Es ist schwer, ein Gott zu sein

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Düstere und brutale Erforschung eines philosophischen Dilemmas.

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Inhaltsangabe zu "Es ist schwer, ein Gott zu sein"

Arkadi und Boris Strugatzki sind nicht nur Autoren von Weltrang, sondern auch Vordenker einer systemkritischen Literatur. Es ist schwer, ein Gott zu sein, 1964 geschrieben, erzählt die Geschichte von Anton, der auf einem fremden, rückständigen Planeten gottgleiche Macht hat, sie aber nicht nutzen darf und daran zerbricht. Über seine versteckte Stalin-Kritik hinaus ist der Roman eine hochaktuelle Auseinandersetzung mit der politischen Verantwortung des Einzelnen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453319011
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:13.11.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    MilaWvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Düstere und brutale Erforschung eines philosophischen Dilemmas.
    Düstere und brutale Erforschung eines philosophischen Dilemmas

    Dieses 1964 geschriebene Buch ist einer der absoluten Klassiker der sowjetischen Phantastik. Auf einem fernen Planeten leben die Menschen in Zuständen vergleichbar mit den düsteren Seiten des Mittelalters. Die Menschen sind ungebildet, Krankheiten grassieren, Adel und Klerus unterdrücken das einfache Volk. Das Institut für Experimentalgeschichte der Erde (auf der der Kommunismus verwirklicht wurde) schickt Beobachter, die allerdings nicht in das Geschehen eingreifen dürfen. Einer dieser Beobachter ist Anton, der unter falscher Identität als Don Rumata lebt. Die von den Wissenschaftlern der Erde vertretene „Basistheorie des Feudalismus“, die die Entwicklung einer friedlichen Zivilisation vorhersagen, scheint sich als falsch zu erweisen, als der skrupellose Don Reba sich anschickt, eine Schreckensherrschaft zu errichten und Intellektuelle zu töten. Anton muss tatenlos zusehen, wie die Gewalt immer mehr zunimmt und steht vor einem moralischen Dilemma. Ist es richtig zuzusehen, wenn man die Katastrophe voraussieht oder würde ein gewaltsames Eindringen in einen fremden Staat das System noch mehr destabilisieren und für absolutes Chaos sorgen?


    Mit diesem Buch habe ich mir etwas schwergetan. Ich weiß, dass es sehr wichtig ist, aber ich fand es einfach anstrengend zu lesen. Sicher, die Strugackijs mussten in Allegorien ausweichen, um der Zensur zu entgehen und ihr kommunistischer Idealismus war schwer angeknackst, aber die philosophischen Ausflüge über Dinge, die so genau nicht gesagt werden dürfen, sind schwer nachzuvollziehen, wenn man das Ganze mit so viel Abstand liest. Schon herauszufinden, was eigentlich die Handlung ist, ist schwer und die Atmosphäre ist sehr düster und von Brutalität geprägt. Tatsächlich habe ich erst in der Diskussion mit Bekannten viele interessante Details gefunden. Es gibt etliche mehr oder weniger versteckte Hinweise (Don Reb(ij)a wird oft als Annagramm des Namens von Stalins Geheimdienstchef Berija identifiziert) und sehr viele Verweise auf totalitäre und faschistische Systeme. Auch heute noch zitieren Intellektuelle und Regimegegner gerne Passagen aus „Es ist schwer ein Gott zu sein“.

    Insofern bin ich hin und hergerissen mit der Bewertung. Einerseits liest es sich sehr anstrengend für nichtrussische Leser der heutigen Zeit, andererseits ist es gerade mit begleitender Diskussion und Sekundärlektüre sehr gewinnbringend. Die behandelten Fragen sind definitiv universell und hochaktuell. Insofern gebe ich aufgerundete 3,5 Punkte.

    (Wiedermal Vorsicht bei der Auswahl der Ausgabe. Einige ältere Ausgaben sind aus Zensurgründen gekürzt und einige Übersetzungen sind fehlerhaft. Mir wurde die im Sammelband 4 enthaltende Ausgabe empfohlen.)

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    G
    Grizzin_Farlvor 5 Monaten

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