Arno Frank So, und jetzt kommst du

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Inhaltsangabe zu „So, und jetzt kommst du“ von Arno Frank

Wenn der Held deiner Kindheit ein Betrüger istDer Autoverkäufer Jürgen lebt mit seiner Frau und drei Kindern in kleinbürgerlichen Verhältnissen in der pfälzischen Provinz der Achtzigerjahre. Bis plötzlich das „große Geld” da ist und die Familie fluchtartig nach Südfrankreich auswandert. Es folgt ein paradiesisches Leben im Luxus – doch die Eltern benehmen sich zunehmend seltsam. Bis herauskommt, dass der Vater ein Hochstapler ist und hohe Summen unterschlagen hat. Im letzten Moment entflieht die Familie dem Zugriff der Behörden und eine Jagd durch Europa beginnt. Es ist ein freier Fall auf Kosten der Kinder, bis es unweigerlich zum Aufprall kommt …Devid Striesow macht facettenreiche Persönlichkeiten und gebrochene Charaktere hörbar wie kein Zweiter.

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  • Spannend und tragikomisch!

    So, und jetzt kommst du
    monerl

    monerl

    27. June 2017 um 16:34

    Arno Frank hat einen autobiografischen Roman geschrieben, der ein Auszug aus seiner Kindheit und Jugend ist, aber natürlich auch der, der beiden Geschwister.  Nach vielen positiven Rezensionen, die ich gelesen habe, war klar, das ist ein Buch für mich! Doch auch all diese Meinungen konnten mich nicht richtig auf das Buch vorbereiten. Ist es zu Anfang leicht und locker mit viel Wortwitz geschrieben, verschwindet dieses immer wieder Erheiternde zunehmend und mir war regelrecht Angst und Bange vor dem Ende! Warum? Weil man sich zwischendurch immer wieder daran erinnert, dass diese Flucht der Familie keine erfundene ist! Der Autor schreibt aus seiner jugendlicher Sicht. So bekommt der Leser / Hörer die Erlebnisse der Flucht in der Form mit, wie ein Kind / Jugendlicher seines Alters das Ganze gesehen, erlebt und empfunden hat. Aber auch die Auswirkung auf die Geschwister, die jüngere Schwester Jeany und den ganz kleinen Bruder Fabian, der zu dieser Zeit gerade mal zarte zwei Jahre alt war, können gut nachvollzogen werden.  Kinder haben eine feine Nase, wenn die Stimmung kippt. Oftmals verstehen sie nur nicht den Grund. Für Kinder sind Erwachsene in vielerlei Hinsicht kompliziert, können ihr Handeln selten verstehen, doch es muss schon sehr viel passieren, bis sie ihren Eltern nicht mehr vertrauen, sie nicht als unerschütterlich betrachten und Fremde um Hilfe ersuchen. Bis das passiert wissen die eigenen Eltern in den Augen der Kinder immer was am besten für die Familie ist. Dass das so ist, kann man dem Buch sehr gut entnehmen.  Kommt doch von Jeany immer wieder die Feststellung und damit einher die Frage (sinngemäß): "Wir haben doch nicht mehr viel Geld. Wie viel Geld haben wir eigentlich noch?". Weiß sie doch mit ihren zarten 12 Jahren, dass, wenn man nicht arbeitet, sich das Geld auch nicht vermehren kann.  Nach der kurzen, ausschweifenden Phase in Saus und Braus in Frankreich, geht es von heute auf morgen wieder los auf die Straße. Die Mutter und die Kinder folgen dem Vater wie die Lemminge. Was sollen sie auch anderes tun? Ist er es doch, der die Familie zusammenhält, zu jedem Preis, er weiß es am besten und er ist derjenige, der noch ausstehende Schulden von ehemaligen Geschäftspartnern einzutreiben weiß. Er weiß immer, wie die Familie zu Geld kommen wird. Durch viel Charme und Überzeugungskraft, schafft er es immer wieder, dass die Familie ein Dach überm Kopf hat. So lässt man sich auch als Leser von Jürgen becircen und schüttelt noch leicht lächelnd den Kopf über die vielen Menschen, die er für sich vereinnahmt, bis ... ja, bis wann?! Bis Jeany in Portugal, auf einer Zwischenstation ihrer Flucht, vor ihrem großen Bruder Arno, der sie in einer Kneipe mit einem älteren Mann zusammensitzen sieht, zugibt: "Aber ich habe HUNGER!" All das Bemühen des Vaters die Familie zusammenzuhalten, weiter zu lügen und vor dem Gefängnis zu fliehen macht die Mägen der Kinder nicht voll. Und das der beiden Familienhunde noch weniger.  Der fast 15jährige Arno bringt es dann auf den Punkt, in dem er sinngemäß sagt, dass der Vater und die Mutter ihr bestes tun. Oder ob sie (Jeany), nachdem der Vater verhaftet wird, in ein Kinderheim gesteckt und von ihren beiden Brüdern getrennt werden möchte. Er hat verstanden, dass das Sich-Stellen des Vaters auch weitreichende Folgen für die Kinder haben würde.  So zitterte ich als Hörerin dieser Geschichte dem Ende entgegen. Es konnte kaum gut enden, doch WIE würde es enden? Ich wollte es wissen und doch wieder nicht! Ich wurde überrascht davon, wer das Ende einleitete, da ich damit so nicht gerechnet hatte! Und dann war ich froh und ebenso erlöst. Ich lauschte durchweg gespannt der Stimme Devid Striesows, der mich mit seiner Lesung überzeugte, dass, wer Hörbücher liebt, dieses Buch unbedingt hören sollte! Er schaffte es mich in die Flucht hineinzuziehen.  Fazit: Eine wundersame Geschichte über die Flucht einer Familie, die traurigerweise das echte Leben geschrieben hat. Sehr, sehr spannend und tragikomisch! Ein geniales Werk und Lese-/Hörhighlight in 2017._______________________________________________________http://bit.ly/2tiyncs

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    • 3
  • Eine ergreifende Familiengeschichte

    So, und jetzt kommst du
    Krimine

    Krimine

    27. May 2017 um 20:16

    Der Autoverkäufer Jürgen träumt von dem großen Geld. Er hat es satt, jeden Tag für lau zu schuften und zu erleben, wie trotz ehrlicher Arbeit der Schuldenberg wächst. Deshalb entwickelt er einen verwegenen Plan und tatsächlich gelingt es ihm mit verschiedenen Geschäftsideen eine Menge Kohle einzufahren. Dass seine Methoden nicht legal sind, nimmt der Familienvater gerne in Kauf und erst, als es brenzlig wird, beginnt er die Reißleine zu ziehen. Mit Frau und Kindern wandert Jürgen nach Südfrankreich aus, um dem Auge des Gesetzes zu entgehen. Doch seine Flucht bringt wenig Erfolg. Denn bald ist das Geld aufgebraucht und die Ankläger befinden sich auf seiner Spur. Erneut packt die Familie ihre Sachen und eine Jagd durch Europa nimmt ihren Lauf, die keine Chance auf ein glückliches Ende hat.„So, und jetzt kommst du“ spielt in den Achtzigerjahren, wo in einer beschaulichen Vorortsiedlung in der Nähe von Kaiserslautern die Familie Frank zu Hause ist. Mit der Erziehung ihrer drei Kinder haben es der Autoverkäufer Jürgen und seine Frau Jutta nicht immer leicht. Alles kostet und gönnen will man sich auch noch was. So bleibt nichts weiter übrig, als sich einzuschränken oder andere Wege zu gehen. Eine prekäre Situation, die von Arno Frank mit passendem Humor und viel Realitätsnähe geschildert ist. Deshalb macht es einfach Spaß, der Familiengeschichte zu lauschen, die nach Angaben des Autors auf seiner eigenen Vergangenheit beruht. Doch wie viel Wahrheit und wie viel Fiktion in ihr steckt, das hat er nicht verraten.Gelesen wird die Schilderung einer aussichtslosen Flucht von David Striesow, der es versteht, die kaum fassbaren Ereignisse zu Gehör zu bringen. Mit viel Einfühlungsvermögen leiht er einem kleinen Jungen seine Stimme, der viel zu wenig Erfahrung besitzt, um zu verstehen, dass sein Vater ein verantwortungsloser Hochstapler ist und er nur der Ball in einem aussichtslosen Spiel. Aber auch den protzenden Vater stellt er nachvollziehbar dar, der mit dem Slogan „Schuften müssen nur die Idioten“ überzeugt von allem ist, was er tut. Dabei passt er seine Interpretation der jeweiligen Figur und der gerade herrschenden Situation an und überträgt die aufkommenden Gefühle, wie Hoffnung und Enttäuschung, Zuversicht und Angst nachvollziehbar auf seine Hörer.Fazit:Der ungeschönt geschilderte Trip einer deutschen Familie aus der Pfalz an die Côte d’Azur über Portugal und Lissabon zurück nach Paris, um letztendlich in der bayerischen Provinz der Wahrheit gegenüberzustehen, bewegt und unterhält gleichermaßen. Eine Geschichte, die einem Roadmovie gleicht und doch ganz anders ist.

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