Arno Frank So, und jetzt kommst du

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Inhaltsangabe zu „So, und jetzt kommst du“ von Arno Frank

Aufregend, wenn die Eltern auf der Flucht vor der Polizei ihre Kinder mitschleppen. Aber für die drei Geschwister verwandelt sich das Abenteuer bald in einen Albtraum. Ihre Odyssee führt sie quer durch Europa. Ein Roman wie ein Roadmovie. Eine ebenso tragische wie komische Familiengeschichte. Vater, Mutter und drei Kinder in der pfälzischen Provinz der Achtzigerjahre. Der Autoverkäufer Jürgen und seine Frau Jutta sind verschuldet, aber glücklich. Als auf einmal das »große Geld« da ist, wandert die Familie fluchtartig nach Südfrankreich aus. Dort leben vor allem die drei Geschwister wie im Paradies, doch die Eltern benehmen sich immer seltsamer – bis ein Zufall enthüllt, dass der Vater ein Hochstapler ist. Er hat das Geld unterschlagen und bereits aufgebraucht, als sich die Schlinge enger zieht. Im letzten Moment flieht die Familie vor dem Zugriff der Behörden und die Jagd durch Europa geht weiter. Es ist ein freier Fall auf Kosten der Kinder, bis es unweigerlich zum Aufprall kommt …

Herrlich skurrile und trotzdem berührende Familiengeschichte

— ulrikerabe
ulrikerabe

Spannende, wahre Geschichte

— bookfox2
bookfox2

Eine ebenso tragische wie schräge Familiengeschichte, trotzdem humorvoll erzählt.

— Barbara62
Barbara62

Berührendes Familiendrama

— Melli910
Melli910

Hervorragendes Buch

— Murksy
Murksy

Bildgewaltige Erzählung aus der ergreifend nüchternen Realität eines Kindes!

— TheUjulala
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Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst.

— Hagazussa
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Eine berührende ,traurige und wahre Geschichte

— Arietta
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— Leseprinzessin1991
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nicht was ich erwartet hatte

— magk
magk

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  • Wahnwitzige Familiengeschichte

    So, und jetzt kommst du
    ulrikerabe

    ulrikerabe

    27. March 2017 um 09:08

    In diesem Buch beschreibt ein Junge sein Aufwachsen in den 70er und 80er Jahren. "So, und jetzt kommst du", so endet der Vater des kindlichen Ich- Erzählers immer wieder seine Ausführungen, wie er die Welt sieht. Eine Welt, zuerst wirkt sie noch gutbürgerlich, Vater macht Geschäfte. Noch liest sich die Geschichte des jungen Erzählers witzig, doch der Leser weiß schon viel früher als das Kind, dass alles Fassade und Schein ist, der Vater ein windiger Typ, Betrüger und Hochstapler ist. Als der Vater von der Polizei gesucht wird begibt sich die Familie, Vater, Mutter und drei Kinder, auf eine wahnwitzige Reise. So plötzlich wie ergaunertes Geld da war, ist es auch wieder weg. Ab diesem Zeitpunkt ist gar nichts mehr witzig, man wünscht sich nur noch, dass für die Kinder alles gut ausgeht. Auch wenn man Ich-Erzähler nicht immer mit dem Autor gleich setzen darf, handelt es sich hier um eine wahre Geschichte. Wenn ich über kleine Längen am Anfang hinweg sehe, habe ich mich sehr schnell in den Strudel der Ereignisse hinein gelesen, ich mochte ganz besonders den schrägen Charakter der "kleinen Schwester", die am Ende noch eine ganz besondere Rolle übernommen hat.

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  • Arno Frank - So, und jetzt kommst du

    So, und jetzt kommst du
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    25. March 2017 um 20:06

    Aus der pfälzischen Provinz begibt sich eine Familie nicht ganz freiwillig auf eine Reise. Mit den drei Kindern im Gepäck geht es zunächst nach Südfrankreich, wo sie aufleben und das Dasein in einer Villa oberhalb der Côte d’Azur genießen. Doch das süße Leben währt nicht lange und bald schon steht die Weiterreise an, Portugal ist dieses Mal das Ziel. An den Rand Europas führt sie die Flucht und allmählich schwant den Kindern, dass diese Reise nicht ganz freiwillig ist und dass ihr liebender Vater kein erfolgreicher Geschäftsmann, sondern ein gesuchter Ganove ist, der sich samt Familie vor der Polizei versteckt. Doch da droht schon wieder der nächste Aufbruch, nach Paris wird angesteuert, wo alles besser werden soll – oder doch alles plötzlich ein Ende findet?Beim Lesen des Buchs schwankt man zwischen Entsetzen und Vergnügen. Ganz wunderbar gefällt mir der junge Erzähler, der in glaubwürdig naiver Weise seine Eltern beobachtet und vieles sieht, aber nicht verstehen oder einordnen kann. So manches schwant dem Leser recht schnell, aber es wird durch die noch kindliche Sicht auf die Dinge in eine Leichtigkeit versetzt, die einem immer wieder schmunzeln lässt. Der Vergleich mit den Klassenkameraden beispielsweise, die Markenkleidung tragen und deren Eltern hohe Posten begleiten, während er als „Sohn eines Wimpelhändlers von der Ausfallstraße“ nicht mithalten kann. Auch kann er nicht verstehen, was dieses ominöse „Dédé Air“ eigentlich ist, er vermutet ein französisches Protektorat, auch wenn dort irgendwelche Deutschen offenbar wohnen. Ein Highlight auch der Besuch des Betzenbergs mit dem Opa, der zugleich eine wichtige Lektion fürs Leben parat hat:„Wenn um dich herum die Massen eine bestimmte Meinung haben, dann musst du auf deiner eigenen Meinung beharren. Dann ganz besonders, verstehst du? Die Masse wird dann aber meistens sauer. Und dann ist es besser, man verzieht sich.“ (Pos. 801)Die kriminelle Energie der Eltern wird lange Zeit nicht offen thematisiert, für die Kinder ist die Reise in die Fremde spannend und ein Spaß zugleich. Dass das Verhalten verantwortungslos und indiskutabel ist, steht außer Frage; jedoch spürt man auch die Verzweiflung, der vergebliche Versuch irgendwie wieder auf die Beine zu kommen und die Sorgen von den Kindern fernzuhalten, ihnen trotz der Widrigkeiten ein gutes und sorgenfreies Leben zu bieten. In diesem Punkt kann man den Eltern kaum einen Vorwurf machen, bis zum Ende sind sie um das Wohl der drei bemüht und besorgt, aber es geht ihnen die Luft aus. Man ist kritisch ihnen gegenüber und kann doch nicht umhin, auch Sympathien zu entwickeln, gerade ob der Bauernschläue, die Vater Jürgen an den Tag legt. In Portugal erläutert er seinem Sohn sein Konzept von Wahrheit, als sie bei dem Concierge Mitleid wecken wollen. Entsetzt fragt der junge Arno, ob der Vater die Wahrheit erzählt habe: „Aber natürlich. Manchmal muss man einfach ehrlich sein. (…) – das ist doch gar nicht die Wahrheit. – Für ihn jetzt schon.“ (Pos. 3087). Viele spannende Themen werden bei diesem ungewöhnlichen Roadtrip verarbeitet. Das Erwachsenwerden und der Blick auf die Eltern und die Realisierung, dass diese vielleicht nicht die Personen sind, für die man sie hält. Das fragile Gebilde einer Ehe, die durch die Umstände strapaziert wird. Das Zurechtfinden an anderen Orten, in anderen Ländern. Und die Frage, wieviel eine Familie aushalten kann und muss und ob es eine Grenze des Zumutbaren gibt.Ein Roman, der gekonnt zwischen Unterhaltung und Ernsthaftigkeit balanciert.

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  • Eine reale Geschichte

    So, und jetzt kommst du
    SofieWalden

    SofieWalden

    25. March 2017 um 17:28

    In einem idyllisch gelegenen kleinen Ort in der Nähe von Kaiserslautern leben der Autohändler Jürgen, seine Frau Jutta und ihre drei Kinder, eine glückliche Familie. Es geht ihnen gut, aber Jürgen will mehr. Die Gelegenheit wird kommen, das große Geld. Dass heißt leben, wer arbeitet, macht etwas falsch, davon ist er überzeugt. Und dann ist es soweit. Geradezu fluchtartig macht sich die Familie auf die Reise in ein neues Leben, nach Südfrankreich. Dort, in der Hügellandschaft der Côte d'Azur, beziehen sie ein feudales Haus und die beiden älteren Kinder werden auf einer teuren Privatschule angemeldet. Sie statten sich angemessen aus, ein Traumauto steht vor der Tür und man erlebt es! Die Vorstellung vom ersehnten Paradies wird Realität, der Sommer ihres Lebens. Sie beginnen, dazu zu gehören, in dieser mondänen Gesellschaft aus aller Welt. Doch langsam beginnt sich etwas zu ändern, noch nicht wirklich greifbar für die Kinder, allen voran für den ältesten Sohn, der diese wahre Geschichte als Ich-Erzähler an den Leser weiter gibt. Und dann eines Tages die erneute Flucht, denn Arnos Vater ist, so stellt ist heraus, ein Hochstapler. Das Geld ist nahezu aufgebraucht und die Polizei steht kurz vor dem Zugriff. Der Jagd führt sie durch Europa, immer bedrückender und aussichtsloser wird die Lage, doch der Vater gibt nicht auf, nicht für sich und nicht für seine Familie. Und irgendwann und irgendwo ist die Reise zu Ende und dann …? Und der Autor Arno Frank selbst ist der älteste Sohn in dieser so intensiven, erschütterten Vater-Familie-, vor allem auch Vater-Sohn-Geschichte. Sein schon fast berichtartiger, nur selten emotional angemessen heftiger Schreibstil lässt einen die feinen Bedrohungen, Ängste, Bedrängnisse geradezu erfühlen. Ein absolut beeindruckendes Buch mit einer vom Erzähler selbst gewählten Umsetzung des Endes, das die Güte des Buches noch weiter erhöht. Was bleibt, ist erschütternd und schwer zu ertragen.

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  • Leben in einem Gewebe prächtiger Lügen

    So, und jetzt kommst du
    Gise

    Gise

    23. March 2017 um 10:44

    Eine Familie auf der Flucht: Vater, Mutter und drei Kinder. Der Vater ein Betrüger, der sich mit seiner Familie mit unterschlagenem Geld nach Frankreich absetzt. Es beginnt ein wunderschönes Leben für alle, bis das Geld zu Ende ist. Dann setzt sich die Flucht fort, es folgen der Abstieg, der Hunger: ein Leben in einem „Gewebe prächtiger Lügen“ (S. 345) mit allen Facetten, die nur denkbar sind. Es droht immer die Angst vor der Polizei und vor Interpol.Arno Frank beschreibt ein Leben, das auf Kosten der Kinder geht. Der älteste Sohn erzählt die Geschichte aus seiner Sicht, damit zieht er den Leser schnell in seinen Bann. Ergreifend wird es, wenn er seine Angst formuliert: „Mein Herz ist ein Kaninchen, das langsam erdrosselt wird.“ (S. 300) Wie ernst ist da der Satz des Vaters gemeint, wenn er seine Ideen an den Sohn gebracht hat, um dann zu sagen: „So, und jetzt kommst du“?Das Buch liest sich leicht und flüssig, doch je länger die Flucht dauert, umso mehr Mitleid empfindet der Leser mit den Kindern. Sie sind die wahren Verlierer in dieser Geschichte. Spannend ist zum einen die Flucht: die Frage, ob das Benzin reicht, um nach Paris zu kommen, ob das Geld reicht, um sich etwas zum Essen zu kaufen, ob der Vater eine geeignete Zuflucht findet und wie lange die Familie dort bleiben kann. Doch auch die Entzauberung des Vaters hat ihren Platz, wenn der Sohn anfangs mit viel Begeisterung den Vater nachahmen möchte, um zunehmend seine Schattenseiten wahrzunehmen, bis hin zur Angst und Perspektivlosigkeit auf den letzten Etappen der Flucht.Sehr berührend geschrieben: eine Kindheitserinnerung mit einem äußerst düsteren Geheimnis.

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  • Eine kriminelle Odyssee

    So, und jetzt kommst du
    SusanneKoenig

    SusanneKoenig

    22. March 2017 um 09:39

    So und jetzt kommst du Zu meiner Schande muss ich auch diesmal wieder gestehen dass es mein erster Roman ist, den ich von Arno Strobel lese. Danke Vorablesen ! Eigentlich überhaupt nicht angesprochen von diesem, wie ich herausgefunden habe auch eher untypisch für diesen Autor, Cover lesen sich die ersten Seiten gleich sehr spannend und man wird gleich hinein gesogen in den Sog der Geschichte um einen Hochstapler der seine Familie und vor allen seine Kinder in ein gefährliches Abenteuer quer durch Europa führt. Er nimmt uns zB mit in die Provance ,nach Paris um am Ende doch wieder in der Pfalz zu landen. Näher möchte ich auf den Inhalt selber gar nicht eingehen da ich finde das Buch sollte unbedingt gelesen werden denn es hat Potential eines meiner Lieblingsbücher 2017 zu werden. Die Handlung spielt in den 80er Jahren und gleicht einer Odyssee der Kriminalität. Oft möchte man den Protagonisten einfach Schütteln und zur Vernunft rufen. Vor allem wenn man selbst Kinder hat. Hat es am Anfang noch den Schein von Leichtigkeit und manches mal auch Satire, es list sich oft eher komisch, ist am Schluss die Ernsthaftigkeit nicht mehr zu leugnen. Das hat mir beim Lesen gut gefallen ein so ernstes Thema wie Unzufriedenheit, Selbstzweifel komisch zu verpacken ohne dabei den Ernst der Lage zu verlieren, eine gute Mischung die der Autor hier gekonnt verpackt hat. Ich hoffe nur es steckt nicht zu viel Wahrheit in der Geschichte denn so eine Kindheit möchte man selbst nicht miterlebt haben ,da verzichtet man gerne auf Abenteuer. Mein Fazit , ein sehr gurt gelungener Roman der zum Nachdenken anregt aber keinesfalls zur Nachahmung! Absolute Leseempfehlung! 

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  • Geschichte einer gestohlenen Kindheit

    So, und jetzt kommst du
    Lesenisttoll

    Lesenisttoll

    22. March 2017 um 09:24

    So, und jetzt kommst du, sagt der Vater zum Sohn, nachdem er ihm wieder einmal seine Sicht der Welt und seine hochfliegenden Pläne erzählt hat. Es hört sich nicht an, als ob er wirklich die Sicht des Sohnes hören möchte, es ist vielmehr der Schlusspunkt der Konversation, denn in seine Lebensweise lässt er sich sowieso nicht reinreden, er weiß sowieso alles besser. Ehrlich arbeitende, sich abschuftende Menschen hält er für Idioten, und so ist es wenig verwunderlich, dass er selbst versucht, sein Geld mit windigen Geschäftsmodellen zu machen. "Jeden Tag steht ein Dummer auf", ist ein weiterer seiner Sprüche.Doch es entwickelt sich nicht wie gewünscht, und die Familie verliert ihr Haus. Der Familienvater arbeitet bei einem Gebrauchtwarenhändler, zumindest solange, bis das große Geld kommt, das dann eines Tages anscheinend tatsächlich eingetroffen ist. Wie, weiß keiner so genau, am allerwenigsten der Sohn, der Ich-Erzähler der Geschichte. Was folgt, ist eine Odyssee durch Europa. Bei Nacht und Nebel verlassen sie auf der Flucht vor der Polizei ihre Wohnung im Pfälzerwald und landen zunächst in Südfrankreich. Dort leben sie in Saus und Braus, bis das Geld alle ist und sie wieder fliehen müssen. Die nächste Etappe führt sie nach Lissabon, wo sie in einer kleinen Pension hausen. Hier beginnt die Geschichte, sehr bedrückend zu werden. Da das Geld fehlt, ernährt sich die ganze Familie von Sardinen und Brathühnchen. Die Eltern verbringen die Tage vor dem Fernseher, Frank und seine Schwester streifen in der Stadt herum. Das einzig schöne Erlebnis während dieser deprimierenden Zeit ist ein Tagesausflug, den der Junge mit einer deutschen Familie unternimmt, die ihn für einen Tag wie einen Sohn behandelt. Als die Familie auch Lissabon überstürzt verlassen muss, beginnt der totale Absturz...Die Geschichte ist sehr gut und flüssig geschrieben. Der Autor versteht etwas davon, mit wenigen Worten viel auszudrücken: "Weihnachten und Neujahr kommen und gehen so unmerklich wie eine Bodenwelle beim Autofahren." Allerdings liegen manche seiner Bilder etwas daneben, zum Beispiel die "adipösen Wolken" oder "frühvergreiste Hochhäuser". Zunächst liest sich die Geschichte noch wie ein launiger Roadtrip mit einem schlitzohrigen, aber nicht unsympathischen Vater, der alles lenkt. Doch im weiteren Verlauf erkennt man die kriminelle Energie eben dieses Vaters und wie sich dieses ständige Leben auf der Flucht negativ auf die Familie auswirkt. Um den Vater und seine Lügengeschichten zu decken, müssen auch die Kinder ständig lügen. So kommt es einem wie eine Befreiung vor, als diese wahnwitzige Reise zu Ende geht und die Kinder mehr schlecht als recht versuchen müssen, wieder in ein normales Leben zurückzufinden.Ein sehr berührendes Buch, das sich stellenweise liest wie ein Krimi.

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  • Ein tolles Buch

    So, und jetzt kommst du
    IngeHeimer

    IngeHeimer

    21. March 2017 um 18:58

               Ich habe eine Buchbesprechung in meiner Tageszeitung gelesen, die war voll des Lobes. Und vollkommen zu Recht. Man weiß stellenweise nicht, ob man lachen oder weinen soll über diese tragikomische Geschichte. Das Zitat von Heimito von Doderer: "Jeder bekommt seine Kindheit über den Kopf gestülpt wie einen Eimer. Später erst zeigt sich, was darin war. Aber ein ganzes Leben lang rinnt das an uns herunter, da mag einer die Kleider oder auch Kostüme wechseln, wie er will" ist sehr passend gewählt.  Es ist die Geschichte einer Kindheit, die man niemanden wirklich wünscht, und dennoch gibt es auch komische Seiten. Fast hat man auch noch Mitleid mit dem Vater, der ja eigentlich nur das Beste für seine Familie will und dem noch nicht mal bewusst ist, was er seinen Kindern da antut.  Der schnörkellose Schreibstil des Autors ist sehr angenehm zu lesen. Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen.         

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  • Ein Roman wie ein Roadmovie

    So, und jetzt kommst du
    bookfox2

    bookfox2

    20. March 2017 um 18:09

    Zusammenfassung: Der Roman „So, und jetzt kommst du“ von Arno Frank, einem freien Journalist für u.a. den Spiegel, handelt von der Flucht einer Familie durch mehrere Länder Europas. Diese Flucht basiert auf einer wahren Geschichte. Erzählt aus der Perspektive des ältesten Kindes der Familie, wird berichtet, mit welchen Schwierigkeiten die Familie zu kämpfen hat. Als sie dann auf einem in einer Art Nacht und Nebel-Aktion nach Frankreich umziehen, verändert sich das Leben der Kinder in ein Leben in Luxus. Doch bald merken selbst die Kinder: Irgendetwas stimmt hier nicht mehr und dann bricht das Chaos über die Familie herein, als sie weiter vor der Polizei fliehen müssen. Und nach und nach versteht auch das Kind, was da eigentlich gerade passiert. Meine Meinung: Das Buch liest sich sehr fließend und man will es gar nicht weglegen. Die Geschichte wird immer verwickelter und auch in der „reichen“ Zeit in Frankreich wird es nicht langweilig, denn auch die kleinen Details werden oft erwähnt. Dazu zählen die Vorlieben der Kinder und die Schwierigkeiten, mit denen sie, fernab von den geliebten Großeltern und in einem Land, dessen Sprache sie nicht sprechen, zu kämpfen haben. Ich wollte unbedingt wissen, wie es jetzt weiter geht, ob der Vater das Chaos bewältigen kann und es irgendwie schafft, alles wieder ins Lot zu bringen. Als Leser ist man erschüttert von dem, was passiert und dieser Effekt wird dadurch noch verstärkt, dass der Erzähler ein Kind ist und man alles nur aus dieser recht unschuldigen Sichtweise erlebt. Als Leser kann man natürlich viel mehr hineininterpretieren und weiß oft schon mehr als das Kind. Aber gerade das hat mich sehr fasziniert: Die Unschuld, mit der berichtet wird und das Miterleben, wie dem Jungen dann langsam klar wird, was alles passiert ist. Alles in allem ist das ein echtes Lesevergnügen und der Autor hat es geschafft, dass man wirklich mit den Charakteren mitleidet und sich gleichzeitig wünscht, man könnte in die Geschichte springen und rufen „Das wird nicht gutgehen!“ Sehr zu empfehlen!

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  • "Immerhin war es nicht langweilig"

    So, und jetzt kommst du
    Barbara62

    Barbara62

    20. March 2017 um 12:33

    Eigentlich hatte ich gedacht, dass mich nach Jeanette Walls‘ Schloss aus Glas kein Bericht über eine Kindheit mehr schockieren könnte. Doch Arno Franks autofiktionaler Roman So, und jetzt kommst du, der nicht in den fernen USA, sondern hier bei uns spielt, zu einer Zeit, als ich selber Kind war, hat es doch geschafft. Arno Frank, heute Publizist und freier Journalist u. a. für die taz, Die Zeit und Spiegel Online, schildert die „wilden Jahre“ der Familie Frank aus der Sicht des ältesten Sohnes zwischen dessen fünftem Lebensjahr und der Pubertät. Der Vater, ein Hochstapler und Betrüger, bringt ihm früh bei: „Du musst dir aussuchen, was du sein willst. Angreifer oder Verteidiger“. Für sich selbst hat er klar die Rolle des Angreifers gewählt, den Verwaltungsjob an den Nagel gehängt und macht dubiose Geschäfte, für die er sich immer wieder Geld leiht und mit ebenso schillernden wie zwielichtigen Bekannten verkehrt. So geht zunächst das eigene Haus verloren und die Familie muss zur Miete in ein abgelegenes Haus ziehen. Sie leben vom Versprechen des Vaters, auf „das ganz große Geld“, das jeden Tag kommen kann, denn „jeden Tag steht wieder ein Dummer auf“, der sich übers Ohr hauen lässt. Als der „Arsch voll Geld“ schließlich da ist, flieht die Familie, mittlerweile mit drei Kindern, darunter ein Baby, an die Côte d’Azur und lebt eine Weile im Luxus, bis die Polizei auch dort vor der Tür steht und die Odyssee weiter nach Südeuropa geht. Doch die Abstiegsspirale ist nicht mehr aufzuhalten... Der Autor erzählt diese schräge und tragische Familiengeschichte einerseits mit Humor, andererseits habe ich beim Lesen immer mehr Mitleid mit dem Ich-Erzähler bekommen, für den der Diercke-Atlas als Orientierung zum wichtigsten Besitz wird, der nicht mehr „ankommen“, sondern endlich in stabilen Verhältnissen leben möchte, und der des ewigen Wartens auf was auch immer müde ist. Im Gegensatz zur schwachen Mutter, die in kritischen Situationen Daumen lutscht, ihren Mann aufrichtig liebt und die Wirklichkeit verdrängt, ist die Schwester Jeany, obwohl jünger als der Ich-Erzähler, das tatkräftigste Mitglied der Familie und durchschaut die Lage erstaunlich klar. „Immerhin war es nicht langweilig“, wird die Mutter viele Jahre später über ihr Leben sagen. Dem kann ich als Leserin voll und ganz zustimmen.

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  • Eine Familie auf der Flucht

    So, und jetzt kommst du
    Raubkatze

    Raubkatze

    20. March 2017 um 12:23

    So, und jetzt kommst du..... Diesen Satz hört der Ich-Erzähler, der älteste Sohn der Familie Frank immer wieder von seinem Vater, meist wenn er ihn auf bestimmte Dinge anspricht, die ihm aus seiner kindlichen Sicht komisch vorkommen und der Vater hat immer einfach gestrickte Erklärungen übrig für die Dinge, die bei eigentlich unglaublich sind. Zunächst lernen wir Familie Frank aus Kaiserslautern in ihrer Heimat kennen. Das Leben des Elternpaares Jürgen und Jutta läuft gerade nicht so richtig rund und das Haus steht vor der Zwangsversteigerung. Doch dann ändert sich alles, man wechselt fluchtartig den Wohnsitz und lebt ein Leben ganz anderer luxuriöser Art in Südfrankreich. All das finanziert der Vater mit großen und sehr dubiosen Geschäften und Jutta steht immer irgendwie blind vor Liebe hinter ihm. Wie es eben so ist, wendet sich das Blatt aber schnell und die Familie muss weiter fliehen, auch wenn das Geld schon aus ist. Ein sehr tragischer, erschütternder, aufregender, mitreißender Roman, der mir mit seiner bildlichen, teils ironischen, aber auch nüchternen Schreibweise sehr gefallen hat. Alles aus der naiven Sicht eines Kindes geschrieben, das zwar merkt, dass irgendetwas nicht stimmt, aber bis kurz vor Schluss seinen Eltern vertraut, auch wenn das Leben inzwischen alles andere als lebenswert ist.Bitte mehr solcher Bücher - unbedingt lesenswert!

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  • Abenteuer wird zum Albtraum

    So, und jetzt kommst du
    Marzena_Bok

    Marzena_Bok

    19. March 2017 um 20:21

    Arno, der Ich-Erzähler lebt mit seiner Familie in Kaiserslautern, der Vater ist jedoch ein Hochstabler und Betrüger. Eines Tages kommt die Familie plötzlich zu Geld und verschwindet mit den 3 Kindern nach Frankreich. Die Eltern sind sehr mit sich und ihrem Leben beschäftigt und selbst ein Kind merkt, dass etwas nicht stimmt. Die Kinder haben manchmal nicht mal genug zu essen und sind meistens auf sich alleine gestellt. Die Eltern zerren ihre Kinder durch halb Europa und erzählen ihnen immer wieder, dass alles besser wird. Das bedrückendste und traurigste an diesem Buch war für mich, dass Arno Frank wohl von seiner wahren eigene Kindheit erzählt... Sehr lesenswert und ich vergebe 4 Sterne!

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  • Papa tut, was er kann

    So, und jetzt kommst du
    LeseratteAnna1986

    LeseratteAnna1986

    19. March 2017 um 19:42

    Arno Frank ist das 13jährige Kind einer Famlie und erzählt hier die Geschichte seiner Kindheit...Jutta, Jürgen und ihre drei Kinder wechseln von einem normalen Leben in ein Leben auf der Flucht, weil der Vater Geld unterschlagen hat. Erst leben sie noch relatix luxuriös in Südfrankreich. Als das Überleben immer schwieriger wird, weil das Geld aufgebraucht ist, kommt es zum großen Familienbruch und alle erkennen, dass der Vater ein Betrüger und Hochstapler ist... Und Frankreich wird nicht die letzte Station sein: es folgen weitere in Europa. Die Mutter ist blind vor Liebe und spielt dieses Spiel viel zu lange mit und vertraut ihrem Mann immer wieder neu. Das Buch ist in Anlehnung an eine wahre Geschichte geschrieben, die sich in den 80er Jahren wirklich so zugetragen hat.

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  • Eine tragische Familiengeschichte

    So, und jetzt kommst du
    Arietta

    Arietta

    19. March 2017 um 17:48

    Inhaltsangabe: Aufregend, wenn die Eltern auf der Flucht vor der Polizei ihre Kinder mitschleppen. Aber für die drei Geschwister verwandelt sich das Abenteuer bald in einen Albtraum. Ihre Odyssee führt sie quer durch Europa. Ein Roman wie ein Roadmovie. Eine ebenso tragische wie komische Familiengeschichte. Vater, Mutter und drei Kinder in der pfälzischen Provinz der Achtzigerjahre. Der Autoverkäufer Jürgen und seine Frau Jutta sind verschuldet, aber glücklich. Als auf einmal das »große Geld« da ist, wandert die Familie fluchtartig nach Südfrankreich aus. Dort leben vor allem die drei Geschwister wie im Paradies, doch die Eltern benehmen sich immer seltsamer – bis ein Zufall enthüllt, dass der Vater ein Hochstapler ist. Er hat das Geld unterschlagen und bereits aufgebraucht, als sich die Schlinge enger zieht. Im letzten Moment flieht die Familie vor dem Zugriff der Behörden und die Jagd durch Europa geht weiter. Es ist ein freier Fall auf Kosten der Kinder, bis es unweigerlich zum Aufprall kommt … Meine Meinung zum Buch und Autor: Der Autor Arno Frank, hat mit seinem Roman eine Aufregende und bewegende Familiengeschichte geschrieben. Es ist seine eigene, die seiner Kindheit, umso mehr hat sie mich bewegt, aufgewühlt und berührt beim Lesen. Sein Schreibstil ist flüssig, bildhaft und er verstand es einem in die Geschichte mit einzubeziehen. Seine Figuren sind Authentisch und lebendig herüber gebracht, während des Lesens erkannte man die wahren Charaktere, der einzelnen Familienmitglieder und konnte hinter deren wahre Fassade blicken. Ein Familienvater, der sich in die eigene Tasche log. Alles hätte so harmonisch verlaufen können, wäre der Vater nicht größenwahnsinnig geworden, seine sichre Stelle nicht gekündigt, nur um an das große Geld zukommen um etwas eigenes aufzuziehen. Für mich ein unverantwortlicher Mensch, der sich über beide Ohren verschuldete, das war noch nicht das schlimmste er log und betrog auch noch seine eigene Kinder, und betrügt die Menschen.Kein wunder das sie bei Nacht und Nebel fliehen mussten, auch hier wird den Kindern wieder etwas vorgegaukelt. Sie landen in Südfrankreich an der Cote de Azur, hier geht er dem Glücksspiel nach, dort wird munter weiter gemacht, die Mutter wirft das Geld mir vollen Händen zum Fenster hinaus, ich fand sie keinen Deut besser als ihren Mann. Die Kinder waren für mich die Leidtragenden, sie wurden manipuliert und später sogar mal zum Diebstahl angestiftet, Eltern die das Vertrauen ihrer Kinder missbrauchten. Auch hier ist ihnen die Polizei auf den Fersen, sie fliehen nach Spanien, man lebt dort auf kosten anderer. Mich hat es am Ende nicht gewundert, das all dieses Eskalierte und eines der Kinder die Reißleine zog. Ich fand alles so unendlich traurig, ein Mann der getrieben war vom Glücksspiel, dem großen Geld, Unterschlagungen und dunklen Geschäften. Es war schon mutig und bewundernswert vom Autor uns einen Einblick in seine Lebensgeschichte zu gewähren.

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  • Auf der Flucht

    So, und jetzt kommst du
    Alex1309

    Alex1309

    19. March 2017 um 08:44

    Was als Abenteuer beginnt, wird zum Albtraum – mit den Eltern auf der Flucht vor der Polizei. Die Familie wandert zunächst nach Südfrankreich aus und leben dort, vor allem die Kinder, zunächst wie im Paradies. Doch die Idylle zerbricht, als herauskommt, dass der Vater ein Hochstapler ist und Geld unterschlagen hat. Die Familie flieht im letzten Moment und eine Jagd durch Europa beginnt. Das Cover ist recht unscheinbar, passt aber hervorragend zum Buch und nach dem Lesen des Klappentextes war ich gespannt, was mich hier erwartet. Die handelnden Personen sind gut beschrieben und ich konnte mir alle gut vorstellen, ebenso die Handlungsorte des Buches. Der Schreibstil von Arno Frank ist flüssig und locker und es hat Spaß gemacht, der Geschichte zu folgen. Die Erzählweise besticht durch viel Humor, aber auch traurigen Stellen und immer aus der Sicht des Kindes erzählt. Das macht es umso berührender. Ein unterhaltsamer und bewegender Roadmovie, den man einfach mal lesen muss.

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  • Der Abgrund namens Leben

    So, und jetzt kommst du
    Murksy

    Murksy

    18. March 2017 um 18:48

              Erzählt wird der mutmaßlich autobiographisch angehauchte Roman aus Sicht des Sohnes, der in dem Glauben aufwächst, dass sein Vater alles regeln könnte und das Geld sozusagen auf der Straße findet. Um welche Geschäfte es sich dabei handelt, wird dem Leser erst später offenbart. Zunächst scheint das Lebensmotto des Mannes auch zu funktionieren. Die Familie sonnt sich im Luxus, gibt das Geld für teure Dinge aus und macht sich die Gutgläubigkeit der Menschen zu nutze. Auch dass die Familie plötzlich umzieht und zu teilweise dubiosen Bekannten Kontakt aufnimmt, ist für den Sohn noch nicht durchschaubar. Was eine verzweifelte Flucht vor dem Gesetz ist, stellt sich den Kindern zunächst als langer Urlaub dar. Diese Reise führt die Familie durch halb Europa. Der Vater spielt den lässigen Geschäftsmann, der alles im Griff hat. Die Mutter ignoriert am Daumen lutschend die Realität. Und die Kinder werden mit Geschenken und Hunden bei Laune gehalten. Nach und nach vergeht die Zeit, der Junge wird größer und so langsam erwacht in ihm der Zweifel. Was sind das für Geschäfte, die sein Vater in seinem Kämmerchen betreibt? Als die Flucht zunehmend chaotischer wird, die Familie hungern muss und der Vater zu Gewaltausbrüchen neigt, bröckelt die Fassade. Panik und Hoffnungslosigkeit treiben die Familie von einem dürftigen Zufluchtsort zum nächsten. Der Abgrund scheint schon lange erreicht. Auch gut gemeinte Rettungsversuche durch die Großmutter helfen nicht. Letztendlich sieht der Vater sogar eine Fahrt an einen Brückenpfeiler als letzten Ausweg…Das Buch ist alles, nur nicht komisch. Selbst Ansätze von Schmunzeln bleiben dem Leser schnell im Halse stecken in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Familientragödie. Aus den unschuldig und naiven Blicken des Kindes verfolgt man gebannt, schockiert, aber auch gefesselt die Abwärtsspirale der Flucht. Wie der Tankinhalt des Fluchtfahrzeuges in Frankreich, verrinnt auch die letzte Aussicht auf ein glückliches Ende der Odyssee. Dem Autor gelingt es, durch seine meisterlich bildhafte Erzählweise die Situation authentisch und zum Greifen nahe zu beschreiben. Seite für Seite steigert sich das beklemmende Gefühl, wächst das Erkennen des Jungen der Wahrheit. Das Buch berührt deshalb umso mehr, wird weder der moralische Zeigefinger erhoben noch eine unangebrachte Heroisierung praktiziert. Der Eindruck des Buches wirkt lange nach und lässt den Leser mehr als einmal mit Knoten im Hals und fassungslosem Blick zurück. Ein zutiefst bewegendes Buch und hervorragend erzähltes Erstlingswerk.       

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