr im Jahr des aktuellen Tieres geboren wurden seit:  Punktzahl mal 2 Wenn ihr die Aufgabe im Monat lest, in dem sie gestellt wurde: 1 Zusatzpunkt pro Aufgabe. Als Beispiel: Richtige Aufgabe + Element + Yin/Yang = 3 Punkte Ihr könnt also im Monat, wenn ihr beide Aufgaben und Zusatzaufgaben erfüllt habt 6 Punkte sammeln. Bei richtigem Geburtsjahr verdoppeln sich die Punkte auf 12. Und wenn ihr die Aufgabe im richtigen Monat lest gibt noch jeweils 1 Punkt pro Aufgabe dazu. Ihr könnt also bei richtigem Geburtsmonat 14 Punkte sammeln. Und in den anderen Monaten 8 Punkte. Am Ende der Challenge bekommt ihr noch einmal ein paar Bonuspunkte, wenn ihr fürs Gleichgewicht gesorgt habt. Punkte werden im folgenden Verhältnis verteilt. Yin&Yang: Jedes Yin&Yang mindest 8mal: 4 Punkte Jedes Yin&Yang mindest 10mal: 8 Punkte Jedes Yin&Yang mindest 12mal: 12 Punkte Elemente: Jedes Element mindestens 3mal: 8 Punkte Jedes Element mindestens 4mal: 12 Punkte Bonus für die Katzenaufgabe: 12 Punkte Am Ende des Jahres könnt ihr somit maximal 138 Punkte erreichen. Wenn wir euch jetzt mit unseren Regeln und Aufgaben nicht total durcheinandergebracht haben, freuen wir uns, wenn ihr uns ein Jahr lang auf dem Weg des chinesischen Kalenders begleitet. Selbstverständlich stehen wir euch immer mit Rat und Tat zur Seite.  Teilnehmer: 123sarah321 [inaktiv?] AberRush AnnaWaffel Anruba ban-aislingeach Bellastella BlueSunset Buchgeborene [inaktiv?] Buchgespenst clary999 DasBuchmonster DieBerta fabulanta [inaktiv?] Federzauber Galina86 hannelore259 Hikari Honeygirl96 [inaktiv?] janaka Jecke JuliB kattii Kitayscha Krimine LadySamira091062 Lavieenverre louella2209 lunaclamor [inaktiv?] mabuerele MiHa_Lore MiniMixi  mrsapplejuiice monana88 [inaktiv?] Niob Paulamybooksandme raphael-edward Regina99 samea Sandra251 scarlett59 Sick stebec sursulapitischi [inaktiv?] Tatsu Tiana_Loreen TigorA weinlachgummi Willia Wolfhound zazzles

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  • Leserunde zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    »Ich hab doch meine Freiheit, und Freiheit ist so viel wert. Das Wort ist klein, aber der Inhalt ist riesig.« Emma ließ sich mit 22 Jahren auf der Suche nach ihrer blinden Mutter freiwillig ins Konzentrationslager Theresienstadt und später nach Auschwitz deportieren und wäre ihrer Mutter auch auf dem Weg in die Gaskammer nicht von der Seite gewichen, hätten nicht die Nazis selbst sie aufgehalten. Der argentinische Autor Ariel Magnus will diese Frau, seine Oma, näher kennenlernen und beginnt, ihr Fragen zu ihrer Vergangenheit zu stellen. Entstanden ist ein überaus humorvolles und unkonventionelles Porträt einer Holocaust-Überlebenden, die seit 50 Jahren in Brasilien lebt und die in ihrer Authentizität mit allen Klischees bricht, die ohne Bitterkeit oder Selbstmitleid zeigt, wie vielschichtig das Leben ist, auch in den dunkelsten Zeiten. Ariel Magnus und seine temperamentvolle Großmutter reisen dabei zwischen Deutschland, Brasilien und Argentinien hin und her, sie streiten, provozieren, überraschen, und so entfaltet sich vor dem Leser ein Kaleidoskop von unpathetischer Menschlichkeit, familiärer Wärme und pragmatischen Lebensentscheidungen. (Leseprobe zum Download) Mir wurde der Roman "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus bereits vor einigen Monaten vom Verlag Kiepenheuer & Witsch zum Probelesen gegeben und ich war von der ersten Seite an begeistert. Selten habe ich so einen unterhaltsamen und leichten Bericht über die damalige Zeit gelesen, der trotzdem unheimlich berührend ist. Es gibt so wahnsinnig viel Lektüre und Filme über das Thema, weswegen wir oft leider schon abgestumpft sind und uns kaum mehr ein Bericht von damals die tatsächlichen Eindrücke zu vermitteln mag. Aber Ariel Magnus berichtet so normal vom Zusammensein und den Berichten seiner intelligenten und lustigen Großmutter, dass man sogleich Seite an Seite reiht und kaum mehr aufzuhören vermag diese Frau zu bewundern und ihren Lebensweg weiterzuverfolgen. Ich würde mich freuen, wenn ich Euch mit meiner Begeisterung über diesen kleinen Literaturschatz anstecken kann! Weitere Informationen zu Buch und Autor gibt es auf der Verlagswebsite.  Zusammen mit Kiepenheuer & Witsch suchen wir 25 Testleser für "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering". Hast Du Lust mit uns das Buch zu lesen, darüber zu diskutieren und im Anschluss eine Rezension dazu zu schreiben? Hinterlasst einfach bis zum 12. September 2012 einen Kommentar, warum Euch gerade dieser Roman interessieren würde. Ich freue mich auf Eure Beiträge und die darauffolgende Diskussion! Selbstverständlich ist auch jeder, der das Buch in der kommenden Woche nicht gewinnt, herzlich einzuladen mit dabei zu sein und uns beim Lesen und dem Austausch zu begleiten! Ariel Magnus, geboren 1975 in Buenos Aires. Studium in Deutschland, schrieb für verschiedene Medien in Lateinamerika, die taz in Berlin und Spiegel Online und lebt heute als Autor und literarischer Übersetzer in Buenos Aires. Er hat bislang neun Bücher veröffentlicht. 2007 wurde er für seinen Roman »Ein Chinese auf dem Fahrrad« mit dem internationalen Literaturpreis Premio La otra Orilla ausgezeichnet. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und wurde ein internationaler Bestseller. "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" ist sein zweiter Roman, der auf Deutsch erscheint.

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  • Zwei lange Unterhosen der Marke Hering

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    lesemaus

    lesemaus

    22. January 2014 um 10:43

    Über eine Leserunde gewann ich das Buch. Der Inhalt hatte mich bewogen, mich für dieses Buch zu bewerben. So fing ich mit viel Freude an zu lesen und musste schon nach wenigen Seiten mit dem Kampf anfangen. Die Erzählstruktur ist hektisch, unkontrolliert und mit keinem Inhalt. In dem Buch geht es um eine alte Frau, die nach der Suche ihrer Mutter sich in die Konzentrationslager einweisen ließ, um sie so zu finden. Der Autor, der auch gleich der Enkel dieser Frau ist, möchte mehr von ihr erfahren, und beginnt somit Fragen über die Vergangenheit zu stellen. Leider kam mir überhaupt nix von diesem Inhalt an. Ich hatte von diesem Buch etwas anderes erwartet, mehr zu erfahren, wie sie die Suche nach ihrer Mutter überlebt hat. Aber man bleibt dauernd in Berlin hängen, wo sie gerade auf Besuch ist. Auch wurde nicht detailliert über die Ereignisse gesprochen, so dass man immer dunklen blieb. Auch übermittelte mir das Buch keine Lebensfreude oder Komik. Für mich war dieses Buch eine Aneinandersetzung von Wörtern. Mein Fazit lautet: Ich habe schon bessere Bücher über dieses Thema gelesen.

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  • *Voll* Wanderbuch "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    sofie

    sofie

    Für alle, die gern ein etwas anderes Buch zum Thema Holocaust lesen wollen, starte ich hier eine Wanderbuchrunde zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering". Zum Inhalt: Emma ließ sich mit 22 Jahren auf der Suche nach ihrer blinden Mutter freiwillig ins Konzentrationslager Theresienstadt und später nach Auschwitz deportieren und wäre ihrer Mutter auch auf dem Weg in die Gaskammer nicht von der Seite gewichen, hätten nicht die Nazis selbst sie aufgehalten. Der argentinische Autor Ariel Magnus will diese Frau, seine Oma, näher kennenlernen und beginnt, ihr Fragen zu ihrer Vergangenheit zu stellen. Entstanden ist ein überaus humorvolles und unkonventionelles Porträt einer Holocaust-Überlebenden, die seit 50 Jahren in Brasilien lebt und die in ihrer Authentizität mit allen Klischees bricht, die ohne Bitterkeit oder Selbstmitleid zeigt, wie vielschichtig das Leben ist, auch in den dunkelsten Zeiten. Ariel Magnus und seine temperamentvolle Großmutter reisen dabei zwischen Deutschland, Brasilien und Argentinien hin und her, sie streiten, provozieren, überraschen, und so entfaltet sich vor dem Leser ein Kaleidoskop von unpathetischer Menschlichkeit, familiärer Wärme und pragmatischen Lebensentscheidungen. Die üblichen Regeln: - jeder hat 2 Wochen Zeit das Buch zu lesen - bittet meldet euch hier im Thema, wenn ihr das Buch bekommen habt und wenn ihr es weiter schickt - sobald ihr das Buch bekommen habt, erkundigt ihr euch bitte bei eurem Nachfolger nach seiner Adresse - sollte das Buch verloren gehen, teilen sich Absender und Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar Außerdem habe ich noch eine kleine Bitte an euch: Ich bin etwas neugierig, wo man Buch überall hinwandert, deswegen werde ich dem Buch eine Postkarte beilegen, auf der ihr eure Heimatstadt (oder die nächstgrößere Stadt) eintragen könnt. Aber das ist natürlich freiwillig! Teilnehmer: 1) Linny --------- erhalten am 17.10. 2) mecedora -------------- erhalten am 27.10. 3) conneling ------------- erhalten am 21.11. 4) Sophie333 ------------- erhalten am 06.12. 5) Babscha ------------- erhalten am 22.12. 6) Nefertari35 ----------- erhalten am 18.01. 7) Dunkelblau ---------- erhalten am 13.02. 8) Nicole_L --------- erhalten am 06.03. 9) michelauslönneberga ----- erhalten am 25.03. 10) Mohnbluemchen ---- erhalten am 24.04. --- zurück an mich Warteliste:

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  • Die etwas andere Geschichte einer Großmutter

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. March 2013 um 15:56

    Inhalt Ariel Magnus will die Vergangenheit seiner Großmutter näher beleuchten. Seine Großmutter Emma folgte mit gerade mal 22 Jahren ihrer blinden Mutter ins Konzentrationslager Theresienstadt und später auch nach Auschwitz. Auch in die Gaskammer wäre Emma noch gefolgt wenn die Nazis sie nicht selbst aufgehalten hätten. Nun interviewt der Autor also seine Großmutter und zeichnet ein Bild einer starken aber auch eigenwilligen Frau, die jetzt in Südamerika lebt und auf ein langes Leben zurückblicken kann. Meine Meinung Wer hier ein detailreichen Bericht über die Vorgänge in einem Konzentrationslager erwartet, bekommt etwas anderes geboten. Hier wird nicht unbedingt nur von dieser schwärzesten Zeit der Großmutter in Deutschland gesprochen, nein, hier wird das gesamte Leben der Frau erzählt. Die Szenen im Buch wechseln zeitlich unabhängig, die Vorgänge sind also nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern so, wie sie der Großmutter bei den Interviews mit dem Enkel in Erinnerung gerufen werden. Auch die Orte wechseln, denn der Enkel wohnt in Deutschland, während die Großmutter nach ihrer schweren Zeit unter den Nazis nach Südamerika geflüchtet ist und dort seit über 50 Jahren wohnt, aber Deutschland nach wie vor regelmäßig besucht. Diese etwas unstrukturierte Schreibweise macht das Gelesene aber sehr interessant.  Die Großmutter ist ein humorvoller, jedoch sehr eigenwilliger Mensch, der in einigen gelesenen Passagen für lustige Szenen sorgt. So ist dieses Buch ein ganz besonderes Portrait der eigenen Großmutter, die nicht verbittert durch die Vergangenheit ist, sondern ihre gewonnene Freiheit zu schätzen weiß und ihrer eigenen Familie sehr zugetan ist. Fazit: Ein lesenswertes Buch, wobei ich sagen muss, dass für 176 Seiten 18,99 € ein starker Preis sind. Trotz allem ein Buch über eine bemerkenswerte Frau, die beispielhaft für die Menschen steht, die das Nazi-Regime überlebt haben.

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  • Rezension zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    Nefertari35

    Nefertari35

    01. February 2013 um 19:54

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering - Ariel Magnus Leseeindruck (keine Rezension): Dieses Büchlein hat mich sehr beeindruckt. Hier wird eine Holocaust-Geschichte erzählt, aber ohne auf die Tränendrüse zu drücken oder um Mitleid zu heischen. Nein, ein Enkel (der Autor) erzählt die Geschichte seiner Oma, die Auschwitz überlebt hat und nach der Befreiung das Exil in Brasilien gewählt hat. Sie erzählt ohne Bitterkeit ihr Leben und trägt -fast- keinem etwas nach. So winzig diese Frau ist, soviel Stärke besitzt sie und ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen! Ein sehr anrührendes Buch!

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  • Rezension zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    Babscha

    Babscha

    24. December 2012 um 02:17

    Ein besonderes Buch über eine ganz besondere Frau, nämlich die Großmutter des Autors, Jüdin Jahrgang 1920 und aufgewachsen in einem Dorf nahe Wuppertal, die auf dem Höhepunkt des Naziterrors freiwillig ihrer deportierten, blinden Mutter in die KZ Theresienstadt und Auschwitz nachfolgt und nur durch reinen Zufall überlebt. Nach dem Krieg verlässt sie Deutschland auf einer Odyssee via Schweden nach Brasilien, wo sie seitdem lebt, allerdings immer wieder mal ihr Heimatland und die Stätten und Menschen ihrer Vergangenheit besucht. Aus den diversen Interviewmitschnitten von Magnus mit seiner Oma, die im Buch –wohl bewusst- genau so konfus aufbereitet sind wie sie sich offensichtlich zugetragen haben, fügt sich für den Leser das hochinteressante Portrait und die Lebensgeschichte einer zwar sehr speziellen, aber ehrlichen und geradlinigen Frau, die ihre humanistischen Grundwerte selbst in dunkelsten Zeiten nicht verliert und es deshalb schafft, ihr seelisches Gleichgewicht und ihre innere Stärke aufrecht zu erhalten. Eine wahrhaft toughe Person, diese Emma. Und gleichzeitig ein wichtiges, mit interessanten persönlichen Bildern und Dokumenten unterlegtes Dokument einer der letzten noch unter uns weilenden Zeitzeugen. Ein lesenswertes Buch, das jedoch aufgrund der fehlenden Chronologie, der Vielzahl der in den Bericht eingebundenen Einzelpersonen und der teils verschachtelten Sachzusammenhänge einen äußerst konzentrierten Leser verlangt.

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  • Rezension zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    elane_eodain

    elane_eodain

    25. October 2012 um 16:25

    >> Die Hände meiner Oma sind das rührendste an ihr. Klein, gebogen, stark. Ein Sinnbild ihres Körpers, vielleicht ihrer Geschichte. <<* INHALT: „Zwei lange Unterhosen der Marke Hering“ ist ein besonderes Buch, das gleich vorneweg. Und wie kann ich nun den Inhalt dieses Buches zusammenfassen? Irgendwie unmöglich. Aber dennoch, ein Versuch: Es ist ein Portrait, das Portrait der jüdischen Oma des Autors. Es ist eine Auseinandersetzung mit dieser Frau und ihrer Lebensgeschichte, mit dem was sie war und was sie ist, mit ihren Eigenheiten und mit ihrer Art, die eigene Geschichte zu erzählen und damit umzugehen. Es ist Interview und es ist Beobachtung. Es ist eine Aufarbeitung ohne Hass, ohne Bitterkeit und ohne „das Übliche“. GEDANKEN: Was macht dieses Buch nun zu einem besonderen? Zunächst einmal der schon angesprochene Fokus, der voll auf die Person Emma, Oma, gerichtet ist, nicht auf den Holocaust. Da dieser aber ein Teil Emmas Geschichte ist, geht es auch darum. Ariel Magnus beschreibt seine Oma offen, direkt und ungeschönt, dabei aber immer respekt- und liebevoll. Manche seiner Fragen während einem mehrtägigen Interviews wühlen Emma auf, gleichzeitig kann sie es aber auch nicht lassen, immer weiter zu erzählen. Themen sind ihre Familie, ihr früherer Heimatort, ihre Ausbildung zu Krankenschwester, ihre Erlebnisse im „Nazi-Deutschland“, die Deportation ihrer Mutter und ihre eigene, freiwillige. Aber auch vom Leben „danach“ erzählt sie, eigentlich beginnt sie sogar damit, denn sie erzählt von ihrer Übersiedlung, ihren Erfahrungen und Gefühlen als Überlebende, ihre persönliche Auseinandersetzung, den Aufbau ihres Lebens in Brasilien, ihre Kinder und Enkelkinder, ihre Besuche in Deutschland. Neben all diesen Erzählungen, die abschnittsweise in wörtlicher Rede, transkribiert, wiedergegeben werden, fügt der Autor seine eigenen Beobachtungen mit ein, versucht das Verhalten seiner Oma zu beschreiben und auch zu verstehen. Er analysiert sie, wie er sie erlebt und erzählt, was er mit ihr erlebt, fügt paradoxe – oder wie er sagt „omasche“ – Szenen mit viel Humor in sein Buch ein. Heraus kommt das Portrait einer einzigartigen Frau, die von so viel fürchterlichen Erlebnissen geprägt ist, aber sich davon nicht beherrschen lässt. Ja, der Holocaust ist Teil ihrer Lebensgeschichte, aber Emma ist die Summe vieler Teile! Das Lesen dieses Buches ist anspruchsvoll und fordert Konzentration, zum einen natürlich weil es auch ein bedrückendes Thema ist, zum anderen weil Emmas Erzählungen nicht chronologisch nach ihrem Leben geordnet sind, sondern danach, wann sie es erzählt hat. Ihrer Art, von einer Situation in die nächste zu springen, um später wieder zur ersten zurück zu kehren, ihre Sprunghaftigkeit und Ruhelosigkeit, wird dadurch nicht verfälscht, sondern Ariel Magnus ist es gelungen, ein sehr authentisches wirkendes Bild und tiefe Einblicke in die Psyche seiner Oma zu geben, ohne dass man sich als Leser voyeuristisch vorkommt. Und genau das ist es, was ich an diesem Buch so besonders und grandios finde, das macht das Buch zu einer ganz starken Leseerfahrung und auch zu einem Buch für Menschen, die der üblichen Literatur zum Thema 3. Reich vielleicht schon überdrüssig sind. Einer meiner Lieblingssätze: >> Ich traue mich nicht, sie [Oma] zu fragen, ob sie das fühlen könnte, was jemand fühlt, der nie im Exil gewesen ist und aber versucht, das zu fühlen, was jemand fühlt, der das erlebt hat, also ob sie fühlen konnte, was ein Deutscher fühlte, den ein Architekt fühlen lassen möchte, was sie fühlte - und fühlt. <<* FAZIT: Besonders, anders, paradox – und lesenswert! Man darf nur nicht mit falschen Erwartungen heran gehen. (* Zitate aus „Zwei lange Unterhosen der Marke Hering“ von A. Magnus)

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  • Rezension zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    Toxicity74

    Toxicity74

    16. October 2012 um 09:22

    Ariel Magnus nimmt es in seinem Vorwort vorweg, dass er mit dem Buch nicht die Absicht hatte, eines der klassischen Bücher über den Holocaust zu verfassen. Und genauso ist es dann auch. Es ist mehr ein Buch über seine resolute, etwas eigensinnige Oma, die den Holocaust am eigenen Leibe schmerzhaft miterleben musste. Zu Beginn des Buches zeichnet Magnus für den Leser zunächst ein deutliches Bild seiner Oma . Diese lebt in Südamerika und kommt zu Besuch nach Berlin. Im folgenden wechselt der Autor in verschiedenen Zeitabschnitte hin und her, mal schreibt er von Besuchen der Oma in Deutschland, mal von seinen eigenen Aufenthalten bei der Oma in Südamerika. Er interviewt seine Großmutter, um mehr über ihr Leben zur Zeit des Dritten Reiches zu erfahren. Ihre Äußerungen sind manches Mal recht verwunderlich und man bekommt den EIndruck, dass sie sich nur widerwillig an diese Zeit erinnert. Insgesamt war es ein ganz interessantes Buch, aber mir fehlte es dann doch zu oft an einer gewissen thematischen Struktur. Zuviele Zeitsprünge, zu oft wird die verwirrende, sprunghafte Erzählweise der Oma ungefiltert wieder gegeben. Daher gibt es von mir leider "nur" drei Sterne.

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  • Rezension zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    bookgirl

    bookgirl

    Inhalt Ariel Magnus erzählt die Geschichte seiner Großmutter Emma. Eine außergewöhnliche Frau, die um bei ihrer blinden Mutter sein zu können freiwillig ins Konzentrationslager Theresienstadt und später nach Auschwitz deportiert ist. Auch auf dem Weg in die Gaskammer ist sie ihrer Mutter nicht von der Seite gewichen und nur durch einen Zufall am Leben geblieben. Über 50 Jahre später steht sie nun ihrem Neffen Rede und Antwort auf seine Fragen zu der damaligen Zeit. Meine Meinung Ariel Magnus schreibt schnörkellos über ein ernstes Thema auf eine teilweise humorvolle Art und nimmt dadurch die Schwere, die durchaus hätte entstehen können, heraus. Seine Oma Emma ist ein ganz besonderer Mensch und dieses Buch lebt von ihrer speziellen Art. Ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen und konnte einige Charaktereigenschaften entdecken, die auch meine Oma ausgezeichnet haben. Sie erzählt ihre Geschichte manchmal sehr abgehakt und nicht unbedingt zusammenhängend, was, wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat, nicht weiter stört. Die Momente, in denen sie von ihrer Mutter und der Deportation berichtete, haben mich tief bewegt und erschüttert. Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass man die große Liebe, die der Autor für seine Oma hegt regelrecht spüren konnte. Auch wenn Oma Emma schon mal nerven und anstrengend sein kann, steht dennoch über allem seine Zuneigung für diese außergewöhnliche Frau. Fazit Zwei lange Unterhosen der Marke Hering ist ein Tatsachenbericht der besonderen Art mit einer großartigen Protagonistin. Eine Geschichte, die zu Herzen geht und das Thema Holocaust auf eine sehr persönliche Weise behandelt.

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  • Rezension zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    Senfkorn

    Senfkorn

    12. October 2012 um 19:31

    Ariel Magnus erzählt in seinem Buch "Zwei Unterhosen der Marke Hering" die Geschichte einer starken Frau,seiner Oma Emma. Emma hat als junge Frau als Krankenschwester in einem jüdischem Krankenhaus gearbeitet, ist ihrer blinden Mutter erst nach Theresienstadt und dann nach Auschwitz gefolgt- sie wäre mit ihr in die Gaskammer gegangen, hätte ein Aufseher sie nicht weg gestoßen. Der Klappentext hat in mir falsche Erwartungen geweckt: ein Buch was die Vergangenheit von Emma erzählt, wie sie Theresienstadt überlebte, Auschwitz überlebte, detailiert vom Lagerleben berichtet, eben eine Erzählung über die Vergangenheit. Dass ist es nicht. Es ist viel mehr! Anhand eines Interviews welches Ariel Magnus im Sommer 2002 mit seiner Oma führte rekonstruiert er ihre Geschichte- Emma redet schnell, durcheinander und trotzdem schafft der Autor uns seine Oma vorzustellen, uns (und sich selbst) ihre Vergangenheit nahezubringen, nie weinerlich, immer sehr sachlich und trotzdem nimmt es einen als Leser mit. Ich hab sie sofort gemocht. Dass Buch sprüht vor der Liebe des Autors zu seiner Oma, auch wenn sie schrullig und manchmal schwierig ist. Er stellt uns eine starke Frau vor, die sich von ihrer Vergangenheit nicht hat unterkriegen lassen, die lebt, die zeigt wie vielschichtig das Leben sein kann. Ich war vom Buch hellauf begeistert, habe es verschlungen. Es ist ganz anders als jedes Buch was ich bis jetzt zum Thema Holocaust gelesen habe und ich werde es definitiv weiterempfehlen!

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  • Rezension zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    sunday

    sunday

    04. October 2012 um 16:24

    Die erstaunliche Geschichte meiner Großmutter Ich hab doch meine Freiheit und Freiheit ist so viel wert. Das Wort ist klein, aber der Inhalt ist riesig. Inhalt: Ariel Magnus erzählt die erstaunliche Geschichte von seiner Großmutter. Ihre Geschichte, die sich über Argentinien, Deutschland und Brasilien erstreckt. In diesem Buch erzählt er das Leben seiner Oma als Holocaust – Überlebende und Mitglied einer weitverzweigten Familie. Emma ließ sich mit 22 Jahren auf der Suche nach ihrer blinden Mutter freiwillig ins Konzentrationslager Theresienstadt und später nach Auschwitz deportieren und wäre ihrer Mutter sogar bis in die Gaskammer gefolgt, hätten die Nazis sie nicht aufgehalten. Manchmal witzig, genervt und immer einfühlsam gelingt dem Enkel ein überaus faszinierendes Porträt über eine ganz besondere Frau, die mit Bitterkeit aber auch mit viel Humor zeigt, wie vielschichtig das Leben auch in den dunkelsten Zeiten ist. Meinung: Also, die Idee vom Buch fand ich ja ziemlich gut. Das war ja auch der Grund wieso ich mich für diese Leserunde angemeldet habe, aber ehrlich gesagt war ich dann am Ende nicht so begeistert vom Buch. Irgendwie fing alles schon so chaotisch an und ging dann gleich chaotisch weiter. Man hat länger gebraucht um ins Buch reinzukommen und es hat sich nicht besonders flüssig gelesen. Natürlich muss man auch sagen, dass die Geschichte an manchen Stellen echt einfühlsam und beeindruckend war. Wie die eine Sache, dass die Oma auf einem Schiff die Hand einer Frau operiert hat nur mit den Anweisungen eines Arztes, die sie über Funk bekommen hat. Ich hab auch lange darüber nachgedacht mit wie vielen Sternen ich das Buch bewerten soll, aber letzendlich bin ich zum Schluss gekommen, dass die Geschichte zwar echt schlimm ist und dass ich ziemlichen Respekt davor habe was die Frau alles durchgestanden hat, aber trotzdem wenn ich mir das Buch selbst nur ansehe, dann erkenn ich dabei einfach kein gutes Buch und so ist die Bewertung schließlich bei einem Stern geblieben.

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  • Rezension zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    mezzomix

    mezzomix

    03. October 2012 um 19:01

    Der Autor erzählt in diesem Buch die Geschichte seiner Großmutter, einer KZ überlebenden, in Ihren eignen Worten. Das Gerüst des Buches ist der Versuch die Erinnerungen seiner Großmutter in eine Geschichte zu verpacken. Schön umgesetzt - manchmal nicht ganz einfach zu lesen, aber auf jeden Fall empfehlenswert!

  • Rezension zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    Solitude

    Solitude

    02. October 2012 um 11:57

    Ariel Magnus´ Großmutter hat fast durch einen Zufall den Holocaust und das KZ überlebt, nachdem sie ihrer blinden Mutter freiwillig dorthin gefolgt war. Sie hat trotz dieser Erfahrung ein "normales" Leben geführt, geheiratet und Kinder großgezogen. Der Verfasser führt in diesem Buch mehrere Interviews mit seiner Großmutter, in denen er ihre Geschichte recherchiert, um sie nachzuerzählen. Wie sich herausstellt, ist es keinesfalls einfach, diese Gespräche mit Emma, der Großmutter zu führen. Ariel Magnus gelingt es dabei aber sehr gut, den eigentümlichen Erzählstil seiner Großmutter, ihre Gedankensprünge und ihre Ungeduld, für den Leser nachfühlbar zu machen. Das Buch hat mich sehr berührt. Mich hat der sprunghafte Stil, in dem die Interviews mit der Großmutter geschildert sind, nicht gestört. Im Gegenteil! Jeder, der einmal einem alten Menschen genauer zugehört hat, wird hier vieles wiedererkennen. Die Interviews sind in eine Rahmenhandlung eingebettet. Die Großmutter ist zu Besuch bei ihrem Enkel und seiner Familie, in Berlin. Gemeinsam besuchen sie diverse Orte, die mit dem Holocaust zu haben. Erschüttert hat mich, dass die Großmutter trotz aller sinnlosen Grausamkeit, die sie erleben musste, auch immer wieder deutlich macht, dass nicht alle Deutschen gleich waren und es auch Menschen gab, die geholfen haben. Angesichts ihrer Erlebnisse den Glauben an die Menschheit und das Leben nicht zu verlieren ist für mich fast unvorstellbar. Viele Erinnerungen mag sie verdrängt haben, aber vermutlich ist es auch anders kaum möglich, weiterzuleben. Emma hat sich aber dafür entschieden, weiterzuleben. Diese Kraft finde ich bewundernswert und beeindruckend. So muss es auch Ariel Magnus gegangen sein. So genervt er immer wieder auch von der Ungeduld und der Eigenwilligkeit seiner Großmutter sein mag, man spürt beim Lesen trotzdem seinen tiefen Respekt vor ihr. So habe ich es jedenfalls empfunden. Ein wirklich tolles, berührendes Buch mit einer etwas anderen Herangehensweise an dieses furchtbare Kapitel der deutschen Geschichte. Absolut empfehlenswert für alle, die sich für das Thema interessieren! Danke für diese Leserunde!

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  • Rezension zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    IraWira

    IraWira

    01. October 2012 um 22:30

    Dieses Buch ist anders und ganz bsonders ist es anders als eigentlich alle Bücher, die ich jemals mit einem Bezug zum Holocaust gelesen habe. Mit Sicherheit ist es auch das, was es so besonders macht, aber nicht nur. Vielmehr ist es die Mischung aus einem leichten humorvollen Ton, der sich dennoch immer respektvoll mit dem ja nun wahrlich nicht ganz einfachen Thema befasst, ein Ton, der auch die Großmutter liebevoll und respektvoll mit all ihren Eigenarten beschreibt und nicht zuletzt ist es auch die Persönlichkeit der Großmutter selbst, die Eindruck macht. Der Autor, der sich auf das Wagnis eingelassen hat, seine sehr bemerkenswerte, aber nicht ganz einfache Großmutter zu interviewen und mehr über sie und ihre Zeit in Deutschland herauszufinden. Die Großmutter, die als Jüdin zur Zeit des Dritten Reiches lebte, als junges Mädchen und spätere Frau, die in dieser Zeit alles und jeden verloren hat, zeigt sich einerseits sehr stark, jedoch wird immer wieder auch deutlich, wie sehr sie auch heute noch mit den Erinnerungen an diese Zeit zu kämpfen hat und was dort eigentlich alles passiert ist, was nie hätte passieren dürfen. Ganz nebenbei nur wird es erwähnt, streckenweise fast beiläufig, selbstverständlich, nie dramatisch, nie anklagend, so dass der Leser manches Mal genauer hinschauen und noch einmal genau lesen muss, was eigentlich passiert ist. Gerade diese Beiläufigkeit führte bei mir allerdings des Öfteren dazu, dass es mich mehr traf als jeder Vorwurf oder jede weit ausgeführt Anklage es vermocht hätten. Man sollte dieses Buch allerdings nicht nur als Buch über den Holocaust lesen, das ist es nicht. Es ist ein Buch über eine starke und eigenwillige Frau, die auch den Holocaust überlebt hat und es ist auch ein Buch über eine ältere Frau, die manchmal recht sprunghaft und nicht immer ganz zusammenhängend erzählt, hier sollte man bereit sein, sich darauf einzulassen. Wenn man das kann, hat man hier ein sehr beeindruckendes und intensives Buch, dasmir sehr gut gefallen hat.

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