Armando Lucas Correa

 3,9 Sterne bei 168 Bewertungen

Lebenslauf

Armando Lucas Correa lebt in Manhattan und arbeitet dort als Herausgeber des wichtigsten Magazins der spanischen Gemeinschaft in den USA, People en Español. Zuvor arbeitete er auf Kuba als Herausgeber eines Kulturmagazins. Für seine journalistischen Arbeiten wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von der National Association of Hispanic Publications und der Society of Professional Journalism.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Armando Lucas Correa

Cover des Buches Das Erbe der Rosenthals (ISBN: 9783404178285)

Das Erbe der Rosenthals

(100)
Erschienen am 31.05.2019
Cover des Buches Die verlorene Tochter der Sternbergs (ISBN: 9783847900849)

Die verlorene Tochter der Sternbergs

(40)
Erschienen am 29.10.2021
Cover des Buches Die Reisenden der Nacht (ISBN: 9783404193103)

Die Reisenden der Nacht

(22)
Erschienen am 31.05.2024
Cover des Buches Das Erbe der Rosenthals (ISBN: 9783785755815)

Das Erbe der Rosenthals

(6)
Erschienen am 21.12.2017

Neue Rezensionen zu Armando Lucas Correa

Cover des Buches Das Erbe der Rosenthals (ISBN: 9783404178285)
Buchspinats avatar

Rezension zu "Das Erbe der Rosenthals" von Armando Lucas Correa

Buchspinat
Das Erbe der Rosenthals

Zum Inhalt:

New York 2014: Annas Vater ist 2001 beim Anschlag auf das World Trade Center ums Leben gekommen. Anna hat ihn nie kennengelernt. Als unverhofft ein Brief ihrer Großtante Hannah aus Kuba eintrifft, beschließt sie, ihre Großtante in Kuba zu besuchen, um endlich etwas über ihren Vater herauszufinden.

Berlin 1939: Hannah ist elf Jahre alt, als sie mit ihrer Familie auf der St. Louis Richtung Kuba aufbricht, um die Gefahren des Nationalsozialismus hinter sich zu lassen. Denn sie sind jüdischen Glaubens. Doch während der Reise ändert Kuba die Einreisebedingungen und nur wenige Menschen dürfen das Schiff in Kuba verlassen. Hannahs Familie wird auseinandergerissen und ihr Vater zurück nach Deutschland geschickt…

Meine Meinung:
Die Geschichte spielt in zwei Handlungssträngen. Da ist einmal die elfjährige Hannah, die gemeinsam mit ihrem besten Freund nicht wirklich versteht, in welcher Gefahr sie beide und ihre Familien schweben. Wie sollten sie auch?
Doch dann gelingt ihren Familien die Ausreise nach Kuba mit dem Schiff. Auf der St. Louis ist die Welt in Ordnung. Der Kapitän jemand, der das Leid der Menschen nicht ausnutzt und das Herz am rechten Fleck besitzt. Und der – als klar wird, dass Kuba nicht – wie ursprünglich zugesagt – alle Menschen an Bord der St. Louis aufnehmen wird, alles Menschenmögliche tut, um die Menschen nicht zurück nach Deutschland bringen zu müssen.

Hannah und ihr bester Freund Leo erleben auf der St. Louis ein paar unbeschwerte Wochen. Ihre kindliche Freude beim Lesen zu spüren nach all der schweren Zeit der Entbehrungen und Drangsalierung hat mein Herz berührt. Als klar wird, dass nur Hannah und ihre Mutter Kuba betreten dürfen, verändert das alles. Für immer.

Der zweite Handlungsstrang handelt 2014 von Anna, die unbedingt mehr über ihren Vater und sein Leben herausfinden möchte. Ihre Mutter kämpft seit dessen Tod mit Depressionen und ihr Kummer war deutlich spürbar beim Lesen. Anna umsorgt ihre Mutter und versucht, ihr da rauszuhelfen, doch das ist für ein Kind eine zu schwere Bürde.

Als der Brief der Großtante Hannah aus Kuba eintrifft und Annas Mutter beschließt, mit Anna nach Kuba zu reisen, verbinden sich die beiden Handlungsstränge zu einer gemeinsamen Geschichte.

Der Leser erfährt, wie es Hannah und ihrer Mutter auf Kuba ergangen ist, ob sie ihren Vater und Leo jemals wiedergesehen hat.  So viele tragische Schicksale. So viel Abschied. So viel Tod.

Die Geschichte wird bildhaft ergänzt durch Fotos der originalen Passagierliste und der Passagiere der St. Louis. Dadurch bekommt dieser Roman nochmal eine andere, sehr dunkle Schwere.

Zu wissen, dass diese Geschichte nicht fiktiv ist und die Männer, Frauen und Kinder auf den Fotos nur zu einem kleinen Teil den Holocaust überlebt haben, das tut schon beim Anschauen im Herzen weh.

Zu wissen, dass es Länder gab, wie die USA und Kanada und einige andere, die es abgelehnt haben, die Passagiere der St. Louis aufzunehmen und viele von ihnen somit in den sicheren Tod geschickt haben, macht beim Lesen fassungslos.

Die Geschichte lässt beim Lesen den Schrecken des Nationalsozialismus dem Leser wieder deutlich werden und man zieht beim Lesen erschreckende Parallelen zur heutigen Zeit.

Hass, Ausgrenzung, Faschismus erfahren in diesen Tagen immer mehr Zuspruch. Sei es aus der Bevölkerung oder aus der Politik. Faschismus wird wieder salonfähig. Das darf nicht geschehen. Nicht heute und auch nicht in der Zukunft. Und es liegt in unserer Hand, dass wir in Zukunft nicht in einem faschistischen Regime leben.

Wir sind alle Menschen. Wir tragen alle das gleiche Blut in uns. Das dürfen wir niemals vergessen. Egal aus welchem Land. Egal welcher Religion. Wir sind Menschen.

#niewiederistjetzt


Cover des Buches Die Reisenden der Nacht (ISBN: 9783404193103)
Hortensia13s avatar

Rezension zu "Die Reisenden der Nacht" von Armando Lucas Correa

Hortensia13
Frauenschicksale

Was, wenn mein Kind nur dann leben kann, wenn ich es weggebe? Vor dieser Frage steht die junge Schriftstellerin Ally. Ihre Tochter Lilith ist ein Mischlingskind und Hitlers Rassenideologie bricht ihr zunehmend die Existenzberechtigung ab. Schweren Herzens entscheidet sich Ally, Lilith mit einem jüdischen Ehepaar ins sichere Kuba zu schicken, während sie zurückbleibt. Mehrere Jahre später steht Lilith vor derselben Entscheidung. Kann sie ihre Tochter vor der Schergen Fidel Castros retten?

Mit den vier Protagonistinnen reist man durch die Zeit. In Zeiten, die düster und dunkel sich ins Weltgeschehen eingebrannt haben. Man begleitet stets eine Mutter mit ihrer Tochter, bis diese auseinandergerissen werden. Anfangs fand ich alles sehr spannend. Aber gegen Ende wurde mit der Dramatik etwas zu viel. Besonders die Vergangenheitsbewältigung der Familie am Schluss.

Mein Fazit: Geschichtlich kann man einiges aus diesem Roman lernen. Auch über die Menschlichkeit kann man viel diskutieren. 4 Sterne.

Cover des Buches Die Reisenden der Nacht (ISBN: 9783404193103)
R

Rezension zu "Die Reisenden der Nacht" von Armando Lucas Correa

roxfour
Vergangenheitsbewältigung innerhalb einer Familie

Dieses Buch handelt über mehrere weibliche Generationen einer Familie, die Beweggründe für einige lebensprägende Entscheidungen.

Der Roman startet mit Ally und ihrer Tochter Lilith, einem Mischlingskind, die im 2. Weltkrieg mit einer jüdischen Nachbarsfamilie nach Kuba emigriert. Bei deren Tochter Nadine wiederholen sich, bedingt durch die Kuba-Revolution, grundsätzliche Lebensentscheidungen und wiederum deren Tochter Luna möchte Licht ins Dunkel der Familiengeschichte bringen. Es wird deutlich gemacht, wie es ist anders zu sein und sich verstecken zu müssen. 

Der Teil über Ally hat mir am besten gefallen, es war interessant und historisch fesselnd. Die Entwicklung der Charaktere ist leider etwas auf der Strecke geblieben, da habe ich nicht so recht den persönlichen Draht entwickeln können.

Mit dem im Laufe der Zeit beginnenden Wechsel zwischen den Charakteren und den damit verbunden Zeitsprüngen hatte ich so manches Mal meine Schwierigkeiten, vor allem um der Geschichte noch richtig folgen zu können. Hier waren dann die Orts- und Zeitangaben zu Beginn der Kapitel hilfreich, haben mein genanntes Grundproblem aber nicht beheben können.

Das tolle Buchcover steht für mich sinnbildlich für das Licht im Dunkel eines Leben im Verborgenen, so wie es in diesem Roman lebensprägend und im zweiten Weltkrieg oft Alltag war.

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