Die leuchtenden Länder

von Armin Strohmeyr 
4,0 Sterne bei3 Bewertungen
Die leuchtenden Länder
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Ein tolles Buch über starke und moderne Frauen!

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Eine spannende Zusammenfassung faszinierender Frauen, in der die Feinheiten jedoch manchmal zu wünschen übrig lassen

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Inhaltsangabe zu "Die leuchtenden Länder"

Während sich im Europa des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts die Oberschicht in pulsierenden Metropolen wie Paris, London oder Berlin verlustierte, war den hier porträtierten Frauen ein Leben zwischen Boudoir und Salon nicht genug. Abenteurerinnen wie Isabel Burton, Vita Sackville-West und Freya Stark bereisten in Männerkleidern den Orient, ritten auf Maultieren durch Wüsten und über Gebirge, verteidigten sich gegen Wegelagerer und erforschten als Archäologinnen und Ethnologinnen alte Kulturen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492309677
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    leserattebremens avatar
    leserattebremenvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein tolles Buch über starke und moderne Frauen!
    Tolle Biographien

    Heute sind reisende Frauen eine Normalität, doch im 18. und 19. Jahrhundert waren sie eine Seltenheit. Selbst wenn ihre Ehemänner diplomatische Posten in fernen Ländern bekleideten, war es keineswegs selbstverständlich, dass sie mitgereist sind. Umso beeindruckender sind die von Armin Strohmeyr gesammelten Portraits über starke Frauen, die den Orient bereisten und dabei nicht bereit waren, sich den herrschenden Konventionen zu unterwerfen. In bequemer arabischer Kleidung, so ganz anders als die gängigen Korsetts in Europa, erkundeten sie unbekannte Welten, reisten nach Ägypten und Syrien, entdeckten Palmyra und besuchten nomadische Stämme in wilden Berglandschaften. Manchmal in Begleitung ihres Ehemannes, häufig aber allein oder mit einem Liebhaber, haben sie Gegenden entdeckt, die vielen Frauen der damaligen Zeit einfach unvorstellbar erscheinen mussten.

    Armin Strohmeyr beschreibt dabei sehr unterschiedliche Frauen, es gibt kein Schema und keinen klassischen Werdegang. Und gerade das macht die Lektüre so interessant, er betont ihre Individualität und lässt uns als Leser Einblick nehmen in so abwechslungsreiche Biographien wie von Vita Sackville-West, die in vielen Bereichen gegen gängige Geschlechter – und Beziehungsklischees rebellierte und sich so einen eigenen Lebensraum schuf. Auch verklärt der Autor ihre Geschichten nicht, dass sie etwas wagten, was andere Frauen sich nicht getrauten, bedeutet nicht automatisch, dass es sie immer glücklicher gemacht hat. Im Gegenteil, wirken einige von ihnen doch wie getrieben, wenn sie von Stadt zu Stadt durch Wüsten und über Gebirge jagen, ohne zur Ruhe zu kommen. Einzige etwas Kartenmaterial zu den Reiserouten fehlte mir bei diesem Buch, das hätte das Buch noch spannender und anschaulicher gemacht.

    „Die leuchtenden Länder. Reisende Frauen erkunden den Orient“ ist ein äußerst interessantes Buch, das nicht nur einen guten Einblick in die Biographien und Besonderheiten der beschriebenen „reisenden Frauen“ gibt, sondern auch einen Eindruck vom damaligen Leben, beispielsweise in Syrien oder Ägypten vermittelt. Nicht nur für reiselustige Frauen ist dieses Buch eine spannende Lektüre. 

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    Tasmetus avatar
    Tasmetuvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine spannende Zusammenfassung faszinierender Frauen, in der die Feinheiten jedoch manchmal zu wünschen übrig lassen
    Eine spannende Zusammenfassung faszinierender Frauen, in der die Feinheiten jedoch manchmal zu wünsc

    Original-Rezension auf tasmetu.de


    Während dem Lesen dieses Buches war ich immer wieder hin und hergerissen zwischen Ablehnung und Zuneigung. Der Autor hat mich einerseits sehr beeindruckt, andererseits auch stark mit den Augen Rollen lassen.
    Diese Portraitsammlung hängt immer am seidenen Faden von Strohmeyrs Erzählstil. Manchmal gelingt es ihm sehr gut, einem Bilder von wilden Landschaften und das aufreibende Gefühl der Abenteuer zu vermitteln, manchmal möchte man nur noch, dass das Kapitel ein Ende findet.
    Immer wieder gab es Passagen, in denen ich mich unglaublich gelangweilt habe. Hier fehlte es an Empathie, an der Leidenschaft hinter der Geschichte. Da sich das ganze Buch allgemein recht langsam lesen lies, wurde jede Seite unglaublich zäh und ich wünschte mir mehr als einmal, dass es in dem Buch Fotos, Illustrationen oder zumindest Karten geben würde, die die Lesererfahrung auflockern und bereichern würden.
    Wieder andere Abschnitte waren dagegen so schön, dass ich traurig war, wenn sie endeten. Dann pulsierte das Fernweh durch meine Adern und ich lächelte ununterbrochen über den Mut, die Frechheit und die Stärke dieser Frauen.
    Generell ist es eine sehr interessante Auswahl von Frauen. Nicht nur, dass ich bisher von kaum einer dieser historischen Figuren je etwas gehört habe (was ich grandios fand), sondern es sind auch mitunter sehr unterschiedliche Persönlichkeiten (und auch Sexualitäten) vertreten. Manche sind gehobene Damen, die denken, sie stehen über allem und andere sind einfach nur bodenständig und lassen sich von den besuchten Ländern und Kulturen mitreißen. Besonders ans Herz gewachsen sind mir Amelia Edwards, Freya Stark und Ella Maillart (obwohl letztere v.a. in Zentralasien unterwegs war, was ich nicht als Orient bezeichne, aber was solls). Über alle drei Frauen möchte ich nun eigene Biographien lesen, denn sie haben mich fasziniert und begeistert.
    Strohmeyr macht einen guten Job, wenn es darum geht, zu recherchieren und zusammen zu fassen. Man bekommt gute Überblicke, erfährt spannende Details und Hintergründe. Allerdings fehlt ihm oft das Fingerspitzengefühl. Es waren immer wieder Kleinigkeiten, über die ich beim Lesen stolperte. Sei es nun, dass er zwei lesbische Frauen nie als „Geliebte“ sondern immer nur als „Freundinnen“ bezeichnete, obwohl er es bei Hetero-Paaren anders hielt. Oder über eine Frau, die ihr Leben lang keinen Partner hatte, schreibt, sie hätte diesen nur deshalb nicht, weil sie kein Selbstvertrauen hatte. Oder als er sich recht ausgiebig über die sexuellen Abenteuer mit Prostituierteneines Ex-Mannes einer der Frauen auslässt und hier sinnloserweise ins Detail geht. Auch standen mir immer wieder die Beziehungen zu sehr im Vordergrund, ich wollte mehr über die Reisen und die Persönlichkeiten wissen, nicht wie es ganz genau mit ihren Ehemännern lief. Und ich hätte mir auch einen kritischeren Ton bezüglich der Kolonialherrschaft, der Dekadenz, etc, gewünscht. Wie gesagt, es sind vor allem die feinen Nuancen, die mich an dem Buch stören.
    Prinzipiell ist es eine Leseempfehlung, denn die Frauen, um die es geht, machen Mut und schüren die eigene Abenteuerlust. Man ist fasziniert von diesen Abenteurerinnen und ihren Lebenswegen und das ist meiner Meinung nach das, auf was es in so einer Portraitsammlung ankommt.

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    seschatvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein mitreißend erzähltes Buch über abenteuerlustige europäische Frauen des 19. und 20. Jahrhunderts.
    Faszinierendes Buch über abenteuerlustige Frauen des 19. und 20. Jahrhunderts

    Armin Strohmeyrs besondere Biografiesammlung bot durchweg faszinierende wie spannende Unterhaltung. In gesonderten Kapiteln stellt er mutige wie emanzipiert auftretende Frauenzimmer, meist aus Großbritannien, vor, die es entgegen den Moralvorstellungen der Zeit vom braven Dasein als Haus- und Ehefrau in den fernen Orient zog. Und jede dieser ungewöhnlichen Lebensgeschichten ist anders. Meist keimte die Abenteuerlust der Damen schon in der Kindheit auf und ließ sie diverse Sprachen und Bücher studieren, bevor sie sich nach Ägypten, Persien, Syrien usw. aufmachten. Die beschwerlichen Reise schreckten sie nicht ab. Im Gegenteil, ob zu Schiff, hoch zu Ross oder mit dem Auto, die Frauen standen ihren prominenten männlichen Vorreitern in nichts nach. Zudem schlossen sie schnell mit den Einheimischen Freundschaft und integrierten sich; auch zum Unmut des damals vorherrschenden europäischen Snobismus in englischen Adelskreisen. Die vielfältig hinterlassenen Reise- und Abenteuerbeschreibungen wurden zu Bestsellern und befeuerten den europäischen Pionier- wie Entdeckungswahn. 

    Die Geschichten von Elizabeth Marsh, Hester Stanhope, Mary Nisbet Bruce Elgin oder Amelia Edwards zeugen von unbändiger Entdeckerlust und femininen Individualismus, was die Lektüre spannend und interessant gestaltet. Darüber hinaus erhält man einen breit gefächerten Einblick in Kultur und Landesnatur des Orients zur damaligen Zeit. Das in Sepia gehaltene Cover samt Pyramide und Frauenporträt rundet das inhaltlich überzeugende Sachbuch bestens ab.

    FAZIT
    Ein mitreißend erzähltes Buch über abenteuerlustige europäische Frauen des 19. und 20. Jahrhunderts.

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