So, und jetzt kommst du

von Arno Frank 
4,4 Sterne bei71 Bewertungen
So, und jetzt kommst du
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Positiv (66):
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Das Buch hat einen starken Eindruck hinterlassen und klingt immer noch nach!

Kritisch (2):

Ein Vater wittert immer und überall das große Geschäft, macht Schulden ohne Ende und zieht seine Familie ins Verderben.

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Inhaltsangabe zu "So, und jetzt kommst du"

Aufregend, wenn die Eltern auf der Flucht vor der Polizei ihre Kinder mitschleppen. Aber für die drei Geschwister verwandelt sich das Abenteuer bald in einen Albtraum. Ihre Odyssee führt sie quer durch Europa. Ein Roman wie ein Roadmovie.

Eine ebenso tragische wie komische Familiengeschichte. Vater, Mutter und drei Kinder in der pfälzischen Provinz der Achtzigerjahre. Der Autoverkäufer Jürgen und seine Frau Jutta sind verschuldet, aber glücklich. Als auf einmal das »große Geld« da ist, wandert die Familie fluchtartig nach Südfrankreich aus. Dort leben vor allem die drei Geschwister wie im Paradies, doch die Eltern benehmen sich immer seltsamer – bis ein Zufall enthüllt, dass der Vater ein Hochstapler ist. Er hat das Geld unterschlagen und bereits aufgebraucht, als sich die Schlinge enger zieht. Im letzten Moment flieht die Familie vor dem Zugriff der Behörden und die Jagd durch Europa geht weiter. Es ist ein freier Fall auf Kosten der Kinder, bis es unweigerlich zum Aufprall kommt …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783608503692
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:Tropen
Erscheinungsdatum:05.03.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 06.03.2017 bei Random House Audio erschienen.

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    Aspasias avatar
    Aspasiavor 9 Monaten
    Die Memoiren eines Überlebenden,


    denn die emotionale Tour de Force, die der Autor Arno Frank sein literarisches Alter Ego in seinem Roman „So, und jetzt kommst du“ schildern lässt, hätte ein weniger resilientes Kind möglicherweise nicht überstanden, um es erwachsen und dem entwachsen dann 30 Jahre später aufzuschreiben.

    Arno Frank, Jahrgang 1971, erfolgreicher Kulturjournalist, erzählt in seinem Debut, wenn auch fiktional bearbeitet, eine Episode aus seiner Kindheit. Eine Kindheit so fern eines „Familie Beimer“-Glücks, so weit entfernt von „Miraccoli“-Glücksseligkeit, wie man sich das nicht freiwillig vorstellen mag und doch gibt es auch diese.

    Es erzählt die Geschichte eines Mannes aufgewachsen im bürgerlichenWohlstand nach dem Krieg. Eine Geschichte von Vater, Mutter, Kind. Die Geschichte seines Vaters.

    Als Junge verheißt eine Wahrsagerin in einem französischen Wanderzirkus dem Vater Reichtum, so beginnt der stets seine zukünftige Erfolgsgeschichte. Nicht zu früh im Leben, für ihn anstrengungslos, einfach so. Diese Prophezeiung bestimmt von nun an seine Gedanken: irgendwann wird er reich sein. Seit dem scheint er auf diesen Tag zu warten. Quält sich nicht fürs Abitur, denn er der eh klüger ist als die anderen, braucht es nicht, er wird reich sein. Fügt sich zwar dem Druck der Eltern einer Ausbildung. Verwaltungsfachangestellter in der deutschen Provinz, doch dies kann nur der erste Schritt zu etwas viel Höherem sein, zu dem er sich und das Schicksal selbst ihn doch berufen sahen. Er weiß doch, Fortuna warte schon hinter der nächste Ecke.

    Dieser junge Mann, Jürgen Frank, heiratet eine junge Frau, die an ihn und sein Schicksal glaubt. Sie wird nicht nur die Frau an seiner Seite, sondern die Frau, die Rücken an Rücken bedingungslos zu ihm steht. Die beiden werden Eltern. Die Eltern von Arno Frank und seinen zwei jüngeren Geschwistern.

    Und Arnos Vater lebt seinen Traum eines Tages reich zu sein, hilft dem auch gerne etwas nach. Wie er das macht, hat nichts gemein mit dem Charme eines Hochstaplers à la Felix Krull, Mr. Ripley oder Frank William Abagnale Junior. Stapeln kommt aus dem Rottwelsch und bedeutet betteln, etwas, was Jürgen so gar nicht einfiele. Das tun nur die Schwachen, die Dummen, nicht er.

    Ob er nun beim Gebrauchtwagenverkauf den Unfallschaden unterschlägt, auf Pump erstandene „do-it-yourself“- Kübelwagen Bausätze plus Naz-Devotionalien als Goodie Ewiggestrigen anpreist, im Cardin Anzug im Spielcasino das ultimative System beim Roulette spielt, oder aber 300.000 DM unterschlägt. Sein Tun hat nichts Sympatisches, auch nicht für die Leser.

    Er lebt ohne jede Rücksicht auf Verluste. Und die gibt es en masse: Job, Haus, Heimat, Freunde, Familie, gefüllte Mägen und vor allem das Vertrauen und wohl auch die Liebe seiner Kinder. Alles verliert sich. Seine Sicht gilt ihm.

    In 40 aufwühlenden, athmosphärisch dichten Kapiteln, den jeweiligen Aufenthaltsorten zugeordnet, erzählt der kleine, dickliche Junge von der Flucht seiner Familie erst aus dem Eigenheim neben der Oma und bald quer durch Europa. Der Vater hetzt seine Familie von Kaiserslautern an die Côte d’Azur, weiter nach Lissabon, zurück über Paris und Kaiserslautern und weiter in die Nähe von München, immer in Angst vor Entdeckung. Irgendwann auch mit der Angst die er auf seinem Dierke Weltatlas verfolgt, um sich selbst noch verorten zu können. Es gelingt Frank den Leser auch an der emotionalen Achterbahnfahrt teilhaben zu lassen, die immer mehr Fahrt aufnimmt, so dass dem Leser ganz schlecht wird, und er nur noch hofft, jemand möge diesem Irrsinn ein Ende machen.

    „So, und jetzt kommst du“ folgt stets den aberwitzigsten, pseudo-klugen Erklärungen à la „Jürgen und wie er die Welt sieht“, die nur so aussehen, als wollten sie den Kommunikationsstab an den Sohn weiterreichen. Eigentlich geht es ihm nur um stumme Bestätigung, um Streicheleinheiten für sein Ego, um sich selbst. Als die Kinder ihn mehr und mehr durchschauen, sein Handeln in Frage stellen, ihm gar widersprechen, wird aus dem Aufschneider, aus dem Betrüger und Dieb ein brutaler Schläger.

    Diese Szenen, überhaupt viele Szenen waren nur schwer zu ertragen. Frank fängt das Grauen im Kleinen wie im Großen mit ausdrucksstarken Bildern ein und findet selbst für die stummen Nichthandlungen, für das kleisterhafte Warten auf Erlösung zarte Worte mit der Wucht eines Wassertropfens.

    Der Spuk ist vorbei etwa mit Ausbruch von Tschernobyl 1986. Arno ist zurück in der Nähe von Kaiserslautern, auf einem Gymnasium mit Blick auf den Gefängnishof seines Vaters, der die Familie verlässt.

    Er hat überlebt, um welchen Preis kann der Leser nur ahnen.

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    Mira20s avatar
    Mira20vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Das Buch hat einen starken Eindruck hinterlassen und klingt immer noch nach!
    Hat mich traurig zurückgelassen!

    Diese ungewöhnliche Familiengeschichte packte mich von Anfang an auch emotional. 
    Der Vater ein Hochstapler und Betrüger ist stets auf der Flucht vor den Betrogenen und der Polizei. Im Fluchtgepäck hat er seine ganze Familie. Die Mutter ist auf merkwürdige und undurchsichtige Weise beteiligt und auch wieder gleichgültig. Ihre Rolle ist tragisch und schwierig nachvollziehbar. 
    Es hat mich traurig gemacht zu lesen wie die drei Kinder aufwachsen und wie sie scheinbar ungebunden und unbeschwert in Europa umherreisen. Aber auch wie Reichtum und Armut rasant wechseln und wie schnell sie stets wieder alles hinter sich lassen müssen. So sind die Kinder stets gleich einsam und bezahlen einen unglaublich hohen Preis. Gerade das Leben zwischen Sein und Schein hat auf sie eine unglaublich isolierende Wirkung. 

    Hat das Buch zu Beginn noch einen eher unbeschwerten Ton, so wird es zum Ende hin tragisch und deprimierend. Der Erzähler – der älteste Sohn der Familie – bewundert zu Beginn seinen erfinderischen und scheinbar kreativen Vater. Seine naive Erzählweise wird aber zum Ende hin immer bitterer und lässt einen schalen Nachgeschmack zurück.

    Der Roman ist sprachlich hervorragend umgesetzt. Dass der Autor seine eigene Familiengeschichte erzählt, hat mich tief betroffen gemacht. 

    Das Buch ist keine unbeschwerte Lektüre für zwischendurch und klingt noch lange nach. Für das Lesen brauchte ich ungewöhnlich viel Zeit. Denn nicht immer wollte ich mich auf die Stimmung des Buches einlassen. Aber gerade Bücher, die so einen starken Eindruck beim Leser hinterlassen können, sind meiner Meinung nach wahre Perlen im Buchmarkt.

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    aljufavor 10 Monaten
    Tragische Familiengeschichte mit wahrem Hintergrund

              Der Vater ist ein Hochstapler und muss deswegen mit seiner ganzen Familie vor der Polizei fliehen. Was für die Kinder als Abenteuer beginnt, wird bald bitterer Ernst.
    Zunächst beginnt der Roman sehr beeindruckend und berührend: "Als meine Mutter zum ersten Mal starb, war ich bei ihr." Der Protagonist in der Form eines Ich-Erzählers schildert im Prolog wie er seine Mutter leblos am Fuße der Treppe vorfindet. Dadurch ist man sofort mitten im Buch. Arno Frank gelingt es mit diesem fulminanten Einstieg den Leser in den Bann zu ziehen. Und so rasant geht es weiter. Zunächst humorig wird im Laufe des Romans die Dramatik der Geschichte die Oberhand gewinnen.
    Der Erzählstil ist einfach genial. Aber noch bitterer ist die Realität, die man sich als Leser immer wieder vor Augen führen muss. Das Verhalten des Vaters wird auf der Flucht immer gewaltätiger gegenüber seiner Familie. Das jagt einem schon Schauer über den Rücken.
    Ein rundum gelungenes Buch. Sprachlich eine Wonne und inhaltlich super interessant. Eine tolle Kombination. Und daher eine uneingeschränkte Leseempfehlung meinerseits.        

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor einem Jahr
    Eine Kindheit, die berührt

    »Es steht eben jeden Tag ein Dummer auf.«

    Arno Frank schreibt die eigene Geschichte auf, als Sohn eines Betrügers. Arno ist noch klein, als er die ersten Boten wahrnimmt, für das, was noch kommen wird. Geflüster der Eltern, Briefe mit Löwenköpfen, die nicht geöffnet werden, der Auszug aus dem Haus in eine kleine Wohnung, weitere Briefe mit Löwenköpfen, Eltern, die auf Klingeln die Tür nicht öffnen. Der Vater möchte schnell reich werden.

    »Er würde nicht reich werden mit einer Idee oder einem Geschäft, nein. Er würde eines Tages einfach reich sein.«

    Der Vater, ein gelernter Verwaltungsfachmann, dem sein Job zu öde ist, zu schlecht bezahlt, kauft und verkauft, alles was die Welt nicht braucht und er arbeitet als Gebrauchtwarenhändler, zieht die Leute über den Tisch. Die Mutter ist Hausfrau, sorgt für die drei Kinder, nebenbei veranstaltet sie Tupperpartys. Kaiserslautern in den Nachkriegewehen, die Menschen sind schnell zu überzeugen, allen Krempel zu kaufen: Fitnessgeräte, Wagenheber, Hirschgeweihe aus Kunststoff, Radiergummis.

    »Er hatte eine ganze Flotte zerlegter Kübelwagen erworben, die in irgendeiner Halle lagerten, und zu ihrem Vertrieb eine Firma gegründet. Nur halb im Scherz meinte er, dass er sie in ›Kübel & Sohn‹ umbenennen würde, wenn ich eines Tages in das Geschäft einstiege. Ein Geschäft, das er ›zum Brummen‹ bringen würde. Soviel war schon mal klar.«

    Doch dann verschätzt sich der Vater mit der Dummheit der Leute, denn die Ladung Kübelwagen, für die er einen Kredit aufgenommen hatte, wird er nicht los. Das Haus wird aufgegeben, eine Wohnung gemietet, danach geht es in eine noch kleinere Wohnung, weiter trudeln Briefe ein, die die Eltern nicht öffnen. Eines Tages steht die Polizei vor der Tür. Die Mutter hockt mit den Kindern im Flur, sie öffnet nicht. In der Nacht werden die Kinder geweckt, die Koffer stehen bereits im Auto. Man zieht mal wieder um.

    »›Das alles hier‹, sagt Papa und malt mit den Fingern die Küste im Süden nach. ›Côte d’Azur heißt so viel wie himmelblaue Küste. Und wenn ihr einen Segelschein macht‹, sagt er und fährt mit der Hand großflächig über die hellblaue Fläche südlich der Küstenlinie, ›dann könnt ihr das alles hier auch erkunden!‹«

    Es geht nun nach Nizza, der Vater hat einen »Arsch voll Geld« dabei. Man mietet sich eine feine Villa mit Meeresblick, etwas Einfaches im Hinterland kommt nicht in Frage. Die beide Ältesten besuchen eine sehr teure Privatschule, lernen steinreiche Kinder kennen. Für die Kinder nur das Beste!

    »Niemand weiß, wer mein Vater ist und woher er kommt. Er könnte ein jordanischer Scheich sein, ein italienischer Schauspieler, ein belgischer Politiker. Niemand ahnt, dass er vor ein paar Monaten noch Gebrauchtwagen verkauft hat in der Pfalz.«

    Die Mutter verfällt in Kaufrausch: Nippes, teure Kleider, Louis Vuitton Taschen. Arno bekommt ein Mofa, im Schulbus zu fahren, wäre unter der Würde des Vaters. Die Familie wird um zwei Hunde erweitert.

    »Schuften müssen nur die Idioten.«

    Doch von nichts kommt nichts. Irgendwann geht es mit den 300.000 Mark dem Ende zu. Der Vater behauptet, er hat ein geniales System gefunden, die Spielbank zu knacken. Es scheint aber nicht zu funktionieren. Der Alfa wird verkauft, keine Schulbücher für das nächste Jahr besorgt. Was ist los? Schon wieder steht die Polizei vor der Tür, die nicht aufgemacht wird. Wieder werden Koffer gepackt, Plastiktüten, denn die teuren Koffer und alles, was Wert hat, werden gegen Obdach verkauft.

    Von nun an geht es bergab: Von der Pfalz an die Côte d’Azur und ohne Geld nach Guarda, Portugal, ein Bauarbeiter gibt kurz ein primitives Obdach, erhält dafür alles, was die Familie an Wert besitzt. Über Lissabon wieder zurück nach Norden. Kurzer Aufenthalt in Paris, der Vater bittet die Tochter, zu klauen.

    »Ich will in die Schule gehen. (...) Ich will, dass Papa aufhört ein Zombie zu sein.«

    Endlich sind die Mietnomaden zu Hause bei Oma angekommen, die Kinder werden in der Schule angemeldet. Die Oma schafft es, dem kleinen Fabian die Schwimmflügel abzunehmen, die er Tag und Nacht seit langen Monaten trug. Aber gleich geht es weiter nach München, denn die Oma verlangt, dass der Vater sich stellt, man flieht. Ein Bekannter nimmt die Familie auf, die Kinder müssen im Keller hausen. Aber auch der hat irgendwann von der Familie die Nase voll, die sich gemütlich eingenistet hat. Von dort über Erding im Bus mit dem letzten 50-Mark-Schein landen sie in einem Gasthaus in einen kleinen Ort. Völlig abgerissen erregen sie Aufsehen, als sie mit fünf Personen und zwei Hunden auf lediglich ein Doppelzimmer bestehen. Die Polizei trifft ein. Der Trip vorbei ist.

    Arno Frank schreibt aus der damaligen Sicht des Kindes, das nicht ganz versteht, was passiert. Das Kind beobachtet, hat feine Antennen, stellt Fragen. Der Vater versucht, kindgerecht zu antworten, erklärt seine Welt der Sicht: Fressen oder gefressen werden, reich zu sein, ohne einen Finger zu rühren. Statussymbole erscheinen ihm wichtig. Er besitzt einen goldenen Montblanc-Füller, den Schwester Jeany für einen Zauberstab hält. Was er in der Zeitung einkreist, steht ein paar Tage später im Haus. Der Traum vom Leben der Reichen wird zum Albtraum. Runtergekommen auf der Flucht, ständig hungernd. Jeany lässt unterwegs Zettel fallen, auf denen »Hilfe« steht, die Kinder sind traumatisiert.

    »Das Geheimnis ist, dass alle bescheißen« … »Mal mehr, mal weniger. Das ist die Wahrheit. Je früher du auf den Trichter kommst, umso besser.«

    Der Journalist hat geschickt das Kind als Protagonisten gewählt. Er schreibt seine Geschichte. Das allein reicht nicht, man muss auch über Erzähltalent verfügen. Und das besitzt Arno Frank. Spannend, tragisch, humorvoll, man leidet mit den Kindern, schüttelt den Kopf über beide Eltern. Dem Leser wird schlecht, als die Eltern im geklauten Auto überlegen, gegen einen Brückenpfeiler zu rasen. Was ist aus ihnen geworden? Am Ende trennen sich die Eltern, die Kinder bleiben bei der Mutter, müssen von Sozialhilfe leben. So schnell wie möglich stellen sie sich auf eigene Füße, haben selten Kontakt. Als die Mutter stirbt, sind sie bei ihr, ein Fünkchen Liebe ist nie verloschen. Und der Vater? Er kam auf Bewährung frei. Mehr wissen wir nicht. Der Autor hält uns heraus aus seinen Gedanken lässt uns nicht ganz eindringen in die Familiengeschichte. Was war mit beiden Großeltern, konnten sie behilflich sein? Was denkt der erwachsene Arno Frank über seine Eltern? Gibt es einen Bezug zum Vater, was wurde aus ihm? Es ist die Geschichte des Kindes Arno. Und hier endet sie. Nicht im Guten, aber mit Licht nach vorn.

    »Au revoir Kaiserslautern! Bonjour Côte d’Azur!«

    Ich konnte das Buch kaum zur Seite legen. Spannend und fein dargestellt die Psyche der Eltern. Arno Frank zeichnet sie gnadenlos so, wie sie sind, ohne jemals zu interpretieren. Das Ehepaar-Sorglos: Was kostet die Welt. Auf hohem Fuß leben, ohne etwas dafür zu tun. Der Vater spricht es ständig aus, die Mutter nie. Aber man kann sich vorstellen, dass die Mutter weiß, dass der Vater nicht auf legale Weise zu Reichtum gekommen ist. Die Mutter ist der Mithilfe schuldig. Denn warum steigt sie nicht aus, haut ab mit den Kindern nach Hause. Sie ist bereit, den Kindern das anzutun, ein Nomadenleben in Angst und Hunger, in Dreck. Als man endlich wieder bei der Großmutter ist, die Kinder sich weigern, wieder ins Auto zu steigen, weiterzufahren, der Vater sie brutal hineinprügelt, bleibt die Mutter tatenlos. Was ist ihr Grund, sich nach der Verhaftung nun doch zu trennen? Hier bleibt vieles offen. Ein lesenswertes Buch über eine wahre Geschichte. Ein atemloses Roadmovie. Au revoir Côte d’Azur Bonjour Kaiserslautern!

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    mrs-luckys avatar
    mrs-luckyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: eine unbeschwerte Kindheitsgeschichte entpuppt sich als Illusion - ein großartig erzählter Roman über einen Roadtrip ins Ungewisse
    eine ebenso beeindruckende wie beklemmende Lebensgeschichte

    Nach der Lektüre dieses Romans mag man kaum glauben, dass der Autor tatsächlich seine Familiengeschichte aufgeschrieben hat, so unfassbar ist das, was er hier sein jugendliches Ich schildern lässt. In dieser wahren, erfundenen Geschichte bleibt offen, was   tatsächlich passiert und was dazu erfunden wurde, die schlichte und zum Teil distanziert wirkende Erzählung hat mich in jedem Fall beim Lesen durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt zwischen Mitleid, Entsetzen, Abscheu und Traurigkeit.

    Es beginnt scheinbar harmlos mit der Schilderung des Lebens einer scheinbar ganz normalen Familie. Vater, Mutter drei Kinder und zwei Hunde, der Vater arbeitet in einem Autohaus und träumt davon, dass die Prophezeiung einer Wahrsagerin in Erfüllung geht, die ihm großen Reichtum vorhergesagt hat. 

    „Es steht eben jeden Tag ein Dummer auf“, lautet das  Lebensmotto des Vaters. „Es gibt eben Dummköpfe. Man muss sie nur finden. Oder, besser noch, sich von den Dummköpfen finden lassen.“ Doch die kleinen Geschäfte des Vaters gehen nicht immer gut, die Kinder finden es spannend, sich ab und zu vor der Polizei zu verstecken und in neue Häuser zu ziehen, weil die Eltern es ihnen als Abenteuer verkaufen. Eines Tages, der Ich-Erzähler ist 13 Jahre alt, ist der Vater doch zum großen Geld gekommen, die Eltern feiern begeistert, brechen zuhause alle Zelte ab und reisen in einer Nacht-und Nebel-Aktion mit der Familie nach Frankreich an die Côte d’Azur. Auch der 13-jährige Sohn genießt die Freiheit und die Sonne des Südens und will die Risse nicht wahrhaben, die sich nach und nach aufzeigen, je mehr das ergaunerte Kapital zur Neige geht, sondern bewundert den Ideenreichtum des Vaters, der seine Mitmenschen mit seinem Charme um den Finder wickelt. Als dann Interpol auf ihre Spuren kommt, gehen die Flucht und der Absturz der Familie weiter.

    Mit der Zuspitzung der Ereignisse ändert sich auch die Stimmung der Erzählung, der Leser leidet insbesondere mit den Kindern mit, die zunächst naiv wirken und dann erwachsener als ihre Eltern, die nicht nur vor der Polizei sondern auch vor der Realität auf der Flucht sind. 

    Die Schilderungen sind teils schlicht, teils naiv und treffen dann mit ihren verstörenden Details mitten ins Herz, eine ebenso beeindruckende wie beklemmende Reise in die Vergangenheit.

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    -Leselust-s avatar
    -Leselust-vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Betrug, Flucht & eine Verfolgungsjagd durch mehrere Länder. Und mittendrin 3 Kinder. Autobiographisch; geschrieben in lockerem Ton.
    Spannender Roadtrip und tragischer Schicksalsroman in einem

    Kurzmeinung:
    Ein Roman, basierend auf eigenen Erlebnissen und Erinnerungen des Autors. Eine Flucht durch Europa, geschildert in lockerem Ton. Sehr authentisch, spannend und unterhaltsam.
    Wir begleiten ausgefallene und sympathische Charaktere auf ihrem Weg durch abwechslungsreiche Kulissen und vergessen dabei fast, dass es sich hier um einen autobiografisch angelehnten Roman handelt.

    Meine Meinung:
    Betrug, Flucht und eine Verfolgungsjagd durch mehrere Länder. Und mitten drin drei Kinder, die den Machenschaften ihrer Eltern schutzlos ausgeliefert sind. Sehen die Kinder es zunächst noch als großes Abenteuer, so bekommen sie später zunehmend die negativen Konsequenzen zu spüren.

    Das Buch ist in einem lockeren Ton geschrieben und einige Mal musste ich beim Lesen schmunzeln. Je weiter man liest, desto mehr bleibt einem jedoch das Lachen im Halse stecken, besonders wenn man bedenkt, dass es basierend auf wahren Erlebnissen des Autors geschrieben wurde.
    Teilweise liest sich die Gescheite wie ein ausgefallener Road Trip, bis einem wieder einfällt, dass es sich hier um echte Erinnerungen handelt und man über so viel Verantwortungslosigkeit der Eltern nur den Kopf schütteln kann.

    Der Schreibstil lässt einen schnell durch die Geschichte gleiten und obwohl viel vom Alltag der Familie geschrieben wird, ist es keineswegs alltäglich. Schnell hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und die Seiten flogen nur so dahin, obwohl sich zwischendurch auch einige Längen und Wiederholungen finden.

    Fazit:
    Eine Familie auf der Flucht durch ganz Europa -fesselnd, witzig, tragisch und authentisch. Dieses Buch ist für Fans von spannenden Roadtrips genauso geeignet wie für Leser bewegender Schicksalsromane. Auch wenn es sich bei der Geschichte nicht um ein herausragendes Lesehighlight handelt, so kann ich die Lektüre dennoch mit gutem Gewissen jedem empfehlen.

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    gsimaks avatar
    gsimakvor einem Jahr
    So, und jetzt kommst du ...

    Meine Meinung


    Ich war in dieser Geschichte so gefangen, dass ich sie in einem Rutsch durchgelesen habe. 
    Ein Roadmovie, mit oftmals unfreiwilligen Insassen. Ich bin jetzt ehrlich total bestürzt!

    Jürgen Frank scherte sich nichts um ehrliche Arbeit. Davon wird man schließlich nicht reich. Er verhökerte gebrauchte Autos. Sammelte bis unter das Dach Mist, von dem er dachte, die große Kohle zu machen. Bei Menschen, die ihm halfen, hatte er eine ganz besondere Art sich zu bedanken. Er haute sie übers Ohr. Veruntreute Gelder, die für Investitionen des Gebrauchtwagenhandels gedacht waren. So kam es, dass dem Saarländer das Haus gepfändet wurde. In der Nähe von Kaiserslautern fand er in einem Waldhaus eine neue Bleibe. Natürlich hatte Jürgen Frank nichts Besseres zu tun, als weiter über seine Verhältnisse zu leben. 
    Ihr findet das schlimm? Das ist noch nicht alles. Jürgen ist/war (weiß ich nicht so genau) eigentlich nicht alleine auf der Welt. Da gibt es den großen Jungen, der Erzähler dieser Familientragödie ist. Arno Frank. Arno fand ich klasse. Als Jungen zumindest. Ich denke, er ist heute noch ein Charaktermensch. Er ist der Held in dieser Geschichte. Ein Überlebenskünstler, der aus jeder Situation das Beste macht. 
    Dann die kleinere Schwester Jenny, die für ihr Alter damals schon sehr viel Grips hatte. Das zeigte sich vor allem,  ziemlich am Ende des Buches.
    Das Baby Fabian konnte die Tragweite dieser Tragödie noch nicht erkennen, und kam eigentlich stets glücklich rüber.
    Die Mutter kam mir selber vor wie ein Kind. Sie machte alles mit, was ihr Gatte entschieden hatte. Trotzdem muss man ihr zugute halten, dass sie ihre Kinder aufrichtig geliebt hatte. Leider war sie ihrem Mann hörig. Interpol war mittlerweile eingeschaltet.
    Nachdem sie von der Polizei gesucht wurden, begann ein Roadmovie durch Europa.
    In Nizza hatte die Familie in Luxus geschwelgt. Als der Papa wieder pleite war, ging es weiter nach Lissabon. Dort verließ den Familienvater der Einfallsreichtum. Zum ersten mal wurde große Armut spürbar. Von Lissabon ging es wieder zurück in die Heimat. Doch, auch dieser Aufenthalt sollte nicht lange wehren. 

    Mir haben die Kinder total leid getan. Immer wieder mussten sie bei Nacht und Nebel mit ihren Eltern fliehen. Ich weiß, das ist alles längst vorbei. Trotzdem! Ich denke, die seelischen Narben werden nie ganz verheilen.
    Stellenweise habe ich mich an meine Kindheit erinnert. Die Mutter hörte Platten von Wencke Myhre. Wencke war in meiner Kindheit meine Lieblingssängerin. Dann hörte man sich James Last an. Mit James bin ich groß geworden. 
    Ich denke, auch für die Kinder war das Familienleben lange Zeit normal. 
    Nach Nizza befanden sich auch zwei Hunde im Gepäck. Eine Szene mit den Vierbeinern hatte mich würgen lassen. Mir war hundeübel. Seid also schon mal vorgewarnt. 


    Mein Fazit

    Jeder Mensch kann Fehler machen. Jeder Mensch sollte auch die Gelegenheit bekommen, wieder ein normales Leben zu führen. Bei Jürgen Frank war jedoch Hopfen und Malz verloren. 
    Dass mich diese Geschichte so emotional aufwühlen konnte, ist der Tatsache geschuldet, dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt. Über 9 Jahre lässt uns Arno Frank an seiner Kindheit teilhaben. 
    In den 80 igern konnte eigentlich jeder Deutsche gut leben, der den Weg zur Arbeit gefunden hat. 
    Es waren unsere goldenen Jahre! Ausgenommen natürlich Menschen, die gesundheitlich nicht dazu in der Lage waren.
    Packend erzählt und ohne dabei ins Jammertal abzurutschen, erzählt Arno aus seinem Leben.
    Für mich bewundernswert, dass er trotz schwieriger Kindheit, einen guten Weg eingeschlagen hat. RESPEKT!
    Und für alle ein kleiner Denkanstoß, die ihr Scheitern im Leben ausschließlich in der Kindheit suchen. Das ist bestimmt bei einigem Menschen berechtigt. Bei sehr Vielen aber nicht. Klingt auch bei erwachsenen Menschen lächerlich, wenn nach Jahrzehnten immer noch Mama und Papa für sämtliches Versagen verantwortlich sein sollen. 

    Lieber Arno, ich danke Ihnen, dass sie ihre Geschichte mit uns geteilt haben.

    Ich bewerte hier den Schreibstil. Nicht das Leben das Autors!

    Mein Dank geht an den Klett-Cotta-Verlag für die Bereitstellung des E-Books.
    Ihr habt nicht zuviel versprochen.

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    gsts avatar
    gstvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Buch, das auch bei mehrmaligem Lesen bestimmt nicht langweilig wird.
    Wenn Eltern vorm Leben davonlaufen und ihre Kinder mitschleifen

    Arno Frank, dessen Vater ein Hochstapler war, musste schon als Kind mit den Eltern und zwei Geschwistern flüchten. Was für ihn teilweise Abenteuer war, lässt dem Leser die Haare zu Berge stehen. Zwar darf man zwischendurch in einer herrlichen Villa in Südfrankreich von Urlaub und viel Geld träumen, aber wenn man dann liest, wie das Geld „aus dem Fenster geworfen“ wird, ist voraussehbar, dass die Zeiten sich bald wieder ändern.

    Die abenteuerliche Flucht vor der Polizei führt die fünfköpfige Familie von der pfälzischen Provinz nach Südfrankreich und Portugal … Sprachschwierigkeiten scheint es kaum zu geben und wenn, dann gehen die Kinder ja zur Schule und können aushelfen. Auf die Kinder wird wenig Rücksicht genommen, die Eltern sehen vor allem auf ihr eigenes Wohlergehen und meinen, ihrem Ältesten mit einem Flug eine Freude zu machen. Der verkriecht sich jedoch ängstlich zwischen den Beinen des Piloten, beschreibt aber trotzdem in poetischen Worten seine Umgebung: „Im Dunst sitzt streng und wie auf gleicher Höhe mit unserem Flieger der Saum der Alpen. Ein zerknüllte Kontinent. Nach Süden ist alles Meer, geteilt vom Fahrwasser eine Fähre. In der Ferne, irgendwo bei Korsika, lehnen adipöse Wolken über dem Horizont wie über eine Brüstung.“ (Seite 106)

    Neben den farbenprächtigen Naturbeschreibungen gefiel mir die Zeit, in der die Geschichte spielt: Damals steckte die Technik teilweise noch in den Kinderschuhen und PCs wurden als teures Spielzeug bezeichnet: “Es gibt sie jetzt schon in Autos. Da kann man dann, wenn man irgendwo im Stau steht, nachschauen, wann man ankommen müsste, wenn man nicht gerade im Stau stehen würde.“ Gut erkannt!

    Der Autor ist ein guter Beobachter und gestaltet seinen Roman sehr lebendig : >>„Jetzt kommt, Essen ist fertig“, sagt Mutter und setzt sich Fabian auf den Schoß, der sofort mit beiden Händen in das Rührei greift, die Hitze bemerkt, brüllt.<< So lustig sich vieles liest, herrscht doch auf langen Strecken auch die Depression vor, vor allem, wenn die Familie sich in ihre vier Wände zurückzieht und sich aus Angst vor der Polizei nicht mehr vor die Türe wagt.

    Der Journalist Arno Frank, 1971 in Kaiserslautern geboren, schreibt für unterschiedliche Magazine und legt mit diesem Buch in Ich-Form seinen ersten, äußerst lesenswerten Roman vor. 

    Kommentare: 1
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    meppe76s avatar
    meppe76vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Großartiges Buch, bei dem mir aber zunehmend das Lachen im Halse stecken bleibt.
    Wie kann ein Kind mit dieser Geschichte jemals wieder vertrauen?

    Anfangs sieht es so aus, als sei der Autoverkäufer Jürgen eine Art Lebenskünstler, der sich nie unterkriegen lässt, immer noch eine geniale Idee hat und sich mit Charme und Witz durch's Leben schlägt. Er ist nicht nur selbst davon überzeugt, sondern vermittelt es auch seiner Familie, dass das ganz große Geld nicht mehr lange auf sich warten lässt.

    Und dann scheint es tatsächlich geklappt zu haben. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion packt die Familie ihre Sachen und reist nach Südfrankreich. Dort beginnen sie ein echtes Luxusleben. Geld spielt keine Rolle - es ist einfach im Überfluss vorhanden.

    Nach und nach wird klar, dass der Vater 300 000 € unterschlagen hat, dass der überstürzte Aufbruch eine Flucht vor der Polizei war und dass auch weiterhin nach ihm gefahndet wird.
    Das Geld reicht nicht ewig und so kommt es, wie es kommen muss: wieder Hals über Kopf alles einpacken, flüchten, neues 'Zuhause' finden. Als kein Geld mehr da ist, beginnt der Abstieg in die absolute Armut, und auch "der Oma die Handtasche klauen" ist jetzt eine Option, die vom Vater noch unterstützt wird.

    Im Klappentext zum Buch heißt es, dass das Buch tragisch und komisch ist. Für mich hatte es allenfalls auf den ersten 50 Seiten komische Anteile. Je weiter ich gelesen habe, umso bedrückender und tragischer fand ich es.

    Kinder sollten ihren Eltern vertrauen können, Schutz und Geborgenheit bei ihnen finden, Freunde haben dürfen, ein sicheres Zuhause... das alles finden die drei Geschwister nicht. Und das ist genau der Punkt, der für mich die Geschichte so bedrückend macht, umso mehr, als es sich auch noch um einen autobiografischen Roman handelt. Echt harte Kost.

    Aber unbedingt lesenswert. Großartig!!



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    coffee2gos avatar
    coffee2govor einem Jahr
    ein Leben auf der Flucht

    Kurze Inhaltszusammenfassung:

    Autoverkäufer Jürgen, seine Frau Jutta und die drei Kinder sind durch Betrügereien zu einer Menge Geld gekommen und werden von der Polizei gesucht. Sie verlassen das Land und flüchten nach Südfrankreich, wo sie es sich für eine Weile gut gehen lassen und ihr gesamtes Vermögen aufbrauchen. Danach sind sie wieder auf der Flucht…

     

    Meine Meinung zum Buch:

    Mich hat die Stimmung des Buches sehr angezogen und nicht mehr losgelassen. Die Geschichte wird aus der Sicht des größeren Jungen erzählt, der zu Beginn noch gutgläubig seinen Eltern alle Geschichten abkauft, aber dann mit zunehmender Reife Widersprüche erkennt, Ängste entwickelt und sehr unter der Situation leidet. Jürgen ist einerseits ein Hochstapler und Betrüger, auf der anderen Seite möchte er seiner Familie etwas bieten und sie auch nicht im Stich lassen. Seine Frau Jutta steht zu ihm und verschließt teilweise ihre Augen bzw. möchte gar nicht so genau wissen woher ihr Mann Geld bekommt. Sehr traurig fand ich die Situation, als sich die Familie gerade in Südfrankreich eingelebt hatte, die Kinder in der Schule halbwegs integriert waren und dann wieder mitten in der Nacht fliehen mussten. Mit jeder Flucht blieben ihnen weniger materielle und emotionale Gegenstände, sodass sie am Ende lediglich mit der Kleidung, die sie am Leib trugen, wieder zuhause ankamen.

     

    Titel und Cover:

    Der Titel hat mich zuerst überhaupt nicht angesprochen, wie auch das Cover nicht, das auf den ersten Blick recht altmodisch wirkt.

     

    Mein Fazit:

    Ich bin froh, dass ich das Buch gelesen habe und die Familie über Höhen und Tiefen bis nach Südfrankreich und wieder zurück begleiten durfte.

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    Pressestimmen

    »Fasziniert verfolgt man diese atemlose Flucht von einem Land ins andere, die auch immer eine Flucht vor der Realität ist. Franks fast nüchterne Beschreibung aus der Sicht eines Jungen, der er mal war, erschüttert und begeistert zugleich.«
    Brigitte, 12.2017

    »Arno Frank erzählt diese autobiografische Geschichte in einem hinreißenden Ton ... Ähnlich wie bei „Tschick“, der anderen großen deutschen Road Novel unserer Tage, ahnt man beim Lesen, dass das bald verfilmt werden muss. Der situative Humor ist ähnlich genau wie bei Herrndorf, der rasante Plot lässt einen sowieso nicht los, man ist gerührt und bestürzt zugleich und will immer neue Passagen anstreichen.«
    Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung, 05.04.2017

    »Sein Roman "So, und jetzt kommst du" ist das aktuelle Lieblingsbuch unserer Redaktion. Es ist eine Familiengeschichte, die so schräg, so komisch und so tragisch ist, dass sie eigentlich kaum wahr sein kann. Ist sie aber.«
    Katty Salié, ZDF aspekte, 10.03.2017

    »der Text, den Arno Frank geschrieben hat, zerreißt einem das Herz, weckt Mitleid und Furcht und alle möglichen widersprüchlichen Gefühle, man rast wie die Familie Frank Richtung Süden und wieder zurück ... durch die dreihundertfünzig Seiten und hofft, dass die Familie nie gefasst wird. Oder dass sie doch gefasst wird ... Ein Roman über Rücksichtslosigkeit, Weltverweigerung, Grausamkeit und Lebenstrotz. Man ist dankbar, dass man ihn nur lesen, nicht leben musste.«
    Tobias Rüther, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 19.03.2017

    »Ein Juwel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur!«
    Jürgen Deppe, NDR Kultur, 06.07.2017

    »Das Buch liest sich wie ein Schlitten den Hang runterrast ... Der Leser durchlebt eine unberechenbare Reise - eine Mischung aus Roadtrip und hakenschlagender Flucht.«
    Alexander Wasner, SWR 2 Forum Buch, 12.03.2017

    »Frank erzählt leichtfüßig und liebevoll von seinen Figuren.«
    Tina Rausch, Münchner Feuilleton, Juli 2017

    »Fasziniert verfolgt man diese atemlose Flucht von einem Land ins andere, die auch immer eine Flucht vor der Realität ist. Franks nüchterne Beschreibung aus der Sicht des Jungen, der er mal war, erschüttert und begeistert zugleich.«
    Meike Schnitzler, Brigitte, Juli 2017

    »Schräg, komisch und tragisch.«
    Myself, Juni 2017

    »Beim Lesen darf gelacht werden, es kann aber auch geweint werden. Auf jeden Fall aber sollte dieses Roadmovie, diese Familientragödie, diese wahre Geschichte gelesen werden.«
    Dominik Bloedner, Badische Zeitung, 15.04.2017

    »"So und jetzt kommst du" ist ein Roman wie ein Roadmovie, mit einem Erzähl-Helden wider Willen, der auch ein Rückblick auf die 80er Jahre ist.«
    Helmut Pusch, Südwest Presse, 25.03.2017

    »Großartig!«
    Wolfgang Weber, Badische Neueste Nachrichten, 04.06.2017

    »Familiengeschichten sind langweilig? Diese hier nicht.«
    Hannoversche Allgemeine Zeitung, 01.03.2017

    »Stets ist man dran an einer Geschichte, die man, auch so ähnlich, noch nicht gelesen hat. Man fühlt, wie sich die Schlinge mehr und mehr um die Protagonisten zuzieht, zittert mit ihnen und will wissen, wie es nicht nur weiter, sondern wie dieses Hasardspiel mit hohem Einsatz, dem des Lebens der Eltern und dem ihrer Kinder, ausgeht. Es ist ein Zeichen für die Güte eines Romans, wenn auf der letzten Seite bedauernd festgestellt werden muss, dass er schon zu Ende ist.«
    Peter Zimmermann, Ö1 Ex libris, 26.03.2017

    »Als Leser sollte man sich, so viel vorab zu den Risiken und Nebenwirkungen, das Buch nur am Wochenende vornehmen. Werktägliche Lektüre kann nämlich zu sehr kurzen Nächten und verminderter Arbeitsleistung führen: Man kommt einfach nicht los von dieser Geschichte, die einen in ein Wechselbad der Gefühle stürzt.«
    Volker Milch, Wiesbadener Kurier, 19.05.2017

    »Mit seinem Debüt gelingt Arno Frank das seltene Kunststück, gleichermaßen zu unterhalten wie zu erschüttern. Anfangs noch hochkomisch und skurril, ist das Buch später vor Spannung kaum auszuhalten.«
    Frank Rudkoffsky, Lift, August 2017

    »"So, und jetzt kommst du" ist ein Buch, das in seiner Schönheit den Schrecken des Niedergangs einer Kindheit nur schwach verhüllt - und das ist genau die richtige Art, solch einen Niedergang zu erzählen.«
    Simona Turini, indie-republik.com, 24.04.2017

    Der eigene Vater ein Hochstapler – nach einer wahren Geschichte

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