Arne Jensen

 4,6 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf

Arne Jensen war lange Arzt und in der Traumatherapie tätig und interessierte sich schon früh für die jüngere deutsche Geschichte und deren Folgen für die Nachkriegsgeneration. „Etwas verborgen Schönes“ ist sein erster Roman im Heyne Verlag, in den er sein Spezialgebiet familiäre Kriegstraumata einfließen lässt. Arne Jensen lebt mit seiner Familie in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Arne Jensen

Cover des Buches Etwas verborgen Schönes (ISBN: 9783453426535)

Etwas verborgen Schönes

 (5)
Erschienen am 13.12.2023
Cover des Buches Am Anfang war Bochum ... (ISBN: 9783930505531)

Am Anfang war Bochum ...

 (0)
Erschienen am 24.04.2008

Neue Rezensionen zu Arne Jensen

Cover des Buches Etwas verborgen Schönes (ISBN: 9783453426535)
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Rezension zu "Etwas verborgen Schönes" von Arne Jensen

Mir fehlte die Dynamik und Spannung
Laudivor 2 Monaten

Darum geht es:
Die 94-jährige Ottilie Rabe möchte mit ihrer Vergangenheit aufräumen und sich dieser stellen. Sie möchte die Aufklärung der ungeklärten Todesumstände ihres Vaters im Jahr 1944, damals ein hochrangiger Gestapo-Offizier, vorantreiben.
Außerdem muss sie dringend ihren Nachlass regeln. Das Treffen mit weit verzweigten Verwandten reißt alte Wunden auf. Die damals 16-jährige Ottilie musste Schreckliches erleben. Ihr Vater wurde erschlagen im Bett aufgefunden. Das junge Mädchen saß auf einem Hocker daneben. Sie wurde sofort verdächtigt, konnte sich aber an nichts erinnern.

Mein Leseeindruck:
Das Buch hat mich durch den Klappentext unheimlich angesprochen und neugierig gemacht. Leider wurde ich enttäuscht. Das war nicht so ganz meine Geschichte. Die Grundidee und die Thematik haben mir außergewöhnlich gut gefallen.
Bedauerlicherweise ist die Handlung nur so vor sich her geplätschert. Insgesamt fehlte es mir an Spannung und Dynamik. Das mitreißende Gefühl blieb beim Lesen aus. Die erwartete Dramatik kam nicht. Nach weit über der Hälfte der 576 Seiten nimmt die Spannung so weit zu, dass ich gerne zum Roman gegriffen habe. Der Schreibstil ist flüssig und sehr ausführlich, oftmals etwas zu ausführlich. Das Finden der Wahrheit erfolgt etappenweise im Wechsel zwischen der Gegenwart (2022) und der Vergangenheit (1944). Man spürt, dass Arne Jensen für die deutsche Geschichte und deren Folgen für die Nachkriegsgeneration brennt. Die Stimmung im Jahr 1944 fängt der Autor hervorragend ein. Die Auflösung am Ende hat mir gut gefallen.

Fazit:
3/5 ⭐️ Mir fehlte die Dynamik und Spannung.

Cover des Buches Etwas verborgen Schönes (ISBN: 9783453426535)
schnaeppchenjaegerins avatar

Rezension zu "Etwas verborgen Schönes" von Arne Jensen

Spannende Mischung aus Familiengeschichte, Kriminalroman und Historienschmöker und eine fesselnde und berührende Geschichte über die Suche nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Akzeptanz
schnaeppchenjaegerinvor 6 Monaten

Ottilie Rabe ist 94 Jahre alt, als sie beschließt, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und ein gut gehütetes Geheimnis ans Licht zu bringen. Gleichzeitig möchte sie die Aufklärung der ungeklärten Todesumstände ihres Vaters vorantreiben und ihr Erbe regeln. Dazu versammelt sie im Sommer 2022 ihre Familie um sich, zu der sie zu einem Großteil seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte.
Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen - im Jahr 1944, als Lilis Vater, ein hochrangiger Gestapo-Offizier tot aufgefunden wird und sie unter Verdacht gerät und im Jahr 2022, als die weit verzweigte Familie Rabe sich auf Gut Torchau versammelt und gebannt auf Lilis Enthüllungen ist.
Der Schwerpunkt der Handlung liegt zunächst auf der Gegenwart, die aus der Ich-Perspektive von Lilis Enkelin, Naira, geschildert ist. Sie hat ein enges Verhältnis zu ihrer Oma, macht sich einerseits Sorgen, dass die Konfrontation mit der Vergangenheit zu belastend für die alte Frau sein könnte, ist aber auch neugierig auf ihre Geschichte und den Familienclan, der sich - mutmaßlich auch aufgrund eines zu erwartenden reichen Erbes - bereitwillig in der Uckermark und Berlin einfindet.
Die Treffen stehen unter Spannungen, hat doch jeder andere Erwartungen und nicht mit den Erkenntnissen gerechnet, die ein Kriminalkommissar aD, der alte Unterlagen zu den Ermittlungen im Fall Rabe ausgewertet hat und in diesem Zusammenhang Lilis Geheimnis enthüllen muss, darlegt.
Die Vergangenheit nimmt erst nach den ersten Begegnungen der Familie mehr Raum ein und wird überwiegend aus der Perspektive des Kriminalrats Werner Beltheim geschildert, der auf sympathische Weise nicht systemtreu ist und nicht daran glaubt, dass die offensichtlich tatverdächtige 16-jährige Ottilie ihren Vater auf dem Gewissen hat.
"Etwas verborgen Schönes" ist eine spannende Mischung aus Familiengeschichte, Kriminalroman und Historienschmöker. Die Charaktere sind vielfältig und authentisch gezeichnet und der Plot bietet überraschend Neues. Er handelt nicht nur von der Aufklärung einer fast 80 Jahre ungesühnten Tat und der Zusammenführung einer vielschichtigen Familie, sondern insbesondere auch von Fragen der Herkunft, Identität, von Toleranz, Menschlichkeit, Freiheit und dem Recht auf Selbstbestimmung. Ideologische Fragen, Fragen zu Rassenhygiene und Moral geben insbesondere dem Erzählstrang der Vergangenheit Tiefe, die die düstere deutsche Geschichte in den Fokus nimmt und viel mehr ist als nur Ermittlungen zu einem Tötungsdelikt.
Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sorgt für Spannung, denn das Finden der Wahrheit erfolgt damit nur etappenweise.
Auch wenn es in der Gegenwart während der Diskussionen der Familienmitglieder einzelne Längen gibt und die Vielzahl der Personen, die das Geflecht etwas undurchschaubar und nicht unbedingt notwendigerweise kompliziert machen, ist es eine berührende und fesselnde Geschichte über die Suche nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Akzeptanz.

Cover des Buches Etwas verborgen Schönes (ISBN: 9783453426535)
Lesegenusss avatar

Rezension zu "Etwas verborgen Schönes" von Arne Jensen

Ein spannender Familienroman und die Schatten der Vergangenheit
Lesegenussvor 6 Monaten

Der Roman "Etwas verborgen Schönes" von Arne Jensen spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen im Sommer 2022 in einem alten Gutshaus in der Uckermark und in der Vergangenheit in Berlin 1944. Angesprochen hatte mich der Infotext. Auch wenn ich bislang von dem Autor noch kein Buch gelesen hatte, war ich gespannt was die Geschichte hergab.
Die Hauptperson, um die sich die Geschichte dreht, ist die jetzt über neunzigjährige Ottilie, genannt "Lili" Rabe. Vor einiger Zeit hatte sie das leerstehende Landgut Torchau entdeckt und gekauft. Im Prinzip war es eines von vielen Immobilienleichen der ehemaligen DDR, doch mit Torchau verband Ottilie etwas aus der Vergangenheit. An Lilis Seite "Ebbi" Luchtmann, ihr Ratgeber, ihr Lebensgefährte und Anwalt. Dieser Kauf war wohl bedacht.
Im April 1944 wird Ottilie mit dem Tod ihres Vaters konfrontiert. Walter Rabe war ein angesehenes Parteimitglied gewesen als auch Mitarbeiter der Sicherheitsbehörde. Sein unnatürlicher Tod ruft die Kriminalpilizei auf den Plan. Überall war Blut und mittendrin Ottilie. Der Sache nimmt sich Kriminalrat Beltheim an. Der Name taucht in der Gegenwart wieder auf. Der ganze Tatumstand sprach gegen die sechzehnjährige Ottilie. Im Prinzip beschäftigt sich diese ihr ganzes Leben lang mit diesem Vorfall. Und nun bittet sie Nairi um Hilfe. Die hilft ihrer Großmutter gern, zumal sie beide etwas verbindet. Nairi besaß eine Tischlerei in Kreuzberg und Ottilie hatte damals eine Tischlerlehre gemacht. Mit Leidenschaft restaurierte sie alte Möbel.
Nicht alle lebenden Verwandten hatten zu dem Treffen im Spätsommer in Torchau zugesagt. Und so nach und nach erfährt Nairi ein bisschen mehr von Lili. Auch was sie mit Torchau verband. Und welches Projekt sie mit dem Landgut vorhatte.
Ottilie hatten einen ehemaligen Kriminalbeamten des BKA, Herrn Beyer, als Privatermittler engagiert. Sie wollte Aufklärung. Ihre dunstumwobene Wolke im Gedächtnis sollte sich endlich auflösen.
Es war keine einfache Lesereise für mich, zumal durch eine hartnäckige Grippe ich oft unterbrechen mußte. So blieb es absolut spannend, was sich hinter dem Mord an Lilies Vater verbarg.
Interessant sind auch die weiteren Personen, die liebe Verwandtschaft. Sie entfalten ihre Charakterzüge im Laufe der Handlung.
Umso mehr man über die Ereignisse damals in Berlin 1944 erfährt, umso deutlicher wird die Vergangenheit, die über ein Leben entscheidet. Sei es zu der Zeit als auch später was das System der damaligen DDR betrifft.

Vorn im Buch befindet sich der Stammbaum der Familie Rabe. Hilfreich bei der Zuordnung beim Treffen als auch bei der Aufklärung.
Was am Ende bei all dem heraus kommt, ist einerseits berührend geschrieben und andererseits führt es auch vor Augen, wie vorschnell die Menschen jemanden "über den Kamm" scheren. Es gilt der Blick über den Tellerrand. Den aber viele verloren haben.
Es mag sein, dass der Roman "Etwas verborgen Schönes" nicht so ganz einfach zu lesen ist. Doch es lohnt sich, diese ganz besondere Lesereise!

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