Arkadi und Boris Strugatzki

 4,2 Sterne bei 338 Bewertungen

Lebenslauf

Die Schriftsteller der sowjetischen Phantastik: Die Kindheit von den beiden Brüdern Arkadi, geboren in Batumi/Georgien, und Boris Strugatzki, geboren 1933 in Leningrad, war stark von den Auswirkungen des zweiten Weltkrieges geprägt. Bei der Flucht von Arkadi aus der Heimatstadt starb deren Vater. Arkadi Strugatzki durfte während seiner Zeit bei der Armee eine Ausbildung zum Japanisch-Dolmetscher machen. Viele Jahre war er in diesem Bereich tätig. Ab 1955 arbeitete er als Übersetzer und Lektor in einem Verlag. Viele seiner Bücher schrieb er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Boris. Dieser studierte an der mathematisch-mechanischen Fakultät der Leningrader Universität und wurde Stellarastronom. Er arbeitete nach dem Abbruch seiner Dissertation als Programmierer im Rechenzentrum der Sternwarte in Pulkowo. Aber ab 1964 haben beide Brüder beschlossen als freie Schriftsteller zu arbeiten. Ihre Bücher, die vornehmlich im Science-Fiktion-Bereich anzusiedeln sind, wurden mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mehrmals mit dem Welikoje-Kolzo-Preis. Arkadi Stugatzki starb am 12.10.1991 in Leningrad und nach seinem Tod verfasste Boris noch zwei Romane. Bis zu seinem Tod nutzte er seine Bekanntheit um zu politischen Fragen Russlands Stellung zu nehmen und demokratische Positionen zu vertreten. Am 19. November 2012 verstarb er in Sankt Petersburg.

Alle Bücher von Arkadi und Boris Strugatzki

Cover des Buches Picknick am Wegesrand. Utopische Erzählung (ISBN: B002B4JFT0)

Picknick am Wegesrand. Utopische Erzählung

(137)
Erschienen am 01.01.1999
Cover des Buches Gesammelte Werke 1 (ISBN: 9783453526303)

Gesammelte Werke 1

(19)
Erschienen am 06.04.2010
Cover des Buches Das Experiment (ISBN: 9783453319189)

Das Experiment

(21)
Erschienen am 13.08.2018
Cover des Buches Stalker (ISBN: 9783453321014)

Stalker

(18)
Erschienen am 13.12.2021
Cover des Buches Gesammelte Werke 2 (ISBN: 9783453526310)

Gesammelte Werke 2

(16)
Erschienen am 11.10.2010
Cover des Buches Die bewohnte Insel (ISBN: 9783518384466)

Die bewohnte Insel

(14)
Erschienen am 24.02.1992
Cover des Buches Atomvulkan Golkonda (ISBN: 9783942396226)

Atomvulkan Golkonda

(8)
Erschienen am 11.03.2012
Cover des Buches Gesammelte Werke 3 (ISBN: 9783453526853)

Gesammelte Werke 3

(8)
Erschienen am 13.06.2011

Neue Rezensionen zu Arkadi und Boris Strugatzki

Anspruchsvolle Science-Fiction, die lange nachwirkt

„Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein“ ist kein typischer Science-Fiction-Roman mit Raumschlachten oder futuristischen Städten. Vielmehr ist es eine tiefgründige, beinahe philosophische Erzählung über Macht, Moral und die Grenzen menschlichen Handelns. Die Brüder Strugatzki entführen die Leserschaft in eine Welt, die in ihrer gesellschaftlichen Entwicklung dem europäischen Mittelalter ähnelt. In dieser Welt lebt der Beobachter Anton, getarnt als Adliger Rumata. Seine eigentliche Aufgabe ist es, nur zu beobachten und nicht einzugreifen.

Doch genau darin liegt der Konflikt: Rumata wird Zeuge von Grausamkeit, Ignoranz und Gewalt. Obwohl er den Menschen intellektuell und technologisch überlegen ist, darf er offiziell nichts tun, um die Entwicklung zu beschleunigen oder zu verändern. Dieser Zwiespalt zwischen der Rolle des neutralen Beobachters und dem moralischen Drang zu helfen zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung.

Die Atmosphäre ist intensiv und oft bedrückend. Die Welt ist glaubhaft und detailliert gezeichnet: schmutzige Straßen, Intrigen am Hof und brutale Machtkämpfe. Der Leser spürt, dass die Autoren nicht nur eine fiktive Welt erschaffen, sondern auch einen Spiegel für die menschliche Gesellschaft ihrer eigenen Zeit – und vielleicht auch unserer heutigen – aufstellen.

Der Erzählstil ist anspruchsvoll, teils verschachtelt und verlangt Konzentration. Wer schnelle Action oder eine einfache Unterscheidung zwischen Gut und Böse erwartet, könnte enttäuscht sein. Doch gerade die Vielschichtigkeit, die moralischen Grautöne und die Tatsache, dass es keine einfachen Antworten gibt, machen das Werk so besonders.

Warum „nur“ vier Sterne? Für mich lag es an der manchmal sperrigen Erzählweise, die den Einstieg erschwert und an einigen Stellen das Tempo stark bremst. Wer jedoch bereit ist, sich auf die Sprache und die langsame Entfaltung der Geschichte einzulassen, wird mit einer vielschichtigen Parabel belohnt, die lange im Gedächtnis bleibt.

Mein Fazit: Ein Klassiker der sozialkritischen Science-Fiction – unbequem, intelligent und voller moralischer Fallstricke. Es ist kein Buch für zwischendurch, sondern ein Werk, das Denkanstöße gibt, die noch lange nach dem Lesen wirken.

Klassiker der Sience Fiction Literatur

Einst besuchten Außerirdischen die Erde. In Picknick am Wegesrand ist es anders. Hier wollten sie keine Menschen ausbeuten, keine töten und nicht alles vernichten. Nein, sie waren hier zu Besuch, und sind danach auch unbemerkt wieder verschwunden.

Die Strugatzki-Brüder beschreiben in diesem Klassiker von 1972, der von der Büchergilde Gutenberg neu aufgelegt wurde und von Jörg Hülsmann Illustriert wurde, eine Begegnung der anderen Art.
Bemerkt wurde ihr Besuch nur dadurch, daß sie Gegenstände, Artefakt hinterlassen hatten, die in Zonen lagern, die nur schwer von Menschen betreten werden können. Warum waren sie auf der Erde? Weshalb haben sie diese Gegenstände zurück gelassen? Wurden sie nicht mehr gebraucht oder wollten sie die Menschen auf eine Probe stellen.
Die Hauptfigur Roderic Schuchart versucht einige der Artefakte unter Einsatz seines Lebens aus der Zone zu holen, und sie auf dem Schwazmarkt zu verkaufen.

Picknick am Wegesrand ein ein Klassiker der Science-Fiction Literatur und es macht Lust diese Neuauflage zu lesen, und somit ein völlig anderes Science-Fiction Lesevergnügen zu haben.

Cover des Buches Stalker (ISBN: 9783453321014)
L

Rezension zu "Stalker" von Arkadi und Boris Strugatzki

leniisbooks
Zwischen Zone und Zerreißprobe

Red ist kein Held im klassischen Sinne, sondern ein Getriebener – zerrissen zwischen Überlebenswillen, Vaterliebe und einer fast fatalistischen Sucht nach der Zone. Seine Entwicklung ist eindrucksvoll: von ruppigem Glücksritter zum existenziell gebrochenen Mann.

 

Das Buch lebt von seiner Atmosphäre: Die Sperrzone ist beklemmend, aber auch voller seltsamer, faszinierender Schönheit. Die Artefakte der Aliens sind fremd, nicht erklärbar – und genau darin liegt die große Stärke des Romans: Er bietet keine Antworten, sondern wirft Fragen auf über Menschlichkeit, Gier und Bedeutung.

 

Die Nebenfiguren – Kirill, Guta, sogar der geheimnisvolle „Goldene Ball“ – stehen stellvertretend für unterschiedliche Arten, der Zone zu begegnen: wissenschaftlich, emotional, irrational. Am Ende bleibt alles mehrdeutig – und genau das ist das Erschreckende wie das Beeindruckende zugleich.

 

Politisch gelesen lässt sich „Stalker“ als Parabel auf das sowjetische System deuten: mit Zensur, Verboten und einer Elite, die sich über Regeln hinwegsetzt. Doch selbst ohne diesen Kontext bleibt es ein zeitloser Roman über Grenzen – moralische, physische und erkenntnistheoretische.

Gespräche aus der Community

Herzlich Willkommen zur Leserunde von "Picknick am Wegesrand". 

Jede*r ist herzlich eingeladen teilzunehmen!

626 Beiträge
Immergruen5s avatar
Letzter Beitrag von  Immergruen5

Danke! Das ist tatsächlich beruhigend.

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