Handbuch Technikethik

von Armin Grunwald 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Handbuch Technikethik
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Inhaltsangabe zu "Handbuch Technikethik"

Technischer Fortschritt verlangt Verantwortung. Bei der Energieerzeugung, in der Medizin- und Militärtechnik, der Neurotechnik oder in der Raumfahrt – Ethikfragen stellen sich in vielen Bereichen, in denen eine rasante technische Entwicklung stattfindet. Ist diese richtig und gut? Um das entscheiden zu können, müssen Chancen und Risiken, Gefahren und Sicherheit, Fortschritt und Verantwortung bedacht und beurteilt werden. Das Handbuch präsentiert die verschiedenen Technikfelder, klärt die zentralen Begriffe und stellt die ethisch-philosophischen Grundlagen der Technikethik vor.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783476024435
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Metzler, J B
Erscheinungsdatum:17.09.2013

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    michael_lehmann-papevor 5 Jahren
    Ethische Grundlagen der Technikethik und zentrale Felder der aktuellen Diskussion


     

    Mit der zunehmenden Geschwindigkeit der technischen Entwicklung (spätestens für die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg) gehen Hand in Hand eine Fülle von sich neu und umfassend stellenden Fragen zur Gestaltung von und zum Umgang mit der Technik. Fragen, die sich ebenfalls, wie Grundwald zu Recht konstatiert, in einer zunehmenden Fülle an philosophischer Literatur zu ethischen Fragen der Technik niederschlagen.

     

    Einhergehend mit aktuellen Diskussionen über „Downshifting“, der Beobachtung zunehmender „Überforderung“ Problematiken, der manches Mal „besinnungslosen“ Vorantreibung technischer Entwicklungen und der Sorge, dass die Geschwindigkeit des Fortschritts technischer Entwicklungen die Reflektion derselben (nicht nur) auf ethischer Ebene in den Hintergrund treten lassen, bietet sich ein wichtiges und dringendes Feld für eine solch grundlegende und strukturierte Betrachtung, wie sie Armin Grundwald, Professor für Technikethik in Karlsruhe,  als Herausgeber mit diesem Handbuch übersichtlich und sehr differenziert vorlegt. Gerade weil der eng gedachte Zusammenhang von Technik und Ethik eine Entwicklung der jüngsten Vergangenheit ist, bietet dieses Handbuch eine wichtige Hilfestellung in der Strukturierung der Themenfelder und der aktuellen offenen Fragen.

     

    Das „Manhatten-Projekt“ setzt hier geschichtlich den Ursprung einer breiten und intensiv geführten ethischen Diskussion über den „richtigen“ Umgang mit Technik und um diese herum. Als „Erweiterung menschlicher Handlungsmöglichkeiten“ in bis dato kaum gekanntem Ausmaß ergibt sich ebenso eine „Vergrößerung der Wahlmöglichkeiten“ und damit eine „Verringerung der menschlichen Abhängigkeit“, die umgehend die Frage nach der individuellen und gesellschaftlichen „Haltung“ (Ethik) diesen technischen Möglichkeiten gegenüber stellt. Vor allem natürlich angesichts der „Ambivalenzen“ des technischen Fortschritts, die Grundwald betont und prägnant nachvollzieht.

     

    Im Handbuch vollziehen die Autoren die Entwicklung und Füllung des Begriffes der „Technikethik“ umfassend nach, erläutern zunächst die Grundbegriffe (Technik, Risiko, Sicherheit, Fortschritt, Technikfolgen, Verantwortung) und bereiten so die wesentlichen Felder des Diskurses vor. Wobei Konkretisierungen (Atom-Bombe, Atomenergie, Asbest u.v.m.) nicht fehlen und den Bereich anschaulich auch praktisch darstellen.

     

    Diesen konkreten und allgemeinen Fragen zu begegnen, hierfür eröffnet die Darstellung der verschiedenen Begründungsansätze der Technikethik das Feld.

    Von den „Menschenrechten“, die aufgrund ihrer inne liegenden Gedanken der „Nachhaltigkeit“ für die Technikethik von grundlegender Relevanz sind, über Utilarismus und deontologische Ethik (im Verständnis des Begriffes als derjenigen Theorien, „die das moralisch Richtige nicht als dasjenige bestimmen, das ein vormoralisches Gut maximiert“) bis hin zu den Ansätzen eines „guten Lebens“ und einer notwendig gedachten „Nachhaltigkeit“ verdeutlicht das Handbuch die vielfältigen Ansätze einer Technikethik, deren Schnittmenge jene erkennbare Notwendigkeit ist, die Technik nicht sich selbst zu überlassen, sondern über deren Nutzung und Umsetzung ethische Klarheit im Diskurs zu gewinnen.

    Das betrifft (auch im Buch) beleibe nicht nur die „großen Themen“ wie Gentechnik, Atomkraft, Umweltbelastung, Ressourcenausbeutung, sondern findet sich auch im „Kleinen“ der zunehmenden Abhängigkeit von technischen Hilfsmitteln im Alltag wieder.

     

    So treffen Agrartechnik, Energietechnik, Kernenergie, Raumfahrt, synthetische Biologie u.a. auf „alltägliche“ Bereiche wie Computerspiele, Medien, Internet und Mobilfunk.

     

    Den praktischen Bezug der Technikethik stellen die Autoren im letzten Hauptteil, des Buches dann auf der Grundlage der vielfachen Einlassungen und der Breite der Darstellung zuvor abschließend heraus. Vor allem die aktuell weiter zu verfolgenden Klärungen in Bezug auf Ethikkodizes, die Arbeit und Wirksamkeit von Ethikkommissionen und das allgemeine und wichtige Feld der technischen Bildung seien an dieser Stelle zur Vertiefung herausgestellt.

     

    Jede Darstellung im Buch ist klar geordnet, bedarf allerdings einer hohen Konzerntration der Erarbeitung ob der komplexen, wissenschaftlichen Sprache und des teils hohen Abstraktionsgrades. Wobei in den immer wieder hinzutretenden Verweisen auf konkrete Technikfelder und aktuelle Diskussionen im Buch genügend handfester Praxisbezug hergestellt wird, um die konkrete Bedeutung der dargestellten Inhalte zu erfassen.

     

    Ein umfassendes und fundiertes Werk, dass eine wichtige Lücke im aktuellen Diskurs schließt und diesen strukturiert befördern wird.+

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