Arjun Appadurai , Zygmunt Bauman Die große Regression

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Inhaltsangabe zu „Die große Regression“ von Arjun Appadurai

Spätestens seit sich die Folgen der Finanzkrise abzeichnen und die Migration in die Europäische Union zunimmt, sehen wir uns mit Entwicklungen konfrontiert, die viele für Phänomene einer längst vergangenen Epoche hielten: dem Aufstieg nationalistischer, teils antiliberaler Parteien wie dem Front National und der AfD, einer tiefgreifenden Krise der EU, einer Verrohung des öffentlichen Diskurses durch Demagogen wie Donald Trump, wachsendem Misstrauen gegenüber den etablierten Medien und einer Verbreitung fremdenfeindlicher Einstellungen, die an dunkle Zeiten gemahnt. Politiker werden als »Vaterlandsverräter« verunglimpft, Muslime unter Generalverdacht gestellt, im Internet werden die krudesten Verschwörungstheorien propagiert.
In diesem Band untersuchen international renommierte Forscher und Intellektuelle die Ursachen dieser »Großen Regression«, verorten sie in einem historischen Kontext, erörtern Szenarien für die nächsten Jahre und diskutieren Strategien, mit denen wir diesen Entwicklungen entgegentreten können.
Mit Beiträgen von Arjun Appadurai, Zygmunt Bauman, Donatella della Porta, Nancy Fraser, Eva Illouz, Ivan Krastev, Bruno Latour, Paul Mason, Pankaj Mishra, Robert Misik, Oliver Nachtwey, César Rendueles, Wolfgang Streeck, David Van Reybrouck, Slavoj Žižek.

Dieses Buch ist kein Lösungsmanual für Probleme dieser Zeit, aber eine positive Bemühung, internationale Debatten in Gang zu bekommen.

— fluffywordsblog

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  • Die große Regression fordert die Linke heraus

    Die große Regression

    fluffywordsblog

    22. May 2017 um 18:54

    So ein kleines Buch, so ein großes Vorhaben. Die große Regression betreibt mit seinem kompakten Format und der schlichten Umschlaggstaltung (aber sehr angenehmen Haptik) ein Understatement, denn auf knapp über 300 Seiten finden sich, unter der Herausgeberschaft des Suhrkamp Lektors Heinrich Geiselberger selbst, theoretische Überlegungen 15 bedeutender Autoren, Journalisten und Soziologen zu keinem geringeren Gegenstand als dem Heute, unserer Gegenwart. Für das Projekt gewinnen ließen sich unter anderem zwei meiner liebsten Theoretiker, der kürzlich verstorbene Kritiker der Postmoderne, Zygmunt Bauman, sowie die nicht minder kritische Soziologin Eva Illouz. Jene bringt in ihrem Aufsatz den Populismus in ihrem Herkunftsland Israel mit der Entwicklung rund um Trump in den USA in Verbindung. Die sich allerorts verbreitende „reaktionäre Politik“ sei in Israel bereits seit 10 Jahren zu beobachten und ähnele beispielsweise im Bereich des Umgangs mit Einwanderern jenem, den Donald Trump propagiert. Die massivste Kritik Illouz‘ sowie nahezu aller Beitragenden gilt jedoch nicht pomadierten Feindbildern, sondern der Linken selbst. Während sie das Versäumnis aufführt, als jene politische Kraft auch die Stimme der israelischen Arbeiterbewegung zu sein, wertet der Soziologe Wolfgang Streeck das Nicht-Erkennen des Willens der ,,Verdrängten“ weltweit, in die politische Sphäre zurückzukehren, als ein Versagen der eigentlichen Vordenker. Hans-Martin Schönherr-Mann stört sich im Deutschlandfunk zwar daran, dass in diesem Buch primär linke Stimmen zu Wort kommen, verkennt damit aber das Ziel des Projekts: Die Linke muss die für ebenjene Vertreter zunächst gänzlich unverständlichen regressiven Entwicklungen in Richtung einzelstaatlicher Abschottung, Neoliberalismus und Populismus aus eigentlich freien und demokratischen Gesellschaften heraus erst einmal verstehen und beim ungestörten Verbleib unter sich verarbeiten, um selbst wieder handlungsfähig zu werden. Bis dahin bleibt zu hoffen, dass beispielsweise Zygmunt Baumans differenzierte Betrachtung von Migration als ungerichteter Bewegung von etwas weg im Gegensatz zu Im- und Emigration, die er an einen Essay Umberto Ecos anlehnt, von den entscheidenden Personen gehört wird. Denn „in der heutigen Welt kann man zwar die Einwanderung (mit mäßigem Erfolg) zu begrenzen versuchen, die Migration jedoch folgt unabhängig von dem, was wir tun, ihrer eigenen Logik“. Die große Regression ist sicherlich kein Lösungsmanual für Probleme dieser Zeit, aber eine längst fällige Bemühung, internationale Debatten in Gang zu bringen, die sich sonst oftmals nur in wissenschaftlichen Elfenbeintürmen abspielen. Der Sammelband wird weltweit in Partnerverlagen publiziert und das Haus Suhrkamp strengt seine geballten Digitalmarketingkräfte an, um den Diskurs auch außerhalb des Buches voran zu treiben; mit eigener Onlinepräsenz und dem Hashtag #greatregression. So ein kleines Buch, so ein großes Vorhaben.

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  • Die große Regression fordert die Linke heraus

    Die große Regression

    fluffywordsblog

    17. May 2017 um 22:35

    So ein kleines Buch, so ein großes Vorhaben. Die große Regression betreibt mit seinem kompakten Format und der schlichten Umschlaggstaltung (aber sehr angenehmen Haptik) ein Understatement, denn auf knapp über 300 Seiten finden sich, unter der Herausgeberschaft des Suhrkamp Lektors Heinrich Geiselberger selbst, theoretische Überlegungen 15 bedeutender Autoren, Journalisten und Soziologen zu keinem geringeren Gegenstand als dem Heute, unserer Gegenwart. Für das Projekt gewinnen ließen sich unter anderem zwei meiner liebsten Theoretiker, der kürzlich verstorbene Kritiker der Postmoderne, Zygmunt Bauman, sowie die nicht minder kritische Soziologin Eva Illouz. Jene bringt in ihrem Aufsatz den Populismus in ihrem Herkunftsland Israel mit der Entwicklung rund um Trump in den USA in Verbindung. Die sich allerorts verbreitende „reaktionäre Politik“ sei in Israel bereits seit 10 Jahren zu beobachten und ähnele beispielsweise im Bereich des Umgangs mit Einwanderern jenem, den Donald Trump propagiert. Die massivste Kritik Illouz‘ sowie nahezu aller Beitragenden gilt jedoch nicht pomadierten Feindbildern, sondern der Linken selbst. Während sie das Versäumnis aufführt, als jene politische Kraft auch die Stimme der israelischen Arbeiterbewegung zu sein, wertet der Soziologe Wolfgang Streeck das Nicht-Erkennen des Willens der ,,Verdrängten“ weltweit, in die politische Sphäre zurückzukehren, als ein Versagen der eigentlichen Vordenker. Hans-Martin Schönherr-Mann stört sich im Deutschlandfunk zwar daran, dass in diesem Buch primär linke Stimmen zu Wort kommen, verkennt damit aber das Ziel des Projekts: Die Linke muss die für ebenjene Vertreter zunächst gänzlich unverständlichen regressiven Entwicklungen in Richtung einzelstaatlicher Abschottung, Neoliberalismus und Populismus aus eigentlich freien und demokratischen Gesellschaften heraus erst einmal verstehen und beim ungestörten Verbleib unter sich verarbeiten, um selbst wieder handlungsfähig zu werden. Bis dahin bleibt zu hoffen, dass beispielsweise Zygmunt Baumans differenzierte Betrachtung von Migration als ungerichteter Bewegung von etwas weg im Gegensatz zu Im- und Emigration, die er an einen Essay Umberto Ecos anlehnt, von den entscheidenden Personen gehört wird. Denn „in der heutigen Welt kann man zwar die Einwanderung (mit mäßigem Erfolg) zu begrenzen versuchen, die Migration jedoch folgt unabhängig von dem, was wir tun, ihrer eigenen Logik“. Die große Regression ist sicherlich kein Lösungsmanual für Probleme dieser Zeit, aber eine längst fällige Bemühung, internationale Debatten in Gang zu bringen, die sich sonst oftmals nur in wissenschaftlichen Elfenbeintürmen abspielen. Der Sammelband wird weltweit in Partnerverlagen publiziert und das Haus Suhrkamp strengt seine geballten Digitalmarketingkräfte an, um den Diskurs auch außerhalb des Buches voran zu treiben; mit eigener Onlinepräsenz und dem Hashtag #greatregression. So ein kleines Buch, so ein großes Vorhaben.

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