Das Erbe der Rosenthals

von Armando Lucas Correa 
4,5 Sterne bei68 Bewertungen
Das Erbe der Rosenthals
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Positiv (62):
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Eine Familie, die mit dem Schicksal des Krieges hadert - und fast daran zerbricht

Kritisch (2):
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Ein Schiff mit 900 jüdischen Flüchtlingen mit Visa für Kuba - doch plötzlich ändert Kuba die Meinung und lässt die Menschen nicht an Land.

Alle 68 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Das Erbe der Rosenthals"

1939 muss die elfjährige Hannah mit ihrer Familie aus Berlin fliehen, denn sie ist Jüdin. Ein Schiff soll sie nach Kuba bringen, doch nur die Wenigsten dürfen die St. Louis dort verlassen. Auch Hannahs Familie wird auseinandergerissen.

2014 sucht die elfjährige Anna nach den Wurzeln ihres bei 9/11 verstorbenen Vaters. Ein Brief ihrer Großtante enthält Fotos und erste Hinweise. Doch erst als sie zusammen mit ihrer Mutter von New York nach Kuba reist, kommt sie der Geschichte ihrer Familie wirklich nahe.

Was bedeutet es, auf der Flucht zu sein, seine Heimat zu verlieren, die Liebsten? Einfühlsam und sprachgewaltig erzählt Armando Lucas Correa die Geschichte zweier Mädchen, die zwei Kontinente und mehr als sechs Jahrzehnte trennen, die aber so vieles verbindet: die Liebe zu ihren Vätern, ihr Überlebenswille, die Hoffnung.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783785726020
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:432 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:21.12.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 21.12.2017 bei Lübbe Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Eva_Maria_Nielsens avatar
    Eva_Maria_Nielsenvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Spannender Plot, aber schlecht ausgearbeitet und recherchiert. Ich bin leider enttäuscht.
    Nicht überzeugend

    Ich war einer der Leser, die das Buch vorbestellt hatten. Und ich habe so gespannt gewartet. Schon als Jugendliche las ich zum ersten Mal über das Schicksal der Passagiere der St. Louis und die Geschichte hat mich nie richtig losgelassen.

    Aber leider hat dieser hochgelobte Roman mich überhaupt nicht berührt. Ich denke, der Autor hat für seine Landsleute geschrieben, er wollte den Schleier des Tabus lüften, die Mitschuld und Verantwortung Kubas in dieser grausamen Geschichte aufzeigen. Offensichtlich ist das etwas, worüber man dort nicht spricht. Wie sollte man auch? Und genauso wie in Deutschland, wo man sich erst jetzt wieder intensiv mit dem Genozid und der Diktatur der Nationalsozialisten auseinandersetzt, so wird auch für Kuba die Stunde kommen, wo man sich der Vergangenheit stellen muss. Das macht der Autor mit seinem Buch möglich. Die Gräuel der Nazis waren auch möglich, weil andere Länder nicht frühzeitig stopp gesagt und eingegriffen haben.


    Warum berührt mich das Buch nicht?
    Die Figuren ähneln sich zu sehr, sie wirken alle traumatisiert und leider hat der Autor nicht überzeugend recherchiert. Die jüdischen Passagiere durften nur das Notwendigste mitnehmen, doch im Roman stolziert Frau Rosenthal wie eine Diva, mit Diamanten geschmückt wie ein Weihnachtsbaum, auf das Schiff. Das war historisch einfach nicht möglich.
    Wenn die Geschehnisse aus der Sicht eines kleinen Kindes erzählt werden (und das in beiden Generationen!), dann ist es nicht möglich, dass es so viel wusste und wie ein Erwachsener erzählt. Die Perspektive stimmt nicht. 


    Gefallen hat mir, wie die Nazi umschrieben werden. Sie sind schlichtweg Barbaren. Und das ist wirklich das treffendste, das der Autor über diese Unmenschen sagen konnte.

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    kupfis_buecherkistes avatar
    kupfis_buecherkistevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Familie, die mit dem Schicksal des Krieges hadert - und fast daran zerbricht
    Eine traurige Familiengeschichte mit einem leichten Happy End

    Berlin, in den 1930er Jahren. Nach und nach wird die Luft dünner für die Menschen, die nicht in das Schema des Regimes passen. Und so ergeht es auch Leos und Hannahs Familie. Um der sicheren Folter und dem sicheren Tod zu entgehen, fliehen sie mit dem Passagierschiff „St. Louis“ nach Kuba, da dieses noch eines der wenigen Länder ist, die Juden aufnehmen. Während der Überfahrt wendet sich das Blatt, und Kuba beschließt per Dekret einen Einreisestopp. So beginnt das Drama für die Familie Rosenthal: Während Hannah und ihre Mutter das Land betreten dürfen, ereilt Hannahs Vater, aber auch Leos Familie ein anderes Schicksal. Hannahs Vater landet in Paris, bis er im KZ Auschwitz stirbt. Leos Vater beendet mit Zyankalikapseln das Leben von Leo und sich selber, um dem Schrecken des Nazi-Regimes zu entgehen.

    Währenddessen versucht sich Hannah mit ihrer Mutter auf Kuba ein Leben aufzubauen. Es bleibt zwar immer ein kleiner Funken Hoffnung, die Insel für immer zu verlassen. Doch nur Alma – Hannahs Mutter – verlässt für ein paar Wochen die Insel, um ihren Sohn Gustav in New York auf die Welt zu bringen. Während Gustav zu Gustavo wird, und ein kubanischer Rebell wird, versucht Hannah ihren Teil zum Familienhalt beizutragen. Nach ihrem Pharmaziestudium kann sie eine Apotheke eröffnen, die jedoch Jahre später von einem kommunistischem Regime übernommen wird.

    New York, 2014. Anna klammert sich nachwievor verzweifelt an ihre Hoffnung, dass der Vater eines Tages wieder vor der Tür steht, und zur Familie zurückkehrt. Doch diese Hoffnung wird sich nie erfüllen, da Louis – also Hannahs Vater – bei den Anschlägen von 9/11 tragisch ums Leben gekommen ist. So verkriecht sich Annas Mutter im Bett, und verlässt das Bett nur im äußersten Notfall.

    Als eines Tages ein Brief aus Havanna auftaucht, der Bilder von Annas Vater enthält, wacht Annas Mutter aus ihrer Lethargie auf. So begeben sich beide auf die Reise nach Kuba, wo Hannah reinen Tisch machen will. Hannahs 87. Geburtstag steht vor der Tür, und sie möchte Anna nun die Geschichte der Rosenthals erzählen, und ihr die Familiengeschichte erzählen, bevor alles verloren geht.

    Hannah und Anna verbindet die Tragik, dass beide ihren Vater zu früh verloren haben. Aber beide müssen auch die Familie zusammen halten, denn beide Mütter hadern mit dem Schicksal, ihren Mann verloren zu haben. Gleichzeitig lastet die Familiengeschichte auf ihnen. Der Krieg hat nicht nur dise eine Familie auseinander gerissen. Wie geht man mit der Angst um, dass die Familie das gleiche Elend ereilt wie viele viele andre Familien auch? Eingepfercht zu sein auf kleinstem Raum, keine Grundversorgung wie medizinische Versorgung oder Lebensmittelversorgung zu erleben? Der Hass, der einem von früher vermeintlichen Freunden und Gönnern entgegenschlägt, ist unverständlich nicht nur für die Kinder.

    Gleichzeitig gilt die Bange, dass die Flucht für die ganze Familie glückt. Hier muss eine Familie dem Druck standhalten, einem Hass von Fanatikern ausgesetzt zu sein.

    Dieses Buch beschreibt eindringlich ein Problem, das leider die Zeit überlebt hat. Auch heute kratzen noch viele Familien ihr letztes Kleingeld zusammen, oder verschulden sich hoch, nur um den Kriegswirren entfliehen zu können. Selbst heute sind die Nachrichten hoch, dass Flüchtlinge auf der Flucht sterben, oder abgewiesen werden, und in Flüchtlingslagern gestrandet sind. Es ist frustrierend, dass man nichts aus der Geschichte gelernt hat. Und dennoch birgt diese Geschichte einen Funken Hoffnung, dass zerrissene Familien wieder zusammen finden, und das Wissen, wie schlimm Krieg und dessen Folgen wirklich ist, bewahrt und weiter gegeben wird. Vielleicht hilft es doch eines Tages weiter.

    Armando Lucas Correa hat hier eine bildgewaltige Geschichte gesponnen. Das Schicksal meint es nicht nur gut mit Hannah. Sie muss den Verlust von ihrem Vater, von ihrem besten Freund Leo, aber auch von ihrem Bruder verkraften, der so gar nichts mit der Familie zu tun haben scheint. Auch der Weggang ihres Freundes Julian muss sie verkraften. Als sie hört, dass ihr Neffe noch eine Tochter hat, wendet sich zum Schluss noch das Blatt. So kann sie Anna wenigstens Trost spenden, als Hannah Anna von der Familiengeschichte erzählt. So bleibt das Erbe der Rosenthals zwar bewahrt, kann sich aber zum Guten wenden.

    Das Buch hat mich sehr berührt. Auch wenn ich finde, dass mit dem Tod von Annas Vater bei 9/11 vielleicht etwas zuviel Schicksal der Familie aufgebürdet wurde.  Alma und Hannah müssen mit ihren Verlusten auf eigene Art und weise klar kommen, aber auch Anna und ihre Mutter haben im heutigen Kriegsgeschehen jemanden verloren. Ich denke, das ist auch der Bezug von Correa zwischen damals und heute: Krieg hat viele Gesichter, und die Folgen des Krieges hat immer die zivile Bevölkerung zu tragen. Die Umstände eines Krieges belastet nicht nur eine Generation, sondern vererbt sich weiter. Sei es in der psychischen Belastung (viele Soldatenväter waren gewalttätig), oder in der physischen Belastung (Stichwort Kriegsbomben).

    Ein lesenswertes Buch, wenn auch – für mich – sehr emotional.


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    Eliza08vor 6 Monaten
    Eine tiefbewegende Geschichte

    Armado Luca Correa hat einen Roman geschrieben, der wenn man ihn beendet hat, einen immer noch nicht loslässt. Ein beeindruckendes Zeugnis gegen das Vergessen, mit einer Geschichte die zutiefst berührt.

    Das Cover ist für mein Empfinden sehr stimmungsvoll und beschreibt wundervoll zwei Dinge: Die Ungewissheit des kleinen Mädchens, welches auf dem Schiff mit ihrem Koffer steht und in die Ferne schaut und nicht weiß, was auf es zukommt. Zweitens die Einsamkeit bzw. die Verlassenheit des Kindes, welches in seinem Alter nicht alleine auf Reisen gehen sollte. Zwar ist Hanna, eine der Protagonistinnen in dem Roman, nicht wirklich alleine auf diese Reise gegangen, innerlich war sie aber schon alleine, weil ihre Eltern sich mehr mit ihrem eigenem Schicksal beschäftigt haben, als für ihr Kind da zu sein.

    Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt (1939 und 2014), die beiden Hauptfiguren Hannah (1939) und Anna (2014) sind sich sehr ähnlich. Sie beide haben ein schweres Schicksal zu tragen.

    Hannah wächst in Berlin zur Zeit des Nationalsozialismus als jüdisches Kind auf. Ihre Eltern haben eine gute Stellung in der Gesellschaft.  Ihr Vater ist Professor und ihre Mutter die Tochter eines vermögenden Juden.  Die sich zu Beginn des Jahrhunderts noch in den gehoben Kreisen bewegen.

     Anna die in New York aufwächst, lernt ihren Vater nie kennen, da er bei dem Anschlag am 11. September auf die Zwillingstürme, ums Leben gekommen ist. Hannah zog Annas Vater auf. Als sie von Anna erfährt, ist die Tochter ihres Zöglings für sie der Hoffnungsschimmer der Familie. Für Hannah wiederum ist Anna das Tor mehr über ihren unbekannten Vater zu erfahren. So verweben sich diese beiden Geschichten immer mehr, bis sie zu einer werden, die tief bewegt.

    Es geht um Familienschicksale, um Verlust, um Trauer und um Freundschaft. Ein besonders Portrait zweier beeindruckender Frauen, die ihr Schicksal annehmen. Der Roman wird in der Ich-Erzähler-Form erzählt, wir schlüpfen als Leser in die Rolle der Hannah und der Anna und erleben die Welt mit ihren Augen. Ein großartiges Geschenk, welches uns der Autor macht. Mit den Augen eines Kindes erleben wir das Schicksal dieser Welt. Ein umfangreiches Nachwort, Bibliographie, ein Personenverzeichnis, Bilder/ Fotos und ihre Beschreibung runden den Roman ab und heben noch einmal die historischen Fakten hervor.

    Der Roman ist für Männer und Frauen lesbar, wobei natürlich die Damen mit den beiden Protagonistinnen nähere Identifikationsfiguren haben. Ich kann diesen Roman uneingeschränkt empfehlen, da er ein eindrucksvolles Zeugnis seiner Zeit ist mit einem teils unbekannten Schicksal.

    Ich bedanke mich bei der Verlagsgruppe Lübbe und NetGalley Deutschland für die Bereitstellung des Lese- und Rezensionsexemplars und wünsche diesem Buch noch viele, viele Leser. Denn das Schicksal von Hannah und Anna darf nicht in Vergessenheit geraten.

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    meppe76vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Geschichte einer jüdischen Familie, die versucht, den Nazi Schergen zu entkommen und doch auseinander gerissen wird.
    Eine bewegende Familiengeschichte, die 1939 beginnt und 2014 zu einem versöhnlichen Ende kommt.

    Es ist die Geschichte der jüdischen Familie Rosenthal und es ist die Geschichte um die St. Louis, dem Schiff, mit dem 1939 mehr als 900 überwiegend jüdische Emigranten versuchen, vor der Nazi-Diktatur nach Kuba zu fliehen.

    Die Rosenthals sind eine angesehene jüdische Familie in Berlin, die seit Generationen in Deutschland lebt und sich – wie so viele andere zu der Zeit – zunächst nicht vorstellen kann, das Land zu verlassen. Als es fast schon zu spät ist und der Nazi-Terror ihnen bereits an jeder Ecke begegnet, gelingt es ihnen, sich Papiere für die Überfahrt nach Havanna zu besorgen. Kuba soll nur als ‚Durchlaufstation‘ dienen, denn ihr eigentliches Ziel ist New York.

    Die Geschichte wird aus der Sicht Hannahs erzählt, der 11-jährigen Tochter der Rosenthals, die sehr detailliert nicht nur ihr Leben in Berlin an der Seite ihres Freundes Leo beschreibt, sondern auch ein genaues Bild ihrer extravaganten Mutter und ihres fürsorglichen Vaters zeichnet. Sie lässt den Leser teilhaben an ihren letzten Monaten in einem Berlin, das geprägt ist von Hass auf die Juden, von Demütigungen, Angst und Zerstörung von Identitäten.

    Die Flucht nach Kuba soll ein neuer Anfang sein, aber bei ihrer Ankunft in Havanna wird den  Passagieren das Verlassen des Schiffes verwehrt. Nur einige wenige dürfen an Land gehen, unter ihnen Hannah und ihre Mutter. Für den Vater und die meisten anderen beginnt eine Irrfahrt mit der St. Louis, die über die USA, Kanada bis schließlich zurück nach Europa führt. Kein Land ist bereit, die Flüchtlinge aufzunehmen.

    Ein 2. Handlungsstrang setzt im Jahr 2014 ein. Anna ist ebenfalls elf Jahre alt, lebt mit ihrer Mutter in New York und hat ihren Vater nie kennengelernt, denn er ist eines der Opfer von 9/11. Als sie eines Tages ein Paket mit Fotos und Dokumenten aus Kuba erhält, begibt sie sich unterstützt von ihrer Mutter auf die Suche nach den Ursprüngen der Familie ihres Vaters und begegnet ihrer Tante Hannah.

    Die Geschichte wird parallel aus Sicht der beiden zu ihrer Zeit 11-jährigen Mädchen erzählt und beide Handlungsstränge führen schließlich in Kuba zusammen.

    Am Ende, als auch Hannah ihrem Ende entgegengeht, wird es mir eine Spur zu ausschweifend und zu  dramatisch, aber darüber sehe ich gerne hinweg, denn insgesamt hat mir das Buch sehr gefallen. Ich habe mich im Anschluss noch einmal über die Geschichte der St. Louis informiert wie sie sich 1939 tatsächlich zugetragen hat und auch die Dokumente am Schluss geben dem ganzen Buch noch eine ganz besondere Authentizität. Unbedingt lesenswert.

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    xknutschixvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch, das mich nachdenklich zurück gelassen hat.
    Bildgewaltig

    Die elfjährige Hannah muss 1939 mit ihrer jüdischen Familie aus Berlin fliehen. Die St. Louis soll sie nach Kuba bringen. Doch nur die wenigsten Passagiere dürfen dort aussteigen...
    2014 erhält die elfjährige Anna Post von ihrer Großtante aus Kuba. Von jener Tante, bei der ihr verstorbener Vater aufgewachsen ist...
    "Das Erbe der Rosenthals" ist ein Roman, der mir noch länger nachhängen wird. Er spielt sowohl in der Zeit der dunkelsten Geschichte Deutschlands 1939, als auch in der heutigen Zeit in den USA. Beide Zeiten sind mit einander verwoben und werden zunächst abwechselnd erzählt, bis Anna ihre Tante Hannah auf Kuba besucht. Ich habe dieses Buch als sehr intensiv empfunden, als sehr bildgewaltig. Dazu kommt eine flüssige Ausdrucksweise, die es sehr lesenswert macht. Das Schicksal der St. Louis hat mich sehr bewegt und das Buch hat mich nachdenklich zurück gelassen. Ich kann es gerade schwer in Worte fassen.
    Jedem der das liest kann ich nur empfehlen dieses Buch zu lesen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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    winniehexs avatar
    winniehexvor 6 Monaten
    Ein tiefbewegendes Buch

    Berlin, 1939 Deutschland in der Hand der Nationalsozialisten. Für die jüdische Bevölkerung wird die Lage zunehmend ernster. Professor Rosenthal versucht mit seiner Familie nach Kuba zu flüchten, denn Kuba ist eines der wenigen Länder die noch jüdische Emigranten aufnimmt. In der Kuba angekommen, fangen die Probleme für die Familie richtig an. Denn auf Kuba angekommen, weigert sich dessen Regierung alle Passagiere des Schiffes aufzunehmen. Sie entscheiden, dass nur einzelne Personen denn zutritt erhalten. So geht es auch den Rosenthals, während seine Frau Alma und ihre gemeinsame Tochter Hannah auf das Land Zuflucht finden, bleibt er alleine zurück.

    75 Jahre später, 2014 in New York: Das junge Mädchen Anna Rosen, möchte gerne mehr über Ihren Vater erfahren. Dieser kam bei den Terroranschlägen 9/11 in New York ums Leben, dass einzige was Sie weiß ist, dass er aus Kuba stammt und dort von seiner Tante Hannah großgezogen wurde. Als Sie dann noch ein Brief von der besagten Tante Hannah erhält, macht Sie sich mit ihrer Mutter auf nach Kuba um mehr über ihren Vater und dessen Herkunft herauszufinden.

    Ein Thema was nie sterben wird und auch nicht sollte, der 2. Weltkrieg und dessen Ausmaße. Genau deswegen habe ich auch dieses Buch gelesen, der Klappentext hat mich angesprochen und muss auch sagen, es hat nicht zu viel versprochen. Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht der beiden kleinen Mädchen erzählt, dazu kommen dann Rückblicke und die Gegenwart. Also man muss schon ganz schön hin- und herschalten. Aber die Geschichte findet sich so allmählich zusammen, was eigentlich auch vom Klappentext her fast vorauszusehen ist. Mich persönlich hat die Thematik wieder einmal sehr bedrückt, man kann sich gar nicht vorstellen wie diese grausame Zeit war. Der Autor muss sehr gut recherchiert haben, denn man kann sich ein sehr gutes Bild von der Zeit, dem Empfinden der Menschen machen.

    Fazit: Der Roman hat mich wirklich sehr beeindruckt, persönlich mag ich gerne solche Bücher lesen, egal ob nun der 2. Weltkrieg oder ein anderes historisches Ereignis. Man muss das Genre einfach mögen um sich in so eine Geschichte fallen zu lassen. Das andere was man verstehen muss ist, dass es authentisch ist, diese Zeit gab es wirklich und kann man auch nicht wegdiskutieren.

    Ich kann dieses Buch nur volle 5 von 5 Sternen geben, da ich es wirklich gerne mochte 😊

     

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    Luviardas avatar
    Luviardavor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr bewegend und außergewöhnlich...
    Außergewöhnlich und bewegend

    Klappentext:

    1939 muss die elfjährige Hannah mit ihrer Familie aus Berlin fliehen, denn sie ist Jüdin. Ein Schiff soll sie nach Kuba bringen, doch nur die Wenigsten dürfen die St. Louis dort verlassen. Auch Hannahs Familie wird auseinandergerissen.
    2014 sucht die elfjährige Anna nach den Wurzeln ihres bei 9/11 verstorbenen Vaters. Ein Brief ihrer Großtante enthält Fotos und erste Hinweise. Doch erst als sie zusammen mit ihrer Mutter von New York nach Kuba reist, kommt sie der Geschichte ihrer Familie wirklich nahe.

    Die Geschichte wird immer aus zwei Perspektiven und in unterschiedlichen Zeiten erzählt. Einmal aus der Sicht von Anna die im Jahre 2014 auf die Suche nach Ihrem Vater ist und aus der Sicht von Hannah, die man einmal von klein auf kennen lernt. Ihre Geschichte, wie sie in Berlin wohnt, wie sich die Lage dort verändert und wie es den Juden geht, wird aus Ihrer Sicht erzählt. Die Überfahrt nach Kuba beinhaltet auch eine Menge ergreifender Ereignisse. Sie muss dann mit Ihrer Muttrr alleine nach Kuba und Ihren Vater und Ihren Freund Leo zurück auf der St. Louis lassen. 
    Ab da wird dann Hannahs Geschichte weiter erzählt, bis zur Gegenwart. In der Zeit ist Anna und Ihre Mutter dann auch schon bei Ihr. 
    Die Geschichte der Rosenthals ist eine unglaublich traurige Geschichte. Der Autor lässt die Charaktere sehr echt wirken und man kann sich alles sehr gut vorstellen. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. 
    Am Ende wird nochmal die echte Situation der St. Louis erzählt und danach bekommt man Bilder zu sehen von der St. Louis und der Passagiere. Die Liste mit den ganzen Unterschriften hat mich sehr berührt. Damit hatte ich nicht gerechnet, dass nochmal so reale Eindrücke und Fotos am Ende zu sehen sind. Das war eine Überraschung, die unter die Haut ging. Für mich ist das Buch in dem Moment zum Leben erweckt. Ganz toll gemacht Herr Armando Lucas Correa!

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    MissNorges avatar
    MissNorgevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Konnte mich leider nicht ganz überzeugen, zu diesem Thema habe ich schon bessere Bücher gelesen ...
    Konnte mich leider nicht überzeugen

    Kurz zur Geschichte
    (lt. Verlagsseite)
    1939 muss die elfjährige Hannah mit ihrer Familie aus Berlin fliehen, denn sie ist Jüdin. Ein Schiff soll sie nach Kuba bringen, doch nur die Wenigsten dürfen die St. Louis dort verlassen. Auch Hannahs Familie wird auseinandergerissen.

    2014 sucht die elfjährige Anna nach den Wurzeln ihres bei 9/11 verstorbenen Vaters. Ein Brief ihrer Großtante enthält Fotos und erste Hinweise. Doch erst als sie zusammen mit ihrer Mutter von New York nach Kuba reist, kommt sie der Geschichte ihrer Familie wirklich nahe ...

    Was bedeutet es, auf der Flucht zu sein, seine Heimat zu verlieren, die Liebsten? Einfühlsam und sprachgewaltig erzählt Armando Lucas Correa die Geschichte zweier Mädchen, die zwei Kontinente und mehr als sechs Jahrzehnte trennen, die aber so vieles verbindet: die Liebe zu ihren Vätern, ihr Überlebenswille, die Hoffnung.


    Meine Meinung

    Ich hatte mir inhaltlich mehr versprochen von diesem Buch, da ich viele begeisternde Meinungen dazu vorher gehört bzw. gelesen hatte. Doch mich konnte die Geschichte leider nicht in seinen Bann ziehen, wenn auch die Charaktere sehr intensiv beschrieben sind. Viele Wiederholungen der Gemütslagen haben mich irgendwann ermüden lassen. Schade !!!

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    Gartenkoboldvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: emotional und berührend
    emotionale Familiengeschichte - Leseempfehlung

    Berlin, 1939: Hannah, die Protagonistin des Romans in der Vergangenheit, ist jüdischer Abstammung und nach der Programnacht, Enteignungen und vielen Repressalien beschließen ihre Eltern, Deutschland zu verlassen. Ein Schiff soll sie zunächst nach Kuba bringen, als Zwischenstation, von dort aus will die Familie in die USA, wofür sie schon ein Visum haben. Nach der 14tägigen Schiffsreise angekommen, verweigern die kubanischen Behörden die Einreise und erklären die bereits ausgestellten Landungsscheine für ungültig und Hannahs Familie wird auseinandergerissen….
    New York, 2014: Anna, die Protagonistin Anna des Romans in der Gegenwart, spricht jeden Abend mit ihrem Vater, erzählt ihm ihre Sorgen und Nöte, doch sie hat ihn nicht kennengelernt, er starb am 11.September 2001. Als sie und ihre Mutter eines Tages einen Brief aus Kuba erhalten, von ihrer Tante Hannah, reisen Mutter und Tochter nach Kuba, um zusammen mit Tante Hannah ihre Familiengeschichte zu erforschen und aufzuarbeiten….
    Der Roman ist flüssig und angenehm zu lesen, zwei verschiedene Erzählstränge verknüpfen Vergangenheit und Gegenwart am Ende zu einem Bild. Der Autor hat eine fiktive Erzählung geschrieben, doch es gibt einen wahren Hintergrund, das Flüchtlingsschiff der HAPAG die St. Louis, die mit vielen Menschen an Bord 1939 Hamburg verließ, um die Schutzsuchenden nach Kuba zu bringen, wo sie nicht an Land gehen durften und eine Irrfahrt zurück machen mussten, bis sich England, Frankreich, Belgien und die Niederlande bereiterklärten, die Flüchtlinge aufzunehmen, nachdem auch die USA und Kanada die Aufnahme verweigert hatten.
    Die Erzählung ist berührend, sehr emotional geschrieben und geht unter die Haut. Armando Lucas Correa hat es wunderbar verstanden, Fiktion und Realität miteinander zu verbinden. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, während die einen kämpfen, suchen andere die Erlösung im freiwilligen Tod.
    Der Roman ist eine packend und fesselnd erzählte Familiengeschichte, sehr überzeugend geschrieben und die historischen Hintergründe werden zum Ende des Buches zusammen mit Fotos und den Passagierlisten des Luxusliners St. Louis abgerundet.
    Ein hervorragender Roman.

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    sabrinchens avatar
    sabrinchenvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: faszinierende bedrückende generationsübergreifende Familiengeschichte.
    Lesenswert! Eine faszinierende bedrückende generationsübergreifende Familiengeschichte.

    Lesenswert!
    Das Erbe der Rosenthals von Armando Lucas Correa ist eine faszinierende, bedrückende, generationsübergreifende Familiengeschichte.
    Es war sehr interessant und hat mir die Geschichte des Schiffes St. Louis und ihrer Passagiere nahegebracht.
    Hannahs und Annas Geschichte führte mich in die Zeit zurück im 2. Weltkrieg und ihre Folgen für reiche Judenfamilien.
    Hannah Zeitstrang in 1939 ist verknüpft mit Annas Erlebnissen in 2014 aus denen in wechselnder Sicht in Ich-Form erzählt wird.
    Das Thema ist megaspannend und lässt uns das Schicksal einer Judenfamilie zu einer dunklen Zeit in Deutschland bis nach Havanna verfolgen.
    Fakten und Fiktion werden hier wunderbar verknüpft und man bekommt einen Einblick in Historik die nicht so bekannt ist.
    Mit den ersten 100 Seiten bin ich noch nicht gleich warm geworden. Danach faszinierte mich die Handlung und ich konnte die Geschichte dann nicht mehr aus den Händen legen bis zur Aufklärung.
    Die Charaktere der beiden Mädels haben mir zwar nicht so zugesagt, aber die Handlung drumherum hat es definitiv gut gemacht.

    Der Schreibstil ist gut verständlich, unterhaltsam und interessant gehalten.

    Ich vergebe hiermit 4 Sterne für diese bedrückende aber unterhaltsame, spannende Familiengeschichte.

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