Arne Molfenter

 4.8 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Über die weiße Linie, Der Finsternis entgegen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Arne Molfenter

Arne MolfenterÜber die weiße Linie
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Über die weiße Linie
Über die weiße Linie
 (2)
Erschienen am 15.03.2016
Arne MolfenterDer Finsternis entgegen
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Der Finsternis entgegen
Der Finsternis entgegen
 (2)
Erschienen am 22.09.2015
Arne MolfenterGarbo, der Spion
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Garbo, der Spion
Garbo, der Spion
 (2)
Erschienen am 14.04.2014
Arne MolfenterÜber die weiße Linie: Wie ein Priester über 6.000 Menschen vor der Gestapo rettete. Eine wahre Geschichte aus dem Vatikan
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Über die weiße Linie: Wie ein Priester über 6.000 Menschen vor der Gestapo rettete. Eine wahre Geschichte aus dem Vatikan

Neue Rezensionen zu Arne Molfenter

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Der Finsternis entgegen" von Arne Molfenter

EIne Hommage an alle die mutigen Frauen, die sich in die Finsternis wagten
Bellis-Perennisvor 8 Monaten

Das Autoren-Duo Arne Molfenter und Rüdiger Strempel beschäftigt sich mit einem in Mitteleuropa kaum bekannten und tragischen Kapitel des Zweiten Weltkrieg: Erstmals werden Frauen als Agentinnen und Kämpferinnen von den Briten ausgebildet und u.a. in das besetzte Frankreich gebracht, um gegen das Hitler-Regime im Verborgenen zu kämpfen und mitzuhelfen, den D-Day vorzubereiten.

Bislang ist es Frauen ja nur erlaubt im Sanitätswesen oder anstatt der eingerückten Männer Arbeiten des zivilen Lebens zu übernehmen. In der kämpfenden Truppe waren sie unerwünscht.

 

Ein Name, der untrennbar mit diesen furchtlosen Frauen verbunden ist, ist Vera Atkins. Vera Mary Rosenberg ist als Tochter eines deutsch-jüdischen Fabrikanten und einer südafrikanisch-britischen Mutter in Galaţi (deutsch: Galatz)im heutigen Rumänien geboren. Ihre Leidenschaft: Lesen von Spionage-Romanen. Anders als viele jüdische Familien erkennen sie die Zeichen der Zeit gerade noch rechtzeitig. Die Brüder emigrieren bereits 1933 nach England. 1939 gelingt es Vera mit dem Rest der Familie über Wien nach Großbritannien zu gelangen. Anfangs staatenlos findet sie recht bald ihren Platz im Kreise der sich konkurrierenden Geheimdienste.

Nachdem ein männliches Agentennetz nach dem anderen von den Nazis aufgespürt und ausgehoben wird, beginnt Atkins Frauen für diese gefährliche Arbeit im Feindesland zu rekrutieren. Von ihren knapp 40 Agentinnen werden 13 nicht mehr zurückkehren. Die meisten davon werden von den Nazis verhaftet, gefoltert und grausam ermordet.

Das Schicksal „ihrer“ Agentinnen lässt Vera Atkins nicht los und so recherchiert sie nach Kriegsende, um den Verbleib der Verschollenen herauszufinden. Sie reist, gegen den Widerstand ihrer eigenen Vorgesetzten, nach Deutschland und stellt Nachforschungen in den diversen KZ an. Sie spricht mit Überlebenden sowie mit einigen der nun inhaftierten Kriegsverbrecher. Es gelingt ihr, den Leidensweg der 13 Frauen zu rekonstruieren. Sie nimmt auch als Zeugin in den diversen Kriegsverbrecherprozessen teil.

 

Fast 70 Jahre lang waren die Dossiers von Vera Atkins und ihren Frauen unter Verschluss. Das Autoren-Duo hat aus den Akten, die nun in dem National Archivs zugänglich sind, Vera Atkins Biografie und die ihrer Frauen rekonstruiert.

 

Meine Meinung:

 

Dem Autoren-Duo ist eine beklemmende und fesselnde Wiedergabe der Lebensgeschichten dieser beeindruckenden Frauen gelungen.

Fernab von jeglichem James-Bond-Klischee, wird der Alltag der Agentinnen dargestellt. Ian Fleming, der Schöpfer von 007 hat hier einige Anleihen für seine Agentenfilme genommen. So ist „Q“, der Erfinder historisch belegt und sein/e „M“ trägt auch Züge von Vera Atkins.

 

Dieses vor allem in Mitteleuropa wenig bekannte, dunkle Kapitel wird vom Autoren-Duo penibel und ohne Effekthascherei aufgearbeitet. Sachlich fundiert werden die tragischen Schicksale gut lesbar dargeboten. Der historisch politische Hintergrund wird anschaulich dargestellt.

 

Nicht ausgespart wird auch, dass man in Großbritannien bereist 1939 von KZ und der Ermordung der Juden gewusst hat, aber diese Meldungen nicht ernst genommen hat. Vielleicht wären Millionen Menschen am Leben geblieben, wenn man den Informationen der Agenten mehr Glauben geschenkt hätte.

 

Fazit:

 

Das Buch ist eine Hommage an alle jene Frauen, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens versucht haben, ihren Beitrag gegen Hitler-Deutschland zu leisten. Eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne.

Kommentare: 2
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Marzipanqueens avatar

Rezension zu "Der Finsternis entgegen" von Arne Molfenter

Fast ein Thriller
Marzipanqueenvor 3 Jahren

Wer gerne dröge Sachbücher liest, ist mit diesem Buch nicht gut bedient.
Aber alle, die spannend geschriebene Spionageromane lieben und auch an echten historischen Begebenheiten Interesse haben, kann ich dieses Buch nur ans Herz legen. Ausgehend von der Nachrichtenoffizieren Vera Atkins werden die Geschichten der eingesetzten Agentinnen und deren Verbleib, sowie die Suche nach über 100 verschollenen Agenten des SOE nach dem zweiten Weltkrieg geschildert. Und das alles ziemlich spannend. Vera Atkins war angeblich das Vorbild für Ms. Moneypenny.

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Garbo, der Spion" von Arne Molfenter

Ich sehe was, was du nicht siehst ...
R_Mantheyvor 3 Jahren

Wenn sie nicht durch Dokumente und Personen belegt wäre, würde man diese Geschichte nicht glauben:

Ein wenig erfolgreicher spanischer Hühnerzüchter versucht sich im 2. Weltkrieg dem britischen Geheimdienst in Madrid als Spion anzudienen. Er wird erst gar nicht zu den richtigen Leuten vorgelassen. Also versucht er es auf der anderen Seite bei den Deutschen. Die sind zunächst auch skeptisch, beißen aber dann aber zögernd an. Der Hühnerzüchter gibt an, nach England auswandern und dort Informationen einholen zu wollen. Das tut er aber zunächst nicht, sondern verkriecht sich irgendwo in Portugal. Von dort aus erfindet er irgendwelche Geschichten, so zum Beispiel, dass ein britischer Geleitzug von der Insel aus nach Malta unterwegs sei. Niemand in der deutschen Marine findet diese Schiffe, aber man glaubt dem vorgeblichen Spion dennoch weiter.

Inzwischen ist die britische Abwehr auf diesen merkwürdigen Typen aufmerksam geworden. Enigma war bereits entschlüsselt, und man konnte mitlesen, was für Märchen die Deutschen glaubten. Das war so unfassbar, dass man diesen Komiker zu suchen begann und ihn schließlich fand. Wegen seines schauspielerischen Talents verlieh man ihm den Decknamen "Garbo", verfrachtet ihn nach London und band ihn in eine kaum zu glaubende Desinformationskampagne der britischen Geheimdienste MI5 und MI6 ein. Diese Geheimdienste schufen eine Gruppe, die alle Doppelagenten des Kriegsgegners führte und damit die Deutschen völlig in die Irre laufen ließ. Insbesondere erreichten die Briten dadurch, dass Ort und Zeitpunkt der alliierten Landung in Frankreich nicht von den Deutschen vorausgesehen werden konnten.

Die Geschichte des Hühnerzüchters und dieser schier unglaublichen komplexen Irreführung wird in diesem Buch recht detailliert erzählt. Man fragt sich dabei immer wieder, warum das alles funktionierte. Saßen in der deutschen Spionageabwehr nur Vollpfosten? Leider geht der Autor dieses lesenswerten Buches dieser wirklich interessanten Frage nur beiläufig nach. Erst am Ende versucht er sich mit einigen Erklärungen.

Eine davon besteht in der Arroganz, zu glauben, dass die deutsche Verschlüsselungstechnik niemals zu knacken sei. Das wiederum führte zu Fehlern in den Mitteilungen, etwa zu ständig gleichen Sätzen zu Beginn, aus denen man leicht die Tagesverschlüsselung entnehmen konnte, wenn man das System erst einmal verstanden hatte.

Eine zweite (und wohl die wesentlichere) Erklärung besteht in der Tatsache, dass man einfach keine ausreichend große Zahl von Agenten in England besaß und man auch nicht mehr die Zuverlässigkeit der vorhandenen Spione testen konnte. Und drittens mussten die Agentenführer liefern, sonst wären sie ihren Posten losgeworden. Einem dubiosen Hühnerzüchter kritiklos zu einem der Hauptinformanten der deutschen Militärführung zu machen, zeugt darüber hinaus von Zerfallserscheinungen und fehlender Motivation im System der deutschen Spionage dieser Zeit.

Der Text liest sich ausgezeichnet und lebt davon, dass man das Geschehen eigentlich gar nicht glauben kann. Natürlich wurde der dubiose Hühnerzüchter am Ende zum Helden erklärt und vom englischen Königshaus empfangen. Die wahren Genies saßen aber beim britischen Geheimdienst, denn ein komplexes System von zahlreichen Doppelagenten zu leiten, war keine einfache Aufgabe. Der Hühnerzüchter hingegen lebte gefahrlos im Warmen und hatte allenfalls Ärger mit seiner liebestollen und hysterischen Angetrauten, die beinahe die Weltgeschichte verändert hätte. Über des Hühnerzüchters Motive lässt sich der Autor dagegen weniger aus. Man muss allerdings zu dem Schluss kommen, dass sie rein finanzieller Natur waren. Dafür spricht auch, dass er nach dem Krieg mit enormen Geldbeträgen ins Vergessen abtauchte, seinen Tod vortäuschte und genau zu dem Zeitpunkt wieder ins Leben zurückfand, als seine Kohle weg war.

Immerhin hat er uns dadurch seine geschönten Memoiren zurückgelassen und dafür gesorgt, dass der Nachwelt diese sonderbare Geschichte offenbart wurde. Nichts ist unglaubwürdiger als manche Wahrheit. Dafür ist dieses Buch ein wahres Lehrstück.

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