Arne Ulbricht Nicht von dieser Welt

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Inhaltsangabe zu „Nicht von dieser Welt“ von Arne Ulbricht

Heinz ist ein Single, der gern liest, Schach spielt und seinen Hund verwöhnt. Ein Mann, der weder Handy noch Fernseher besitzt, nicht auf Facebook ist und sich nicht für Fußball interessiert. Seinen Lebenstraum, junge Menschen als Lehrer für Sprache und Literatur zu begeistern, hat Heinz eigentlich längst begraben…
Doch plötzlich steht er in einem Klassenraum eines Gymnasiums der Generation Selfie und WhatsApp gegenüber. Dort sitzen Olaf und seine Freunde, die die Schüler gegen Heinz aufwiegeln und vor keiner Eskalation zurückschrecken. Aber da sind auch sein skurriler Kollege Sker und vor allem zwei Schüler, die seinen Schutz brauchen. Vor einer Klassenfahrt hofft Heinz auf einen Neuanfang. Doch es kommt anders und Heinz entschließt sich, den Schülern in diesem Psychokrieg eine grausame Lektion zu erteilen.
Arne Ulbricht, "der Mann, der kein Beamter sein will" (Rheinische Post), hat mit Nicht von dieser Welt das eindringliche Psychogramm eines Lehrers geschrieben, der aus seinem Scheitern verhängnisvolle Konsequenzen zieht.

Eine beklemmende und eindringliche Charakterstudie eines Lehrers.

— Jashrin

Fesselndes, unbequemes und durchaus realistisches Buch über einen Lehrer im Abseits.

— lex-books

Erschütterndes und nachdenklich machendes Lehrerdrama! Absolut lesenswert!

— Seehase1977

Ein Lehrer am Rande der Belastbarkeit. Heftig und lesenswert!

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Zerstörende Psyche eines Lehrers

    Nicht von dieser Welt

    trollchen

    25. March 2017 um 15:44

    Nicht von dieser WeltHerausgeber ist KLAK Verlag; Auflage: 1 (26. Februar 2016) und hat 290 Seiten.Kurzinhalt: Heinz ist ein Single, der gern liest, Schach spielt und seinen Hund verwöhnt. Ein Mann, der weder Handy noch Fernseher besitzt, nicht auf Facebook ist und sich nicht für Fußball interessiert. Seinen Lebenstraum, junge Menschen als Lehrer für Sprache und Literatur zu begeistern, hat Heinz eigentlich längst begraben…Doch plötzlich steht er in einem Klassenraum eines Gymnasiums der Generation Selfie und WhatsApp gegenüber. Dort sitzen Olaf und seine Freunde, die die Schüler gegen Heinz aufwiegeln und vor keiner Eskalation zurückschrecken. Aber da sind auch sein skurriler Kollege Sker und vor allem zwei Schüler, die seinen Schutz brauchen. Vor einer Klassenfahrt hofft Heinz auf einen Neuanfang. Doch es kommt anders und Heinz entschließt sich, den Schülern in diesem Psychokrieg eine grausame Lektion zu erteilen.Arne Ulbricht, "der Mann, der kein Beamter sein will" (Rheinische Post), hat mit Nicht von dieser Welt das eindringliche Psychogramm eines Lehrers geschrieben, der aus seinem Scheitern verhängnisvolle Konsequenzen zieht.Meine Meinung: Ich war am Ende sehr betroffen von dem Buch, denn wenn man sich überlegt, dass das eigentlich ein normaler Mann war, der Lehrer aus dem Grund geworden ist, dass er Kindern etwas beibringen wollte. Und am Ende bleibt davon nichts mehr übrig. Weil die Kinder seine ganze Lebenslust und Arbeit zunichte gemacht haben. Ich denke in der heutigen Zeit ist dieses Buch aktueller denn je, denn bei unserem Lehrermangel kann ich mir dieses Ausbrennen sehr deutlich vorstellen. Aber wiederum, in welchem job ist dies heute nicht der Fall. Was mich ein wenig gestört hat, waren die sehr langen Kapitel und manchmal diese nervigen ewigen Überlegungen von Heinz, die hätte man noch ein wenig kürzen können. Denn dies nimmt sehr viel von der Spannung weg. Ansonsten ist der Schreibstil sehr locker und leicht zu lesen. Mein Fazit: Ein sehr verstörendes Buch über die Psyche eines Lehrers, der auch kaum soziale Kontakte hat und auch kaum etwas mit den sozialen Medien zu tun hat. Dies alles wird zum Schluss ihm sehr deutlich und ein total überraschendes Ende, was mich sehr berührt hat. Ich vergebe 4 tolle Sterne.

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  • Nicht von dieser Welt

    Nicht von dieser Welt

    Wurm200

    15. July 2016 um 15:27

    Arne Ulbricht Nicht von dieser Welt KLAK Autor: Arne Ulbricht, geboren 1972 in Kiel, ist Lehrer und Autor. In seinen viel diskutierten Büchern Lehrer: Traumberuf oder Horrorjob? (2013) und Schule ohne Lehrer (2015) setzt er sich kritisch mit dem Schulbetrieb auseinander. Seine zahlreichen Kolumnen und Artikel sind im Sammelband Lehrer, ein unverschämt attraktiver Beruf (2015) erschienen, und sein Buch Lesen ist cool! (2016) ist ein leidenschaftliches Plädoyer für das Vor- und Selbstlesen. Nicht von dieser Welt ist Arne Ulbrichts erster veröffentlichter Roman. (Quelle: KLAK) Heinz Gödel lebt mit seinem Hund Franz, in einem Haus seiner Eltern und arbeitet eigentlich in einem Büro. Eines Tages klingelt sein Telefon und die Schulbehörde ruft an, um ihm einen Jahresvertrag anzubieten. Damit wird sein Traum wahr, endlich als Lehrer arbeiten zu dürfen, doch er macht sich auch Gedanken, da sein Referendariat schon eine Weile zurückliegt. Plötzlich findet sich Heinz vor einer Klasse wieder und wird vom Schulalltag schneller engeholt als Ihm lieb ist. Das Buch besteht aus 39 Kapiteln, die sich in 3 Teile aufteilen. Jedes Kapitel hat dabei eine eigene Überschrift, welche zum Beginn eines neuen Kapitels in dick gedruckt und zentriert am Anfang der Seite steht. Diese Kapitelüberschriften passen dabei sehr gut zum Inhalt des Kapitels. Einmal gibt es sogar ein sehr einfallsreiches Kapitel, denn die Überschrift des folgenden Kapitels gibt die Auflösung zum Cliffhanger des vorangegangenen Kapitels. Die Teile des Buches werden durch eine Seite getrennt, auf der einfach nur der folgende Teil gedruckt ist. Gleich im Prolog finden wir uns mitten in der Story wieder, können nur zu diesem Zeitpunkt noch nichts mit dem anfangen, was wir dort lesen. Damit schafft es der Autor jedoch, die Motivation zu schaffen, das Buch zu lesen. Im Laufe des Buches erfahren wir immer mehr über den Hauptcharakter selber und erleben dabei auch, die Wandlung von eben diesem mit. An einigen Stellen könen wir sogar mit dem Charaktermitfühlen, was aber auch daranliegt, dass die Story im Allgemeinen sehr alltagsbezogen ist. Die ganze Story kommt dabei zu einem sehr abrupten und vorhersehbaren Ende, was aber perfekt zu dem Buch passt. Wer also auf ein Happy End hofft, der wird hier nicht auf seine Kosten können. Cover: Das Cover ist größtenteils in dunklen Farben gehalten. Der Titel ist in Weiß aufgedruckt und bildet einen super Kontrast zum dunklen Hintergrund. Neben dem Titel sehen wir ebenfalls in Weiß eine schemenhafte Darstellung eines Mannes. Dieser hält einen Regenschirm in der Hand, weshalb wir vermuten können, dass das Wetter nicht sonderlich gut ist. Damit bildet das Cover den Inhalt perfekt ab, denn auch für den Hauptcharakter der Story ist nicht alles Sonnenschein was er erlebt. Fazit: Ein Buch, dass ein Thema behandelt das zumindest jeder Lehrer kennen wird. Dabei ist dieses Buch aber nicht nur für Lehrer gedacht, sondern ein Buch, das jeder lesen sollte. Mit 15 Euro gehört es sicherlich nicht zu den günstigsten Büchern, aber es ist definitiv sein Geld Wert. Von mir bekommt es 5/5/ Sterne. Klappentext: Heinz ist ein Single, der gern liest, Schach spielt und seinen Hund verwöhnt. Ein Mann, der weder Handy noch Fernseher besitzt, nicht auf Facebook ist und sich nicht für Fußball interessiert. Seinen Lebenstraum, junge Menschen als Lehrer für Sprache und Literatur zu begeistern, hat Heinz eigentlich längst begraben… Doch plötzlich steht er in einem Klassenraum eines Gymnasiums der Generation Selfie und WhatsApp gegenüber. Dort sitzen Olaf und seine Freunde, die die Schüler gegen Heinz aufwiegeln und vor keiner Eskalation zurückschrecken. Aber da sind auch sein skurriler Kollege Sker und vor allem zwei Schüler, die seinen Schutz brauchen. Vor einer Klassenfahrt hofft Heinz auf einen Neuanfang. Doch es kommt anders und Heinz entschließt sich, den Schülern in diesem Psychokrieg eine grausame Lektion zu erteilen. Arne Ulbricht, "der Mann, der kein Beamter sein will" (Rheinische Post), hat mit Nicht von dieser Welt das eindringliche Psychogramm eines Lehrers geschrieben, der aus seinem Scheitern verhängnisvolle Konsequenzen zieht. (Quelle: KLAK) Autor: Arne Ulbricht Titel: Nicht von dieser Welt Verlag: KLAK Genre: Roman Seiten: 290 Preis: 14,90 ISBN: 978-3-943767-58-2http://wurm200.blogspot.de/

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  • Nicht von dieser Welt

    Nicht von dieser Welt

    Thrillertante

    06. July 2016 um 09:32

    Heinz Traum ist es Lehrer zu sein. Eigentlich hatte sich das für ihn schon erledigt, allerdings scheint sein Traum wahr zu werden und Heinz beginnt an einer Schule zu unterrichten. Heinz ist ganz anders, als andere Lehrer. Er gibt nichts auf Fernseher, Handy und das damit verbundene WhatsApp oder gar Facebook. Vielmehr interessiert er sich für Literatur, allen voran Werken von Karl May. Heinz unterrichtet unter anderem in der 9a. Diese Klasse hat mit Olaf und seinen Freunden, Störer, Klassenclowns, wie es sie real in sehr vielen Klassen gibt.  Olaf ist ein Aufwiegler und er schafft es die Klasse gegen Heinz aufzubringen. Als es auf Klassenfahrt geht, an der Heinz als Begleitlehrer teilnehmen soll, hofft dieser auf einen Neuanfang. Allerdings kommt es ganz anders.... Schon lange hat mich kein Buch mehr so nachdenklich gemacht wie "Nicht von dieser Welt". Mit Heinz ist Arne Ulbricht ein Charakter gelungen, der mich sehr fasziniert hat, der mir aber gleichzeitig sehr leid getan hat und in den man sich sehr gut hineinversetzen kann. Heinz hat so gut wie keine Freunde. Sein einziger Verbündeter ist sein Hund Franz, den er abgöttisch liebt und für den er alles tun würde. Auch mit seiner Familie kommt Heinz nicht zurecht. Sein Vater hat es ihm nie verziehen, dass er "nur" Lehrer sein möchte und belächelt ihn mehr oder wenier. Er wird auch einfach mal so übersehen von seiner Familie. Wertschätzung erfährt er nicht, dabei ist er ein unheimlich lieber, verständnisvoller aber auch sehr zerbrechlicher Mensch, der es verdient hätte, dass man sich mit ihm intensiver auseinandersetzt und auch mal zwischen den Zeilen liest. Heinz ist eigentlich ein toller Lehrer. Noten sind ihm zuwider und er möchte die Jugendlichen viel mehr an Literatur heranführen, was ihm so gut wie gar nicht gelingt. Mobbing ist an Schulen ein großes Thema, das leider - meiner Meinung nach - von Lehrern und auch Eltern ( oft von mobbenden Schülern ) nicht so ernst genommen wird, wie es eigentlich sein sollte. Wenn man sich als Elternteil an einen Lehrer wendet, wird man oft mir Argumenten, dass das ja schließlich Kinder seien und diese das schon unter sich ausmachen würden, abgespeist und das Anliegen wird mehr oder weniger intensiv verfolgt und verläuft oft im Sande. Mobbing an Lehrer durch Schüler wird kaum thematisiert. Genau da legt der Autor den Finger in die Wunde. Arne Ulbricht nimmt den Leser an die Hand und zwingt ihn hinzuschauen. Die Geschichte um Heinz aus der Hand zu legen fällt schwer und doch musste ich ab und an einfach mal eine Zwangspause einlegen, weil mich das Thema einfach nicht losgelassen hat und mein Gehirn auf Hochtouren arbeitete. Der Roman tut weh und das ist auch ganz gut so! Eindringlich beschreibt er, dass für Schüler wie Lehrern, die anders sind und nicht so ganz ins Bild passen, die Schule zu einem Spießrutenlauf werden kann. Wenn dann noch dazukommt das ein Lehrer auch nur durch Kollegen gemobbt wird, kann man sich vielleicht vorstellen, wo so etwas hinführen kann. "Nicht von dieser Welt" hat mich nachdenklich und fassungslos zurückgelassen, denn das Ende war für mich ein Schock! Mit so einem Abschluss habe ich nicht gerechnet! Der Autor baut einen Schreckmoment ein, der den Leser nachdenklich, traurig und auf skurille Art und Weise auch ein Stück weit zufrieden zurück lässt. Dieses Ende war nach längerer Bedenkzeit für mich absolut perfekt! Chapeu, Arne Ulbricht! Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für einen Roman, der in meinen Augen  ein sehr wichtiges Thema behandelt und unbedingt gelesen werden sollte! Somit findet sich "Nicht von dieser Welt" auf meiner persönlichen Highlightliste wieder!

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  • Beklemmend und eindringlich

    Nicht von dieser Welt

    Jashrin

    04. July 2016 um 13:22

    Heinz Gödel hat seit seinem Referendariat nie wieder vor einer Klasse gestanden. Als sich plötzlich die Schulbehörde bei ihm meldet und fragt, ob er eine Stelle als Vertretungslehrer übernehmen würde, und ihm obendrein eine Festanstellung in Aussicht stellt, zögert Heinz nur kurz. Er gibt seinen Bürojob auf, um doch noch in seinem ursprünglichen Traumberuf zu arbeiten. Aber schon bald merkt er, dass besonders die 9a zu seinem persönlichen Albtraum wird. Auch dass die Kollegin Frau Huber sich immer wieder in seinen Unterricht einmischt, belastet ihn zusehends mehr. Gefangen zwischen seiner sich Angst vor dem Unterrichten und seiner Weigerung, sich sein Scheitern einzugestehen und die richtigen Konsequenzen daraus zu ziehen, spitzt sich seine Lage immer weiter zu und droht nicht nur ihn selbst in den Abgrund zu reißen. Arne Ulbricht hat seinen Roman durchweg aus der Sicht des Protagonisten geschrieben, so dass der Leser immer wieder in die Gedankenwelt von Heinz Gödel eintauchen kann. Auf die anfängliche Begeisterung doch noch als Lehrer arbeiten können, folgt bald die Ernüchterung. Die Schüler haben vielfach ihren eigenen Kopf, folgen mit ihren Handys lieber anderen Dingen als dem Unterricht und gerade in der 9a wird Heinz Gödel zunehmend immer offener provoziert. Jeder – Eltern, Schüler, Kollegen – hat Erwartungen an ihn, es gibt Druck und er findet keinen Weg damit umzugehen. Doch statt sich an jemanden aus dem Kollegium oder eine Vertrauensperson zu wenden, ignoriert er sein Scheitern und versucht mit Hilfe von Medikamenten die Unterrichtsstunden durchzustehen. Da er immer schon ein Außenseiter war, ist auch sein Bekanntenkreis sehr überschaubar, seine Beziehung zu Jenny eher fragwürdig und das Verhältnis zu seiner Familie kann man bestenfalls mit schwierig umschreiben. So verliert Heinz Gödel sich immer häufiger in gewaltsamen Szenen aus seinen geliebten Romanen und entwickelt befremdliche und bedrohlich wirkende Rituale, um sich zu Hause abzureagieren. Bereits der Prolog gibt dem Leser eine erschreckende Vorahnung auf das weitere Geschehen. Dennoch ist das Ende überraschend und zumindest für mich völlig unvorhersehbar. Es ist vor allem dadurch so bestürzend und furchtbar, als dass es für Heinz Gödel tatsächlich Sinn ergibt und er daher kaum anders handeln konnte. Die Entwicklungen in diesem Buch sind tragisch und mehr als einmal habe ich gedacht: Hätte er doch nie den Fehler gemacht die Stelle anzunehmen! Doch mit der Zusage nahm das Unglück seinen Lauf. Heinz Gödel war zu keiner Zeit ein sympathischer Charakter. Ich habe ihn mit Mitleid und Abscheu betrachtet. Trotzdem konnte ich mich mit ihm freuen, dass zumindest sein Kollege Sker ein Lichtblick für ihn war. Heinz Gödel erscheint vielfach wirklich nicht von dieser Welt und auch nicht aus unserer Zeit. Vielleicht wäre er in einer Zeit vor Smartphone, Internet und Social Media, als ein Lehrer noch automatisch stets eine Respektperson war, ein guter Pädagoge geworden, doch in unserer Gegenwart war es für ihn von Beginn an fast unmöglich. Mein Fazit: Arne Ulbricht hat eine eindringliche Charakterstudie eines Lehrers gezeichnet, der mehr und mehr an sich selbst, den Schülern, dem System und der Gesellschaft zerbricht und auf den Abgrund zusteuert, bis es zu spät ist, noch die Reißleine zu ziehen. „Nicht von dieser Welt“ ist kein schönes Buch, aber sehr lesenswert. Es ist eine beklemmende Geschichte, die mich gefesselt und nicht so schnell wieder losgelassen hat. Auch wenn das Buch einen Extremfall schildert, so ist es für mich keineswegs unrealistisch, was das Ganze umso erschreckender macht. Eine klare Leseempfehlung.

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  • Vom Scheitern eines Lehrers - Arne Ulbricht verbindet Spannungsroman mit Tragödie

    Nicht von dieser Welt

    lex-books

    28. June 2016 um 10:10

    Heinz Gödel begeht den Fehler seines Lebens, als er mit Mitte 30 entscheidet in seinen eigentlichen Beruf als Lehrer zurückzukehren. Der sanfte, übergewichtige Heinz führt bis dahin ein bescheidenes, zurückgezogenes Leben mit seinem Hund Franz sowie seiner Liebe zu Büchern und dem Schachspiel. Mit der schönen Vorstellung, irgendwann eine sichere Festanstellung zu bekommen und junge Menschen für Literatur begeistern zu können übernimmt er nun die 9a. Zwei Ziffern, die Heinz schon bald in Angst und Schrecken versetzen. Denn das Aufeinandertreffen von Profilierungssucht, Minderwertigkeitskomplexen, Ausgrenzung, Schulfrust und schlichter pubertärer Rebellion macht die Klasse zu einem brodelnden Vulkan, der schon lange vor dem Ausbruch steht.  Für Heinz Gödel ist der Start in der Klasse daher von entscheidender Bedeutung – es gilt die Rädelsführer Olaf, Axel und Jörg unter Kontrolle zu halten und eine Brücke zu den Außenseitern Maleen und Patrick zu schlagen. Und eigentlich hätte dies sogar gelingen können, hätte Heinz einfach nur nett sein dürfen.    Doch in seinem Wunsch es allen Recht zu machen, lässt sich Heinz von Vorgesetzen seinen Unterricht diktieren. Auf Rückgratlosigkeit steht in der Klassengemeinschaft jedoch die Höchststrafe: Offene Meuterei! Und so beginnt recht zügig die Demontage der Person Heinz Gödel. Bald sitzt er zwischen allen Stühlen. Er muss dem Druck der Schüler, der Schulleitung und dem der unzufriedenen Eltern standhalten.  Arne Ulbricht – selbst Lehrer - hat für sein Romandebüt „Nicht von dieser Welt“ Themen gewählt, die grundsätzlich zum Alltag in seinem Beruf gehören - Social Media, Mobbing, Notendruck, den Umgang mit schwierigen Schülern und Kollegen. Anschließend hat er diese Themen auf eine fiktive Figur losgelassen, die äußerem Druck in keiner Weise gewachsen ist. Dabei herausgekommen ist ein Buch, das alles andere als Spaß macht, jedoch mit seiner klaren Sprache und der frühen Ansage einer Katastrophe einen perfiden Sog entwickelt. Denn Heinz tut genau eines nicht: das Richtige. Er zieht keine Konsequenzen aus seinem Scheitern. Er vertraut sich niemandem an, er frisst alle Nöte in sich hinein – einzig den festen Vertrag vor Augen und die Angst, als Verlierer abgestempelt zu werden. Heinz ist keine Figur, die es mir persönlich leicht machte, die mich im Gegenteil immer ein bisschen auf Abstand hielt. Ich war hin- und hergerissen zwischen Mitleid und Abneigung. Die Passivität, mit der Heinz die meisten Tage entgegennimmt, machte mich schier wahnsinnig. Er ist froh, wenn die Schüler nett sind und steht kurz vor dem Zusammenbruch an schlechten Tagen. Stärke, die Dinge selbst zu gestalten und zu lenken, entwickelt er allenfalls punktuell.  Das Buch kündigt die Behandlung von Themen wie Selfie und Whatsapp an, die aber – das sollte man wissen – hier eher unterschwellig behandelt werden. Ulbricht lässt seinen Protagonisten aus der Ich-Perspektive berichten und da Heinz keinerlei Bezug zu social media hat, hat er auch keine Ahnung, welche Dinge über ihn im Netz kursieren und der Leser eben auch nicht.  Facebook & co schienen mir auch nur ein kleiner Teil des Problems zu sein; sie wirkten vor allem als Beschleuniger in der Abwärtsspirale der Hauptfigur, in der Leidensdruck auf die Unfähigkeit sich abzugrenzen und loszulassen trifft. Heinz hat kein Ventil. Und so nimmt die leidende Seele den nicht sehr robusten Körper mit auf einen Horrortrip. Heinz entwickelt Panikattacken und lässt sich Schlaf- und Beruhigungstabletten verschreiben. Unter dem Einfluss von Schlafstörungen und Medikamenten steigert er sich in Allmachtsphantasien hinein und beginnt Gefallen an Gewaltdarstellungen zu finden.  Dass es kein Happy End gibt, ist mit einem Blick auf den  Klappentext schnell klar. Angekündigt wird ein Buch über einen Lehrer, „(…)der aus seinem Scheitern verhängnisvolle Konsequenzen zieht.“ Wer glaubt, recht früh das Ende vorausahnen zu können, der wird von dem Autor jedoch noch einmal überrascht. Die Geschichte endet auf eine verstörende Weise, die auch jetzt noch, Tage nach der Lektüre bei mir nachhallt.  Ich habe mich gefragt, ob ich die Geschichte letztlich überzogen fand, muss aber sagen: Nein, das tue ich nicht! Denn ich musste beim Lesen immer wieder zurückdenken an meine eigene Schulzeit. Damals gab es einen Lehrer, der manchmal weinend im Treppenhaus gesessen hat. Ich habe viel vergessen, diesen Lehrer aber nie. Und es gab auch die anderen: die Olafs und Axels, die Mitläufer, die Zicken und die Außenseiter. Arne Ulbrichts Worten zufolge zeichnet es einen guten Lehrer aus, wenn er vor einer Klasse besteht - wer es nicht schafft, einen Draht zu den jungen Menschen zu finden und sich Respekt erarbeitet, der hat in diesem Beruf verloren und mit ihm die Schüler. Das ist es, was „Nicht von dieser Welt“ auf drastische Weise anmahnt! Fazit: Arne Ulbricht bricht Tabus und zeichnet das worst-case-Szenario eines überforderten Lehrers! Obgleich Hauptfigur Heinz mir fremd blieb, ein wirklich spannendes Buch und eine großartige Idee! Ein Roman nicht nur für Lehrer, in dem sich Lehrer aber durchaus wiederfinden können...

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  • Nicht von dieser Welt

    Nicht von dieser Welt

    Seehase1977

    25. June 2016 um 18:21

    Zum Inhalt:Heinz Gödel ist das, was man in unserer Gesellschaft wohl Außenseiter nennt. Er besitzt weder Fernseher noch Smartphone und soziale Medien sind ihm fremd. Er liest viel, mit Vorliebe Karl May und spielt gerne Schach. Er hat keine Partnerin, nur zu einer jungen Frau namens Jenny verbindet ihn eine intensive Freundschaft. Sein Hund Franz ist sein Ein und Alles, ihn überhäuft er mit einer schier unnatürlichen Liebe. Sein Lebenstraum Lehrer zu sein und junge Menschen für die englische Sprache und Literatur zu begeistern, hat er schon aufgeben, als er am örtlichen Gymnasium ein Angebot bekommt. Er ist motiviert und überglücklich, aber auch furchtbar aufgeregt und unsicher. Schon bald weht Heinz ein heftiger Gegenwind seitens der Schüler um die Ohren, der Rektor sowie die Kollegen manipulieren seine Arbeit in der Problemklasse. Ein wahrer Psychokrieg beginnt, der Gödel an den Folgen zerbrechen lässt. Ein Gedanke reift in seinem Kopf heran, nämlich Rache zu nehmen und allen eine grausame Lektion zu erteilen…„Nicht von dieser Welt“ von Arne Ulbricht ist ein Buch, das einem den Atem raubt, einen fesselt und bewirkt, dass man nicht aufhören will es zu lesen. Mit Heinz Gödel hat der Autor einen Antihelden erschaffen, den ich im Laufe des Buches immer mal wieder hätte schütteln mögen. Seine naive Art und das nicht zur Wehr setzen haben mir oft den letzten Nerv geraubt. Wie kann ein Mensch das ertragen? Von der Gesellschaft sowieso schon als Außenseiter abgestempelt, verstaubt, wie die Bücher von Dickens und Karl May, die seine bevorzugte Lektüre darstellen. Heinz will allen irgendwie gefallen und fällt damit doch gehörig auf die Nase. Auch von seinen Lehrerkollegen erfährt Heinz keinen Rückhalt, auch der Kunstlehrer Sker, mit dem ihn so etwas wie Freundschaft verbindet schaut, vermutlich aus Angst und vor allem Resignation zu, wie Heinz Gödel ins Verderben rennt, an seine psychischen Grenzen stößt. Auch Gödels Familie bietet ihm nicht den Rückhalt, den er so dringend braucht, nein es schlägt ihm vor allem seitens seines Vaters regelrecht Verachtung entgegen. In seinen Augen ist sein Sohn niemand, worauf man stolz sein kann. Heinz Gödel, ein Mann dem bis auf die Zuneigung seines Tieres keine Liebe widerfährt, zerbricht an den Folgen eines Psychokrieges, den er nur dadurch beenden kann, in dem er die Schwachen „beschützt“. „Nicht von dieser Welt“ hat mich tief erschüttert und sehr nachdenklich zurückgelassen. Keine leichte Kost aber absolut lesenswert!

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  • Die zerbrochene Welt eines Lehrers

    Nicht von dieser Welt

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. June 2016 um 10:43

    Heinz Gödel kann seinen Traum wahr machen: nach einem Umweg kann er doch noch Lehrer werden. Er freut sich sehr auf seinen ersten Tag. Dieser gerät dann schnell zu einem Fiasko: seine Kollegen stecken wie die Schüler tief in der Online-Welt, seine Mentorin ist eine herrschsüchtige Ziege und die Klasse 9a, die er in Deutsch unterrichten soll, entpuppt sich als rebellischer Haufen. Wie kann der Mittdreißiger, der Literatur liebt und diese Liebe einfach nur weitergeben will, damit fertig werden? „Nicht von dieser Welt“ ist der erste Roman von Arne Ulbricht und lässt mich nachdenklich und geschockt zurück. Der Autor beschreibt den vermeintlich ganz normalen Schulwahnsinn aus der Sicht eines motivierten und zugleich andersartigen Lehrers, der am Verhalten seiner Schüler zu zerbrechen droht. Die Geschichte wird dabei von Heinz Gödel selbst erzählt. Der Mittdreißiger lebt ein unauffälliges und ruhiges Leben mit seinem Cockerspaniel Franz und liebt Literatur über alles. Umso erfreuter ist es, als er endlich die Chance bekommt, Jugendlichen diese Liebe näher zu bringen. Doch schon in den ersten Tagen an der Schule zeigt sich, dass nicht viel von seinen Vorstellungen der Realität entspricht. Gödel will es zunächst nicht wahr haben, strengt sich an, schmiedet Pläne und scheitert grandios. Sein Weg gleicht immer mehr einer Abwärtsspirale und als Leser ist man hautnah dabei, scheitert mit ihm, zweifelt mit ihm und kann mehr als verstehen, woher der Hass kommt, den Heinz entwickelt. Arne Ulbricht zieht seine Leser von Seite 1 an in die Gedankenwelt seines Lehrers. Wirklich warm geworden bin ich mit ihm nicht, dazu war mir Gödel in vielen Situationen zu altmodisch und antiquiert. Dennoch konnte ich seine Gedankengänge, seine Grübeleien und auch seine Taten nachvollziehen und verstehen. Der Autor erschafft eine Figur, die man nicht lieben muss, die man aber begleiten und beschützen will. Denn neben der Schule hat Heinz Gödel noch so manchen privaten Krieg auszufechten. Und ein Gefecht war für mich so schwer, dass mir die Tränen liefen. Insgesamt wirkt Heinz Gödel trotz seiner teilweise verstaubten Ansichten auf mich realitätsnah und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es vielen Lehrern wie ihm geht. Die Leidenschaft, die in dem Deutschlehrer brennt, wird bald ersetzt durch Resignation und gerade dieser langsame Zerfall hat mir stellenweise das Herz gebrochen. Die Story selbst ist alltäglich, aber nicht langweilig. Der Schulalltag bietet genug Ecken und Kanten und auch privat hat der Lehrer genug Reibereien, so dass der Roman nie an Spannung verlor, obwohl er doch einfach nur einen Einblick in das normale Leben eines Mannes gibt, der so viel vor hatte und so wenig verwirklichen konnte. Was mich positiv überrascht hat, war die erzählerische Dichte, die Arne Ulbricht erschaffen hat. Er lässt seine Leser genau spüren, wie es Heinz Gödel geht, was er durchmacht und so war ich beim Lesen gefangen in einer Welt aus missgünstigen Schülern, schrecklichen Eltern und den kurzen Lichtblicken mit Franz. Grandios! Der Stil des Autors ist gut zu lesen. Seine Erzählweise ist nicht einfach, dafür aber gespickt mit literarischen Details. Was mir aufgefallen ist: trotz der Intelligenz, die Gödel zu besitzen scheint, wirken seine Erzählungen ab und an behäbig und unbeholfen. Hier merkte ich genau, wie schwer es dem Mittdreißiger ab und an fallen muss, in der normalen Welt klar zu kommen. Fazit: ein wichtiges, ein eindringliches Buch. Lesen!

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  • Im Abseits

    Nicht von dieser Welt

    buchwanderer

    09. June 2016 um 14:55

    „Immer häufiger, inzwischen mehrmals täglich, habe ich allerdings das Gefühl, irgendwo eine Stimme zu hören, die mir erklärt, dass ich mich im Jahrhundert geirrt habe und dass Menschen, die denken und sind wie ich, nicht mehr gebraucht werden.“ (S.196) Zum Inhalt: Heinz Gödel, eigentlich ausgebildeter Pädagoge – lies Lehrer -, steht mit 36 vor der Entscheidung seinen derzeitigen Brotberuf in der Wirtschaft gegen eine Karrenzstelle an einer Schule zu tauschen. Diese Möglichkeit, seiner erlernten Profession nachzugehen, hatte er bereits resigniert ad acta gelegt. Nachdem er das Angebot mit gemischten Gefühlen annimmt, steht er vor der Herausforderung u.a. eine 9a zu unterrichten, in der die Generation Facebook auf ein Relikt einer anderen Zeit trifft: ihn. Gödel lebt alleine mit seinem Hund, der sein Anker in dieser physischen Welt zu sein scheint, sozial größtenteils isoliert von seiner bürgerlichen Vorzeigeverwandschaft und abseits der aktuellen Technik, wie Fernsehen, Smartphones, Internet oder gar sozialen Netzwerken. („… von ihrem Sohn einem dicken, unsportlichen Menschen, der sich den Errungenschaften des 21. Jahrhunderts komplett und bei vollem Bewußtsein verweigert, denkt niemand etwas Gutes.“ (S.250)). Er war „nicht Lehrer geworden, um gegen eine Klasse zu kämpfen.“ (S.101), aber das „Leben“ mit der 9a wird gestaltet sich zu einem existenziellen Spießrutenlauf. Von den LehrerInnen-Kollegen kommt bis auf eine Ausnahme (Sker) nicht nur keine Hilfestellung, sondern auch kein Funken Rückhalt, so dass er sich an seinem neuen Arbeitsplatz reichlich deplaziert fühlt („Ich fühle mich, als wäre ich ein Austauschschüler, der am Tisch sitzen muss, aber weder Sprache noch Sitte wirklich versteht.“ (S.146)). Vor diesem Hintergrund, auf einer Bühne voller Versatzstücke persönlichen Scheiterns, gefühltem und realem im Stich-gelassen- oder Verlassen-Werdens und dem der zunehmenden Überzeugung hier bzw. jetzt nicht her zu gehören, bahnt sich in der getretenen Seele Gödels eine zerstörerische Entwicklung ihren Weg, in der die minutiös konstruierte Rückzugswelt in katastrophaler Endgültigkeit auf das reale Hier und Jetzt prallt. Fazit: In seinem Debütroman „Nicht von dieser Welt“ setzt sich Arne Ulbricht einmal mehr mit der Profession des Lehrers auseinander, wie er dies bereits in anderen Publikationen (z.B. „Lehrer: Traumberuf oder Horrorjob“, sowie als Kolumnist tut. Ulbrechts Text gewinnt durch die Ich-Perspektive seines Hauptprotagonisten eine vereinnahmende Intensität, deren schicksalshafte Entwicklung erahnbar, jedoch in ihrer letzten Konsequenz nicht vorhersehbar ist. Im Klappentext fasst ein Satz pointiert zusammen, was es mit den erzählerischen Stationen, den Streiflichtern im Leben Heinz Gödels auf sich hat: Es ist „ein eindringliches Psychogramm eines Lehrers…, der aus seinem Scheitern verhängnisvolle Konsequenzen zieht.“ Und auch wenn für im Hier-und-Jetzt mit all seinen digitalen Untiefen, unterhaltungstechnischen Fährnissen und Social-Network-Klippen verankerten „Normalbürger“ viele Aktionen Heinz Gödels für sich selbst nicht in Frage kämen, so sind Entwicklung und (Re-)Aktionen dieses Charakters in sich und seiner Welt beängstigend schlüssig. Nicht zuletzt, weil annähernd jeder, der das bestehende Schulsystem „genossen“ hat (vor oder hinter dem nicht nur sinnbildlichen Pult), einen frappierend ähnlich gestrickten Gödel in der ein oder anderen Ausprägung kannte resp. kennt. Auffallend angenehm empfand ich bei der Lektüre die durchgehend wertfreie Schilderung Gödels und seines fortschreitenden Verblassens in der realen Welt. Arne Ulbrecht scheut sich nicht davor ansonsten oft im dunkle belassene Ecken (eine davon ist das Lehrerzimmer) minutiös auszuleuchten, Macht- und Psychospielchen und gruppendynamische Katakomben ans Licht zu befördern, ohne dabei in ein plattes Spannertum abzudriften. Es geht dabei um so sensible Themen wie Empathie, Zivilcourage, Cybermobbing – zur Abwechslung ist hier einmal nicht der Focus auf die Schüler-Schüler-Beziehung gelegt – oder auch um soziale Integration, Resilienz und nicht zuletzt um die Interpretation des pädagogischen Auftrags in dem Spannungsfeld zwischen idealisiertem Bildungsziel, dem Anspruch an das viel beschworene – jedoch selten akkordierte – Niveau, der Sinnhaftigkeit einer sozialen Tätigkeit wie des Lehrens und des Erfüllens extrinsischer Ansprüche. Keine leichte Lesekost, denn als solche würde sie dem Thema nicht gerecht. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Text in so manchem Lehrerkollegium einen regen und durchaus nicht unproduktiven Diskurs auslösen könnte, der dringendst von Nöten ist. Zum Buch: Neben der festen Verleimung, dem angenehm leserlich gesetzten Text und den für ein Paperback erstaunlich soliden Buchdeckeln fällt v.a. die stimmige bildnerische Umschlaggestaltung  ins Auge für die Gudrun Hommers firmiert. Ein weiteres kleines aber nicht unwesentliches Plus stellen die Einschlagklappen dar, auf denen das Kurzporträt des Autors, sowie eine Zusammenfassung des Buchinhalts Platz finden.

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