Aris Fioretos

 3.8 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Der letzte Grieche, Die halbe Sonne und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Aris Fioretos

Aris Fioretos wurde 1960 in Göteborg, Schweden geboren und wuchs in Lund auf. Sein Vater kommt aus Griechenland und war Professor der Medizin; seine Mutter kommt aus Österreich und hatte eine Galerie. Fioretos studierte Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Stockholm, an der École des hautes études sowie an der Yale University. Er promovierte 1991 und habilitierte 2001. Er wurde für seine Werke international ausgezeichnet und ist auch als Übersetzter tätig und übersetze u.a. Nabokov, Hölderlin und Paul Auster.

Alle Bücher von Aris Fioretos

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Der letzte Grieche

Der letzte Grieche

 (5)
Erschienen am 01.05.2014
Die halbe Sonne

Die halbe Sonne

 (2)
Erschienen am 19.06.2015
Die Seelensucherin

Die Seelensucherin

 (2)
Erschienen am 28.08.2000
Babel

Babel

 (1)
Erschienen am 01.09.2008
Die Wahrheit über Sascha Knisch

Die Wahrheit über Sascha Knisch

 (2)
Erschienen am 25.02.2003
Mary

Mary

 (1)
Erschienen am 22.08.2016
Flucht und Verwandlung

Flucht und Verwandlung

 (0)
Erschienen am 18.03.2010
Mary

Mary

 (0)
Erschienen am 19.07.2019

Neue Rezensionen zu Aris Fioretos

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Rezension zu "Mary" von Aris Fioretos

Ein Ort der Schande
Sikalvor 2 Jahren

„Es mag seltsam klingen, aber ich bin die einzige, die erzählen kann, wie ich endete.“

Der Autor Aris Fioretos hat mit seinem Roman einen Ort gewählt, den viele Griechen am liebsten in die Vergessenheit schicken möchten – Gyaros, Gefängnisinsel zur Zeit der Militärdiktatur und bekannt als Internierungslager politischer Gefangener.

Studentin Mary hat sich aus einem regimetreuen Elternhaus abgenabelt, ihre Liebe zu Dimos gefunden und ist schwanger, als sie während einer Demo festgenommen wird. Ihr wird nichts vorgeworfen, sie soll nur Namen preisgeben, die für die Aufstände verantwortlich zu machen sind. Als sich Mary weigert zur Verräterin zu werden, muss sie die ganze Macht und Willkür des Staates erfahren. Sie wird in verschiedenen Gefängnissen gefoltert, soll mürbe gemacht werden, bis sie schließlich auf die Gefängnisinsel Gyaros verlagert wird. Jedes Vergehen dort wird mit dem Verbannen in unterschiedliche Buchten bestraft. Ständige Begleiter sind Ratten und die Angst, selbst zur Ratte zu werden. Zwischen den inhaftierten Frauen entsteht eine Zweckgemeinschaft, Hilfestellung in unterschiedlichen Situationen und die Hoffnung auf eine ungewisse Zukunft.

Als Leser wird man zum stillen Beobachter der Qualen von Mary, aber auch ihrer Zwiegespräche mit ihrem Körper, ihrem ungeborenen Kind, das für lange Zeit ihr kleines Geheimnis bleibt. Fioretor schildert hier mit oftmals poetischen Beschreibungen das Zwischenspiel von Körper und Geist und nimmt so der Geschichte etwas von Elend und Schrecklichkeit.

Das Buch ist aus der Perspektive von Mary geschrieben, erzählt ihre Sicht der Dinge, ihre Gefühle, ihre nach außen getragene Unverletzlichkeit und ihr aufgewühltes Inneres. Zwischendurch erfährt man in Rückblenden über ihre Kindheit, den Verlust ihres Bruders und ihre Beziehung zu Dimos.

Während man als Leser abwechselnd erschüttert und dann wieder hoffnungsvoll Mary begleitet, denkt man an die vielen anderen politisch Inhaftierten, an die allgegenwärtige Schrecklichkeit unserer Welt. Für mich war dieses Buch beinahe nicht auszuhalten, oft musste ich es zur Seite legen und etwas Abstand gewinnen. Trotzdem bin ich nun froh, diesen Roman gelesen zu haben.

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Rezension zu "Die halbe Sonne" von Aris Fioretos

Ein Roman der etwas anderen Art
BuecherBallvor 5 Jahren

"Jetzt ..." Die Stimme der Mutter ist dünn wie Nähseide. "Jetzt ist es passiert."

"Wieder klingelt das Telefon. Die Sechsjährige erklärt ihrer fragenden Tante: "Opa ist gesterbt."

Ich habe letztlich keine Ahnung, weshalb ich mir dieses Buch gekauft habe. Gehört habe ich davon auf Twitter, als eine Nutzerin im Rahmen des lovelybooks-Lesemarathons davon schrieb. Nachdem ich mir eine Leseprobe auf meinen e-Reader geladen habe und mir diese zu Gemüte führte, wurde mir schnell klar, weshalb dieses Buch keine überschwängliche mediale Aufmerksamkeit erhalten hat. Es ist doch ein sehr spezielles Thema, welches Fioretos, der mir übrigens vorher gänzlich unbekannt war, hier behandelt. Passend dazu auch der Schreibstil und die Form des Buches, welchen ich so bisher noch nicht begegnet bin.

Fioretos beschreibt das Leben eines Mannes, eines Vaters, aus der Sicht des Sohnes. So weit, so trivial. Demungeachtet entfaltet sich dieser Roman (ich nenne ihn jetzt einfach mal so) während des Lesens immer mehr. Wie schon gesagt, erzählt wird die Geschichte vom Vater des Erzählers. Das besondere Merkmal hierbei ist jedoch, dass sie rückwärts geschildert wird. Sie beginnt mit der Nachricht vom Tod des demenz- und parkinsonkranken Vaters und endet mit dem Augenblick der Geburt des ersten Kindes, des Erzählers. Literarisch geht er nach seinem Tod zurück in seine alte Heimat Griechenland, um eine Fakultät für Medizin und endlich ein festes Heim für die Familie zu errichten. In Schweden heiratet er seine Frau, eine Kunststudentin aus Österreich und muss später beruflich bedingt immer wieder mit seiner Familie umziehen. In Wien studiert er Medizin und lernt seine spätere Frau kennen, und als Neunzehnjähriger verlässt er seine Heimat Griechenland, weil das Militärregime hinter ihm her ist.

Man kann sich nun streiten, ob Aris Fioretos mit diesem Werk seinem eigenen Vater huldigen und ihn ehren will, dass er hier einen autobiographischen Text geschrieben hat. Schaut man sich die Lebensdaten des Autors einmal an, so kommt einem der Eindruck, dies wäre so. Doch mich persönlich interessiert dieser Umstand nur am Rande. Für mich muss erst einmal das Buch an und für sich gut ankommen. Immerhin bin ich ein typischer Leser und will in erster Linie unterhalten werden.

Doch was die unverhüllte Unterhaltung angeht, so wäre ich maßlos enttäuscht worden, hätte ich nicht anhand der Leseprobe einen Vorgeschmack bekommen. Denn hier geht es nicht um Entertainment im Sinne von gewohntem Spannungsaufbau, Action usw., wie man sie in einem gängigen Thriller oder Krimi findet. Hier geht es noch vielmehr um das eigene Leben, das Sich-selbst-wiederfinden in den zahlreichen, mal mehrere Seiten langen, mal einige Zeilen kurzen, Fragmenten. Es dreht sich in diesem Roman alles um eine Beziehung, die Beziehung zwischen Vater und Sohn und wie sie sich mit den Jahren verändert. Doch so außergewöhnlich das Leben des Vaters und dessen Umstände von außen auch wirken mögen, so findet man doch viel öfter Parallelen zum eigenen Leben, als man vorher zu glauben vermag.

Die halbe Sonne von Aris Fioretos ist ein Roman der etwas anderen Art. Er besitzt eine hohe sprachliche Dichte und so manche Textstellen lassen einen innehalten und über das Gesagte nachdenken – und genau das ist dieses Buch, etwas zum nachdenken. Wer auf pure Unterhaltung aus ist, ist hier definitiv fehl am Platze. Auch ich habe so manches Mal gedacht, dass das die längsten 200 Seiten meines bisherigen Lebens seien. Man muss sich als Leser auf diese Art der literarischen Gestaltung einlassen können, um in den Bann dieses sprachlich anspruchsvollen Buches zu kommen, ich weiß nicht so ganz, ob mir das gelungen ist…

"Ich glaube", wiederholt sie, sehr leise, wie ein Gebet, "es ist so weit, du wirst Vater."

* Für alle, die neugierig geworden sind: Ich empfehle euch, vor dem Kauf des Buches eine Leseprobe, denn, wie gesagt, solche Bücher sind nicht für jedermann.

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Rezension zu "Die halbe Sonne" von Aris Fioretos

Die halbe Sonne” von Aris Fioretos/ Versuch einer Rezension Apr 28 von Xeniana
Xenianavor 6 Jahren


ARIS FIORETOS

Die halbe Sonne

Ein Buch über einen Vater – übersetzt aus dem Schwedischen von Paul Berf
Erscheinungsdatum: 25.02.2013

ISBN 978-3-446-24264-7
Hanser Verlag

Versuch einer Rezension:

“So entzündet man Erinnerungen”, schreibt die FAZ fast euphorisch im Feuilleton am 28.03.2013

Aris Fioretos wurde 1960 in Schweden als Sohn eines griechischen Vaters und einer österreichischen Mutter geboren. Er studierte in Stockholm vergleichende Literaturwissenschaften und promovierte 1991 und 2001.Im Jahr 1991 veröffentlichte er  sein erstes Buch.”Den  deutschen Lesern wurde er 1995 in der Literaturzeitschrift Akzente vorgestellt”.(Wikipedia)

Seit 1997 lebt Aris Fioretos als freier Schriftsteller  in Berlin und Stockholm.

Werke: (Quelle Wikipedia)

Belletristik [Bearbeiten]

1991:  Delandets bok 1998:  Vanitasrutinerna 2000:  Stockholm noir (deutsch als  Die Seelensucherin, Übersetzung Paul Berf; Dumont Verlag, Köln 2000,  ISBN 3-7701-5352-9) 2002:  Sanningen om Sascha Knisch (deutsch als  Die Wahrheit über Sascha Knisch, Übersetzung Paul Berf; Dumont Verlag, Köln 2003,  ISBN 3-8321-7828-7) 2009:  Den siste greken (deutsch als  Der letzte Grieche, Übersetzung Paul Berf; Hanser Verlag, München 2011,  ISBN 978-3-446-23633-2) 2012:  Halva solen (deutsch als  Die halbe Sonne, Übersetzung Paul Berf; Hanser Verlag, München 2013,  ISBN 978-3-446-24121-3)

Essays [Bearbeiten]

1994:  Den grå boken (englisch als  The Gray Book, 1999) 1996:  En bok om fantomer 2001:  Skallarna (deutsch als  Mein schwarzer Schädel, Übersetzung Paul Berf; DAAD Künstlerprogramm, Berlin 2003,  ISBN 3-89357-108-6) 2008:  Vidden av en fot (deutsch als  Das Maß eines Fußes, Übersetzung Paul Berf; Hanser Verlag, München 2008,  ISBN 978-3-446-23056-9) 2012:  Avtalad tid, Gespräche mit  Durs Grünbein

Die Geschichte:

beginnt mit dem Ende , entwickelt sich rückläufig bis zur Kindheit des Protagonisten. Der Vater in den letzten Jahren von von Krankheit gezeichnet ( Parkinson, Demenz, Querschnittslähmung nach Unfall)wird vom Sohn neu zusammengesetzt. Schreibend will er “Paparat” sein , fügt Fragment um Fragment zu einem kraftvollen,  zärtlichen Bild zusammen.

“Der Vater aus politischen Gründen im Exil, studiert zunächst in Wien Medizin , tritt später  in Schweden eine Stelle als Arzt an und macht Karriere. Verheiratet mit einer österreichischen Kunststudentin, gründet er in Schweden eine Familie und fühlt sich doch zunehmend in der Verbannung.

“…für den Sohn und Erzähler ist ist der Vater deshalb stets der “ausländische  Vater”, über den er Thesen aufstellt wie diese: ” Der Handteller eines ausländischen Vaters ist größer als der Himmel über euch.”“( Zitat Lesarten/Literaturmagazin)

In  den  sprachlich ausgefeilten Miniaturen ersteht er wieder , als  ein nicht Maß halten wollender,empfindsamer, zuweilen diktatorischer, aber auch zärtlicher, zugewandter Vater.

Fioretis schreibt in der 3. Person um dem Leser Platz zu lassen , wie an einem gut gedeckten Tisch(Interview 3sat)

Meine Meinung:

Mich hat dieses Buch vom ersten Moment an eingehüllt, bezaubert mit der prosaischen Sprache und der Fähigkeit, Sinneseindrücke  durch Worte erlebbar zu machen.

Ich habe die flirrende Hitze Athens gespürt, den herben Geschmack der Oliven auf der Zunge gehabt und die Stille gehört, wenn der Vater sich zur täglichen  Mittagsschlaf hinlegte.

Ich stand neben dem  Vater , als er verstohlen, ein Glas in Cognac  eingelegter Früchte aus dem Kühlschrank holte,  um sie gleich aus dem Glas in den Mund zu schütten. .  Der Vater war ganz nah, sichtbar, fühlbar, hörbar, wahrnehmbar. Ich identifizierte mich mit den ihn immer wieder überrollenden Unruhigkeiten, die die Familie veranlassten alle 2 Jahre umzuziehen. “…umgeben von Nadelwäldern leidet er an Atemnot.Um Dampf abzulassen, scheucht er die Familie insAutoMindestenseinmal im Monat verbringt man das Wochende auf der Landstraße”

Was für ein Buch! Ich mochte es gar nicht aus der Hand legen. Ein sehr empfehlenswertes Buch, etwas Besonderes, Schönes, Zärtliches. Ein gelungener Paparat (dieses Wort ist viel zu hart. In meinen Augen eine überaus gelungene Hommage an einen Vater.

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Aris Fioretos wurde am 06. Februar 1960 in Göteborg (Schweden) geboren.

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