Arno Frank So, und jetzt kommst du

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Inhaltsangabe zu „So, und jetzt kommst du“ von Arno Frank

Wenn der Held deiner Kindheit ein Betrüger ist Der Autoverkäufer Jürgen lebt mit seiner Frau und drei Kindern in kleinbürgerlichen Verhältnissen in der pfälzischen Provinz der Achtzigerjahre. Bis plötzlich das „große Geld” da ist und die Familie fluchtartig nach Südfrankreich auswandert. Es folgt ein paradiesisches Leben im Luxus – doch die Eltern benehmen sich zunehmend seltsam. Bis herauskommt, dass der Vater ein Hochstapler ist und hohe Summen unterschlagen hat. Im letzten Moment entflieht die Familie dem Zugriff der Behörden und eine Jagd durch Europa beginnt. Es ist ein freier Fall auf Kosten der Kinder, bis es unweigerlich zum Aufprall kommt … Devid Striesow macht facettenreiche Persönlichkeiten und gebrochene Charaktere hörbar wie kein Zweiter.

Erschütternd und schwer in Worte zu packen ... absolut beeindruckend zu hören, klare Hörempfehlung aber nichts für schwache Nerven ...

— engineerwife
engineerwife

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    So, und jetzt kommst du
    ChrischiD

    ChrischiD

    18. June 2017 um 17:41

    Eine ganz normale fünfköpfige Familie, die plötzlich über eine Menge Geld verfügt und nach Frankreich auswandert. Kommt zwar nicht täglich vor, an sich aber dennoch nicht unbedingt ungewöhnlich. Allerdings wirkt das recht überstürzte Aufbrechen auffällig, als läge etwas im Verborgenen, das bisher jedoch weder für den Hörer noch für alle Protagonisten greifbar ist. Entsprechend bleibt nur abzuwarten wie sich das Geschehen weiterhin entwickelt, um möglicherweise über Hinweise zu stolpern, die darauf hindeuten womit man es hier zu tun hat. In seinem autobiographischen Roman erzählt Arno Frank erschreckend authentisch von seiner Kindheit und Jugend, die alles andere als normal verlief. Gemeinsam mit Sprecher Devid Striesow nimmt er den Hörer mit auf eine Reise ins Ungewisse, vielleicht sogar ohne Wiederkehr. Alles kann, nichts muss, überhaupt scheinen Regeln nur Richtlinien und Auslegungssache zu sein. Sich ins Gedächtnis zu rufen, dass es sich um keine fiktive Darstellung hat, ist nicht notwendig, die Realität ist in jedem Wort, in jedem Satz und in jeder Emotion spürbar. Leider liegt hier jedoch auch die Gefahr, dass Passagen zu langwierig ausfallen, die Handlung dadurch stagniert und der zuvor entstandene Bann gelöst wird. Auch Arno Frank ist davor nicht gefeit. Trotz wirklich grandioser Sprecherleistung und interessantem wie mitreißendem Inhalt, kommt es immer wieder zu Sequenzen, denen eine Kürzung durchaus gutgetan hätte. Sicherlich sollte hier keine Spannungskurve á la Krimi oder Thriller erwartet werden, nichtsdestotrotz sind Schwankungen im Erzählfluss ebenfalls ein Kriterium, wenn es um positive oder negative Hörerlebnisse geht. "So, und jetzt kommst du" ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, man sollte sich eventuell im Vorfeld über den Inhalt informieren. Hat man die Entscheidung gefällt das Wagnis einzugehen, wird sich ein Gefühlspotpourri entladen, welches man so selten gesehen hat. Es wird definitiv kontroverse Meinungen geben, auf jeden Fall sollte sich jeder sein eigenes Bild machen.

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  • Ein tragisches HIghlight ...

    So, und jetzt kommst du
    engineerwife

    engineerwife

    01. June 2017 um 12:56

    Selten ist es mir, basierend auf dem Wissen, dass es sich hier um eine wahre Geschichte handelt, schwerer gefallen, eine Rezension zu schreiben. Der autobiografische Roman des Autors lässt mich wütend, erschüttert und traurig zurück. Umso größer ist meine Bewunderung für Arno Frank, der den Mut und die Kraft gefunden hat, sich diese Geschichte von der Seele zu schreiben, denn so muss es ja wohl gewesen sein. Die Familie setzt sich zusammen aus Vater, Mutter und drei Kindern, von denen Arno das Älteste ist. So weit, so gut. Gleich zu Anfang merkt man, dass die Familie ein bisschen anders ist als andere. Der Vater versteht sich als sogenannter Lebenskünstler, der vor den Kinder und auch seiner Frau bekannt gibt, dass „jeden Tag ein Dummer aufsteht“ und man „durch arbeiten noch nie reich geworden ist“. Er schlägt sich erst als Autoverkäufer, schließlich dann als Verkäufer verschiendster Dinge, die die Menschheit nicht braucht, durch. Er ist von sich überzeugt und scheint ja auch gut anzukommen, so meint er jedenfalls. Langsam aber kristallisiert sich heraus, dass seine Luftschlösser sich genau in dieser aufzulösen beginnen. Es wird finanziell eng, das Haus wird verpfändet und Mutti springt als Tupperverkäuferin ein um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Es kommt, wie es kommen muss, denn dieses Geld reicht natürlich niemals um eine Familie zu ernähren. Papa verkauft den Kindern die Pleite als Abenteuer, packt sie kurzerhand ins Auto und los geht’s mit unbekanntem Ziel. Schnell entpuppt sich dieses Abenteuer als Albtraum … Näher möchte ich auf den Inhalt gar nicht eingehen. Es darf jedoch nicht ungesagt bleiben, dass mir bei unterlassener Aufsichtspflicht den Kindern gegenüber die Hutschnur hochgeht. Sie werden von Schule zu Schule geschleppt, oft gehen sie gar nicht zur Schule. Sie müssen Hals über Kopf ihre neugewonnen Freunde verlassen, sind schließlich auf der Flucht vor der Polizei und haben nicht mehr genug zu essen. Für mich ist das die allergrößte Straftat, die der Vater und seine Frau den Kindern gegenüber begehen konnten. War die Mutter denn wirklich so naiv und war der Vater wirklich so abgebrüht? Es ist die nicht erste Geschichte dieser Art, die ich gelesen habe aber in ihrer Intensität ist sie fast nicht zu überbieten. Hut ab, Arno Frank!

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