Arno Frank So, und jetzt kommst du

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Inhaltsangabe zu „So, und jetzt kommst du“ von Arno Frank

Aufregend, wenn die Eltern auf der Flucht vor der Polizei ihre Kinder mitschleppen. Aber für die drei Geschwister verwandelt sich das Abenteuer bald in einen Albtraum. Ihre Odyssee führt sie quer durch Europa. Ein Roman wie ein Roadmovie. Eine ebenso tragische wie komische Familiengeschichte. Vater, Mutter und drei Kinder in der pfälzischen Provinz der Achtzigerjahre. Der Autoverkäufer Jürgen und seine Frau Jutta sind verschuldet, aber glücklich. Als auf einmal das »große Geld« da ist, wandert die Familie fluchtartig nach Südfrankreich aus. Dort leben vor allem die drei Geschwister wie im Paradies, doch die Eltern benehmen sich immer seltsamer – bis ein Zufall enthüllt, dass der Vater ein Hochstapler ist. Er hat das Geld unterschlagen und bereits aufgebraucht, als sich die Schlinge enger zieht. Im letzten Moment flieht die Familie vor dem Zugriff der Behörden und die Jagd durch Europa geht weiter. Es ist ein freier Fall auf Kosten der Kinder, bis es unweigerlich zum Aufprall kommt …

Ein Vater wittert immer und überall das große Geschäft, macht Schulden ohne Ende und zieht seine Familie ins Verderben.

— pandora84
pandora84

Fantastisches Buch über eine furchtbare Kindheit. Unbedingte Leseempfehlung.

— Himmelfarb
Himmelfarb

Nicht mein Schreibstil ansonsten gute Geschichte

— digra
digra

Es lesenswertes Buch über das Leben einer Familie auf der Flucht und wie hilflos und vertrauensvoll Kinder den Eltern ausgesetzt sind.

— Caroas
Caroas

Autobiografischer Roman - definitiv eines der Highlights des ersten Quartals 2017!

— RobinBook
RobinBook

Eine tragisch-komische Abrechnung mit der eigenen Kindheit ... absolut lesenswert!

— Paperfox
Paperfox

Ungewöhnliche Geschichte einer ungewöhnlichen Familie

— brauneye29
brauneye29

Herrlich skurrile und trotzdem berührende Familiengeschichte

— ulrikerabe
ulrikerabe

Spannende, wahre Geschichte

— bookfox2
bookfox2

Eine ebenso tragische wie schräge Familiengeschichte, trotzdem humorvoll erzählt.

— Barbara62
Barbara62

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    So, und jetzt kommst du
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    12. May 2017 um 14:58

    Das Unheil kommt auf leisen Sohlen. Anfangs lesen sich die Erinnerungen des Erzählers noch eher heiter. Ja, sicher, der Vater ist ein „Lebemann“, wohl auch ein wenig verantwortungslos, sehr egozentrisch.„Keiner, der´s hier oben hat“, und dazu tippt er sich an die Schläfe,“ muss schuften. Schuften müssen nur die Idioten.“ lautet eine seiner Lebensweisheiten, die er seiner Familie, vornehmlich seinem Sohn gegenüber gerne selbstgefällig preisgibt, meist mit dem Schlusssatz „So, und jetzt kommst du.“ Dabei ist er an der Meinung seines Sprösslings so wenig interessiert wie an der der Mutter. Er allein ist der Mittelpunkt seiner Welt. Aber zu Beginn scheint sein Lebensmodell zu laufen. Zunächst Verkäufer in einem Autohaus, Gebrauchtwagenhändler, dann mit allerlei Waren jonglierend, jede davon der sichere zukünftige „Renner“, bietet er seiner Familie zunächst doch ein Leben in einigem Wohlstand. Einen gewissen Charme kann man ihm unmöglich absprechen. Und ganz am Ende, alles schon lange den Bach hinunter gegangen ist, wird die Mutter auf dem Sterbebett zu ihrem Sohn sagen:„Immerhin war es nicht langweilig.“Es sind diese anfänglich geschilderten Jahre, die dem Erzähler auch im Verlauf der Geschichte einigen Halt geben werden, die als einmal geschaffenes Bild von „Familie“ auch deren komplette Zerstörung noch lange Zeit überdauern wird. Einiges an Nostalgie wird da zu Beginn heraufbeschworen, Kaba und Seborin Haarwasser, Krieg der Sterne und Sony Walkman. Leser, die auch in dieser Zeit groß wurden, packt da ein gewisses heimeliges Gefühl. Liebe scheint es in der Familie reichlich zu geben, zwischen den Eltern, aber auch zu den drei Kindern, ja selbst die Hunde sind Teil dieser unverbrüchlich erscheinenden Gemeinschaft. In der Erinnerung ist die Mutter für den Erzähler „die summende Frau“, der Vater der Beschützer und Held. Eine kleine Siebziger Jahre Idylle. Und doch braut sich da was zusammen. Man weiß es nicht nur aus dem Klappentext, sondern spürt es sehr deutlich, wenn auch auf den erwähnten leisen Sohlen, herannahen. Der Erzähler schildert aber weiter aus seiner kindlich unbedarften Perspektive, die aber nie verniedlicht oder künstlich wirkt, sondern sehr authentisch. „Mein Vater ist eine geologische Gegebenheit. Unhinterfragbar da, wie die Kordilleren oder die Pyrenäen.“Gerade diese Unhinterfragbarkeit der Eltern, der unbeirrbare Glaube an sie und die Richtigkeit ihrer Entscheidungen, ist Kindern, zumindest bis zu einem gewissen Alter, zu eigen. Das schildert der Autor sehr eindrücklich und gerade das lässt beim Leser zunehmend Beklemmung aufkommen. Denn diesem wird die Lebenslüge dieser Familie weitaus früher bewusst als dem Erzähler. Die reichlich windigen Geschäfte laufen irgendwann nicht mehr so gut, der Vater verspekuliert sich, häuft eine Menge Schulden an. Als er seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, wird das Haus gepfändet. Die Mutter springt als Tupperware Vertreterin für das Familieneinkommen ein. Dabei wird immer deutlicher, dass sie, genau wie der Vater in seiner Großmannssucht, gar nicht die nötige Reife besitzt, um Verantwortung für eine Familie zu tragen. Immer häufiger zieht sie sich mit dem Daumen im Mund auf Bett oder Sofa zurück. Der Vater sitzt vor dem Fernseher oder liest den „Spiegel“. Aber er ist nicht nur ein leichtfertiger Hochstapler, er entwickelt sich mehr und mehr zum Betrüger. „Es steht jeden Tag ein Dummer auf“ ist sein Motto. Es gilt, ihn nur zu finden. Irgendwann veruntreut er eine hohe Summe, von 300000 DM ist die Rede. Unbemerkt kann das nicht bleiben. Als die Polizei ihnen auf der Spur ist, packt die Familie ihre Siebensachen und flieht nach Frankreich, wo der Vater einst aufgewachsen ist. Ziel ist die Côte d´Azur. Man lebt dort auf großem Fuß, verprasst das ergaunerte Geld. Hier, in diesem vorübergehenden Paradies, setzt die Abwärtsspirale nach einer Weile mit Macht ein. Das Geld geht zur Neige, Interpol kommt auf die Spur. Letztendlich werden die letzten Besitztümer geopfert, damit ein portugiesischer Bauarbeiter die Familie in sein Heimatland schmuggelt. Die Geschichte, vom Erzähler weiterhin lakonisch aus seiner kindlichen Perspektive, aber nicht ohne die Schärfe des Erwachsenenblicks darauf, geschildert, verliert nun jegliche Leichtigkeit, aber nicht ihren Humor. Auch wenn der Leser zunehmend beklommen die Lethargie der Eltern, die steigende Gewaltbereitschaft des Vaters, den schon fast Regression zu nennenden Zustand der Mutter, den Hunger und die Ungewissheit, die die Kinder plagen, verfolgt, sind doch immer noch viele Momente von Situationskomik anzutreffen. Das Lachen bleibt aber dabei im Hals stecken. War man anfangs noch ein wenig irritiert, mit welcher Sorglosigkeit selbst das Baby im Auto zugequalmt wird (ja, es waren andere Zeiten), der Einjährige schließlich den ganzen Tag (und vielleicht auch die Nacht) mit Schwimmflügeln herumlaufen muss, damit die Eltern sich wegen des Pools nicht kümmern müssen, häufen sich nun die Tatbestände einer massiven Vernachlässigung, wird gar die kleine Tochter vom Vater zum Handtaschenraub angestiftet. Der Leser ist einfach nur erleichtert, als die ganze Sache schließlich ein Ende findet. War doch schließlich zwischenzeitlich auch mal von erweitertem Selbstmord die Rede.Überraschend ist die Erzählhaltung dieses auf autobiografische Gegebenheiten beruhenden Buchs. Am Ende wird die Inhaftierung und das anschließende Verschwinden des Vaters erwähnt, die schwierige, von sozialen Problemen bestimmte Zeit für Mutter und Kinder zurück in Deutschland, die Distanzierung, die zwischen ihnen stattfand „Wir Kinder fielen von ihr ab wie reife Früchte von einem Baum und kullerten den Abhang herunter, der das Leben ist.“ Und doch ist der Ton ein versöhnlicher, ja fast liebevoller. Es ist der Tod der Mutter, der dem Erzähler und vermutlich auch dem Autor die Möglichkeit gab, sich von dieser geraubten Kindheit frei zu schreiben.Als die im Sterben liegende Mutter mühsam ein „ES. Tut. Mir. So. Leid.“ hervorbringt, kann der Erzähler sich mit einem „Alles gut“ verabschieden. Es ist eine Lüge. Das weiß der Leser, das weiß der Erzähler, wahrscheinlich auch die sterbende Mutter. Aber nun, nach ihrem Tod, kann er darüber erzählen, kann auch mit dem verschwundenen Vater „machen, was ich will.“ Das, was er gemacht hat, ist ergreifend, lustig, tieftraurig, durchrüttelnd, ein tolles Buch.

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  • Flucht vor dem wahren Leben

    So, und jetzt kommst du
    Jolly_sun

    Jolly_sun

    01. May 2017 um 14:50

    Das Buch von Arno Frank "So und jetzt kommst du" hat mich positiv überrascht. Es beruht auf einer wahren Geschichte. Es geht um eine Familie, die nicht sehr viel Geld hat, jedoch ein normales Leben führt. Plötzlich scheint der Vater das große Geld gemacht zu haben und flieht mit der gesamten Familie nach Frankreich. Es stellt sich relativ schnell heraus, dass der Vater ein Hochstapler ist! Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Man begleitet die Familie auf ihrem Leben, dass teilweise sehr luxuriös und teilweise sehr bescheiden ist. Die Familie ist dauerhaft auf der Flucht vor der Polizei. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des ältesten Sohnes der Familie. Daher ist die Sichtweise teilweise sehr naiv, da er zu Beginn noch nicht versteht, was sein Vater tut und am Ende schon viel zu sehr in seinen "Geschäften" mit drin steckt. Die Gesamte Beziehung zwischen Vater und Sohn ist sehr interessant und man sieht wie sehr Kinder ihren Eltern vertrauen und immer denken, diese würden schon das Richtige tun. Beim lesen dieser Geschichte kommen die unterschiedlichsten Gefühle von Mitleid über Wut bis zu Besorgnis für diese Familie auf. Eine Geschichte die meiner Meinung nach toll geschrieben ist und auf jeden Fall absolut ungewöhnlich ist. Klare Leseempfehlung 

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  • Wenn die Realität dich einholt

    So, und jetzt kommst du
    Marapaya

    Marapaya

    23. April 2017 um 15:11

    Hand heben, wem das auch so geht: Ich lese gern Ich-Erzähler-Romane, weil mir der Erzähler oft wie ein guter alter Bekannter vorkommt – nur an seinen Namen will ich mich beim besten Willen nicht erinnern. So gern würde ich jetzt mit dem Protagonisten in die Rezension einsteigen und mir fällt der Name nicht ein. Jürgen Frank heißt der Vater, dem wir das Länderhopping verdanken. Die Mutter der drei Kids heißt Jutta, sie wirkt aber mehr wie eine Chantale oder Monique. Überhaupt sind Jutta und Jürgen ganz schön deutsche, spießige Namen für das schillernde Paar. Jeany heißt die kleine etwas morbid veranlagte Schwester und der Jüngste Spross hört auf den Namen Fabian. Ich bekomme auch locker die Hundenamen zusammen: Schnauz, der Zwerg und der Riese. Gut, das war auch einfach. Aber wie heißt nun Frank Junior? Auf den gesamten 350 Seiten fällt der Name nicht. Mein Sohn, mein Großer, Sohnemann, Junge, Dicker, junger Herr – Zuschreibungen dieser Art gibt es jede Menge. Im Klappentext lese ich, dass der Autor Arno Frank in Kaiserslautern geboren ist, wie der Ich-Erzähler. Er trägt auch den selben Nachnamen wie die Familie im Buch. Sollte es so einfach sein? Arno Frank also? Einen Arno habe ich mir beim Lesen aber nie vorgestellt, eher einen Christian. Arno oder Christian, der Junge hatte es als Erstgeborener jedenfalls nicht leicht mit seiner schrägen Familie. Leider ist das Schräge hier nicht als positive Zuschreibung gemeint. Vater Frank ist ein Luftikus, Schaumschläger, Hochstapler und schnöder Betrüger. Warum schuften wie die anderen blöden Deutschen, wenn doch auch leichter an Geld zu kommen ist. Der junge Frank erlebt die ersten Lebensjahre in einem netten, überschaubarem Umfeld. Eigenheimsiedlung, Großeltern in der Nähe, vertraute kurze Wege – eine Umgebung, die er aus der Erinnerung gern „mit Karamell übergießen“ würde. Zuckrig, paradiesisch, behütet. So ist ihm die Kindheit dort vorgekommen. Doch dem Vater reicht das nicht. Er will nicht herkömmlich arbeiten und buckeln, er will das Geld leichter verdienen und am Ende muss das Eigenheim daran glauben. Es setzt eine Odyssee ein, in der die Eltern wie Pech und Schwefel zusammen halten und die kleine Familie wie ein fünfblättriges Kleeblatt dem Glück hinterherhetzt. Für ein knappes Jahr fühlt es sich in Südfrankreich auch fast danach an, doch nach diesem Ausflug ins Paradies ist der Fall nur umso tiefer und der Aufprall umso schmerzhafter. Es geht ein eigenartiger Sog von diesem Buch aus, der viel mit dem jungen Erzähler zu tun hat, der einfach die Zusammenhänge nicht ganz begreifen kann. Dass unlautere Mittel zum Alltag gehören ist ihm unterbewusst sehr klar. Die Polizei ist ein natürlicher Feind, dem es aus dem Weg zu gehen gilt. Doch die Dinge nehmen schnell eine Eigendynamik an, in denen Nicht-Wissen-Wollen der beste Selbstschutz für eine Kinderseele sein kann. Es ist eine merkwürdig faszinierende Familiengeschichte, die Arno Frank in einer ausgewogenen, formvollendeten, ganz leicht überzuckerten Sprache erzählt. Ein Showdown, den man unaufhaltsam kommen sieht und wie die Kinder und Hunde im Auto einfach aushalten muss. Nur zusehen ist möglich, mitleiden, wütend werden, ungläubig der Entwicklung folgen, den Schmerz und die Verwahrlosung der Familie aushalten, die niemand anderes in diese Lage gebracht hat als ihr Familienoberhaupt. Beeindruckend ist der Zusammenhalt in all diesem Wahnsinn und ebenso fassungslos wie schnöde die Familie auseinanderbricht, als hätte einzig die Flucht sie zusammengehalten. Wie der Sohn stehe auch ich als Leser fragend und etwas verloren vor der Geschichte. Warum ließen es die Eltern soweit kommen? Welches Ziel haben sie eigentlich im Blick gehabt und wie naiv und dumm sind sie gewesen? Arno Frank hat auf diese Fragen keine Antworten oder will sie mir nicht geben. Er erzählt mir einfach seine Geschichte und ich danke ihm dafür.

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  • "Es steht jeden Tag ein Dummer auf“

    So, und jetzt kommst du
    StefanieFreigericht

    StefanieFreigericht

    "Es steht jeden Tag ein Dummer auf“ S. 29, ist eine der Lebensweisheiten, die der Ich-Erzähler in diesem Buch von seinem Vater lernt. Der Vater will seinen Lebensunterhalt darauf gründen, dass es diese „Dummen“ gibt. Lange bevor ebay und Co. ein verbreitetes Geschäftsmodell wurde, gründet Vater Jürgen einen Versandhandel daheim. „Nicht, dass Jürgen das Baccalauréat oder später, wieder in Deutschland, das Abitur bestanden hätte. Dafür war er zu schlau.“ S. 16 Das Lager wird nie leer. Dann kommen die Briefe, die Männer mit den Aktentaschen – zuletzt der Umzug aus dem eigenen Haus in die Mietwohnung. Jetzt veranstaltet die Mutter Tupperpartys, der Vater arbeitet bei einem Gebrauchtwagenhandel. Das kann er, anderen Autos verkaufen, mit schönen Felgen, aber marodem Innenleben, der schöne Schein.  Wirkliche Arbeit scheint im Konzept des Vaters nicht vorgesehen zu sein, schon die Wahrsagerin hatte ihm einst vorhergesagt: „Er würde reich sein. Er würde nicht reich werden mit einer Idee oder einem Geschäft, nein. Er würde es eines Tages einfach sein.“ S. 16 Wieder kommen Briefe, diesmal mit dem Landeswappen – wieder kommt ein Umzug, mitten in der Nacht, nach Frankreich, das große Geld ist plötzlich da, ein Haus wird gemietet und die Mutter geht einkaufen oder putzt. Es wird nicht die letzte plötzliche große Veränderung im Leben der Familie mit inzwischen drei Kindern sein.  Das Buch ist autobiographisch geschrieben von Arno Frank – der Ton ist unterhaltsam, oft direkt, wenngleich mir dabei mehrere Male kalte Schauer über den Rücken liefen. Es sind nicht die prekäre Lage, der gesellschaftliche Abstieg oder die Wolkenschlösser, die mich schockieren – es ist, wie der Vater das seiner Familie verkauft. Die Banken sind schuld – ja, sicherlich gibt es das. Der Vater verkauft etwas – sicher, doch bereits als Autoverkäufer erklärt er seinem Sohn, wie genau man andere zu betrügen hat. Viel später wird er die Tochter zum Handtaschendiebstahl anstiften. Und die Mutter? Wenn es eng wird, sitzt sie da und lutscht Daumen.  Arno Frank wurde im selben Jahr wie ich geboren, seine Kindheit streift die Ereignisse meiner eigenen Jugend: die Terroristenplakate in der Post, die Grünen, Kießling, Tschernobyl. Doch fast völlig fehlen die sonstigen Erlebnisse der Kindheit, wie sie zum Beispiel in Stephan Lohses „Ein fauler Gott“ Nostalgie hervorriefen – zu stark ist das Leben der Familie zwischen Überfluss und Flucht jenseits aller Normen. Meisterhaft, wie der Autor die Ausblendung der Realität in Bilder fasst. Der Ich-Erzähler klammert sich an seinen Diercke-Schulatlas auf der Flucht quer durch Europa, der kleine Bruder trägt immer Schwimmflügel, auch, als der Pool schon längst auf der Flucht zurück gelassen wurde. Auch die scheinbaren Verbesserungen können überfordern: „Zunächst lässt meine Schwester, die so viel Platz gar nicht gewohnt ist, sich in ihrem Wandschrank häuslich nieder.“ S. 93  Wohin das führt, ist klar; es geht mehr darum wie meisterhaft das dargestellt wird, wie lange die Realität ausgeblendet wird, auf Abstand gehalten werden kann, bis die Erkenntnis kommt: „Ich habe es satt, nur auf Sicht zu fahren, wenn es hinter jeder Ecke schlimmer wird. Ich habe die Anfänge satt, die ins Leere laufen S. 259 Leseempfehlung. Tolle Sprache, grandiose Bilder – und eine schlicht wahnsinnige Geschichte.

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2017

    LovelyBooks Spezial
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    Die Themen-Challenge geht 2017 in eine weitere Runde und jeder ist herzlich eingeladen, dabei zu sein! Wenn ihr eine besondere Leseherausforderung sucht, dann seid ihr bei dieser Challenge genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach:Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich (Marina) oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt dazu eine persönliche Nachricht hier auf LovelyBooks an mich mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2017 bis 31.12.2017. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man schon vor der Anmeldung zur Challenge im Jahr 2017 gelesen hat.Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen:Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt.Hier findet ihr eine Themen-Übersicht zum Ausdrucken :) Ein Buch, in dem der Protagonist ein Haustier hat Ein Buch, auf dessen Cover ein Fahrzeug zu sehen ist (Flugzeug, Auto, Zug, etc.) Ein Buch, welches in einem Land spielt, in dessen Name kein "a" vorkommt Ein Buch eines bereits verstorbenen Autors Ein Buch, dessen Titel mit demselben Buchstaben beginnt und endet Ein Buch über eine wahre Begebenheit Ein Buch, das einer deiner Freunde bei LovelyBooks in seiner Bibliothek als bereits gelesen gelistet und auch zumindest mit Sternen bewertet hat. (Wenn du noch keine Freunde hast, findest du hier in der Challenge bestimmt ganz schnell welche :-)) Ein Buch, dessen Autor aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommt Ein Buch, welches in der Stadt spielt, in der du wohnst (bzw. in der nächstgrößeren Stadt oder in einer Stadt, in der du 2017 mehrmals warst) Ein Buch, dessen Cover vorrangig grün ist Ein Buch, das hauptsächlich in den USA spielt, jedoch nicht in New York Ein Buch, auf dessen Cover die untere Hälfte einer Person abgebildet ist (Beine oder Füße) Ein Buch, welches eine Landkarte enthält Ein Buch, das mindestens 500 Seiten lang ist Ein Buch, dessen Autor im selben Jahr geboren ist wie du Ein Buch, das mindestens 50 LovelyBooks-Mitglieder in ihrer Bibliothek haben. (Du findest die Anzahl, wenn du auf der Buchseite oben mit der Maus über die Sternebewertung fährst.) Ein Buch eines Literatur-Nobelpreisträgers Ein Buch, das du 2016 begonnen, aber nicht zu Ende gelesen hast Ein Buch, das der jeweilige Autor als erstes veröffentlicht hat - das Debüt des Autor Ein Buch, dessen Titel eine Zahl (ausgeschrieben oder in Ziffernform) enthält Ein Buch, dessen Titel nur aus einem Wort besteht Ein Buch, das nicht in unserer Welt spielt (sondern in einer Fantasy-Welt, im Weltraum, etc.) Ein Buch, das maximal 3 cm dick ist Ein Buch, das noch keine einzige Sterne-Bewertung auf LovelyBooks hat. (Auf der Buchseite sind in diesem Fall die Sterne oben grau und nicht gelb.) Ein Buch, das von zwei oder mehr Autoren geschrieben wurde Ein Buch, bei dem Vor- und Nachname des Autors mit demselben Buchstaben beginnt. Ein Buch, bei dem ein Wort (Gegenstand) aus dem Buchtitel auch auf dem Cover abgebildet ist Ein Buch, das du in einer stationären Buchhandlung zum regulären Preis gekauft hast. (Nicht online oder als Mängelexemlar) Ein Buch, das du als E-Book gelesen oder als Hörbuch gehört hast Ein Buch, das auf LovelyBooks mit durchschnittlich 4 Sternen bewertet ist. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch, das höher als 22 cm ist Ein Buch, auf dessen Cover mehrere Streifen zu sehen sind Ein Buch aus einem Verlag, aus dem du 2017 bisher noch kein Buch gelesen hast Ein Buch, dessen Titel nur in Großbuchstaben geschrieben ist Ein Buch, dessen Titel kein "e" enthält Ein Buch, dessen Verfilmung 2017 ins Kino kommt Ein Buch, zu dem es eine Leserunde auf LovelyBooks gibt, an der ihr auch teilgenommen habt (mindestens 5 Beiträge in Leseabschnitten wurden geschrieben). Ein Buch, dessen Hauptfigur über 50 Jahre alt ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 5 Wörtern besteht Ein Buch, in dessen ISBN (ISBN-13) eine Zahl genau 4-mal vorkommt Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen:* Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt!* Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung* Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen.* Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden.* Wichtig ist, dass man das Buch 2017 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal (außer bei Aufgabe 18).* Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com* Jedes Buch kann nur bei einem Thema genutzt werden Wer sein Jahresziel erreicht hat, schreibt bitte kurz eine persönliche Nachricht dazu an mich und gibt auch die Anzahl der geschafften Themen mit an. Teilnehmerliste: A AberRushAcida-2Adujaadventurouslyaga2010AglayaAgnes13AleidaaljufaAlondriaANATALandymichihellianna1911AnnaboAnnaKatharinaKathiAnne42AnneMayaJannikaAnni04Ann-KathrinSpeckmannAnrubaapfelkindchen123Arachn0phobiAArgentumverdeAspasiaatsabhasi2Azalee B ban-aislingeachbandmaedchenBeaSurbeckBecky_BloomwoodBeeLubellast01Bellis-Perennisbeyond_redemptionBiancaWoebine174B_iniBioinaBirkentochterblack_horseBlacksallyBluebell2004BlueSunsetbookgirlbook_lover_6booksaremybestfriendsBosniBrixiaBuchgespenstBuechermomente C Caillean79capcolacarathisCarigosCaroasChattysBuecherblog (20/20)CherryGraphicsChrissisBücherchaosChucksterClaudia-MarinaCode-between-linesConnyKathsBooksCrazy-Girl6789crimarestricrimesscrumbCWPunkt D daneegold (40/40)Darcydaydreamindia78DieBertadiebuchrezensiondigraDion (20/20)Dirk1974divergentDonnaVividownblackangelDreamcatcher13dreamily1Dubdadda E Ela_FritzscheEldfaxiElkeel_loreneelmidiEmotionenEngelchen07 (30/30)engineerwifeEnysBookserazer68Ernie1981Even F _franziiiiiii_faanieFantwordFairy-KittenFeniFjordi93FlamingoFornikafranzziFrau-AragornFreelikeaBirdFrenx51Fulden G GelisglanzenteGluehsternchenGrOtEsQuEgst H hannelore259hannipalanni (30/30)happytannyHenny176Herbstmondhexe959753HeyyHandsomehisterikerHisuiHaruHortensia13 I IamEveIcelegsichundelaineIgelmanu66imago_magistriIMG_1001Isar-12isipisi J Jacky_JollyJadrajala68JamiijanakaJanina84Janna_KeJasBlogjasaju2012Jashrinjenvo82Johanna_TorteJosy-Julchen77Jule16JulesWhethetherJulia_liestjuli.buecherJulie209 K kalestrakalligraphinKarin_KehrerKasinkatha_strophekatjalovesbookskattiiKayvanTeeKerstinTh (30/30)kingofmusicKleine1984kleinechaotinkleine_welleKleinerKometKnoppersKnorkekn-quietscheentchenKodabaerkornmuhmeKuhni77Kurousagi L LaDragoniaLadyIceTeaLadyMoonlight2012LadySamira091062LaLectureLaMenschLandbieneLarii-MausiLarryPiLaurax3lehmaslenicool11LeonoraVonToffiefeelesebiene27LeseJetteLese-KrissiLeseLottiLeseMama82Leseratz_ 8Lesezirkelleyaxlieberlesen21LilawandelLilli33LimitLesslinda2271lLissyLit-TripLiz_MacSharylizzie123LooooraLostHope2000louella2209Lovely90LrvtcbLuilineLuzi92lyydja M mabuereleMali133marpijemartina400MarveyMary2Mary-and-Jocastamelanie1984MelEMelvadjamia0503miahMiamouMichicornMimasBuchweltMinniMira20MiracleDaymiramiepMiriSeemisanthropymisery3103MissErfolgmiss_mesmerizedMissMoonlightMissSnorkfraeuleinMissStrawberryMissSweety86mistellormondymonstahasimrc0mrsCalemmmingsMrs_Nanny_OggMurphyS91 N NachtorchideenaninkaNelebooksnemo91NewspaperjunkieNightflowerniknakNisnisnoitaNookinordbrezeNynaeve04 O once-upon-a-timeOnlyHope1990Ophiuchus P Pachi10pamNpardenPaulamybooksandmepeedeePhilipPhiniPiiPinkie31PinocaPippo121PMelittaMPucki60 Q QueenelyzaQueenSize R rainbowlyRitjaRoni88 S sakuSakukosameaSanjewelSarah9070schafswolkeScheckTinaSchlehenfeeSchluesselblumeSchneeeule129SchnutscheschokokaramellSeelensplitter (Blog) (20/20)ShineOnSickSikalSkybabesolveigSomeBodysommerleseSnordbruchSophiiiespozal89StarletStaubfinger12StefanieFreigerichtstefanie_skySteffi1611Steffi_LeyererSteffiZiStehlbluetensteinchen80sternblutsunlightSuskaSxndy_03 T TalathielTalliannaTaluziTamileinTanja13TatsuThe iron butterflyTheBookWormthelauraverseTina2803Tine13Tini_STiniSpeechlesstintentraumweltToniarwTraubenbaerTraumTante U ulrikeuulrikerabe V Valabevalle87vanystefvb90Veritas666Vivy_navk_tairenVroniMarsVucha (34/30) W wampyWaschbaerinwerderanerWermoewewidder1987WilliaWolly X Y YaBiaLinaYolandeYvetteH Z zazzleszessi79

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  • So, und was ist jetzt

    So, und jetzt kommst du
    Venice

    Venice

    15. April 2017 um 20:07

    Zu Beginn findet der vierjährige Arno Frank seine Mutter ohnmächtig im Treppenhaus, glücklicherweise geht alles gut aus. Der Vater hat von einer Kartenlegerin erfahren, mit 40 sei er reich. Diese Vorhersage scheint wahr zu werden. Auf der Suche nach dem Glück zieht die Familie zunächst in Deutschland von Stadt zu Stadt bis sie eines Tages überstürzt nach Frankreich aufbrechen. Dort erlebt der Teenager Arno eine recht angenehme Kindheit in der schönen, warmen Gegend um Nizza. Inzwischen hat er 2 Geschwister, eine recht schräge Schwester Jeanie und einen kleinen Bruder der ständig mit seinen Schwimmflügeln herum rennt. Doch eines Tages endet der schöne Traum von Südfrankreich und die Vergangenheit holt den Vater ein. Der 'A..' voll Geld der vorher einfach da war, ist plötzlich alle. Das gemietete Grundstück wird nicht mehr gepflegt, der Vater wird von Interpol gesucht. Die Reise geht weiter, mit Hilfe eines portugiesischen Bauarbeiters in der Nachbarschaft geht es nach Portugal und von dort kreuz und quer durch Europa auf der Flucht vor der Polizei. Der Schreibstil ist recht naiv aus der Sicht eines Jugendlichen geschrieben. Teilweise humorvoll oder traurig erlebt man die reichen Jahre in Südfrankreich bis hin zum tiefen Sturz in die Armut. Das ganze spielt in den 80er Jahren. Durch die geschilderten Erlebnisse werden eigene Erinnerungen an diese Zeit wieder wach und führten zu einem netten Leseerlebnis.

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  • Nicht mein Schreibstil, ansonsten gute Geschichte

    So, und jetzt kommst du
    digra

    digra

    15. April 2017 um 09:38

    Nach langem Zögern, ob ich dieses Buch lesen muss, habe ich mich aufgrund der durchweg positiven Bewertungen für das Buch entschieden. Aber wie das so oft ist: Wenn es anderen gefällt, ist es gar nicht meins. Ich kann nicht genau sagen was mich an dem Buch stört. Wahrscheinlich ist es die Beschreibung in der Vergangenheitsform und manchmal auch das ausufernde Beschreiben des Erzählers. Ich höre quasi immer nur zu anstatt dabei zu sein, wenn etwas geschieht. So konnte mich die Geschichte überhaupt nicht fesseln. Das Schöne ist, wie sicherlich auch vom Autor beabsichtigt, das Einfließen typischer Erscheinungen der 80er Jahre. Politische Dinge oder aber auch Konsumgüter, die damals topaktuell waren. Das ist für Leser, die in dieser Zeit groß geworden sind eigentlich immer sehr unterhaltsam. So auch für mich. Die Gespräche des Protagonisten mit seinem Vater fand ich immer sehr rührend. Er versucht seinem Sohn immer die Welt zu erklären und die persönlichen Umstände, die zu dem ein oder anderen Wegzug führen. Der Schreibstil allerdings hat mich nicht in seinen Bann gezogen. Die Lobeshymnen für den Autor mögen gerechtfertigt sein und so vergebe ich noch 3 von 5 Sternen.

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  • Einmal Frankreich und retour

    So, und jetzt kommst du
    Caroas

    Caroas

    11. April 2017 um 18:39

    In diesem Roman erzählt der Autor mit Humor und Realitätsnah die Flucht vor der Polizei quer durch Europa. Vom Vater der vom großen Geld träumt und als er es dann greifbar hatte die falsche Entscheidung fällt und in einer Nacht und Nebelaktion mit Frau und Kindern nach Frankreich abhaut. Dort erlebten die Kinder noch einen positive Zeit. Als aber das Geld ausgeht und sie nach Portugal weiter flüchten beginnt für die Kinder eine negative Zeit die dann in Deutschland endete. Von der Mutter die vor der Wahrheit die Augen verschließt und dadurch sind die Kinder schutzlos den Willküren der Eltern ausgesetzt.Fazit, eine Geschichte die aus der Sicht des Sohnes erzählt wird, spannend ist und zum Nachdenken anregt. Es zeigt auf wie Kinder ihren Eltern vertrauen und Situationen nicht hinterfragen. Ich empfehle dieses Buch aus vollem Herzen weiter.

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  • Eine wahre Geschichte

    So, und jetzt kommst du
    inya

    inya

    05. April 2017 um 20:12

    Von inya_loves_books Eine kleine Familie mit drei Kindern aus Kaiserlautern, der Vater ist Autohändler mit einem Hang zu dubiosen Geschäften. Eigentlich nichts Besonderes, würde der Vater nicht ständig das große Geschäft ankündigen und alle in einer Dauerschleife hängen. So geht es den Kindern der Familie. Als dann die Polizei klingelt und die Mutter mit Ihnen verstecken spielt, wird den Kindern schon ein wenig klar, dass nicht alles normal ist. Doch dann geht alles los, die Koffer werden über Nacht gepackt und auf geht es in das Abenteuer nach Südfrankreich. Von da an gibt es nur noch die beste Privatschule, die schönste Villa und die teuersten Klamotten. Es scheint alles perfekt zu sein. Bis der Vater nur noch teilnahmslos in der Wohnung lungert und es wieder über Nacht los geht, dieses Mal nach Portugal und von da an geht es nur noch abwärts. Dieses Buch schildert eindrucksvoll die Ausgesetztheit von Kindern gegenüber ihren Eltern und wie eine Kindheit verlaufen kann, wenn die Eltern auf den falschen Weg geraten. So und jetzt kommst du, ist auf jeder Seite spannend und der Leser fragt sich, wann fliegen sie endlich auf? Unbedingt lesenswert!!!

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  • Ein Kinderleben wie eine Achterbahn

    So, und jetzt kommst du
    RobinBook

    RobinBook

    05. April 2017 um 14:09

    Dieser autobiografische Züge aufweisende Unterhaltungsroman handelt von einer Familie mit drei Kindern, das älteste davon ist der Ich-erzählende Protagonist Arno Frank. Er ist zur Zeit der im letzten Quartal des vergangenen Jahrhunderts angesiedelten Geschichte so etwa 12-13 Jahre alt und erzählt sachlich, manchmal verzweifelt, manchmal leicht humorig von einem Leben wie eine Achterbahn. Dominant ist der Vater, dessen häufig an Arno gerichteter Aufforderung der Buchtitel entnommen ist.  Auch das Coverbild passt gut zum erzählten Geschehen. Ausschlaggebend für dieses Geschehen  ist immer wieder die jeweilige finanzielle Situation. welche von Himmelhochjauchzend über Hoffnung, Reichtum, Armut, und Hunger bis zur Verzweiflung wechselt und schließlich sogar in die Kriminalität führt.   Ein überstürzter Aufbruch folgt einigen innerdeutschen "Umzügen" und führt zunächst an die Côte d' Azur und dann durch Spanien nach Lissabon und von dort über Paris zurück nach Deutschland, zuerst zu Verwandten und dann zu Bekannten und schlussendlich direkt ins Aus. Der Stil ist trotz der traurigen Ereignisse, welche die Kinder erst spät und meist nicht in vollem Umfang mitbekommen, angenehm lesbar, gelegentlich blitzt sogar etwas Humor hervor. Respekt vor und alle guten Wünsche für den ehemaligen kleinen Jungen, der hier ein sehr nachwirkendes Buch vorstellt!  

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareen anushka Arietta Arizona ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettin CaroasCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dion erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized Nane_M naninka Nil parden Petris Pocci Sandra_Halbe schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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  • Ungewöhnliche Geschichte einer ungewöhnlichen Familie

    So, und jetzt kommst du
    brauneye29

    brauneye29

    29. March 2017 um 22:03

    Zum Inhalt: Aufregend, wenn die Eltern auf der Flucht vor der Polizei ihre Kinder mitschleppen. Aber für die drei Geschwister verwandelt sich das Abenteuer bald in einen Albtraum. Ihre Odyssee führt sie quer durch Europa. Ein Roman wie ein Roadmovie. Eine ebenso tragische wie komische Familiengeschichte. Meine Meinung: Der Schreibstil des Buches hat mir sehr gut gefallen, das Buch ist sehr flüssig und auch interessant geschrieben. Beeindruckt hat mich auch die Tatsache, dass die Geschichte auf einer wahren Geschichte beruht. Man kann ubd will sich eigentlich gar nicht vorstellen, dass ein Familienvater immer wieder Straftaten begeht und damit im Grunde die ganze Familie zwingt, immer wieder auf der Flucht zu sein. Das kann man sich als Normalbürger nicht wirklich für die eigene Familie vorstellen. Aber jeder geht halt anders mit seinem Leben um. Fazit: Ungewöhnliche Geschichte einer ungewöhnlichen Familie.

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  • Wenn der Vater ein Hochstapler ist

    So, und jetzt kommst du
    Tsubame

    Tsubame

    28. March 2017 um 21:30

    "So, und jetzt kommst du" ist einer der Lieblingssprüche von Jürgen, dem Vater des Autors dieser unglaublichen Roadstory und Kindheitsgeschichte aus den Achtzigerjahren. Der Titel verrät bereits einiges über den Charakter dieses Mannes, dessen Träumen und Zielen sich der Rest der Familie unterzuordnen hat. Einst sagte ihm eine Zigeunerin die Zukunft voraus: "Cher ami, du wirst reich sein. Es wird lange nicht so aussehen, aber spätestens mit vierzig wirst du reich sein!" Und so fühlt sich Jürgen nicht dazu berufen, hart zu arbeiten, um seine Ziele auf ehrlichem Weg zu erreichen, sondern lebt nach der Maxime "Jeden Tag steht ein Dummer auf". Eines Tages steht die Polizei vor der Tür und die Familie flüchtet nach Frankreich. Was zunächst wie ein großes Abenteuer beginnt und wie ein Traum von Sonne, Meer und ewiger Sorglosigkeit klingt, entwickelt sich nach und nach zu einem Albtraum. Denn der Vater arbeitet nicht, sondern verspielt das Geld im Casino. So heißt es wieder einmal packen und fliehen ... diesmal nach Portugal. All das wird von dem Ältesten der Kinder erzählt und beschrieben, dem allmählich dämmert, dass sein Vater absolut keinen Plan hat. Als die Familie auch aus Lissabon fliehen muss und nur die Kleider retten kann, die sie am Leib tragen kann, klemmt er sich seinen Atlas unter sein T-Shirt: "Der Atlas von Diercke muss auch mit, unbedingt, denn er ist mein Sextant. Ohne ihn wüsste ich überhaupt nicht mehr, wo wir sind." "So, und jetzt kommst du" ist eine lesenswerte Geschichte aus der Zeit, in der der Mann als "das Schmuckstück der Familie" galt und alle anderen ihre Wünsche und Bedürfnisse diesem "Prachtstück" unterordnen mussten. 

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  • Wahnwitzige Familiengeschichte

    So, und jetzt kommst du
    ulrikerabe

    ulrikerabe

    27. March 2017 um 09:08

    In diesem Buch beschreibt ein Junge sein Aufwachsen in den 70er und 80er Jahren. "So, und jetzt kommst du", so endet der Vater des kindlichen Ich- Erzählers immer wieder seine Ausführungen, wie er die Welt sieht. Eine Welt, zuerst wirkt sie noch gutbürgerlich, Vater macht Geschäfte. Noch liest sich die Geschichte des jungen Erzählers witzig, doch der Leser weiß schon viel früher als das Kind, dass alles Fassade und Schein ist, der Vater ein windiger Typ, Betrüger und Hochstapler ist. Als der Vater von der Polizei gesucht wird begibt sich die Familie, Vater, Mutter und drei Kinder, auf eine wahnwitzige Reise. So plötzlich wie ergaunertes Geld da war, ist es auch wieder weg. Ab diesem Zeitpunkt ist gar nichts mehr witzig, man wünscht sich nur noch, dass für die Kinder alles gut ausgeht. Auch wenn man Ich-Erzähler nicht immer mit dem Autor gleich setzen darf, handelt es sich hier um eine wahre Geschichte. Wenn ich über kleine Längen am Anfang hinweg sehe, habe ich mich sehr schnell in den Strudel der Ereignisse hinein gelesen, ich mochte ganz besonders den schrägen Charakter der "kleinen Schwester", die am Ende noch eine ganz besondere Rolle übernommen hat.

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  • Arno Frank - So, und jetzt kommst du

    So, und jetzt kommst du
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    25. March 2017 um 20:06

    Aus der pfälzischen Provinz begibt sich eine Familie nicht ganz freiwillig auf eine Reise. Mit den drei Kindern im Gepäck geht es zunächst nach Südfrankreich, wo sie aufleben und das Dasein in einer Villa oberhalb der Côte d’Azur genießen. Doch das süße Leben währt nicht lange und bald schon steht die Weiterreise an, Portugal ist dieses Mal das Ziel. An den Rand Europas führt sie die Flucht und allmählich schwant den Kindern, dass diese Reise nicht ganz freiwillig ist und dass ihr liebender Vater kein erfolgreicher Geschäftsmann, sondern ein gesuchter Ganove ist, der sich samt Familie vor der Polizei versteckt. Doch da droht schon wieder der nächste Aufbruch, nach Paris wird angesteuert, wo alles besser werden soll – oder doch alles plötzlich ein Ende findet?Beim Lesen des Buchs schwankt man zwischen Entsetzen und Vergnügen. Ganz wunderbar gefällt mir der junge Erzähler, der in glaubwürdig naiver Weise seine Eltern beobachtet und vieles sieht, aber nicht verstehen oder einordnen kann. So manches schwant dem Leser recht schnell, aber es wird durch die noch kindliche Sicht auf die Dinge in eine Leichtigkeit versetzt, die einem immer wieder schmunzeln lässt. Der Vergleich mit den Klassenkameraden beispielsweise, die Markenkleidung tragen und deren Eltern hohe Posten begleiten, während er als „Sohn eines Wimpelhändlers von der Ausfallstraße“ nicht mithalten kann. Auch kann er nicht verstehen, was dieses ominöse „Dédé Air“ eigentlich ist, er vermutet ein französisches Protektorat, auch wenn dort irgendwelche Deutschen offenbar wohnen. Ein Highlight auch der Besuch des Betzenbergs mit dem Opa, der zugleich eine wichtige Lektion fürs Leben parat hat:„Wenn um dich herum die Massen eine bestimmte Meinung haben, dann musst du auf deiner eigenen Meinung beharren. Dann ganz besonders, verstehst du? Die Masse wird dann aber meistens sauer. Und dann ist es besser, man verzieht sich.“ (Pos. 801)Die kriminelle Energie der Eltern wird lange Zeit nicht offen thematisiert, für die Kinder ist die Reise in die Fremde spannend und ein Spaß zugleich. Dass das Verhalten verantwortungslos und indiskutabel ist, steht außer Frage; jedoch spürt man auch die Verzweiflung, der vergebliche Versuch irgendwie wieder auf die Beine zu kommen und die Sorgen von den Kindern fernzuhalten, ihnen trotz der Widrigkeiten ein gutes und sorgenfreies Leben zu bieten. In diesem Punkt kann man den Eltern kaum einen Vorwurf machen, bis zum Ende sind sie um das Wohl der drei bemüht und besorgt, aber es geht ihnen die Luft aus. Man ist kritisch ihnen gegenüber und kann doch nicht umhin, auch Sympathien zu entwickeln, gerade ob der Bauernschläue, die Vater Jürgen an den Tag legt. In Portugal erläutert er seinem Sohn sein Konzept von Wahrheit, als sie bei dem Concierge Mitleid wecken wollen. Entsetzt fragt der junge Arno, ob der Vater die Wahrheit erzählt habe: „Aber natürlich. Manchmal muss man einfach ehrlich sein. (…) – das ist doch gar nicht die Wahrheit. – Für ihn jetzt schon.“ (Pos. 3087). Viele spannende Themen werden bei diesem ungewöhnlichen Roadtrip verarbeitet. Das Erwachsenwerden und der Blick auf die Eltern und die Realisierung, dass diese vielleicht nicht die Personen sind, für die man sie hält. Das fragile Gebilde einer Ehe, die durch die Umstände strapaziert wird. Das Zurechtfinden an anderen Orten, in anderen Ländern. Und die Frage, wieviel eine Familie aushalten kann und muss und ob es eine Grenze des Zumutbaren gibt.Ein Roman, der gekonnt zwischen Unterhaltung und Ernsthaftigkeit balanciert.

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