Armin Strohmeyr George Sand

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Inhaltsangabe zu „George Sand“ von Armin Strohmeyr

Sie galt als Vamp, als Zigarre rauchendes Mannweib, als schwärmerische Romantikerin und als aufwieglerische Kommunistin: George Sand. Tatsache ist: Sie gehörte zu den produktivsten, meistgelesenen und bestbezahlten Autoren des 19. Jahrhunderts, erregte als streitbare Bürgerin mit Zivilcourage die Gemüter und pflegte - nicht immer platonische - Freundschaften mit vielen Geistesgrößen ihrer Zeit, darunter Balzac, Liszt, Chopin und Bettina von Arnim.

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  • Als Einstieg in das Thema ganz in Ordnung.

    George Sand

    Wedma

    23. December 2016 um 09:46

    Nach der Chopin Biographie (A. Zamoyski) lag es nahe, eine Biographie (Bio) von George Sand, seiner Lebensabschnittsgefährtin, zu lesen. Diese aus der Feder von Armin Strohmeyr erweckte zunächst den Eindruck, als ob sie von 2016 wäre, so habe ich mich für diese entschieden. Eine spätere Recherche ergab aber, dass es lediglich eine Neuauflage ist. Ich muss gleich vorwegschicken, dass diese Bio mich im direkten Vergleich zu der von Chopin nicht wirklich beeindrucken konnte. Viele Details, die über die Persönlichkeit von G. Sand, ihre Ecken und Kanten Aufschluss geben, wurden schlicht ausgeklammert. Ich gewann den Eindruck, der Autor wollte seinen Schützling besser in der Öffentlichkeit dastehen haben. Und diese bemerkenswerte Distanz zwischen dem Autor und der Person, die er beschreibt, tat der Bio insg. nicht besonders gut. Hier gibt es u.a. eine unspektakuläre Version dessen, wie sich George Sand und Chopin kennenlernten. Auch die gesamte Beziehung und der Abschied nach acht Jahren beeindruckt in der Schilderung von Herrn Strohmeyr wohl kaum. Bei Zamoyski ist es viel detailreicher, mit Beigabe von Hintergründen und situativ dargeboten worden. Auch viele pikante Details waren hier ausgelassen, die einiges über die Person G. Sand aussagten, z.B. was Heirat ihrer Tochter Solange angeht und warum die Ehe von vorn herein zum Scheitern verurteilt war. G. Sand spielte dabei eine zentrale Rolle. Hier wird lediglich trocken erzählt, was geschah, nachdem die Ehe das Ende genommen hatte. Auch was Beziehung von Solange zu Chopin, die Feindschaft von ihrem Sohn ggü. Chopin, wie G. Sand den Genie gegen einen Flegel nach acht Jahren ausgetauscht hat, etc. ist hier so gut wie nicht da. Im Großen und Ganzen kommt die Person George Sand gut zur Geltung: Ihr politisches und soziales Engagement, trotz aller Rückschläge und Enttäuschungen. Sie war eine starke, tatkräftige Frau, die das Leben gestalten wollte. Ihre schriftstellerischen Erfolge sind gut beleuchtet worden. Sie schrieb viel und war eine Bestsellerautorin. In ihren Romanen verarbeitete sie die Themen, die damals noch gewissermaßen Tabu waren. Eine Art Frauenrechtlerin würde man sie heute nennen. Sie wollte u.a. mehr Selbstbestimmung für Frauen und lebte auch selbst ihren Traum. Sie trennte sich recht früh von ihrem Mann, sie hat ihn schon fast unter Zwang geheiratet, und nahm sich immer neue Liebhaber. Sie konnte sich immer wieder aufs Neue unsterblich verlieben. Auch ihr ausgeprägter Mutterinstinkt, sie fing an irgendwann alle, ihre Liebsten inklusive, zu bemuttern, kam hier gut zur Geltung. Sie hatte einen breiten Freundeskreis. Viele kamen mehrmals zu ihr nach Nohant. In jungen Jahren waren es Liszt und seine damalige Lebensgefährtin. Auch andere Musiker um Liszt und Chopin zählten zu ihren Freunden. Umfangreiche Korrespondenz, die G. Sand führte, gibt einen einleuchtenden Einblick in ihr Leben. Zum Schluss zählten Gustav Flaubert und Victor Hugo zu ihrem engen Kreis. V. Hugo sagte an ihrem Grab u.a.: „Ich trauere um eine Tote und begrüße eine Unsterbliche.“ Einige Worte des Autors über G. Sands Romane haben mich doch beeindruckt: „Doch bei genaueren Betrachtung erweisen sich diese Bücher als Historiografie einer bäuerlichen Welt, die im Begriff ist, durch die Umbrüche der Zivilisation unwiederbringlich unterzugehen. Die Personen in George Sands Dorfromanen besitzen noch die urtümliche dabei aber nicht volkstümelnde Kraft der einfachen, unverdorbenen Leute. Sie gehen noch handwerklichen Arbeiten nach, die sie- anders als die zivilisierten Städter- nicht ihrer selbst entfremden. Mit diesen Romanen… wird George Sand nicht nur zum genauen Beobachter und Chronisten einer vorindustriellen Zeit und einer originären Bevölkerung, sie verweist damit indirekt auch auf die Gefahren der Zivilisation, die den Menschen allzu oft seiner Wurzeln beraubt und ihn in einer Welt auswechselbarer und gesichtsloser Waren zum bloßen Objekt des Konsumzirkels degradiert.“ S. 191. Wenn auch ihre Werke heute nicht mehr so oft gelesen werden, so bleibt sie eine schillernde Person ihrer Zeit, die viele Nachahmerinnen hatte und bis heute fasziniert. Diese Bio ist als Einstieg in das Thema ganz in Ordnung. Wer aber tiefer in das Leben und Wesen von George Sand blicken möchte, der wird in Chopin Bio von A. Zamoyski fündig.

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