Arkadi und Boris Strugatzki

 4,2 Sterne bei 288 Bewertungen

Lebenslauf von Arkadi und Boris Strugatzki

Die Schriftsteller der sowjetischen Phantastik: Die Kindheit von den beiden Brüdern Arkadi, geboren in Batumi/Georgien, und Boris Strugatzki, geboren 1933 in Leningrad, war stark von den Auswirkungen des zweiten Weltkrieges geprägt. Bei der Flucht von Arkadi aus der Heimatstadt starb deren Vater. Arkadi Strugatzki durfte während seiner Zeit bei der Armee eine Ausbildung zum Japanisch-Dolmetscher machen. Viele Jahre war er in diesem Bereich tätig. Ab 1955 arbeitete er als Übersetzer und Lektor in einem Verlag. Viele seiner Bücher schrieb er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Boris. Dieser studierte an der mathematisch-mechanischen Fakultät der Leningrader Universität und wurde Stellarastronom. Er arbeitete nach dem Abbruch seiner Dissertation als Programmierer im Rechenzentrum der Sternwarte in Pulkowo. Aber ab 1964 haben beide Brüder beschlossen als freie Schriftsteller zu arbeiten. Ihre Bücher, die vornehmlich im Science-Fiktion-Bereich anzusiedeln sind, wurden mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mehrmals mit dem Welikoje-Kolzo-Preis. Arkadi Stugatzki starb am 12.10.1991 in Leningrad und nach seinem Tod verfasste Boris noch zwei Romane. Bis zu seinem Tod nutzte er seine Bekanntheit um zu politischen Fragen Russlands Stellung zu nehmen und demokratische Positionen zu vertreten. Am 19. November 2012 verstarb er in Sankt Petersburg.

Alle Bücher von Arkadi und Boris Strugatzki

Cover des Buches Picknick am Wegesrand. Utopische Erzählung (ISBN: B002B4JFT0)

Picknick am Wegesrand. Utopische Erzählung

 (110)
Erschienen am 01.01.1999
Cover des Buches Gesammelte Werke 1 (ISBN: 9783453526303)

Gesammelte Werke 1

 (19)
Erschienen am 06.04.2010
Cover des Buches Das Experiment (ISBN: 9783453319189)

Das Experiment

 (19)
Erschienen am 13.08.2018
Cover des Buches Gesammelte Werke 2 (ISBN: 9783453526310)

Gesammelte Werke 2

 (14)
Erschienen am 11.10.2010
Cover des Buches Die bewohnte Insel (ISBN: 9783518384466)

Die bewohnte Insel

 (13)
Erschienen am 24.02.1992
Cover des Buches Atomvulkan Golkonda (ISBN: 9783942396226)

Atomvulkan Golkonda

 (8)
Erschienen am 11.03.2012
Cover des Buches Gesammelte Werke 3 (ISBN: 9783453526853)

Gesammelte Werke 3

 (8)
Erschienen am 13.06.2011
Cover des Buches Stalker (ISBN: 9783453321014)

Stalker

 (6)
Erschienen am 13.12.2021

Neue Rezensionen zu Arkadi und Boris Strugatzki

Cover des Buches Stalker (ISBN: 9783453321014)
losgelesens avatar

Rezension zu "Stalker" von Arkadi und Boris Strugatzki

„Ein weiterer Klassiker…“
losgelesenvor 4 Monaten

Der Trend zur Neuübersetzung klassischer Science Fiction Literatur hält an. Nun ist im Heyne Verlag der Roman „Stalker“ der Brüder Arkadi und Boris Strugatzki erschienen, die zu den bedeutendsten russischen Autoren gehören. Das Original erschien im Jahr 1972 und wurde bereits unter dem Titel „Picknick am Wegesrand“ verfilmt.

Vor vielen Jahren sind Außerirdische auf der Erde gelandet und haben bei ihrer Abreise rätselhafte Artefakte hinterlassen. Red Shewhart ist ein sogenannter Stalker, ein Schatzsucher, der illegal in das abgesperrte Gebiet eindringt, um die Artefakte zu bergen und zu verkaufen.

Der Roman „Stalker“ gilt als Klassiker der Science Fiction Literatur und die Neuübersetzung tut dem Roman sicherlich gut. Die gesamte Geschichte ist durchdacht und dadurch durchaus gelungen, allerdings leider nur mäßig spannend. Dies gilt natürlich für die Betrachtung vom heutigen Standpunkt aus. In den 70er Jahren war dies sicherlich anders, so dass sich „Stalker“ vermutlich zu Recht zu einem Klassiker der Science Fiction Literatur entwickelt hat.

Ergänzt wird die Geschichte neben einem Vorwort, durch Kommentarn von Boris Strugatzki, einem Arbeitstagebuch der Brüder und ein Teil der angepassten Version für die Verfilmung und einem Nachwort, so dass das Buch letzten Endes 400 Seiten dick ist. Auf das umfangreiche Bonusmaterial können die normalen Leserinnen und Leser sicherlich verzichten, für Fans der Autorenbrüder ist es sicherlich eine Fundgrube, in der sie wie die Stalker den einen oder anderen Schatz für sich entdecken können.

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Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

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Cover des Buches Stalker (ISBN: 9783453321014)
einz1975s avatar

Rezension zu "Stalker" von Arkadi und Boris Strugatzki

Arkadi & Boris Strugatzki - Stalker
einz1975vor 6 Monaten

Was ist eigentlich ein Stalker? Geboren wurde dieser Begriff vor etwa 50 Jahren. Die Strugatzki Brüder hatten eine mehr als brillante Idee für einen neuen Roman. Es geht dabei um ein Gebiet, in dem vor vielen Jahren Aliens gelandet sind. Mittlerweile sind sie wieder abgezogen, jedoch hat sich die Zone, in der die Landung stattfand derart verändert, dass sie keiner betreten darf. Einige wagen es dennoch, den es gibt dort sehr seltsame und wertvolle Gegenstände. Sie bringen so viel Geld ein, dass man sehr gut davon leben kann und so entstand der Beruf des Stalkers. Die Zone selbst ist hochgradig gefährlich und nur wenige überleben ihren Trip. Red Shewhart ist mittlerweile ein erfahrener Stalker und doch gerät auch er immer wieder in schwierige Situationen.

So verliert einer seiner Beiliter bei einem der Besuche seine Beine und das nur, weil er in eine giftige Substanz getreten ist. Shewhart kehrt dennoch erfolgreich zurück und bringt die unterschiedlichen begehrten Gegenstände mit. Sogenannte Leerteile oder die Endlosbatterien, lassen die Geldgeber freudig strahlen, doch das eigentliche Ziel, ist eine sagenumwobene goldene Kugel. Mit dieser sollen alle Wünsche der Menschen in Erfüllung gehen. Als Leser erleben wir einige Phasen des Lebens von Shewhart, jedoch kommen wir auch zu einigen Wissenschaftlern und tja, wie drückt man es am besten aus, zu einigen Trunkenbolden?! Hier wird so viel Alkohol getrunken, dass man sich schon wundert, dass die Stalker überhaupt noch laufen können.

Vielleicht lässt sie das die Angst überwinden oder einfach ihr Leben vergessen, so richtig liest sich das nicht aus den Zeilen. Es könnte auch die Situation der Menschen zu dieser Zeit beschreiben. Denn dieser Roman, hat seine eigene Geschichte geschrieben. 1972 fertiggestellt, sollte es einige Jahre dauern, bis er auch wirklich das Licht der Bücherregale erblickt. Schuld war die Zensur. Nicht nur die Strugatzki-Brüder haben mehr als einmal ihre Manuskripte ändern müssen, es gab kaum ein Buch, egal von welchem Schriftsteller, welches ohne Veränderungen erscheinen durfte. Genau mit diesen Hintergrundinformationen punktet diese Ausgabe. Damit aber noch nicht genug, denn das Buch wurde auch kurze Zeit später verfilmt und wir können exklusiv auch gleich in das Drehbuch schauen.

Der Film von Andrei Tarkowski zählt sicherlich auch zu den großen Sci-Fi-Klassikern Russlands, auch wenn hier viele Details des ursprünglichen Buches fehlen. Wenn man vergleicht, fallen einem sofort die strickten Änderungen auf und schaut man in die Zeit zurück, erkennt man, wie verlogen der große Apparat damals war. Die Grundstory ist wahrlich großartig, die Geschichte selbst kommt nicht ganz so spannend daher. Ein in Gedanken und Dialogen aufgebauter Plan, welcher erst in Summe die ganze Geschichte preisgibt. Keine zwanghaft an Science Fiction gebundene Story und mit der versteckten Kritik an Gesellschaft, Wirtschaft und der Politik.

Fazit:
Die Geschichte über die Geschichte. Der Stalker - unerschrocken, mutig und immer auf der Suche nach dem großen Glück. Das verfasste Werk der Strugatzkis nannte sich ursprünglich „Picknick am Wegesrand“. Durch ein solches kam den beiden Schriftstellern diese großartige Idee. Müssen Außerirdische zwingend was von uns wollen, wenn sie hier landen? Vielleicht fanden sie nur die Gegend schön und haben einen kurzen Abstecher gemacht? Ein großartiger Grundgedanke und auch die Idee mit der Zone und all den seltsamen Gegenständen, alles ein Paket, aus dem man Mehrteiler hätte machen können. Doch der Kampf gegen das ZK und der Zensur verhalf dem Roman unweigerlich zur Legende zu werden. Gekürzt, verschandelt und doch geliebt, so etwas passiert selten. Dank gut aufbereiteter Kommentare, dem Drehbuch für den Film und einigen Erläuterungen zur Entstehung des Manuskripts, bringt diese Aufgabe, den vielleicht nicht ganz so starken Inhalt der Story, auf einen verständlichen und charmanten Blickwinkel. Ein Klassiker, der dank seines Bonusmaterials hochgradig glänzt.

Matthias Göbel

Autoren:
Arkadi & Boris Strugatzki
Übersetzung: M. David Drevs
Klappenbroschur: 396
Seiten
Verlag: Heyne
Verlag
Veröffentlichung: 13.09.2021
ISBN:
9783453321014

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Cover des Buches Stalker (ISBN: 9783453321014)
Morgenschneckes avatar

Rezension zu "Stalker" von Arkadi und Boris Strugatzki

Geheimnisvolle Zone
Morgenschneckevor einem Jahr

Die Brüder Arkadi und Boris Strugatzki haben 1971 mit „Picknick am Wegesrand“ einen Klassiker erschaffen. Der Titel der Neuübersetzung lautet „Stalker“ und bezeichnet, anders als ein Stalker der uns gegenwärtig ist, einen Schatzsucher, der sich in eine gefährliche Zone begibt.
Der Protagonist Redrick Shewhart ist so ein Stalker. Die Zonen sind Gebiete, die vor unbestimmter Zeit von Außerirdischen besucht wurden. Ein längerer Aufenthalt ist in diesen Zonen für Menschen lebensgefährlich, es lauern gefährliche physikalische Phänomene und Fallen. Redrick und seine Kollegen schmuggeln außerirdische Artefakte aus der Zone um sie auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Es geht jedoch das Gerücht um, daß es ein besonderes Artefakt gibt, das alle Wünsche desjenigen erfüllen kann, der es findet.
In dieser Ausgabe wurde „Stalker“ neu übersetzt und wie ich finde, sehr gelungen. Redrick ist ein cooler Draufgänger, die Sprache ist modern und zeitgemäß.
Außerdem bietet diese Ausgabe einige sehr interessante Zugaben.
Zum einen, das großartige Vorwort von Wladimir Kaminer, welches auf der Seite von diezukunft.de nachgelesen werden kann.
Zum anderen einen Kommentar von Boris Strugatzki, Aufzeichnungen der Brüder zur Entstehung des Romans, sowie die Erzählung „Die Wunschmaschine“, die Grundlage für den Film „Stalker“ von Andrei Tarkowski.
Stalker ist eine spannende, teilweise philosophische Geschichte, in der man jedoch nie alle Fakten über die Zone erfährt. Vieles bleibt nebulös und geheimnisvoll, doch der einzige Schwachpunkt ist die Länge. Ich würde gerne mehr über die Zone erfahren, mehr über die Phänomene und die außerirdischen Besucher, für die die Erde nur ein Rastplatz war, ein Ort für einen kurzen Aufenthalt.
Zum Glück sind die Ideen der Strugatzki Brüder in die Popkultur übergegangen, so daß es heute  zahlreiche Bücher, Filme und Spiele gibt, welche auf dieser Thematik basieren.

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