Arno Camenisch Die Kur

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Inhaltsangabe zu „Die Kur“ von Arno Camenisch

Ein Mann und eine Frau, im Herbst ihres Lebens, verschlägt es in ein nobles Fünf-Stern-Hotel ins schöne Engadin. Während sie ihre Sehnsüchte in diesen paar Tagen und Nächten wieder aufleben spürt und aufblüht, fühlt er sich wie auf seinem letzten Gang. Zum Glück hat er seinen Plastiksack dabei, der auf alle Lebenslagen eine Antwort enthält. In 47 Bildern begleiten wir die beiden und werden Zeugen ihrer Lebensbilanz – wo kommen wir her, was wollten wir werden, und wo gehen wir hin? Die Liebe, das Leben und der Tod stellen ihnen die zeitlosen Fragen, auf die sie ihre eigenen Antworten haben, bevor es endgültig dunkel wird. Arno Camenisch zeigt sich in seinem Roman als Meister ebenso skurriler wie menschlich vertrauter Geschichten, die auf das absolut existentielle Minimum reduziert sind.

Camenischs Roman ist eine echte Entdeckung!

— MarinaB
MarinaB

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  • Großer Roman aus kleinem Verlag!

    Die Kur
    MarinaB

    MarinaB

    14. October 2015 um 15:35

    Camenischs kleiner Roman ist eine echte Entdeckung! Wie ein Theaterstück inszeniert er seine Geschichte und schickt zwei großartige Protagonisten auf die Bühne.... Ein älteres langjähriges Ehepaar gewinnt in einer Tombola einen Aufenthalt in einem Grandhotel in den Schweizer Alpen. Sie freut sich, kann sich für alles begeistern, ist glücklich, endlich mal raus zu kommen, er hat an allem etwas auszusetzen und wünscht sich eigentlich bloß nach Hause. Sie hat ihr "Glitzerkleid" dabei und freut sich auf die Gesellschaftsabende, er sitzt lieber in der Bibliothek und schneidet Todesanzeigen aus den Lokalzeitungen aus. Zum Glück hat er seinen "Plastiksack" immer dabei, in dem sich ein unerschöpflicher Vorrat an notwendigen Dingen für alle Lebenslagen befindet.. "Beim Wegweiser vor dem Hotel - Am Ende fügt sich alles, sagt er und lehnt gegen den Pfosten vom Wegweiser, das ist meine letzte Reise, bevor wir zum großen Schlaf ansetzen, er hält sich die Stirn. und im nächsten Leben schauen wir dann, er nimmt die Dächlikappe vom Kopf und streicht sich durch die Haare. Jetzt gehts erst richtig los, sagt sie, jetzt sind wir pensioniert, das ist der Anfang. Ich habe mir eine Liste gemacht mit den Sachen, die ich machen will. Jaja, sagt er, das Ende vom Anfang, die Versprechen der Nacht sind die Messer am Morgen, dann gehen wir halt wandern..." Seine ewigen Nörgeleien werden immer wieder von ihren naiv klugen Entgegnungen abgefedert und bilden ein letztlich perfektes Zusammenspiel. Für mich zeigt sich sogar darin ihre Liebe. Am Ende der Reise begeben sich die beiden auf eine Wanderung ins Gebirge, werden von einem Unwetter im Wald überrascht - eine Szene, wie sie sie ganz am Anfang ihrer Beziehung schon einmal erlebten - und so schließt sich der Kreis.. "Wer heiratet denn an einem Mittwoch, sagt er, da kann man auch gleich an einem Montag heiraten. Mut bereut man nicht, sagt sie und hängt den Arm bei ihm ein. Aber was der Mut anrichtet, sagt er, das schon. Da fahren sie den Hügel hoch, steigen aus und heiraten, fahren wieder runter, lassen sich scheiden, und fahren mit der nächsten Kutsche wieder hoch. Wer weiß, wie oft die bereits in der Kutsche vorgefahren sind, das wollen wir gar nicht wissen. So fahren sie halt das ganze Leben im Kreis. Das hat auch seinen Reiz, sagt sie. Die armen Pferde, sagt er und isst eine Waffel." Die Geschichte besteht beinah vollständig aus den Dialogen der beiden. Ein köstliches Ping-Pong-Spiel. Jede Episode beginnt mit "Auf dem Zimmer" oder "In der Hotelbar" oder "Beim Brunnen neben dem Kreuz" etc., so dass man sich die Kulisse dieser Tragikomödie bildreich vorstellt. Camenisch schafft es dabei in ganz kurzer Zeit einen exakten Einblick in das Leben der Eheleute zu schaffen und dabei tiefe Lebensthemen anzusprechen. Die ständige Unzufriedenheit des Ehemanns und die unbedarfte Freude und Lebenslust der Ehefrau sind beide zutiefst berührend und menschlich.Es ist ein skurriles Buch, ein absurdes Kammerstück, das ich mit wachsender Begeisterung las. Es hat mich zum Lachen gebracht, um im nächsten Moment sogleich still und nachdenklich zu werden. Ich empfehle es uneingeschränkt!

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